E02613.06.201856 Min
Welche Rolle spielt (gutes) Design bei der Digitalisierung?
Im Gespräch: Karel Golta (indeed innovation)

Worum es geht
Karel Golta von Indeed Innovation spricht über die menschenzentrierte Rolle von Design in der Digitalisierung.
Karel Golta ist Industriedesigner und Gründer von Indeed Innovation, einem Unternehmen, das Unternehmen bei der Entwicklung von Innovationen im Zeitalter der Digitalisierung unterstützt. Er hat am ersten MP3-Player mitgearbeitet und vertritt den Ansatz, dass Technologie menschenzentriert sein muss.
Die Kunden kommen mit Problemen, die sich aus der vierten industriellen Revolution ergeben: Sie verstehen nicht, dass Digitalisierung nicht nur Prozesse, sondern auch Geschäftsmodelle und die gesamte Wertschöpfungskette betrifft. Viele Unternehmen versuchen, Digitalisierung nur in einzelnen Abteilungen einzuführen, ohne die notwendigen organisatorischen Veränderungen voranzutreiben.
Golta warnt vor der Gefahr, dass durch KI und Automatisierung menschliche Fähigkeiten abnehmen, insbesondere bei Kindern durch übermäßigen Einsatz von Tablets. Er betont, dass Technologie nicht nur zur Effizienz, sondern auch zur Bewahrung menschlicher Kompetenzen beitragen muss.
Er plädiert für eine verantwortungsvolle Nutzung von KI und sieht die Verantwortung in der Demokratisierung der Technologie: Jeder, der sie nutzt, trägt Verantwortung. Er nennt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als ersten Schritt, aber fordert stärkere gesetzliche Regelungen für KI und Algorithmen.
Ursprüngliche Shownotes 13.06.2018
Gute Designer haben in ihrer Arbeit schon immer den Menschen im Blick gehabt und ihre Produkte für den Menschen im Mittelpunkt entworfen. Was ändert sich daran heute, wenn immer mehr klassische Produkte auch digitale Komponenten haben? Und welche Verantwortung trägt Design dabei im größeren Kontext? Einige sehr spannende Antworten bekommen wir heute von Karel Golta, Geschäftsführer von Indeed Innovation aus Hamburg.
Indeed Innovation hilft kleinen und großen Firmen dabei, innovative und bessere Produkte zu entwerfen. Dass die Innovationszyklen heute immer schneller werden, sieht Karel Golta dabei als Fluch und Segen gleichzeitig. Auf jeden Fall stellt diese Tatsache alle Beteiligten vor immer größere Herausforderungen – zumindest solange man den Menschen im Mittelpunkt sieht und gute Produkte für Menschen entwickeln will.
Was Indeed dabei anders macht – und wie wir uns eine lebenswerte Gesellschaft in einer digitalisierten Welt erhalten können – kommt in unserem Gespräch sehr gut zum Ausdruck.
Viel Spaß beim Zuhören!
Links aus dem Interview:
Transkript
8.727 Wörter
Automatisch erstellt (Whisper), nicht korrigiert. Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Ein Klick auf eine Zeitmarke springt im Player dorthin.
Hallo und herzlich willkommen zur 26. Folge vom Podcast Wege der Digitalisierung. Heute sitze ich bei Indeed Innovation und vor mir sitzt Karel Goiter. Das ist das zweite Interview, das ich tatsächlich führe mit einem Wunschgast aus vergangenen Folgen. Der Sven Peek von Crowdmedia hatte sich Indeed gewünscht. Hat auch wieder ein paar Monate gedauert, bis ich dann hier saß. Aber da sind wir. Ja, vielen Dank für deine Zeit, Harald.
Ja, herzlich willkommen bei uns. Schön, dass du da bist.
Ja, danke schön. Dann würde ich sagen, stell dich kurz vor, stell den Dietz kurz vor.
Genau. Also zu meiner Person, ich bin gebürtiger Schweizer. Das hört man zum Teil nicht mehr. Aber ich bin tatsächlich die ersten 20 Jahre in der Schweiz aufgewachsen und habe später in den Staaten studiert und bin der Liebe wegen in die wunderschöne Hansestadt Hamburg gekommen. Also bis dahin passt alles. Ich bin studierter Industriedesigner. Das ist also durchaus ein spezifisches Studium, sehr, sehr praxisorientiert auch. Und das zeichnet mich durchaus auch aus. Ich habe also in meinen frühen Jahren in den Staaten noch gearbeitet und habe Militärtechnologie in Konsumgütertechnologie und Produkte umgewandelt. Unter anderem habe ich auch am allerersten MP3-Player gearbeitet, weil die Firma, für die ich gearbeitet habe damals, die war auch der Erfinder des MP3-Formats.
Und nach vielen, vielen Jahren, irgendwann spulen wir jetzt ein bisschen nach vorne, habe ich dann auch vor acht Jahren die Firma Indeed Innovation gegründet. Wir nennen es kurz einfach nur Indeed. Und wir helfen, Unternehmen Innovationen in diesem Zeitalter zu entwickeln. Und dieses leichte Zögern des Diesen Zeitalters, wir nennen es im Englischen Computational Age und nicht digitales Zeitalter oder Digital Age. Der Begriff nur des komputisierten Zeitalters gibt es halt gar nicht im Deutschen, weil das Schöne ist, das Digitale, da gehen wir dann sehr, sehr schnell vielleicht auf eine weitere Frage oder das Thema ein, finde ich zu kurz gegriffen, weil digital bedeutet ja immer gerne nur 0 und 1.
Und wir sind sehr purpose-driven, heißt also, wir haben als Unternehmen klare Leitsätze und nicht nur eine Vision, sondern auch einen Grund, warum wir zur Arbeit kommen. Und wir möchten schon eine bessere Zukunft gestalten. Wir möchten also die Zukunft nicht nur Technologen und Technokraten überlassen, sondern tatsächlich mittels Design auch eine lebenswerte Zukunft für uns alle Menschen schaffen oder waren. Deswegen auch unser Slogan oder unser, ja doch, Slogan kann man sagen, Human First in Innovation, also wirklich den Menschen allererster Spitze zu sehen und alles andere kann und darf nur Mittel zum Zweck sein.
Wow, das ist total cool und offensichtlich habt ihr nach acht Jahren da gute Formulierungen für. schon, also jetzt. Das ist genau der Grund, weswegen es Lionizers gibt. Jetzt sind wir die Technokraten.
Muss nicht sein, vielleicht glaubst du nur, dass du das bist,
aber vielleicht bist du mehr als das. Von dem, was wir tun, sind wir halt die, die die Software bauen. Aber wir haben halt auch, wir haben unsere rote Linie von Branchen, für die wir nicht arbeiten. Wir haben eine Mission, wir haben, was du sagst, Human First, das ist genau das, was bei uns auch im Mittelpunkt steht. Ich tue mich allerdings nach nicht ganz zwei Jahren immer noch schwer, damit das irgendwo auf den Punkt zu bringen. Aber es macht mir Hoffnung, dass ich in sechs Jahren das genauso eloquent rüberbringe. Sehr schön. Ja, cool. Jetzt hast du es eben schon so ein bisschen angerissen. Computerized, digitized. Das klingt so ein bisschen so, als ob es in die Richtung vierte industrielle Revolution geht.
Ja, in der sind wir ja. Also in der leben wir. Das heißt, wir können nur in dem Kontext auch arbeiten. Und da wir Dienstleister sind, das dürfen wir nicht vergessen, also Kunden, wir arbeiten im Kundenauftrag. Die kommen also mit einem grundsätzlichen Bedarf, wo die sagen, hey, wir haben ein Problem hier oder wir brauchen eine Lösung da. Das wird dann natürlich aktiv werden. Und in dem Kontext ist es ja ganz logisch, dass die Leute mit Herausforderungen zu uns kommen, die in diesem Zeitalter stattfinden. Und das ist halt nun mal die vierte industrielle Revolution, in der wir sind. Und umso mehr muss halt in der auch agiert werden. Also da sind wir auch tatsächlich sehr aktiv dabei, auch auf Konferenzen, diesen Purpose, den wir haben und den Glauben, dass wir, wir müssen mehr tun, als einfach nur Arbeit zu arbeiten oder irgendwelche neue Lösungen zu erarbeiten, müssen wir gucken, dass sie halt eben menschenwürdig und sinnvoll für die Menschheit, also das ist jetzt sehr humanistisch gesprochen, Aber da ist ein Funk Wahrheit dahinter.
