E01707.02.201858 Min
Wie treibt man den digitalen Kulturwandel, ohne jemanden zurückzulassen?
Im Gespräch: Gabriel Rath (OSPA)

Worum es geht
Gabriel Rath von der Ostseesparkasse erklärt, wie er mit einem Social Intranet und einer Quiz-App den digitalen Kulturwandel in einer heterogenen Belegschaft voranbringt.
Gabriel Rath ist bei der Ostseesparkasse in Rostock verantwortlich für digitale Kommunikation, intern und extern. Er hat eine Ausbildung im Marketing absolviert und arbeitet seit zwei Jahren bei der Sparkasse, wo er das Social Intranet Osbach Connect und eine Mitarbeiter-App mit Gamification betreut.
Das Social Intranet dient als Plattform für Zusammenarbeit, Wissensaustausch und Feedback. Es wird mit IBM Connections betrieben und ermöglicht Blogs, Wikis, Foren, Chat und Projektmanagement. Die Einführung erfolgte in mehreren Phasen: Schulung aller Mitarbeiter, Einbindung von Führungskräften und Freiwilligen als Konnektoren.
Zur Förderung der digitalen Reife wurde eine Quiz-App entwickelt, die Mitarbeiter zu Themen wie Produkten, Vorsorge und Digitalisierung herausfordert. Die App wird von Mitarbeitern aller Altersgruppen genutzt, und Erfolgsgeschichten werden in Communities dokumentiert. Auch ein internes YouTube-Portal wurde eingerichtet.
Die Digitalisierung zielt nicht auf Arbeitsplatzabbau, sondern auf Weiterentwicklung. Die Sparkasse modernisiert Filialen, schließt keine und fördert lebenslanges Lernen. Methoden wie Working Out Loud unterstützen das gemeinsame Zielsetzen und -verfolgen in Gruppen.
Ursprüngliche Shownotes 07.02.2018
Digitalisierung ist keine Frage des Alters, sondern der Einstellung. Aber wie kann ich diese Einstellung so beeinflussen, dass ich eine große und sehr heterogene Belegschaft, verteilt über viele Standorte, vollständig mit ins digitale Zeitalter nehmen kann? Zumal die Kundschaft, die eine Sparkasse anspricht, mindestens ebenso heterogen ist? Die Antworten dazu gibt uns heute Gabriel Rath, verantwortlich für Social Media und Social Collaboration bei der Ostsee Sparkasse in Rostock.
Gabriel ist Blogger, zweifacher Vater, Musiker und sehr aktiv und interessiert im Bereich der Digitalisierung. Bei der Ostsee Sparkasse befasst er sich mit den Themen Social Intranet, Kulturwandel, Working out loud und generell der Digitalisierung einer großen, etablierten und verteilten Organisation.
Gabriel erklärt, dass man Menschen nur dann nachhaltig von Veränderungen überzeugen kann, wenn man ihnen den Vorteil der neuen Lösung im täglichen Leben glaubhaft machen kann. Und gleichzeitig darf man nicht den Fehler machen, Digitalisierung einfach nur zu verordnen. Neben den passenden und angemessenen Weiterbildungen, braucht es Führungskräfte, die die „neue Welt“ vorleben und Freiwillige, die unterstützt und ermutigt werden wollen.
Bei der Ostsee Sparkasse gibt es mittlerweile eigene Mitarbeiter-Apps, regelmäßige „Working out loud“-Runden und ein lebendiges Social Intranet. Wie das alles funktioniert und was Gabriel dazu beiträgt, erzählt er uns heute im Interview. Wer in der einen oder anderen Weise von digitalem Kulturwandel betroffen ist, wird in diesem Interview ein paar spannende Dinge lernen.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview
Transkript
8.366 Wörter
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Hallo und herzlich willkommen zur 17. Folge von Wege der Digitalisierung. Heute spreche ich mit Gabriel Rath. Gabriel ist verantwortlich für digitale Kommunikation, intern und extern, bei der Ostseesparkasse in Rostock. Außerdem ist er Blogger und Vater und noch vieles mehr, was er uns bestimmt gleich alles erzählen wird. Das hier ist das erste Interview, das wir per Skype aufnehmen. Ich hoffe, dass die Qualität genauso gut ist wie bei den letzten Folgen mit der neuen Technik. Es ist spannend, mal völlig digitale Methoden zu nutzen, um so ein Interview zu führen, nachdem ich sonst doch immer noch durch die Welt gereist bin. Soviel zu der Einleitung, legen wir mal los. Gabriel, herzlich willkommen.
Vielen Dank für deine Zeit, dass du dir Zeit nimmst, mit uns über Digitalisierung zu reden.
Ja, hallo Nils, freut mich sehr, dabei zu sein.
Ja, erzähl doch mal, wer bist du, was machst du, was hat dich dahin geführt, wo du heute bist?
Ja, ich bin 37, Rostocker jung, bin hier aufgewachsen an der Küste in Warnemünde, genauer gesagt. Das kennt der ein oder andere vielleicht vom Urlaub. Bin dann hier nach Schule und Zivildienst im Altenpflegeheim, habe ich angefangen Politikwissenschaft zu studieren, weil ich eigentlich Journalist werden wollte. nebenbei immer viel Rap-Musik gemacht. Das ist ein altes Hobby von mir. Und bin über die Musik letztendlich zum Marketing gekommen, weil wir unsere CDs, die wir gemacht haben, natürlich irgendwie an den Mann bringen mussten. Und ich habe dann gemerkt, dass das eigentlich so mein Ding ist, kreativ zu überlegen, wie kriegt man das irgendwie bekannt und vermarktet. Und habe dann nochmal eine Marketing-Ausbildung gemacht in Hamburg. Bin nach Hamburg gezogen, habe da vier Jahre gelebt bei einigen Werbeagenturen gearbeitet, bin darüber so ins Social Media Marketing gekommen und bin dann irgendwann Ende 2011 mit meiner Frau zurück nach Rostock gezogen, mit unserem ersten Töchterchen, dass wir dann doch hier wieder am Wasser, am Strand bei der Familie aufwachsen lassen wollten.
Habe dann bei einem Software-Startup hier gearbeitet und bin nach zwei Stationen bei der Ostseesparkasse gelandet. und bin da seit zwei Jahren mittlerweile dabei und verantwortlich für den ganzen Bereich Kommunikation und Marketing, was die digitale Seite angeht. Das heißt, wir haben ein Social Intranet, worum ich mich kümmere, mit einigen Kollegen und dann haben wir die Social Media Kanäle nach außen. Das sind so die Themen, mit denen ich mich beschäftige. Also Digitalisierung im Bereich Kommunikation, Ganz stark auch in der Zusammenarbeit mit IT, mit PR, mit Veranstaltungsmanagement. Versuchen wir da einiges auf die Beine zu stellen. Musik läuft noch nebenbei. Mittlerweile haben wir auch familiär noch zugelegt, haben jetzt also zwei Töchter.
Darüber blogge ich auch so ein bisschen, hattest du vorhin schon kurz gesagt. Ja, es ist immer wieder neu und immer wieder spannend. Und ja, das vielleicht ganz kurz zu mir.
Ja, super. Vielen Dank. Ich habe so ein paar Blogartikel schon gelesen auf deinem Blog, die genau diese Digitalisierungsthemen bei der Ostseesparkasse beschreiben. Die werde ich auf jeden Fall auch verlinken in dem Beitrag zu diesem Artikel. Bevor wir da gleich drauf eingehen, weil ich da super spannende Themen finde, würde ich dir gerne diese Frage stellen, die ich immer zum Eingang stelle. Was ist Digitalisierung in deinen Worten? Was ist so dein Bild?
