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E8214.10.2020

Welche Chancen bietet Automatisierung in der Logistik?

Im Gespräch: Maximilian Schaefer (InstaFreight)

Titelbild zu E82: Welche Chancen bietet Automatisierung in der Logistik? – Maximilian Schaefer (InstaFreight)

Worum es geht

Maximilian Schäfer von InstaFreight spricht über Automatisierung in der Logistik.

Maximilian Schäfer ist Mitgründer und Geschäftsführer von InstaFreight, einer digitalen Spedition mit Fokus auf Straßenfracht in Europa. Er hat zehn Jahre Erfahrung in der Logistik, darunter bei TNT Express und im Aufbau eines In-House-Delivery-Service für den russischen E-Commerce-Anbieter Lamoda.

InstaFreight automatisiert Prozesse wie LKW-Beschaffung und Transportabwicklung. Die Firma entwickelt ihre Software gemeinsam mit dem Team, statt sie nachträglich einzubauen. Digitalisierung ist für Schäfer kein Zusatz, sondern Teil der Unternehmenskultur.

Er sieht große Chancen in autonomen LKWs, die auf festgelegten Strecken zwischen Hubs fahren. Solche Systeme könnten Kosten senken, die Auslastung von Autobahnen verbessern und die Umwelt schonen. LNG-Antriebe sind für ihn eine praktikable Alternative zu Elektrofahrzeugen.

Die größte Herausforderung ist die Mitnahme von Kunden und Partnern in den Digitalisierungsprozess. Viele haben Angst vor Veränderung. Schäfer betont, dass Unternehmen lernen müssen, mit kleinen Schritten und schnellen Iterationen voranzugehen – statt perfekte Lösungen zu warten.

Ursprüngliche Shownotes 14.10.2020

Einfache Lösungen für komplexe Probleme – das ist das Versprechen von InstaFreight. Die Vision der digitalen Spedition, die auf Geschäftskunden spezialisiert ist: Logistik ins digitale Zeitalter zu transportieren und der führende Anbieter für Straßenfracht in Europa zu werden.

Im Interview mit Nils erklärt der Mitgründer und Geschäftsführer Maximilian Schaefer, was InstaFreight gegenüber den Wettbewerbern auszeichnet, wie die Digitalisierung die Logistikbranche schon sehr bald verändern könnte und was sich deutsche Unternehmen von den Amerikanern in Sachen Innovationsmanagement abgucken können.

Digitalisierung als Teil der DNA

InstaFreight macht zunächst einmal das gleiche Geschäft wie viele andere Speditionen: Das Unternehmen organisiert das Sourcing, beschafft Lkws und wickelt Transporte ab. Damit ist InstaFreight vergleichbar mit großen Playern wie DHL Freight oder DB Schenker. Der riesige Unterschied ist aber laut Schaefer, dass InstaFreight nie versucht habe, eine digitale Software auf bestehende Prozesse aufzusetzen. Stattdessen hätten sie von Beginn an als Firma ganz individuelle Softwarelösungen entwickelt und sich seit von Tag eins gefragt, welche derzeitigen händischen Prozesse digitalisiert und technisch skalierbar gemacht werden können.

„Digitalisierung“, so bringt es Schaefer auf den Punkt, „heißt nicht einfach nur, dass ich mir eine Software kaufe, sondern es ist ein Selbstverständnis.“ Entsprechend erklärt der CEO selbstbewusst: „Digitalisierung ist Teil unserer DNA.“ Und mit diesem Mindset, davon ist er überzeugt, hätten sie einen riesigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Playern in der Branche, die Probleme vielfach noch „sehr, sehr händisch“ lösen würden.

Nicht weniger Arbeit, aber andere

Neben Menschen, einer gemeinsamen Vision und klaren Strukturen, Prozessen und Zielen ist die Automatisierung für Schaefer eine ganz wesentliche Säule von Unternehmen. Denn die durch die Digitalisierung ermöglichte Automatisierung eröffne die einmalige Chance, Menschen für Sachen einzusetzen, die sie gut können, und die repetitive Dinge den Computern zu überlassen. Dadurch könnten sich die Menschen auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren: „Nämlich persönliche Beziehungen mit anderen knüpfen, kreativ sein, Lösungen finden.“

Dass Arbeitsplätze hierzulande durch Digitalisierung verloren gehen könnten, glaubt Schaefer nicht: „Wir sind ja in Deutschland Gott sei Dank in der Situation, dass wir einen Fachkräftemangel haben. Dass wir grundsätzlich in einer boomenden Wirtschaft sind. Und dass wir Leute auch aus dem Ausland holen, weil unsere eigene Wirtschaft einfach schneller wächst als die Bevölkerung.“

Mit voller Kraft auf die Welle zulaufen

Trotzdem ist er sich sicher, dass es zu großen Änderungen kommen wird: „Arbeitsplätze werden definitiv anders eingesetzt werden“, so Schaefer. Das sei aber erstmal kein Grund zur Sorge. Wir müssten einfach mal Mut haben, offener sein für Neues und uns ein Beispiel an den Amerikanern nehmen, die deutlich risikoaffiner seien als wir Deutschen. Vor allem müssten wir offensiv mit den Veränderungen umgehen.

Konkret bedeute das: die Mitarbeiter vernünftig schulen, ihnen die Angst nehmen und sie mit auf den Weg nehmen. Eine andere Lösung als diese gebe es ohnehin nicht. Denn wenn wir als Wirtschaftsstandort nicht reagieren, davon ist Schaefer überzeugt, wird es das Ausland tun – und dann werden mit Sicherheit Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut und die Industrie ins Ausland abwandern.

