E03008.08.2018
Wie bringen wir Wissen über Digitalisierung in die Schulen?
Im Gespräch: Diana und Philipp Knodel (AppCamps)

Worum es geht
Diana und Philipp Knodel von AppCamps sprechen über digitale Bildung in Schulen und die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien.
Diana und Philipp Knodel von AppCamps entwickeln digitale Unterrichtsmaterialien für Informatik und Medienkompetenz. Beide haben unterschiedliche Hintergründe: Diana in Informatik und Psychologie, Philipp in Bildungspolitik. Ihr Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler durch praktische, kreative Workshops in Programmierung einzuführen.
AppCamps startete als außerschulisches Projekt für Mädchen und entwickelte sich zu einer Plattform mit Videos, Lernkarten und Abschlussvideos. Die Materialien werden von Lehrkräften in Schulen genutzt, die sich selbstständig weiterbilden. Die Plattform erreichte 70.000 Schüler im letzten Schuljahr.
Um mehr Lehrkräfte zu erreichen, bauen sie eine zweite Plattform namens Phobit, auf der Lehrkräfte eigene Fortbildungen erstellen können. Sie arbeiten auch mit Hochschulen zusammen, um Studierende frühzeitig in digitale Kompetenzen einzuführen. Die Herausforderung bleibt die Skalierung und die Integration in die bestehende Bildungspolitik.
Die Gastgeber betonen, dass es nicht um Technologie an sich geht, sondern um Kreativität, Teamarbeit und Verständnis für digitale Prozesse. Sie nutzen internationale Tools wie App Inventor und Scratch, passen sie an deutsche Bedürfnisse an und fördern eine bottom-up-Entwicklung im Bildungsbereich.
Ursprüngliche Shownotes 08.08.2018
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview:
Webtipps
- App Camps
- App Summercamp of Code
- Act for Impact
- Fobizz
- App Inventor
- Scratch
- Snap
- code.org
- Calliope
- Digital Kompakt
- Edu Couch
- Hotel Matze
- OMR Podcast
- On the way to new work
Buchtipps
- The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google
Scott Galloway - Die Paten des Internets: Zalando, Jamba, Groupon – wie die Samwer-Brüder das größte Internetimperium der Welt aufbauen
Joel Kaczmarek
Transkript
6.798 Wörter
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Hallo und herzlich willkommen zur 30. Folge vom Podcast "Wege der Digitalisierung". Heute bin ich zu Gast bei Diana und Philipp von den AppCamps. Sie kennen uns seit zwei, drei, vier einigen Jahren. Das ist schon eine Weile her. Der Kontakt kam ursprünglich mal zustande, als ihr noch bei Xing wart und ein gemeinsamer Freund von uns auch. Und die beiden machen Digitalisierung im Bildungsbereich, sage ich jetzt mal ganz weit ausgeholt. Am besten stellt ihr euch mal vor und erzählt, was das denn so ist.
Gut, dann fange ich mal an. Wie gesagt, Diana Knotl mein Name. Mein Hintergrund ist Informatik mit Schwerpunkt Psychologie. Ich habe in dem Bereich auch promoviert und war dann tatsächlich nach anderen Stationen bei Xing, habe da als Product Owner für die API gearbeitet und hatte parallel zu der Zeit eben schon angefangen, außerschulisch Angebote zu machen rund um das Thema Programmieren, Workshops für Schülerinnen vor allem, für Mädchen, aber auch für gemischte Gruppen, um eben dem Nachwuchs zu zeigen, dass es ein toller Bereich ist, dass es kreativ ist, dass es Spaß macht und ja, vor allem eben auch Mädchen zu motivieren, sich das mal zuzutrauen oder das zumindest mal auszuprobieren, um dann hoffentlich zu entdecken, dass es vielleicht auch ein Bereich ist, den die sich vorstellen könnten später mal. Genau, und dadurch ist dann eben auch App-Camps entstanden, aber dazu können wir gleich vielleicht noch mehr erzählen. Erstmal lasse ich Philipp sich noch vorstellen. Genau. Philipp,
auch Knodel-Nachnamen, du weißt es, Nils, aber wir sind verheiratet, nicht Geschwister oder so, das wird oft gerätselt und die Leute trauen sich nicht zu fragen und dann ganz am Ende in der Veranstaltung lösen ist dann auf. Also mein Hintergrund, ich habe Politikwissenschaft studiert, dann geforscht zum Thema Bildungspolitik, hatte da erstmal nicht viel mit Programmieren zu tun. War eine Zeit in England, habe dort zum Bologna-Prozess und anderen Bildungsprozessen Interviews gemacht und geforscht, da auch eine Doktorarbeit zugeschrieben und da eben gesehen, wie schnell solche Themen wie Coding, Digital Literacy ins Curriculum überführt werden. Und das einfach, ob das jetzt gut ist oder nicht, das ist eine andere Frage mit der Geschwindigkeit, wie schnell man sowas macht. Aber also im Vergleich dazu gesehen, wie in Deutschland wenig damals einfach passiert ist und im Prinzip bis heute noch passiert.
Und kam da zurück und hab dann, und das ist sozusagen der zweite Teil meiner Geschichte, dann während der Elternzeit in San Francisco mit unserem Großen, der jetzt fünfeinhalb ist, als er sieben Monate alt war, waren wir in San Francisco, während der Elternzeit und dort habe ich aus Zufall mal, sondern Programmier, Ruby on Rails, Crashkurs, vier Stunden auf einem Hackathon mitgemacht. Diana war am Hackathon, ich wollte eigentlich das Oscar zum Stillen vorbeibringen, war begeistert von den großen Kühlschränken und den Pizza-Kadons dort, alles amerikanische Ausmaße und bin dann so ein bisschen in diesen Workshop reingeraten, habe eben gemerkt, wie ich da in vier Stunden unter Anleitung, aber einfach so wie ein Pinterest nachgebaut, als Website. Das sah dann furchtbar aus, meine Variante, aber ich war wahnsinnig stolz, dass das selbst gebaut war, obwohl ich keine Vorgängnisse außer Interesse an Tech hatte vorher.
