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E10217.08.202255 Min

Was ein Smartphone mit Weltverbesserung zu tun hat und warum es irgendwie doch glücklich machen kann

Im Gespräch: Samuel Waldeck (Shift GmbH)

Titelbild zu E102: Was ein Smartphone mit Weltverbesserung zu tun hat und warum es irgendwie doch glücklich machen kann – Samuel Waldeck (Shift GmbH)

Worum es geht

Samuel Waldeck von Shift GmbH spricht über das nachhaltige Smartphone Shift Phone und seine Vision einer menschenzentrierten Digitalisierung.

Samuel Waldeck ist einer der Gründer von Shift GmbH, einem Unternehmen, das das modulare Smartphone Shift Phone entwickelt. Das Unternehmen ist über Crowdfunding finanziert und verzichtet auf Investoren. Alle Gewinne fließen in soziale und ökologische Projekte.

Shift produziert in einer eigenen Manufaktur in Hangzhou, China. Die Fertigung ist auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Praktiken ausgerichtet. Die Produktion erfolgt dort, weil kurze Lieferwege und geschlossene Kreisläufe – wie Mehrwegverpackungen – ökologisch sinnvoller sind als eine Endmontage in Deutschland.

Das Shift Phone ist bewusst mit einem älteren Prozessor ausgestattet, um langfristige Software-Unterstützung zu ermöglichen. Die Geräte sind reparierbar und haben einen wechselbaren Akku. Trotz technischer Nachteile im Vergleich zu Flaggschiff-Modellen wird Wert auf Nachhaltigkeit, Transparenz und soziale Verantwortung gelegt.

Shift verfolgt kein Geschäftsmodell, das auf Gewinnmaximierung basiert. Stattdessen strebt das Unternehmen an, so viel Gutes wie möglich zu tun und Schaden zu minimieren. Das Unternehmen ist Teil der Purpose Economy und setzt sich für eine Wirtschaft ein, die auf Werten wie Vertrauen, Liebe und Gemeinwohl basiert.

Ursprüngliche Shownotes 17.08.2022

Wie kommt jemand auf die Idee, plötzlich ein Smartphone bauen zu wollen, obwohl es auf dem Markt jede Menge großer, wirklich guter Hersteller gibt und der Markt extrem hart umkämpft ist?

Die Antwort darauf ist so einfach wie komplex:
Damit eine Alternative da ist.

Das nachhaltige Shiftphone als Alternative

“Eine Alternative wozu?”, könnte man jetzt fragen. Denn es gibt ja bereits so viele Modelle.
Doch die Anzahl der verfügbaren Modelle ist für Samuel Waldeck nicht der Punkt. Sondern vielmehr, welche und wessen Interessen die großen globalen Player vertreten.

Auf dieser Ebene sieht er insbesondere Macht und Geld oder große Abhängigkeiten von Investoren, die über Macht und Geld verfügen – zwei Faktoren, die eher zu einer “mehr davon”-Mentalität beitragen und weniger darauf ausgelegt sind, langlebige, reparierbare, geschweige denn fast “unkaputtbare” Geräte auf den Markt zu bringen.

Letzteres, nämlich langlebige Reparierbarkeit, ist eins der wesentlichen Merkmale von Shiftphones. Das andere ist die Art des Unternehmens. Die Shift GmbH ist komplett über Crowdfunding finanziert und alle Gewinne, die das Unternehmen erwirtschaftet, fließen in soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

So sagt Samuel Waldeck mit Recht: “Da zu sagen, wir sind eine Alternative, die nicht auf Macht und Geld, sondern auf anderen Werten basiert, das ist, glaube ich, das, was uns so besonders macht und warum wir gesagt haben, wir müssen das auch unbedingt machen.”

Das große Bild und wie wir leben wollen

In dem Zusammenhang gewährt er uns auch einen Einblick in seine Zukunftsgedanken: 

“Ich glaube, wir befinden uns gerade in einem der größten Veränderungen der Menschheitsgeschichte jemals …, weil das, was wir Digitalisierung nennen, das Leben, wie wir es kennen, komplett verändern wird. … Das Spannende daran ist, im Moment leben wir in einem Zeitalter, wo wir das gestalten dürfen, wo wir schauen dürfen: Wie wollen wir denn dann leben? … Und deshalb … heißen wir auch Shift, weil wir in diesem Shift, in dieser Veränderungszeit leben, und wir gerne diese Veränderungszeit mit prägen wollen.”

Was sind unsere Bedürfnisse, unsere wirklichen Bedürfnisse? Und wie kann uns Digitalisierung helfen, einfach glücklich zu sein oder den Wohlstand zu fördern?
Samuel Waldeck, Shiftphone

Ich glaube, keiner würde sagen: Wenn ich jetzt richtig, richtig viel Geld und total viel Macht hätte, dann wäre ich ein unglaublich glücklicher Mensch.
Samuel Waldeck, Shiftphone

Smartphones, Shiftphone und die Nachhaltigkeit

Das große Bild ist bei Samuel Walde dauerhaft präsent. Und das ist auch einer der Gründe, warum er schnell auf den Boden der Tatsachen zurückkommt und in das tägliche ToDo. So erzählt er uns im Detail, wie das Unternehmen Shift seine großen Träume bereits heute umsetzt, welche Hindernisse immer wieder aus dem Weg zu räumen sind und welche Weitsicht die Herstellung eines möglichst fairen Smartphones erfordert: Für die Menschen, die Umwelt und sogar die Nachwelt.

Wir können dir nicht versprechen, dass du glücklicher wirst, wenn du ein Shiftphone besitzt. Aber du machst damit ganz viele andere Menschen glücklich, weil wir mit dem, was wir erwirtschaften, Gutes bewirken.
Samuel Waldeck, Shiftphone

Seine vorausschauenden und stets durchaus selbstkritischen und hinterfragenden Gedanken führen uns durch die ganze Welt bis in die Shift-eigene Manufaktur in Hangzhou in China, die wir durch Stimme und Augen von Samuel Waldeck in einzigartiger Weise kennenlernen dürfen.

So erfahren wir auch Erhellendes zu Fragen wie:

  • Warum es ökologisch sinnvoller sein kann, die Produktion komplett in China zu lassen als die Endmontage in Deutschland zu machen
  • Was zur Produktion eines Smartphones dazu gehört und was für Unternehmen daran beteiligt sind
  • Warum es das ganz nachhaltig Smartphone nicht gibt und wie es dennoch so grün wie möglich wird
  • Warum es nachhaltiger ist, in einem Smartphone nicht den allerneuesten Chip zu verwenden
  • Warum selbst das nachhaltigste Smartphone in Technik-Magazinen bisher nie die höchste Bewertung erreichen konnte

Und da ist noch viel mehr.
Lasst Euch inspirieren!

Links aus dem Interview

Unser Interviewpartner & sein Arbeitsfeld

Tipps für mehr Wissen zum Thema

  • Runder Tisch Reparatur
    Für ein Recht auf Reparatur: Gemeinsam mit seinen Partnern setzt der Runde Tisch Reparatur sich für eine neue Kultur der Reparatur in Deutschland ein.
  • Gemeinwohl-Ökonomie
    Netzwerk Ökonomischer Wandel: Eine Bewegung, die Wirtschaft aus einer anderen Perspektive denken möchte
  • SEND e.V.
    Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland: Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der alle Menschen vom Fortschritt profitieren
  • Purpose Economy
    A new economy is possible. We’re enabling its pioneers.

Transkript

7.947 Wörter

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Hallo Welt, liebe Menschen! Herzlich willkommen bei unserem Software-for-Future-Podcast. Mein Name ist Friederike Löwe und gleich hörst du auch Nils Löwe. Wir führen als Unternehmer-Party Lionizers. Diesmal gibt es ein Interview mit Samuel Waldeck, einer der Gründer der Shift GmbH. Das Shift Phone ist das erste weitestgehend fair und nachhaltig produzierte Smartphone aus Deutschland. Das klingt spannend, oder? Los geht's.

