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E10516.11.202223 Min

Wie wir mit Digitalisierung die Welt retten, ohne mit Digitalisierung die Welt zu zerstören

Im Gespräch: Nils Löwe (Lionizers)

Titelbild zu E105: Wie wir mit Digitalisierung die Welt retten, ohne mit Digitalisierung die Welt zu zerstören – Nils Löwe (Lionizers)

Worum es geht

Nils Löwe spricht über Digitalisierung und Nachhaltigkeit anhand von 105 Podcast-Interviews.

Nils Löwe spricht in dieser Solo-Episode über die Beziehung zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Er blickt zurück auf 105 Interviews aus dem Podcast „Software for Future“.

Er nennt Beispiele wie smarte Heizthermostate, die bis zu 30 % Energie sparen, und KI-gestützte Stahlrecycling-Prozesse, die Rohstoffe und Energie reduzieren.

Gleichzeitig weist er auf die Umweltkosten der IT-Infrastruktur hin: Server, Endgeräte und seltene Erden verursachen hohe Emissionen, vor allem bei kurzer Nutzungsdauer.

Die Lösung sieht er in einer Kombination aus erneuerbaren Energien, langer Nutzung von Hardware und datenbasierten Optimierungen.

Ursprüngliche Shownotes 16.11.2022

„Digitalisierung ist der größte Treiber von Veränderung in unserer Gesellschaft seit der Entdeckung des Feuers.“

„Von den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung lassen sich bis zu 13 nur mit Einsatz digitaler Hilfsmittel erreichen.“

„Eine E-Mail hat bis zu 50% des CO2-Fußabdrucks einer physischen Postkarte, leider senden wir viel mehr E-Mails als wir dadurch Postkarten einsparen.“

Dies sind einige der Kernaussagen aus bisher 104 Interviews unter dem Titel „Software for Future“ aus unserem gleichnamigen Podcast. Wir wollen verstehen, wie wir das mächtigste Werkzeug unserer Zeit so einsetzen, dass wir damit die größte Krise unserer Zeit lösen, ohne dass dieses Werkzeug mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Mit einem Rückblick auf mehr als 5 Jahre Podcast-Interviews wagt Nils Löwe ein Zwischenfazit auf eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Welche Chancen bietet uns die Digitalisierung in Hinblick auf Nachhaltigkeit und wie können wir sie nutzen, um den Klimawandel zu stoppen oder sogar umzukehren.

In dieser Episode begegnest du einigen unserer Lieblingszitate, die sich bei uns mittlerweile fast zu geflügelten Worten entwickelt haben.

Bei dem Versuch einer Definition des Begriffs Digitalisierung bildet beispielsweise diese ungewöhnliche Aussage immer wieder einen spannenden Ausgangspunkt: “Tomatensuppe lässt sich nicht digitalisieren.”

So wie es keine einfache und eindeutige Definition des Begriffs “Digitalisierung” gibt, ist auch der Begriff “Nachhaltigkeit” auf vielfältige Weise beschreibbar. Die von uns favorisierte Erklärung gab Prof. Hensel-Börner von der HSBA: “Nachhaltigkeit bedeutet, bei allem, was wir tun, zu berücksichtigen, was das zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort für jemand anderen bedeuten kann.”

Bei allem, was wir tun, beruecksichtigen, was es fuer andere an einem anderen Ort zu einem anderen Zeitpunkt bedeutet. Das ist nachhaltig Handeln

Diese Episode schlägt einen großen Bogen und bringt viele Erkenntnisse zusammen.
Lasst euch überraschen und inspirieren.
Und vielleicht habt Ihr ja Lust bekommen, die eine oder andere Episode neu zu hören.
Es ist wie die Wiederbegegnung mit einem guten Buch.

Der Text dieser Episode erschien als Artikel am 02.11.2022 bei bei Haufe unter der Überschrift
Digitalisierung – Nachhaltigkeits-Chance oder notwendiges Übel?

Transkript

2.554 Wörter

Automatisch erstellt (Whisper), nicht korrigiert. Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Ein Klick auf eine Zeitmarke springt im Player dorthin.

