E02811.07.201837 Min
Gibt es die perfekten Arbeitsbedingungen?
Im Gespräch: Isabelle Pfister (easYgeneration)

Worum es geht
Isabelle Pfister von easYgeneration spricht über unterschiedliche Arbeitsbedingungen und deren Auswirkungen auf Mitarbeiter.
Isabelle Pfister ist Psychologin und Coach. Sie arbeitet seit 2013 selbstständig. Ihr Schwerpunkt liegt auf Kommunikation, Selbstmanagement und Zeitmanagement. Sie führt Seminare in Unternehmen, vor allem in größeren Organisationen.
Sie berichtet von zwei extremen Arbeitsumgebungen. Ein Unternehmen hat starke Hierarchien, vordefinierte Aufgaben und keine Entscheidungsfreiheit. Mitarbeiter fühlen sich überfordert durch digitale Kommunikation und steigende Aufgaben. Das andere Unternehmen ist selbstorganisiert, aber Mitarbeiter leiden unter zu viel Eigenverantwortung und organisatorischem Aufwand.
Beide Extremformen führen zu Überforderung. In der hierarchischen Firma fehlt Freiheit. In der selbstorganisierten Firma fehlt Struktur. Pfister betont, dass es keine perfekte Arbeitsform gibt. Entscheidend ist, dass Mitarbeiter wertgeschätzt werden und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Sie empfiehlt, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Wertschätzung und Feedback sind wichtiger als starre Strukturen. Die Lösung liegt nicht in einer einzigen Organisationsform, sondern in der Akzeptanz von Vielfalt und Lebensphasen.
Ursprüngliche Shownotes 11.07.2018
Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsumgebung der Menschen sind ganz unterschiedlich. Einerseits verdichtet sich die Menge der Aufgaben, die jeden einzelnen an einem Tag über unterschiedliche Kanäle erreichen können – andererseits verändern die Werte der Generation Y viele Arbeitsplätze zu einem flexibleren, selbstbestimmteren Umfeld und verlangen den Mitarbeitern viel mehr Eigenverantwortung und Selbstmanagement ab.
Wie kann man damit so umgehen, dass alle glücklich sind? Eine spannende Perspektive auf den Arbeitsalltag vieler Menschen hat Isabelle Pfister von easYgeneration. Sie gibt Seminare in Zeit- und Selbstmanagement und kennt die Wünsche und Probleme an der Basis gut.
Im Interview beschreibt Isabelle zwei extrem unterschiedliche Systeme, die in Unternehmen bestehen können und sagt: Wir landen beim Selbst- und Zeitmanagement immer wieder bei der Frage: „Ist das System, in dem ich bin, das richtige für mich?“
Auf beiden Seiten kann ich als Mitarbeiter auf ganz unterschiedliche Weise überfordert sein. Die Frage ist also: Wie kann man den Weg der Veränderung für die Mitarbeiter besser gestalten?
Isabelles Antwort darauf ist ganz klar: Den Kontakt zu den Mitarbeitern nicht zu verlieren. Manchmal hat man vielleicht die Vorstellung, man tut den Mitarbeitern etwas Gutes. Und dann ist man vielleicht gar nicht so offen für das, was gebraucht wird oder nicht so gut ist. Deshalb ist es als Führungskraft wichtig, immer wieder nachzufragen, wie die eigenen Ideen ankommen und durch sein ehrlich offenes Ohr auch seine Wertschätzung sichtbar auszudrücken.
Unser Fazit in diesem Gespräch ist: Es gibt nicht die eine richtige Lösung, wie man diesen ganzen Veränderungen begegnen kann. Es gibt verschiedene Organisationsformen, die für unterschiedliche Anwendungen Sinn machen. Nicht jeder Mensch passt in jedes Unternehmen. Das Optimum ist für jeden anders.
Isabelle wünscht sich im Interesse aller von den Führungskräften ein wertschätzendes Miteinander, das Gucken auf die Bedürfnisse der Einzelnen und den ehrlichen Versuch, mit der Verschiedenheit konstruktiv umzugehen.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview
- easYgeneration
- Intrinsify.me (Netzwerk)
Buchtipp
- work is not a job: Was Arbeit ist, entscheidest du!
Catharina Bruns
Transkript
5.467 Wörter
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Hallo und herzlich willkommen zur 28. Folge unseres Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute haben wir einen sehr spannenden Gast, Isabel Pfister und das Interview wird geführt von Rieke. Sie hat mich ja schon einmal interviewt in unserer Rückschau-Folge, sage ich mal. Heute führt Rieke das erste Interview. Isabelle ist von der Firma Easy Generations und führt Seminare durch in Firmen zum Thema Zeitmanagement, eher in den größeren Firmen und erlebt dabei genau diese spannenden Herausforderungen, zum Beispiel Bereich Selbstverantwortung, wie kann man das umsetzen und so weiter. Also irgendwie Randbereich der Digitalisierung. Ich bin sehr gespannt, was die beiden da alles zutage fördern werden. Auf geht's und viel Spaß!