Und den kann ich auch gerne in späteren Fragen oder Aspekten ausformulieren. Weil das ist wirklich nicht nur mir persönlich wichtig, sondern unsere 40 Mitarbeiter, die wir hier haben, das ist denen echt auch ein Thema. Also das kann man nicht einfach nur unter den Teppich kehren.
Also sehe ich total ein. Das ist auch genau der Grund, weswegen ich mit uns aufstehe.
Das sollte es für viele sein im Übrigen. Genau, das ist gut. Das ist toll, wenn du das auch so siehst.
Da würde mich jetzt aus total konkretem Anlass interessieren, wie bringst du das euren Kunden auf eine Weise, oder anders kommen die Kunden deswegen zu euch? Hast du das geschafft, das als USP irgendwie rauszustellen? Im Hintergrund, ich habe vor Jahren mit meiner Frau und anderen zusammen das Manifest für verantwortungsvolle Softwareentwicklung ins Leben gerufen.
Das hört sich gut an.
Und habe da die Autoren des Agile Manifests angeschrieben, von denen ein paar mitgemacht haben und geholfen haben, das zu formulieren. Und ich rede darüber auf Konferenzen und ich finde, das ist ein super wichtiges Thema. Und ich bekomme dann immer zustimmendes Nicken, aber mehr passiert dann nicht. Also ich habe das Gefühl, ich habe dieses Thema noch zu weit weg von den Nicht-Software-Entwicklern positioniert, als dass irgendwer damit was anfangen könnte.
Also der Vorteil, den wir haben, ist natürlich, dass Kunden kommen zu uns nicht, um ein Stück Software geschrieben zu kriegen oder irgendwie ein Teil, sondern wir sind ja vom Frontend bis zum Backend sind wir eigentlich Teil eines Projektes. Das ist vielleicht unser USP, was jetzt den klassischen Bottom-Line-Value betrifft. Das heißt, es kann niemand kommen, der sagt, weißt du was, ich müsste jetzt ein neues Wearable haben. Ich habe schon eine Idee, eine Grundidee, sagen wir jetzt mal, dass das soll irgendwas tracken. Aber wir kommen dann rein, analysieren den tatsächlichen Bedarf, challengen nochmal diese Idee vielleicht und entwickeln daraufhin dann das ganze Produkterlebnis, den ganzen Value mit der Monetarisierung, die dahinter ist, das Produkt selber von innen nach außen, also physisch und digital, deswegen digital, bis zur Umsetzung, also bis zum Launch am Markt.
Und das betreuen wir und dieses End-to-End, das hilft den Kunden tatsächlich fertig zu denken und da können wir uns natürlich viel stärker einbringen. Das heißt, wir lenken das natürlich auch. Wir schlagen schon gar nichts vor in der Konzeptionsphase, was in die falsche Richtung geht oder blocken gleich schon ab in der Recherchenphase oder andersrum. In der Recherchenphase finden wir über die Methodiken, wie wir Recherche betreiben, kommen wir viel näher an menschliche Grundbedürfnisse ran, die wirklich essentiell sind und nutzen nicht einfach nur eine Technologie der Technologiewillen, sondern weil ein Bedarf auf menschlicher Seite da ist. Und dann zu gucken, welche Technologie oder welcher Aspekt einer Lösung eventuell wirklich sinnstiftend sein kann.
Und zwar entlang, das ist auch ein anderes Thema, deswegen Human First geht ja auch immer in ein durchaus demokratisches System rein, entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produktes und seines Umfeldes. Also nicht nur zu gucken, das bringt ja nichts, wenn ein Hersteller irgendwie was Tolles hat, sondern man muss auch gucken, wie sieht es die erste Stufe des Vertriebes, zweite, direkt, indirekt und so weiter und so fort. Da sind ja überall eigentlich Kunden drin, nicht nur der Endanwender. Und die muss man alle irgendwie im Boot holen, wenn man am Ende ein erfolgreiches, neues System, Produkt, Service, was auch immer haben möchte. Und da können wir uns halt wirklich einbringen. Das heißt, wir müssen gar nicht ausgrenzen, wenn du fragst, kommen die Kunden damit zu uns und deswegen zu uns.
Ganz ehrlich, natürlich würde ich mir das wünschen, dass ich das so sagen könnte. Lass uns in vier Jahren nochmal drüber sprechen. Vielleicht kann ich das ganz ehrlich, was würde ich mir wünschen, dann so zu beantworten. Momentan ist es eher so, dass sie das natürlich als einen emotionalen Benefit sehen und sagen, hey, das finde ich eigentlich ganz cool, weil wir heute einfach in einer Zeit des neuen Romanzismus sind, im Business-Kontext, wo die Leute das gerne, ja, die wollen gerne an Purpose glauben, die wollen etwas Besseres tun, aber sie wissen trotzdem sehr stark noch, ja, am Ende müssen wir einfach die Pottenlein erfüllen, wir müssen Geld verdienen und so weiter. Aber da helfen die in der Arbeit, dass wir, wir denken das ganze Projekt nur daran, hey, wie können wir wirklich Mehrwert für alle schaffen, weil bis auf Drogen und Kriegsgeräte, die können einseitig funktionieren, aber ansonsten in der Wirtschaft Erfolg hat man, wenn alle partizipieren können.
Zumindest langfristig.
Genau, ganz genau, nachhaltig.
Okay, wenn wir jetzt den Begriff Digitalisierung nochmal in den Mittelpunkt rücken, Was sind so die Probleme, mit denen deine Kunden zu dir kommen? Ist das immer das Gleiche? Kommt jeder mit einem völlig anderen Problem? Gibt es da Muster?
Ja, es gibt ein übergeordnetes Muster, gibt es schon. Ich glaube, und deswegen zögere ich es gerade, wie ich das am besten formuliere. Nach wie vor ist es ein Passwort. Viele Unternehmen reden darüber, aber sie haben das Grundlegende dahinter noch nicht verstanden. Also das Allumfassende, was es eigentlich ist, das haben die wenigsten verstanden. Sie haben also diese exponentielle Veränderung, wobei das ist ja auch schon fast ein Schimpfwort zum Teil, auch wieder ein Passwort. Aber es ist halt, ich sage mal, es ist zumindest eine durchaus durchdringende, 360 Grad in jede Phase eigentlich gehende Veränderung, die man damit hat. Weil man fängt ja an, Prozesse intern eventuell zu verändern. Alles, wie man Daten verarbeitet, aber auch wie man sonstigen Waren, physische Waren verarbeitet.
Überall kommt das Thema Digitalität und Digitalisierung vor, bis hin nach außen zum Kunden. Also entlang seiner gesamten Lebenszyklus und Wertschöpfungskette ist es ja eigentlich überall drin. Und was die wenigsten, glaube ich, verstehen, dass es eben so durchgreifend ist. Sie denken dann immer, ja gut, das kann in HR, dass wir irgendwie Sachen digital erfassen. Das kann vor allem in der Logistik, da ist es ja ganz praktisch, weil das machen wir schon ganz ehrlich, seit 30 Jahren oder 40 Jahren ist Digitalisierung da am Laufen. Das ist ja nicht erst seit gestern. In der Kommunikation, ja, da fängt es so an. Das Ding ist nur, dass die Digitalisierung ermöglicht schnellere Zyklen. Weil vorher habe ich dann vielleicht wirklich eine Anlage gekauft.