Für diesen Umgang mit der Digitalisierung zieht Schaefer gerne ein anschauliches Bild heran. Es sei so als stünde man in der Brandung und eine riesige Welle käme auf einen zu. In dieser Situation hätte man zwei Möglichkeiten: Man könne reglos dastehen und sich von der Welle umhauen lassen. Oder man könne mit aller Kraft darauf zulaufen.

Die Digitalisierung sei wie so eine Welle: Man könne nicht vor ihr weglaufen oder einfach reglos stehenbleiben. Denn die Welle sei größer als die deutsche Wirtschaft. Sie sei ein weltweites Thema. Die einzige Möglichkeit ist es, darauf zuzugehen und so die Chance zu haben, sie aktiv mitgestalten zu können.

Xxx

Was die Logistikbranche konkret betrifft, hält Schaefer das Thema autonomes Fahren für eines der entscheidenden Zukunftsthemen. Seiner Einschätzung nach könne man sich das Ganze künftig als eine Art „Bahnhof-System“ vorstellen: Ein Fahrer setzt einen Trailer an einem bestimmten Startpunkt ab, etwa in Antwerpen. Von da aus fährt ein Truck autonom auf einer festgelegten Trasse zum nächsten Bahnhof, etwa München. Dort angekommen, übernimmt wieder ein menschlicher Fahrer den letzten Rest der Strecke.

Auf diese Weise könnte ein Großteil der Strecke und damit ein Großteil der reinen Fahrtzeit automatisiert werden. Das habe laut Schaefer zahlreiche Vorteile: Es ist sicherer. Es ist produktiver, weil ein autonomes Fahrzeug ohne Probleme 24 Stunden durchfahren kann. Es ist deutlich kostengünstiger. Und es ist ökologischer, weil man entlang der Trassen gezielt Tankstellen bauen und genau steuern kann werden, wann welche Trucks eine Tankstelle anfahren. So können Staus und Wartezeiten vermieden werden.

Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, bräuchte es allerdings gerade hier in Europa grenzübergreifende Lösungen sowie ein gut ausgebautes 5G-Netz. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, hätte eine derartige Lösung erhebliche Vorteile auch gegenüber dem Schienengüterverkehr. Auf der Schiene wird es nämlich Schaefers Ansicht nach vorerst keinen vergleichbaren Einsatz für autonome Fahrzeuge geben.

Bei der Schiene sei nicht nur die Qualität „absolut unberechenbar“. Auch was die Transportdauer betreffe, könne der Schienengüterverkehr nicht mit Truck-Lösungen mithalten: „Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, kann ein Güterwaggon ohne weiteres Mal drei, vier Tage stehenbleiben, weil der Personenverkehr immer Vorrang gegenüber dem Güterverkehr hat“, erläutert Schaefer. Für die Lieferketten, die wir heute haben, etwa just-in-time, könne die Schiene daher eigentlich nur für C-Güter in der Produktion eingesetzt werden.

Partner auf den Weg mitnehmen

Gefragt nach den Herausforderungen, die das eigene Unternehmen aktuell am meisten beschäftigt, ist Schaefer eindeutig: „Die größte Herausforderung ist es tatsächlich, unsere Kunden, unsere Partner auf den Weg mitzunehmen.“ Zwar sei Digitalisierung Teil der DNA von InstaFreight – das heiße aber eben nicht, dass es auch Teil der DNA der Partnerunternehmen sei.

Deshalb gehe es sehr stark darum, den Beteiligten die Ängste zu nehmen und beispielsweise dem 55-jährigen Lkw-Fahrer, der seit 20 Jahren seine Touren fährt, plausibel zu machen, dass er nun eine App nutzen soll. „Das sind große Veränderungsprozesse, die wir ansteuern“, so Schaefer. Und dafür müssten die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gut geschult werden. Dann werde auch diese Herausforderung zu meistern sein.

Links aus dem Interview

Maximilian Schaefer online

Web- und Besuchstipp

  • transport logistic
    Weltweit größte Fachmesse für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management. Findet zwei Jahre statt.

Buchtipp

  • The Hard Thing About Hard Things: Building a Business When There Are No Easy Answers
    Ben Horowitz

Zu diesem Gespräch passende Episoden & Tipps von Wege der Digitalisierung

Transkript

4.809 Wörter

Automatisch erstellt (Whisper), nicht korrigiert. Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Ein Klick auf eine Zeitmarke springt im Player dorthin.

Hallo und herzlich willkommen zur 82. Folge des Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute ein weiteres Remote-Corona-Interview. Ich spreche mit Maximilian Schäfer von InstaFright. Das ist eines der Interviews, die auf einen Wunsch zurückgehen. Max wurde gewünscht von Karin Youssef von Eurogate schon vor einer ganzen Weile. Von daher freue ich mich total, dass wir das Gespräch heute führen können. Max, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst.

Ja, hallo Nils. Danke, dass ich da sein darf.

Ja, erzähl doch mal, was macht InstaFright, wer bist du so und was ist überhaupt eine digitale Spedition?