Ja, vielen Dank. Genau, also ich bin Psychologin, ich bin seit 2013 selbstständig als Coach und Trainerin und habe mich so ein bisschen fokussiert auf die, die jetzt eine andere Arbeitswelt erleben als das, was so in den letzten Jahrzehnten vorherrschte. herrschte, habe angefangen zu sagen, dass ich so, weil ich selber auch aus der Generation komme, die Expertin für die Generation Y bin, die ja sehr lange, sehr medial betrachtet wurde und auseinandergenommen wurde. Bin da jetzt so ein bisschen weg davon, auch wenn mein Firmenname immer noch Easy Generation ist. Das hat aber auch noch andere Gründe. Aber von diesem Generationendenken bin ich insofern weg, als dass ich gemerkt habe, es geht gar nicht nur um eine bestimmte Geburtenkohorte, sondern eigentlich um Wertewandel, der damit zusammenhängt.
Also diese ganzen Wünsche, die man der Generation Y so zugeschrieben hat nach Partizipation, nach Kollaboration, nach Selbstverwirklichung etc. pp. waren, glaube ich, einfach Werte, die postmaterialistische Werte sind, die schon auch mal vor 20, 30 Jahren irgendwie in kleineren Gruppen vielleicht in den vorangegangenen Generationen vorherrschten. Und ich glaube, dass die auch deswegen so lange in den Medien war, diese Generation, weil es eben ein Synonym dafür ist, was sich alles verändert. Also ich glaube, dass viele der Wünsche und der Bedürfnisse, die man der Generation zugeschrieben hat, auch andere, ältere Menschen betreffen. Gleichzeitig ergeben sich daraus aber auch Veränderungen in der Arbeitswelt, die einfach notwendig sind, weil die Welt eine komplexere wird, weil es alles schnelllebiger ist.
Und dementsprechend müssen die Mitarbeiter ja auch flexibler sein können, müssen schneller reagieren können, müssen mehr selbst entscheiden können. Also ich glaube, da kommen so Wünsche und Bedürfnisse auf der einen Seite beim Einzelnen zusammen mit auch notwendigen Veränderungen, die von Organisationsseite her notwendig sind.
Das heißt, du denkst, das ist jetzt eher nicht die Frage dieser bestimmten Gruppe, sondern eine Art Leitkultur, die daraus entsteht. Genau.
Aus diesem Themenbereich. Ja, genau. Also von daher, das war jetzt sehr weit ausgeholt zu der Frage, was mache ich eigentlich? Wie gesagt, anfangs hatte ich mich so fokussiert auf die Gen Y, was auch daran lag, dass ich selber aus dieser Generation komme, mich damit auch gut identifizieren kann mit diesen Werten. Ich bin noch recht jung als Selbstständige. Also die meisten Kollegen sind so 10, 15 Jahre älter mindestens, wenn sie sich selbstständig machen. Von daher war das auch so ein bisschen ein strategischer Gedanke mittlerweile. Und das bildet sich auch einfach in meiner Auftragslage ab, bin ich aber nicht nur für die Berufseinsteiger da und zuständig, wenn man so will, sondern arbeite eben mit Mitarbeitern aus sämtlichen Altersgruppen und merke eben da auch, wie ähnlich oder auch unähnlich die Wünsche und Vorstellungen sind davon, wie das Arbeitsleben auszusein hat.
Vielleicht auch in der Hoffnung, dass du mit deiner Generation abfärben kannst. Ja, genau. Meine Kernthemen sind Kommunikation. Ich habe ganz viel beim Schulz von Thun gemacht hier an der Uni in Hamburg. Von daher bot sich das an, das dann auch beruflich zu machen. Und Selbstmanagement, wo dann eben auch Zeitmanagement mit dazu fällt. Ich sage immer, Selbstmanagement ist ein bisschen größer als Zeitmanagement. Das ist so ein Aspekt davon. Aber beim Selbstmanagement geht es ja noch mehr darum, mal zu gucken, was ist mir eigentlich wichtig im Leben? Was ist so meine Vision? Wie stelle ich mir das vor? Was brauche ich letztendlich, um glücklich und zufrieden zu sein?
Und das ist ja wieder auch so ein typisches Gen Y-Thema oder Thema der Neuzeit oder wie man es auch immer sagen möchte. Ja, das war unser Aufhängepunkt beim Kennenlernen, glaube ich, dass wir gemerkt haben, ah ja, das sind doch genau Themen. Genau. Du hast mir von zwei sehr unterschiedlichen Kunden erzählt und das fand ich sehr spannend. Magst du da nochmal beschreiben, wie die waren? Wie dein Erleben auch da war?
Genau, also ich war, wir nennen sie vielleicht Unternehmen A und Unternehmen B. Ich war, kurz bevor wir uns kennengelernt haben, in einem Unternehmen für einen Tagesworkshop, der hieß Zeitmanagement Kompakt. Also ich hatte einen Tag Zeit mit den Mitarbeitern, Zeitmanagement Kompakt zu machen. Da atme ich schon mal durch, aber gut, Kunde bezahlt, Kunde ist König, also gehe ich da hin und versuche dann eben an einem Tag alles unterzubringen, was ich wichtig finde. und habe zunächst mal festgestellt, dass die meisten Leute, die mir gegenüber saßen, wirklich so an der Basis gearbeitet haben. Also da tatsächlich, ich kann es nicht anders sagen, Befehlsempfänger waren. Es gab eine Führungskraft, die noch nicht so lange im Unternehmen war und der Herr war teilweise sehr geschockt, was er mitgekriegt hat, was ihm die Kollegen erzählt haben oder was er da so mitbekommen hat.