Genau, das war so mein Erlebnis, einfach zu sehen, wie kreativ das ist, wie viel Spaß man da haben kann, wie schnell man Erfolgserlebnisse haben kann. Und dann haben wir, und das ist sozusagen der AppCamps-Teil der Geschichte dann, 2013 ein AppSummerCamp gemacht. Als wir zurückkamen aus den USA, haben dort ein tolles Tool kennengelernt, App Inventor vom MIT, wo man mit so grafischer Programmierung ganz schnell im Prinzip Android-Apps bauen kann. Also im Prinzip sind es Prototypen und durch die grafische Programmierung ist man halt sehr schnell bei der Logik und muss sich nicht mit der Syntax rumschlagen. Also super für einen Einstieg. Und da haben wir das App Summer Camp gemacht. 14
Damals, genau, für 12 Mädchen damals. So zwischen 12 und 16 Jahren. und das war eigentlich als einmalige Veranstaltung geplant, aber wir haben einfach super gutes Feedback bekommen. Irgendwie wurde die Presse auf uns aufmerksam. Wir hatten irgendwie einen Beitrag in Logo, was natürlich super war und haben daraufhin viele Anfragen bekommen, sowas noch öfter zu machen und das Ganze zu wiederholen. Das haben wir dann auch gemacht und sind quasi so ein bisschen durch Deutschland gereist, mal hier ein Wochenende, mal da in den Ferien, haben uns Urlaub dafür genommen und haben einfach gemerkt, da ist ein Riesenbedarf da. Und haben dann, irgendjemand hatte uns auf einen Wettbewerb aufmerksam gemacht, den Act for Impact von der Social Entrepreneurship Akademie in München.
Und da haben wir uns dann einfach mal beworben. Und einfach nur mit einer Idee beworben, wie wir das, was wir quasi als Workshop-Format haben, skalieren können, um noch mehr zu erreichen.
Genau, und im Prinzip war die Motivation, also die Idee, die wir vorgestellt haben, war eben das, was wir jetzt machen, also eine Online-Plattform mit Unterrichtsmaterial zu digitalen Themen, also Programmierung, aber auch so Sachen, was sind Daten, wir machen was zu künstlicher Intelligenz und einfach den Lehrern so leicht wie möglich zu machen, solche Themen zu unterrichten. Und wir haben damals eben gemerkt, wir haben viel außerschulisch gemacht und haben gemerkt, wir erreichen im Prinzip immer die gleichen. Also es ist leider nicht jetzt zugespitzt, sondern Jungs vom Gymnasium. Also im Prinzip Jungs, weil Programmierung und vom Gymnasium, weil einfach das sind, da sagen die Eltern, geh mal da hin, guck dir mal alles an.
Ganz wenige Mädchen erst mal erreicht und alle sozusagen ausbildungsfernen Familien haben wir außerschulisch nicht gekriegt. Und deshalb war die Idee eben, okay, wir müssen viel mehr erreichen, also irgendwie online, was skalierbar ist und wir müssen einfach alle erreichen und dazu müssen wir in die Schule. Und das ist sozusagen immer die Idee, die wir dort gepitcht haben bei diesem Wettbewerb, haben den gewonnen und dann kann man sozusagen dreieinhalb Jahre abkürzen und dann ging es immer weiter und heute gibt es uns immer noch.
Wobei man noch dazu sagen muss, die Idee, die wir ursprünglich bei dem Wettbewerb eingereicht hatten, die war natürlich nicht genauso, wie es heute ist. Also die Ideen verändern sich natürlich auch. Ich weiß, wir hatten noch die Idee des Coding-Kopters. Also im Prinzip ist es schon, also wir müssten uns das vielleicht nochmal anschauen, weil man hat eben die Ideen, stellt die vor und über die Jahre, über die Zeit verändern die sich natürlich auch. Man lernt quasi die Zielgruppe besser kennen und man weiß, was brauchen die, was funktioniert, was funktioniert nicht. Oder auch so dieses Thema, es muss einfach zugespitzt sein. Also wir dachten halt, dann gibt es irgendwie ein Produkt für Selbstlerner zu Hause, ein Produkt für Schulen und es war halt einfach nicht so klar. Das mussten wir dann eben auch in dem Prozess lernen.
Wer ist genau unsere Zielgruppe, wen wollen wir ansprechen und wie funktioniert es am besten?
Aber gut, das ist ja genau der klassische Start-up-Weg. Wenn ihr heute noch an dem Plan von vor dreieinhalb Jahren festhalten würdet, säßen wir wahrscheinlich jetzt nicht hier.
Ja, eher unverscheinbar.
Ja, und wie weit seid ihr jetzt mit der Bildungspolitik in Kontakt gekommen? Also macht ihr das rein dran vorbei? Oder seid ihr wirklich in den Schulen über die Bildungskultusministerien?
Also es ist eine sehr spannende Frage, weil wir ursprünglich dachten, wir bauen ein gutes Produkt, was unsere Nutzer, also die Lehrer und Lehrerinnen wirklich brauchen. und dann sagen wir sozusagen zu offizieller Seite, also Kultusministerien, hier ist was, das ist kostenlos, empfehle das doch weiter. So war eigentlich die Idee, dass wir einfach top down, also sagen, das ist gut, das verwenden schon ein paar, nutzt es. Anfangs haben wir da auch versucht, das so umzusetzen, haben immer wieder auch mit Behörden gesprochen, also Behörde hier in Hamburg, aber auch anderen Bundesländern haben mit dem Wirtschaftsministerium in Berlin Kontakt gehabt, waren dort und haben einfach gemerkt, wie langsam die Mühlen mahlen dort und wie schwierig es ist, dort im Prinzip sowas reinzukriegen.
Und gleichzeitig auch, wie viel, also Skepsis ist falsch, aber einfach Zurückhaltung da ist, wenn sozusagen irgendjemand kommt, der nicht irgendwie einen Stempel dran hat, den man so kennt. Da kann das Produkt noch so gut sein. Und dann haben wir eben, das haben wir in den Zeitraum einfach gelernt, dann haben wir so ein bisschen gedreht und dann haben wir gesagt, okay, statt jetzt den öffentlichen Weg top-down zu gehen, versuchen wir es bottom-up und wir sprechen nur Lehrer an, weil das sind die, die es letztendlich nutzen. Und das ist der Weg, den wir bis heute fahren. Also wir adressieren unsere komplette Plattform, unsere Seite ist an Lehrer und Lehrerinnen gerichtet. Die nutzen das und die unterrichten damit und die begründen am Ende des Tages auch, ob das zum Rahmenlehrplan dazu passt, die begründenden Eltern gegenüber, was sie gemacht haben, die begründen es in der Schule, der Schulleitung gegenüber etc.