Oh Gott, das sind ja ganz viele Fragen direkt zum Einstieg. Ganz gerne ein paar Sachen zuerst mal zu InstaFright sagen und dann auch sehr gerne zu mir. Freight ist, wie du schon gesagt hast, eine digitale Spedition. Was heißt das genau? Wir machen eigentlich exakt das gleiche Geschäft, wie eine normale Spedition das auch macht. Heißt, wir organisieren das Sourcing, die Beschaffung von LKWs und die Abwicklung von Transporten. Das kann man sich genauso vorstellen wie das, was eine DHL Freight, was ein Schenker macht oder eine DSV, also so die großen Namen im Markt. Ich glaube, der riesengroße Unterschied von uns ist, dass wir nicht auf bestehende Prozesse versucht haben, eine digitale Software dort aufzusetzen, sondern dass wir als eine Firma, Mitarbeiter und Produkt, und mit Produkt meine ich jetzt unsere Softwarelösung, gemeinsam entwickeln.

Und das ist auch mein Verständnis davon, wie Digitalisierung funktionieren muss. Das heißt nicht einfach nur, dass ich mir eine Software kaufe, sondern das ist ein Selbstverständnis. Digitalisierung ist Teil unserer DNA. Wir denken von Tag 1 darüber, wie wir Prozesse, die wir heute händisch machen, automatisieren können, wie wir Dinge technisch skalierbar machen können. Und da bin ich ganz fest davon überzeugt, dass wir da in der Zukunft einen großen Wettbewerbsvorteil mit erreichen können, weil wir ein ganz anderes Mindset haben, an dem wir an die Probleme rangehen, die die Industrie heute noch sehr, sehr händisch löst. Zu mir selber, ich habe zehn Jahre Erfahrung in der Logistik. Ich habe damals in einem großen Speditionsunternehmen, TNT Express heißt das, also aus der Kurier-Express-Paket-Segment, habe ich damals als Vorstandsassistent angefangen, habe dann einen kleinen Bereich übernommen später, und habe mich sehr, sehr viel mit Veränderungsprozessen im Unternehmen beschäftigt, war aber immer mehr so eigentlich auf der dunklen Seite.

Also habe viele Kostenprojekte und sowas gemacht. Ja, habe dann irgendwann nach vier Jahren Konzern mal für mich reflektiert und festgestellt, das ist nicht so das, wo ich leidenschaftlich für bin, weil ich habe festgestellt, ich habe nicht so richtig was gebaut. Ich habe eigentlich nur Sachen effizienter gemacht. Ich habe Sachen abgerissen. Ich habe wenig Neues aufgestellt und bin dann nach vier Jahren bei TNT rausgegangen. Super viel gelernt in der Zeit, aber habe nicht so für mich das Gefühl gehabt, dass ich wirklich nachhaltig was verändere. Und ja, das war dann sehr, sehr spannend, wie das Leben manchmal so ist. Ich bin dann plötzlich in Russland gelandet und habe mir gedacht, hätte ich mir vorher nie träumen lassen können.

Ich war vorher nie in Russland. Ich spreche kein Russisch. Bisschen mittlerweile, aber auch eher schlecht als recht. Und ich habe dann für einen großen E-Commerce, Fashion-E-Commerce-Unternehmen, das heißt Lamoda, kann man sich genauso vorstellen wie Zalando, habe ich einen eigenen In-House-Delivery-Service aufgebaut. Ähnlich wie das in Amazon ja heute in Deutschland auch macht. Das ist zum Schluss sehr groß geworden. Also wir haben, als ich da war, habe ich das skaliert auf über 1000 Mitarbeiter. Wir haben Next-Day-Delivery in 100 Städten Russland gemacht, bis nach Habarovsk, also ein bisschen weiter östlich von Peking. Und es war total beeindruckend, wir sind da irgendwie 20.000 Sendungen am Tag, also so ungefähr ein Viertel von dem, was TNT macht.

Es war für mich total beeindruckend, was man aufbauen kann, wenn man ein tolles Team hat, was man aufbauen kann, wenn man eine coole Vision dahinter hat. Und da war für mich vollkommen klar, ich möchte meine eigene Firma aufbauen und ich möchte auch wieder zurück nach Deutschland und da den Markt verändern. Und genau, so bin ich dann ins Gründungsteam von Vanista Flat mit dazugekommen.

Ja, krass. Ich finde, du hast total spannende Stichworte gesagt. Also allein auf tausend Leute zu skalieren und dass du sagst, das geht nur mit einem tollen Team. Ich finde, das passt genau dazu, dass du sagst, Digitalisierung ist Teil eurer DNA und ihr denkt ganzheitlich von den Menschen her Prozesse und Menschen und Produkt aus einem Guss sozusagen. Ich glaube, ich glaube ja auch, bevor wir über Digitalisierung geredet haben, hat es wenig Sinn gemacht, anders an irgendein Unternehmen ranzugehen, aber ich glaube, Digitalisierung macht das alles nochmal viel transparenter und viel offensichtlicher, dass das anders gar nicht gut geht. Absolut. Über diese Aussage hinaus, Digitalisierung ist Teil eurer DNA, wie würdest du denn Digitalisierung aus deiner Sicht versuchen zu umreißen?

Was ist das so?

Du, ich meine, wenn man sich ein Unternehmen anguckt, woraus besteht das? Das besteht aus einer Vision, aus was Menschen verbindet, aus Strukturen, Prozessen, Zielen, wo jemand drauf hinsteuert und die Art und Weise, wie man das macht. Und da kann man ganz tief damit einsteigen, mit wie werden Leute inzentiviert und so weiter. Aber, und jetzt komme ich zu der dritten Säule, das ist aus meiner Sicht, Wie ist das Ganze gestützt durch Systeme, durch Automatisierung? Und das ist für mich Digitalisierung. Also ich kann nicht Digitalisierung einzeln betrachten, sondern das ist einfach ein Teil, ein integraler Bestandteil von der Organisation, von der Kultur eines Unternehmens. Und so muss man das betrachten.