Während des Seminars. Genau. Also die waren alle, die meisten waren wirklich irgendwie schon so 30, teilweise 35 Jahre in einem Unternehmen seit der Ausbildung da geblieben. Es war ein sehr großes Unternehmen. Ich glaube, man könnte schon fast Konzern sagen. Waren da einfach schon sehr, sehr lange und waren ja relativ weit unten in der Hierarchie, die da sehr stark ausgelebt wurde. waren geschickt die meisten von ihren Führungskräften in dieses Seminar. Und ich habe dann natürlich nach bester Manier versucht, denen was beizubringen über Priorisierung, wie kann ich meinen Tag planen, sodass ich ihn optimal ausnutze, damit ich dann effizient und effektiv arbeiten kann etc. pp. Und immer wieder kam dann die Frage, ja, das ist ja in der Theorie alles ganz schön, was Sie uns da erzählen, aber die Realität sieht ja so aus, dass ich morgens an meinen Arbeitsplatz komme und mir mein Vorgesetzter eine Aufgabenliste gibt, mit Prioritäten versehen, mit Angaben, wie lange eine Aufgabe bearbeitet werden darf.
Das ist unglaublich.
Also die hatten wirklich quasi null Freiraum und worunter die jetzt insbesondere sehr gewitten haben, gut, die hatten natürlich auch schon ein gewisses Alter und eine gewisse Behäbigkeit vielleicht, kann man es so sagen, aber worunter die sehr gelitten haben, war einfach, dass mit diesen neuen Kommunikationswegen, sprich E-Mail und dann hatten die noch so eine interne Plattform, die Aufgaben einfach viel, viel schneller zu denen gekommen sind. Und das heißt, sie hatten immer noch genauso viel Zeit wie vor 20 Jahren, aber mussten quasi doppelt so viele Aufgaben bewältigen. Achso, also noch zusätzliche Aufgaben zu dieser Liste, die dann so rein pingen, so gedacht? Nee, ich glaube, es ist, wie man das ja in vielen Unternehmen beobachten kann, einfach so gewesen, dass Personal abgebaut wurde und dann die Aufgaben waren immer die gleichen, also gleiche Aufgaben, aber weniger Leute und damit verdichtet sich das.
Also die haben berichtet über eine sehr starke Verdichtung im Arbeitstag. Und dass eben wirklich so null, selbstbestimmt, keine Möglichkeit irgendwas zu schieben, mal zu entscheiden, okay, das ist jetzt wichtiger als das. Es war alles vorgegeben und gab wirklich keinerlei Freiheiten.
So, dann wird ja das von Management irgendwie auch ad absurd umgeführt.
Ja. Also das fand ich irgendwie ganz spannend, gerade vor dem Hintergrund, dass ich dann das Zeitmanagement kompakt machen sollte, weil ich dann irgendwann auch da stand und meinte, ich weiß jetzt ehrlich gesagt auch nicht, was ich Ihnen beibringen soll. Wenn Sie selbst nicht mal Prioritäten setzen können, was soll ich Ihnen dann darüber beibringen? Das war das eine Extrem. Und das andere Extrem war ein Kunde, ein relativ junges Unternehmen, mit so 140 Mitarbeitern ungefähr, komplett selbst organisiert seit einiger Zeit. Also nicht von Anfang an, aber seit einiger Zeit. Da habe ich ein Seminar gemacht, zwei Tage Selbstmanagement, Selbst im Zeitmanagement, was auch sehr schnell ausgebucht war.
Also die Mitarbeiter konnten sich natürlich alle selbst anmelden. Die haben dann eine Plattform, worüber die ganz viel kommunizieren im Unternehmen. Und das Seminar war sehr schnell ausgebucht, was mich natürlich sehr gefreut hat. Und ich habe mich ganz doll gefreut auch auf diese zwei Tage, weil ich dachte, ja super, jetzt kann ich hier endlich mal denen was beibringen, was sie dann auch umsetzen können, gerade nach dieser anderen Erfahrung und habe dann festgestellt, ja, die haben ganz viele Freiheiten und könnten ganz viel auch machen, machen das auch. Also ich habe nach wie vor auch Kontakt zu den Kunden und nicht zu den Einzelnen, aber ich kriege so ein bisschen mit, was da passiert seitdem.
Und die setzen das um und arbeiten daran, auch auf Organisationsebene, aber da ist eben auch deutlich geworden, dass so diese Selbstorganisation auch nicht das Nonplusultra ist für jeden. Also die haben dann andersrum, die hatten ganz, ganz viele Freiheiten und mussten sich wirklich um alles selbst kümmern. Ja, selbst um, ich brauche einen neuen Bürostuhl und muss mir den bestellen. Und die haben sich da irgendwie mehr Struktur gewünscht, was ich total spannend fand. Also die wollten, hatten wirklich einen großen Leidensdruck und wollten konkrete Ansprechpartner für bestimmte Themen. Die wollten vieles von dem, was sie selbst gestalten können, gar nicht selber übernehmen, weil sie gesagt haben, ich habe gar keine Zeit mehr für meine Kernaufgaben oder für meinen eigentlichen Job hier.
Weil sich das dann so
sehr geleppert hat, irgendwas zu organisieren. Genau.