Ja, herzlich willkommen Samuel von Shift zu einer neuen Folge des Podcasts. Bevor ich jetzt lange erzähle, was du machst, du weißt das viel besser. Stell dich doch mal selbst kurz vor. Wer bist du?

Was macht Shift? Ja, vielen Dank für die Einladung, dass ich dabei sein darf. Ich bin der Samuel, Waldeck und ich bin einer der Gründer von Shift oder auch Shift Phones. Der Name sagt schon, wir bauen irgendwie Telefone und das sind Smartphones und zwar modular aufgebautes Smartphones. Die Designs sind nach Reparaturstatistik. Das ist so das, was das Besondere an den Fonds ist und das Besondere an uns als Unternehmen ist, dass wir keine Investoren haben. Wir sind komplett über Crowdfunding finanziert und alle Gewinne, die das Unternehmen erwirtschaftet, die fließen in soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Wow, das klingt total gut.

der Gedanke, ein Smartphone aus Crowdfunding-Mitteln zu entwickeln und zu produzieren, ist jetzt ein großer. Also ich habe selbst mit Hardware-Entwicklung in meiner Vergangenheit zu tun gehabt. Ich weiß, was da alles dranhängt. Was hat der Gedanke, ein faires Smartphone zu entwickeln, was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Also warum, frage ich mal.

Ja, da muss man mal einen Schritt zurückgehen, kurz, und so den Blick in die Weite oder so eine andere Perspektive vielleicht einnehmen. Ich glaube, wir befinden uns gerade in einer der größten Veränderungen der Menschheitsgeschichte jemals, weil die Vernetzung, also das, was wir Digitalisierung nennen, die Vernetzung von immer mehr Geräten, das wird das Leben, wie wir es kennen, komplett verändern. Und das Spannende daran ist, im Moment leben wir in einem Zeitalter, wo wir das gestalten dürfen, wo wir schauen dürfen, wie wollen wir denn dann leben? Also diese Überlegungen zum Beispiel, welche Aufgaben sollen denn Maschinen übernehmen? Welche Aufgaben wollen wir vielleicht auch selbst übernehmen? Wie sollen Regierungen aussehen? Was sind politische Rahmenbedingungen dafür? Das sind alles so Spielräume, die sind im Moment offen.

Und wir leben in diesem Zeitalter, wo wir es gestalten dürfen. Und das finden wir unglaublich spannend, aber natürlich auch herausfordernd, weil je nachdem, auf was für ein System wir uns da, und damit meine ich jetzt nicht Operating System oder sowas, sondern eben auch wieder größer gedacht, also auf was wir uns da einlassen, was wir hier gestalten, das wird viele Menschheitsgenerationen prägen. Und deshalb nennen wir das auch, also heißen wir auch Shift, weil wir halt in diesem Shift, in dieser Veränderungszeit leben und wir gerne diese Veränderungszeit mitprägen wollen, aber eben mit nachhaltigen Gedanken und mit Gedanken, die wir den Menschen zentrieren, nicht auf eine Art und Weise, dass wir das tollste Geschöpf auf Erden sind, sondern dass wir auch schauen, was sind unsere Bedürfnisse, unsere wirklichen Bedürfnisse und wie kann Digitalisierung uns helfen, auch einfach glücklich zu sein oder dabei helfen, Wohlstand zu fördern.

Das finde ich einen total coolen Gedanken. Eine Frage, die ich so in der Form sonst nicht stelle, aber da du da so einen sehr philosophisch ganzheitlichen Blick gerade aufgemacht hast, glaubst du, dass die Leute, die mit dieser Entwicklung vor 30, 40 Jahren, sag ich mal, angefangen haben, also der Berners-Lee und meinetwegen auch Larry Page und Sajay Brin, als die so in den 80ern, 90ern quasi den Urschleim erstmal auf den Weg gebracht haben. Das waren ja auch totale Idealisten, also zumindest ganz viele von denen. Glaubst du, die haben nicht weit genug gedacht oder glaubst du, die haben zu sehr an das Gute im Menschen geglaubt? Ich meine, das, was heute so im Internet passiert, ist ja nicht nachhaltig an vielen Stellen, um es mal nett zu sagen.

Ich glaube, manche haben das schon bedacht. Also viele haben ja auch philosophische Ansätze gehabt, so wie du das eben gesagt hast. Ich weiß noch, ich war mit dem Carsten vor vielen Jahren in Hamburg bei einem LMK auf einem Kongress, wo wir Sachen gehört haben, die er gesagt hat. Und das hatte gar nicht so tief mit Technik zu tun, sondern eher so mit diesem Big Picture, was ich irgendwie versucht habe aufzumachen oder zu skizzieren. Und ich glaube, dass da viele schon auch mit dran gedacht haben und dieses Potenzial auch entdeckt haben. Aber das, was dann passiert ist, ist, dass Ruder haben dann Unternehmen übernommen, die hauptsächlich einen finanziellen Vorteil darin gesehen haben. Also die gesagt haben, hey, da lässt sich richtig, richtig viel Geld machen und das sehen wir jetzt.

Also die wertvollsten Unternehmen der Erde sind nicht Unternehmen, die irgendwas produzieren oder Öl fördern oder sowas, sondern das sind Unternehmen, die mit Daten handeln, also mit dem, was quasi diese Digitalisierung erzeugt. Und das Krasse dabei ist aber, das sind Unternehmen, die werden nur nach Macht und Geld, um das mal ganz platt zu sagen, bewertet. Also in der Börse guckt ja keiner, was tun die denn jetzt für den Wohlstand auf der Erde, sondern da wird geguckt, wie viel Profit machen die. Das ist das Einzige. Und was für eine Marktmacht haben eigentlich diese Unternehmen. Und wir finden es spannend zu überlegen, was wären denn die Werte, mit denen wir Unternehmen gerne beurteilen würden oder was wir denken, was wichtig wäre, dass sie beurteilt werden. Also wie das Thema Wohlstand, wie das Thema zum Beispiel Nachhaltigkeit als ein Thema.

Das ist ja so was, was so langsam jetzt kommt. Aber was ist nochmal mit anderen Themen, die uns Menschen eigentlich viel, viel wichtiger sind? Vertrauen, Treue, Liebe. Das sind alles so Faktoren. Das sind die Dinge, die uns Menschen im Kern glücklich machen. Ich glaube, keiner würde sagen, wenn ich jetzt richtig, richtig viel Geld hätte und total viel Macht hätte, dann wäre ich ein unglaublich glücklicher Mensch. Sondern das, was man sieht, ist, dass die Leute, die viel Macht haben und die auch viel Geld haben, sind oft sehr einsame Menschen. Und die kaufen sich eben Dinge und dann sind sie für einen kurzen Moment vielleicht glücklicher. Aber das hält immer dann sehr, sehr kurz. Und das ist, glaube ich, auch was, also was ich in meinem Freundesbekanntenkreis erlebe, wo ganz viele Leute sagen, dass, ja, diese Gedanken teile ich mit dir und ja auch, wenn man in die Glücksforschung guckt, dass auch festgestellt wird, es gibt kein, dieses, man hat ja gedacht, je mehr Wohlstand ein Land hat, desto glücklicher sind die Menschen dort.

Und bis zu einem gewissen Grad hat das gestimmt, aber irgendwann hat man gemerkt, diese Kurve hat abgenommen, hat wieder abgenommen und es kehrt sich sogar langsam um, dass irgendwie die Menschen sich noch mehr Sorgen machen oder ganz andere Probleme auf einmal haben und das Wohlstand alleine gar nicht das ist, was uns Menschen glücklich macht. Und deshalb finde ich diesen Gedanken so spannend, wie kann Digitalisierung helfen, dass wir Menschen zufriedener sein dürfen? Wo kann sie uns unterstützen? Aber wo sind auch einfach Grenzen gesetzt? Auch inwieweit wollen wir uns von KI oder von Technologien auch bestimmen lassen? Das ist ja auch eine wichtige Frage, die wir uns stellen müssen. Und das sind eben diese Gestaltungsbildräume, die wir im Moment noch haben.