Und das ist sozusagen alles dann deren Aufgabe. Und wir kommen so ein bisschen bottom-up rein. In der Zwischenzeit haben wir einfach so eine sehr große Reichweite und uns auch so ein bisschen einen Namen gemacht dann und sprechen jetzt im Prinzip wieder sozusagen über Top-Down-Wege.
Aber jetzt kommen die eben auf uns zu, und sind interessiert an dem, was wir machen und überlegen, wie sie uns da eventuell noch unterstützen können oder was man eben machen kann, um das noch mehr in die Breite zu bringen.
Genau, das ist cool. Das findet in der Schule statt. Also es ist tatsächlich immer noch außerschulisch. Also es gibt auch Jugendhäuser, irgendwelche anderen Einrichtungen, die mit unseren Unterlagen arbeiten, aber der größte Teil ist in der Schule.
Ich weiß nicht, ob alle schon jetzt genau wissen, was wir bei AppCamps machen. Vielleicht sollte ich das nochmal kurz versuchen.
Das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen.
Genau, weil wir jetzt schon sehr tief eingestiegen sind. Genau, also ich sage immer, wir sind so eine Art digitaler Schulbuchverlag. Also wir entwickeln Unterlagen rund um das Thema Informatik, Programmieren, Lernen und Medienkompetenz. Das sind gerade so die Schwerpunktthemen. Das ist alles online. Das heißt, Lehrkräfte können online über unsere Plattform auf die Unterlagen zugreifen. Und die Unterlagen bestehen normalerweise aus Videos, wo wir einfach dann jeweils das Produkt, um das es geht, in der jeweiligen Stunde vorstellen. Das kann eine App sein, die dann eben vorprogrammiert wird, die die Schüler schon mal sehen und die Tipps bekommen zur Programmierung. Oder das kann eine Einführung sein in das Thema, wie funktionieren Datenflüsse im Internet.
Und dann kriegen die Schülerinnen und Schüler Lernkarten. Die sind dann entweder digital oder die Lehrkräfte drucken die aus, mit denen die dann eben selbstständig arbeiten, normalerweise in kleinen Teams. Und zum Abschluss der jeweiligen Sitzung gibt es dann eben nochmal ein Abschlussvideo, wo verschiedene Expertinnen und Experten die Dinge nochmal aufgreifen und erklären. Zum Beispiel, was sind Schleifen, was sind Variablen, wie kann ich ein sicheres Passwort anlegen und solche Themen eben. Also wir arbeiten viel mit Videos und digitalen Lernunterlagen, die Lehrkräfte einfach nutzen können.
Cool. Und die Inhalte? Also jetzt habt ihr natürlich ein großes Vorwissen, dadurch, dass ihr irgendwo aus dem Tech-Bereich kommt. Und macht ihr die Inhalte alle selber? Andersrum bloß gesagt, ihr seid ein digitaler Schulbuchverlag. Habt ihr dann Autoren, die für euch die Inhalte zuliefern?
Also wir sind kein digitaler Schulbuchverlag. So kann man es sich immer ein bisschen besser vorstellen. Also wir machen zum einen die Inhalte selbst, die entwickeln wir selbst bei uns im Team, aber wir arbeiten auch mit freien Mitarbeiterinnen, vor allem Mitarbeiterinnen, aber auch Mitarbeitern, die einfach Unterlagen entwickeln, aber ganz eng mit uns zusammen. Und normalerweise testen wir neue Unterlagen dann auch immer erstmal, holen uns Feedback ein. Und das Schöne ist, das ist ja alles digital. Das heißt, wenn wir Feedback von Lehrkräften bekommen, können wir das relativ schnell umsetzen. Und es funktioniert tatsächlich sehr gut und wir kriegen auch viel Feedback von Lehrkräften. Also wenn es um Typos geht natürlich, aber auch wenn die sagen, okay, an der einen oder anderen Stelle könnte man quasi das nochmal ergänzen.
Oder das ist vielleicht so einfach, da kann man ruhig noch eine andere Schwierigkeitsstufe einbauen. Und so funktioniert das tatsächlich sehr gut. Und das Feedback, das wir bekommen zu den Unterlagen von den Lehrern, ist super. Also die sind sehr dankbar.
Cool. Jetzt setzt ja eine digitale Plattform, auf der man Unterlagen für digitale Themen hat, voraus, dass die Lehrer schon selbst die Kompetenz haben, die Medienkompetenz, mit solchen Materialien umzugehen. Nehmt ihr das einfach als Grundannahme? Also die Lehrer, die den Stand noch nicht haben, verwenden eure Sachen auch nicht oder schult ihr die noch speziell?
Also das ist auch eine super spannende Frage. Also wir haben jetzt gemerkt mit den Themen, die wir momentan haben, wenn es eben um das Thema App-Entwicklung, Datenschutz und Datensicherheit, Einstieg in die Programmierung geht, da haben wir natürlich eine sehr spitze Zielgruppe. Und es sind auch die Lehrkräfte, die da einfach schon viel Vorwissen mitbringen und sich das einfach auch zutrauen. Mit den Themen erreichen wir natürlich nicht diejenigen, die überhaupt keine Affinität zu den Themen haben. Und unser Wunsch ist natürlich schon, auch die noch zu erreichen. Aber da muss man natürlich an einer anderen Stelle ansetzen. Also da muss man viel über Fortbildungen machen, was wir auch tun. Also wir bieten viele Offline-Fortbildungen an, auch zusammen mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung in Hamburg und auch andere Institutionen in ganz Deutschland.
Aber da haben wir jetzt wieder das nächste Problem, das ist wieder nicht wirklich skalierbar. Das heißt, wenn wir jetzt quasi für Fortbildungen gebucht werden, dann können wir das machen, wir fahren da hin, aber es ist Zeit und Ressourcen aufwendig. Und daher sind wir jetzt gerade dabei, noch eine zweite Sache zu starten, nämlich genau das Thema, wie schafft man es, Lehrer fortzubilden, dass es eben skalierbar ist, dass die eben zu Hause sich selbst weiterbilden können. Und da sind jetzt dabei quasi eine Plattform aufzubauen, auch als Plattformmodell gedacht, dass nicht nur wir die Fortbildungen einstellen, sondern auch einfach tolle Lehrkräfte, die schon viel Wissen in diesem Bereich haben, die dann eigene Fortbildungen über diese Plattform ausspielen können.