Ich finde das ja auch immer ganz spannend, in so selbstorganisierten Unternehmen ist natürlich so dieses Miteinander Reden und Abstimmen und auch Entscheidungen werden da ja anders gefällt, als wenn einer sagt, wir machen das jetzt so und alle rennen hinterher. Das nimmt ja viel Zeit in Anspruch und auch das war so ein Punkt, den die zum Beispiel so ein bisschen kritisch gesehen haben, tatsächlich so muss es immer eine Konsens, ich bin da keine Expertin, aber ich glaube Konsensentscheidung sein oder dann gab es so einen Beraterentscheid und so, also das nimmt einfach sehr, sehr viel Zeit in Anspruch und wenn dann noch so Sachen dazukommen, wie, die ja eher so organisationale Geschichten sind, wie Bürostuhl oder neuen Computer oder so, dann ist am Ende wirklich nicht mehr viel Zeit übrig.
Ah, okay, also das heißt auch quasi kleine Entscheidungen werden dann da basisdemokratisch ausgehandelt. Ja, die haben da so eine bestimmte Abstufung.
Also das war auch ein Feedback, was wir dann auch weitergegeben haben ins Unternehmen rein quasi, dass da auch nochmal kritisch drauf geguckt wird. Muss denn jede kleine Entscheidung von sämtlichen Leuten diskutiert werden und beratschlagt werden und so? Ja, und das fand ich einfach irgendwie so ganz spannend, dass ich da jetzt in kurzer Zeit ja diese beiden Extreme erlebt habe und gesehen habe, wie eigentlich in beiden Fällen ja sehr die Digitalisierung sehr unterschiedliche Auswirkungen hat. Bei den einen verdichtet sich die Arbeit einfach und wird immer mehr und immer schneller und so. Und die Möglichkeiten Mitarbeitern Aufgaben zuzuschustern wird noch leichter, die ja teilweise wirklich auch so kurz vor dem Burnout standen.
Kein Wunder, also was für eine machtlose Situation.
Und auf der anderen Seite aber die, die halt das komplette Gegenteil haben und da auch nicht total happy mit sind. Das fand ich irgendwie ganz spannend. Also auch da gab es, wie gesagt, einen großen Leidensdruck.
Es hört sich, finde ich, so an, als wenn auf beiden Seiten man auf eine ganz unterschiedliche Weise überfordert sein kann. Also überfordert einfach irgendwas zu schaffen, was man nach irgendeinem Rechnungssatz schaffen müsste. Auf der anderen Seite halt alles selber hinzukriegen. Ja, und dann ja auch vielleicht zu wissen, was gehört überhaupt dazu und dann fällt es einem vielleicht irgendwie auf den Fuß, weil also ein junges Unternehmen sind, manche Aufgaben, die findet man ja erst nach einer Weile. Dass man vielleicht merkt, ach ja, Mensch, sowas gehört ja auch dazu. Das müsste man sich vielleicht auch kümmern. Und wenn das jedem einzelnen Mitarbeiter so geht, die haben ja nur noch Chaos im Kopf, stelle ich mir gerade so vor.
Oh je, ja. Und kannst du dir, also konntest du denen was gut raten?
Ja, also wir haben, das war auch für mich dann eine schöne Herausforderung, ganz spontan mal gesammelt, was so eher strukturelle, organisationale Probleme sind, die sie sehen, also was so quasi Aufträge sind, wir haben dann Aufträge gesammelt, so ein bisschen problemlöseorientiert, statt Probleme zu sammeln, wir haben Aufträge gesammelt, wo sie meinten, da müsste es Verantwortliche geben, da müsste es Ansprechpartner geben, haben das dann erstmal an HR kommuniziert und haben dann mit diesem Aufgabenpaket einfach weitergearbeitet. Also gar nicht so zu verstehen, dass die das jetzt alles machen müssen, sondern dass es da einfach liegt und die sich darum kümmern, dass das alles angegangen wird.
Das waren so verschiedene Aspekte. Und da haben wir ziemlich viel Zeit drauf verwendet, was aber, glaube ich, für die Teilnehmer gut war, weil sie gemerkt haben, es geht nicht nur mir so, es waren halt auch einige dabei, die recht neu waren. Und dann ist ja auch, wenn man so von außen in so eine Selbstorganisation, selbstorganisierte Unternehmensform kommt, das ist, glaube ich, nochmal doppelt schwer.
Wenn man es vorher gar nicht kannte.
Und dann stellt sich das ja auch immer so als bunte, schillernde Welt dar, in der alles möglich ist. Und dann ist man natürlich auch wahrscheinlich, also könnte ich mir vorstellen, sehr euphorisch, wenn man da dann startet und wenn man dann merkt, so pfuh, das ist aber auch alles nicht so prickelnd und nicht nur toll und nicht nur schön. Also die hatten ein ganz tolles Miteinander da und so. Das war schon wirklich auch viel schöner in dem Unternehmen. Aber ich glaube, für die war es ganz gut, sich mal auszutauschen in einem geschützten Rahmen. Auch was ist schwierig, das machen die auch außerhalb des Unternehmens, das habe ich mitgekriegt. Aber da dann auch mal so ganz konstruktiv drauf zu gucken und zu gucken, okay, was müsste sich denn hier strukturell ändern, damit so bestimmte Energiefresser, wir haben da an Energiefressern gearbeitet bei jedem Einzelnen, damit die einfach verschwinden.