Hallo Welt, liebe Menschen, herzlich willkommen bei unserem Podcast Software for Future. Heute hört ihr eine weitere Solo-Episode von mir. Ich blicke zurück auf alle Interviews, die ich bisher geführt habe und fasse ein bisschen zusammen, was ich so lernen durfte von all den vielen spannenden Menschen, die mich besprochen haben. Auslöser für diese Solo-Episode war ein Gastartikel, den ich schreiben durfte für Haupe. Die haben ein neues Portal zum Thema Nachhaltigkeit gestartet und da wurde ich eingeladen, einen Gastartikel zu schreiben. Und im Zuge dessen habe ich mal zurückgeblickt. Was habe ich gelernt aus diesen Jahren, die wir diesen Podcast hier führen. Und ich habe die Frage gestellt, wie können wir mit Digitalisierung die Welt retten, ohne mit Digitalisierung die Welt auf dem Weg kaputt zu machen.

Und das ist eine total spannende Frage. Ich habe ganz, ganz viele verschiedene Einzelantworten gefunden. Und ich wage jetzt mal den Versuch einer Zusammenfassung dessen, was wir so gelernt haben. Digitalisierung ist der größte Treiber von Veränderungen unserer Gesellschaft seit der Entdeckung des Feuers. Das wurde in einem der früheren Interviews gesagt. Von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung von den SDG lassen sich bis zu 13 nur mit dem Einsatz digitaler Mittel erreichen. Eine E-Mail hat bis zu 50% des CO2-Fußabdrucks an der physischen Postkarte. Leider senden wir viel mehr E-Mails als wir dadurch Postkarten entführen. Das sind ein paar der prägnanteren Kernaussagen aus den ersten 103 Interviews.

Und ja, wie gesagt, ich werde nun mal versuchen, zusammenzutragen, welche Hebel haben wir, um dieses größte, mächtigste Werkzeug unserer Zeit einzusetzen, zum Guten. Gleichzeitig, was müssen wir dabei beachten, damit wir nicht auf dem Weg noch mehr Schaden anrechnen. als ich. Also, bevor wir uns auf die Zusammenhänge zwischen diesen beiden riesengroßen Begriffen Digitalisierung und Nachhaltigkeit stürzen können, schaue ich mal an, was ich über jeden einzelnen dieser Begriffe gelernt habe. Die Frage, was ist Digitalisierung, ist so groß, dass es nicht die eine Antwort geben kann. Der erste Versuch an der Antwort beschreibt Digitalisierung als den neuesten Wechsel des Leitmediums. Das hat Lisa Rosa vom Landesinstitut für Lehrerbildung in Hamburg so konstruiert. Im Verlauf der Entwicklung unserer Gesellschaft gab es schon mehrere Veränderungen im Leitmedium.

Mit jeder dieser Veränderungen veränderten sich auch die Gesellschaften grundlegend. Irgendwann haben wir gelernt zu sprechen. Dann wurden wir von Affen zu Menschen. Dann haben wir irgendwann gelernt, wie wir Dinge aufschreiben können. Damit konnten wir Wissen über Generationen und über große Entfernung transportieren. Und mit der Erfindung des Buchdrucks wurde dieses Wissen dann für die breite Masse verfügbar. Heute stehen wir an der nächsten Schwelle, an der wir uns von der Gesellschaft des Buchdrucks zu einer digitalen Gesellschaft hinbekommen. Gemeinsam sah all diese Leitmedienwechsel, dass sie zu enormen Umwälzungen geführt waren und damit die Kultur, die in dem Moment vorherrscht, die Grundlegend verändert haben.

Mit der Sprache kamen wir auf einmal zu einer Arbeitsteiligen Gesellschaft, die konnte sesshaft werden, die konnte Ackerbau und Viehzucht betreiben. Durch die geschriebene Sprache waren auf einmal Staaten möglich und wir sind zu den antiken Hochkulturen gekommen, wie es gab. Das bündische Reich wäre ohne Geschribungswort nicht denkbar gewesen zum Beispiel. Und ohne den Buchdruck wäre die Industrialisierung nicht möglich gewesen. So, und heute stehen wir an der Schwelle zu einer digitalen Informations- und Wissensgesellschaft, in der wir ganz sogar anders lernen und arbeiten aufbisschen. So, von diesem Wandel ausgehend, wir zu einer Businessgesellschaft kann man jetzt die Bereiche der digitalisierten Modifikation.

