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E8914.07.202127 Min

Wie kann Energieverschwendung mit Hilfe von Software aufgedeckt werden?

Im Gespräch: Ulrich Garbrecht (Energieberatung Garbrecht)

Titelbild zu E89: Wie kann Energieverschwendung mit Hilfe von Software aufgedeckt werden? –  Ulrich Garbrecht (Energieberatung Garbrecht)

Worum es geht

Ulrich Garbrecht zeigt, wie Software Energieverschwendung aufdeckt – mit Beispielen aus der Praxis.

Ulrich Garbrecht ist selbstständiger Energieberater mit Schwerpunkt auf der Analyse von Stromverbräuchen mittels Software. Er hat ursprünglich Energieaudits für große Handelsunternehmen durchgeführt.

Er entwickelte eine Software, die Stromverbräuche als Rasterdiagramme visualisiert. Ein Fall: ein Baumarkt hatte nachts über drei Jahre Strom verbraucht, weil ein Dämmerungsschalter defekt war. Das kostete 30.000 Euro jährlich.

Die Software analysiert vollständige Datensätze, nicht nur Stichproben. So werden Verbrauchsmuster sichtbar, die bei manueller Prüfung übersehen werden. Beispiele: Lüftungsanlagen laufen nachts, Beleuchtung läuft durchgehend.

Einsparpotenziale liegen bei durchschnittlich 4 % bei vielen Standorten. Maßnahmen sind oft einfach: Licht ausschalten, Lüftung anpassen. Keine Großinvestitionen wie LED-Tausch nötig.

Die größte Herausforderung ist die Ansprache von Entscheidern bei großen Unternehmen. Die Software nutzt Daten, die von Energieversorgern bei großen Abnehmern erfasst werden.

Ursprüngliche Shownotes 14.07.2021

Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist notwendig, wenn wir die Klimakrise bewältigen wollen. Aber ebenso wichtig wie die Reduktion von Emissionen durch den Umstieg auf Wind- und Solarstrom ist die Reduktion von Verschwendung.

Ulrich Garbrecht hat ursprünglich Energie-Audits für große Unternehmen durchgeführt und dabei erste Erfahrungen gesammelt, diese Audits durch Software zu verbessern. Wo ein einzelner Mensch nur Stichproben aus einem Datensatz prüfen kann, kann eine Software z. B. mittels einer Visualisierung Muster sichtbar machen. 

Heute bietet Ulrich Garbrecht als Dienstleistung genau dies an: Finden von Energieverschwendung mittels Software.

Wie das funktioniert und warum Stichproben nicht aussagekräftig genug sind und manchmal sogar Fakten verschleiern, verrät der Experte in faszinierenden und teils sehr amüsanten Storys.

Praktische Tipps von Ulrich Garbrecht

Tipp für Schulen mit Lüftungsanlagen

Häufig laufen die Lüftungsanlagen in Schulen auch während der Sommerferien oder überhaupt in den Ferien komplett durch. Theoretisch könnte man sie ca. 13 Wochen im Jahr abschalten und so je nach Größe ein paar tausend Euro sparen.
Ulrich Garbrecht

Tipp für umweltbewusste Menschen

Wenn jemand unterwegs ist und z. B. bei ein Baumarkt ist nachts hell erleuchtet, einfach mal anrufen und fragen: "Lieber Geschäftsführer, bei euch brennt nachts das Licht. Ist das so gewollt?" Könnte sein, dass dieser Anruf viel Strom spart.
Ulrich Garbrecht

Links aus dem Interview

Unser Interviewpartner & sein Arbeitsfeld

Transkript

3.571 Wörter

Automatisch erstellt (Whisper), nicht korrigiert. Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Ein Klick auf eine Zeitmarke springt im Player dorthin.

Hallo Welt, liebe Menschen, herzlich willkommen bei unserem Software for Future Podcast. Ich bin Friederike Löwe und gleich hörst du auch Nils Löwe. Wir führen als Unternehmerpaar die Lionizers. Wir Lionizers stehen für nachhaltige individuelle Produktentwicklung. Wir entwickeln Software, die uns als Menschheit helfen soll, der Klimakrise die Stirn zu bieten. Jetzt geht es gleich los mit einem Interview von Nils mit Ulrich Gabrecht. Die beiden sprechen darüber, wie man Energieverschwendung durch Software aufdecken kann. Denn genauso wichtig wie der Umstieg auf erneuerbare Energien ist es, jede Verschwendung von Energie in den Griff zu kriegen. Ich wünsche dir viele Aha-Momente und jede Menge Spaß beim Zuhören.