So, also daran haben wir gearbeitet. Genau, das war die Frage. Und dann habe ich denen aber auch einiges mitgegeben, was sie selber ja auch im Kleinen schon mal ändern können. Also es ist ja dann häufig so, das erlebe ich auch in allen Unternehmensformen, dass dann die Meetingkultur ist so, das dauert immer, Meetings dauern so lange, es kommen nicht alle pünktlich, es ist irgendwie nicht klar, worüber man redet, das ist ja immer, also in allen, ich habe noch kein Unternehmen erlebt, in denen das kein Zeitfresser ist. Meetings sind immer Zeitfresser, das ist vielleicht auch ein ganz gutes Beispiel. Und dann haben wir da aber auch nochmal geguckt, ganz individuell, was kann ich denn persönlich ändern an meinem Verhalten in Meetings oder wofür ich überhaupt Meetings einberufe.
Ja genau, wen redet man ein, solche Sachen. Genau, sowas. Und was dann ja vielleicht auch ausstrahlt nach außen. Also es muss ja nicht immer alles so kulturell angegangen werden und von oben beschlossen oder mit allen abgestimmt werden, wie in dem Fall. Manchmal kann man, finde ich, auch als Individuum schon ein paar Dinge anders machen.
Ja, gerade Meetingkultur. Also das ist ja wirklich was, was sich so ein bisschen entwickelt irgendwie. Und man guckt sich das so ein bisschen hier ab und ein bisschen da ab. Und dann kriegt das so ein Eigenleben vielleicht auch.
Ja, und ich glaube auch Sachen, die gut sind, die setzen sich auch durch. Wenn andere Leute sehen und andere Kollegen merken, okay, das ist irgendwie total sinnvoll. Also wenn ich als vielleicht erst mal Einzige immer hinterfrage, warum bin ich denn in dem Meeting anwesend, warum soll ich da sein, kann ich da was lernen oder kann ich was beitragen? Und wenn ich beide Fragen mit Nein beantwortet kriege, dann kann man ja durchaus mal fragen, muss ich denn dann eigentlich dabei sein? So wenn man damit anfängt, dann ist es bestimmt erst mal so ein bisschen, wird man vielleicht ein bisschen kritisch beäugt. Aber dadurch, dass ja das jetzt zum Beispiel alle als Zeitfresser haben, ist es glaube ich auch was, was sich dann manche auch abgucken würden.
Ja, das ist so ein mutiger erster Schritt. Genau. Und ich glaube, davon kann man immer mehr machen, als viele annehmen.
Ja, und ich glaube, das ist aber auch gut, wenn das dann nicht einer alleine machen muss. Also dadurch, dass diese Gruppe nun bei dir war und sagen kann, ja, dann fragen wir jetzt alle mal an der Stelle vielleicht ein bisschen mehr nach. Ich meine, jetzt ist das vielleicht in dem Unternehmen noch leichter, aber an einem, wo ich gerade denke, wo ich mal Mitarbeiterin war, wenn das alle schon so hingenommen haben und man kommt da neu rein und fängt an, solche Fragen zu stellen, dann ist es auch kompliziert. Und man ist erstmal der Alien und es ist irgendwie nicht so, dass es gleich aufgenommen wird oder wertgeschätzt wird oder so. Genau, insofern spannend, was du bewegst unter diesem harmlosen Titel Zeit- und Selbstmanagement, finde ich.
Also da steckt ja ganz viel drin, also weiß ich.
Aber ich glaube, für eine Management-Schicht, die dich da bucht, ist das ein reines, naja, ein bisschen effizienter werden, irgendwie Pillen. Also möglicherweise. So werde ich gerne eingesetzt. Genau, das ist mit euch. Ich könnte mir vorstellen, dass das passiert. Hoffentlich nicht bei allen. Aber wie sehr das an die Struktur geht, also an die Struktur des Unternehmens, was du da auch dann letztendlich bewirkst, Das finde ich gerade total großartig, weil das so ein bisschen Graswurzel-Revolutionsmäßig ist und auch wieder zu der Generation Y passt.
Ja, es ist halt wirklich leider nicht in allen Unternehmen dann so gewünscht. Also bei dem Unternehmen A, von dem ich zuerst erzählt habe, da habe ich das natürlich auch zurückgespiegelt an meine Auftraggeberin, also an die Personalfrau, mit der ich da Kontakt hatte. Und wir haben überlegt, ob dann vielleicht ein bisschen anderer Fokus auch sinnvoll wäre. Also ich versuche eigentlich immer auch so ein bisschen Input zum Thema Stress zu machen, weil Umgang mit Stress für mich einfach zum Zeitmanagement auch dazugehört. Und da war jetzt so der Ansatz zu gucken, okay, also die sind hier einfach in so einem System, da werden wir jetzt nichts ändern können. Ja, klar. Aber dann kann ich halt gucken, wie können wir denn mit den Mitarbeitern was machen, was die dazu befähigt, sich gut in diesem System zu bewegen.
Ah, also gab es quasi einen Folgeauftrag, der nochmal da...
Nee, den gab es noch nicht. Aber es wäre quasi die sinnvolle Variante gewesen, da dann zu gucken, wie kann man dann in dem System überleben.
