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E8809.06.202122 Min

Welche Innovationsvorsprünge und ökonomischen Vorteile bietet die Energiewende?

Im Gespräch: Sabine Auer und Christina Vogel (elena-international)

Titelbild zu E88: Welche Innovationsvorsprünge und ökonomischen Vorteile bietet die Energiewende? – Sabine Auer und Christina Vogel (elena-international)

Worum es geht

Sabine Auer und Christina Vogel von elena-international erklären, wie ihre Software Stadtwerken die Planung von Mieterstrom und Quartiersenergie erleichtert.

Sabine Auer und Christina Vogel von elena-international entwickeln eine Software-Plattform für Stadtwerke und Energieversorger. Beide haben technische und wirtschaftliche Hintergründe in der Energiewende. Auer ist Physikerin mit Schwerpunkt auf Stromnetzen, Vogel Wirtschaftsingenieurin mit Erfahrung im Transfer von Forschung in die Praxis.

Die Plattform bietet modulare Software-as-a-Service-Lösungen zur Planung von Quartiers- und Mieterstromsystemen. Sie integriert Daten zu Verbrauch, Erneuerbaren, Speichern und Elektromobilität. Kunden erhalten wirtschaftliche und technische Auswertungen ohne tiefes Fachwissen.

Besonders betont wird die Reduktion von Planungszeit und -kosten durch die Integration mehrerer Tools in einem System. Ein Beispiel ist die Berechnung von Solarpotenzialen auf Schuldächern in Hamburg mit 89 Megawattstunden Peak-Leistung. Die Software generiert Lastprofile und wirtschaftliche Szenarien.

Die größte Herausforderung ist die Entwicklung eines skalierbaren Produkts für heterogene Kunden. Dazu nutzen sie das Lean-Startup-Prinzip: Kundeninterviews vor der Entwicklung, Prototypen in PowerPoint, und Erprobung in Vorprojekten, um echten Mehrwert zu sichern.

Ursprüngliche Shownotes 09.06.2021

Die Energiewende ist in aller Munde. Sie ist wichtig. Sie scheint einfach. Doch wie so häufig wird es im Detail ziemlich komplex. Besonders Netzbetreiber und Stadtwerke stehen vor Fragen wie:

  • Woher bekomme ich regionale Daten für zuverlässigere Netzberechnungen?
  • Welche Szenarien zur Entwicklung neuer Technologien sind eine gute Basis für unsere Investitionsentscheidungen?
  • Wie können wir mit Hilfe erneuerbare Energien und Speicher die Erzeugungskosten senken?
  • Welche örtlichen Verteilung und Ladeleistung ist von Elektroautos zu erwarten?
  • Wie können wie für die nächsten 20 Jahre die Netzverstärkungen präzise planen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden?

Die Antworten sind gar nicht so einfach zu finden, da ständig neue erneuerbare Technologien und Speichertechnologien auf dem Markt kommen. Diese Entwicklungen im Blick zu haben und  sie sofort in die Berechnungen einzubeziehen, kann im Tagesgeschäft schwierig sein.

Hier kommt elena international ins Spiel. Die Gründerinnen Sabine Auer und Christina Vogel schaffen mit Ihren Tools eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Denn ihre Tools sind stets auf dem neuesten Stand der Technik. Mit ihrer Hilfe lassen sich die benötigten Antworten auch ohne besonders tiefe Fachkenntnis berechnen.

In unserem Interview erzählen die promovierte Physikerin und die Wirtschaftsingenieurin über ihre Leidenschaft für erneuerbare Energien und wie sich die Energieschaffende wie Netzbetreiber oder Stadtwerke durch kluge Berechnungen einen Innovationsvorsprung sichern können. Und natürlich auch einen Teil wirtschaftliche Sicherheit für die Zukunft.