Aber ich glaube, wenn das so weitergeht, dass diese Spielräume nur eingenommen werden von Unternehmen, die auf diesen Werten Macht- und Geld basieren, dann lässt sich jetzt schon absehen, in welche Richtung das geht. Ich habe jetzt eine ganz spannende Studie gelesen, nein, keine Studie, ich habe einen spannenden Artikel gelesen. Da wurde geschrieben von einem ganz großen Versand, Online-Händler, der gesagt hat, der auch in die Produktion von Filmen investiert, der gesagt hat, in wenigen Jahren kann es schon sein, dass KI eigentlich die Drehbücher schreibt. Und da dachte ich, das fände ich ganz schön traurig, weil das sind eigentlich Jobs, die ja so richtig cool sind. Also so ein Drehbuchautor, sich Dinge ausdenken. Ich liebe das Genre Film und ich finde, es gibt so viele coole, tiefe Filme, die Menschen berühren, die Menschen verändern, den Horizont erweitern.

Und wo ich mir dann denke, warum lassen wir, sollen wir denn einen Job, der richtig cool ist, von KI übernehmen lassen, die das wahrscheinlich vielleicht irgendwann auch cool machen kann, weiß ich nicht genau. Aber warum sollen wir uns diese Jobs da wegnehmen lassen? Also ich verstehe, dass es gut ist, wenn Roboter oder KI oder irgendwas in Zukunft Jobs machen, die für uns Menschen irgendwie eh nicht toll sind. Also irgendwie in Minenschuften oder in Produktionen zu arbeiten, wo keine guten Bedingungen herrschen können für Menschen. Da finde ich das ja alles in Ordnung. Aber warum sollen denn Maschinen diese Jobs machen? Der einzige Grund dafür ist, sie sind halt billiger. Aber das meine ich, wir haben jetzt in der Hand, das zu gestalten und wir dürfen das beeinflussen und müssen aber auch gucken, dass es eben nicht nur Unternehmen beeinflussen, die nur zwei Werte kennen.

Ja, das finde ich ein total großartig, ganzheitlich gedachtes Herangehen an die Frage. Also das Beispiel mit den Drehbüchern finde ich auch total gut. Ja, also ich meine, wir machen Software und ich lebe auch nach diesem Verständnis. wir automatisieren das, wo Menschen auch einfach nicht gut in der Lage sind, das zu tun. Das sind die Jobs, die entweder monoton, langweilig, stupide sind oder, ja, klar, mit Robotern, Mining, also es gibt Bereiche, da sollten Menschen auch nicht leiden müssen. Ich habe die Idee einer Erklärung, wo das mit den Drehbüchern herkommen könnte. Ich habe nämlich vor einer Weile eine Studie gelesen, dass halt immer weniger, ich sage mal, Filme mit der Nummer 1 erscheinen. Also es gibt, keine Ahnung, Fast and Furious 29 mittlerweile.

Also das ist halt auch eine reine Industrie und das ist einfacher, eine Version 7 von irgendwas zu machen, wo wir bei den ersten sechs wussten, das haben wir ausgegeben, das waren die Zahlen, als das Unternehmen auf sich zu nehmen, einen Film ganz neu zu erfinden. Ich meine, selbst die bekannten Hollywood-Schauspieler, wer war denn der, der so besonders immer das Gleiche gespielt hat? Wenn Nicolas Cage erschien, wusste man eigentlich genau, wie der Film wird. Ja. Also das kann ich verstehen, wenn man da sagt, gut, bevor wir da irgendeinem Menschen das gleiche Drehbuch nochmal schreiben lassen, kann das auch eine KI machen, sind wir viel schneller. Aber ja, es ist leider tatsächlich an der falschen Stelle.

Genau, aber ja auch die Überlegung, also ich bin auch ganz selbstkritisch, also wie viele Abende ich einfach bei irgendwelchen Streaming-Anbietern versumpfe und mir dann Sachen angucke, wo ich danach denke, die Zeit hätte ich sehr gut mit richtig coolen Sachen verbringen können oder einfach mit Freunden rumhängen. Ich meine, das ist jetzt in Corona halt eh so, geht das halt nicht. Und deshalb haben wir uns auch so daran gewöhnt, uns so berieseln zu lassen. Aber das ist eigentlich was, was ich gar nicht mehr will. Und ich glaube auch, dass ein Großteil der Bevölkerung irgendwann merken wird, okay, das macht mich überhaupt nicht glücklich. Das macht mich, ja, unzufrieden mit der Zeit, wenn ich halt die ganze Zeit nur mir irgendeinen Schwachsinn angucke oder zum Beispiel angucke, wie andere Leute Dinge erleben.

Dann denke ich mir, lass es doch uns selber erleben und selber coole Sachen machen. Und das ohne den Druck, dass ich das darstellen muss, dass ich mich dabei unbedingt filmen muss, sondern einfach nur diesen Moment zu genießen. Das finde ich total schön. Und ich hoffe, dass wir da auch wieder hinkommen, dass es halt jetzt so ein Moment ist, wo das irgendwie alles total interessant und toll ist Und dass wir aber irgendwann wieder dahin kommen, dass eigentlich Beziehungen das Wertvollste sind, was wir haben und das Wichtigste sind und in die zu investieren viel, viel besser ist. Also gerade Zeit zu investieren als in soziale Netzwerke, wo ich mir angucke, wie Leute Beziehungen leben oder so, als es einfach selbst vorgeben.

Ja, genau.

Dann interessiert mich jetzt total, also ich bin da 100% bei dir, also all das, was du gesagt hast, 100%ige Zustimmung. Wie passt es dann dazu, ein Smartphone zu entwickeln? Also was bringt ihr in die Welt, damit wir diese Spielräume, die wir noch haben, in die unserer Meinung nach richtige Richtung drehen?

Ja, ich glaube, es ist wichtig, dass es Alternativen gibt, weil solange es keine Alternativen gibt, wissen viele Leute nicht, dass es auch anders geht. Wir haben, als wir uns gegründet haben und wir so gemerkt haben, wir sind da mehr oder weniger so reingerutscht, Smartphones zu machen. Das war gar nicht unbedingt unser Ziel, aber irgendwann war dieser Moment, wo wir gemerkt haben, okay, das Produkt sollte eigentlich so ein Field Monitor werden für einen Kamerakran, den wir vorher im Crowdfunding gemacht haben. Und wir wollten aber gern so ein universelles Gerät machen und haben dann irgendwann gemerkt, universeller als ein Smartphone geht es eigentlich gerade nicht, also müssten wir das machen und weil uns die Reparierbarkeit wichtig ist und so, machen wir das.

Und dann kam aber dieser Moment, wo wir nochmal innegehalten haben und gedacht haben, warum sollen wir denn auch noch ein Smartphone-Hersteller sein? Es gibt doch wirklich richtig coole Smartphones auf dem Markt. Und können wir überhaupt bessere Hardware herstellen oder uns genug differenzieren, dass Leute unsere Produkte interessant finden? Was wir gemerkt haben, ist, diese Unternehmen, die Smartphones bauen, die sind alle super extrem auf dieses Thema Macht und Geld eingepegelt. Das ist ein super hart umkämpfter Markt und selbst die Unternehmen, die da versuchen, so ein bisschen anders zu agieren, haben trotzdem Investoren mit drin, sind in Abhängigkeiten und so und wir haben gesagt, ey, lass uns doch mal probieren, ob wir es schaffen, ein Unternehmen zu gründen, das einfach frei ist von diesen Abhängigkeiten.