Das ist auch so ein Punkt, an dem ich immer lande, egal wer vor mir sitzt. Ich mache auch offene Seminare, wo dann Leute aus ganz unterschiedlichen Unternehmen zusammenkommen und früher oder später landen wir beim Selbst- und Zeitmanagement immer bei der Frage, ist das System, in dem ich bin, das Richtige für mich? Also das kann man ja auch bei einem selbstorganisierten Unternehmen fragen. Vielleicht passt das auch einfach nicht zu mir. Und ich finde, das ist auch eine gute Erkenntnis, die man mal haben kann. Wenn man merkt, okay, also irgendwie klingt toll und irgendwie finde ich das ideell auch wertvoll, aber ich kann damit nicht umgehen, weil ich, was weiß ich, andere Schwerpunkte setze, weil ich mich da nicht so mit solchen bestimmten Themen auseinandersetzen möchte, weil mir mein eigentlicher Job zu viel Spaß macht als das.
Also so, weißt du?
Ja, oder einfach, wenn man so tickt, dass man gerne Sachen wegarbeitet. Also das wird ja dann einfach erschwert. Also selbst wenn es gar nicht irgendwie ideelle oder große Unterschiede gibt, sondern einfach, dass man so am liebsten arbeitet, dass man merkt, okay, das hat da gar nicht so viel Raum. Gibt es irgendwas, was du raten könntest, was für alle Unternehmen gilt, wie man diesen Weg besser für die Mitarbeiter gestalten kann oder gibt es da eigentlich keine Antwort zu?
Du meinst den Weg der Digitalisierung?
Digitalisierung ja, diese vielen Veränderungen, das einfach bedeutet, mehr Input da ist, den die Menschen verarbeiten müssen. Das Problem haben ja alle. Und dass aber auch, wenn jetzt so neuartige Konzepte wie diese Selbstbestimmung ausprobiert werden, dass das ja auch einen Haufen Umstellungen für jeden Einzelnen mitbringt und auch noch nicht so getestet ist vielleicht an vielen Stellen. Gibt es wo du sagen würdest, das wäre jetzt als Fokus wichtig? Also dass man als Unternehmer oder als Manager sagen kann, wenn ich das jetzt mache, dann habe ich schon mal viel gut gemacht?
Ich glaube, den Kontakt zu den Mitarbeitern nicht verlieren. Ja, aber das sagt sich so leicht und das würden alle unterschreiben. Aber wenn man mal genauer hinguckt, ist es gar nicht so leicht. Ich glaube, manchmal denkt man vielleicht auch aus Management-Sicht, man tut den Mitarbeitern was Gutes. und wenn man die Erwartung hat oder die Vorstellung hat, man tut jemandem was Gutes, dann ist man vielleicht nicht so offen für das, was da nicht so gut ist.
Oder was vielleicht gebraucht wird.
Oder was gebraucht wird, genau. Also ich glaube da einfach schon das Zusammengestalten, was ja nicht immer heißen muss, dass es auch in einer Selbstorganisation enden muss. Aber so ein wertschätzendes Miteinander zu gucken, okay, es verändert sich jetzt dieses und jenes, unsere Anforderungen sind die und die, wie wollen wir damit umgehen, wir hätten die Idee, das. Und dann aber immer wieder auch Feedback einholen, wie läuft es denn? Weil das drückt ja letztendlich auch so eine bestimmte Form von Wertschätzung aus. Das ist, glaube ich, der Schlüssel einfach. Also wenn ich mich als Mitarbeiter wertgeschätzt fühle in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, dann ertrage ich auch viel, viel mehr. Also ertrage ich in Anführungszeichen. Dann bin ich ja auch eher bereit, schwierige Phasen vielleicht mal zu durchlaufen, weil ich einfach von innen motiviert bin und nicht eher irgendwie, dass noch obendrauf kommt.
das noch oben drauf kommt, genau. Also mein Learning aus diesen beiden konträren Geschichten, die ich da jetzt erlebt habe, ist tatsächlich, oder so hat sich eigentlich bestätigt, was ich vorher schon gedacht habe, ich glaube, es gibt nicht die eine richtige Lösung, wie man diesen ganzen Veränderungen begegnen kann, unternehmensseitig, sondern ich glaube, es gibt verschiedene Organisationsformen, die einfach für unterschiedliche Anforderungen Sinn machen. und der Einzelne, also ich gucke ja immer so auf den Einzelnen, letztendlich auf den Mitarbeiter. Und da ist dann halt die Frage für mich als Mitarbeiter, wie passt das zu mir? Und ich glaube, nicht jeder Mensch passt in jedes Unternehmen, weder in dem einen noch in dem anderen Extrem.
Das ist mir vielleicht auch spannend, als Unternehmen eine Toleranz dafür zu haben, dass man mal Menschen dazu bekommt oder vielleicht auch schon die ganze Zeit da hatte, die einfach gar nicht glücklich sind, aber dass eigentlich beide nicht schuld daran sind, sondern dass das einfach nur nicht so gut passt. Und dass man da eine freundliche Weise findet, auch mit umzugehen. Und eben nicht sagt, so und du musst jetzt dich mehr anpassen oder ja. Das ist ein... Das liegt mir sehr, diese Gedanken. Sehr schön.