Das war das Denken, das war mein Ökosystem des Denkens, dass ich also etwas gekauft habe als Unternehmen. Das habe ich mindestens 10, meistens 15, vielleicht sogar 20 Jahre konnte ich das abschreiben, musste ich ja abschreiben. Das hat auch so lange gehalten. Wir wissen mit der Software, wie viele Releases gibt es, ob das Office ist. fangen wir mal mit dem Banalen an, mindestens jedes Jahr, vielleicht sogar alle paar Monate mittlerweile und so weiter. Und die Zyklen dieser Veränderung, die Digitalisierung ermöglicht, ist Fluch und Segen. Und damit haben die meisten Unternehmen und Unternehmer Probleme, diese schnellen Zyklen der Veränderung, dass sie durchdringend und in der Frequenz sind. Also sozusagen die Amplitude, aber auch die Länge der Wellen, die ist so verkürzt, Und das schlägt sich nieder, bei unseren Kunden zum Beispiel, dass sie nicht verstehen, dass sie auch ihre Geschäftsmodelle digitalisieren.
Also nicht die Geschäftsmodelle müssen sie zwangsweise digitalisieren, sondern mit ihren veränderten Produkten und Dienstleistungen, die sie hoffentlich anpassen, kommen höchstwahrscheinlich auch angepasste Geschäftsmodelle. und das da ist der Vertrieb dahinter, all das und damit wollen sie eigentlich, wollten sie von hinten nach vorne kommen, aber sie müssen von allen Seiten anfangen, weil sonst funktioniert es nicht, weil es ist eine Kette, die miteinander verbunden ist und das ist eine Schwierigkeit, das heißt, wenn wir für einen Kunde wirklich sagen, hey, eigentlich müsstest du hier und hier ran, weil das ist die Erkenntnis, allein schon zu sagen, ja, da musst du eine ganze Abteilung aufbauen, wenn du jetzt irgendein Produkt rausbringst, sagen wir mal, es wäre jetzt physikalisch, IoT ist aber im Internet angebunden und da kann ich irgendwelche Daten, fangen wir schon mal, generieren, das finden sie ja schon toll, weil es heißt, der Big Data muss ich haben, die meisten verstehen nicht für was, ja, wenn du die irgendwie nutzen willst, damit Mehrwert schaffen willst, vielleicht so ein Geschäftsmodell, ja, das ist nicht eine einmalige Sache wie früher, wo ich sagen kann, ich kann einmal Geld ausgeben, investieren, dann habe ich es und kann es nutzen, nein, ab jetzt musst du ein ganzes Team bereitstehen, nonstop Updatefahrt, nonstop damit arbeitet, komplett neu Und das sind halt eben nicht mal 10, 20 oder 100.000, das sind Millionen ganz schnell, die da pro Jahr ins Land gehen. Und das ist da, wo ich den roten Faden fast überall sehe, weil sogar wenn wir auch für die Deutsche Post arbeiten oder DAL oder so, die natürlich Digitalisierung sicher verstanden haben, auch da gibt es überall Abteilungen, wo wir immer wieder feststellen, oh nee, hier ist offensichtlich noch nicht angekommen.
Ja gut, es ist ja auch, also dieses Thema Organisationsveränderung, Führungsveränderung, also das kommt in diesen Interviews hier eigentlich immer an dem einen oder anderen Punkt hoch, das ist ja auch verdammt schwer. Je älter so eine Organisation ist und je länger da Strukturen gewachsen sind, desto schwieriger ist das. Also das kann halt nicht funktionieren, sondern man hat das nicht von oben vorgelebt und aber an allen Stellen irgendwo empowert wird. Aber ja, gut, ich kann mir das, ich wüsste auch nicht, ob ich die Deutsche Post so digitalisiert kriegen würde.
Ich sage nicht, dass wir sie können oder würden oder so, es ist nur eben sogar bei Unternehmen, wo man denkt, die müssen eigentlich ziemlich weit vorne sein. Selbst da stellt man das eben fest, dass es noch nicht durchgedrungen ist und das ist auch nicht, es ist ja auch nicht tragisch, also nicht in jedem Fall. Aber wir haben zum Teil Fälle, wo man auch wirklich, wo die Leute also vor diesem heiligen Graal stehen und es steht dick und fett unten in leuchten Buchstaben, das ist der heilige Graal, damit wirst du richtig erfolgreich und die fragen immer noch, wo ist jetzt der heilige Graal? Also das ist, es ist eben was anderes, es ist eben eine es ist die vierte Revolution. Und das merkt man schon, dass die Leute zum Teil nicht durchgehen.
Ich war gerade gestern auf einer Veranstaltung von der Großen Deutschen Bank zum Thema Big Data. Und auch da haben alle über Big Data gesprochen, als wäre es irgendwie der heilige Gral. Aber verdammt nochmal, es ist nur eine, lass es uns sagen, es ist eine Technologie. Vielleicht eine Technologiekomponente. Ich würde es nicht sagen ein Asset, weil das wäre zu einfach, sondern da ist ja vielleicht ein bisschen mehr dahinter. Es ist aber noch gar kein Produkt. Es ist auch noch nicht mal eventuell ein Mehrwert oder so. Und das ist das Erstaunliche, dass die Leute nicht verstehen, dass zuerst mal geht es, was braucht der Mensch? Und dann können wir gucken, ob irgendwie etwas anderes sinnvoll ist.
Braucht der Mensch Digitalisierung? Das ist eine sehr gute Frage zum Beispiel. Wenn wir länger leben wollen, sehr wahrscheinlich schon, weil die dürfen nicht vergessen, die Digitalisierung. Und deswegen sagen wir auch dem eher Computational Age, weil das geht noch ein bisschen weiter. Seit wann haben wir Computerchips, die irgendwas ermöglichen, weil die brauchen wir. Wir brauchen irgendwelche Chips, um überhaupt Digitalisierung stattfinden zu lassen. Das ist sozusagen die Grundlage. Die gibt es aber schon seit Jahrzehnten, also mindestens 50er, wenn nicht sogar 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, ist das ein Thema, auch das Thema Digitalisierung. Und deswegen leben wir auch länger unter anderem.
Gesundheitswesen und so weiter, mehr Maschinen, die was tun können, die automatisierter sind und dadurch auch Qualität sichern können, in der Pharmaproduktion zum Beispiel.
Aber ich glaube, das ist genau der Grund, weswegen das jetzt das Buzzword von heute und der letzten Jahre ist und nicht in den 50ern, weil du hast schon gesagt, exponentielles Wachstum. Das ist zwar auch ein sehr breit getretenes Wort, aber mathematisch ist es ja einfach so. Ich habe ein paar Bücher zu dem Thema gelesen, unter anderem eins, das tatsächlich heißt, die vierte industrielle Revolution und die Verfügbarkeit von Technologie, dadurch, dass das alles dieser exponentiellen Kurve folgt, es kostet ja heute nichts mehr. Also das, was ich in den 50ern für einen Kilobyte RAM ausgeben musste, dafür bekomme ich heute, keine Ahnung. Das, was ich in meiner Tasche als Telefon rumtrag, also das Ding, mit dem sie zum Mond geflogen sind, hatte weniger, deutlich weniger. Das Interessante ist nur,
dass wir in den letzten 50 Jahren nichts mehr so vollbracht haben, wie Leute auf den Mond zu schießen, obwohl wir halt exponentiell größere Rechenleistung haben, als was wir jemals zuvor hatten. Also das ist schon spannend.
Wobei ich jetzt, also man kann ja bei vielen Sachen nicht so dahinter gucken, was da wirklich hinter steckt, aber es gibt schon so ein paar technische Revolutionen, wo ich sagen würde, also ich meine, Was hat es der Menschheit gebracht, dass da ein paar Leute auf dem Mond rumgelaufen sind? Und was bringt es uns, dass wir heute, also wenn ich an IoT und Landwirtschaft denke, dann kann man da mit moderner Technologie tatsächlich dafür sorgen, dass wir viel mehr Nahrung produzieren, den Boden dabei aber nicht so auslaugen, keine Pestizide mehr benutzen und so weiter. Wenn sich das irgendwann flächendeckend durchgesetzt hat, kann das tatsächlich für sehr viele Menschen einen guten Impact haben.