Links aus dem Interview

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Transkript

3.360 Wörter

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Hallo Welt, liebe Menschen! Herzlich willkommen bei unserem Software for Future Podcast. Ich bin Friederike Löwe und gleich hörst du auch Nils Löwe. Wir führen als Unternehmerpaar die Lionizers. Wir Lionizers stehen für nachhaltige, individuelle Produktentwicklung. Wir entwickeln Software, die uns als Menschheit helfen soll, der Klimakrise die Stirn zu bieten. Jetzt geht es gleich los mit einem Interview von Nils mit Christina Vogel und Sabine Auer von Elena International. Ich wünsche dir viele Aha-Momente und jede Menge Spaß beim Zuhören.

Herzlich willkommen heute im Gespräch Sabine Auer und Christina Vogel von Elena International. Ihr macht in eigenen Worten Open Innovation für die Energiewende. Was ist das? Stellt euch mal vor, wer seid ihr und wie kann ich mir Open Innovation für die Energiewende vorstellen?

Sehr gerne. Also ich starte einfach mal direkt. Sabine Auer. Ich bin vom Hintergrund Physikerin. Ich habe das angefangen zu studieren, immer schon mit dem Willen, was mit erneuerbaren Energien zu machen, sozusagen, und da bin ich sehr breit aufgestellt. War da auch zum Studium in Ilmenau und in Berlin. Und zu Anfang viel in der Solarzellenforschung und habe mich dann immer mehr mit systemerischen Fragen beschäftigt, Energiesystemen, Stromnetzen dann während der Promotion. In Berlin habe auch in der Zeit bei Siemens und der University auch mal gearbeitet, bin auch ein bisschen rumgekommen. Und während der Promotionen zu Erneuerbaren und Stromnetzen ist dann irgendwie so die Idee gekommen, Mensch, hier ist so viel Potenzial in der Forschung, so viel Innovation sozusagen, das müsste irgendwie viel mehr in die Anwendung kommen.

Und da ist so eine gewisse Barriere, die ich sehe. Und deswegen mit dem Open Innovation Prinzip sozusagen eine Firma zu gründen, ist dann in dieser Zeit entstanden. 2019 haben wir dann gegründet, also es gibt uns jetzt schon zwei Jahre und das ist jetzt so der grobe Abriss von damals bis heute.

Ja, genau. Und ich bin Christine, ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert am Karlsruher Institut für Technologie und fand das auch schon immer irgendwie total spannend, wie denn jetzt neue Ideen in die Welt kommen, wie neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. war da dann im Entrepreneurship-Bereich aktiv, schon seit 2010 und habe dann auch einen Verein gegründet, der sich eben damit beschäftigt hat, wie man Forschungsprojekte in die Praxis bringt. Und da habe ich eben viel gesehen, was funktioniert oder vielleicht auch nicht funktioniert. Und das war auf jeden Fall eine sehr spannende Zeit. Und ich habe mir dann auch schon immer gedacht, ich möchte mal nach Berlin und dann ein Startup gründen.

Und dann wäre das perfekt zusammengepasst, dass Sabine eben diese Idee hatte, Energieforschung oder Open Innovation aus der Energieforschung in die Praxis zu bringen.

Ja, spannend. Wie kann ich mir das konkret vorstellen? Also wer sind eure Kunden? Wer kommt zu euch und wen bringt ihr da zusammen?

Das ist eine gute Frage. Also unsere Kundenbasis ist auch relativ breit. Wir haben Stadtwerke als Kunden, Energieversorger und Verteilnetzbetreiber. Und genau da haben wir eine Innovationsplattform entwickelt. Das ist so eine Software-as-a-Service-Lösung, wo wir eben im Abo-Modell Software bereitstellen. Und die ist in verschiedene Module gegliedert. Zum Beispiel jetzt arbeiten wir gerade an Modulen zur Mieterstromplanung und für die Quartiersplanung. Und genau was da halt bei uns besonders ist, dass kein tiefes Fachwissen jetzt unbedingt für die Nutzung benötigt wird, sondern dass man eben sehr einfach da durchgeführt wird. Und am Ende eine einfache Antwort auf eine doch recht schwierige technische Fragestellung auch erhält.

Ich weiß nicht, ob du da noch mehr Hintergrundinfos zu dem Mieterstrom an sich möchtest gerade.