Ja, okay. Ja, also ich glaube, so einfach ist es nicht. Es spielen so ganz viele Komponenten mit rein. Ob das, also wie man damit umgeht, wie man Dinge umsetzt, wie man reagiert auf Veränderungen am Markt etc. pp. Es ist ja so ein Rattenschwanz.
Das heißt, im Prinzip wäre es spannend, aus deiner Hinsicht zu sagen, man versucht, technisch ausgedrückt den optimalen Arbeitspunkt, die optimale Arbeitssituation für den Einzelnen zu schaffen. Also zu gucken, wie fühlst du dich als einzelner Mitarbeiter gerade so, dass du gut arbeiten kannst? Wäre das eine Variante, wo man vielleicht auch mehrere unter einen Hut bekommen könnte? Oder ist es ein bisschen, wir sind jetzt so und es passt für dich oder es passt halt gerade nicht?
Ich könnte mir schon vorstellen, dass auch unterschiedliche Mitarbeiterbedürfnisse quasi unter einen Hut zu bringen sind. Also ich glaube schon auch, dass jemand, der gerne einfach das macht, was man ihm sagt, das sind jetzt natürlich sehr einfache Bilder, in denen wir sprechen, ich glaube schon, dass so jemand sich auch gut einfügen kann in ein Team von totalen Selbstbestimmern, die alles irgendwie gemeinschaftlich absprechen wollen und so. Für die ist es, glaube ich, schon, könnte es schon auch wertvoll sein, wenn sie jemanden haben, dem sie einfach Aufgaben zuschustern und der macht es und so. Also ich glaube, es kann sich schon ergänzen. Es muss nur einfach klar sein, dass das für alle so in Ordnung ist.
Okay, das heißt, genau, du sagst es im Vorgespräch schon, im Prinzip die Extreme sind für alle möglicherweise schwierig, aber das Optimum liegt zwar irgendwie dazwischen, aber nicht an einem genauen Punkt, sondern das Optimum ist eigentlich so divers, wie die Leute sind, die da arbeiten. Ja. Ja.
Und das macht es nicht leichter, dann auf einem Platz zu finden. Das ist ja, wenn ich es mit Berufseinsteigern zu tun habe, teilweise auch mit Studenten, da gibt es ja dieses Phänomen der FOMO, Fear of Missing Out. Also alleine schon die Frage, was studiere ich, ist ja für viele schon so riesig. Da gibt es so viele Studienfächer, bei mir gab es schon viele, aber als ich vor 15 Jahren mich damit beschäftigt habe, da war es noch relativ irgendwie so, es gab so ein paar große Fächer, dann konnte man sagen, ich gehe in die Richtung, ich gehe in die Richtung und dann war man relativ schnell am Ziel. Mittlerweile gibt es, ich weiß nicht wie viele, Hunderte von Studienfächern und man muss sich irgendwie für eins entscheiden.
Gleichwohl hat man im Kopf, glaube ich, als junger Mensch heute schon, dass man dann nicht irgendwann bei einem Unternehmen anfängt und da bleibt bis zur Rente, sondern sich der Beruf ja immer wieder wechselt. Also nicht nur der Beruf, sondern auch die Stellen, an denen ich arbeite. Und ich glaube, durch diese Vielfalt der Organisationsformen, die jetzt immer mehr auftritt, wird es nicht leichter, da seinen Platz zu finden. Vielleicht ist es auch eine Frage von, da kommt ja dann noch ein Aspekt dazu, vielleicht ist es auch eine Frage von Lebensphasen. Vielleicht kann ich zwischen 20 und 30 besser in einer bestimmten Organisationsform arbeiten, als wenn ich dann irgendwie in den 30ern Familie gründe und mein Fokus irgendwie auch woanders liegt.
und dann mit 50 habe ich wieder eine andere Motivation, andere Energie, mich einzubringen. Ja, auch so viele Parallele Themen zu haben. Genau, es ist einfach so wahnsinnig divers. Von daher, ja, also ich glaube, es gibt nicht die eine Lösung. Vielleicht ist es auch mal ganz schön, einfach mal für ein paar Jahre da zu arbeiten, wo ich alles vorgegeben kriege. weil ich dann damit irgendwie mich freimachen kann von, ich muss selbst was einbringen, ich muss Eigenverantwortung übernehmen im Job, sondern kann mich dann wirklich irgendwie außerhalb des Jobs auf was anderes konzentrieren.
Ja, also entweder, wenn man Angehörige pflegt oder tatsächlich Kinder großzieht, da ist ja oft genug, schon so viel zu organisieren, dass einem womöglich sonst auch so ein mit Platz gleich der Kopfgefühl entsteht, wenn man dann noch ganz viel anderes organisiert und für alles irgendwie gleichermaßen verantwortlich ist. Ja. Ja. Genau.
So. Also ja. Okay. Das ist jetzt keine Antwort im Sinne von, macht das alles so und ihr werdet glücklich. Ich glaube, das ist einfach, also so ganz, ganz platt und grob gesagt, ist das, was ich mir einfach wünschen würde für alle Unternehmen, ein wertschätzendes Miteinander, und gucken auf den Einzelnen und auf die einzelnen Bedürfnisse und der Versuch, damit konstruktiv umzugehen, auch mit der Verschiedenheit, die da ist.