Ja, herzlich willkommen, Ulrich Gabrecht von der Energieberatung Gabrecht. Du machst eine Software unter anderem rund um das Thema Energieberatung, Einsparung von Energie, Ermittlung von Energiesparpotenzialen. Toll, dass du da bist. Vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst. Ich würde sagen, erzähl du mal in eigenen Worten, wer bist du und was machst du?

Alles klar. Also auch Nils, vielen Dank, dass ich da sein darf. So, wer bin ich und was mache ich? Ich bin Ulrich Gabricht, Diplom-Ingenieur, einmal Mikrosystemtechnik und Energiesysteme habe ich dazu studiert. Mit meiner Energieberatung bin ich ein junges Unternehmen, selbstständig ab Anfang 2018. Nach Hamburg bin ich zugezogen. Ganz ursprünglich komme ich aus dem Bereich Oberschwaben, nee, Ravensburg. Und durch meinen, ich sag mal, etwas ungewöhnlicheren Lebenslauf konnte ich mir insbesondere Programmierkenntnis aneignen. Was mich im Bereich Hamburg erwartet hatte, war eine Anstellung bei einem Unternehmen. Wir hatten zwei sehr große Einzelhandelsunternehmen, auch als Kunden. Und damals waren Energieaudits recht stark im Vordergrund.

Das heißt, ich greife kurz vor, bevor die Selbstständigkeit losging, konnte ich also bei einigen Handelsunternehmen Energieaudits durchführen mit einem Kollegen zusammen. Und da ist ein Standardprozess, dass man eben auch die Stromverbräuche von einigen Standorten zugesendet bekommt. Und es geht jetzt hier um die sogenannten registrierenden Leistungsmessungen. Also ein Standort, der groß genug ist, hat also Viertelstundenwerte für die aufgenommene Leistung. Und das sind immer ein ganzer Haufen Daten, die man auswerten kann. Jetzt war es so, dass ich neben diesen verschiedenen Energieaudits, also mit einer damals noch Software in den Anfangszügen, die Stromverbräuche so angemessen gut darstellen konnte, um da einige Energieeinsparpotenziale sich dazumachen.

Nils, du meintest vorhin, Einsparpotenziale im Bereich Energie. Also es ist sehr stark präzisiert, wirklich nur auf dem Bereich elektrische Energie. Jetzt gab es einen Standort, da war im Bereich Energie Audit mit angesiedelt, kam dann beim Nachbarn in der Firma auf den Schreibtisch und da war sichtbar, dass ein 30.000 Euro pro Jahr Stromensportpotenzial nicht erkannt worden war und das Ganze für drei Jahre am Stück. Dadurch, dass die Software mit dieser Datenvisualisierung, die also ein Kernstück des Ganzen darstellt, ein bisschen schwierig ist, jetzt hier einfach nur akustisch rüberzubringen, es wird quasi der ganze Datensatz von einem Jahr genommen und ein rechteckiges Bild gesetzt und das Ganze ist ein sogenanntes Rasterdiagramm.

Das kennen wir jetzt alle gerade ganz aktuell von der Covid-Geschichte. Hohe Intensitäten, dunkelrote Werte, niedrige, hellblau. Und so ähnlich wie eine Baumebildkamera ist das aufgenommen. So kann man sehen, wann ist normale Öffnungszeiten, wann sind alle Verbraucher im Betrieb, wann sind Geräte eventuell im Einsatz, wenn sie es nicht sein müssten. Was bei diesem speziellen Baumarkt sehr klar ins Augen gefallen war, war, wenn die Sonne untergegangen war, das passt hier zu spezifischen Zeiten, dann hatte der defekte Dämmerungsschalter den kompletten Baumarkt eingeschaltet. Für fünf Monate. Also allein von der Intensität dieses, ich sag mal, dunklerangenen Werteverlaufs konnte man einfach nur sagen, es war einfach alles an.