Ja, also ich denke, hier hören bestimmt ganz viele Leute zu, die sich das noch nicht so richtig konkret vorstellen können. Also könnt ihr mal ein konkretes Beispiel geben?

Sehr gerne. Sehr gerne. Deswegen dachte ich, das wirkt oft alles noch ein bisschen abstrakt, so diese Schlagwörter, Software-Service-Innovationsplattform. und diese Mieterstromplanung, die ist sehr greifbar und die Herausforderungen sind dort unter anderem, dass es eben für so ein Quartier, für die Planung von so einem Quartier, vor allem der Energieversorgung, eben eine Vielzahl von Technologien gibt. Das ist super spannend, auch mit der Energiewende kommen immer neue hinzu, aber gleichzeitig ist es eben auch eine Herausforderung, für welche entscheide ich mich jetzt. Dann gibt es eben auch verschiedene Sektoren, über die das geht. Es geht nicht nur um die Stromversorgung, Es geht auch um die Wärme und die Kälteversorgung.

Es gibt auch oft Elektroautos im Quartier. Da ist dann oft unklar, wie laden die und wann? Und wie sehen dann diese Profile, diese Ladeprofile, Lastprofile von denen aus? Das heißt, da gibt es eine Menge Fragen und dann fehlen auch oft Daten, die Datengrundlage, um sowas gut zu planen. Eben die Verbrauchsprofile der Haushalte und von diesen ganzen Gerätschaften. Und da muss man alles zusammenbringen und optimieren, dieses Gesamtsystem. Und da wird viel bisher auch noch mit vielen Einzeltools gearbeitet, mit Experten-Tools aus verschiedenen Bereichen, viel mit Excel-Tools, Datenbeschafft und so weiter. Das ist viel manuelle Arbeit und wir bündeln das jetzt eben alles in diese Software-as-a-Service-Lösung, weil auch unsere Idee ist, eben Erneuerbare zu pushen mit solchen einfachen Lösungen, dass Energieversorger Stadtwerke das ansenden können, dass das eben auch ein Selbstläufer wird, solche Erneuerbare-Energie-Projekte, dass man die eben einfach umsetzen kann und auch schneller und dabei Zeit spart und eben auch zu einer optimaleren Börse kommt.

Das ist so die Grundidee.

Das heißt also praktisch vorgestellt, ich bin Betreiber eines Stadtwerks und da soll ein neues Wohngebiet entstehen. Und jetzt muss ich das irgendwie energiemäßig planen, weil ich weiß, Neubauten heißt, viele Ladesäulen, viele E-Autos. sondern was würde mir dieses Tool dann bieten?

Also das Tool würde, Entschuldige, Christiana, das Tool würde dir am Ende eben ausgeben, wie viel PV-Anlagen zum Beispiel. Wenn das jetzt ein größeres Quartier ist, kann es aber auch sein, dass da vielleicht noch kleine, ja, sogenannte Blockheizkraftwerke drin sind und vielleicht macht es auch Sinn, Batteriespeicher einzubauen, gerade in Deutschland, in der Schweiz weniger, in Deutschland ist die Strompreise relativ hoch. Das heißt, da macht es auch oft Sinn, schon sich mit einem Speicher den Eigenverbrauch von so einer Anlage, also mehr Strom von der Solaranlage selber zu verbrauchen. Und diesen Mix geben wir an und dann auch, wenn man jetzt diesen Mieterstrom weiterverkauft, ob das jetzt in der Schweiz ist oder in Deutschland, das sind viele in der Schweiz aktiv, zu welchem Tarif kann man das jetzt den Endkunden anbieten, wie teuer wird das dann?

Und diese ganze Wirtschaftlichkeitsplanung, Berechnung, das fließt da dann eben auch alles ein, dass man wirklich alles aus einem Gustam kommt.

Ja, auf jeden Fall. Und du hast auch gerade das Stichwort E-Mobilität gesagt. Also das ist auch noch eine Sache, wo halt häufig keine Daten vorhanden sind und wir können diese Daten eben generieren. Da kann der Kunde dann angeben, wie viele Ladesäulen es gibt, wie viele E-Autos es gibt und wir erstellen dann die Lastprofile dafür.