Wir haben das auch bei uns gemerkt, wenn wir mit den Kollegen darüber sprechen, was ist eigentlich Digitalisierung und wir haben gemerkt, jeder versteht natürlich was ganz anderes darunter. Der eine denkt an Facebook, der nächste denkt an sein Tablet und der übernächste denkt an selbstfahrende Autos. All das gehört natürlich dazu. Es ist natürlich aktuell ein Buzzword und eigentlich nichts komplett Neues. In meinem Job und in meiner Welt, in der ich jetzt so zu tun habe, bedeutet das auf der einen Seite die Weiterentwicklung des ganzen Kundenerlebnisses. alles, was der Kunde mit uns erlebt, angefangen, wie gesagt, von den Kommunikationskanälen im Social-Media-Bereich bis hin zu unseren Filialen, die wir haben, die wir mit digitalen Medien ausstatten können.
Also dieser ganze Bereich, da die Weiterentwicklung, dann auch unser interner Bereich, unsere ganzen Prozesse, neue Datenbanken, dort Optimierung, wie wir noch schneller und besser zusammenarbeiten können. Und dann ist es natürlich auch so das dritte, das ganze Geschäftsmodell, das heißt Produkte, Services. Auch hier gibt es ja einige Neuerungen, gerade im Bereich Payment auch bei uns in der Finanzbranche. Da haben wir mit Quid jetzt zum Beispiel eine neue Geschichte, also eine Funktion in der Sparkassen-App, womit man Geld von Handy zu Handy schicken kann. Also das war als dritter großer Bereich. Insgesamt geht es, glaube ich, darum, Dinge zu optimieren, zu verbessern, nicht nur zu verändern. Es geht nicht nur darum, dass es online ist, sondern Dinge sollen sich im besten Sinne weiterentwickeln.
Und ja, da müssen sich die Menschen natürlich auch weiterentwickeln und das ist dann wiederum ein großes Kulturthema, also ein Veränderungsthema und das spüren wir natürlich auch ganz stark. Man muss immer wieder erklären, was ist der Nutzen, warum machen wir das und wo wollen wir hin. Ja, das vielleicht ganz kurz.
Ja, perfekt. Also das reißt genau die Themen an, die eigentlich immer irgendwo auftauchen, würde ich sagen. Am Ende läuft es tatsächlich immer auf dieses Kultur- und Veränderungsthema hinaus. Finde ich total spannend. Es geht irgendwie aus von irgendeiner technischen Neuerung, irgendein neues Gadget im einfachsten Fall. Und am Ende führt das aber zu Veränderung. Und entweder man hat die Vorreiter, die es cool finden und mitmachen, oder man hat halt die Leute, die man mitnehmen muss. Wie ich das verstanden habe, ist das auch ein bisschen dein Job, das Ganze ins Innere zu tragen.
Naja, auf jeden Fall. Also es gibt natürlich immer die Leute, die neugierig sind, die gerne ausprobieren und dann gibt es die Leute, die das eben nicht so gerne tun, die sich ganz wohl fühlen in ihrer bekannten Welt und wir haben gemerkt, das ist eben auch keine Frage des Alters, sondern der Einstellung, der Offenheit. Ja, man muss immer wieder neu erklären, warum ist das gut, wie nützt dir das in deinem Alltag, in deinem Job? Also weniger vom großen Ganzen sprechen, von der Digitalisierung da draußen, sondern wirklich mehr, was können wir tun in unserem Alltag, in unserem Job? Was hilft uns da? Das ist so die wichtige Überlegung da an der Stelle, glaube ich.
Das ist ein spannender Punkt. Ich würde gerne gleich mehr erfahren, was ihr da konkret macht. Ich habe über dieses Social Intranet schon gelesen. Das finde ich total spannend. Eine Frage, die aber da in die gleiche Richtung geht, würde ich vorweg gerne stellen. Ich habe in dem Interview mit Christiane Brandes-Fissbeck gelernt, dass das gerade nach außen auch ein spannendes Thema ist oder vor allen Dingen ein Spannungsfeld, weil man ja Bestandskunden hat und wenn man jetzt an eine Sparkasse denkt, dann gibt es die schon seit sehr langer Zeit und da sind Bestandskunden in allen Altersklassen, wahrscheinlich sogar die über 100-Jährigen noch.
Auch die, ja.
Je älter Leute sind, desto mehr sind sie im Schnitt an alte Kommunikationskanäle gewöhnt. Und wenn ich meine Bestandskunden einer bestimmten Alters- oder Einstellungsgruppe halten möchte, dann muss ich die weiter auf den alten Kanälen erreichen. Andersrum habe ich die jungen neun Leute, die das digitale Zeitalter von Tag 1 an kennengelernt haben. Die erreiche ich gar nicht per Fax und die möchten auch keine Briefe. Die erwarten der App. Das heißt, ich muss mich digital transformieren, um die neun Leute abzuholen. Ich kann bestimmte alte Sachen gar nicht über Bord werfen, damit ich meine alten Kunden nicht verprelle. Das finde ich jetzt super spannend, was du da aus der Sparkassenperspektive sagen kannst, weil ihr glaube ich dieses Thema Kunden aus allen Altersgruppen, also schlimmer als bei euch kann das doch gar nicht sein.
Ja, wir haben halt die Situation, wir haben jetzt nicht eine kleine oder größere Zielgruppe, die ist 35 bis, keine Ahnung, 47, lebt hier und macht das, so wie man das sonst bei gewissen Produkten oder auch anderen Unternehmen kennt, sondern wir haben ja wirklich alle. Vom Baby bis zur Omi sind irgendwie alle vertreten und die wollen auch unterschiedlich angesprochen werden. Insofern geht es jetzt auch natürlich nicht nur darum, alle digital mit einmal anzusprechen, sondern schon jeden so, wie er das erwartet und wie er das mag. Und das ist ja auch so das Versprechen, das wir den Menschen geben. Wir sind für dich da, wir sind regional. Das ist ja also die Besonderheit der Sparkassen. Wir sind auch vor Ort. Du kannst also immer zu uns kommen. Es gibt Filialen. Aber du kannst uns eben auch per WhatsApp, Videochat oder wie auch immer erreichen.
Und da müssen wir uns natürlich insofern verändern, als dass wir der neuen Generation auch die Mittel zur Verfügung stellen, die erwartet werden. Und dazu gehören eben auch die digitalen Kanäle. Also man muss eben alles, diese Bandbreite hinbekommen. Das ist so die große Herausforderung. Im Endeffekt ist für uns aber ganz wichtig immer noch der Mensch. Also Digitalisierung bedeutet für uns nicht die Ablösung des Menschlichen, sondern das Möglichmachen des Menschen auf überverschiedene Kanäle. Wir wollen also immer noch den Menschen im Mittelpunkt haben. Auch die persönliche Beratung ist uns ganz, ganz wichtig. Die Empfehlung. Wir wollen keine Roboter sitzen haben, die am Ende sagen, du bist der und der kommst da und daher. Deswegen empfehlen wir dir, dein Geld so und so anzulegen.
Daran glauben wir nicht, sondern wir glauben schon, dass digitale Medienmittel und auch digitale Intelligenz helfen kann, dass der Mensch eben auf verschiedenen Kanälen und dadurch auch an verschiedenen Orten sein kann. Das ist uns ganz, ganz wichtig.
Das macht total Sinn. Vor dem Hintergrund fände ich jetzt spannend, das hatte ich in einem anderen Interview gelernt mit dem Thorsten Rümmer von dem Archäologischen Museum Hamburg. Der hat erzählt, dass jetzt ist ja so ein archäologisches Museum auch ein Geschäftsmodell, sag ich mal, dass das nicht nagelneu ist. Und der hat gesagt, dass durch dieses ganze Thema Digitalisierung einfach nur neue Stellen geschaffen wurden, dass aber nichts Altes weggefallen ist. Würdest du sagen, ist das bei euch auch so ein Thema oder hält sich das die Waage? Also letztendlich, ihr bekommt neue Kanäle, ihr müsst die alten aber bewahren. Habt ihr dadurch, ja.