Und das waren in diesem Ding 30.000 Euro pro Jahr. Über drei Jahre unerkannt. Und das war diese Idee von meiner Seite. Die Kette hat über 200 Standorte. Ich hätte den noch am Tag eins gefunden. wenn ich hätte da hinschauen dürfen damals. Und so kam diese Idee auf, es gibt einen Markt dafür, mich selbstständig zu machen. Und so kam ich eben dazu, diesen Schritt zu gehen. Und habe jetzt, naja, ich sage mal im Bereich Persönlichkeitsentwicklung ganz viel dazugelernt. Weil selbstständig machen, das kennt jeder, der es gemacht hat. Es ist Sprung ins kalte Wasser, es ist wie eine neue Welt. Man erlebt seine Stärken, aber man erlebt auch seine Schwächen. Und darf die dann ausbauen. Nun, was ich weiterführen konnte im Wesentlichen, waren die sogenannten Energieaudits.

Große Unternehmen müssen das machen. Nach einer EU-Reffizienz-Richtlinie sind da große Unternehmen dazu verpflichtet. Und da konnte ich diese Software, die ich entwickelt habe, anfangs unterstützend einsetzen. Jetzt kommen wir in den Bereich, dass ich halt zunehmend mein Unternehmen in die Richtung dieser Datenanalyse und Einsparpotenzialerkennung ausrichte. Ein gewisser kleiner Monolog, der jetzt hier stattgefunden hat, womit ich jetzt noch insbesondere kurz erzählen möchte, ist, ab Mitte letzten Jahres habe ich einen Mitarbeiter eingestellt, damit wir also zu zweit sind. Ich bin quasi der, der ein bisschen von der Nerd-Selte kommt und hinterm Rechner sitzt und, ja, ich sage mal, bis zu einer Milliarde Daten kann ich visualisieren.

die Größenordnung, die ganz schwierig vorstellbar ist. Das wären jetzt umgerechnet 10.000 Standorte oder 30.000 Jahre an Strombedarf visualisiert. Und eben dieser Kollege, der unterstützt mich im Bereich Vertrieb, weil er ist eine People-Person, jemand, der gar nicht mit Menschen spricht, kommt aus der gehobenen Gastronomie und quasi dieses 1 zu 1 mit Menschen, das kann er sehr gut.

Ja, total spannend. Also danke für den Lebenslauf und danke für diese Geschichte. Also ich finde das unglaublich, dass man, wenn ich mir das vorstelle, ein Dämmerungsschalter, was mag so ein Teil kosten und wie lange mag so ein Austausch dauern? Also was für ein kleiner Hebel. Aber ich meine, jetzt kann man die Zahl 30.000 Euro groß finden. wenn ich mir jetzt vorstelle, dass so ein Baumarkt vielleicht nicht gerade von der eigenen Solarzelle auf dem Dach betrieben wird, sondern dass das wahrscheinlich Graustrom ist. Also was für eine Verspendung an Kohle, Gas, was auch immer da verbrannt wurde, wegen so einem kleinen Bauteil und es ist aufgefallen, weil du auf die Daten geguckt hast. Also ich finde, dieser Podcast läuft ja unter der Frage, wie können wir Nachhaltigkeit mit Digitalisierung befördern, verbessern?

Ich finde, das ist ein top Beispiel. Vielleicht stelle ich die Frage in der Form einfach trotz, also auch wenn du diese Geschichte schon so erzählt hast, wie denkst du denn, kann uns das ganze große Thema Digitalisierung helfen, zu einer nachhaltigeren Welt zu kommen?

Wie denke ich darüber? Eine Sache, die ist sehr, ich sag mal, begrenzt. Einfach nur Stromverbräuche, einfach nur Messdaten. Werte, die sich nicht großartig ändern, sondern die einfach geeicht so ankommen. Jetzt Digitalisierung, die hat dermaßen viele Facetten. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass eine Firma, die in der Produktion unterwegs ist und Warenmengen mit einpflegt, Wärme und Ähnliches ebenso dazu nimmt, um dann die interessantesten Querverweise zu machen. Ich würde sagen, es ist eine Riesenchance, um aus einem, ich glaube, ich weiß, wie Dinge funktionieren in meiner Firma, hin zu, jetzt sehe ich es genau und habe einfach viel mehr Informationen übrig. Also die Welt wird durch eine vernünftige Digitalisierung einfach einfacher, wenn man sich die Zeit nimmt, es sich wirklich anzuschauen.