Arnold Nagel hat in einem der früheren Interviews gesagt, die Marken so verlässt sich nicht digitalisieren. Es ist so, wir werden nicht jedes Produkt, das wir haben, digitalisieren. Wir brauchen weiterhin Fabriken, wie zum Beispiel Smartphones herstellen. Das heißt aber dennoch, in jedem Prozess, auch in der Grundstoffindustrie, überall, wo wir industrielle Prozesse haben, kann man zumindest die Prozesse digital abwägen und dadurch auf einmal Effizienzgewinne erzielen, die ich ohne digitale Prozessabwägung nicht bekommen könnte. Ich brauche ab einem gewissen Punkt Daten, um weiter optimieren zu können. Bauchgefühl ist in der Regel keine gute Grundlage für die Optimierung. Das heißt, ein paar Produkte lassen sich digitalisieren, ein paar Prozesse lassen sich digitalisieren, auch wenn das Produkt nicht digital werden wird.

Und völlig unabhängig von der Bronze und dem Produkt verändert sich auf jeden Fall die Art, wie wir zusammenarbeiten können. Was all diese Digitalisierungsprozesse verbindet, ist eine neue Form von Transparenz. Daten entstehen, Daten werden nutzbar und diese Daten sind emotionslos. Das heißt, ich kann Entscheidungen treffen auf Datengrundlage, auf einer Basis, die wirklich faktenbasierte Entscheidungen trifft. Ich bin nicht mehr auf Bauchgefühle angewiesen. Einige Branchen sind da schon sehr weit. Die Werbebranche zum Beispiel. Ich habe mit Sven Peek ein Interview geführt. Der hat gesagt, gehen wir mit einem Bauchgefühl in eine Datenfight. Andere Branchen, zum Beispiel die Logistik, haben noch ein Riesenpotenzial, das wir erschließen können.

Das ist notwendig. Wenn wir jetzt in Richtung Nachhaltigkeit gucken, haben wir noch einen großen Weg vor uns, den wir gehen müssen. Dazu brauchen wir diese Daten, um Vorgänge und Prozesse zu optimieren, die momentan nicht so effizient sind, wie sie sein können. Stichwort Nachhaltigkeit. Es gibt genauso wenig, die eine eindeutige Definition für Nachhaltigkeit ist, die für Digitalisierung gibt. Das, was ich heute immer noch erzähle oder sage, wenn ich beantworten soll, was ist Nachhaltigkeit, Das habe ich von Professorin Hinsel-Görner von der HSBA abgeschaut, habe geguckt in einem der früheren Interviews hier. Sie hat gesagt, Nachhaltigkeit bedeutet, bei allem, was wir tun, zu berücksichtigen, was zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort für jemand anderes bedeuten kann.

Damit bringen wir die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales zusammen. Wenn ich jetzt versuche, die Interviews, die ich zum Thema Nachhaltigkeit geführt hat, mal auf den Punkt zu bringen, dann finde ich die vierte industrielle Revolution als Aufhänger ganz geeignet. Wenn wir mal anschauen, was waren die bisherigen Revolutionen, die industriellen Revolutionen, dann haben sich im Zuge dieser Veränderung jeweils mehrere Bereiche mitgeändert. Und zwar der Primärenergieträger, das Mobilitätsmedium und auch das Kommunikationsmedium. Wenn wir zurückschauen zur ersten industriellen Revolution im 18. Jahrhundert, dann haben die Briten als Erste die Idee gehabt, den damaligen Primärenergieträger Kohle auf das Fortbewegungsmittel zu übertragen.