Dass wir frei entscheiden dürfen, wo wir Prioritäten setzen. Und dann haben wir das gewagt, eben mit Crowdfunding. Wir haben dann gesagt, okay, wir probieren es einfach mal. Wir hatten schon gute Erfahrungen mit Crowdfunding gemacht. Mit diesem Kamerakran, das hatte super funktioniert. Und wir sagten, wir gucken mal, ob wir jetzt schon irgendwie so eine Community aufgebaut haben und so ein Vertrauen auch aufgebaut haben, dass die Leute uns so ein großes Produkt wie ein Smartphone oder so ein komplexes Produkt wie ein Smartphone irgendwie zutrauen. Und wir waren sehr überrascht, dass es tatsächlich Leute gab, insgesamt um die tausend Supporter und Supporterinnen, die wir sammeln konnten, die gesagt haben, ja, wir denken, ihr schafft das, wir gucken mal, wir investieren jetzt das Geld und hoffen, dass wir irgendwann dann auch ein funktionierendes Gerät in der Hand halten dürfen.

Und dann sind auch ganz viele Dinge passiert, die wir gar nicht so steuern konnten, sondern Dinge, die halt einfach, also erst mal, ob du das kennst, aber manchmal gibt es im Leben so Situationen, da kommt eins zum anderen und es gibt was Gutes und Schönes. Es gibt auch Lebenssituationen, das ist genau andersrum. Da denkt man, oje, wo läuft das jetzt noch hin? Aber das waren so Momente, wo eins zum anderen kamen, Kontakte zusammengekommen sind, wie es überhaupt zu Shift kommen konnte oder dazu, dass wir dann eben Smartphones bauen konnten. Und ich weiß auch gar nicht, ob es heutzutage nochmal, also auch uns nochmal so möglich wäre, weil das einfach zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwie so entstehen konnte.

Und wir haben gemerkt, diese Alternative zu sein, um wieder auf deine Frage zurückzukommen, das ist so dieser Kern, wo wir sagen, das wünschen wir, weil es gibt ja viele Smartphones auch, die, oder was ist viele, es gibt ein paar Smartphones auch im Markt, denen Reparierbarkeit auch immer wichtiger wird. Es gibt einige, die machen so ein bisschen Greenwashing und stellen sich so als so ein bisschen nachhaltiger irgendwie da als andere. Und es gibt natürlich auch ernstzunehmende Daten, die das auch ernst meinen, aber da wirklich zu sagen, wir sind eine Alternative, die eben nicht auf Macht und Geld basiert, sondern auf anderen Werten basiert. Das ist, glaube ich, das, was uns so besonders macht und warum wir gesagt haben, wir müssen das auch unbedingt machen.

Es muss so eine Alternative geben, weil wenn es die nicht gibt, haben wir ja keine Wahl. Dann muss jeder Konsument einfach sagen, gut, es gibt halt nur zwei, drei Hersteller auf der Welt und eins von den Geräten muss ich dann nehmen und irgendwer ist halt das geringere Übel.

Ich hatte ja am Anfang schon gesagt, also ich habe Ich habe selber, also ich habe technische Automatik studiert mal vor längerer Zeit und habe dann auch in Firmen gearbeitet, wo ich Software für Steuergeräte gemacht habe, die entwickelt wurden. Also ich weiß, was alles dran hängt, Hardware zu entwickeln. Das geht los bei der richtigen Bauteilauswahl. Es geht weiter, dass es im Prinzip kein Platinenmaterial gibt, das ein Smoke-and-Flame-Test überhaupt besteht. Das gibt es einfach nicht. Also, du hast Produktion, du hast Sourcing, du hast, genau, dann das ganze Thema Support, Aftercare, Afterlife, Recycling und so weiter. Da hängt ja ganz viel dran. Was ist dein Verständnis von Nachhaltigkeit in dem Kontext? Also wann ist es gut genug? Also ideal kann es meiner Meinung nach nicht geben. Also zu sagen, ich mache jetzt das absolute öko-grün-Smartphone und es hat keinen Fußabdruck, das wird man nicht erreichen. Aber wo ist da dein Punkt, wo du sagst, da sind wir deutlich besser als der Rest und das reicht uns?

Also es ist so, dass wir verschiedene Bereiche anschauen. Du hast jetzt schon einige Sachen genannt, also einmal die Produktion. Da war es so, dass wir anfangen mussten erstmal mit einem Partner. Also tatsächlich ist es in China so, oder ist es so, dass die Produktionen in China stehen. Also alle, die irgendwie in der Lage sind, Smartphones herzustellen, wirklich auch komplett Smartphones herzustellen, da sind die Produktionen in China. Es gibt mittlerweile ja auch in Deutschland Produktionen, da werden aber eigentlich nur Komponenten zusammengefügt. Also das kann man, finde ich, nicht wirklich eine Produktion nennen. Und deshalb mussten wir in China beginnen und haben dort Partner gesucht. Wir hatten an verschiedenen Türen geklopft und sind oft einfach weggeschickt worden, weil unsere Zahlen viel zu klein waren.

Dann hatten wir einen, der sich darauf eingelassen hatte. Wir haben dann begonnen mit denen gemeinsam auch mit der Entwicklung, weil du brauchst doch immer ein Designhaus, Leute, die auch wiederum Kontakte haben, die Partner haben, mit denen man dann so ein Projekt auch beginnen kann. und da war es so, dass kurz vor, also nachdem das erste Gerät entwickelt war, wir haben da auf einen bestehenden Chipsatz gesetzt, also weil wir gesagt haben, eine Platine selber zu entwickeln, das kriegen wir erstmal nicht hin, sondern wir müssen eine bestehende Platine nehmen und bauen dann das Gerät drumherum. Nachdem wir da die ersten Prototypen hatten, sagte der Partner dann, oh, er hätte jetzt größere Aufträge gekriegt, Der hatte eigentlich auch keine Lust, so ein Smartphone zu bauen, wo der Akku wechselbar ist und so.

Das macht keiner mehr und so. Da sieht er auch keine Zukunft drin. Und er wird jetzt sich auf die anderen Aufträge konzentrieren. Und dann standen wir erst mal ohne Partner da. Wir hatten aber schon das Entwicklungsgeld investiert. Und dann war es so, dass wir durch einen ganz großen Zufall, einer der vorhin beschriebenen Zufälle, einen Menschen getroffen haben. Das war auf dem Weg von diesem Partner, wo wir waren, zurück zur U-Bahn. Ich war nicht dabei, mein Bruder, der Carsten, ist mit dem Jackie gemeinsam. Jackie ist ein sehr guter Freund von uns, den kennen wir mittlerweile seit gut 20 Jahren. Der ist selbst Chinese und hat begleitet uns immer auf allen Reisen in China und dolmetscht, aber es macht auch das kulturelle Dolmetschen.

Also wenn wir manche Reaktionen nicht so gut verstehen oder vielleicht auch für die andere Seite nicht so verständlich reagieren, dann versucht er das so ein bisschen zu übersetzen. Naja, und der Jackie und der Carsten, die liefen sehr betröppelt dann zurück und Carsten hat schon gedacht, ja toll, jetzt nehme ich ein Bankdarlehen auf und zahle die Leute im Crowdfunding aus, weil viele von den Leuten im Crowdfunding waren auch unsere direkte Freunde und wir haben gesagt, wir können, oder Familie, wir haben gesagt, wir können ja nicht sagen, ja, Pech gehabt. Und dann war schon der Gedanke, okay, wir müssen jetzt Geld aufnehmen und dann halt irgendwie das über die nächsten Jahre zurückzahlen. Und dann kam ihm ein Typ entgegen und er sprach den Jackie an und der Jackie wusste erst nicht so genau, wer das jetzt ist.