Cool. Und irgendwo ist der Begriff Plattform gefallen, so wie ihr das jetzt beschrieben habt. wäre das ja so, dass ich als Kunde dieses Tool nutze und im Prinzip ein Ergebnis kriege? Also wo kommt da das Kollaborative ins Spiel? Interagieren da mehrere Kunden miteinander oder wie?

Genau, also Plattform ist in dem Sinne gemeint, als dass wir verschiedene Module haben. Also das Modul, was wir jetzt besprochen haben, wo es eben um Metastrom geht, das ist ein abgeschlossenes Modul. Dann gibt es ein abgeschlossenes Modul, da geht es dann um Quartiersstromplanung. kommen da nochmal ein bisschen kompliziertere Technologien rein. Und dann wollen wir eben noch weitere Module entwickeln, wo der Themenschwerpunkt dann vielleicht unterschiedlich sein kann. Aber genau, die dann eben alle so auf dieser Plattform sind und wo sich dann jedes Stadtwerk die Module raussuchen kann, die halt für Ziele eben relevant sind.

Das klingt spannend. Und das klingt nach einem nötigen Tool, würde ich hierzu sagen. Also zumindest was meine persönlichen Erfahrungen mit Energieversorgung.

Sehr gut, wenn wir dich schon mal überzeugen konnten.

Wenn wir mal einen Schritt zurücktreten. Also ihr bietet ein Software-Tool an, um die Energiewende besser zu gestalten, sage ich mal. Wenn wir jetzt mal Energiewende als Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft annehmen und ein Software-Tool als Teil der Digitalisierung. Wo würdet ihr sagen, spielen diese Felder sich in die Hände? Also wo hilft uns die Digitalisierung überall weiter? Sind das eher solche Schnittstellen, Probleme, wie ihr sie jetzt den Stadtwerken anbietet zu lösen? Oder, ja.

Ja, genau. Also bei uns geht es ja auch viel um die Planung. Und es ist halt so, dass es tatsächlich nicht so einfach ist. Es kommen ständig neue erneuerbare Technologien auf den Markt, was erneuerbare Energien angeht, Speichertechnologien. Da muss man irgendwie up-to-date bleiben. Und das ist gar nicht so einfach. Und was dann halt auch besonders ist, ist, dass wir halt alles quasi uns anschauen. Also auch die Sektoren, Wärme, Kälte und so weiter, die werden eben häufig getrennt betrachtet. Und wenn man das halt zusammen tatsächlich optimiert, dann kommt eben auch was raus, was optimaler ist, sag ich mal, als wenn man das alles durch Einzelnen betrachtet. Und das kann eben so viel Kosten sparen, aber dann eben auch CO2.

Und dadurch, dass es dann eben die Planung auch vereinfacht, gehen wir eben davon aus, dass es auch mehr solche Projekte umgesetzt werden und die Projekte, die umgesetzt werden, einfacher und kostenlos, die da umgesetzt werden. Und genau da hatten wir auch mal so eine Zahl uns überlegt, Also dass wir in den zehn Jahren nachhaltige Versorgung von Quartieren mit einem Gesamtbedarf von 3000 Gigawattstunden erreichen wollen. Und genau, das war halt so eine Zahl. Wir waren da bei der Deutschland 4.0 Challenge und haben uns dann auch mal überlegt, ja, wo wollen wir denn eigentlich hin? Und das war dann auch ganz schön plakativ, weil man eben auch sagen konnte, okay, das entspricht dann eben, wenn 2,3 Millionen Fleischesser auf vegane Ernährung umstellen oder 500.000 Autofahrer aufs Radeln umstellen.

Also einfach mal um die Größenordnung auch greifbar zu machen, was das am Ende bedeutet.