Das finde ich genial ausgedrückt von einem, Ich glaube, zu einem Jetzt-Weiß-I-S. Das ist super. Das merke ich mir. Aber ja, es ist im Prinzip, es beschreibt auch genau deine Software-Lösung, auf Daten zu gucken. Also ich meine, diese Stromlastgänge werden sich Auditoren vorher auch angeguckt haben. Die haben nur, ich meine, solche Datenmengen angucken. Ohne Visualisierung kommt man da einfach nicht weit.

Es gibt einen gewissen Unterschied zu normalen Auditoren in dem Sinne. ungeachtet, ob sie es könnten oder nicht. Beim Energieaudit muss man nur eine Stichprobe anschauen. Und mit der Software, weil die halt so ausgelegt ist, kann man sich das komplette Unternehmen anschauen. Weil eventuell sind die schwarzen Schafe der verschiedenen Standorte gar nicht in der Stichprobe drin, sondern rum von nebendran. Wenn ich jetzt einfach die Kennzahl genommen hätte, Energieverbrauch pro Quadratmeter bei diesem einen Baumarkt, der war zwar im oberen Drittel, aber er war weit weg von den Spitzenverbräuchen. Weil das kann durchaus auch einfach nur welche sein alter Technik, alter Beleuchtung, langen Laufzeiten und schon die Kennzahl so weit oben, dass der typische, da will ich hinschauen, einen auf die falsche Fährte lockt.

Das finde ich auch einen spannenden Punkt, dass du sagst, vorher hat man nur auf Stichproben geguckt. Wo ich jetzt mal unterstelle, das hat man nicht gemacht, weil man irgendwie keine Lust hatte, das Ganze anzugucken, sondern weil das Ganze angucken einfach nicht menschenmöglich ist, oder? Also ohne Hilfe, in dem Fall durch das Tool.

Ich würde sagen, ich habe jetzt also ein halbes Jahr ziemlich intensiv an dieser Software gearbeitet. Die hat aber auch andererseits natürlich den kontinuierlichen Verbesserungsprozess ständig durchlaufen. Und in der Art und Weise, wie das jetzt hier entstanden ist, wäre es schwierig für jemand, das nachzumachen. Das heißt, dieses Dahinschauen ist für die meisten nicht möglich. Es gibt ein paar Energiemanagementsoftware, die können das sicherlich auch in irgendeiner Form leisten. Das ist aber eine Unterscheidung bezüglich, wie sind wir aufgestellt, wie sind die aufgestellt. Bei uns gibt es keine Lizenzgebühren in dem Sinne und keinen Energiemanager, der das selbst bedienen muss, sondern hier wird halt einfach auf einfachem Wege die Arbeit quasi ausgelagert.

Und dementsprechend, also es gibt die unterschiedlichsten und lustigsten Eigenschaften. Also anderer Baumarkt, es fällt auf, wenn man sieht, Verbräuche voller Last von 0 Uhr bis 8 Uhr morgens immer sonntags. Und in diesem Wasserdiagramm sind das dann 52 sich wiederholende Streifen und es ergibt überhaupt keinen Sinn, dass das passiert. Oder Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden, an Ostern sieht man, dass gerade ganz gut tagsüber in Ordnung laufen, aber nachtsüber komplett quasi in einer Art Vollleistbetrieb sind, obwohl das Gebäude eigentlich normale Öffnungszeiten hat. Da hat man auch hier 20.000 Euro, die einfach in den Wind geblasen werden. Ich spreche natürlich hier relativ klar von einem gewissen Maß an Extremfällen, weil es klingt vielleicht nicht so viel, wenn ich sage, dass im Schnitt so um die 4% eingespart werden kann, gerade bei vielen Standorten.