Und dann erkannte er ihn aber und dann haben die beiden sich erkannt und haben gesagt, mit dir war ich doch in der Grundschule, in einer ganz anderen Ecke von China. Also die waren in Shenzhen, also da, wo ja viele so Technikproduktionen sind, eine Riesenstadt und sind sich dort begegnet. Und dann erzählt der Jackie gerade die Situation und er sagt, ach, das ist ja echt ärgerlich, dass ich arbeite bei einem Displayhersteller. Ich hatte so ein paar Unternehmen im Kopf, die total gut vielleicht dazu passen würden zu dem Projekt und hat dann so ein paar Kontakte gegeben und tatsächlich der erste Kontakt, den sie dann angesteuert sind, war dann der Partner, mit dem wir starten konnten, der gesagt hat, hey, ich finde die Idee richtig gut, ich bin mit dabei.

der, auch ein junges Unternehmen, die gesagt haben, hey, das mit dem Thema faire Produktion finden wir total spannend. Wie gehen wir das denn an? Dann haben wir Kontakte geknüpft zu einer NGO, Taos heißt die in China, die so Audits macht, aber auch Schulungen für Manager oder für Leiter in den Fabriken, wie man mit den Mitarbeitern gut umgeht und so weiter. Wir konnten dann mit denen starten. Das war total cool, super für den Anfang und dann haben wir irgendwann gemerkt, eigentlich haben wir einen anderen Anspruch, weil während wir produziert haben, haben die Leute immer mehr verdient, als wenn andere Unternehmen dort produziert haben. Das heißt, es hat Ungerechtigkeiten gegeben. Wir haben das angesprochen, wir haben versucht, das auch zu verändern, aber das war alles sehr zäh. Und irgendwann haben wir gesagt, hey, lass uns doch einfach eine eigene Fertigung bauen. Kriegen wir das irgendwie hin?

Und dann haben wir tatsächlich mit dem Jackie auch gemeinsam mit Taos, mit dieser NGO gemeinsam überlegt, wie sowas aussehen könnte im Idealfall, wo man das machen müsste. Haben gemerkt, dass in Shenzhen, das ist eine Problematik dort, weil viele der Menschen, die dort in den Produktionen arbeiten, sind Wanderarbeiter. Das sind Leute, die kommen aus anderen Regionen von China, die auch ärmer sind und die dann dort einen Job suchen. Das heißt, sind Leute, die sind losgelöst von ihrem sozialen Kontext, von ihren Freunden, von Familie, kommen dorthin, arbeiten im Dreischichtsystem, werden nicht gut bezahlt und haben kein Zuhause. Das heißt, die wohnen dann oft in so Baracken, die halt in den Produktionen da irgendwie mit angesiedelt sind, weil auch in der Stadt die Wohnungen nicht bezahlbar sind mit dem Geld, was die verdienen.

Und die ja auch Geld an die Familien senden wollen oder vielleicht auch müssen, also so ein bisschen so einen Erwartungsdruck auch haben. Und dann haben wir gesagt, gut, wir gehen komplett raus aus Shenzhen und haben dann Hangzhou als Stadt ausgewählt. Das ist ungefähr anderthalb Stunden von Shanghai entfernt, wo der Jacky auch lebt tatsächlich. Und Hangzhou ist die Stadt mit dem höchsten Mindestlohn in China. Das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich in China und auch die Stadt mit der höchsten Lebenszufriedenheit in China. Weil, obwohl das eine relativ schnell gewachsene Stadt ist, auch viel Innovation daherkommt, da kommt dieses Alibaba daher, also die chinesische Ebay sozusagen und so, auch das chinesische Google, also viele Softwareunternehmen, die dort beheimatet sind.

Und aber quasi Leute, die dort arbeiten, auch so aus dem Kontext kommen, also aus dem regionalen Kontext des Vornhangs. Und genau, dann haben wir die Fertigung aufgebaut, so Stück für Stück. Und das Coole ist, dadurch, dass unsere Geräte modular aufgebaut sind, können wir die Bereiche, die nur Maschinen machen können, die können wir ziemlich gut auslagern. Das heißt, eine Platine zum Beispiel, die können wir nicht selber produzieren, das brauchen wir in einem Fertigungsunternehmen für, aber da sind auch kaum Menschen beteiligt. Also das ist so, dass da sitzt ein Ingenieur, die werden auch meistens gut bezahlt, weil die halt, ja, wenn die da irgendwas Falsches machen, dann ist der Schaden, den die erzeugen, ziemlich groß. Deshalb sind das sehr gut ausgebildete Leute und auch gut bezahlte Leute, die dann diese Maschinen mitbestücken und dann eigentlich auf ein Knöpfchen drücken und dann läuft das automatisiert durch bis hin zur Qualitätssicherung zum Schluss.

Und den Bereich, wo eben viel menschliche Arbeitskraft gebraucht wird, das ist eben die Endfertigung und die haben wir bei uns. Und dadurch, dass wir eben die Produktion in China haben, haben wir auch kurze Wege zwischen den unterschiedlichen Partnern, die wir brauchen für die Fertigung. Und das war was, was uns dazu bewogen hat, dann auch die Produktion in China aufzubauen und nicht in Deutschland, weil wir tatsächlich zwischendrin immer wieder gedacht haben, es wäre viel einfacher, was hier in Deutschland aufzubauen. So der kulturelle Unterschied und auch manchmal die Vorstellung von Qualität und so, gerade mit anderen Partnerunternehmen, das war schon sehr herausfordernd. Und ist auch was, was uns immer wieder begegnet, wenn wir mit anderen Unternehmen sprechen, die auch in China produzieren, die immer sagen, wie kriegt ihr das denn hin bei uns? Das ist manchmal katastrophal und da hilft halt einfach auch diese eigene Fertigung total, wo wir dann auch nach einigen eigenen Qualitätsmaßstäben dann eben die Dinge zusammenfügen können.

Das ist dann aber direkt nachgefragt. Also wenn ich das richtig verstehe, also ihr lasst die Platinen zum Beispiel irgendwo fertigen und bestücken. Das heißt, da kommen Module. Display werdet ihr zum Beispiel wahrscheinlich auch einfach zukaufen.

Jein. Mittlerweile können wir die Laminierung vom Display, die machen wir schon selber bei uns. Aber die Technologie quasi, also jetzt die AMOLED-Einheit oder sowas, das lassen wir natürlich produzieren.

Und wenn diese Teile sowieso, also wenn ihr quasi Module oder Teilstücke fertigen lasst und dann, ich sag mal, platt gesagt zusammensetzt, also wenn die Fertigung heißt zusammensetzen, warum das nicht in Deutschland?

Das ist eine sehr gute Frage, weil die Elemente oder die Module, wenn die nicht zusammengebaut sind, sehr empfindlich sind. Das heißt, die müssen sehr aufwendig verpackt werden. Um sich das mal vorzustellen, bei einer Displayeinheit ist es so, dass die in sogenannten Trace liegen. Das heißt, das sind so Kunststoff-Trace, die sind ungefähr, ich würde sagen, so 70 Zentimeter breit und entsprechend tief ungefähr. und da liegen dann 20 oder 30 Display-Einheiten drin, die sind dann wiederum verschweißt, damit da halt keine Feuchtigkeit eindringen kann. Und die liegen dann übereinander und diese Trays verwenden wir wieder, weil wir kurze Wege zwischen den Produktionspartnern haben. Und da, glaube ich, sind wir, soweit ich weiß, auf jeden Fall der einzige Hersteller, der das so handhabt, weil nämlich der Produktionsmüll bei einem Smartphone tatsächlich 90 Prozent des Mülls ist, der bei Smartphones anfällt.

