E03122.08.2018
Wie wird die Produktentwicklung sinnvoll digitalisiert?
Im Gespräch: Petra Wille

Worum es geht
Petra Wille erklärt, wie Produktentwicklung in traditionellen Branchen digitalisiert wird.
Petra Wille ist freiberufliche Produktmanagerin und Beraterin für Produktmanagement-Teams. Sie hat Erfahrung bei Unternehmen wie SAP, Xing und Tolingo. Seit fünf Jahren arbeitet sie als Coach und Organisatorin der Konferenz Mind the Product Engage in Hamburg.
Sie beschreibt Digitalisierung in drei Phasen: die Digitalisierung klassischer Geschäftsmodelle, die Verbesserung des Zugangs zu Dienstleistungen und die aktuelle Phase der Digitalisierung in der Produktentwicklung, besonders in der Industrie 4.0.
Ihr Schwerpunkt liegt auf der Brücke zwischen gut digitalisierten Unternehmen und Nachzüglern. Sie hilft Unternehmen, agile Methoden einzuführen, indem sie Anknüpfungspunkte wählt, die zu deren spezifischem Kontext passen.
Sie betont, dass die Herausforderung nicht nur technisch ist, sondern auch kulturell. Die Angst vor Digitalisierung ist heute geringer, da Mitarbeiter sie im Alltag erleben. Dennoch fehlt oft die Qualifikation, um die Veränderungen zu bewältigen.
Ursprüngliche Shownotes 22.08.2018
Die Digitalisierung arbeitet sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit durch die Branchen hindurch. Viele „herkömmliche“ Geschäftsmodelle wie z.B. Anzeigen sind längst digital. Der Zugang zu vielen Dienstleistungen wurde durch Plattformen vereinfacht, an der Dienstleistung selber (wie z.B. einer Taxifahrt) hat sich aber zunächst nichts verändert.
Und nun landet die Digitalisierung auch in der Produktentwicklung von Firmen, die bisher nicht zwingend digital sein mussten. Was das bewirkt und wie solche Firmen diesen Schritt schaffen erzählt uns heute Petra Wille, freiberufliche Produktmanagerin und Coach.
Seit 2013 ist Petra Wille freiberufliche Produktmanagerin, nachdem sie vorher nach Stationen bei SAP, Hubert Burda Media und der XING AG bei der tolingo GmbH in Hamburg als „Managing Director“ tätig war. Petra arbeitet mit agilen Projektmethoden und mit internationalen, verteilten Entwicklungsteams. Als Coach vermittelt sie Methoden und Handwerkszeug für ein professionelles, dynamisches Produktmanagement.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview:
Transkript
5.558 Wörter
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Hallo und herzlich willkommen zur 31. Folge unseres Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute spreche ich mit Petra Wille. Petra ist freiberufliche Produktmanagerin, Product Ownerin. Wir kennen uns seit ganz vielen Jahren schon. Wir haben uns vor sicherlich sechs, sieben Jahren auf dem World Usability Day kennengelernt und seitdem irgendwie den Kontakt gehalten, mal mehr, mal weniger lose. Ja, und heute wird Petra uns ein bisschen erzählen, was Digitalisierung denn für die Produktentwicklung bedeutet. Hallo Petra, toll, dass du da bist.
Guten Abend, danke für die Einladung.
Ja, auf geht's. Erzähl doch mal ein bisschen über dich, was dich da so hingeführt hat, wo du heute bist und was du so machst.
Genau, wie Nils schon eingeleitet hat, ich bin hauptsächlich mit dem Thema Produktmanagement unterwegs da draußen. Freiberuflich, mache mittlerweile vor allem Beratung und Coaching für Produktmanagement-Teams, würde ich sagen. Und das hauptsächlich in Deutschland, aber ab und an besteige ich auch mal Flugzeuge in andere europäische Länder. Das ist dann immer mal wieder eine ganz nette Abwechslung. Ja, meine Karriere ging quasi los mit dem Studium für Informationstechnik in Süddeutschland noch, war dann lange bei Hubert Buda Media. Das ist der Verlag, der irgendwie den Fokus die Freundin und die Bunte macht, aber der auch früh in das Thema Digitalisierung eingestiegen ist und relativ erfolgreich früher schon digitale Geschäftskonzepte aus der Taufe gehoben hat.
Danach war ich bei SAP für zwei Jahre in der technischen Beratung, viel unterwegs, habe hauptsächlich im ICE gewohnt, könnte man sagen. Und weil ich das irgendwann leid war und mich unterwegs in Hamburg verliebt hatte, habe ich bei Xing angefangen, als es noch eine relativ kleine Firma war. Da war ich dann viereinhalb Jahre und bin danach dann zu Tolingo, einem kleinen Online-Übersetzungs-Startup mit am Ende 60 Mann. Da war ich eine Weile in der Geschäftsleitung und seit mittlerweile fünf Jahren, demnächstes Jubiläum, bin ich jetzt freiberuflich quasi tätig. Außer der ganzen Beratungssache mache ich noch die Konferenz Mind the Product Engage hier in Hamburg. Das ist im Moment Deutschlands größte Produktmanagement-Konferenz.
Die gibt es nächstes Jahr in der dritten Auflage quasi. Und neuerdings bin ich in der Handelskammer Hamburg im Ausschuss für Digitale Wirtschaft. Auch sehr spannend, da wird sich nochmal ganz anders mit Digitalisierung beschäftigt.