Ob dadurch Arbeitsplätze wegfallen, meinst du?
Ja, oder halt geschaffen werden. Also man verbindet ja mit Digitalisierung immer irgendwie als erstes Maschinenstürmer und Automatisierung, Arbeitsplätze, die wegfallen und so weiter. Jetzt habe ich halt schon dieses Beispiel im Archäologischen Museum gelernt, dass es da eben das Gegenteil war. Also, dass da kein Job wegrationalisiert wurde, sondern dass im Gegenteil die Digitalisierung da neue Jobs geschaffen hat, die einfach Ergänzung sind.
Also bei uns ist das so, dass wir keine Jobs streichen, keine Leute entlassen, sondern dass sich die Leute, die bei der OSPA arbeiten, eher weiterentwickeln müssen. Das heißt A, in der Zusammenarbeit, also mit neuen Methoden, New Work, sagt man dazu ja heutzutage auch, mit neuen Tools arbeiten. Und natürlich werden auch Leute eingestellt, die dieses Mindset haben, um ganz gezielt auch in diesen Bereichen zu arbeiten. Aber es geht nicht darum, irgendwie Arbeitsplätze zu streichen, Leute zu entlassen, sondern es gibt so viel zu tun. Es gibt ganz neue Konzepte, die wir entwickeln, um auch vor Ort zu bleiben. Im Gegensatz zu vielen anderen Banken ziehen wir uns ja nicht zurück und schließen keine Filialen, sondern wir eröffnen sogar neue und modernisieren, rüsten sie alle mit WLAN aus, versuchen sie modern und digital auszustatten.
Und da gibt es so viel zu tun, dass wir da gar nicht daran denken, die Leute zu entlassen, sondern wir müssen einfach alle einen Schritt weiter gehen.
Okay, das heißt, selbst wenn irgendwo bestimmte Aufgabengebiete wegfallen sollten, weil sie sich tatsächlich automatisieren lassen, dann schafft ihr das, die Leute aufzufangen, weiterzuentwickeln.
Letztendlich ist ja das große Thema dieses lebenslange Lernen. Das ist, glaube ich, heutzutage auch ganz wichtig im digitalen Zeitalter, dass man eben nicht mehr so fahrstuhlmäßig irgendwie, ich habe was gelernt, steige ein und mache das jetzt bis zur Rente, sondern dass wir uns alle immer wieder weiterentwickeln müssen. Und zwar nicht nur die Älteren, sondern genauso die Jüngeren, die damit aufgewachsen sind, auch die müssen sich weiterentwickeln und immer wieder lernen, voneinander lernen. Ja, und viele, die jetzt eben dieses digitale Know-how haben, diese digitale Reife, denen fehlt wiederum vielleicht Know-how im Bereich Vertrieb oder im Bereich Beratung. Also da können alle voneinander lernen, aber alle müssen sich natürlich immer weiterentwickeln und vielleicht fallen Aufgabenfelder hier mal weg und werden optimiert und an anderer Stelle entstehen dann aber neue.
Okay, ich finde das klingt total inspirierend. Dieses Thema voneinander lernen, das schlägt ja genau in die Kerbe von dem, was du unter anderem geblockt hast vor kurzem. Das ist genau dieses Thema Social Collaboration, oder? Social Intranet. Magst du da ein bisschen erzählen, was ihr da macht? Also das klingt nach etwas, was noch nicht viele Firmen tun, aber was viel mehr Firmen tun sollten.
Also wir hatten auch, so wie viele andere Firmen, ein Intranet jahrelang, auch vor meiner Zeit noch. Da wurden einfach Informationen eingestellt. Also der Speiseplan der Kantine oder gewisse Dokumente, die konnte man sich runterladen. Also wie ein Archiv, sehr statisch. Und irgendwann wurde natürlich auch in der Sparkassengruppe diskutiert, was macht man, welche Möglichkeiten gibt es und wir haben jetzt das Glück, dass wir einen Vorstand haben, der da sehr offen ist und der das erkannt hat, dass es sehr wichtig ist, diese neuen Tools einzusetzen. Und daher gehörten wir auch zu den ersten Banken und Sparkassen, die damit angefangen haben, das einzusetzen. Und da haben wir uns vor zweieinhalb Jahren mittlerweile schon für ein Social Internet entschieden, nachdem wir das abgewogen haben.
Das ist IBM Connections, wird auch bei Bosch und einigen anderen Firmen eingesetzt. Es gibt natürlich auch viele andere sehr gute Tools, aber für uns ist das insofern ganz gut, weil wir hier also die ganzen wesentlichen Instrumente haben, die man braucht, um zusammenzuarbeiten. Wir haben also die persönlichen Profile, wir haben die Möglichkeit, Dateien zu teilen, Blogs zu schreiben, Wikis anzulegen, Foren, ein Chat ist mit drin, natürlich eine Kommentarfunktion. Dann haben wir da Aktivitäten, das heißt, wir können To-Dos planen, Zuständigkeiten verteilen mit Deadlines etc. Also ein sehr mächtiges, gutes Tool, das wir seit zweieinhalb Jahren mittlerweile einsetzen und immer weiterentwickeln. Und da ist es natürlich ganz wichtig, voneinander zu lernen. Das heißt, im Unternehmen, aber auch von anderen Unternehmen, die das schon nutzen. Und auch von Beratern, da haben wir uns auch gerade so in der ersten Zeit ganz stark führen und begleiten lassen von externen Beratern, die uns da geholfen haben.
Und das ist, glaube ich, auch ganz, ganz wichtig, dass man da nicht rumkrebst und alleine irgendwie Dinge ausprobiert, die andere schon ausprobiert haben, sondern dass man da auch auf einer anderen Ebene voneinander lernt. Und ja, da haben wir einfach die Augen und die Ohren offen und gucken, was machen andere, was hilft denen. Haben dann unsere Erfahrungen natürlich gemacht. Und das ist natürlich ein großer Prozess. Da haben wir auch gesagt, wir brauchen auch mindestens fünf Jahre, bis das Ding erstmal richtig auf der Straße ist und richtig läuft, bis alle sich darauf eingestellt haben. Da geht es ja auch darum, wirklich die Gewohnheiten zu verändern, weg von E-Mail, weg von Dateien schicken, hinzuteilen, hin zu transparent kommunizieren, kommentieren, Ideen äußern, selbst initiativ werden.
All diese Dinge, die lange nicht so gelaufen sind, das passiert natürlich nicht durch ein Tool mit einmal, dass sich die Kultur ändert und da ist es ganz, ganz wichtig, dass man da immer wieder auch fernab des Tools miteinander spricht, darüber spricht, warum ist das wichtig, dass Ideen aus allen Bereichen des Unternehmens kommen. Ja, das ist ja so ein bisschen Social Collaboration auch. Also alle sind vernetzt, weniger diese Pyramide, sondern aus allen Teilen des Unternehmens können gute Ideen kommen und Feedbackkultur so ein bisschen. Das muss man halt lernen.
Kannst du da ein bisschen erzählen, wie ihr das macht? Also ich meine, ein Tool installieren kann sich jetzt vielleicht der ein oder andere, der hier zuhört, vorstellen und am Ende aber die Kultur so zu wandeln, dass es alle verstehen, dass alle mitmachen und das irgendwie akzeptieren, das stelle ich mir vor, das muss doch eine Mammutaufgabe sein, oder?