Da haben wir die Eisenbahn erfunden. Damit konnte eine Infrastruktur unschaffen werden, mit der das ganze Empire verwaltet werden konnte. Das hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen in die Städte gezogen, um an dieser neuen Infrastruktur teilhaben zu können. Damit hatten wir eine Welle der Urbanisierung. Und gleichzeitig hat sich als Tagesmedium die Tageszeitung entwickelt. Damit konnte im ganzen Empire innerhalb von 48 Stunden jeder Mensch auf die gleichen Informationen zugreifen. Sie mögen uns 48 Stunden aus heutiger Sicht ein bisschen albern erscheinen, aber verglichen mit der Welt davor war das eine Wahnsinnsveränderung. Daraus ist eine Art kollektives politisches Bewusstsein in der Gesellschaft geschehen.

Damit hatten wir die erste industrielle Revolution, Kohle-Eisenbahn-Panke. In der zweiten industriellen Revolution wurde Kohle als Binärenergieträger abgelöst vom Erdo. Daraus war auf einmal die Eisenbahn abgelöst durch die BKB und LKB, also Individualisierung des Privatverkehrs. Das hat man wiederum dazu geführt, dass Menschen die Städte verlassen konnten, weil sich die ganze Infraktur wandelte, ich konnte raus aufs Land ziehen und weiterhin an der Urbanisierung teilhaben. Und es wurde das Telefon erfunden. Das heißt, zwei Menschen konnten in Echtzeit miteinander sprechen. Dann kam die dritte industrielle Revolution. Das Versprechen der Nuklearennergie hat sich schnell als Albtraum empfohlen.

Dennoch, Kernkraft war ein wahnsinnig Treiber, was Industrialisierungsprozesse angeht. Gerade diese sehr energieintensiven Industrien, Aluminiumwerke zum Beispiel, sind immer rund um die Kernkraftwerke entstanden. Der internationale Luftverkehr wurde massentauglich. Damit ist die Globalisierung erst so richtig losgelaufen. und die E-Mail wurde erfunden. Das heißt, wir konnten auf einmal nicht nur synchron miteinander sprechen, sondern wir konnten in Echtzeit Daten von einem E-Mail erfunden. Heute stehen wir mitten in der vierten industriellen Revolution. Wir haben die erneuerbaren Energien als zukünftigen Energieträger. Die sind dezentral. Da kommt dieses Thema Zentralisierung und Dezentralisierung wieder ins Spiel.

und die Mobilitätswende kommt da mit einem her. Elektroautos sind heute ein relevantes Thema. Wir werden vom Erdöl nur wegkommen, wenn wir Mobilität und Energie erneuerbar gestalten. Was all diese industriellen Revolutionen so nennen wollen. Gemeinhaben ist eine Verdichtung von Raum und Zeit. Alles wird schneller und alles kommt immer näher. So, wenn wir diese beiden Begriffe jetzt zusammenbringen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, dann sollte eins klar werden. Wir sprechen dabei nicht über die nächste App, über ein paar Bäume, die wir pflanzen oder über CO2-Kompensation für meinen letzten Flug, sondern wir sprechen über einen grundlegenden Wandel unserer Gesellschaft hin zu etwas ganz und ganz Neuem.

Diese Veränderungen gab es bereits mehrfach in der Vergangenheit. Jedes Mal hat sich unser Verständnis von Arbeit, Mobilität, Wohnen und Kommunikation grundlegend geändert. Und leider müssen wir feststellen, dass sich unser Umgang mit den natürlichen Ressourcen als nicht besonders pfleglich herausgestellt hat. Der unbegrenzte Verbrauch von fossilen Rohstoffen hat uns einen steigenden CO2-Anteil in der Atmosphäre beschert. Damit haben wir den menschengemachten Klimawandel erzeugt. Wenn wir jetzt mal schauen, warum haben wir so gedacht, warum haben wir so gearbeitet, das war das vorherrschende Denkmodell, dann kann man auf das Drei-Säulen-Modell schauen, indem wir Ökologie, Soziales und Wirtschaft als drei parallele Säulen betrachten, die sich irgendwie leicht überschneiden.