Cool, da wollte ich auch rein dieses Jahr und bisher war kein Platz. Da kann ich von dir bestimmt noch ein paar Insights kriegen, was da will.
Bestimmt auf jeden Fall.
Ja, cool. Ja, jetzt ist das Wort Digitalisierung da schon an einigen Stellen gefallen. Bei Burda und letztendlich sind Xing und Tlingo ja auch Unternehmen, die irgendwo alte Dinge digital neu aufgelegt haben. Erzähl doch mal mit diesem ganzen Hintergrund, den du da hast, was ist Digitalisierung aus deiner Sicht in deinen Augen?
Also wenn ich jetzt aus meinem Berufsalltag herausschaue, Und ist das was Digitalisierung war die letzten paar Jahre vor allem? Die Digitalisierung von herkömmlichen Geschäftsmodellen. Irgendwie früher gelbe Seiten, heute irgendwie ein Online-Listing mit Unternehmensprofilen. Oder früher irgendwie Kleinanzeigen gedruckt in der Zeitschrift. Heute irgendwie am Ende des Tages sowas wie eBay oder ähnliche Konzepte. Also ich glaube, das war das, womit sich die Digitalisierung jetzt irgendwie jahrelang beschäftigt hat, quasi althergebrachte Geschäftskonzepte in die neue Welt zu überführen. Dann war die letzten Jahre noch so der Trend, Dienstleistungen erreichbar zu machen, besser durch digitale Zugänge. Keine Ahnung, ein Taxi zu buchen ist neuerdings mit so Sachen wie MyTaxi natürlich viel einfacher und verändert einfach den Zugang zu einer Dienstleistung, die sich im Großen und Ganzen nicht verändert hat.
Ich glaube, das war irgendwie auch ein großer neuer Block. Und dann gibt es natürlich noch so Digitalisierungsansätze, die irgendwie ganz neue Märkte erschlossen haben. Ich glaube zum Beispiel Airbnb ist so ein Beispiel von, ja, die Wohnung um die Ecke mieten war einfach lange nicht möglich, beziehungsweise haben die Leute in dem Umfang ja überhaupt nicht gemacht. Da wurde natürlich dann so eine Plattform wie Airbnb quasi der Katalysator, dass das überhaupt stattgefunden hat, dass diese Wohnung oder dieses Marktpotenzial überhaupt zu erschließen war und Leute zusammengefunden haben über den ganzen Clubus verteilt. Ich glaube, das ist einfach auch nochmal Digitalisierung. Und was wir natürlich jetzt noch viel mehr sehen werden, ist das Ganze, was mit diesem schrecklichen Industrie 4.0 Begriff immer benannt wird. Das ist vermehrte Digitalisierung in, ja, sag ich mal, herstellenden Unternehmen, weiß ich nicht, die Automobilhersteller, die Kühlschrankhersteller, Leute, die Bohrer und Fräser für CNC-Maschinen machen.
Auch die werden sich mehr und mehr mit Software und Digitalisierung auseinandersetzen. Und das ist, glaube ich, jetzt so das, was auch nochmal einfach uns alle eine Weile beschäftigen wird.
Ja, spannend. Also passt total gut in mein Bild der Welt. Aber ich habe das, glaube ich, noch nie so in diese Cluster gebracht.
Ja, ich weiß auch nicht, ob die Cluster jetzt perfekt rennscharf waren. Aber das sind so die, die mir unterkommen in letzter Zeit, würde ich mal sagen.
Und wenn du jetzt aus deiner Produktmanagement-Sicht darauf guckst, siehst du da auch irgendwie Cluster oder gibt es da irgendwo Schwerpunkte oder hat sich da irgendwas verändert oder ist da eigentlich alles wie immer?
Nee, also die Art und Weise, wie man auf die Menschen zugeht, die für Firmen arbeiten, die in diesen unterschiedlichen Clustern sind, finde ich, ist einfach unterschiedlich. Wenn man quasi Kunden hat, die jetzt in dieser Industrie 4.0 Blase sind, sind die meistens mit diesem Digitalisierungsthema einfach noch nicht so weit gedient. Man muss dann immer einfach nochmal weiter vorne anfangen und Konzepte erklären. Da ist es nicht so, dass man kommen kann und sagen, wir machen jetzt sofort agile Produktentwicklung und alle sagen, ah ja, stimmt, haben wir schon dreimal ausprobiert, dann machen wir es jetzt irgendwie nochmal so. Sondern da ist dann oft so, dass man einfach auch Begriff und Vokabular mäßig nochmal weiter vorne anfängt. Es ist oft so, dass es Konzepte gibt, die die natürlich kennen, die so ähnlich sind. Also nicht so, dass Lean aus der Softwareentwicklung heraus entstanden wäre. Das kommt ja schon eigentlich eher aus der herstellenden Industrie.