Ich glaube, es birgt unglaublich viele Chancen, nämlich Menschen für die Sachen einzusetzen, die sie gut können und die Dinge, die repetitiv sind, die Computer besser machen können, eher dann Computer machen zu lassen und Menschen das machen zu können, was sie gut können, nämlich persönliche Beziehungen mit anderen knüpfen, kreativ sein, Lösungen finden. Und ich glaube, das ist unsere Philosophie auch bei InstaFraid, dass wir versuchen, alle Standardprozesse wirklich so weit zu automatisieren, wie es geht. Und dann die Leute wirklich dafür einzusetzen, dass sie sich darum kümmern, dass sie automatisch sehen, Achtung, geht schief, und sich dann darum kümmern, die sich dann darum kümmern, Lösungen dafür zu finden, dass sie es schaffen, tolle Kundenbeziehungen aufzubauen.

Und das ist das, wie ich über Digitalisierung nachdenke. Also wirklich integraler Bestandteil eines Unternehmens.

Jetzt bin ich total gespannt, deine Perspektive auf ganz konkret die Logistik zu hören. Also du hast gesagt, ihr habt das Unternehmen neu gegründet, ihr habt Digitalisierung von Anfang an als Kernbestandteil mitgedacht. Jetzt ist ja Logistik genauso alt wie die Welt, kann man sagen. Also es gibt auch viele große etablierte Unternehmen und in der Vergangenheit, bevor die technischen Möglichkeiten da waren, die wir heute haben, wurde halt viel, viel händisch gemacht. Also da mussten Prozesse manuell mit Papier und Zettel und Fax gemacht werden, die heute digital gehen. Das heißt, wahrscheinlich gibt es da viele Firmen, in denen Leute heute Sachen machen, die man digitalisieren könnte. Siehst du die Gefahr, dass in der Logistik speziell Arbeitsplätze verloren gehen durch Digitalisierung?

Also ich glaube, Arbeitsplätze werden definitiv anders eingesetzt werden. Ich meine, wir sind ja in Deutschland Gott sei Dank in der Situation, dass wir einen Fachkräftemangel haben, dass wir grundsätzlich in einer boomenden Wirtschaft sind und dass wir Leute brauchen, Leute auch aus dem Ausland holen, weil wir halt einfach die Wirtschaft schneller wächst als unsere Bevölkerung wächst. Und wir müssen als Deutsche einfach nur mal den Mut haben, und das spreche ich jetzt wirklich als Deutsche an. Ich habe ja auch lange Zeit in den USA gelebt, wo man deutlich risikoaffiner ist, als wir das sind. Wir müssen einfach mal den Mut haben, offen für Neues zu sein. Und ja, Arbeitsplätze werden wegfallen.

Das heißt aber nicht, dass es weniger Jobs geben wird. Ich glaube nur, es wird andere Jobs geben. Und das ist jetzt das Spannende an der Digitalisierung aus meiner Sicht und auch wie ich auf die Logistik gucke. Das muss halt einfach, da muss man da einfach mit umgehen. Da muss man Leute vernünftig schulen, da muss man Leuten die Angst nehmen, die muss man mit auf den Weg nehmen. Aber ich glaube letztendlich, haben wir als Wirtschaftsstandort Deutschland auch keine andere Chance, als darauf zu reagieren, weil sonst macht es das Ausland und dann kommen wir eher in die Spirale, dass Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden, weil eben dann Industrie ins Ausland abwandelt. Ich finde es recht spannend.

Ich finde immer so, da blickt man als Unternehmer auch so vielleicht ein bisschen anders drauf. Ich habe immer so, ich vergleiche das immer ganz gern so im Geschäft. Man ist so in der Brandung. Da kommen immer Wellen auf einen zu. Und manchmal hat man auch Angst vor so einer Welle, weil die relativ groß ist. Und das Einzige, was dann hilft, umso größer die Welle ist, Vollgas dagegen laufen, weil sonst haut die Welle einen um. Und das ist immer so, wenn ich Probleme sehe in der Firma, komme ich ja mit diesem Wellenbeispiel, habe ich gesagt, okay, das ist jetzt ein Thema, ich kann davon nicht weglaufen, ich kann nur darauf zulaufen. So denke ich auch, müssen wir als Deutschland über die Digitalisierung sprechen.

Wir können das nicht verhindern. Das ist größer als die deutsche Wirtschaft. Das ist ein weltweites Thema. Wir können nur das aktiv mitgestalten.

Das Bild finde ich total cool. Also das Wort Welle wird ja oft benutzt. Es gibt irgendwie diese Wellen. Gerade Corona wird es auch als das Negative natürlich gesehen. Stimmt, genau, gerade Corona. Aber sich das wirklich vorzustellen, ich stehe am Strand und klar, ich kann reinspringen oder ich kann mich umhauen lassen, das finde ich großartig. Das werde ich hier in unseren Laden auch mal reintragen müssen, das Bild.

Cool. Das ist so bei uns. Wir machen immer jeden Freitag so All-Hands-Meetings. Das ist so eins, eins, eins der Bilder, was ich auch ganz gerne benutze.