Solange wir die natürlichen Ressourcen als unendlich und als kostenlos annähen, sieht die Umwelt immer eine Krützung. Wenn wir jetzt nach vorne blicken und uns überlegen, wie wollen wir das Ganze lösen, macht es Sinn, sich mal das Vorrangmodell anzuschauen. Dieses Vorrangmodell stellt diese drei Säulen anders dar. Der Gedanke dahinter ist folgender, eine Wirtschaft ist nur möglich mit Menschen. Wirtschaft ohne Menschen ist nichts. Auch eine Firma ist im Wesentlichen eine Menge von Menschen, die zusammenarbeitet. Ich kann aus jeder belieben Firma die Menschen entfernen übrig bleiben Maschinen und leere Häuser. Das heißt, Wirtschaft basiert auf einer funktionierenden Gesellschaft. Und eine funktionierende Gesellschaft braucht einen Lebensraum, in dem sie wohnen kann.

Und das ist unsere Umwelt. Das heißt, Gesellschaft basiert auf Umwelt und Wirtschaft basiert auf Gesellschaft. Das heißt, wir sollten damit aufhören, diese Umwelt als kostenlos und unbegrenzt nutzbar zu betrachten. Die Vereinten Nationen haben mit den 17 Nachhaltigkeitszielen ein Zielbild geschaffen, wie wir genau das in Einplan bringen können. Und Professor Meinl, der das Hasso-Platter-Institut anleitet, der hat im Interview gesagt, dass 13 der 17 SDGs sich nur mithilfe digitaler Mittel umsetzen lassen. Da sind wir wieder bei dem Thema belastbare Datengrundlage, um dann überhaupt entscheiden und optimieren zu können. Um das jetzt ein bisschen anschaulich zu machen, krame ich ein paar konkrete Beispiele vor, wie wir denn Prozesse oder Gegenstände digitalisieren können, um damit einen positiven Nutzen zu schaffen.

Ich habe viele dieser Beispiele hier im Podcast, ich habe mit vielen spannenden Leuten gute Interviews geführt. Willisto zum Beispiel ist ein hervorragendes Beispiel. Heizung ist nicht neu, Thermostate sind keine neue Erfindung. Jetzt aber einen smarten Heizungsthermostat zu entwickeln, der lernt, wann jemand im Raum ist. und dann das Gebäude, den Raum, so heizt, dass dann immer geheizt ist, wenn Menschen da sind, aber smart runterzuregeln, wenn eben keiner da ist. Das spart bis zu 30% Heizenergie in bestehenden Gebäuden, ohne dass da eine Städtmung verbaut wurde, ohne dass irgendjemand umlernen muss und ohne dass irgendjemand eine Eingüße an Komfort hat. Smart Steel Technologies auch ein Beispiel aus dem Podcast wendet künstliche Intelligenz auf die Stahlindustrie an was ich vor dem Interview nicht wusste, Stahl ist das einzige Material, das zu 100% komplett recycelbar ist wenn ich denn weiß was drin ist und gleichzeitig um eine gleichbleibende Qualität in einem Stahlkochprozess zu erreichen, muss ich halt nach bestimmten Rezeptenverfahren machen.

Wenn ich jetzt aber eine Traceability, eine Nachverfolgbarkeit meiner Materialien habe, dann kann ich mit dieser KI im Prinzip, sofern ich weiß, was drin ist, beliebige Recyclingstoffe zusammenkochen und die KI sorgt dafür, dass am Ende genau der gleiche qualitativ hochwertige Stahl rauskommt, den ich auch mit frischen Rohmaterialien lege. Das sind beides super Beispiele, wie ich bestehende Industrie, gerade die Stahlindustrie, eine wahnsinnig energieintensive Industrie, wie ich sie mit Hilfe von Technologie nachhaltiger mache, weil ich Energie spare, weil ich Rohstoffe spare, weil ich zu besserer Silber, besserer Recyclingquote komme. Gleichzeitig müssen wir auch die Schattenseiten der Digitalisierung angucken. Die globale IT-Infrastruktur mit allen Server-Netzwerken, Endgeräten hat ein Zwei-Fußabdruck, der ist doppelt so hoch wie der globale Flugverkehr.