Cool. Ja, und das Ganze nennt sich Phobit und ja, ist noch ganz am Anfang, aber wir haben schon erste Lehrerinnen und Lehrer, die es nutzen und ist auch super spannend und interessant.
Das ist auch eine der Wurzeln dafür, wo die Idee herkommt. Mit AppCamps haben wir die Unterrichtsmaterialien und dann können die Lehrer die Themen unterrichten. Aber wenn man wirklich was ändern will und auch die mitnehmen will, die jetzt noch nicht so in den Themen drin sind, dann muss man im Prinzip die Lehrer befähigen. Da muss man einen Schritt zurückgehen und zuerst mal fortbilden. und dann Unterlagen immer noch bereitstellen, aber im besten Fall befähigt man die so sehr, dass die dann selber auch sowas entwickeln könnten. Also das ist so ein bisschen, deshalb passen die zwei Sachen einfach auch sehr gut zusammen. Aber trotzdem, also wir haben jetzt gerade die Zahlen, so ein bisschen mit den Zahlen schon nähert und haben jetzt im letzten Schuljahr, also im vergangenen Schuljahr 17, 18, haben wir 70.000 Schülerinnen und Schüler erreicht über Lehrerinnen und Lehrer.
die unsere Önderlagen genutzt haben. Trotzdem ist es eine mini-kleine Gruppe, die das gemacht hat. Das darf man nie vergessen. Da ist noch ganz, ganz, ganz viel zu machen und es gibt noch ganz viele Lehrkräfte, die sich noch gar nicht, das ist gar nicht, dass sie nicht wollen, aber die sich gar nicht mit dem Thema beschäftigen, weil die einfach zu weit weg sind. Die müsste man einfach mittelfristig auch abholen. Das ist ein weiter Weg Das werden wir nicht alleine schaffen, aber ein kleiner Schritt dazu auf jeden Fall.
Gut, 70.000 Menschen ist schon erstmal eine Zahl.
Da sind wir auch echt stolz drauf, weil das so wirklich von Schuljahr zu Schuljahr gestiegen ist. Also wir hatten letztes Jahr 25.000, also letztes Schuljahr, im Jahr davor dann, wo wir sozusagen die Plattform zum ersten Mal als Prototyp aufgesetzt hatten, waren es 3.500. Also wo wir gesehen haben, Skalierung funktioniert, aber sozusagen noch klein. Ja, cool.
Jetzt kommen ja jedes Jahr auch neue Lehrerinnen und Lehrer irgendwo aus dem Studium. Habt ihr da im Blick, haben die schon dann die Digitalkompetenz? Also ist das in den Lehrplänen für angehende Lehrer schon drin? Oder wäre das der konsequente Schritt nach Adcamps und Vorbild, dass ihr an die Unis noch müsst?
Also im Prinzip ist es ja nie, also es gibt ja nicht die Lehrer oder die Lehrerin, sondern es gibt natürlich da auch eine ganz große Varianz. Und es gibt natürlich auch Lehramtsstudierende, die einfach schon viel Wissen mitbringen. Aber es gibt auch diejenigen, die da einfach wenig Berührung zu haben. Und auch hier ist es wieder, die ganzen Hochschulen, die ausbilden, sind natürlich sehr unterschiedlich. Aber wenn man sich die Studien anschaut, die es eben zum Thema Lehrerausbildung gibt, dann ist es eher so, dass die noch nicht so viel mitbekommen im Studium. Und in der Tat sind wir da auch so ein bisschen involviert. Also an der TU Berlin hatte ich tatsächlich eine Gastprofessur, wo ich Lehramtsstudierende auch in diesen Themen ausgebildet habe und Seminare angeboten habe.
Aber das war auch ein Jahr begrenzt, diese Gastprofessur. Das war einfach so ein Programm, das angeboten wurde. Und ich bin aber weiterhin als Dozentin an der TU Berlin, weil mir das Thema einfach auch sehr wichtig ist, genau an der Stelle anzusetzen, dass man die Studierenden schon entsprechend quasi qualifiziert, dass die dann eben, wenn die rausgehen, schon entsprechendes Wissen mitbringen.
Ja, ich muss da gerade dran denken. Unser großer Sohn hat jetzt gerade schwimmen gelernt. Und der Schwimmlehrer ist jetzt mittlerweile lange in Rente, aber der hat erzählt, der hat seinen Moment der Erleuchtung sozusagen war, dass er als Rettungsschwimmer an der Nordseeküste saß in seinem Lehramtsstudium und dann gesagt hat, dass die meisten Badeunfälle von Leuten passieren, die eigentlich schwimmen können und dass eigentlich die Ausbildung, wie man schwimmen lernt, nicht richtig ist. Und dann hat er in den 70ern wahrscheinlich sein eigenes So-sollte-man-schwimmen-lernen-Programm ausgedacht. Hat das dann irgendwann in den Ferien in einem Schwimmbecken den ersten fünf Leuten beigebracht. Und mittlerweile ist der International Speaker auf allen Konferenzen und bildet vor allen Dingen Lehrer in China aus.
Also der hält an jeder chinesischen Universität Vorlesungen über, wie man schwimmen lernen sollte. Da musste ich gerade schon denken, dass das eigentlich genau auch euer Weg wahrscheinlich dann ist. irgendwann diese Kompetenz einfach in allen Lehrern, also ich meine, die, die jetzt da sind, werden irgendwann in Pension gehen. Also natürlich muss man die jetzt noch, solange sie noch lernen, aufschlauen, aber wenn man es nachhaltig lösen will, müsste man ja eigentlich an die Quelle. Absolut.