Also es ist gar nicht unbedingt, dass das Ausschuss in der Fertigung oder irgendwie sowas im Kern ist, sondern eben dieser Verpackungsmüll. Das ist ein ganz enormer Anteil. Und deshalb macht es gar keinen Sinn, das alles einzeln verpackt hier nach Deutschland zu bekommen. Weil selbst wenn wir diese Trace nach China zurückschicken würden, was ja auch wieder ein logistischer Aufwand ist, wo wir viel Volumen einfach versenden, was auch nicht so viel Sinn macht, ging ja das gar nicht, weil das als Müll deklariert wird und Müll nach China nicht eingeführt werden darf. Das heißt, wir brauchen in sich geschlossene Kreisläufe und das funktioniert eben nur, wenn man das aktuell noch, wenn man das so in China macht.

Und das ist eben so unser Wunsch, irgendwann das mittel- und langfristig auch natürlich in Deutschland oder in Europa zu haben solche Möglichkeiten. und da wollen wir uns auch für einsetzen, aber im Moment ist es eigentlich nur nettes Marketing, wenn man sagt, hey, wir haben hier die Endfertigung in Deutschland. Sinn macht das vom Nachhaltigkeitsaspekt her gar nicht, weil wir bekommen jetzt die Geräte komplett einwegplastikfrei. Es gibt noch einmal so eine Umverpackung, also unten in den Kartons, die wir kriegen, sind immer 20 Smartphones. die sind noch einmal mit einer Plastiktüte eingepackt, damit, falls irgendwie Wasser bei der Sendung irgendwie Feuchtigkeit auftritt oder sowas, sei es nur Kondenswasser, das System den Geräten eben nichts ausmacht.

Aber selbst die Verpackung, die nutzen wir halt weiter. Und dadurch können wir halt viel mehr in Kreisläufen denken, als wenn wir das einzeln verpackt hierher bekommen würden. Und dann könnten wir die Sachen in den gelben Sack geben und dann werden 20 Prozent davon recycelt, der Rest landet in der thermischen Verwertung. Und das wäre halt schade, um die Rohstoffe, die da drin stecken oder Ressourcen, die da drin stecken. Und das ist tatsächlich der Grund, warum wir das in China gemacht haben. Und das Spannende ist, dass die Produktion in China, die produzieren nur für uns. Wir können alles designen mit den Zahlungen, die wir leisten. Also offiziell kaufen wir quasi dort unsere Geräte. Und mit diesen Zahlungen, die wir leisten, können wir alles bestimmen. Wie viel Geld bekommen die Mitarbeiter? Wie viel wird gebraucht, um neue Maschinen anzuschaffen oder die Arbeitsbedingungen irgendwie zu verbessern, irgendwie bessere Tische anzuschaffen oder wie auch immer, was es da für Optimierungsmöglichkeiten gibt.

Und diese Fertigung macht keine Gewinne. Das heißt, die trägt sich selbst mit den Zahlungen, die wir leisten. Und das ist für uns im Moment der beste Kompromiss, so der nachhaltigste Kompromiss. zu sagen, das fühlt sich für uns richtig an, so zu handeln. Und alles andere wäre halt, ja, Marketing. Zu sagen, ja, made in Germany und bedeutet aber eigentlich nur, dass man die Module zusammengeklipst hat, letzten Endes. Genau. Und was wir unglaublich wichtig finden, ist das Know-how aufzubauen. Also, dass wir wissen, wie man diese Technologie baut, worauf es ankommt. Und natürlich auch mit einigen Fällen mit Partnern zusammenzuarbeiten, aber eben auch immer mehr Wissen anhäuft, um dann irgendwann auch sagen zu können, wir können auch irgendwie irgendwann mal Smartphones hier in Deutschland machen.

Und gerade die Neuigkeit ja, dass Intel ein großes Werk in, war das auch Brandenburg, bauen will?

Ja, da in der Nähe von Tesla, das ist alles so eine.

Ja, genau. Und was ja schon mal eine Perspektive aufmacht.

Ja, cool. Also das mit diesem 90 Prozent Produktionsmüll, das war mir absolut nicht bewusst. Also ich habe immer fertige Platinen bestückt, getestet bekommen. Aber ja, ich habe tatsächlich nie hinterfragt, was, also wie viele Müllcontainer bei so einem Fertiger auf dem Hof stehen. Wieder was gelernt. Werde ich bei unserem nächsten Projekt mal deutlich, deutlich mehr darauf achten, auf jeden Fall.

Ja, das ist spannend. Und dann auch zu überlegen, wie kann man die dann mehrfach verwenden? Also wie kann man diese Trays so gestalten, dass die öfter verwendet werden können? Und wir schicken die dann zurück zu den Produktionsunternehmen. Und wenn die neue Lieferung kommt, dann haben die gleich die Verpackung, mit denen die dann uns beliefern können.

Das habe ich tatsächlich hier in Harburg auch bei einem großen Fertiger gesehen, dass die für ihre, die machen so Display-Einheiten für Industriecomputer, dass die auch Mehrwegverpackungen haben. Und halt mit dem Pfandsystem, anders funktioniert das, glaube ich, leider nicht. Was ist denn eure größte Challenge, an der ihr aktuell so zu knabbern habt?

Die größte Challenge ist, glaube ich gerade, dass wir natürlich als ein kleiner Smartphone-Hersteller technisch nicht Geräte bauen können, die jetzt mit den Flaggschiff-Modellen der richtig Großen konkurrieren können. Einfach, weil wir in der Entwicklung langsamer sind. Also gar nicht, weil wir irgendwie schlechtere Hardware zur Verfügung hätten oder so. Wir haben ja auch Arbeit mit Kerkorn-Prozessoren und so. Aber wir sind in der Entwicklung einfach langsamer. Ich glaube, das hat auch was damit zu tun, dass wir einen sehr hohen Qualitätsanspruch haben. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber auch nochmal andere Dinge berücksichtigen. Also wir haben für unser Shift-6MQ, was im Moment so unser Flaggschiff-Modell ist, einen Prozessor ausgewählt, der ist schon ein bisschen älter.

Das ist aus der 8. Serie, also aus der High-End-Serie von Calcom, aber der, aus der 8. Serie auch, aber eben einer, der ein bisschen älter ist. Den haben wir bewusst gewählt, weil es dafür schon einige Betriebssystem-Alternativen gibt. Also die Lineage Community zum Beispiel oder Lineage, je nachdem, wie man es aussprechen möchte, die dafür schon einiges bereitgestellt hat, aber auch UbiPorts zum Beispiel, also Linux und so weiter, die schon dafür entwickelt haben. Und das ist ja dann die andere Seite. Das eine ist die Hardware-Seite, die man entwickelt. Das andere ist die Software-Seite. Und es ist unglaublich wichtig, dass sie zusammenarbeiten. Und es gibt ja auch sowas wie Software-Obsoleszenz, also dass Geräte, meinetwegen die Hardware noch funktioniert, aber die Software irgendwann outdated ist und deshalb das Gerät nicht mehr läuft.

Und um da auch flexibel zu sein und langfristig Alternativen anzubieten, muss man natürlich auf Prozessor-Generationen zurückgreifen, wo man sagen kann, ja, damit funktioniert das gut. Das ist aber was, was zum Beispiel von so Technikmagazinen oder sowas gar nicht gesehen wird. Die vergleichen die technischen Daten. Die gucken ja, wie schnell ist der Prozessor, was kann der, wie viel Megapixel hat die Kamera und das war's. So Akku, Laufzeit oder so. Und da erreichen unsere Geräte natürlich nicht die Spitzenwerte, einmal durch den modularen Aufbau. Dadurch zum Beispiel haben wir nie das dünnste Gerät, weil ein modularer Aufbau eben dafür sorgt, dass das Gerät etwas dicker wird. Die sind mit, also unsere magische Grenze ist, wir müssen unter 10 Millimeter bleiben, also 9,98 oder sowas haben unsere Geräte.