Absolut. Und das ist ein sehr schöner, romantischer Gedanke. Romantisch deswegen, weil die Fakten ja leider doch noch so sind, dass obwohl wir diese Technologie zur Verfügung haben, Google lieber für 12 Milliarden Euro unsere Gesichtsdaten dem amerikanischen Militär verkauft, anstatt es nicht zu tun. Und dasselbe geht auch mit Digital Harvesting und so, dass das Thema da, wir könnten es, Aber wir nutzen es eher, um den Boden noch weiter auszunutzen, um noch mehr auszusqueasen, um unsere Profitabilität noch weiter zu steigern. Obwohl wir 60 Prozent unseres Essens im Müll schmeißen in Deutschland. Das sind alles so Sachen, die schon verrückt sind. Und da versuchen wir auch, aber das gelingt uns natürlich echt nur marginal, aber das ist zumindest der Versuchung.
Und das hat übrigens mit dem Mondflug zu tun, dass man es versucht und es schafft, etwas fast unmöglich zu glauben. Das ist eben das Tolle und das versuchen wir natürlich auch, so ein bisschen die Welt zu retten, in Projekten zu sagen, wie können wir dann es schaffen, eventuell den Verbrauch tatsächlich zu reduzieren, nicht mit Kampagnen, sondern tatsächlich über die Funktionalität einer Dienstleistung oder eines Produktes. die Leute sozusagen durch die Hintertür anzuregen. Also gar nicht so bewusst, sondern unterbewusst einfach so einen Slack reinzukriegen, dass sie es gar nicht wirklich anders können oder so. Aber das ist, wie gesagt, das ist das Bestreben. Und deswegen glaube ich schon auch, dass vielleicht nicht täglich Leute auf den Mond müssen, aber diese Wissenschaft, die eben purpose-driven ist, die also versucht, etwas zu tun für, hey, wozu ist es gut, auf dem Mond zu sein?
Ja, es gibt rationale Aspekte, aber es gibt vielleicht auch emotionale Aspekte. Und wir sind unseres eigenen Daseins bewusst. Das unterscheidet uns auch von den meisten Tieren, wenn nicht von allen. Und gerade im Zeitalter von KI ist das wichtig, dass wir sagen, wir können es. Warum läuft jemand einen Marathon? Warum macht jemand einen Triathlon? So dieser Iron Man auf Hawaii oder Honolulu oder wo das ist. Das ist doch, also ich bin kein Läufer. Ich sage nur, eigentlich könnte ich sagen, bescheuert. Also krass, ist doch genial, dass ein Mensch das kann. Die menschliche Physis, sowas kann. Genial, auch wenn, wozu? Wozu? Ja, weil wir es können, uns selbst beweisen und wir eben nicht, wie bei Wally von Disney, nachher als wabbelige Figuren in einem fliegenden Gefährt von A nach B geschoben werden und nonstop belullt werden von irgendwelchen Spielfilmen und Satzpass.
Ja. Jetzt würde ich sagen, im Prinzip setzt uns das ein Stück weit in so eine Verantwortung rein. Das ist genau letztendlich die Motivation hinter diesem Manifest für verantwortungsvolle Software. dass wir gesagt haben, irgendwer wird diese Produkte sowieso bauen. Und irgendwer wird immer sagen, ich mache es, weil ich es kann. Und jetzt klingt das so durch, als würdet ihr da ähnlich denken, dass ihr halt sagt, wenn sowieso jemand für die Deutsche Post das nächste Gerät baut, dann können wir es auch so machen, dass es hinterher nutzt und anstatt schadet.
Genau. Und das ist mehr denn je, glaube ich, haben wir als Einzelne die Verantwortung. Wir haben sozusagen eine Demokratisierung dieser Verantwortung in diesem Zeitalter. Und ich sage das vor allem im Hinblick auf das Thema Machine Learning, künstliche Intelligenz, Neural Network und so weiter und so fort. Weil ungleich wie vor 80 Jahren, als die Macht über das Atom, über die Atomenergie gewonnen wurde, Das hatten ja wirklich nur ganz wenige Menschen in ganz wenigen Staaten. Also das war ja wirklich auch eine Durchbruchtechnologie, sondern dergleichen, weil sie bedeutete, wir hatten plötzlich eine gewisse Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Wir hatten eine Dislokation von wo habe ich diesen sonstigen Rohstoff?
Ich kann also ein Kraftwerk theoretisch überall bauen. Neben dem kriegerischen Aspekt haben wir aber den auch sinnvollen Aspekt davon. Und das konnten nur ganz wenige. Du konntest also nicht einfach sagen, das mache ich jetzt auch, das will ich jetzt auch, ich nutze für irgendwie. Nein, das war nicht möglich. Und es braucht auch heute noch zwischen 10 und 20 Jahren, wenn man diese Technologie, die Erfahrung nicht hat, das überhaupt aufzubauen. Also die Karten, ziemlich genial eigentlich diesbezüglich. Und wir dürfen nicht vergessen, das war damals sogar so gehypt, dass Leute dachten, wir werden sogar Backofen haben, die durch Kernenergie gespießen werden. Also nicht durch den Strom von Kernenergie irgendwo weit weg, sondern direkt im Backofen drin.
So weit war man von einem visionären Aspekt. Heute ist es aber so, dass KI tatsächlich, wenn man guckt, die Module, die wir jetzt schon unter anderem von Google zur Verfügung haben oder so, dass wir die eigentlich, jeder kann sie nutzen, jeder so ein bisschen programmieren lernt und so weiter, der kann eigentlich, können kleinste Start-ups überall auf der Welt das machen, was aufbauen und zwar zum Guten wie im Bösen. Und da kommt jetzt die Kraft dieser Demokratisierung, dieser Verantwortung rein, weil jeder von uns kann sie positiv beeinflussen. Und wir können sie tatsächlich auch verantwortungsvoll verhindern, wenn du also bei Siemens arbeitest oder bei einem Großkonzern wie Google, wie es eben bei Google passiert ist, wurden 4000 Mitarbeiter gekündigt haben, haben gesagt, wenn du das machst, kann ich mich nicht mehr mit dir identifizieren.
Das verhindert das vielleicht nicht, aber das war vorher fast unmöglich, weil das waren wirklich Nuklearwissenschaftler. Davon gab es weltweit vielleicht 100. That's it. Heute können wir Millionen haben, die das eigentlich können. Und die müssen sich nur der Verantwortung setzen, dass wenn sie einmal anfangen zu kippen, dann Hammer Sodom und Gomorra.
Das muss einem allerdings bewusst sein.
Deswegen machst du, was du machst und wir machen, was wir machen. Wir gehen damit auch rum und sprechen darüber. Wir versuchen das vor allem auch in der Design-Community, weil die hat schon immer einen Fäble für Menschen. Also Nutzerzentriertheit kommt ja aus der Design-Philosophie, nicht aus der Software-Philosophie oder aus der F&E-Abteilung usw.
Dann haben wir da lange nichts von gewusst.
Genau, genau. Und das heißt, Designer waren immer zuständig, verantwortlich für Mensch-Maschine-Schnittstelle. Und deswegen sind sie dafür geprimed, da was einzusetzen. Das Dumme ist nur, dass viele Designer eher sagen, egal, KI ist auch super, weil es macht es noch einfacher für Menschen. Und Designer sind ja auch getrennt, Dinge immer noch einfacher, ergonomischer, konvenienter zu machen. Das ist sozusagen die Karotte, die berufliche vor der Nase. Oh ja, komm, ich habe es noch geschafft, noch ein bisschen. Und es ist so angenehm und so. Und dann gehen wir eben Richtung Wall-E. Da wird es sehr, sehr angenehm. Und das ist falsch. Weil wir momentan, es ist meine These, dass wir momentan auf dem Zyklus sind, wo wir durch Design, durch auch Technologie und so weiter, unser Leben immer vereinfacht haben.