Der Vorteil bei uns ist einfach, sind die einfachsten Maßnahmen. Das ist Beleuchtung, die das komplette Jahr über nachts durchläuft, was nicht sein müsste, Lüftungsanlagen, ein paar Sonderfälle und dementsprechend, ja, man muss nicht groß was installieren. Wir sind nicht in der Liga von Tausch der alten Beleuchtung gegen LED. Die haben höhere Einsparpotenziale, aber natürlich ganz, ganz andere Investitionskosten.

Gut, und also ich meine auch, auch wenn man durch einen Austausch von alten Lampen gegen LED natürlich spart, wenn ich danach die LEDs die ganze Nacht durchlaufen lasse, dann verschwende ich ein bisschen weniger Energie, aber ich verschwende immer noch Energie. Also das ist ja wie mit dem Thema kompensieren versus einsparen. Also ich sollte erst sparen, was ich kann und danach den Rest kompensieren. Anders werden wir nicht auf den grünen Zweig mehr kommen.

Ich hatte kürzlich die Frage gestellt bekommen von einer Frau, die mit zuständig ist für das Energiemanagement einer größeren Stadt. Sie meinte was von, wir haben jetzt gerade diese Covid-Situation, mit Lüftungsanlagen haben wir eh gerade diese Geschichte, dass wir die eigentlich eher aufdrehen müssen statt abdrehen. Und genau wie du gerade gesagt, ja, während den Öffnungszeiten, klar, verständlich, das ist sicherlich auch sinnvoll, aber außerhalb der Öffnungszeiten, nee, braucht man nicht. Und genauso, wenn man gegen LED tauscht, dann ist die Verschwendung vielleicht nur halb so groß, aber halt immer noch Verschwendung.

Ja, spannend. Du hast vorhin korrekterweise mich korrigiert und gesagt, es geht um Stromsparpotenziale und die Daten, auf denen du aufsetzt, sind Daten, die sowieso Energieversorger ab einer gewissen Größe des Abnehmers erheben müssen. Glaubst du, ich meine, Energie sparen kann ich jetzt auch auf Wärme und Wasser und andere Rohstoffe ausdehnen, könnte man da eine Lösung anpassen, wenn man die Daten in geeigneter Form auch über andere Verbräuche irgendwo herkriegen würde?

Beim Bereich Wasser kommen wir in einen relativ speziellen Bereich. Also Daten darstellen, das geht mit Rasterdiagrammen immer irgendwie. Also die Frage ist, ob das dann sinnvoll ist. Hier halte ich mich bedeckt. Bei Wasser weiß ich es nicht so sehr. Ich habe zwar mal Daten ausgewertet von einem Gebäude, wo Wasser quasi mehr gepumpt worden war. Aber da waren jetzt nicht direkt Einsparpotenziale sichtbar, sondern so war ein bisschen mehr der Prozess sichtbar. Wenn man jetzt sagt, Wasser in einem Gebäude braucht man einen Anlagentechniker, der überprüft den Druck. des Wassers, eventuell macht er einen Heizungsabgleich, dass das Wasser also auch gleichmäßig im Gebäude verteilt wird, ist ein Thema, das macht mit Digitalisierung sicherlich Sinn, das etwas besser zu können.

Komme ich aber ein bisschen in den Bereich, da weiß ich weniger drüber, außer ein bisschen Theorie. Ein Beispiel aus der Heizung kann ich liefern. Das war noch im Angestelltenmodus. da konnten wir feststellen, dass jemand in einer Modefiliale, großes Geschäft, die Idee hatte, hier ist es gerade zu kühl, wir müssen die Heizung auftreten. Jetzt war in dieser Modefiliale Fernwärme aktiv. Das heißt, Heizungswärme wurde quasi das ganze Jahr über geliefert. Was man über Modefiliale wissen darf, ist, wegen diesen starken Lichtlasten, dass es so warm werden wird, dass quasi das ganze Jahr über klimatisiert wird. Das heißt, die Heizung aufdrehen sorgte nur dafür, dass mehr Warme ins Gebäude gebracht wurde und die ganzen Klimaanlagen mehr gegenkühlen mussten.