Und damit eben auch noch gut handelbar. Also man hat jetzt nicht so einen schweren, dicken Klotz in der Hand. aber natürlich kein super dünnes, schlankes Gerät. Und dadurch, dass der Akku wechselbar ist, haben wir natürlich auch nochmal ein Case um den Akku. Das heißt, wir verlieren ein bisschen Raum, den wir mit mehr Akku füllen könnten und dadurch natürlich auch kürzere Akkulaufzeiten erreichen. Und das ist was, wo wir merken, da braucht unser Produkt ein bisschen Erklärung. Und er braucht auch das Verständnis von dem Kunden, sich darauf einzulassen, Aber wir denken, es ist super wichtig, dass es eben diese Alternativen gibt, weil wenn keiner solche Geräte gebaut hätte, dann gäbe es jetzt nicht zum Beispiel die EU, die sagt, wir wollen uns stark machen für ein Recht auf Reparatur.

Weil es eben Unternehmen gab, die gesagt haben, wir denken, das ist möglich, wir denken, es ist total wichtig, dass es das gibt und wir bauen auch Geräte, die entsprechend designt sind, dass sie reparierbar sind. Und das haben halt die großen Unternehmen sehr perfektioniert, dass sie gesagt haben, wir packen alles an Technik rein, was geht, so viele Megapixel, so viele Kameralinsen wie möglich, aber alles auf möglichst kleinen Raum. Und darauf sind auch so diese Techniktests spezialisiert. Die gucken halt eigentlich nur danach und nicht danach, was für einen ökologischen Fußabdruck das Gerät auch hat, was das für eine Auswirkung auf die langfristige Nutzung des Gerätes auch hat. Und das finden wir eben spannend, da eine Alternative zu sein.

Und das ist aber auch die Herausforderung, das den Kunden zu vermitteln. Und was wir auch nicht wollen, ist irgendwie den Menschen vermitteln zu müssen, hey, du bist irgendwie glücklicher, wenn du einen Shift-Fonds besitzt, weil du bist dann irgendwie nachhaltiger unterwegs und das macht ein besseres Gefühl und so. Weil das können wir ja nicht versprechen. Also wir können keinem Menschen versprechen, dass er glücklicher ist, weil er ein Ding kauft. Oder wir können ihm versprechen, dass es auf jeden Fall nicht so sein wird, dass er dann glücklicher ist. und was wir aber versprechen können ist, dass eben niemals Gewinne an Privatpersonen ausgezahlt werden wir haben die Gehälter, die wir haben die sind transparent einsehbar auf unserer Webseite, also gerade von Carsten und mir als Geschäftsführer, da kann man gucken, was wir verdienen da gehen wir ganz offen mit um, weil wir sagen, das finden wir so wichtig, dass die Leute wissen, hey, wir nutzen Nachhaltigkeit nicht als irgendwie ein Geschäftsmodell, um dann irgendwie doch großen Investoren das Geld in den Rachen zu schieben und Menschen, die sowieso schon unglaublich viel haben, dazu verhelfen, noch mehr zu besitzen, sondern alles, was wir erwirtschaften mit dem Unternehmen, das fließt halt in nachhaltige Projekte oder soziale Projekte.

Und das merken wir, das macht uns persönlich total glücklich. Das zu sehen, erleben zu dürfen, da arbeiten zu dürfen und wir merken auch, dass es unter unseren Mitarbeitenden eine extrem hohe Zufriedenheit hat, weil die wissen, ich arbeite jetzt nicht, dass irgendwie mein Chef sich ein Porsche kaufen kann oder irgendwie das dritte Flugzeug oder was auch immer, sondern die wissen, hey, wir arbeiten und wir wirtschaften gemeinsam was und damit passiert irgendwie Gutes. Und das ist was, was uns total erfüllt und wo wir uns wünschen, dass wir das auch so auf die Kundinnen und Kunden übertragen können. So sagen können, hey, wir können dir nicht versprechen, dass du glücklicher wirst, wenn du ein Shift-Form besitzt, aber du machst damit ganz viele andere Menschen glücklich, weil wir halt mit dem, was wir erwirtschaften, Gutes bewirken wollen.

Und das ist unser Kern, also wir nennen das Unternehmens-DNA, ist, dass wir so viel Gutes tun, wie wir wollen, wie wir können, so viel Gutes tun, wie wir können und auf dem Weg dahin so wenig Schaden wie möglich anrichten. Weil wie du eingangs ja schon gesagt hast, egal was wir produzieren, auch wenn es nur ein T-Shirt ist, wir entnehmen der Natur was und ein Smartphone ist ja ein deutlich komplexeres Produkt und richtet natürlich mehr Umweltschaden an als ein T-Shirt zum Beispiel. Aber wir wollen eben auf diesem Weg gucken, dass wir so wenig Schaden wie möglich anrichten. Aber der Kern und das, wo der Fokus drauf liegen soll, ist, mit dem Unternehmen so viel Gutes zu tun, wie wir können.

Krass. Wir sind schon total über die Zeit hinaus, deswegen, ich habe noch ganz viele Fragen, die ich gerne weiterstellen würde. Ich stelle jetzt trotzdem nach Schema F meine vorletzte Frage und hoffe, dass wir uns einfach im Nachgang noch irgendwo mal auf ein digitales Getränk zusammenfinden. Zu all dem, worüber wir gesprochen haben, gibt es Quellen, die du empfehlen magst, die wir verlinken sollen?

Ja, Quellen, die mir einfallen, ist der runde Tischreparatur zum Beispiel. Eine Initiative, in der wir auch drin sind, wo es genau um das Thema geht, einmal Produkte natürlich auch zu entwerfen, die reparierbar sind. Aber sich auch dafür einzusetzen, also auch auf einer politischen Ebene dafür einzusetzen, Initiativen zu starten. Dass das auch ein Maßstab ist, der an andere Hersteller herangetragen wird und der eine Wichtigkeit, eine Relevanz bekommt. Das wäre ein Link, den ich sehr spannend finde. Dann etwas, was uns, ein Netzwerk, was uns immer wieder sehr bestärkt und ermutigt, zwei Netzwerke. Das eine ist die GWÖ, Gemeinwohlökonomie heißt das. Da sind Unternehmen vertreten, oder anders, es ist eine Bewegung, die Wirtschaft aus einer anderen Perspektive denken möchte.

Ähnlich wie ich das versucht habe zu beschreiben, dass es eben mehr an Werten gibt, an denen Unternehmen gemessen werden sollen. Die haben so eine Matrix entwickelt, an der man sich quasi messen kann. Das kann man freiwillig als Unternehmen tun. Wir sind auch gerade dabei, so eine Bilanzierung zu machen, um auch transparent zu machen. Wo stehen wir? Was können wir schon umsetzen in Sachen Nachhaltigkeit? Wo sind aber auch noch die Herausforderungen? Und wo wollen wir uns verbessern? Und das ist eine Initiative, die uns sehr stark inspiriert, wobei wir merken, bei aller Komplexität, bei allen Herausforderungen, die natürlich so eine Bewegung auch hat, meinen die das ernst. Und es ist nicht nur so ein, hey, lass uns mal gucken, wie wir als Unternehmen irgendwie noch ein Labelchen dazu bekommen, was uns irgendwie ein bisschen grüner macht, sondern wie können wir wirklich Nachhaltigkeit im Kern in den Unternehmen implementieren.

Und auch eine sehr spannende Inspirationsquelle für uns, zum Beispiel, wenn man sich das Thema anschaut, wie ist ein Unternehmen geführt? Das heißt, wem gehört einmal das Unternehmen? Und wie sicher ist es, dass das Unternehmen langfristig auch diesem Zweck dient? Also es ist was, was uns stark beschäftigt, weil der Carsten und ich, ich bin jetzt 44, der Carsten ist ein bisschen älter als ich und lass uns da noch irgendwie 20 Jahre im Unternehmen arbeiten, aber für so eine Unternehmensgeschichte ist das eigentlich extrem kurz. Was ist nach uns? Dieses Thema Übergabe beschäftigt uns jetzt schon natürlich nicht, weil wir sagen, wir wollen so schnell wie möglich da raus, sondern wir wollen gerne, dass dieses Shift-Herz, so nennen wir das, dass das erhalten bleibt. Egal, wer das Unternehmen mal führt, das soll erhalten bleiben.