Also im Endeffekt geht es ja so los mit so einer Art Führerschein. Du hast quasi ein neues Auto, was du auf den Hof stellst und sagst, so funktioniert es. Das heißt, du schulst erstmal alle Leute und sagst, guck mal, hier ist das neue Tool. Dafür ist es da, also wie ein Auto, es fährt und es fährt vielleicht sogar schneller als das letzte Auto, was wir hatten. und so könnt ihr selber fahren. Das heißt, alle Mitarbeiter wurden geschult. Ein ziemlicher Aufwand bei uns knapp 700 Leuten, in etwas über 40 Filialen. Die müssen alle geschult werden. Und das ist natürlich auch ganz, ganz wichtig, dass man da nicht nur die Führungskräfte schult, sondern wirklich alle Mitarbeiter. Das haben wir halt gemacht in der ersten Phase.
Dann haben wir in der zweiten Phase die Führungskräfte natürlich mitgenommen und Freiwillige gesammelt. Und das sind so die zwei Erfolgsfaktoren aus unserer Sicht, damit das Ganze auch im zweiten Schritt funktioniert, nachdem alle so ungefähr wissen, wie es funktioniert, damit es gelebt wird. Auf der einen Seite brauchen wir halt so ein bisschen dieses Push mit den Führungskräften, die es vorleben, die sagen, wir machen das jetzt, ich mache das jetzt, ihr bitte auch. Und das andere ist die Pull-Seite. Wir haben also aufgerufen im Unternehmen, wer hat Lust mit uns, das Ding weiterzuentwickeln. Wer möchte freiwillig in einem Kreis, in einer Arbeitsgruppe sein, wo wir uns Gedanken machen, wie wir das gestalten.
Das sind bei uns die Konnektoren, denn unser Social Internet heißt Osbach Connect, also es geht um Connections und diese Konnektoren treffen sich halt regelmäßig, überlegen, was funktioniert, tauschen sich aus, was hat gar nicht funktioniert und wie nutzen sie das. Es gibt also auch Communities, die man anlegen kann zu Themen und Projekten und da erzählen die dann eben auch aus ihrer Praxis, aus ihrem Alltag, wie sie das machen. Und ja, dieser Austausch zwischen den Freiwilligen, zwischen den Konnektoren und da sind wirklich vom Azubi bis zum Vertriebsleiter alle möglichen Leute drin. Und dann wiederum die Führungskräfte, mit denen muss man ganz stark arbeiten und das versuchen wir halt immer wieder.
Und dann natürlich jeden Hinweis ernst nehmen, der aus dem Unternehmen kommt. Erstmal kommt ja gar nichts, erstmal sagt ja keiner was und dann muss man sich natürlich unterhalten. Da muss man die Leute fragen auf dem Flur, sag mal, und hast du es schon mal genutzt? Wie gefällt dir das? Und ja, nach so einer ersten Euphorie, die ja auch dann da ist, was ganz Neues, dann ist es immer spannend und neugierig, kommt dann so ein bisschen die zweite Phase, wo alles so ein bisschen, aha, naja, ich nehme jetzt doch wieder die E-Mail. Da muss man dann mit den Leuten eben sprechen und das versuchen wir eben in unserer täglichen Arbeit.
Ich finde, das macht total Sinn, dieses Push und Pull beides zu haben. Kann ich mir total gut vorstellen. Ja. Jetzt lese ich in dem Blogartikel, dass ihr auch eine App gelauncht habt. Die hat aber nur indirekt damit zu tun, oder?
Genau, wir haben noch eine Mitarbeiter-App. Und zwar haben wir gesagt, generell geht es bei Digitalisierung für unsere Mitarbeiter ja auch nicht nur um das Social Internet, sondern es geht generell um eine digitale Reife. Das heißt, wir wollen alle wirklich mitnehmen und alle auch weiterbilden. Das heißt, viele haben einfach auch noch nie mit Apps großartig zu tun gehabt. Wir haben natürlich auch in unserer Sparkasse Mitarbeiter von, keine Ahnung, 18, 17, 18 sind die Auszubildenden, glaube ich, bis zur Rente. Und da haben wir auch Mitarbeiter dabei, die zwar ein Smartphone haben, das haben ja mittlerweile, glaube ich, wirklich alle, aber die damit mit Apps oder so noch nie viel zu tun hatten.
Und da haben wir gesagt, das wäre doch mal ganz schön, wenn man mal so eine spielerische App hätte, damit sich alle damit beschäftigen und vielleicht kriegen wir darüber sogar noch Wissen vermittelt. Also Gamification nennt man das ja auch so schön neudeutsch. Und vielleicht kennst du auch die QuizDuell App. Kennst du die?
Ja, kenne ich. Wurde mir mal in einem Urlaub angetragen und das hat mich dann in einem Urlaub gekostet. Ich bin entwöhnt, sage ich mal.
Man tritt also gegeneinander an in einem Quiz-Modus. Und wir haben quasi so einen Ableger der Quiz-Duell-App für uns als Mitarbeiter-App, in der wir Kategorien geschaffen haben und Fragen gesammelt haben bei allen Mitarbeitern. Haben wir also einen Aufruf gemacht, haben tausend Fragen zusammenbekommen zu den unterschiedlichsten Themen. Also von wirklich krassen Produktdetailfragen zu Versicherung, Vorsorge, Anlagestrategie, all das, bis hin zu Digitalisierung. Gibt es also verschiedene Kategorien mit hunderten Fragen dahinter. Und dann kann man jetzt am Ende antreten gegeneinander. Man fordert andere Mitarbeiter heraus, also jeder hat halt ein Profil und kann dann, während die Zeit abläuft, diese Fragen beantworten.
Und am Ende steht ein Gewinner und daraus ergibt sich dann eine Bestenliste. Und wir honorieren dann auch immer so die Besten des Monats und haben halt dadurch ganz viele Mitarbeiter dazu motivieren können, sich so mit dem Thema zu beschäftigen und haben darüber sogar auch noch Wissen vermittelt. Nämlich so die inhaltlichen Fragen. Also Produktfragen, auch wenn es so neue Produkte gibt, eine neue Kreditkarte etc. Ein neues Jugendkonto, da haben wir mit GiroSmart gerade was Neues auf den Markt gebracht. Dann kann man das gleich in Form von ganz vielen Fragen da einstellen. Die Mitarbeiter beschäftigen sich dann damit und das auch noch spielerisch und haben das alle auf ihren privaten Smartphones.
Das ist auch ganz wichtig. Also in einem Bereich, der im ersten Moment nicht mit der Arbeit zu tun hat und im zweiten Moment auch nicht unangenehm ist. Und das hat uns sehr geholfen, diese Geschichte. Das ist also von einem kleinen Software-Startup entwickelt worden, diese Geschichte. Gibt es mittlerweile auch schon andere Sparkassen und Unternehmen, die daran Interesse haben. Und das hat uns sehr geholfen, um dieses Thema digitale Reife auch nochmal nach vorne zu bringen.
Das ist total spannend. Also geniale Idee. Spontan habe ich da die Frage, machen da alle mit? Also könnte ich als 18-jähriger Azubi euren Geschäftsführer oder eure Geschäftsführerin herausfordern? Oder sind da Leute ab einem gewissen Level nicht erreichbar?
Also das ist auch natürlich freiwillig. Da haben wir alle mitgemacht. Wir haben aber auch ganz bewusst gesagt, wir zwingen jetzt keinen. Aber die Hälfte unserer Mitarbeiter, also von knapp 700, hat mitgemacht und das ist ein großer Erfolg für uns. Und die haben aber, also jeder kann sich auch einen Profilnamen anlegen. Und da heißen einige dann, haben dann ihren wirklichen Namen genommen und andere heißen halt irgendwie, keine Ahnung, Petersilie 65. Sodass man nicht immer weiß, gegen wen man spielt. Aber man kann, die sind aber gewissen Abteilungen und Filialen zugeordnet. Das heißt, ich kann mir manchmal schon denken, wer das ist. Ich weiß es aber nicht immer. Ich kann auch im Zufallsmodus spielen und spiele dann eventuell in den Vorstandsvorsitzenden und weiß es gar nicht.