Du hast ja vorhin über Landwirtschaft gesprochen. Und wir haben dann vom ersten menschlichen Flug auf ein Tier, was uns zieht, was Motor, was mehr machen kann, konnten also immer größere Felder es einfacher machen. Also wenige Menschen konnten mehr Fläche oder die gleiche Anzahl Menschen konnten mehr Fläche bedienen. Wir konnten eine größere Bevölkerungsgruppe versorgen. Es war für uns einfacher, dadurch konnten wir auch länger leben und so weiter. Aber jetzt fängt ein Zeitalter an, glaube ich, wo wir aufpassen müssen, dass es nicht kippt, dass wir durch das weitere Vereinfachen, durch künstliche Intelligenz, also nicht unbedingt durch Robotik, sondern hauptsächlich künstliche Intelligenz, unsere Fähigkeiten reduzieren.
Denn ein Kind oder auch ein Säugling braucht ja Reize, um sein Gehirn weiterzuentwickeln, sozusagen fertig zu entwickeln und die Synapsen entsprechend zu entwickeln. Und gewisse Fähigkeiten bildet es zum Beispiel nur über Feinmotorik. Schreiben ist sowas, was die Feinmotorik natürlich fördert, auch andere Aspekte. Wenn wir jetzt immer nur Kinder vor irgendwelchen Tablets stellen und die nur noch ein bisschen wischen müssen, was natürlich nur einen Bruchteil dieser Reize stimuliert, wie wir sonst mit Lego spielen oder sonstigen Sachen, aber eben auch Schreiben haben, auch das Lesen und Schreiben ist ja anders als das Sprechen und so weiter. Wenn wir das verlieren, also diese Reize, allein diese Sinnesreize, dann kann es sein, dass unsere Gehirnkapazität, unsere Fähigkeiten abnehmen.
Wir also durch diese Sachen nicht irgendwie mehr können, sondern eigentlich, und ich vielleicht übertreiben, aber ich glaube es nicht, verdummen, im wahrsten Sinne des Wortes, also wirklich vom IQ her, weniger fähig sind, es zu tun. und das wäre doch, wenn ich alles nur per Strafsteuerung machen kann, kann ich nicht mehr schreiben. Ja, wenn ich nicht mehr schreiben kann, ganz ehrlich, Gedanken, also die Philosophen haben viel gedacht, aber sie haben es durch Papier gebracht, dadurch konnten sie es diskutieren, auch mit anderen Teilen und so weiter. Wenn das weiter abnimmt, weil wir momentan ja, Facebook war mal, jetzt ist Instagram, weil da muss ich gar nichts schreiben, da kann ich nur Fotos machen, also das macht es ja noch, ich muss noch nicht mal sprechen.
Hm. Ich glaube, die Gefahr besteht durch die neuen mehr deswegen Technologen, Technokraten, die gehen eben aufs Technologie. Das ist zwar alles cool, also überhaupt nicht dagegen. Muss man nur sinnvoll nutzen und aufpassen, dass wir eben nicht dümmer werden dadurch oder weniger Fähigkeiten. Lass es uns mal darauf einigen, weniger Fähigkeiten haben. Und das andere, wo wir auch aufpassen müssen, hat mit deiner Frage vorhin zu tun, mit der Verantwortung. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht anfangen, Verantwortung einer Maschine abzugeben. Das ist nämlich auch sehr kombiniert. Bis jetzt haben wir immer Verantwortung auf Menschen. Wir konnten, wenn wir blöd waren, haben wir gesagt, der Regen war schuld oder die Katze oder so.
Nein, meistens sind wir Menschen schuld. Aber es könnte passieren, dass wir sagen, ja, guck mal, war aber die Maschine, die war schuld. Deswegen hat Trump gewonnen oder so. Deswegen ist dies oder jenes passiert. Und dann ist es nicht mehr weit, bis wir sagen, Kinder, lasst euch durch Algorithmen in der Schule beibringen. Ganz ehrlich, das ist noch auch was Blödes. Wir Menschen haben eine besondere Fähigkeit, weil wir miteinander sozialisieren können. Wir sind eigentlich eher ein Herdentier oder als solches. Wir sind keine Einzelgänger, wir sind keine Wölfe oder sonst was. Und da müssen wir auch aufpassen.
Ja, das ist spannend. Über die Aspekte habe ich noch gar nicht nachgedacht, aber das ist spannend. Ich habe vor Jahren mal von dem Gerald Hüther, von diesem Neurowissenschaftler-Vortrag gehört. Die machen einmal im Jahr so eine gleiche Altersgruppe jedes Jahr wieder. Die, weiß ich nicht, achtjährigen Jungs aus einer bestimmten Ecke machen jedes Jahr so einen Gehirnscan und gucken dann, wie sich über die Jahrzehnte die kognitiven Fähigkeiten verändern. Der hat das auch gesagt, dass da ganze Bereiche im Prinzip in der immer gleichen Gruppe von Jahr zu Jahr weniger werden. Dass dadurch aber andere Motorik, also speziell die in den Daumen, stärker wird.
Das ist auch richtig. Und eins der für mich persönlich beeindruckendsten Erlebnisse hatte ich bei der deutschen Flugsicherung diesbezüglich. Wenn man sich anguckt, was diese Lotsen an Ausbildung haben. Die gehen ja, glaube ich, mit 56 Jahren in Rente und kriegen richtig fett und richtig alles. Also das könnte man von denen von außen, jetzt sagt man, Mensch, dann möchte ich eigentlich gleich Lotse werden. Die haben eine sechsjährige Ausbildung. Wenn die dann von Frankfurt nach Hamburg wechseln, weil sie irgendwie sich verlieben oder so und sagen, Mensch, ich möchte jetzt lieber umziehen, dann dürfen die nochmal drei Jahre, komplett nochmal drei Jahre nur Schulung machen, bis sie das können. Warum? Weil sie in Bruchteilen von Sekunden unheimlich viele Datenaspekte auswerten müssen und Entscheidungen treffen müssen.
Also die können immer nur zwei Stunden arbeiten, müssen sie mindestens eine halbe Stunde Pause machen. das nur dreimal. Also die arbeiten sechs Stunden. Aber das ist voll krasse konzentriertes Marathon fürs Gehirn. Es ist gar keine Frage, dass eine KI das ersetzen kann. Und zwar sogar sehr wahrscheinlich noch viel besser, weil da noch weniger Fehler eventuell, weil es ist wirklich Rechenpower. Aber es ist doch genial, dass das ein menschliches Gehirn so weit kann. Also für emotionale Sachen kannst du die fast nicht gebrauchen. Diese Menschen sagt man wohl, ist jetzt ein bisschen übertrieben, aber das sind super Also die haben wirklich Fähigkeiten, Informationen zu evaluieren und so. Das muss ganz besonders sein.
Das ist eigentlich toll. Das ist doch eigentlich toll. Und es wäre eine Schande, wenn wir alle sagen, ja klar können wir das ersetzen dadurch. Anders sehe ich es zum Beispiel beim Lastwagenfahrer. Wenn der Stumpf acht, zehn Stunden nur auf der Autobahn brettert, von irgendwie Bolski-Heuski nach irgendwo Frankreich oder so durchbrettert oder so und dabei so gelangweilt ist, dass er eigentlich anfängt, Zeitung zu lesen, einzupennen oder so, sonst was. Dann muss ich doch sagen, das ist doch nicht mehr menschlich. Offensichtlich gefällt es ihm nicht. Das ist auch keine wirkliche Leistung, auf seinen Popo zu setzen. Dann leider. Das ist ja nicht wie früher, wo noch ganz viele Karten und weiß ich was alles.
Das ist halt nicht mehr so. Ja, dann ist das etwas, was das durchaus zu automatisieren ist. Also man muss halt eben aber unterscheiden, wo macht man es. Dass Ärzte unterstützt werden durch KI macht total viel Sinn. Aber nicht, um Ärzte einzusparen, sondern ihm mehr Zeit zu geben, mit Patienten sich zu beschäftigen. Weil da ist der Mehrwert von Ärzten. Das ist der größte Mehrwert. Dass die Leute sagen, Mensch, da kümmert sich jemand zu mir. Das ist die Hälfte der Heilung.
Ja, wenn nicht sogar mehr.