Und oft ist es so, dass es ja, also gerade in so familiär geführten Unternehmen, dass es halt die Familie übernimmt, das kann aber zu Streitigkeiten führen, da kann es auch sein, dass die Leute einfach sagen, ja, habe ich aber keinen Bock drauf, verkaufen ihre Anteile an Leute, die halt irgendwie das, da nochmal ganz andere Zwecke mithaben und wir schauen eben, wie können wir das Unternehmen so aufstellen, dass es sich eigentlich selbst gehört und dass es immer nur von Menschen geleitet wird, die dieses Shift-Herz mittragen. Das ist Stichwort Purpose Economy und da kommen wir schon zu dem nächsten Link, den ich mit setzen würde. Und auch an den Cent e.V. Das ist ein Verein, wo es genau auch darum geht, Unternehmen, also Social Entrepreneurs im Grunde genommen zu fördern, für die eine Stimme zu sein, auch in der Politik.

Weil wir glauben, dass Unternehmen, die eben einen sozialen Zweck haben, also diesen Purpose, diesen Sinncharakter haben, dass es auf der einen Seite für die Mitarbeitenden total gut ist, weil sie einfach wissen, wofür sie arbeiten, das sehen und auch spüren dürfen. Und auf der anderen Seite aber auch für die Kundinnen und Kunden, die einfach sich sicher sein dürfen, mit dem Geld, was ich jetzt bezahle für das Produkt, investiere ich nicht dahin, dass irgendwie die Firmenzentrale jetzt für so und so viele Milliarden heringestellt wird oder einzelne wenige unglaublich viel Geld verdienen, sondern ich weiß, das kommt einem guten Zweck zugute. Und meine Hoffnung, mein Wunsch ist, dass es was ist, wonach Unternehmen in Zukunft immer mehr bewertet werden, wo wirklich, wo Kundinnen und Kunden genau gucken, was steckt denn nochmal genau dahinter?

Was sind das auch für Personen, denen ich dann eigentlich mein Geld überlasse? Weil letzten Endes ist es fast genauso viel wert wie die Stimme, die ich abgebe, wenn ich wählen gehe. Weil ich natürlich mit dem Geld, was ich Unternehmen zur Verfügung stelle, denen auch eine Möglichkeit gebe, in die Richtung weiterzugehen, in denen sie ja schon unterwegs sind.

Ja, man sieht das so ein bisschen an unserer aktuellen Frage, wo kriegen wir unser Gas her?

Genau das ist genau das Thema. Und wir haben jahrelang, hat sich keiner Gedanken gemacht, wir haben einfach Gas gekauft aus Russland und haben nicht daran gedacht, oder vielleicht mal so im Hinterkopf mal daran gedacht, hey, da könnte jemand vielleicht auch was Blödes mit anstellen und jetzt erleben wir es. Und diese Vorstellung, was passieren kann, wenn Unternehmen halt so viel Macht haben, das merkt man ja jetzt, diese unglaubliche Macht, die Unternehmen jetzt schon haben, manchmal mehr Geld zur Verfügung, als viele Länder in ihren Staatskassen haben. Was das bedeutet, das können wir uns, glaube ich, noch nicht so ganz ausmalen. Und das ist was, wo wir uns wünschen, eine gute Alternative zu sein.

Da schmeiße ich direkt noch eine Quelle mit dazu. Andreas Eschbach hat vor längerer Zeit das Buch eine Billion Dollar geschrieben. Ist halt ein Roman und der Typ recherchiert immer extrem gut, bevor er so einen Roman schreibt. Also, das ist ein bisschen dystopisch, was passiert, wenn ein Mensch so viel Geld auf einmal zur Verfügung hat. aber interessante Gedankenspiele auf jeden Fall. Ich komme jetzt schweren Herzens zur letzten Frage. Wen würdest du gerne in einem kommenden Interview mal ausgefragt hören?

Ja, es gibt die Purpose Economy. Davon hatte ich ja eben schon kurz erzählt. Es sind auch zwei Brüder, die das, glaube ich, mit einem Team auch gegründet haben. Achim und Armin. Ich hoffe, ich erinnere mich richtig. Entschuldigt, wenn ich, ich habe mich ein sehr schlechtes Namensgedächtnis. Und die beiden haben sich viel damit beschäftigt, zu Verantwortungseigentum oder Verantwortung im Unternehmen, Purpose Economy. und ich glaube, das ist ziemlich spannend, was die zu sagen haben, weil dort auch viele Unternehmen sich anschließen, die ähnlich ticken. Also da formiert sich gerade so ein bisschen was und ich glaube, das könnte spannend sein, weil die auch nochmal so einen Überblick haben zu vielen Unternehmen, die mittlerweile so agieren.

Super spannend. Also unbedingt werde ich versuchen, einen Termin zu kriegen. Sowohl, weil das, glaube ich, hier ein sehr spannendes Gespräch wäre für alle, die zuhören mögen, auch weil wir uns damit auch befassen. Wir sind auch bisher eine ganz stinknormale GmbH. Meine Frau und ich sind Gesellschafter und wir haben auch unsere Werte sehr klar formuliert und versuchen das hier nach bestem Wissen und Gewissen zu leben. Aber ja, also da geht noch was. Bin ich gespannt, auch von denen zu lernen. Ja, ganz vielen Dank. Es ist ein deutlich längeres Interview geworden als sonst. Aber ich hoffe, dass euch allen, die hier zugehört haben, das trotzdem gefallen hat. Ganz vielen Dank dir, Samuel. Ich finde das super inspirierend, wie du darüber denkst, was du berichtet hast und auch, was ihr da aufgebaut habt.

Vielen, vielen Dank.

Respekt und ganz vielen Dank.

Ganzes Leben, vielen Dank. Ja, vielen Dank, dass du uns hier die Möglichkeit, die Plattform gegeben hast. Und vielen Dank auch an alle Zuhörerinnen und Zuhörer, dass ihr uns die Zeit schenkt. Weil das ist ja eigentlich das Wertvollste, was wir haben als Menschen, die Zeit. Und eigentlich sind wir nur Wertewandler. Wir wandeln Zeit in irgendwelche anderen Werte. Und deshalb ist diese Zeit, die wir haben, sehr kostbar. Und das ist auch, weiß nicht, ob du das wusstest, Wir haben auf unseren Smartphones einen Warnhinweis. Es steht drauf, Warning, Smartphones can be Time Killers. There is no greater gift for you today than the next 24 hours. Use them wisely. People are more important than machines.

Und das wünsche ich jedem. Immer wieder sich das bewusst werden zu lassen, die nächsten 24 Stunden sind das Kostbarste, was wir haben. Und die zu nutzen, das ist unglaublich wertvoll. weil, also ich finde gerade in der Zeit, in der wir leben, dass ein Krieg in Europa ausbricht, dass auf einmal Dinge sich so verändern, es ist so wichtig, sich das bewusst werden zu lassen, wie viel Wert in diesen nächsten 24 Stunden stecken und die nicht zu verplempern mit irgendwas, sondern mit coolen Erlebnissen und mit Beziehungen zu füllen.

Ein besseres Schlusswort hätte ich nicht finden können. Super, ganz vielen Dank. Sehr gerne.

und werden präsentiert und produziert von den Lionizers. Die Lionizers stehen für nachhaltige, individuelle Produktentwicklung. Wir entwickeln für andere Unternehmen Software, die uns als Menschheit helfen soll, der Klimakrise die Stirn zu bieten. Danke fürs Zuhören.

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