Es sei denn, ich weiß es. Man kann da auch sagen, ich will jetzt mal gegen dich spielen und mach das dann in der Pause. Wie heißt du eigentlich bei dem Spiel? Und dann geht's los.
Ah, okay. Das stelle ich mir total wichtig vor, dass gerade bei sowas dann halt auch wirklich alle mitmachen.
Ja, also wir machen dann immer wieder, wie gesagt, unsere Wettbewerbe und sagen, komm, hier die Besten gewinnen dann was und dann verlosen wir noch was unter allen, die teilnehmen. Wir fördern ja ganz viele Vereine auch und Projekte bei uns in der Region. Und dann verlosen wir zum Beispiel Karten für Basketballspiele, Fußballspiele etc. Oder für den Rostocker Zoo und all diese Geschichten, die wir fördern. Und das kommt natürlich auch sehr gut an.
Ja, cool.
Also das ist auch nur eine unserer Maßnahmen für das Thema digitale Reife. Wir haben da auch noch weitere Geschichten. Aber man muss den Leuten einfach auch diese Angst vor dem Großen nehmen, so nach dem Motto, dieses große Unbekannte, ich weiß nicht, ob ich da mithalten kann. Und das kann man, glaube ich, immer nur so ein bisschen spielerisch entkräften, indem man so häppchenweise den Leuten das Ganze erklärt und zusammen rausfindet, wie man das für sich nutzen kann. Und das am besten auch noch ein bisschen spielerisch.
Ja, doch, das macht total Sinn. Das ist ja mit eigentlich allen Sachen so. Je größer sie wirken, desto kleinere Schritte muss man erstmal gehen, damit man überhaupt losgeht.
Oder wir haben auch so ein internes YouTube jetzt gestartet, einen internen YouTube-Kanal. Also das heißt nicht YouTube, das heißt dann halt, ist auch über unser Social Internet mit abgebildet, haben wir halt eine Videoplattform gelauncht, produzieren dort Interviews mit dem Vorstand, mit Leuten aus Abteilungen, produzieren Erklärfilme und haben allen Mitarbeitern Kopfhörer ausgeteilt und die können sich das dann an ihrem Arbeitsplatz anschauen. Versuchen es also nicht nur fortzusetzen, hier bitte, hier ist das jetzt, mach das jetzt, sondern guck mal, so machen wir das, so meinen wir das. Schau dir das mal an und frag gerne nach.
Und die, also spontan der Gedanke dazu, die Ideen dazu, wie entstehen die? Also jetzt hattest du am Anfang gesagt, dieses Social Intranet ist ja auch ein Feedback Tool jetzt, Also weil es halt nicht mehr das Intranet von damals ist, in dem es den Speiseplan gibt und das war's. Also zum Beispiel die Idee für die App, kam die irgendwo aus dem Unternehmen oder kam das von oben sozusagen?
Nee, die Idee mit der App, die kam jetzt nicht von den Mitarbeitern. Das wurde, glaube ich, irgendwie mal vorgestellt. Und ich glaube sogar unser Vorstandsvorsitzender hatte das irgendwo mitbekommen und fand das selber gut und hat das dann auch sofort eingeführt, weil er davon überzeugt war, dass man auch investieren muss. Das kann man ja nicht sofort alles abrechnen. Man kann ja nicht sagen, jetzt haben wir drei Konten oder drei Versicherungen mehr verkauft, sondern das ist ja alles eine Investition. Aber es gibt schon viele Impulse, die jetzt auch so über das Social Internet kommen von den Leuten. Die kriege ich nicht immer mit oder mein Kollege, der bei mir am Tisch gegenüber sitzt, aber die Leute in den Abteilungen, die arbeiten ja ganz viel auch für sich.
Wir haben ja, wie gesagt, über 40 Filialen und die haben alle eigene Communities und da passiert ganz, ganz viel in dieser Community. Wir haben mittlerweile mehr Communities als Mitarbeiter. Also das ist schon Wahnsinn. Wir haben über 700 Communities, die also angelegt wurden zu den verschiedensten Themen und Projekten, in denen gearbeitet wird. Also das hat schon massiv Fahrt aufgenommen.
Ich finde das total spannend, dass das im Prinzip ja dann eine sehr lokale Nutzung eigentlich ist. Also dass Digitalisierung ja immer so in Richtung Globalisierung und Grenzen überschreitend geht, dass das am Ende auch Werkzeuge sind, die die Zusammenarbeit im Lokalen eigentlich verbessern.
Ja, und wir sagen dann zum Beispiel auch, nutzt doch eure Community dazu, das Regionale, was vor Ort bei euch passiert, dort einzustellen. Also wir haben ja wirklich kleine Filialen in kleinen Ortschaften. Und ja, da kann man ja zum Beispiel die ganzen Events und Veranstaltungen, die dort stattfinden, einfach mal reinposten, ob es jetzt ein Stadtfest ist oder was auch immer da passiert und sich überlegen, was könnte man denn da machen, wie können wir denn da stattfinden. Alles das, was früher irgendwo an der Pinnwand mal als Flyer hing, kann man da also archivieren und auch mit Kommentaren gleich weiterentwickeln. Was machen wir daraus? Und darüber hinaus ist es ganz wichtig für uns, dass wir so die Erfolgsgeschichten, die in den kleinen Abteilungen, in den Filialen stattfinden, dass wir die eben auch den anderen zugänglich machen und erzählen.
Also das ist ja so das große Thema Vernetzung, weshalb wir das auch überhaupt alles machen. Das Wissen teilen. Also nicht nur das Wissen, was von der Sparkassenmutter, also von der Organisation kommt. Es gibt ja immer wieder neue Richtlinien und auch neue Produkte, die wir übernehmen. Wir sind ja nur eine von 400 Sparkassen. Aber es gibt eben auch unsere eigenen Ideen und Ansätze, und die wollen wir eben auch mit anderen Mitarbeitern bei uns teilen. Und das ist ganz wichtig. Da haben wir auch eigene Communities, in denen wir dann so diese Erfolgsgeschichten die Mitarbeiter erzählen lassen. Und für die ist das natürlich auch neu, weil die wollen sich natürlich jetzt nicht aufspielen. Also sie wollen sich nicht in den Vordergrund rücken.
Aber wir sagen, das tust du gar nicht. Es geht gar nicht darum, dass derjenige, der das erzählt, jetzt auf den Podest gehoben wird. Es geht wirklich um die Story. Was hat dir geholfen, das zu erzählen? Und das muss halt so langsam wachsen, diese Art zu arbeiten, dass man andere teilhaben lässt, obwohl es einem selber vielleicht in der ersten Sekunde gar nichts bringt. Aber beim zweiten Mal profitiert man dann wiederum davon, was andere teilen.
Und das ist eben so ein Prozess,
der dauert so ein bisschen, dass man erst mal was gibt, ohne sofort was davon zu haben. Und dann aber beim nächsten Mal merkt, ich profitiere davon, wenn alle das so machen.
Ja. Mir fällt gerade eine Situation ein, die wirklich ganz, ganz viele Jahre her ist. Als ich mich angefangen habe, so in Richtung Selbstständigkeit zu entwickeln, bin ich mit der Idee gestartet, in Richtung Wissensmanagement was zu machen. Weil ich bin da persönlich sehr interessiert dran und strukturiere gerne Sachen. Ich lerne gerne. Und ich habe immer wieder das Problem kennengelernt, je größer so ein Unternehmen wird, der Organisation wird, desto schwieriger ist es eigentlich zu wissen, wer weiß eigentlich was. Vieles ist ja doch im Köpfen oder auf lokalen Festplatten oder so abgelegt, wie man das Thema knacken kann. Ist das ein Thema, das ihr mit diesem Kulturwandel auch angeht? Oder ist das für euch gar nicht so das Thema, weil es gar nicht das Spezialwissen gibt, das einzelne Leute haben?