Ja, sehr cool. Also ich sehe das mit den Arbeitsplätzen genauso. Ich stelle die Frage oft trotzdem einfach, um zu hören, ob ich mal jemanden finde, der es anders sieht. Ich meine, wenn man die Bild-Zeitung liest, dann ist das einfach das, was einem um die Ohren gehauen wird. Wir werden alle sterben und wir werden alle arbeitslos. Aber ich habe ehrlich gesagt noch niemanden getroffen, der das aus unternehmerischer Sicht bestätigt hätte. Ich kriege eher oft dann so die Beispiele. Hier, wenn ich an das Archäologische Museum denke, die hier um die Ecke sitzen, die haben gesagt, wir waren früher ein kleines Lokalmuseum am Rande von Hamburg und heute kriegen wir Besucher aus Süddeutschland, weil wir digital Kanäle nutzen und wir sind viel sichtbarer.

Also die haben Leute aufgebaut, weil sie einfach Mehrwert geschaffen haben.

Spannend. Ich glaube auch, diese Corona-Krise hätten wir jetzt ohne die Digitalisierung gar nicht so richtig meistern können. Ich komme aus der Nähe von Bonn, meine Schule, früher, damals Gymnasium, ist auf einer Insel. Die haben es die ganze Zeit geschafft, über die Corona-Krise ihren Unterricht weiter aufrecht zu behalten, weil die haben das Problem, dass sie hin und wieder Hochwasser haben und haben darum rechtzeitig in Zoom und Technologie investiert. Es ist ein Beispiel dafür, dass uns solche Krisen auch helfen, Chancen wahrzunehmen, die uns dann wieder in der nächsten Krise helfen. Da gab es dann mal ein Hochwasser für zwei Wochen. Man hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man Schulbetrieb sicherstellen kann.

Das hat dazu geführt, dass die seit Monaten ganz normal ihren Unterricht weiterführen können. Und da denke ich auch, ist gerade jetzt auch in der Corona-Zeit extrem wichtig, dass wir die Chancen, die sich daraus ergeben, sehen und da auch jetzt was draus machen.

Ja, wobei ich da ehrlich gesagt gespannt bin, was wirklich bleibt. Also bei uns mit unseren 20 Leuten hier, wir haben Homeoffice wirklich gut verinnerlicht jetzt, aber das war für uns vorher auch nie ein Problem. Wir haben es halt nur nicht konsequent gemacht. Aber ich habe auch schon von anderen Firmen gehört, die haben gesagt, wir sitzen das aus und wenn wieder alles gut ist, dann müssen alle zurück ins Büro. Also ich denke, es wird es nur einen und die anderen geben und die sind dann vielleicht auf die nächste Krise genauso gut vorbereitet wie auf Corona. Wenn wir nochmal an so ein bisschen Zukunftsthemen, Technologie-Trends denken, Also das eine ist Elektromobilität und Tesla kennen wir alle.

Es gibt auch die LKW-Bauer aus den USA, wobei die, glaube ich, nicht Elektro, sondern Wasserstoff-Dinge bauen. Es wird aber auch unheimlich viel über autonomes Fahren und so weiter geredet. Glaubst du, dass das ein Thema ist, dass die Logistik nochmal umkrempeln wird?

Riesengroßes Ding. Ich glaube da ganz fest dran. Ich glaube, wenn man sich das aber vorstellt, im Bild hinterher, muss man sich das so ähnlich vorstellen wie so ein Bahnhof-System im ersten Schritt. Und das heißt, stellt sich einen Bahnhof vor, da fährt ein Fahrer einen Trailer hin, stellt den Trailer ab, das ist irgendwo in Antwerpen. Und dann habe ich einen autonomen Truck, der zum nächsten Bahnhof fährt auf einer festgelegten Trasse in München. Das hat riesengroße Vorteile, weil ich, und da wird er wieder abgeholt von dem Fahrer, sodass ich wirklich diese reine Fahrstrecke mache. dass ich das automatisieren kann. Ich glaube, das ist sicherer. Das hat einen gigantischen Kostenimpact, weil die Logistik ist ein Kostenbusiness.

Am Ende des Tages geht es darum, Dinge kostengünstiger zu machen. Das ist das größte Argument in der Logistik. Also ich kann einfach wesentlich effizienter dabei sein. Drittens, ich bin viel produktiver. So ein Auto kann ohne Probleme 24 Stunden durchfahren. Ich kann das auch, es ist ökologischer, ich kann das auf LNG umstellen, weil ich entlang dieser Trassen gezielt Tankstellen bauen kann. Ich kann gezielt steuern, wann die Trucks diese Tankstellen anfahren, sodass ich keinen Stau habe. Ich kann unsere Autobahnen viel besser auslasten. Ich habe nicht das Problem, was ich mit Parkplätzen habe. Also das wird so viele Probleme lösen, dass ich da fest davon überzeugt bin, dass das kommen wird.

Das ist gerade natürlich bei uns in Europa schwierig, weil das eine europäische Lösung sein muss. Das macht keinen Sinn. Da sind nationale Strecken zu gering für. Es funktioniert aus meiner Sicht nur im grenzübergreifenden Verkehr. Und das ist natürlich dann ein europäischer Prozess, das zuzulassen. Das hat auch technologisch was, man braucht dafür 5G. Aber da bin ich ganz, ganz fest der Überzeugung, dass das passieren wird.