Man muss also einfach andere Anknüpfungspunkte wählen und kann nicht einfach so das Standardprogramm runterspulen. Also das ist irgendwie ein Unterschied zu einem Unternehmen, das natürlich, also wie Xing zum Beispiel, das ist total durchdigitalisiert. Da arbeiten nur Menschen, die Digital Natives sind, auch wenn sie es vielleicht auf dem Papier vom Alter her nicht sind, aber trotzdem sind alle, die da sind, einfach, die leben und atmen irgendwie digitale Geschäftsmodelle und verstehen teilweise, also die könnten sich jetzt nicht ohne weiteres unterhalten mit meinen Kunden aus der, ja weiß ich nicht, aus der Maschinenbauindustrie in Süddeutschland im Moment. Das passt einfach nicht, da gibt es ein Disconnect und das zu übersetzen finde ich einfach im Moment ganz spannend, weil die Herausforderungen sind ähnlich, die Methoden und die Werkzeuge im Produktmanagement funktionieren auch für beides. Man muss einfach nur irgendwie anders anfangen, die Leute an einem anderen Punkt abholen. Aber die Herausforderungen sind am Ende des Tages auch die gleichen.
Ja, spannend. Also gerade Lean, finde ich, ist ein gutes Stichwort. Ich habe meine Masterarbeit vor langer Zeit darüber geschrieben, wie man Lean-Aspekte in den Entwicklungsprozess von Embedded-Geräten reinbekommt. Das war noch zu einer Zeit, als dieses Lean-Thema noch nicht mit allem und jedem verknüpft war. Und es stimmt schon, das ist ja einfach schon sehr alt und kommt irgendwo aus dieser Optimierung von Produktionsprozessen.
Und da kommt es jetzt wieder hin zurück. Es ist so ein bisschen Football's Coming Home mäßig. Genau, weil da kommt es ja jetzt wieder zurück über diese ganze Industrie 4.0 Diskussion. Auch in der Softwareentwicklung ist eigentlich ganz schön.
Kann man dann sagen, also ich meine, der Ursprung war ja tatsächlich das reine Produzieren. Also wie stelle ich meine Fließbänder, wie organisiere ich die Leute, die da Handgriffe tun, so dass am Ende mehr Autos mit weniger Fehlern pro Zeiteinheit rauskommen. Jetzt sind wir ja bei der Produktentwicklung. Das heißt, es geht gar nicht mehr darum, wie fertigen wir die Dinge, sondern was wird da gefertigt. Ist das ein Problem? Du redest jetzt ja letztendlich mit einer ganz anderen Zielgruppe als mit denen, die in den 70ern, 80ern ihre Maschinen anders bedient haben, oder?
Ja, auf jeden Fall. Ja, ja. Und das ist auch ein, also weiß ich nicht, Problem ist jetzt vielleicht so hochgehängt, aber ja, in den Firmen wird dann oft Software entwickelt, wie man das so kennt aus, wenn es schlecht gelaufen ist im Studium. Also die kommen dann oft aus der Lastenheft- und Pflichtenheftwelt noch und es wird anderthalb Jahre an einem Projekt gearbeitet, bevor das dann irgendjemand ein Kunde sieht oder so. Also das ist so ganz klassisch dann wieder die Dinge, die wir am Anfang unserer Softwareentwicklungs- und Produktentwicklungskarriere irgendwie auch alle nochmal falsch gemacht haben. Also ich glaube, jeder, der irgendwie 15 Jahre in dem Job ist mittlerweile, kann nicht sagen, er hätte nie in so einem Projekt gesteckt, das irgendwie viel zu wenig agil war, viel zu viel Wasserfall. Ich glaube, wir kennen das alle noch ganz gut.
Und deswegen ist es, glaube ich, auch für uns viel einfacher, diese Brücke herzustellen und einfach zu sagen, komm, wir zeigen euch mal, was wir gelernt haben jetzt unterwegs. Und es ist ja aber auch nicht alles gut und einfach. Also die, was ich jetzt wieder sehe bei den, bei so klassischer Herstellenderindustrie, ist halt die Fragestellungen von denen sind in ganz konkret und viel dringlicher Natur, weil wenn natürlich jemand irgendwo, weiß ich nicht, in ein Werkstück ein Loch bohren will, dann ist das natürlich ein ziemlich klarer Auftrag und das effektiv oder effizient zu machen, ist dann halt eine konkrete Aufgabe. aber das ist in der Softwareentwicklung natürlich alles immer etwas artifiziell und deswegen immer gar nicht so einfach zu erklären.
Also man muss dann immer relativ gute Beispiele sammeln, konkrete Anwendungsfälle haben, damit man da schnell irgendwie diese Aha-Effekte reinkriegt von wegen, ah, okay, und deswegen wollen wir auch Softwareentwicklung agil halten oder schlank machen oder solche Dinge. Also es ist nicht so einfach. Aber es ist ja in diesen durchdigitalisierten Firmen ja das Gleiche in grün. Die haben ja nur theoretische, also so ein Unternehmen wie Xing würde ich jetzt mal unterstellen, die lösen ja oft Probleme, von denen die Kunden noch gar nicht wussten, dass sie sie hatten. Das ist ja bei allen Consumer-Produkten irgendwann der Fall. Deswegen muss es auch immer Werbung und Marketing geben, weil da natürlich auch Produkte angepriesen werden müssen, die man jetzt nicht unbedingt zum Überleben braucht, ganz dringend.
Die einem aber im Idealfall, und so ist Bexing ja auch, einem das Leben einfacher machen, die Akquise einfacher machen, es einfacher zu machen, mit seinem Netzwerk Kontakt zu halten. Nichtsdestotrotz löst man irgendwie auch da halt theoretische Probleme. Und dann ist es auch nicht einfach rauszufinden, was macht man, wie digitalisiert man es, wie digitalisiert man es so, dass es sich für die Leute gut anfühlt und verständlich ist. Also auch da ist es nicht so einfach, weil recht abstrakt zum Teil.