Das ist auch eine schöne Analogie mit diesem Schwimmlehrer. Ich glaube, das Schwierige ist eben, wenn man also wenn man an der Lehrerausbildung was ändert, bis das dann sich sozusagen so auswirkt, dass die Schüler dann in der Schule was von mitkriegen, dann da gehen 15 Jahre ins Land. Also es sind so, da gibt es Untersuchungen zu, das sind dann irgendwelche, die sich angeguckt haben, wie Inhalte, die in die Ausbildung an die Uni reingehen, bis die sich wirklich durchsetzen dann. Und 15 Jahre ist halt, das ist sicher der Bogen zum Thema Digitalisierung, 15 Jahre ist eine echt lange Zeit. Unabhängig davon, ob Digitalisierung, ob es sowas gibt oder nicht, ist 15 Jahre lange Zeit. Und so lange kann man halt nicht warten.
Im Prinzip kommt dann noch erschwerend sicher dazu, dass hier halt so viele verschiedene Varianten hat, mit Föderalismus und eigenständiger Länder, also da passiert ja auch viel und da gibt es auch viele positive Seiten, aber das macht sozusagen diesen Weg über wirklich die Ausbildung, da Schrauben zu drehen, noch viel mühsamer. Und das ist ein riesiges Brett, was wir nicht mal anbohren können, sondern so ein bisschen Impulse geben. Und das ist sowas, also wir sind ja überzeugt von, dass wenn man zum Beispiel, was wir da in Berlin gemacht haben, so eine Art Blended-Modell mit angehenden Lehrern und Lehrern zu machen, dass man mit solchen Pilotprojekten halt auch einfach vielleicht Sichtbarkeit bekommt und dann einfach Wege aufzeigt, wie es funktionieren kann auf einem anderen Weg als sozusagen den offiziellen politischen Prozess, bis solche Inhalte dann in die Ausbildung reingehen. Also da gibt es viele Zwischenwege und die braucht man, weil ansonsten dauert es zu lang.
Ja klar, und das ist ja natürlich keine Lösung, die jetzt heute irgendwas ändern würde.
Nee, ich muss ja an diesem Schwimmbeispiel ein bisschen drauf umdenken, das finde ich ganz gut.
Aber was vielleicht nochmal wichtig ist zu sagen, also es geht ja jetzt nicht darum, einfach Digitales in die Schule zu bringen, dass Digitales in der Schule ist, sondern es geht einfach darum, dass die Jugendlichen, die heute in der Schule sind, einfach ein besseres Verständnis haben, was passiert gerade, wie verändert sich die Welt, in der wir leben und wie können sie selbst eben Teil oder ihrem Teil dazu beitragen und es ist einfach, das ist das Wichtige, also Es geht auch, was einfach extrem wichtige Kompetenzen sind und wenn man eben auch mit Experten spricht, es geht um Kreativität, um Kommunikation, um Teamarbeit. Und da können uns einfach digitale Tools und Werkzeuge helfen, in diesen Bereichen einfach sich noch selbst zu verbessern oder im Team zusammenzuarbeiten.
Und es ist einfach wichtig, dass die Schülerinnen und die Schüler das in der Schule schon sehen und erleben und lernen. Und das fehlt halt häufig noch. Und wie gesagt, es geht nie nur um die Technologie an sich, sondern quasi um das Ganze drumherum.
Das sieht man auch an der Debatte, wie die in den letzten Jahren und bis heute immer noch läuft, dass im Prinzip, wenn es um Digitalisierung und digitale Bildung in der Schule gesprochen wird, da wird ganz viel über Infrastruktur gesprochen. Also wie kriegen wir richtige Internetverbindungen an die Schulen? Wie kriegen wir gute Geräte rein? Wie kriegen wir Laptopwagen? Und darum dreht sich ganz viel. Und wenig eigentlich um die Inhalte sorgen. Unser Bereich ist eben diese Inhalte. Die Infrastruktur muss natürlich da sein, aber das müssen andere machen. Aber unser Thema ist jetzt halt, die Inhalte auch zu vermitteln und irgendwie an die Schule zu bringen. Also wir blenden den Infrastrukturteil nicht aus, aber das muss an anderer Stelle gelöst werden.
Ja, klar. Aber gut, also letztendlich ist der Inhaltsteil auch einfach der wichtigere. Also wenn ich überlege, in den 90ern, als ich noch zur Schule gegangen bin, da gab es dann irgendwann den Computerraum und dann haben, weiß ich nicht, per Orda Mufti die Lehrer die Ansage gekriegt, macht doch auch mal was im Computerraum. Und dann stand da vorne irgendein alter Geschichtslehrer und hat gesagt, ich weiß nicht mehr, wo das Ding angeht, ihr macht das schon. Also das war dann Geschichtsunterricht im Computerraum,
aber das hatte keinen Mehrwert in dem Sinne.
Also es muss einen Mehrwert geben, sonst braucht man, Ich hatte einen Physiklehrer, der hatte eine Tafel mit Kreide und einen besten Physikunterricht gemacht. Der braucht keine digitalen Werkzeuge. Der hat das gut gemacht. Es muss ein Mehrwert da sein, um nur Bücher digital zur Verfügung zu stellen, dass der Schulranzen leichter wird. Das ist nicht der Punkt. So ändert man nichts.
Ich finde, das merkt man ja alleine in der Informatikausbildung. Ich habe in Wedel studiert. Die meisten Vorlesungen liefen per Kreide und Tafel. Das war total ausreichend. Also natürlich gibt es ein paar Dinge, die man dann lieber digital sieht, aber Grundlagen Mathematik und Physik und Elektronik. Wenn ich das jetzt auf PowerPoint in einer Tafel sehe, das ändert am Inhalt nichts. Diese Plattform, die zweite, die Vorbild, von der ihr gesprochen habt, dreht sich das dann, wenn da Lehrer ihre eigenen Fortbildungen quasi einstellen, dreht sich das dann auch nur um digitale Inhalte oder denkt ihr da einen Schritt weiter und da kann auch jemand, der den besten Matheunterricht vorbereitet hat, solche Themen verbreiten?
Also momentan dreht sich eher um Medienkompetenz und Digitalisierung, aber nicht ausschließlich. Also wir haben was zum Thema Erklärfilme für den Unterricht oder auch im Unterricht erstellen. Das kann natürlich für alle Fächer funktionieren. Und natürlich kann diese Plattform auch weitergedacht werden und es können auch andere Themen abgebildet werden. Aber hier haben wir wieder dieses Problem, dass wir jetzt natürlich anfangs mit den Lehrkräften arbeiten, die digital affin sind und die das Prinzip Online-Fortbildung verstanden haben. Und das sind dann häufig die Themen, die die dann eben auch anbieten. Aber im Prinzip sind wir da offen auch für alle anderen Themen.