Und so kommen wir in den Bereich von 50.000 Euro ungefähr, die also verbraten worden sind über das gesamte Jahr, weil es waren halt schon zwei Grad Unterschiede eingestellt worden waren. Und es ist eine kleine Maßnahme und schon läuft das Gebäude richtig aus dem Ruder mit. Ja, wirklich Energieveränderung. Kühlen gegenüber Heizen. Die richtige Maßnahme wäre gewesen, die Klimaanlage ein wenig runterdrosseln.

Ja gut, aber solche Zusammenhänge sind natürlich, also muss man nicht automatisch wissen.

Der Grund, warum Digitalisierung bei Gas nicht ganz so gut funktioniert, die meisten Gasverbräuche sind. Genau wie bei dir und mir privat, die machen eine Jahresablesung und gut ist. Man sieht nicht genau, was passiert wann. Und wenn der Gasflasgang groß genug ist, dann hat der Stundenwerte und nicht Viertelstundenwerte. Also findet man teilweise in Industrie oder ich hatte mal ein Energieautos bei einem Erdgas-Transportlieferanten, die hatten Erdgasverbräuche in etwas größer in Größenordnung. Also ganz spannend, weil dann werden Anlagen teilweise mit Erdgas betrieben, statt mit Strom, weil es ja schon da ist. Also ein Bereich für interessantes Themengebiet, aber für die meisten Digitalisierungssachen haben wir bei Gas viel zu wenig wirkliche Daten und wenn wir welche haben, auch nicht wirklich den Einfluss, da was tun zu können.

Hypothetisch, vielleicht findet jemand was, das ist jetzt meine Hypothese.

Okay, aber im Prinzip kommt es darauf zurück, die Datenrate muss hoch genug sein, um halt was auslesen zu können. Ich habe jetzt gerade gedacht, bei dem Wasser zum Beispiel, also du hast gesagt, es ist nicht so aussagekräftig. Unterschied wäre vielleicht, wenn man den Druck erheben würde, oder? Wahrscheinlich müsste man dann aber noch einen zweiten Parameter dazunehmen und sagen, ich messe nicht nur den permanenten Druck im System, sondern ich gucke auch noch, wenn es eine Pumpe gibt im Haus. Also ob da ständig nachgepumpt wird, obwohl eigentlich der Verbrauch nicht dazu passt, dann könnte man vielleicht einen Leck identifizieren. Aber ich habe schon das Gefühl, es wird tatsächlich komplizierter, als es bei dem reinen Stromverbrauch ist.

Also es gibt dann ein bisschen meine Energieträger. Ich nehme ein Beispiel, das, glaube ich, ganz gut in den Sinn passt. Das ist die sogenannte Druckluft. Also Luft wird verdichtet mit einem Kompressor und ist als eine der teuersten Energieformen bekannt, weil es muss quasi mühsam hergestellt werden. Dann hat man das sogenannte Druckluftniveau, zum Beispiel 10 Bar. Dementsprechend mit viel Druck kommt es dann aus einer Düse raus oder wo es hin muss in irgendeinem Produktionsprozess. Es kann für ein produzierendes Unternehmen sinnvoll sein, einfach mal für einen Tag ein Bar runterzugehen, für den folgenden Tag ein Bar runterzugehen, für den folgenden Tag ein Bar runterzugehen und wenn dann der erste Mitarbeiter die Hand hebt und sagt, meine Maschine läuft nicht mehr, dann hat man herausgefunden, was man tatsächlich braucht.

einmal in den Schmerz gehen, aber danach weiß man das ungefähr. Oder Geschichte, die ich jetzt ganz kurz klaue, das ist eine Schokoladenherstellungsfirma gewesen, die haben ein riesen Einsparpotenzial entdeckt, weil einfach mal einer dieser Rührer von so einem großen Schokoladenbottich kaputt gegangen war. Und dann haben sie gemerkt, okay, das ist ja immer noch eigentlich relativ lange tauglich. Und dann haben sie nicht ständig gerührt, sondern nur irgendwie alle zwei Stunden mal kurz. Dann wurde durchgemischt, um diese Schokolade nicht irgendwie so verklumpen zu lassen. Also es ist interessant, wie einem teilweise sogar ein Fehler als hinterher Glücksfall dargestellt werden kann.

Ja, spannend. Was ist denn so die größte Herausforderung, an der du jetzt als nächstes arbeitest für dein Unternehmen?