Ja. Und kannst du da aus deiner Erfahrung mit, ich sag mal, mit den gut digitalisierten Unternehmen aus deiner Vergangenheit, kannst du da den Nachzüglern helfen? Lässt sich das übertragen?
Ja, auf jeden Fall. Also das ist in der Tat, ich würde mal sagen, das sind, ja viele Leute würden das glaube ich nicht so gerne machen, das sind irgendwie meine Lieblingskunden, sage ich so ein bisschen, weil da der Effekt einfach wahnsinnig groß ist. Also da kann man mit relativ wenig Zeit verbracht mit dem Kunden relativ viel Effekt bewirken einfach, weil die in der Regel total hungrig sind, die total Lust haben auf solche neue Sachen, die Mitarbeiter auch super lang in den Firmen sind und oft sehr loyal ihres und des Unternehmens gegenüber. Und einfach auch, weil sie so lange da sind, sich auch wahnsinnig freuen, wenn irgendwie was Neues passiert. Also ich habe da immer total positive Workshops, Termine, Coachings und es fällt auf so fruchtbaren Boden. Und dann ist natürlich auch, wenn man natürlich von so einem recht undigitalen Standpunkt kommt, passiert natürlich auch super schnell super viel.
und die Erfolgserlebnisse für alle sind halt total groß. Wohingegen in den total durchdigitalisierten Unternehmen ist das schon so ein bisschen Rillenoptimierung, würde ich mal sagen. Also da ist es dann halt oft so, klar kann ich da dann vielleicht auch nochmal einen Tipp geben oder sehe von außen einfach was, was die Leute von innen nicht sehen konnten in dem Unternehmen. Das ist ja der Vorteil des Beraters, sage ich manchmal. Aber da ist einfach der Effekt und der Hebel gar nicht so groß. Deswegen, ich glaube, alle, die jetzt sich ganz gut auskennen rund um das Thema Digitalisierung, können da auf jeden Fall beispringen und helfen und müssen es irgendwie auch. Weil dieses, wie du schon vorher gesagt hast, Digitalisierung ist auch so ein Thema, keiner weiß so genau, was darunter zu verstehen ist.
Das ist auch wirklich schwierig und mit dem Industrie 4.0-Schlagwort ist es ja genauso. Also es ist auch relativ vage und es tummeln sich in dem Bereich jetzt auch schon viele Leute, die irgendwie versuchen zu helfen und aber auch nicht so richtig wissen, wo sie ziehen und drücken sollen. Also deswegen, ich glaube, alle, die sich schon lange mit dem Thema beschäftigen, irgendwie sich auch so in den Bereich Digital Native stellen würden. Ich glaube, wir können denen total gut helfen und müssen es vielleicht auch irgendwie, weil Deutschland ja doch auch schrecklich hinterherhinkt da im internationalen Vergleich mit all diesen digitalen Geschäftskonzepten. Deswegen, ja, ich glaube, es wäre nötig.
Weil du es gerade so gesagt hast, dass die Leute sich so freundet, dass sie so offen sind, würde mich jetzt interessieren, ja letztendlich, wer beauftragt dich? Also wie entsteht so ein Workshop, dass die Leute motiviert sind, von dir zu lernen? Also vielleicht zur Erklärung, ich habe ja am Anfang meiner Softwarekarriere Embedded Software gemacht und halt für größere Kunden aus Luftfahrt und Automotive-Bereich gearbeitet. Ich habe das Softwareentwicklung kennengelernt, wie ich dachte, dass das in den 80ern zuletzt passiert ist. Und fand das ganz schrecklich. Und habe mich dann ja irgendwann nach einigen Jahren dieser Welt entzogen und habe gesagt, ich muss jetzt irgendwo kennenlernen, wie Software so gemacht wird, wie es das Agile Manifest uns verspricht.
Letztendlich genau dadurch überbrücken wir jetzt mit Lionizers diese Brücke und können dieses IoT-Zeug mit Hardware und Software. Aber ich habe halt dieses Agile vorher versucht, aus Büchern zu lernen und habe es dann versucht, in meine Arbeitgeber reinzutragen. Und ich bin da immer auf Granitwände gestoßen.
Ja, ich glaube, da haben sich zwei Sachen verändert. Also zum einen ist der Leidensdruck in diesem Unternehmen einfach hoch. Im Sinne von, sie sehen, Wettbewerber bewegen sich schneller in die Richtung Digitalisierung. Sie sehen Kunden schreien viel mehr nach, okay, aber kann ich jetzt nicht auch Software dazu kaufen, die das und das verwaltet oder die und die Daten beinhaltet und solche Sachen. Also ich glaube, da sind einfach deren Kunden mündiger geworden und der Markt generell. Und dann hören sie das Thema ja auch ständig. Also es ist ja nicht so, dass das, wenn man ein kleiner Maschinenbauer irgendwo im Schwarzwaldtal ist, man es nicht ständig hören würde, dass es ein wichtiges Thema wird.