Es soll so ein bisschen, deshalb Plattformmodell, so ein bisschen den Lehrerinnen und Lehrern, die ein Thema haben, was sie gerne weitergeben würden, irgendeinen Raum zu geben. Also viele machen, also ich glaube, was oft passiert ist, dass es dann so Fortbildungen intern gibt, wo so Themen weitergegeben werden. Das ist total gut, aber es ist schade, weil es natürlich nur dieser eine kleine Bereich an der Schule ist. Und wenn man dafür eine Plattform bietet, und das ist die Idee, dass die anderen Lehrer und Lehrerinnen das auch mitkriegen können, das ist so die Vision, wo wir eigentlich hinwollen. Dass wir die Motivierten, die ein gutes Thema haben, Erklärfilme, Greenscreen, das ist so ein Thema, nicht alle, aber viele, wo gerade eine Fortbildung entsteht tatsächlich, wenn es da Leute gibt, dass sie das weitergehen können.
Ich überlege gerade, ob das nicht ein ganz schlaues trojanisches Pferd wäre, dass da halt auf dieser Online-Plattform Fortbildungen wären für Themen, die erstmal gar nichts mit digital zu tun haben. Weil eigentlich alle Lehrer heute ja irgendwie mit Computern arbeiten müssen. Also ich habe eine Nachbarin, die ist Grundschullehrerin, die ist jetzt Mitte 40 und die klagt, jedes Halbjahr wieder über dieses blöde Zeugnisprogramm. Und die macht, ich weiß gar nicht, was sie unterrichtet, aber also nichts, was irgendwie mit Mathe oder Technik zu tun hat. Aber möglicherweise würde die trotzdem sich über Sachkundeunterricht oder Deutsch oder irgendwas so online weiterbilden, weil es ja einfach praktisch ist.
Und also YouTube und das, was alle nutzen, nutzt sie auch.
Klar, also auf alle Fälle. Das ist eine Möglichkeit. Und wir stehen eben noch ganz am Anfang. Und was wir, glaube ich, auch durch Appcamps gelernt haben, dass man halt einfach möglichst zugespitzt und klar anfangen muss mit einer klaren Zielgruppe, mit einem klaren Thema. Und dann kann man eben im nächsten Schritt skalieren. Und deswegen wollen wir einfach jetzt nicht uns von Anfang an so weit aufstellen, sondern einfach mal gucken, funktioniert es? Wird es angenommen von den Lehrkräften? Wird es vielleicht sogar angenommen von Organisationen und Institutionen, die Fortbildungen anbieten? Dass die Lehrkräfte das am Ende eben nicht selbst zahlen müssen, sondern dass die das bezahlt bekommen? Und das sehen wir jetzt eben noch.
Und bisher ist das Feedback aber sehr gut und die Resonanz. Also wir haben jetzt schon über, ich glaube, knapp 600 Lehrkräfte, die auf unserer Plattform lernen. Und das ist schon ganz gut.
Cool. Und Philipp, du hattest am Anfang gesagt, du hast, ich glaube, in England ursprünglich gesehen, wie schnell da Dinge umgesetzt werden auf politischer Ebene, was hier nicht so schnell ist. Versucht ihr da auch irgendwo aus Ländern Dinge zu übertragen über die App-Camps, wo ihr seht, dass das im Ausland besser funktioniert? Oder lässt sich das schwer abbilden?
Also das eine ist ja wirklich der politische Prozess, der da einfach schneller, da gibt es in England eben dieses Beispiel, wie Digital Literacy als Fach dann ins Curriculum kam und dann, das ging rasend schnell und mit wirklich hoher Wichtigkeit wurde das eingeführt. Und dann wurde, und das ist aber der Teil der Geschichte, den man sich dann auch angucken muss, dann haben sie relativ schnell festgestellt, wir haben das jetzt zwar implementiert als Fach, aber wir haben die Lehrkräfte gar nicht, die es unterrichten können. Wir gucken schon, also wir nutzen ganz viele, im Prinzip eher Tools aus anderen Ländern. Also dieser App-Inventor Code.org hat ein tolles Tool. Also das sind Sachen, die wir wirklich hier nutzen.
Die politische Seite, zu sagen, die ist uns egal, wäre falsch, auch da engagieren wir uns auch. da sind wir nicht die, die jetzt Best Practices in anderen Ländern sich angucken und dann hier Empfehlungen machen oder so. Dafür gibt es sozusagen auch wieder im Prinzip andere Gruppen. Also ich bin in einer vorbereitenden Runde zum Digitalgipfel, früher IT-Gipfel, wo im Prinzip für das Wirtschaftsministerium der Gipfel vorbereitet wird, inhaltlich auch dann. Und dort wird genau sowas gemacht, also wo man wirklich in andere Länder guckt, aber eben jetzt nicht so sehr gemünzt auf unser Thema Coding, sondern das ist eher der größere Blick dann.
Und ich glaube, gerade im Bildungsbereich ist es einfach sehr schwierig, Dinge einfach zu übertragen, weil einfach jedes Land unterschiedlich tickt und dann haben wir in Deutschland noch den Bildungsföderalismus, da muss man auch nochmal unterscheiden. Wie gesagt, das Einzige, was wir machen, wir gucken eben, was für Tools gibt es, die vielleicht auch in anderen Ländern schon mehr genutzt werden. und versuchen für diese Tools dann einfach Unterlagen auf Deutsch zu entwickeln, dass die in Deutschland bekannter werden, wie zum Beispiel auch Scratch. Ein großartiges Tool, um den Einstieg in die Programmierung zu erleichtern. Und das sind dann die Dinge, die Inspiration, die wir vielleicht aus anderen Ländern nach Deutschland bringen.
Ja, und also die sind oft Scratches vom MIT, also wird von denen weiterentwickelt, App Inventor auch. Also da gibt es, an Berkeley gibt es Snap, also eine Variante von Scratch, die wir uns gerade angucken, weil die offenbar nochmal ganz spannend ist und so eine schöne Ergänzung ist. Also da gibt es tolle Sachen, die wir uns da angucken. Im Prinzip jetzt bei Tools gibt es in Calliope diesen kleinen Mini-Mikroprozessor, der das Thema auch nochmal ordentlich angeschoben hat hier in Deutschland. Und genau, so gucken wir relativ ergebnisoffen, was es gibt, eher an Tools, Methoden, von denen wir denken, dass die hier auch funktionieren könnten.