Ja, vielleicht nur auch ergänzt, also Christina hat es ja schon sehr schön beschrieben, der Markt ist halt sehr im Wandel, der Energiemarkt. Also das sind ja oft Firmen, die seit 50, 60 Jahren so existieren mit den üblichen Geschäftsmodellen, eben Strom zu verkaufen. Aber in den letzten 10, 20 Jahren ist da einiges im Wandel. Die Energiewende mischt da einiges auf und das ist spannend, das ist aber eben auch herausfordernd. ausfordern und gleichzeitig sind gute Leute teuer, Expertise ist teuer, also man muss sich da irgendwie schnell informieren, immer auf dem neuesten Stand sein, neue Geschäftsmodelle auch entwickeln, entdecken und da up-to-date bleiben und da helfen eben auch solche Software-Assess-Service-Lösungen.

Das müsste man sich ja ansonsten auch über, ja, Berater, Dienstleistungsprojekte irgendwie auch einkaufen oder neue Leute anstellen, das wären dann so vielleicht mögliche Alternativen, weil das ist dann so eine Unterstützung dann an der Stelle auch für kleinere und große Stadtwerke, die jetzt vielleicht dann auch nicht so die Riesenetats

haben für solche Projekte. Ja, dass das ein großes, unüberschaubares Feld ist, das ist tatsächlich einfach so. Wie weit, wenn ich jetzt mal völlig aus der Harburger Region rausdenke, also der Bezirk hat gerade ein Klimaschutzkonzept entwickelt und da wurden unter anderem die die Solarpotenziale der Schuldächer ermittelt. Und also das ist ein öffentliches Dokument, da ist irgendwie viel Arbeit reingeflossen. Und also wenn wir jetzt auf jede Harburger Schule eine Solaranlage bauen würden, hätten wir hier ein Peak-Potenzial von 89 Megawattstunden. So, das müsste jetzt irgendwer machen. Könnte mir da euer Tool helfen, wenn ich jetzt sage, ich will ein paar Solarzellen irgendwo installieren, auf dem Weg dahin.

Wie würde ich das angehen?

Auf jeden Fall. Also du hast es jetzt ja schon gut gesagt mit dem Verbrauch. Das ist das Erste, was man wissen muss, wie viel verbraucht jetzt diese Schule oder diese mehrere Gebäude von der Größenordnung, wie du jetzt gesagt hattest. Und dann erstellen wir eben Verbrauchsprofile, wie entwickelt sich das jetzt so über die Zeit und wie ist die Einstrahlung am Standort Hamburg vor Ort jetzt bei dir? Und dann nehmen wir sozusagen den Verbrauch auf. Also man müsste zum Beispiel auch wissen, hat das Schulgebäude jetzt eine Wärmepumpe oder eine Elektroboile? Also diese elektrischen Verbrauchsgeräte, die müsste man dann schon wissen, um auch besser über die Verbrauchsprofile Bescheid zu wissen. Und das ist aber möglichst einfach alles gestaltet, dass man wirklich mit fünf, sechs, sieben Eingaben zum Verbrauch und dann eben ein Ergebnis bekommt.

Man kann dann auch sagen, das Dachpotenzial, was du gesagt hast, sind jetzt so und so viele Quadratmeter. Das kann man dann auch ins Tool eingeben. Ich möchte noch einen Speicher dazu packen oder nicht. Das kann man mit anklicken. Es gibt ein Lastmanagement oder ja oder nein. Elektroautos an der Schule weiß ich jetzt nicht. Also vielleicht die Lehrer, die Schüler ja eher nicht. Ich weiß jetzt nicht, um was für eine Schule es da geht. Und dementsprechend kommt dann eben am Ende, wie gesagt, dann heraus, so und so viel Kilowatt-Peak-Solar kann man da hinbauen. Und ihr habt dann so und so viel Prozent Eigenverbrauch. Und das kostet euch so und so viel.

Ja, dann muss ich da mal mit den richtigen Leuten reden jetzt.

Ja, komm da nochmal auf uns zu.

Ja, was ist denn aus eurer Perspektive gerade so die größte Herausforderung, an der ihr arbeitet?