Also das Bild finde ich total cool. Technisch kann ich mir auch gut vorstellen, dass das nicht so weit weg ist. Also dass jetzt so ein autonomer LKW hier im Hamburger Hafen am Schuppen anhält und das dann irgendwo, keine Ahnung, bei Amazon an die Ladewand fährt. Ich glaube, das ist lange hin, aber wenn man einfach nur diese weiten Strecken zwischendurch nimmt, das ist wahrscheinlich wirklich nicht weit weg. Wie würde das denn irgendwo mit Schienenverkehr kollidieren? Also theoretisch müsste das nicht eigentlich mit Güterschienenverkehr genauso möglich sein?

Ja, der Güterschienenverkehr hat das mit den Kilometerzahlen zu tun. Ich habe ja so einen Truck, kann ich fahren für 500 bis 600 Kilometer, dann muss der Fahrer in die Pause gehen und dann steht das Fahrzeug auch erstmal seine 12, 14 Stunden. Schiene wird spannend ab 900.000 Kilometern, ist aber, muss man auch sagen, von der Qualität absolut unberechenbar. Wenn so irgendwann mal was passiert, dann kann ein Güterwagon auch ohne weiteres mal drei, vier Tage stehen bleiben, weil Personenverkehr einfach immer auch Vorrang gegenüber dem Güterverkehr hat. Sodass ich für die Lieferketten, die wir heute haben, Just-in-Time, Automotive und so weiter, das eigentlich heute nur einsetzen kann für Güter, die jetzt eher so die C-Güter in der Produktion sind.

Und so funktioniert unsere Logistik nicht. Unsere Logistik ist eigentlich eher dafür ausgelastet, just in time, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, eher niedrige Lagerbestände. Und da ist die Schiene einfach zu unflexibel und auch von der Qualität nicht gut genug und von den Laufzeiten auch teilweise einfach zu lang. Und da denke ich, ist das so eine Truck-Lösung, wenn man sie richtig einsetzt, wirklich super attraktiv.

Ja, spannend. Also das mit der Schiene war mir gar nicht bewusst. Also klar, wenn ich ICE fahre, freue ich mich auch, wenn ich nicht warten muss, dass dann ein Güterzug kurz mal eben vor mir fährt.

Also wir als InstaFeld nutzen auch Intermodalverkehre sehr stark, insbesondere zwischen Deutschland und Italien. Das ist ja so eine typische Strecke. Es ist aber auch so, dass ich nicht auf allen Strecken innerhalb von Europa die Schiene nutzen kann. da gibt es dann unterschiedliche Spurbreiten da gibt es dann unterschiedliche andere Voraussetzungen da ist der Schienenverkehr nicht so gut aber da macht es total Sinn gerade dann auf langen Strecken autonome Trucks einzusetzen du hattest ja am Anfang auch über Elektro-Trucks gesprochen das sehe ich jetzt auf mittlere Sicht nicht kommen einfach weil die Batterien zu schwer dafür sind Und weil ich dann auf eine Axtlast komme, mit der ich nicht mehr über Drücken fahren kann. Das ist ja auch bei diesen Giga-Linern und bei den Trailern schon ein großes Problem gewesen.

Und das, glaube ich, wird bei, darum sehe ich das eher kritisch, aber ich bin ein ganz großer Verfechter von LNG. Das funktioniert aber in so einem autonomen, also Liquified Natural Gas. Das funktioniert aber in so einem autonomen Setup einfach sehr gut, weil ich sehr, sehr gezielt in Tankstellen jetzt vergangen kann.

Ja, cool. Also Tankstellen sind ja gerade immer eher bei den Autofahrern so ein Thema. Aber klar, wenn ich im Prinzip nur so eine Handvoll Hubs habe, zwischen denen ich Strecken baue, klar kann ich dann die Tankstellen sehr gezielt bauen.

Ich kann Slots buchen in den Tankstellen. Ich kann sagen, dann und dann ist der LKW da. Das Problem ist, dass ich dann, ich kann auch nachts tanken. Ich kann die wirklich komplett auslasten. Und das ist einer der großen, das ist wirklich einer der großen Vorteile daran. Denn wir haben viele, wie Tankstellen von Trucks genutzt werden, ist heute schon so, dass teilweise Slots gebucht werden, um zu verhindern, dass die Fahrzeuge zu lange in der Schlange stehen. Auch das ist Fahrzeit des Fahrers, die teuer ist. Da gibt es dann auch bestimmte Stoßzeiten, wo das passiert. Und über die restliche Zeit ist so eine Tankstelle überhaupt nicht richtig ausgelastet. Das sind dann alles Themen, die ich darüber, die ich über so eine Lösung steuern kann.

Ja, spannend. Also der Softwareentwickler in mir hat gleich Bock drauf, da was zu bauen.

Gut, da können wir uns total gerne zusammensetzen. Also ich muss echt sagen, ich bin ja, ich liebe das, was wir über InstaFright machen. In vier, fünf Jahren, wenn die Technologie soweit ist, dann werden wir uns mit InstaFright da reinstürzen oder das ist meine nächste Gründungsidee, da was zu machen. Da bin ich echt sehr, sehr leidenschaftlich.

Cool. Ja, Thema fürs nächste Gespräch, würde ich sagen. Perfekt. Was ist denn eure größte Challenge, an der ihr so gerade zu knabbern habt im Kontext der Digitalisierung?