Ja, und das ist, aber da müssen wir aufpassen, auch da wieder natürlich jeder Krankenhausklinik würde sagen, super, da können wir ja zwei Ärzte sparen. Falsch. Du musst sie gleich behalten, vielleicht sogar noch mehr. Aber du kannst gewisse Arbeiten abgeben, damit die Arbeit besser wird und auch für den Arzt besser. Weil der will auch keine Fehler machen bei der Diagnose von der Bildauswertung. Bildauswertung. Ist ja klar, dass eine KI besser ist, wie natürlich auch ein Laser besser ist in irgendeiner Fertigungsanlage, um irgendwelche Sachen zu messen als ein Mensch. Das ist gut. Zusammen sind wir stärker.
Ich habe noch einen Gedanken, der fängt da an, wo du angefangen hast und biegt dann in eine andere Richtung ab. Ich habe vorgestern die Sonderausstellung im Archäologischen Museum Hamburg gesehen, über zwei Millionen Jahre Migration. Und jetzt hattest du gesagt, früher haben wir Technologie genutzt, um mehr Felder, größere Felder, mehr Leute ernähren zu können. Und in dieser Ausstellung hat die Frau, die uns da durchgeführt hat, gesagt, naja, früher, als es noch nicht so viele Menschen gab, irgendwann haben wir angefangen, überhaupt Landwirtschaft zu betreiben. Und dann haben wir irgendwo einen Acker freigeräumt, haben den ein paar Jahre bewirtschaftet, danach war der ausgelaugt, dann sind wir weitergezogen, haben das nächste Dorf gegründet.
Das ist letztendlich auch eine Sache. Also irgendwie haben wir die Technologie immer genutzt, um da zu wachsen. Wir konnten aber auch immer noch einen Ort weiterziehen, weil noch nicht überall Leute waren. Das geht heute nicht mehr. Aber ich glaube, wir haben da immer noch dieses Denken drin, dass wir halt Technologie nutzen können, um halt immer mehr auszureizen. Aber der Raum ist einfach nicht mehr gegeben.
Ja, sehr interessante, spannende Überlegung. Ja und nein, weil, tun wir doch, wir sind von Deutschland nach China mit der Technologie. Wir sind weitergewandert. Nicht wir physisch, aber die Technologie ist weitergewandert. Wir haben aus Europa einen Großteil unserer ganzen Technologiefähigkeiten an China abgegeben, weil wir gesagt haben, da ist es günstiger zu produzieren. haben dadurch unheimlich viele Fähigkeiten auch verlernt. Man muss sagen, Deutschland auch besser als zum Beispiel Großbritannien. Die haben ja komplett durch Thatcher deindustrialisiert. Die waren ja Weltmeister bis in die 80er-Jahre, sogar bis noch Anfang 90er, in vielen Aspekten der Entwicklung und so weiter und so fort.
Haben sie alles gehabt, weil sie sagten, wir gehen auf Dienstleistungen, Service Economy, was ja nicht uncool als solches ist. Aber sie waren von einer Mischkultur in eine Monokultur gewandert. Und Deutschland hat ja eigentlich durch den Mittelstand immer noch unheimlich viel von den Fähigkeiten gewahrt, aber trotzdem vieles abgegeben. Dann wanderte das weiter nach. Noch günstiger, wo können wir hingehen? Vielleicht noch Bangladesch, Vietnam und so weiter und so fort. Ich glaube, die Reise geht weiter. Auch die Chinesen mittlerweile. Wird es zu teuer, das zu tun? Der nächste Kontinent, den wir haben, ist Afrika. Enorme Investitionen durch die Chinesen. Ich könnte mir vorstellen, die bereiten da schon mal vor und sagen, hey, an wen geben wir die Technologie sozusagen, einen Teil weiter davon.
Also ja, in Teilen, was jetzt die Landwirtschaft oder unsere Umwelt betrifft, der Planet ist endlich, aber die Geschichte eigentlich dieser Prosperität, die wir weitergegeben, dass wir weitergezogen sind, wenn da was ausgelaugt wäre, das ist eigentlich eine schöne Geschichte, haben wir weitergetan, immer wieder. Wir sind weiter nach Südamerika, haben da das Gold geschröpft. Dann sind wir nach Afrika, haben Kononialisierung betrieben in Indien und so weiter. Da sind wir also überall rumgegangen. Und dasselbe haben wir weitergeführt jetzt mit den Chinesen. Und die Chinesen treiben das auch weiter. Also ein bisschen geht das Spiel, befürchte ich, fast noch weiter. Und wir haben noch nicht alles auf der Welt, also ein bisschen zu bodenschätzen in der Antarktis.
Also es kommt alles leider noch. Oder könnte alles noch kommen. Und irgendwann ist es fertig oder es fängt wieder von vorne an.
Tja, wenn doch einer mit dem falschen Atom spielt, dann werden wir nicht sehen.
Leider muss es momentan, also mache ich mir um die Atombombe weniger Sorgen, als tatsächlich um irgendwelche Killer-Drohnen, die einfach viel zu einfach zu produzieren sind. Die sind heute Realität. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis tatsächlich eine Terrorgruppe sich sagt, Wir versuchen das mal. Und dann wird es lustig. Und dazu vielleicht noch eine Sache, weil alle ja vom heutigen Datum, wir sind ja einen Tag bevor die Datenschutzverordnung in Kraft tritt, so richtig am 25. Eigentlich bräuchten wir sowas genau dasselbe, vielleicht noch stärker, auch durchaus leider so bürokratisch und in gewissen Aspekten kompliziert für das Thema, Machine Learning, Algorithmen, KIs und so weiter. Weil wenn wir das hätten, dass die Verpflichtung dabei wäre, wenn du jetzt an deine Software-Manifest denkst und so weiter, also wo es wirklich drin ist, embedded ist, dass du es gar nicht anders darfst und Double Opt-In und so weiter sozusagen in dem Kontext, Regelungen da wären und wirklich drakonische Strafen finanziell aber wer das nicht vollzieht, hey, da hätten wir doch ein kleines Problem weniger, weil dann hätten wir es wenigstens Momentan gibt es zum ganzen Thema KI überhaupt keine gesetzlich verankerten Regeln.
Es gibt noch nicht mal unsere Regeln, unsere Computer Science-Regeln, wie das ja Asimov oder wie das hieß, vom letzten Jahrhundert, das waren ja ein Science-Fiction-Writer, die sind auch nicht, die drei Regeln sind nirgendwo fest verankert. Das ist eher so ein romantischer Gedanke, den Leute vielleicht haben oder eben nicht. Aber da bräuchte man auch sowas.
Ja, wobei ich jetzt sagen würde, ein Stück weit müsste das mit der Datenschutzgrundverordnung eigentlich abgedeckt sein.
Wo steht da, dass irgendwie eine KI Menschen nicht schaden darf?
Ach so, gut in die Richtung gedacht, ja.
Ja, und für was sie gut sind. Du kannst ja da wirklich Automatismus, Sie dürfen ja nicht vergessen, dass diese Dinge auch, wenn sie wirklich gut sind, können sie auch selbstständig werden. Das können sie tatsächlich. Und wie weit lassen wir das zu, in welchem Umfeld, wer reguliert sie, wer nicht, wer hat Einsicht, wie sie funktionieren und so weiter und so weiter. Das haben wir momentan nicht. Wir reden nur über personengezogene Daten. Das muss, muss, also da ist noch viel zu wenig dabei.
Dann wird es ja spannend, also jetzt einfach mal weitergesponnen. Also ich denke gerade dran, was mir der Herr Theike vom TÜV erzählt hat, wie Tesla es geschafft hat, dass der das Modell S in Deutschland fahren darf, weil das ist in Holland zugelassen, weil da irgendein Schlupfloch war, weswegen sie das da irgendwie und deswegen ist es jetzt in Europa. Und ein Freund von mir ist bei BMW in der Entwicklung und der erzählt halt, was die für Aufwand betreiben müssen, um eine Softwareänderung in ein zugelassenes Auto reinzubringen. Rein theoretisch müsste Tesla das auch. Die bringen aber drei Updates am Tag. Und in dem Moment, wo Deutschland sich irgendeine schöne Regelung ausdenkt, wie wir KIs irgendwo versuchen zu steuern, solange das nicht überall ist.