Doch, das gibt es auf jeden Fall, das Spezialwissen. Das ist natürlich, ich will nicht sagen schwierig, aber es ist natürlich schon so, dass wir extrem viele Spezialisten haben, von Investmentbörsenspezialisten bis eben, keine Ahnung, den Firmenkundenberatern. Also es gibt wirklich sehr viele Experten, die in ihrem Gebiet tief drin sind und das hilft den anderen dann auch nicht, wenn sie das teilen. Aber es kommt ja immer auch auf die Frage darauf an, mit wem teile ich was, beziehungsweise von wem hole ich mir die Informationen. Und da ist ja dann jeder auch selbst gefragt und das ist auch so ein Teil des Kulturwandels, aktiv zu werden. Kurzum haben wir halt alle unsere E-Mails bekommen und da stand halt drin, was ich wissen musste und das war's, fertig aus.
Und jetzt lockt man sich halt ein und muss sich diese Informationen selber holen. Man geht halt in die Communities, man geht zu den Leuten, man folgt Leuten, man stellt eine Frage im Kommentar. Man ist also in der Hohlpflicht und daran muss man sich eben auch erstmal gewöhnen.
Ja, genau. Also was ich halt so kennengelernt habe und was auch in meiner Anfangsphase, bevor ich selbstständig war, der Fall war, dass ich in einem größeren Unternehmen gearbeitet habe. Und ich bin auf irgendein Problem gestoßen. Ich habe das dann für mich gelöst. Und keine Ahnung, ich habe irgendeine Schaltung entwickelt oder irgendeinen Algorithmus geschrieben. Und sechs Wochen später erzählt mir zufällig jemand, ja Mensch, das haben wir doch in der Nachbarabteilung genauso gemacht. Hättest du uns doch nur fragen müssen. Lag alles auf dem Tisch, hättest du es haben können. Und auf dieses Problem bin ich halt auch schon bei meinen Kunden, großen und kleinen Kunden, immer wieder gestoßen, dass da im Prinzip Leute nur eine Wand voneinander entfernt sitzen und die gleiche Arbeit machen und nichts voneinander wissen.
Wird sowas für euch einfacher? Also ist jetzt jemand, der Spezialwissen über ein Anlageinstrument für Firmen braucht, findet der einfacher das Spezialwissen bei euch jetzt dadurch?
Das kann ich schwer beurteilen. Das bekomme ich auch nicht alles selber mit. Ich frage natürlich auch immer extrem viel nach, wie funktioniert das in der Praxis. Es ist natürlich schon so, dass immer noch ganz viel auch außerhalb des Social-Internets läuft und das ist ja auch gut so. Wir wollen auch gar nicht die komplette Kommunikation jetzt da reinschiften, sondern es ist eben eine weitere Möglichkeit und auch für ganz viele Zwecke gut. Aber was so Spezialfragen angeht, ist manchmal natürlich auch ein Meeting gut oder ein Face-to-Face-Gespräch oder auch ein Telefonat. Aber gerade wenn es darum geht, Dinge zu schreiben, die vielleicht auch nochmal Kollegen in zwei Wochen oder zwei Monaten interessiert, dann macht das natürlich schon Sinn, das da reinzuschreiben. Also es hängt immer so ein bisschen davon ab.
Also wir haben auch, wir erarbeiten auch so eine Art Kommunikationsrichtlinien für die Mitarbeiter, um überhaupt mal zu sagen, wann ist welcher Kanal gut. Die Leute sind ja mittlerweile auch, ich will nicht sagen verwirrt, aber fragen sich ja auch, wann soll ich denn jetzt telefonieren, wann gehe ich denn jetzt ins Nachbarbüro, wann nutze ich denn jetzt noch eine E-Mail, wann soll ich denn jetzt da ins Internet schreiben, also die, oder wann chatte ich denn, wir haben da noch einen Chat drin. Also das ist ja gar nicht mal so einfach zu wissen, wann mache ich jetzt was. Oder unsere Grafikabteilung, die schickt mir für meine Social Media Posts, die ich auf Instagram, Twitter etc. für die OSPA tätige, schicken die mir halt Bilder und dann muss ich natürlich genau denen sagen, bitte tu das in diese Community.
Ansonsten teilen die das eventuell als Datei mit mir ohne Community oder sie schicken es mir als E-Mail und da muss ich schon genau aufpassen oder manchmal weiß ich es gar nicht mehr, weil es eben so viele Möglichkeiten gibt und da muss man sich ganz, ganz doll auch konzentrieren und zusammen überlegen, wie man es machen will, dass man bei diesen ganzen Möglichkeiten, die es heutzutage gibt, da auch sich auf das Richtige einigt. Das ist auch ganz, ganz wichtig. Und es geht eben, wie gesagt, nicht nur darum, dass jetzt alles digital, sondern schon miteinander sprechen und in die Augen schauen, aber auch Wissen teilen und archivieren und weiterentwickeln über so digitale Kommunikationsplattformen.
Genau, das passt. Ich glaube, das hatte der Christopher Nigeschaden beim allerersten Interview als seine Challenge ausgegeben, dass die so viele Kanäle mittlerweile haben, dass man, ich weiß nicht genau, wie er das gesagt hat, man fängt morgens beim Frühstück ein Gespräch bei WhatsApp an, schreibt dann per E-Mails weiter, spricht mittags in person, abends skypt man nochmal und am Ende kriegt man aber dieses, also man hat zwar über den Tag dieses Gespräch geführt, aber am Ende ist das überhaupt nicht mehr greifbar oder nachverfolgbar, weil es auf so viele Kanäle fragmentiert ist.
Ja, genau.
Genau, gut. Und letztendlich auch das, die Tools und die Möglichkeiten machen bei den Anfang, aber am Ende ist es irgendwie ein Kultur- und Prozessthema, wie man das sinnvoll benutzt.
Man muss sich da auch committen, was wollen wir jetzt? Was wollen wir womit? Also was sind unsere Ziele jetzt auch? Und da geht es nie nur um das Tool. Also einige glauben auch immer, jetzt haben wir unser Ausbau Connect, so heißt ja unser Social Internet, damit ist jetzt alles anders. Nee, es geht nicht darum, es geht nicht um die Technik. Es geht darum, was hilft uns, damit wir besser, schneller, effektiver zusammenarbeiten. Und das ist ein Tool, was uns helfen kann, aber auch nur, wenn wir es alle gut nutzen. Und damit es eben alle nutzen, muss man immer wieder darüber reden, wie man es nutzt. Community Management, Verantwortlichkeiten, die neuen Azubis, junge Leute, die damit aufgewachsen sind, mit sozialen Medien mit einbinden.
Also es wird nur funktionieren, wenn man immer wieder in die Pedale tritt. Sonst läuft es Gefahr, dass die Leute wieder das nehmen, was vermeintlich einfacher und schneller ist, E-Mail etc. Ordnerstrukturen, das ganze Alte, ich lege die Dateien irgendwo hin und ich weiß, wo sie liegt, der Rest vielleicht nicht. Davon wollen wir ja weg. Wir wollen ja, wie gesagt, cloudmäßig alles bereitstellen. Die Leute können von überall über iPads etc. drauf zugreifen. Aber da muss man immer wieder miteinander drüber sprechen, wie macht man es und warum macht man es.
Ja, total plausibel.