Ja, cool. Also auf jeden Fall ein super spannendes Thema. Ich bin ja gespannt, wenn unser Großer in die Schule kommt, wie das dann da aussieht. Ich würde jetzt einfach mal so zu den Schlussfragen kommen. Was ist denn für euch die nächste große Herausforderung im Zuge der Digitalisierung? Also tippe mal darauf, dass das in Richtung Vorbild geht, aber was ist das große Thema, das ihr angehen wollt?
Also ich glaube, wir bleiben auf alle Fälle im Bildungsbereich. Das ist einfach, dafür schlägt unser Herz. Und für uns die Herausforderung ist einfach immer noch, wie schaffen wir es, noch mehr Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Und durch AppCamps haben wir natürlich die Plattform für Lehrkräfte, für Unterlagen. Aber wie du schon gesagt hast, das nächste Thema, das wir jetzt angehen, ist eben, wie schaffen wir es, die Lehrkräfte, die interessiert und engagiert sind, denen zu helfen, sich entsprechend weiterzubilden und auf Themen zu stoßen und neue Ideen und Inspirationen zu bekommen. Und am Ende kommt es natürlich wieder den Schülerinnen und Schülern zugute. Das ist natürlich immer so das Ziel.
Also genau, Lehrer, Aus- und Weiterbildung, das ist so unser, das nächste Ding, was wir angehen wollen. Und immer das Thema natürlich aufmerksam zu sein, was passiert, um neue Themen dann halt auch zu bearbeiten. Also künstliche Intelligenz ist eins, wo wir gerade Inhalte erstellen, weil wir einfach glauben, also nicht nur wir, sondern viele, dass das ein Thema sein kann, was einfach die nächsten 10 plus x Jahre bestimmt. So was wie Blockchain gucken wir uns an, überlegen, ob man das aufbereitet und so weiter. Also das ist die Challenge für uns, genauso wie für Unternehmen und alle Menschen, die da hingucken, zu sehen, was passiert in Zukunft.
Und gleichzeitig finde ich das immer total spannend, dass wir uns einfach, wenn wir diese Themen aufbereiten für Schulen, müssen wir uns selbst erstmal einarbeiten mit Experten sprechen und da Wissen aufbereiten. Das finde ich persönlich total spannend. Auch jedes Mal eine kleine Herausforderung, sich in diese neuen Themen einzuarbeiten, aber es macht unglaublich viel Spaß.
Ja, das glaube ich. Und ich kann mir vorstellen, dass das dann noch besonders herausfordernd ist, das im Prinzip auf ein Schulniveau runterzubrechen, wo man ja auch gar nicht genau weiß, wie viel Vorwissen da ist.
Absolut, genau. Also das ist bei jedem Kurs, den wir entwickeln, oder bei allen Unterlagen eine Herausforderung. Und deswegen ist es eben wichtig, das wirklich mit den Schülerinnen und Schülern zu testen und dann, wir passen es immer nochmal an.
Jetzt habt ihr schon ganz viele Tools genannt, die werde ich auf jeden Fall alle verlinken, aber habt ihr eine oder mehrere Quellen, mit denen ihr euch über dieses Thema Digitalisierung im weiteren Sinne aktuell haltet?
Also generell höre ich gern Podcasts und da habe ich einfach eine größere Liste an Podcasts, wo ich dann immer mal schaue, welches Thema ist gerade spannend. Ich kann einfach mal ganz kurz in meine App gucken, was da so drin ist. Das ist zum einen digital kompakt, habe ich mit drin. Dann die Edu-Couch, das ist der Bildungstalk. Das hat jetzt zwar meistens nicht so viel mit Digitalisierung zu tun, aber Hotel Matze mag ich ganz gerne als Podcast. Relativ neu, der Podcast von Katharina Wolf, Inside Teambuilding. Dann den OMR-Podcast. Da geht es viel um Marketing, aber es ist trotzdem irgendwie ganz interessant und spannend.
Was heißt trotzdem?
Stimmt, vielleicht muss man es rausschneiden.
Nee, muss man nicht rausschneiden.
Und dann, welchen Podcast ich sehr gerne höre, ist On the Way to New Work.
Ja, also bei Podcasts ist im Prinzip, welche Quelle oder welches Medium wir nutzen, also tatsächlich so ein bisschen uns gegenseitig. weil wir hören ähnliche, also wenn ich meine Podcastliste jetzt holen würde, wäre die quasi identisch. Schulz und Böhmermann ist bei mir noch mit drin und so, aber das ist jetzt nicht so ein Digitalisierungsthema, aber die ist weitgehend identisch so und wir sprechen halt dann darüber und das ist sozusagen immer noch eine zweite Ebene zu dem Podcast hören. Das ist für uns, also du bist meine Inspiration.
Danke. Du bist natürlich
Und dann ist viel, also Twitter ist einfach für mich das Medium, um mich zu informieren.
Ja, generell ist es online, also im Prinzip Artikel online, aber für mich gibt es nicht die eine Quelle, wo ich jetzt jeden Tag schaue oder jede Woche, sondern es kommt halt viel tatsächlich über Twitter oder über andere Kanäle rein.
Also zwei Bücher, die ich auf jeden Fall wahnsinnig spannend fand zu dem Thema von Joel Kaczmarek, der auch den Digital Kompakt Podcast macht, dieses über die Samba-Brüder, ich vergesse Titel so schnell, aber die Sambas oder The Samba Brothers, weiß ich nicht. also das ist im Prinzip die Rocket Internet Geschichte von vorne bis jetzt erzählt und das ist, finde ich, total beeindruckend um so ein Gefühl für die Geschwindigkeit zu kriegen, mit der die das gemacht haben, bei allem was man da auch kritisch sehen kann, aber da blieb mir schon fast ein bisschen die Luft weg teilweise, weil es so in einer krassen Geschwindigkeit geht das zweite ist in Scott Galloway dieses Four heißt es glaube ich, The Four wo es halt um die großen amerikanischen Player geht.