Ja, ich hatte am Anfang gesagt, so Digitalisierung ist Teil unserer DNA. Das heißt nicht zwingend, dass es Teil der DNA unserer Kunden und unserer Partner ist. Und ich glaube, für uns die größte Herausforderung ist es tatsächlich, unsere Kunden, unsere Partner mit auf den Weg mitzunehmen. Wie schaffen wir es da, die Ängste zu nehmen? Wie schaffe ich es dem Ende des Tages, dem 55-jährigen Lkw-Fahrer, der seit 20 Jahren seine Touren fährt, zu verkaufen, dass er eine App nutzt, dass er, ich muss noch nicht mehr eine App nutzen, dass er uns seine Lieferbelege über WhatsApp schickt. Also diese Sachen, das ist sehr großer Veränderungsprozess. Ich habe selber überhaupt keinen Zugriff auf den. Ich bin darauf angewiesen, dass der Disponent, mit dem ich spreche, seinen Fahrer überzeugen kann.

Dafür muss ich erstmal den Disponenten überzeugen. Das ist ein großer Teil. Wenn ich auf der anderen Seite mit Kunden zusammenarbeite, ist auch, ich habe darüber gesprochen, viele haben Angst vor dem Thema Digitalisierung. Ich glaube, wir haben ganze Kundenlösungen, wo wir unsere Plattform Kunden zur Verfügung stellen können, dass sie ihre Logistik über uns aussteuern. Das sind große Veränderungsprozesse, die wir ansteuern. Und da müssen wir dann natürlich unsere Leute sehr gut schulen in unserem Vertriebsansatz unsere Kunden damit auf den Weg zu nehmen. Und ich glaube, das ist für uns, glaube ich, eine der größten Herausforderungen jetzt auf so einer Metaebene betrachtet. Von den Millionen Sachen, die in meinem Business sehr gut laufen oder mal wieder nicht gut laufen, da kann ich jetzt mal von absehen.

Ja, spannend. Also ich denke, das Thema Veränderungsprozess Menschen mitnehmen, Change, das wird immer, also wenn man über Digitalisierung redet, ist Veränderung nie weit weg. Aber finde ich spannend, dass du das sagst, also dass ihr in eurer kleinen Blase das alles sehr gut im Griff habt und von vorne alles quasi richtig gedacht habt. Aber natürlich, in dem Moment, wo man irgendwo mit Dritten in Kontakt kommt, muss man die mitnehmen.

Ja, absolut. Und auch Leuten Angst davor nehmen, dass mal was schief gehen kann. Ich glaube, wir haben in Deutschland diesen sehr guten Perfektionismus, aber in der Welt, in der wir jetzt leben, ist es ja eher so aus dem amerikanischen Fail-Fast und eher mal kleine Schritte machen, nicht mit dem perfekten Produkt starten, sondern mit dem MVP starten, ausprobieren, was funktioniert, was funktioniert nicht. Nicht ein Lasten- und Pflichtenheft schreiben für die nächsten zwei Jahre, sondern einfach mal günstig ein Produktfeature bauen, gucken, wird das angenommen, wird es nicht angenommen und das dann weiter iterieren. Auch das muss ein Teil von der DNA von einem Unternehmen sein. Und da stoßen wir auch teilweise in so einer Herangehensweise auf Grenzen, wo wir unsere Kunden da mitnehmen müssen.

So, dann fangen wir doch jetzt einfach mal an. Und das ist jetzt ein Prototyp, das entwickeln wir den mal gemeinsam weiter. Da gibt es Kunden, die das extrem gut können und andere sagen, nee, ich definiere euch jetzt erstmal alle meine Anforderungen. Ich kann mir ja super, wenn ich dann IT-Dienstleister wäre, der ich ja nicht bin, dann könnte ich da Millionen mit verdienen. Einfach nur das bauen, was der Kunde haben möchte, auch wenn er es eigentlich gar nicht braucht.

Da kann ich das Gegenargument bringen, sie würden es ja nicht bezahlen. Also das ist ja unser täglich Brot. Und ja, das, was der Kunde will und das, was er braucht, das ist oft nicht das Gleiche, aber einfach nur das zu machen, was er will, das macht am Ende auch keinen froh. Also man muss dann durch dieses Tal der Tränen durch und einmal sich in der Mitte einigen und sagen, okay, das baue ich euch und ich sage euch jetzt vorher, das ist trotzdem noch nicht genau richtig, aber lass es doch mal günstig scheitern und dann, ja. Genau, auch da. Also wir haben hier 20 Softwareentwickler sitzen, aber eigentlich machen wir vor allen Dingen People Management mit Kunden. Das ist, ich glaube, das ist unser größter Wert, den wir so schaffen. Und dann kommt die Software.

Cool. Gut. Wie hältst du dich auf dem Laufenden? Was kannst du empfehlen, was wir verlinken können? Und wie könnten sich auch die Hörer hier informieren, wenn sie speziell über Logistik ein bisschen mehr erfahren wollen?