Kannst du was empfehlen, wo könnte ich da anfangen? Also wenn ich mir vorstelle, ich habe jetzt das Interview gehört und ja, hört sich an. Kann ich irgendwas, also bildest du dich in der Richtung weiter oder gibt es irgendwas, wo du sagen würdest, hör mal da rein, da kannst du dich weiter damit beschäftigen?
Also ich beschäftige mich ja schon seit Jahren auch so mit dem Thema, eher so unter dem Stichwort New Work als unter Digitalisierung. Letztendlich werden aber, glaube ich, an beiden Enden auch ähnliche Dinge diskutiert. Ich fand für mich dieses Netzwerk Intrinsify Me sehr gewinnbringend. Die machen Veranstaltungen lokal, aber auch deutschlandweit, wo man eher Gleichgesinnte treffen kann aus ganz unterschiedlichen Ecken. Also viele auch so Selbstständige wie ich, Berater, Coaches, Trainer, aber eben auch viele Unternehmen, die andere Wege gehen wollen. Entweder das schon lange machen und dann so ein bisschen erzählen, wie es funktioniert. Und andere, die vielleicht noch auf Ideensuche sind. Das sind immer Open-Space-Veranstaltungen.
Und da kommen immer ganz tolle Impulse einfach. Da habe ich ganz, ganz viel draus gezogen. Das finde ich sehr wertvoll.
Ja, das werde ich auf jeden Fall verlinken. Da habe ich auch schon drauf geguckt. Ich finde, das ist sehr spannend.
Ja, und ansonsten gibt es gar nicht so eine Quelle. Ich meine, dadurch, dass ich mich damit schon ein paar Jahre beschäftige, tummel ich mich da halt auch auf so bestimmten Veranstaltungen. Früher, als ich noch nicht Mutter war, war ich noch auf viel mehr Veranstaltungen. Habe dann natürlich auch Leute kennengelernt. Also ich habe ein recht großes Netzwerk und kriege dann über die Schiene immer mal mit, irgendwie, wenn jemand bei Xing irgendeinen Artikel verlinkt und der zehnmal geteilt wird und immer wieder aufploppt. Also so über den Weg, so eher über persönliche Kontakte, halte ich mich dann eigentlich auf dem Laufenden. Und was ich halt auch echt gerne mache, ist einfach Gespräche führen und hören.
wie es so ist.
Genau, also als wir uns kennengelernt haben, weißt du, noch zum Thema Zeitmanagement, hatten wir beide so ein paar Quellen, wo wir sagten, das hat fast ein bisschen Bibelcharakter, das kennen irgendwie alle. Gibt es das zum Thema New Work dann auch? Also, dass du irgendwie sagst, das ist so ein Lieblingsbuch, das würdest du so uneingeschränkt empfehlen, oder sind die noch gar nicht so weit, dass da viele Bücher gebaut haben?
Doch, da gibt es ganz viele Bücher. Was ich von der Katharina Bruns, Work is not a Job. Und sie betrachtet das eben in diesem Buch auch so ein bisschen aus individueller Sicht, wie ein Arbeitsleben noch aussehen kann, als so dieses klassische 9 to 5, ich gehe ins Büro und danach ist Feierabend. Das sind so verschiedene Projekte, auch sie selbst, also ihr ganzes Leben ist, glaube ich, so. Ich kenne sie nicht persönlich, aber was man so mitkriegt, die macht einfach wahnsinnig viel und ist an vielen Ecken unterwegs, hat gegründet mehrere Unternehmen und macht ganz viele verschiedene Sachen und stellt es so ein bisschen so dar als alternativen Lebensweg, den man vielleicht jetzt auch einschlagen kann.
Dann tatsächlich Gründer zu sein oder Gründerin in jedem Fall. Ja, genau. Aber eher so vor dem Hintergrund einfach mal Sachen machen und ausprobieren und jetzt weniger sich festlegen auf eins, was man dann jahrelang macht.
Hast du zufällig einen Wunsch mitgebracht, wen du noch hier bei uns hören wollen würdest oder wen du uns empfehlen würdest, den wir dringend auch mal ausfragen dürfen?
Also ich habe ja von dem Netzwerk gesprochen Intrinsify Me. Ich finde einer der Gründer, der Marc Poppenburg, der ist sehr... Ideen und gute Impulse, die ich immer wieder von ihm aufgeschnappt habe. Das wäre, glaube ich, ein interessanter Gesprächspartner.
Ja, das merke ich mir mal. Super. Dann herzlichen Dank. Ich habe mir mehr hingelernt. Und also danke für diese besondere Perspektive. Das finde ich sehr bereichernd.
Ja, danke, dass ich da sein
durfte. Hat mir Spaß gemacht. Dankeschön.
Das war die 28. Folge unseres Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute mit Isabel Pfister von Easy Generations. Das Interview hat Rieke geführt. In Zukunft wird das öfter vorkommen, dass wir uns hier abwechseln mit den Interviews. Ich hoffe, ihr habt genauso viel gelernt wie ich und fandet das auch sehr spannend. Das Interview mit den Shownotes und allen Links und Quellen, die genannt wurden, findet ihr auf wegederdigitalisierung.de. Das hier ist das 28. Interview. Wenn ihr Anregungen, Ideen, Kommentare habt, schreibt uns gerne einen Kommentar unter die Episode. Teilt das Ganze gerne bei Twitter oder Facebook. Und ja, ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Auf Wiedersehen.
Untertitelung des ZDF, 2020