Ein eher düsteres Buch, aber einfach auch wahnsinnig spannend, um auch wieder so einen großen Blick zu haben. Dass da nicht nur hier jetzt mit uns in der Schule unser Fokus, dass man nicht nur das sieht, sondern das große Ganze. Da ist schon noch viel, viel, viel mehr.
Ja, cool. Ich werde die auf jeden Fall verlinken. Also ein paar davon stehen schon auf der großen Liste, aber da waren auch ein paar neue bei. Ja. Sehr schön. Ja, dann die letzte Frage. Habt ihr jemanden, den ihr gerne in einem späteren Interview hier im Podcast hören würdet, den ich versuchen soll, vors Mikrofon zu kriegen?
Oder die? Also ja, auf alle Fälle. Ich glaube, wir müssen uns ganz kurz überlegen und synchronisieren.
Wir müssen uns synchronisieren. Ihr dürft auch mehrere Leute nennen. Ich blicke. Also, weil wir vorhin drüber gesprochen haben. Freier ist, glaube ich, ganz spannend. Kann ich mir vorstellen.
Das ist gerade noch Teil des Brainstorms. Ich finde zum Beispiel auch einfach tatsächlich Theresa, unsere Mitgründerin bei Probitz, weil die einfach zum Beispiel in Hamburg die Code Week organisiert. Vielleicht sage ich das mal so, dass man es eventuell auch verwenden kann. Also eine Person, die mir einfällt, auf alle Fälle ist Theresa Grotendorst, die in Hamburg zum einen Jugendhakt gestartet hat, auf die Beine gestellt hat. Ein großartiges Programm für Kinder und Jugendliche, die schon programmieren können. Und zum anderen aber auch verantwortlich ist für die Code Week in Hamburg. Und letztes Jahr fanden da über 60 Veranstaltungen statt, innerhalb von zwei Wochen für Kinder und Jugendliche über Hamburg verteilt.
Das finde ich einfach ein super wichtiges Thema auch. Also unabhängig davon, dass wir es quasi an Schulen bringen, ist es auch immer noch wichtig, dass es Workshops gibt für die Schülerinnen und Schüler, die einfach super interessiert sind und die einfach auch außerschulisch teilnehmen möchten. Also Theresa Grotendorst auf alle Fälle, die unter anderem auch unsere Mitgründerin bei Vogels ist. Genau, die dritte im Bunde. Aber die ist einfach super interessant für dieses Thema auch, glaube ich.
Ja, vielleicht auf dem Rekord Susi oder Carile.
Du siehst, also zum einen haben wir, also genau, also habe ich auch ein großes Frauennetzwerk.
Das ist total gut. Wir hatten am Anfang des Podcasts fast 50% Quote und das ist irgendwie gesunken. Das ist sehr gut, wenn wir dagegen steuern.
Also Carile Klug, die macht gerade viel im Bereich Voice. Also quasi, was ist möglich mit Voice, mit Echo und Google Assistant und so weiter. Macht er auch Workshops und so weiter. Also das finde ich einfach ein spannendes Thema auch.
Also zwei von mir ein, Tim Schurig von Mind Matters, die im Beta-Haus ganz oben sitzen.
Genau, haben wir als Folge 21, 22. Ah, habt ihr schon. Witzig.
Habt ihr da Tim oder wen habt ihr von Mind Matters? Ach, witzig.
Wer mir noch einfällt, also aus dem sozusagen gleichen Dunstkreis Wolfgang Wappara-Beholz, der auch, also meint man das mit gegründet hat, der jetzt aber sich sehr viele Gedanken zu dem Thema macht und einfach auch spannende Projekte hatte schon und immer wieder neu startet. Also das kann ich mir auch vorstellen, dass der eine ganz gute Ergänzung ist.
Und was mir auch noch einfällt, es gibt einen super engagierten Schüler, der auch bei einer Veranstaltung letztens von uns war, der nutzt unter anderem Appcamps-Unterlagen und hat eine AG an seiner Schule gestartet, weil es da keine Angebote gab zu dem Thema. Und sowas finde ich auch einfach mal spannend, mit so wirklich jüngeren Menschen zu sprechen, die das Thema vielleicht nochmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Der Schüler heißt Finn und da könnte ich auch mal den Kontakt herstellen. Der wohnt allerdings auf Sylt. Da müsstest du dann vielleicht mal nach Sylt fahren.
Das werde ich zur Not hinkriegen. Lästig einrichten.
Vielleicht auch mal mit Lehrern. Ja, hätte ich auch nämlich gedacht. Weil wir sprechen jetzt immer viel über Lehrkräfte und so weiter. Aber es gibt einfach unglaublich viele tolle Lehrer in dem Bereich, die schon viele tolle Dinge tun. Und da können wir dir gerne auch im Nachgang einfach nochmal ein paar Namen nennen oder einfach die Lehrer auch erstmal anfragen, ob sie Interesse hätten.
Finde ich auch spannend. Ja, gerne. Cool, finde ich auch spannend. Ja, super. Ja, ganz vielen Dank. Also ich bin gespannt, wie mich davon alles vor das Mikro kriegt. Das werden bestimmt coole Interviews. Super. Ja, danke für die Anfrage und
für die Einladung. Hat Spaß gemacht. Ja, schön. Doch, ich habe viel
gelernt. Ich finde das ein super spannendes Thema. Ja, dann weiterhin
viel Erfolg mit dem Podcast. Super, dass du das machst und hoffentlich können so noch andere Menschen mehr über Digitalisierung lernen.
Ganz bestimmt. Ja, ganz vielen Dank, ihr beiden. Das war ein ganz spannendes Interview. Dies war die 30. Folge des Podcasts Wege der Digitalisierung. Alle Quellen, die wir so genannt haben, werde ich verlinken in den Shownotes. Das Ganze ist zu finden auf wegederdigitalisierung.de. Das hier ist die 30. Folge. Wenn ihr Anmerkungen, Ideen, Gedanken habt, schreibt uns gerne einen Kommentar. Schreibt auch gerne Diana und Philipp an, falls ihr da direkt Rückfragen habt. Die Kontaktdaten werde ich auch verlinken.
Ja, und ansonsten vielen Dank fürs Zuhören. Teilt das Ganze gerne mit allen, die es interessieren könnte. Und bis zum nächsten Mal.