Und dann macht es auch Spaß. Dann muss man auch sagen, dann geht es auch vom Krampf über zum Spaß. Wenn Leute wissen, wie es geht, wenn sie Dinge wiederfinden, wenn sie einen Kommentar geben, darauf eine Reaktion bekommen, wenn man mal mit dem Vorstand interagiert. alles so Dinge, die jetzt vorher vielleicht nicht so waren.
Und inwieweit werdet ihr da in Teilen zu einer Softwareentwicklungsfirma? Also lasst ihr da viel speziell für euch entwickeln oder kann man das alles mit Tools abbilden, die man irgendwo einkaufen und anpassen lassen kann?
Also wir haben ja eine IT-Abteilung und da sind auch Leute dabei, die entwickeln können. aber die haben dann eher so Aufgaben, Datenbanken zu programmieren oder weiterzuentwickeln. Das Social Internet selber entwickeln wir nicht weiter, aber wir formulieren unsere Wünsche und richten die dann an den Hersteller und helfen so auch mit, dass das Ganze weiterentwickelt wird. Und es wurden auch wirklich schon einige Wünsche umgesetzt, weil wir natürlich aus der Praxis heraus das sagen können, was dann auch anderen wiederum hilft. Insofern sind wir so ein bisschen Impulsgeber, glaube ich. Aber es ist ja auch keine Open-Source-Plattform, wo jeder dann so ein bisschen weiterentwickelt, sondern es ist ein Tool, was schon weiterentwickelt wird.
Aber es lebt natürlich davon, dass alle, die das nutzen, so ihre Impulse geben. Das machen wir schon. Und gerade was jetzt auch so diese Videoplattform angeht, die da integriert ist, da haben wir schon einige Impulse geliefert.
Okay, ja. Also ich könnte jetzt noch ganz, ganz viele Fragen mehr stellen, aber ich weiß nicht, wie lange das noch spannend ist für irgendwen, der hier zuhört. Ich würde mal so in Richtung der Abschlussfragen kommen. Das klingt jetzt so, als seid ihr voll mitten im Prozess. Du hattest zwischendurch gesagt, ihr hattet euch vorgenommen, fünf Jahre wird das wohl dauern. Jetzt habe ich in dem Blogartikel gelesen, Anfang 2015 habt ihr angefangen, Also ihr seid sozusagen mittendrin. Jetzt haben wir über das Social Intranet schon geredet und über die App. Was ist denn so das nächste große Thema, das da vor euch liegt, das ihr noch angehen wollt?
Ein Thema ist sicherlich, dass wir auch mit neuen Methoden experimentieren. Eine dieser Methoden ist zum Beispiel auch Working Out Loud. Ist ja auch gerade ein Thema, das viele interessiert, die sich auch mit Digitalisierung beschäftigen. Da gibt es ja einige Unternehmen und Konzerne, die mit Working Out Loud mittlerweile ihre Erfahrung machen.
Kannst du das für die, die nicht wissen, was es ist, in kurzen Sätzen erklären?
Also letztendlich geht es darum, bei dieser Methode zu erlernen, wie man mit digitalen Medien arbeitet, Dinge teilt und selbst gesetzten Zielen näherkommt. Also man bildet einen sogenannten Circle, also eine Gruppe mehrerer Leute und jeder setzt sich ein Ziel. Also das kann alles Mögliche sein. Etwas in deinem Job. Ich möchte etwas, keine Ahnung, was auch immer erreichen. Ich möchte zum Beispiel im Bereich Social Intranet weiterkommen oder ich möchte im privaten Bereich irgendwas lernen oder was auch immer. Also ein Ziel und nachdem jeder das formuliert hat, macht man sich auf die Reise quasi und hat zwölf Wochen Zeit, um sich diesem Thema zu nähern und auch Leute zu kontaktieren, die auf diesem Gebiet Experten sind, die einem weiterhelfen können.
Also man lernt quasi auch da nochmal so ein bisschen über digitale Medien zu kontaktieren, zu kommunizieren und man merkt eigentlich, dass wenn man selber offen ist, dass die Leute dann oft auch mit Offenheit reagieren. Das ist ja auch ein ganz interessantes Phänomen. Wenn ich mich öffne, öffnet sich mein Gegenüber. Auch in digitalen Medien, also immer dieses große Thema, ist es alles so anonym? Ja, ich kenne auch dich jetzt nicht persönlich, aber wenn wir uns unterhalten und uns ganz offen und ganz unkompliziert darüber sprechen, dann ist es kein Problem. Und das also zu tun und dann auch sich darüber auszutauschen. Das heißt, man trifft sich einmal in der Woche, entweder in Person oder auch digital über Skype oder wie auch immer und tauscht sich darüber aus. Und auch das ist ein ganz wichtiges Element. Also dieses Lautarbeiten heißt ja im Endeffekt auch dieses Austauschen, was mache ich darüber sprechen.
Und dann auch nicht nur dieses Perfekt, was kann ich, was ist gut, sondern auch, was klappt nicht. Wo brauche ich vielleicht auch Hilfe? Also sich darüber auch auszutauschen. Und ja, das ist ein ganz erfolgreiches, gutes Instrument, um diese Methode einfach so zu erlernen. Und das haben wir im Sommer gestartet, nachdem die Sabine und der Alexander Kluge, die uns da beraten haben, uns das auch erzählt haben und erklärt haben, die auch mit John Stepper, dem Erfinder der Methode, ganz eng arbeiten und das auch bei Siemens, Bosch und anderen Unternehmen mittlerweile erfolgreich initiiert haben und mit den Leuten arbeiten. Die haben uns eben auch geholfen, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen und wir haben jetzt so den ersten Schwung in der letzten Jahreshälfte gehabt und wollen jetzt gerade den nächsten Schwung, den nächsten Start mal machen.
Und für viele ist das wirklich ganz, ganz neu, mit digitalen Mitteln, Medien Wissen zu erlangen und auch sich Ziele zu setzen, die sie mit diesen digitalen Medien und Möglichkeiten erreichen können. Das ist für viele ein großes Aha-Erlebnis. Also ich selber kann ja eh nur davon erzählen, wie viel Sinn das macht, weil ich ja seit vielen Jahren auch schon so mit sozialen Netzwerken und Medien arbeite. Und ich glaube, man kann seinen Horizont da sehr erweitern. Und darüber hinaus lernt man auch, sich Ziele zu setzen und diesen nachzustreben. Das ist ja, glaube ich, auch ganz, ganz wichtig. Genau, also Working Out Loud ist auch so ein Thema bei uns.
Ja, spannend. Also ich habe da schon viel drüber gelesen, aber ich habe noch niemanden kennengelernt, der das dann real eingesetzt hätte, glaube ich. Also zumindest weiß ich von niemandem. Geht das dann darum, dass man diese Ziele auch quasi öffentlich macht? Also dass man sich selbst daran misst, an dem, was man vor x Wochen mal gesagt hat, was man tun würde? Oder macht man das in den Circles?
Ja, genau, innerhalb dieses Circles. Das kann dann am Ende jeder auch natürlich selber entscheiden, ob er darüber einen Blog schreibt oder ob er das für sich ausmacht. aber dieser Circle ist schon dazu da, dass man sich darüber austauscht und hilft eben gerade über diesen Austausch, das ist ein bisschen wie digitale Weight Watchers eigentlich, finde ich. Also letztendlich, man trifft sich und jeder sagt, wie viel er wiegt, so nach dem Motto, wo stehe ich gerade mit meinem Projekt? Und ich will nicht sagen, das setzt einen dann selbst unter Druck, aber das motiviert einen vielleicht im besten Sinne, dann auch weiter dran zu bleiben. Es ist ja, wenn du ein Projekt alleine verfolgst, dann kümmert es dir ja keinen, wenn du irgendwann damit aufhörst.