Also du hattest es vorhin eigentlich schon mal angeschnitten und zwar die, also als wir schon die Module angesprochen hatten und die Plattform hatten wir gesagt, wir bieten ja mehrere an, um auch jedem Stadtwerk eine passende Lösung zu präsentieren und der Hintergrund ist eben auch, dass der Markt relativ heterogen ist. Also es gibt viele verschiedene Stadtwerke, die haben verschiedene Herausforderungen und die größte Challenge für uns ist, da ein skalierbares Produkt zu entwickeln, was sozusagen alle bedient, also den Minimalkonsens zu finden für alle, das System, was bringt sozusagen, also das es für alle einen großen Mehrwert bietet und gleichzeitig wir jetzt nicht hunderte Powerfeatures sozusagen jetzt drin haben, die ja dann auch irgendwie das Produkt verteuern würden. Das ist so, glaube ich, eine große Herausforderung.

Ja, auf jeden Fall. Und gerade versuchen wir da eben zu begegnen, indem wir nach diesem Lean Startup Prinzip arbeiten, was eben bedeutet, dass wir, bevor wir nochmal irgendwas entwickeln, tatsächlich mit den Kunden Probleminterviews führen, um auch wirklich die Herausforderungen ganz genau zu verstehen und dann im nächsten Schritt eben eine Lösung vorstellen. Also das sind dann auch am Anfang nur PowerPoint-Slides in dem Sinne, um wirklich zu schauen, ist da ein Bedarf da und häufig kriegen wir dann auch, ja, das Tool sollte doch ganz anders aussehen oder jetzt brauche ich das Tool dann vielleicht doch nicht. Und das ist dann halt immer sehr, sehr spannend dann zu sehen, was sich da dann über die vielen Gespräche, die wir eben führen, herauskristallisiert.

Und tatsächlich gehen wir dann auch an die Vorprojekte, wo wir dann mit Kunden zusammenarbeiten und ihnen den Mehrwert aufzeigen, auch erst anhand von Projekten. Und wenn dann die Kunden davon überzeugt sind, dass sie ihnen einen Mehrwert bringt, dann gehen wir in die Produktentwicklung. Und das ist halt super, weil wir so eben keine Ressourcen verschwenden und Dinge entwickeln, die am Ende keiner braucht, sondern wirklich ganz gezielt das Entwickeln, was die Kunden brauchen, dass sie noch wirklich eher so einen Mehrwert bringt irgendwo.

Ja, das macht total Sinn und das ist nicht einfach. Also das kann ich ja quasi aus der Perspektive eines Softwareentwicklers auch sagen. Also in der Regel ist das eigentlich mein wichtigster Job. Also erstmal zu hinterfragen, braucht ihr das wirklich? Also ja, das ist eine schöne Idee, aber nützt das denn wirklich wem?

Das ist auch, Entschuldigung, wollte ich gar nicht unterbrechen.

Alles gut. Also ich wollte nur noch sagen, also letztendlich aus kapitalistischer Sicht könnte man natürlich sagen, wenn der Kunde das will, baue ich das. Aber am Ende bringt es ja nichts, wenn wir was bauen, was eigentlich keinen Wert stiftet.

Auf jeden Fall. Es ist auch manchmal für mich herausfordernd, gerade wenn man auch aus der technischen Richtung kommt und man hat schöne Lösungen sozusagen und schöne Methodiken und denkt sich, das ist so cool, das braucht die Welt, sozusagen dann auch so ein Stück zurückzugehen und sich zu sagen, man muss jetzt nicht die technisch krasseste Lösung, sondern die passendste bauen. Und das ist manchmal auch, finde ich, wenn man aus dem Bereich kommt, so die Herausforderung, dass man da manchmal gegen sich selbst ein bisschen ringen muss.

Auf jeden Fall. Gerade als Lego-Spielkind geprägt. Ja, doch, kenne ich sehr gut. Gibt es Quellen, die ihr nennen könnt, die wir in dem Artikel zu dem Podcast verlinken? Ich denke jetzt eher konkret Richtung Energiewende, aber gerne auch ein Stück breiter gedacht, Digitalisierung, Nachhaltigkeit als großes Ganzes.