Also es gibt ja, wenn man jetzt wirklich über Logistik sprechen will, ich lese da sehr so diese klassischen Fachmedien. Finde ich irgendwie, finde ich sehr spannend. Aber das ist so ein bisschen, also eine DVZ, eine Verkehrsrundschau oder sowas. Da guckt man einfach sehr, sehr stark drauf. Ich finde, die gehen auch immer mehr in die Startup-Welt mit rein. Also die schaffen es ganz gut, auf der einen Seite so die traditionellen Unternehmen mitzunehmen anderen Seite, aber auch Innovationen aufzuzeigen, das finde ich spannend. Ich finde, ich bin sehr gespannt, aber ich finde auch die Messen total gut. Also im Mai findet ja Transportlogistik statt. Da ist irgendwie so jeder, ich hoffe, dass die stattfinden kann, bin ich natürlich sehr gespannt, aber da kommt auch immer sehr viel Innovation mit dabei, weil viele Startups da sind. Ich fände das schön, an dieser Stelle mal erwähnt, an die Transportlogistik, wenn man das, wir erzählen da jetzt nicht mehr dazu, aber den kleinen Startups, die viele Ideen mitbringen, auch nochmal vereinfachen würde, dahin zu kommen und nicht teure, sehr horrende Gebühren verlangen würde, das ist dann immer, das finde ich sehr, sehr schade, weil auch die Fachwelt kommt dahin, um sich inspirieren zu lassen Und das ist schade, wenn das am Ende des Tages an Geld scheitert oder könnte man wirklich tolle Sachen machen, die aus meiner Sicht nicht ausreichend sind.

Genau, also das finde ich spannend. Ja, und ansonsten, ich finde es cool, mal so ein paar klassische amerikanische Unternehmerbücher zu lesen. Ich starte mit why. The hard thing about hard things. Also das finde ich einfach sehr interessant, weil es einmal so ein bisschen den Spiegel vorhält, wie wir klein wir als Deutsche manchmal über Probleme denken. Und was dann schon den Unterschied in den USA macht, die nochmal deutlich größer nachdenken, deutlich mehr an die Vision glauben und dann in kleinen Schritten dahin zulaufen. Das finde ich für mich persönlich sehr inspirierend.

Ja, cool. Also habe ich tatsächlich beide auch gelesen, finde ich auch beide sehr gut. Also gerade das Start with Why, das hat mich vor vielen Jahren echt in eine ganz andere Richtung noch geschubst, als ich da so unterwegs war.

Ja, also kann ich absolut, also sehe ich für mich gleich einen Impact gehabt.

Cool. Dann letzte Frage für heute. Gibt es jemanden, den du gerne in einem späteren Interview hören würdest?

Ja, sehr gerne. Thomas O'Gilvie, das ist der Personalvorstand der Deutschen Post DHL. Ich habe den vor ein paar Jahren mal kennengelernt, dann aber leider den Kontakt nicht aufrechterhalten können. Er ist ein super Typ, sehr intelligent, kennt sich sehr gut mit Logistik aus und also wirklich jemand, den ich sehr inspirierend im Gespräch fand. Klar, so auf der Bühne wettern wir natürlich immer so ein bisschen gerne mal gegen die DHL, das gehört ja so zum Startup-Sein dazu. Ich habe da so ein Star-Wars-Bild mit so Sternenzerstörern, die dann gelb angemalt sind. Und am Ende des Tages ist es ein extrem beeindruckendes Unternehmen, was es echt sehr gut über sehr lange Zeit geschafft hat, Innovationen aus so einem tradierten Beamtenstaatsunternehmen schon sich als sehr innovatives Unternehmen aufzustellen.

Alles das, was ich gesagt habe, wie schwierig es ist, Mitarbeiter mitzunehmen, das ist in einem großen Schiff wie DHL so viel komplexer. Und aus dem Gespräch mit ihm weiß ich, dass er sich dem Thema Digitalisierung, dass er extrem offen dazu ist. Und ich glaube, das ist sehr spannend mal zu hören, wie er seine Mitarbeiter bei der DLA damit nimmt. Ja, das klingt spannend.

Ich versuche mal, an so einen Termin zu kommen. Das klingt gut. Cool. Ja, cool.

Ich nehme auch gerne wieder Kontakt zu ihm auf und schicke ihm mal eine Nachricht oder so. Das würde mich freuen.

Ja, cool. Gerne. Super. Dann würde ich sagen, wir haben ganz viele spannende Sachen besprochen. Ich hätte sicherlich noch Fragen für eine Stunde weiter, aber für jetzt und hier sollten wir es, glaube ich, gut sein lassen. Hast du noch ein letztes Statement in die Runde?

Boah, da fällt mir, ja, ich muss kurz nachdenken. Ich hätte was, also ein Appell. Ich denke, dass die Digitalisierung wirklich ganzheitlich betrachtet werden muss und nicht einzeln. Also es muss wirklich ein Teil einer, auch bei anderen Unternehmen, Teil der DNA einer Firma werden. Das ist also ein Thema, wo ich mich als CEO, wo ich mich als Geschäftsführer selber mit befassen muss, wo ich den Mut haben muss, auch meine Firmenkultur zu hinterfragen und zu überlegen, wie ich das als Teil meiner Kultur werden lassen kann. Ja, und zum Stichwort Mut, ich glaube, das tut uns in Deutschland allen gut, einfach mal ein bisschen mehr Mut vor dem Ungewissen zu haben und auch einfach mal die ersten Schritte zu machen, auch wenn wir noch gar nicht so richtig wissen, wie dann der vierte und der fünfte Schritt aussieht, aber einfach mal offen darüber zu sein und zu sagen, okay, wenn wir soweit sind, kriegen wir das dann auch.

Finde ich gut. Passt perfekt ins Bild. Super. Ja, ganz vielen Dank. Das war das 82. Interview mit Max von InstaFright.

Nils, vielen Dank dir, hat Spaß gemacht

Ja, vielen Dank an dich, vielen Dank für deine Zeit Vielen Dank an euch alle fürs Zuhören Wie immer, teilt das Ganze gerne in den Netzwerken eures Vertrauens Schreibt mir, schreibt uns Mails Schickt uns Gastwünsche Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal

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