Naja, es ist eine europäische Verordnung, diese Datenschutzverordnung, die jetzt in Kraft tritt. Deswegen machen ja die Amerikaner sogar mit, weil sie wissen, sonst können sie einfach nicht mehr im europäischen Markt agieren. Das ist nicht nur eine deutsche Geschichte. Das ist ja die Stärke der EU, das ist wichtig. Das müssen wir eben nicht auf nationaler, sondern auf europäischer Ebene, müssten wir sowas verankern, dann hätten wir da schon mal ein Bollwerk, also ein gewisses Grundinstrument, damit wir da einfach am Anfang die Fehler nicht machen. Weil später zu deregulieren, wird schon schwierig. Es fängt ja an, es gibt gar nicht so viele Chip-Hersteller. Eigentlich müsste man, weißt du selbst schon mehr, was gibt es zwischen drei und sechs tatsächliche Chip-Hersteller?
Also die wirklich noch Grundlagenchips sozusagen entwickeln, Sets dafür. Warum verankern wir da nicht irgendwie ein Secure Element, das halt eben verhindert, dass was Schlimmeres passiert? Das wäre auch interessant. Wir müssen ganz früh in der Quelle anfangen. Wir müssen früh anfangen. Deswegen hat es auch mit Erziehung oder Informationen zu tun. Es müsste eigentlich im Studium bei jedem Softwarekler und so weiter. Also es muss an verschiedenen Stellen passieren. Weil während den Anfängen, weil da komme ich wieder aufs Beispiel zurück mit der Atombombe oder mit der Atomenergie, mit dieser Kraft, wenn einmal diese Büchse der Pandora offen ist und sie Wildwuchs hat. Also wenn jeder dann plötzlich sozusagen wie eine kleine Atomwaffe hat, im übertragenen Sinne, und da eben nicht das Verantwortungsbewusstsein dahinter ist, das später wieder einzusammeln, diese Macht, sehr schwierig.
Sehr schwierig.
Gut, das heißt, das ist aber erstmal ein Stück Aufklärungsarbeit, weil, glaube ich, vielen nicht bewusst ist, was für potenzielle Gefahren hinter der KI laufen. Also klar, man denkt irgendwie an Terminator und Skynet.
Hast du nicht das Video gesehen, was so ein Fake-Video war von dem Typen auf der Konferenz, der diese Killer-Drohne vorstellt, diese Mini-Killer-Drohne?
Nee.
Okay, dann musst du mal googeln, machst du mal Killer-Drone-Presentation auf YouTube. Es ist ein Fake-Video, muss man dazu sagen. Super gut gemacht. Als würde hier jemand auf einer Konferenz eine supergeile Minidrohne, die, also das ist eben Fake, gibt es genauso nicht, ist aber genauso absolut ohne Probleme möglich.
Okay, ich suche das raus. Das muss man mal gucken.
Und wenn du das siehst, das Video, das ist wirklich sehr verstörend. Also muss man aufpassen. Sehr, sehr verstörend. Aber dann hast du keine Fragen diesbezüglich mehr.
Okay, gut. Aber dann, ja, letztendlich auf den Gedanken vorher zurück. Das scheint ja nicht genug Leuten bewusst zu sein. Ja, genau, genau, genau, genau.
Das ist auch okay auf der einen Seite, weil wir haben wirklich mit dem Thema Digitalisierung, das betrifft jetzt zuerst mal viele Aspekte des direkten Lebens von den Stadtwerken, wo irgendwie mein Zähler, ein neuer digitaler Zähler eingebaut wird und so weiter und so fort. Oder sogar die ganzen Heizungsmess von Carlo, auch die, das sind Lichtschalter, Smart Grids und so weiter. Da gibt es ganz, ganz viele Aspekte, wo es uns direkt betrifft. Online-Bestellung, ich weiß nicht was, das ist klar. Aber ich glaube, gerade wir, die eben in der Entwicklung stecken oder in der Innovationsentwicklung, wo wir also Neues machen, wir müssen frühzeitig einfach das mit im Hinterkopf haben, weil auch da gibt es eine gewisse Exponentialität, wo das plötzlich schneller und schneller und dann ist man in diesem Sog und Hype drin.
man muss sich der Geschwindigkeit irgendwie bewusst werden und wissen, wie schnell man dann von A nach B kommt und eventuell nicht mehr bremsen kann.
Ich habe ein paar Anregungen, wie ich meinen nächsten Talk über das Manifest auf Peppen werde. Gut, das freut mich. Könnte praxisrelevanter werden. Ja, fällt dir noch irgendwas ein, was wir in Richtung Digitalisierung im Allgemeinen reden sollten oder wollen wir mal in Richtung der Schlussfragen denken?
Ich glaube, du hast ja bestimmt so viele tolle Podcasts schon gehabt, die das abdecken. Ich glaube, die haben sehr, sehr vieles, hoffentlich andere Themen auch noch besprochen und wir hier heute mal eine andere Nuance davon gehabt. Ich glaube, wir haben viel, viel abgedeckt.
Okay, ja, ich finde auch. Ich habe auf eurer Homepage ja gelesen, dass Human First dasteht. dass wir da so ähnlich sind in unseren Motivationen. Das finde ich jetzt positiv überraschend.
Das ist gut. Davon muss es auch hoffentlich viel geben. Deswegen darf es nicht wirklich ein differenzierender Moment sein oder kein großer. Sonst haben wir ein Problem als Gesellschaft.
Dann würde ich dir jetzt mal unsere drei Abschlussfragen stellen. Was ist das Thema, das ihr hier als Indeed angehen werdet, was irgendwo in Richtung Digitalisierung geht?
Du meinst jetzt eher intern. Zum Beispiel, oder? Ja. Also bei uns ist ein Thema, wir sind ja, wir sind super, schon immer aus Natur heraus super agil unterwegs gewesen, sind es auch nach wie vor. Aber wir suchen natürlich auch Wege, wie Digitalisierung uns hilft, das Ganze noch effizienter zu gestalten. Und auch damit beschäftigen wir uns schon seit Jahren. Wir haben super auch die paar digitale Prozesse, die wir haben, weil wir haben sehr wenige Prozesse, weil wir glauben eben, dass Prozesse auch gefährlich sind, dass man dann sich sozusagen zurücklehnt und sagt, ich habe ja einen Prozess, darf bloß nicht outside of the box denken. Aber genau das müssen wir täglich für unsere Kunden tun. Und wir haben nicht Schema-F-Projekte oder so, das gibt es leider nicht.
Aber dennoch suchen wir nach Tools, ob das, ich sage jetzt mal ganz pragmatisch, Trello, Slack und Co. Das Problem ist, die können wir alle nicht nutzen, weil die alle nicht datenkonform und sicher sind für unsere zum Teil sehr, sehr strengen Auflagen durch unsere Kunden. Und das ist ein Problem, dass diese ganzen Cloud-Services, die es draußen gibt, dass wir die eigentlich nicht nutzen können, die es uns tatsächlich sonst einfacher machen würden, noch ein bisschen das Quäntchen Effizienz, Sharing von Information und so weiter optimieren zu können. Und das ist zum Beispiel ein Challenge, den wir haben. Also damit beschäftigen wir uns, was die Digitalisierung im Innen betrifft. Auf der anderen Seite ist es tatsächlich so, dass wir versuchen, auf dieser Kurve mitzuwachsen, also auch im Fähigkeitenbereich mit KI, also alles, was mit irgendwie neuesten Technologien zu tun hat, für die man eben kein Atomphysiker-Diplom haben muss.
Und das halt eben auch mehrwertstiftend unseren Kunden auch weiterzugeben. Und da haben wir zum Beispiel ganz spannend, hast du vielleicht auf der Webseite gesehen, diese Art Installation, Artificial Intelligence Art Installation, die wir jetzt schon ein paar Mal auf der Welt auch gezeigt haben, um genauso ein bisschen den allgemeinen, normalen Menschen eine gewisse Nähe und auch zu KI zu zeigen und wie auch KI funktioniert und welche Auswirkungen es haben kann. Und solche Sachen, das hat ja sehr viel mit Digitalisierung zu tun, um eben den Menschen auch ein bisschen die Angst zu nehmen oder einfach Berührungspunkte zu schaffen. Also es ist auch ein gesellschaftlicher Auftrag, den wir da ein bisschen sehen oder den wir einfach machen, weil wir glauben, dass, wenn es keiner macht, also Gesellschaft funktioniert ja nicht dadurch, dass man wartet, bis Angela kommt und sagt, jetzt wird es gemacht, sondern dass man auch von der Zivilbevölkerung ausgeht und das selber tut.