Und zum anderen, und das ist, glaube ich, fast noch hilfreicher, ist, dass natürlich auch jeder einzelne Mitarbeiter in seinem Alltag diese Digitalisierung natürlich spürt. Weil natürlich jeder Mitarbeiter, egal in welcher Altersschicht, ja mittlerweile auch bei Ebay Sachen einstellen kann, bei Airbnb seine Wohnung von Urlaub bucht und bei MyTaxi sein Taxi bestellt oder beliebige andere Firmen jetzt mal einsetzen. Aber alle haben ein Smartphone in der Tasche. Alle haben mittlerweile auch das ein oder andere smarte Haushaltsgerät zu Hause, würde ich mal sagen. Ob das jetzt der Rasenroboter ist oder der Kühlschrank, den man nicht mehr aufmachen muss, um in ihn reinzuschauen. Also ich glaube, das ist halt so.
Dadurch sehen die einzelnen Mitarbeiter auch einfach, es muss was passieren. Und die zwei Dinge führen halt dazu, dass es, glaube ich, nicht mehr diese Frustmomente gibt, die es wahrscheinlich gab zu der Zeit, als du da gearbeitet hast. gearbeitet hast in dem Sektor. Es ist so ein bisschen, die Zeit ist reif, könnte man sagen. Ich muss sagen, als ich bei SAP war, was jetzt auch mehr als zehn Jahre her ist vielleicht, oh mein Gott, ja, es ist mehr als zehn Jahre her, da war das zum Teil auch noch anders. Also da hat es einfach auch oft nicht funktioniert. Natürlich haben die dann alle ein SAP-System gehabt, aber da ging es ja eher um die Firmeninternprozesse und damals waren die auch weit weg davon, darüber nachzudenken, wie sie ihre eigenen Geschäftsmodelle jetzt digitalisieren.
Das ist ja das, was jetzt gerade passiert, dass wirklich die Unternehmen überlegen müssen, okay, wie können wir unsere eigenen Geschäftsmodelle digitalisieren? Und das hätte zu dem Zeitpunkt auch überhaupt noch nicht funktioniert. Aber genau, das sind jetzt die Unterschiede. Und wer mich beauftragt, um das nochmal, das ist auch relativ unterschiedlich. Also mittlerweile kommen über die Konferenz auch relativ oft einfach direkt schon die Geschäftsführung auf mich zu. Oder irgendwie jemanden Entwicklungsleiter oder solche Sachen, um dann die Workshops zu machen. Und dann wäre intern in den Workshops jetzt auch total unterschiedlich. Also neulich hatte ich auch wirklich einen Workshop einfach mit einer Fachabteilung aus dem Unternehmen, die dann eher sowas wie Kunden waren.
Also die wären eher eine Nutzergruppe von der Software, um die es ging gewesen. War so eine Art Inhouse-Kunden. Und das ist total unterschiedlich. Aber auch da, und das ist genau das, was ich meine, die sind ja wirklich jetzt in Anführungszeichen an der Workbank und irgendwann an der digitalen Workbank. Und zu Zeiten, als ich bei SAP war, war da immer eher so die Angst von, oh Gott, werde ich wegrationalisiert von der Digitalisierung? Und das finde ich jetzt, wenn überhaupt, nur noch ganz leise. Also es ist oft so ein, okay, ich habe verstanden, meine Tätigkeit verändert sich dann, aber irgendwie können Maschinen viel übernehmen, aber alles dann, was ich im Moment mache, eben doch nicht. Also da ist auch die Angst einfach jetzt so ein bisschen weg vor der Digitalisierung als jetzt mal als böses Thema, würde ich mal sagen.
Das freut mich zu hören. Also ich habe in den vergangenen Interviews ja schon so ein paar Momente gehabt. Zum Beispiel habe ich den Herrn Römer vom Archäologischen Museum interviewt. Auch spannend. Der hat gesagt, in diesem Museum sind einfach nur Stellen dazu geschaffen worden. Also nichts von dem, was vorher da war, ist weggefallen. Aber Digitalisierung hat dazu geführt, dass sie eine viel größere Zielgruppe erreichen und irgendwo in dieser ganzen Digitalwelt neue Stellen und neue Angebote geschaffen haben. Finde ich gut, dass du das auch so sagst, weil ich finde, man muss das ein bisschen öfter und lauter wiederholen, weil diese Angst, zumindest in den Medien ist die Angst noch sehr groß.
Ja, ich meine, also ganz von der Hand weisen kann man die natürlich auch nicht, weil durchaus repetitive Arbeitsschritte natürlich an Maschinen ausgelagert werden und sicherlich im, weiß ich nicht, im unteren Jobsegment Jobs wegfallen werden. Also so ganz einfache Callcenter-Jobs oder solche Sachen denke ich, können irgendwann demnächst ganz gut auch erledigen. Da ist natürlich die Frage, okay, was machen wir denn mit Mitarbeitern, die solche Jobs bisher hatten. Aber ja, ich glaube, das ist so was, wenn jemand, der sich mit Digitalisierung auskennt, da auf die aktuelle Politik guckt, kriegt man natürlich auch einfach Kopf- und Bauchschmerzen. Also ja, ich habe so ein, darf ich ein konkretes Beispiel bringen? Genau, in der Handelskammer bin ich ja da in diesem Ausschuss für digitale Wirtschaft und war in der Arbeitsgruppe für digitale Bildung oder bin es noch. Da gab es einen digitalen Bildungsgipfel im Juni und die Bundesregierung hat ja beschlossen, relativ viel zu investieren in Digitalisierung, auch was Digitalisierung an Schulen angeht.