Allein das Bitcoin-Netzwerk hat einen globalen Stromverbrauch, der übersteigt den einiger EU-Staaten. Über den reinen Stromverbrauch hinaus muss man sehen, in jedem Smartphone, in jedem Server, An jedem Laptop, Computer stecken seltene Erden und weitere Rohstoffe. Sie müssen irgendwo ausgegraben und verarbeitet werden. Gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Nutzungsdauer von Hardware kontinuierlich. Das ist dramatisch, weil 75% der Emissionen, die ein beliebiges Gerät im Produktlebenszyklus verursacht, entstehen während der Produktion. Das heißt, um zu einer nachhaltig digitalen Welt zu gelangen, müssen wir sowohl die Energieverbrauch der Technik an sich reduzieren und optimieren, als auch die Hardware so lange wie möglich nutzen.

Und auch da gibt es großartige Ansätze. Ich habe mit TechBuyer und mit AFB zum Beispiel gesprochen. Die haben hier Ansätze zur Circular Economy, zu Reviews, Afterlife usw. Das ist alles notwendig, dass wir auch die Art und Weise, wie wir unsere Technik nutzen, so gestalten, dass daraus kein unmittelter Schaden entsteht. Wenn ich versuche ein Fazit zu finden. Mein Bild heute ist, die Klimakrise ist primär eine Energiekrise. Ohne einen vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien werden wir diese Krise nicht gelöst kriegen. Und diesen Umstieg auf erneuerbare Energien werden wir ohne Digitalisierung nicht schaffen, weil wir die Prozesse passend fahren müssen, weil da so viel dranhängt, dass wir ohne smarte Hilfsmittel nicht auf die Welt kriegen.

Digitalisierung liefert uns genau die Daten, die wir zur Transformation von Produkten, Prozessen und unserer Zusammenarbeit brauchen. Und ohne diese Daten sind wir auf Erfahrung und Bauchgefühl angewiesen. Und da müssen wir uns eingestehen, sind wir Menschen oft einfach fehlbar. Und unsere digitale Welt verursacht einen eigenen signifikanten CO2-Tusaktor. Das heißt, die Energie kriegen wir hoffentlich so schnell wie möglich auf vollständig erneuerbare umgestellt. Die physischen Ressourcen, die wir für unsere digitale Welt brauchen, die werden wir nur zur Verfügung haben, wenn wir verantwortungsvoll mit diesen Ressourcen umgehen. Und das Schöne ist, das haben wir alle in der Hand. Das war ein Ritt durch 105 Podcast-Interviews.

Ich freue mich, dass ihr immer noch da seid, immer noch zuhört, zugehört habt. Alles, was ich genannt habe, alle vergangenen Interviews, alle weiteren Quellen, die links und rechts aufgetaucht sind, werden natürlich in den Showrooms genannt. Die findet ihr auf softwareforfuture.de. Wenn es euch gefallen hat, dieser Rückblick, schreibt uns gerne. Gerne an moin.lionizers.com Wenn es etwas gibt, was euch nicht gefallen hat, schreibt uns das auch gerne. Wir werden nur besser, wir lernen nur durch Feedback. Und ja, dann bleibt mir an dieser Stelle nur, mich zu bedanken. Vielen Dank fürs Zuhören. Und bis zum nächsten Mal.

Die Shownotes mit Links zu Empfehlungen aus dieser Episode findest du auf softwareforfuture.de. Hat dir die Episode gefallen oder gibt es was, was dich echt wurmt? Schreib uns dein Feedback an moin-at-lionizers.com. Wir freuen uns, von dir zu hören. Und jetzt wünschen das Team und ich dir noch eine schöne weitere Woche. Wir sind der Software-for-Future-Podcast und werden präsentiert und produziert von den Lionizers. Die Lionizers stehen für nachhaltige, individuelle Produktentwicklung. Wir entwickeln für andere Unternehmen Software, die uns als Menschheit helfen soll, der Klimakrise die Stirn zu bieten. Danke fürs Zuhören.

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