Und das sind Sachen, die wir innen und außen haben. Also einmal eine Challenge innen, da irgendwie das Richtige zu finden und das zu schaffen. und nach außen hin das noch stärker für das Gute zu propagieren.
Ja, macht Sinn. Spannend. Ich überlege gerade, es gab diesen, ich habe den Namen leider vergessen, dieses Hamburger Startup, die diesen sicheren Server gebaut haben.
Ja, also ein anderes Server, Familionet war ein Befreundeter von denen, die waren ja auch in Altona. Ach, ich habe es auch vergessen. Ja, ja.
Die wären ja die Lösung gewesen, theoretisch. Ja. Aber gibt es ja leider in der Form nicht mehr. Ich meine, den Online-Service gibt es noch, aber dann bist du wieder genau bei den Problemen von Trello.
Nein, ist genauso. Ja, ja, ich weiß, ich weiß.
Okay, na, wenn ich irgendwann mal Langeweile und ein bisschen Geld habe, dann nehme ich das Thema mal wieder auf. Ja, mach mal.
Ja.
Ja. Okay, jetzt hattest du gerade schon gesagt, dass das auch so ein bisschen in Richtung Außen geht. Wie haltet ihr euch denn da oder wie hältst du dich da auf dem Laufenden, um da immer am Aufstand der Technik zu sein?
Genau, ich glaube, es gibt kein einzelnes Medium, sondern was wir hier versuchen, und es ist klar, dass ich natürlich dann sehr wahrscheinlich am meisten davon abkriege, weil ich weniger billable auf irgendwelchen Projekten arbeite, aber wir versuchen, dass wir das durch die ganze Company hindurch kriegen, ist, dass man auf Konferenzen geht, möglichst unterschiedliche. Rausgeht, sich mit Menschen trifft, mit anderen Firmen, das ist das Einfachste, aber eben auch auf Konferenzen geht. Diese Möglichkeiten nutzt auch bei Unternehmen, sich informiert, wenn wir sowieso beim Kunden sind oder bei deren Lieferanten oder wie Zulieferer, wie auch immer, dass man sich einfach immer weiter informiert, mit sehr viel Neugierde durchs Leben geht.
Und das, glaube ich, ist das Beste, Weil man muss oftmals mit den Menschen direkt reden. Man muss es direkt erleben. Lesen ist immer gut, wenn man Zeit hat und so. Das ist echt klasse. Aber die größten Sprünge mache ich auf jeden Fall, wenn ich auf irgendeiner Konferenz, und das muss gar nicht zum klassischen Thema, wo ich sonst dabei wäre, dahin geht und einfach sieht, wo stehen die Leute, was drückt die, was gibt es da draußen und erlebt.
Wenn ich jetzt zwei, drei Links in unsere Quellenliste schreiben soll, Hast du da eine Konferenz, die du besonders ans Herz legen würdest?
Also ich kann die eine Sache ans Herz legen, weil es einfach was Besonderes ist. Und da geht es auch, wo das Thema Digitalisierung, der Fluss, der drunter fließt, ist, aber mit keinem Wort wirklich erwähnt wird. Das ist das House of Beautiful Business. Das ist eine Konferenz, die wir jetzt auch zum dritten Mal mit begleiten. die ist im Spätherbst, Anfang November in Lissabon, parallel zum Web Summit. Und es ist eine Woche lang, kommen sozusagen Thought Leaders zusammen und diskutieren über die Zukunft der Arbeit, über das Thema KI und so weiter, aber eben nicht in dem, also lass uns mal über Digitalisierung reden, weil das war zu abgedroschen, sondern eigentlich die Themen, die die Schnittstelle zum Menschen betreffen.
Und deswegen heißt es auch House of Beautiful Business, weil Beautiful Business ist ein Sprung aus dem Gedanke von Tim Leberecht, der ein Buch darüber über Business Romantic geschrieben hat. Und das ist ein super spannendes Buch im Kontext heutzutage. Wir brauchen ein bisschen mehr Romantik. in unserem Geschäftsleben. Da darf es mehr Menschen hin. Das ist alles nicht schlecht. Und so ein bisschen Leitspruch auch von dieser Konferenz ist nach If software is eating the world, we might have a glass of wine with it. Das ist gut. Das zeigt schon ein bisschen Twinkle in die Eyes. Und das ist richtig. Also da kriegt man, wenn man wirklich tiefe Gespräche haben möchte, eher auf dieser Ebene und nicht jetzt irgendwie Bits und sonst was besprechen möchte, da ist alles dabei.
Also das sind wirklich Gründer von KI-Startups. Da sind hoch etablierte Professoren für Robotik und was ich was alles, Bitcoin, alles dabei. Aber alle, um eher, hey, wie kriegen wir Humanity voran und nicht unbedingt das Thema rein nur, wie können wir den nächsten Source-Code schreiben. Das ist cool. Da habe ich noch nie was von gehört, aber klingt total gut. Ja, kommen so 100 Leute zusammen, also es ist auch nicht klitzeklein, aber es ist sehr spezielles Ambiente auch, also Wahnsinn. Richtig cool. Cool. Ich werde das
auf jeden Fall alles verlinken. Ja, bitte. Mal gucken, ob ein paar Zuhörer vielleicht den Weg hinfüllen. Ja, das
kann man denen nur empfehlen.
Okay, letzte Frage. Hast du jemanden, den du gerne hier in einer späteren Folge im Podcast mal hören würdest?
Ein Challenge wäre natürlich Elon Musk. Wurde schon gewünscht. Siehst du, siehst du. Das Weile ist natürlich schwierig. Weißt du was? Ich mache es tatsächlich so, ich sage jemandem, wo ich einfach glaube, dass es für dich mega spannend wäre, ist Tim Lebrecht.
Ja.
Werde ich dein Buch vorher lesen, um da mitreden zu können? Muss du gar nicht, aber das ist, da hast du, wenn du noch einen zweiten Namen willst, kannst du auch Fabian Kienbaum zum Beispiel, könntest du auch nehmen, der passt auch, würde super passen. Und last but not least, das heißt, die ist Schama Krittl, Das ist eine der 30 führendsten Frauen unter 30 in KI aus England. Muss ich dir sonst noch einen Link schicken, weil sie ist KI-Spezialistin. Und ist da die Führende in Großbritannien, müsstest du auf Englisch machen. Aber das würde auch zu dir, weil sie in der Softwareindustrie auch arbeiten, super spannende Frau aus. Wenn eben auch Englisch und nicht Deutsch geht.
Also wäre für mich kein Thema. Ich weiß nicht, ob ich irgendwen da draußen verschrecke.
Da hättest du auch mal, ich weiß nicht, wie viele Frauen du hast, aber das ist...
Nee, das wäre total gut. Also am Anfang, ich hatte in den ersten, Ich würde sagen, sechs, sieben, acht Interviews hatte ich eine ziemlich gute 50% Frauenquote. Irgendwie ist es gekippt. Ich müsste da mal aktiv wieder gegenarbeiten.
Ja, das kann ich dir nur empfehlen. Das ist leider auch ein Problem, was wir immer alle haben.
Ja, cool. Ganz vielen Dank für das viele Wissen. Ich fand, das war ein sehr, sehr spannendes Gespräch.
Tito, hat mir gefallen. Schön, dass du da warst.
Ja, vielen Dank. Dann, ich werde wie immer alle Links, alles, was wir so genannt haben, in den Shownotes verlinken. Wegederdigitalisierung.de 26. Interview. Und dann freue ich mich auf unser nächstes Gespräch.
Viel Spaß, bis denn. Tschüss. Danke.