Ja. Aber wenn du halt dich darüber austauschst und das öffentlich machst, dann fragen die anderen ja auch vielleicht nach, wie sieht es aus, woran liegt es? Und dann geben sie dir vielleicht auch Tipps und sagen dir auch, probier doch mal das und jenes. Und das ist eben gut.
Ja, cool. Das geht so ein bisschen in Richtung, was man auch so als Mastermind-Gruppe kennt. Also dass man sich irgendwo mit Gesinnten trifft und über seine, keine Ahnung, beruflichen Ziele und Herausforderungen redet und sich aber auch halt committet, was man bis zum nächsten Treffen tun wird.
Auch das ist ja irgendwie digitales Zusammenarbeiten, also Sharing, nicht dieses Ego-Ich-Alleine gegen den Rest der Welt, sondern sich öffnen zu sagen, wer bin ich, was will ich, was machst du, kann ich dir helfen, vielleicht kannst du mir helfen. Das ist ja dieses Denken eigentlich, was dahinter steckt, dieses Mindset, dass nicht jeder einfach nur egoistisch nach vorne prescht, sondern dass wir irgendwie alle gucken, wie wir zusammen nach vorne kommen. Und so verstehe ich ja auch Digitalisierung so ein bisschen, dass man was weitergibt und wenn das jeder tut oder möglichst viele tun, dass man dann auch ganz viel nehmen kann. Also ich blogge zum Beispiel, aber nicht nur, weil es mir Spaß macht, sondern weil ich eben auch ganz viele Blogs lese und daraus auch wiederum ganz viel ziehe oder auch unterhalten werde einfach. Und ja, je mehr halt mitmachen, umso mehr Spaß macht es dann. Mit Podcast ist es natürlich ähnlich.
Ja, deswegen sind wir heute hier. Ja, cool, spannend. Dann vielleicht gleich die Frage dazu, wie hältst du dich aktuell zum Thema Digitalisierung? Also wie bist du zum Beispiel, wobei ist die Frage, ob das deine Idee war, also wie kommen solche Ideen wie Working Out Loud zu dir?
Ja, wie halte ich mich da fit? Ich höre natürlich Wege der Digitalisierung Podcast.
Richtige Antwort.
Nee, wirklich Podcast. Ich höre ganz viel, also ganz verstärkt seit einem halben, dreiviertel Jahr ganz viele Podcasts.
Kannst du da konkrete nennen?
On the way to New Work zum Beispiel mit Christoph Magnus und Michael Traubmann finde ich ganz cool. den höre ich wirklich regelmäßig, weil die auch so im Interviewformat, so wie du und ihr das macht, einfach Leute fragen, was hilft dir, was machst du, das finde ich eben ganz spannend, so Erlebnisberichte und auch so die Personen dahinter, ich lese ganz viel Blogs, immer noch über Twitter, Twitter ist ja irgendwie so ein bisschen oldschool schon, ein bisschen das Oldschool-Network, finde ich, da kommen irgendwie auch keine Teenager mehr dazu, da ist man ja mittlerweile so fast unter
sich. Ja, alle über 30
sind da so gefühlt. Das Seniorennetzwerk, LinkedIn wird irgendwie immer größer und immer wichtiger. Da kann man auch extrem viel Informationen rausziehen, wenn man so den richtigen Leuten folgt oder connected ist. Das merke ich auch. Ansonsten lese ich auch Oldschool-mäßig Bücher. Also schon auf dem Kindle hauptsächlich, aber das merke ich auch, das ist ganz, ganz wichtig für mich, wenn man so ein bisschen tiefer einsteigen will, nicht nur Blogartikel häppchenweise, sondern da auch mal, keine Ahnung, Bücher zu lesen. Also auch nicht nur über Digitalisierung, Generalbücher und Gespräche natürlich. Gespräche, so wie auch diese Podcasts, dieses Gespräch mit dir. Einfach darüber sprechen, was machst du, was passiert bei dir, was hilft dir.
Und deswegen fahre ich auch gerne auf Konferenzen oder zu anderen Vorträgen. Wir veranstalten ja in Rostock auch mit 12 Minutes auch eine Veranstaltungsreihe, wo wir Speaker nach vorne holen, die mal fragen, was macht ihr eigentlich? Also dieses miteinander reden nach wie vor auch einfach.
Das passt im Prinzip zu der Kernaussage von, ich weiß nicht mehr, welche Folge das war, mit Finn Plotz, der an diesem Startup mitarbeitet, an dem wir auch beteiligt sind, der mit jetzt gerade 22 geworden, aber schon eine sehr erfolgreiche Firma gegründet hat, der einen auch gesagt hat, er ist ein Kind der Digitalisierung, der hat nie was anderes kennengelernt, aber im Zweifel setzt er sich lieber ins Auto um eine Stunde zu einem persönlichen Gespräch zu fahren, weil am Ende der persönliche Kontakt das ist, was es
ausmacht. Absolut.
Ja, also ich bin mir sicher, dass wir uns demnächst in Rostock auch persönlich kennenlernen werden. Sehr gerne.
Wobei auch Fischbrötchen.
Ja, ist jetzt als Vegetarier nicht meins, aber
es gibt ja auch mittlerweile so eine vegetarischen oder veganen Fischbrötchen, glaube ich.
Okay, es gibt so viele leckere Sachen, Ode. Doch nun zu etwas völlig anderem. Letzte Frage. Wen hättest du hier gerne in einer zukünftigen Folge im Podcast? Wen soll ich versuchen, vor das Mikrofon zu kriegen?
Also ich würde gerne mal den Alexander Kluge bei euch hören, der uns als Ostseesparkasse schon länger beraten hat in digitalen Fragen rund um Social Collaboration, der mit der Sabine Kluge wiederum verheiratet ist, die das Thema Working Out Loud ganz stark voranbringt in Deutschland und in vielen Konzernen. Und der Alexander Kluge, der kann wirklich nochmal ganz spannend erzählen, viele Grüße übrigens, Alexander, falls du das hören solltest, der kann ganz spannend erzählen, wie Digitalisierung in der Finanzbranche vorankommt, auch über Social Collaboration, aber auch in anderen Branchen. Also er ist sehr viel unterwegs, er ist auch auf Konferenzen unterwegs, er moderiert, er hält Vorträge. Ich glaube, das wäre ein sehr, sehr spannender Gast, der aus sehr vielen positiven Beispielen berichten kann und viele Erfolgsgeschichten am Start hat.
Das klingt total spannend. Bin ich gespannt, ob ich das hinkriege? Würde ich mich freuen.
Das kriegst du bestimmt dann.
Okay. Ja, cool. Dann bin ich mit meinen Fragen soweit am Ende. Ich habe wieder ganz viel gelernt. Aber nicht mit deinem Latein, hoffe ich. Nein, nein, nein. Ich hatte Französisch in der Schule. Sehr schön. Ja, also ich habe viel gelernt. Ich hoffe, dass alle, die hier zuhören, auch was Neues aufschnappen konnten. Ganz vielen Dank für deine Zeit.
Danke, dass ich dabei sein durfte.
Ja. dann hoffe ich, dass wir uns mal persönlich kennenlernen bald und ich hoffe, dass alle, die hier zugehört haben, ihren Spaß haben. Ja, so viel dazu. Das war unser 17. Interview für den Podcast Wege der Digitalisierung. Das Ganze ist wie immer online auf wegederdigitalisierung.de. Das hier ist die 17. Folge mit Gabriel Rath. Ich werde wieder alle Links, alle Bücher, alle Quellen, alles, was wir so angerissen haben, in dem Artikel verlinken. Ich freue mich wie immer über Kommentare bei iTunes und Bewertungen und ich freue mich auf unser nächstes Interview. Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald. Untertitelung des ZDF, 2020 Untertitelung des ZDF für funk, 2017