Und jetzt habe ich aber gelernt im Zuge der Arbeit, dass sie die Investitionssumme an Hardwareinvestitionen geknüpft hat. Und Hardwareinvestitionen sind zum Beispiel gar nicht das, was Schulen gerade am allerdringendsten benötigen, aus meiner persönlichen Sicht, das ist jetzt meine Meinung. Aber in Hamburg haben viele Schulen irgendwie ein Glasfaserkabel und auch einen okay ausgestatteten Rechnerraum. An was es hapert, ist halt einer Person, die den Lehrern abnimmt, sich um diese ganzen Dinge zu kümmern. Also irgendjemand muss halt kompetent sein dürfen in diesem ganzen Thema. Weiß ich nicht, kaufe ich jetzt ein Calliope oder habe ich jetzt ein eigenes Rechenzentrum in der Schule oder brauche ich da nur iPads oder so?
Also diese ganze Thema Systemadministration. Und es fehlt einfach auch an Geld für die Lehrerfortbildung und an Konzept zum Thema digitale Bildung. Also allein das Wort digitale Bildung ist irgendwie heutzutage schon so ein bisschen komisch. Und ich glaube, das ist halt so, dass politisch gibt es einfach wahnsinnig großen Aufholbedarf.
Ja, das stimmt. Das hat unter anderem auch der Geschäftsführer vom TÜV erzählt in einem Interview. Dass er sagte, die können mittelfristig ihren Job gar nicht mehr tun, weil die ganzen Regulatorien, die kommen dem gar nicht nach. Also die können ein neues Produkt, das sie eigentlich beurteilen müssten, ob es in den Markt gehen darf, die können es gar nicht bewerten, weil es überhaupt keine Gesetze gibt, an denen sie das, also keine Normen. Ah, okay. Also da läuft das alles so träge, dass die Entwicklung der Produkte dem ganzen Zeug Jahre voraus ist, weswegen der TÜV an der Stelle seinen Job einfach nicht machen kann.
Ja, also ich glaube, mir wäre auch einfach viel drum gelegen, wenn die Politik sich mal wieder auf die wesentlichen Fragestellungen konzentriert und weniger Sommertheater spielt. Genau. Weil das sind harte Nüsse zu knacken, muss man mal sagen. Also deswegen haben Leute natürlich zu Recht ein bisschen Angst vor Digitalisierung, vor allem im unteren Qualifikationssegment, würde ich mal sagen.
Was ich zu dem Thema spannend finde, ist, wenn man mal so ein bisschen die Bücher liest, die sich mit der Forschung in der Ecke befassen, diese Veränderung wird gerade immer schneller, aber sie war ja schon immer da. Also momentan wird viel von dieser Angst irgendwo auf den Begriff Digitalisierung abgeladen, aber das hatte einfach in den letzten Jahrzehnten immer mal einen anderen Titel, aber was war das? Ich habe in der Handelskammer bei so einer Veranstaltung jemanden getroffen, der war schon eine ganze Weile in Pension und hat lange im Hafen gearbeitet und der hat gesagt, Digitalisierung ist doch irgendwo Kindergarten. Das, was unsere Welt wirklich grundlegend umgekrempelt hat, war der Container.
Wenn man sich anguckt, wie der Hafen vor dem Container und nach dem Container funktioniert hat, dann war das der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Und das bisschen Digitalisierung macht den Kolder auch nicht fett. Ich glaube, wenn man noch weiter zurückguckt, dann gab es das immer. Diese Zeitalter.
Naja, und genau, das ist ja auch der Punkt. Damals hatten die Schauerleute auch Angst, dass sie keine Bananen mehr löschen können, weil jetzt der Container kommt. Und natürlich haben die zu Recht Angst davor. Aber genau, und für sowas muss, das ist genau der gleiche Punkt, man muss dafür jetzt halt Lösungen finden, wie sich solche Übergänge gestalten lassen, wie da nicht Leute abgehängt werden. Das auf jeden Fall. Und dazu gehört halt, glaube ich, auch einfach eine gute Qualifikation schon in den Schulen und in den Ausbildungseinrichtungen.
Ja.
Da muss noch was passieren.
Da habe ich ja gerade vor zwei Wochen das Interview mit Diana und Philipp. Ach herrlich. Na gut, das ist doch perfekt.
Da haben die bestimmt viel zu erzählen können.
Ja, auf jeden Fall. Also die haben echt coole Konzepte. Also natürlich auch nichts, was sich jetzt über Nacht auf das ganze dort Bildungssystem ausrollen lässt.
Nein, ich glaube aber, das ist nämlich genau der Punkt. Ich glaube, über Nacht wäre auch der falsche Ansatz. Also genau, mit Hand und Fuß und irgendwie mit einem Konzept. Und ja, wir haben auch lange diskutiert in der Handelskammer, ob eine Forderung im Positionspapier sein sollte, dass alle Schüler das Coden lernen. Und es gab da viele für und wieder. Ein Argument war eben unter anderem, es nicht zu übernehmen, diese Forderung des Codens, weil wir gesagt haben, vielleicht ist es auch einfach zu kurz gesprungen. Dann sagt die Schule am Ende des Tages, warum, ich habe doch eine Woche Coding AG gemacht mit den Schülern, fertig mit der Digitalisierung oder der digitalen Bildung. Das ist ja gar nicht das, was wir alle meinen, wenn wir von digitaler Bildung reden.