Meinst du mit Quellen, quasi Methodiken, Softwarepakete, Open-Source-Pakete, die wir verwenden oder Studienartikel, die wir gut finden in dem Bereich?

Also gerne beides. Also ich denke jetzt einfach an die Leute, die zuhören, die vielleicht ein Interesse bekommen haben und denken, oh man, Energiewende ist doch komplizierter als ich dachte. also wer irgendwo in das Thema sich weiter einlesen will, womit haltet ihr euch aktuell? Was lest ihr so? Hört? Guckt?

Also, es fängt ruhig an. Okay, also die technischeren Leute, die sich für solche Sachen interessieren, also wir sind auch dabei, zusammen mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Forschung, dann ein Package zu entwickeln, so ein Open-Source-Package und das kann man auf jeden Fall verlinken. Und natürlich ist es Open-Source, das heißt, jeder könnte da auch dran mitarbeiten oder auch andere Unis, wenn sie Interesse haben. Das ist das, was mir jetzt gerade eingefallen ist.

Bei Artikeln oder wie wir uns up-to-date halten, das sind oft gar nicht direkt Zeitschriften, sondern viel Mailverteiler tatsächlich, weil das Wissen oft sehr schnelllebig ist. Also ich bin zum Beispiel auf dem Strommarktreffen Verteiler verlinkt. Das hat so eine Berliner Keimzelle und das ist dann immer riesiger geworden, weil das so gut ist, da kann man alles fragen, kriegt irgendwie alles mit. Auch viele E-Mails muss man ein bisschen filtern. Oder der Tagesspiegel Energie ist auch an sich ganz gut, finde ich, also für so Berichterstattungen, wenn es jetzt auch um EEG-Novellen oder Ähnliches geht. Da gibt es eigentlich einige gute Newsletter auch in dem Bereich. Da könnte ich auch nochmal was nachreichen, aber der fällt mir jetzt als erstes ein.

Cool.

Ich könnte auch noch ganz ketzerisch sein, unser LinkedIn-Profil. Ich glaube, unser Marketing ist relativ aktiv. Wir posten tatsächlich auch Content. Also, ja, interessante Studienartikel, die wir finden, die posten wir da auch. Ja.

Ja, also ich bin soweit durch mit den Fragen, die ich mir vorher ausgedacht hatte. Natürlich könnte man jetzt bestimmt noch eine Stunde weiter plaudern, aber ich denke, von der Zeit her haben wir die wesentlichen Punkte erreicht. Habt ihr noch irgendwas, was ihr mit als Schlusswort in die Runde geben wollt?

Vielleicht, wenn man eine Idee hat, ausprobieren, anfangen, loslegen und Mut, weil sonst gibt man zu früh auf. Also auch so gerade Sachen in so neuen Gebieten, sich mal dran zu wagen und einfach anzufangen.

Ich finde, das ist ein hervorragendes Schlusswort. Ich glaube, der Klimawandel erfordert noch eine Menge Leute, die einfach mal anfangen und Sachen ausprobieren.

Genau, so ein bisschen verrückt muss man sein.

Ja.

Okay.

Ja, dann ganz vielen Dank für eure Zeit, für das Gespräch und ich hoffe, dass wir uns in der Nach-Corona-Phase vielleicht auch mal im echten Leben begegnen werden.

So, da bin ich wieder. Schön, dass du noch da bist und bis hierher zuhören mochtest. Die Shownotes mit Links zu Empfehlungen aus dieser Episode findest du auf softwareforfuture.de. Aber jetzt will ich es ganz genau wissen. Ist das hier Quatsch oder Qualität? Hinterlasse uns gerne eine Bewertung bei iTunes oder einen Kommentar unter den Shownotes. Wir sind unheimlich gespannt, was du sagst und freuen uns, mit dir in Kontakt zu kommen. Und jetzt wünschen wir dir noch eine schöne weitere Woche. Wir sind der Software for Future Podcast und werden präsentiert und produziert von den Lionizers. Danke fürs Zuhören.

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