Das ist ja eher so das Verständnis, worin steckt denn Digitalisierung und so Dinge zu erkennen, dass vielleicht auch jemand meinen Hausstaubsauger hacken könnte und genau weiß, wo welche Möbel und welche Gegenstände stehen, weil der natürlich mit dem Laserabtaster das immer alles abtastet und natürlich einen Plan meiner Wohnung zeichnet. Solche Dinge zu verstehen, wäre, glaube ich, einfach wichtig für die Generation, die nach uns auf den Arbeitsmarkt drängen wird.
Ja, das stimmt. Ich habe eine Frage, die so ein bisschen zurückführt, aber ausgehend davon. Dieser Staubsauger, der meine Wohnung abtastet, war ja bisher ein Staubsauger, der das nicht getan hat, den irgendein Miele, Bosch, Siemens, wer auch immer, gebaut hat. und die haben vielleicht bisher gar keine Software gehabt oder bestenfalls irgendwo ein bisschen schlaue Motoransteuerung drin gehabt.
Fazzy Logic bei der Waschmaschine.
Genau, genau. Wenn überhaupt.
Genau.
Und das heißt ja, dass jetzt Firmen sich mit digitalen Produkten befassen müssen, die es bisher nicht getan haben. Führt das aus deiner Erfahrung zu irgendwie kulturellen Problemen oder wie gehen die das überhaupt an oder gehen sie es überhaupt an?
Ja, sie gehen es an, manche gehen es ja auch recht schlau an. Also zum Beispiel Philips mit Philips Hue, den ganzen intelligenten Glühbirnen und so weiter und so fort, haben ein ziemlich gutes Produktuniversum geschaffen, würde ich mal sagen. Ich weiß aber auch, dass sie super lang zugange sind. Also zu meinen SAP-Zeiten war ich irgendwann mal bei Philips und ich weiß, dass damals schon Generationenwechsel war und die einfach da auch schon, glaube ich, zehn Jahre über solche Dinge nachgedacht haben. Also das ist so, je frühe Firmen dann natürlich mit angefangen haben, desto eher haben sie jetzt valide Produkte im Markt. Und ich glaube, für die ganzen großen Player, ganz ehrlich, trifft das irgendwie auch zu. Also die haben im Zweifel auch das Geld, sich das Know-how einzukaufen. Die haben im Zweifel auch das Geld, sich da gute Leute selber ranzuziehen. Und ich glaube, das können die auch. Das sind ja so denen ihre, also Bosch ist ein Riesenausbilder.
die können einfach auch sich Nachwuchs ranziehen und jetzt ziehen sie sich halt einfach, nehme ich mal, an den digitalen Nachwuchs ran und auch das glaube ich ganz gut. Und vielleicht sind die auch mit so Sachen wie Datenschutz oder, weiß ich nicht, diese ganze Absicherung von Software, vielleicht denken die da noch viel mehr drüber nach, als das die ganzen hippen Internet-Startups mit ihren neuen Business-Cases machen. weil die einfach keine Kohle haben, darüber nachzudenken und dann immer sagen, das machen wir dann in der nächsten Iteration, wenn das nächste Funding kommt. Also deswegen weiß ich gar nicht, ob es jetzt per se, ob ich es jetzt gefährlicher finde, dass Bosch jetzt meine Wohnungspläne kennt oder dass irgendein junges Internet-Startup aus irgendeinem anderen Grund das kennt.
Also ich glaube, das ist so ein bisschen, das ist einfach generell ein Thema. Es muss generell einfach weiterhin ein Thema sein. Ich freue mich, wenn der Chaos Computer Club weiterhin da viele Finger in viele Wunden legt und andere Institutionen dieser Art. Ich glaube, das ist einfach wichtig. Ich freue mich unterm Strich auch über die neue Datenschutz-Grundverordnung, auch wenn die uns natürlich jetzt alle genervt hat mit den ganzen Newsletter-Sachen und auch im Produktmanagement. Es war einfach anstrengend für alle, sich darum jetzt zu kümmern und es war aber halt auch mal an der Zeit, sich darum zu kümmern. Also ich glaube, das war einfach okay. Deswegen, ich freue mich eigentlich immer über solche Sachen, dann einfach, dass alle darüber nachdenken müssen. Aber ich glaube, es ist nicht gefährlich. Ich glaube, die kriegen das auch alle ganz gut hin. Die ganzen Großen auf jeden Fall.
Ja, die Frage ist halt, ob sich die Mittelständler alle rechtzeitig leisten können. Ich glaube, das ist so ein bisschen, der ganze deutsche Mittelstand ist ja irgendwie eine wichtige Schicht und ob die das irgendwie rechtzeitig alle hinkriegen, ist halt die Frage. Aber gut, das ist auch so mit jedem Change, wie du schon gemeint hast, im Hafen war es halt auch nicht immer einfach. Da hat sicher auch nicht jeder gepackt, der den Umstieg auf den Container verschlafen hat, hat es halt vielleicht auch nicht gepackt. Deswegen bleibt es nur zu hoffen und allen zu wünschen, dass sie da rechtzeitig irgendwie einen Zugang finden und gute Leute. Es wird einfach weiterhin an guten Leuten mangeln, das ist überall so.
Ja, das stimmt. Das spüre ich ja auch.
Der Markt ist irgendwie leergefegt.
Ja. Ja. Ich bin mit meinen vorbereiteten Fragen so ein bisschen am Ende. Hast du noch irgendwas, was du zu dem Thema weiter... Also habe ich irgendeine Frage nicht gestellt, die ich hätte stellen sollen?
Nee. Eigentlich habe ich jetzt schon viel erzählt. Ich glaube, es bleibt einfach weiter spannend zu dem Thema. Und es bleibt auch nebulös, das Thema. Und ja, wir werden es ständig umdefinieren und daran arbeiten müssen. Digitalisierung ist einfach eine Herausforderung.
Ja, das ist doch ein sehr gutes Schlusswort. Sehr schön. Dann würde ich jetzt zu meinen drei Schlussfragen kommen, die ich immer an sich stelle. Erste Frage. Was ist das größte Thema, das du so persönlich in deinem Geschäft angehen wirst, das man irgendwo im Kontext der Digitalisierung nennen könnte?
Also für mich jetzt für meine kleine Freelancer-Firma persönlich passiert da, glaube ich, nicht so wahnsinnig viel. Da ist eher, ich mache gerade eher wieder, denke eher über so Sachen nach wie Bücher oder physikalische Dinge. Und für die Kunden ist es, glaube ich, wirklich einfach dieser Disconnect oder dieser, ja, dieser Disconnect einfach zwischen den sehr digitalisierten Unternehmen und den, sage ich mal, Nachzüglerunternehmen und da einfach die Brücke zu schlagen, Übersetzer zu spielen auch so ein bisschen. Das ist, glaube ich, das größte Thema. Mal schauen, wie es damit weitergeht.
Das klingt sehr spannend. Ja, ne? Hast du eine Quelle oder gerne auch mehrere Quellen, die irgendwo in diese Ecke Digitalisierung gehen, die du hier empfehlen möchtest, die man sich unbedingt mal anschauen sollte?
Ja, also was ich ganz spannend finde, also es gibt eine Konferenz in Schweden im schönen Malmö, die heißt The Conference. Das ist eine wunderbare Konferenz, da war ich jetzt mehrere Jahre in Folge und das war immer ein Hochgenuss. Da geht es um das Thema, was macht Digitalisierung eigentlich mit unserer Gesellschaft? Die Vorträge sind immer recht weit gefasst. Es sind ganz, ganz unterschiedliche Sachen. Manchmal sind es sehr technische Sachen, manchmal sind es aber auch fast schon künstlerische Sachen. Also das ist wirklich irgendwie ganz spannend. Das kann ich auf jeden Fall empfehlen. Und natürlich gibt es auch super viele Videos aus den letzten Jahren, die man sich alle anschauen kann. Da waren auch immer spannende Sprecher.
Und wer Lust hat hinzufahren, die ist jetzt in ein paar Wochen in Malmö wieder. Es gibt also noch, glaube ich, die Chance. Vor allem spannend ist das Rahmenprogramm. Es geht die ganze Woche. Die meisten der Veranstaltungen außer der Konferenz die ganze Woche über sind auch kostenlos. Es lohnt sich da einfach auch mal quasi ins Rahmenprogramm reinzuschauen, was da so los ist. Das ist eigentlich immer ganz nett. Das wäre, glaube ich, meine Quellen-Empfehlung.
Das klingt spannend. Da bin ich vor zwei Wochen gerade vorbeigefahren.
Na, dann hättet ihr mal einen Stopp einlegen können. Eine wunderbare Stadt.
Genau. Ja, und ich hätte noch einen Moment warten müssen. Ja. Leider ja. Ja, dann letzte Frage. Gibt es jemanden, den du hier in einer kommenden Folge gerne interviewt hättest von mir?
Ja, sie hat darüber nachgedacht. Das ist nicht so einfach. Ich würde jetzt spontan sagen, was spannend sein könnte, ist mit Christine Stumpf zu sprechen. Die ist nämlich quasi Vorsitzende an der Handelskammer vom Ausschuss für Digitale Wirtschaft und eine von den in Anführungszeichen jungen Willen der Handelskammer, könnte man sagen. Und sie hat halt geschafft, einen wahnsinnig guten Ausschuss mit super unterschiedlichen Charakteren zusammenzustellen und auch in dem Thema Digitalisierung sicher nicht einfach, sind wir 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer. Es ist der Wahnsinn. Deswegen, das könnte bestimmt spannend sein. Die hat sicher nochmal auch eine interessante Sicht auf das Thema.
Das ist cool. Ja, sehr spannend. Das werde ich versuchen.
Sehr gut.
Cool. Ja, dann ganz vielen Dank für deine Zeit. Ich danke. Das war nett. Das war unser 31. Interview. Das war Petra Wille. Die Shownotes und alles, was es so nachzulesen gibt, wird es wie immer geben auf wegederdigitalisierung.de. Das hier ist die 31. Folge. Ich bedanke mich fürs Zuhören. Und wenn es euch gefallen hat, schreibt uns einen Kommentar oder teilt es auf Twitter oder am liebsten beides. Und ja, bis zum nächsten Mal.
Vielen Dank. Tschüss. Musik Musik Musik Musik