Die größte Herausforderung für mich, da hilfst du mir gerade prima mit dabei, ist die Sitzbarkeit. Also das Idealklientel für uns ist halt nicht das kleine Unternehmen mit einem Standort und da hat man direkt den Entscheider vor Augen, sondern optimal sind für uns eigentlich Geschichten wie beliebig viele Standorte und genug Stromverbräuche da. Also ich gebe eine winzige Geschichte zum Besten. Dänisches Bettenlager, E-Mail hinschicken. Wir können euch eine Million Euro einsparen. beim Anruf mit Schicksiltern die Info-Ad-Adresse. Was ist passiert? Ich habe eine Case-Nummer bekommen. Dann habe ich später nochmal eine E-Mail gekriegt, eine andere Case-Nummer bekommen. War irgendwann mal neugierig und hat täglich E-Mails geschickt und konnte anhand dieser steigenden Case-Nummer rausfinden, dass die pro Tag 25.000 E-Mails bekommen.

Also Reverse-Engineering für, das ist nicht der Weg, um an einen solchen Kunden ranzukommen. Die Frage ist, wie kommt man am besten an diese Entscheider ran, die dann sagen, hier, schau mal auf meine Daten, findest du was, machen wir Bindensituationen, wunderbar. Das ist die größte Hürde gerade.

Kann ich verstehen, aber wer weiß, vielleicht ruft dich ja im Nachgang nach diesem Interview irgendwer an.

Sehr gerne.

Gibt es Quellen, die du empfehlen kannst zum Thema, also sicherlich Energiesparen konkret, aber auch ein Stück darüber hinaus Thema Digitalisierung, Nachhaltigkeit, die wir mit in den Artikel zu diesem Interview schreiben wollen?

Also jetzt gerade für mich, junges Unternehmen und diese paar interessanten Kunden, die ich zum Teil hatte, die zieren sich etwas, wenn es dumm geht, Referenzen zu nennen. Das ist so ein bisschen unglücklich. Nicht ganz verständlich von meiner Seite, aber sei es drum. Also Quellen zum Thema Nachhaltigkeit. Ich könnte den einen oder anderen Tipp oder Trick gewissermaßen jetzt hier liegen lassen. Also man konnte zum Beispiel, es gibt ein Portal, wo man Stromverbräuche von Städten, wenn sie dort ihre Stromverbräuche einlesen lassen, damit sie den besten Strompreis kriegen, konnte ich die Daten mal runterladen. Also eine der größten 80 Städte von Deutschland einmal durchanalysieren können, ohne dass ich jemanden fragen musste.

Ich habe auch noch keinen Kontakt aufgenommen, aber für alle Hausmeister, die in Schulen unterwegs sind, die Lüftungsanlagen laufen doch mit ziemlicher Regelmäßigkeit auch die Sommerferien komplett durch. Theoretisch könnte man die 13 Wochen im Jahr abschalten und dann je nach Größe halt ein paar tausend Euro sparen. Das wäre jetzt ein Tipp für alle Hausmeister, die vielleicht zuhören. Ich weiß nicht ganz genau, in welche Richtung du diese Frage gemeint hast. Also Referenzkunden oder wie kann man theoretisch etwas machen? Weil wir sind hier in einem Bereich, der ist sehr weit weg von Einzelpersonen und was kann ich persönlich machen? Hinzu, wenn jemand unterwegs ist und würde sagen, bei diesem Baumarkt, da brennt nachts das Licht, einmal anrufen und sagen, lieber Geschäftsführer, nachts brennt bei dir das Licht, das fällt mir auf.

Ist denn das so gewollt? Das ist dieses 30.000 Euro-Denkste. Wäre ja spannend, wenn der das plötzlich wüsste und dann wäre was geholfen, ohne dass ich draufschauen muss.

Ja, gibt es noch irgendwas, was du als Schlusswort in die Runde sagen möchtest?

Rein werbetechnisch, her mit den Lastgang-Daten. Ich schaue sie mir gerne an und hoffe, dass wir da Einsparpotenziale sichtbar machen und welche da sind. So würde ich für den Augenblick hier verbleiben. Und vielleicht ausblickstechnisch, ich habe noch das Thema Wasserstoffwirtschaft als ein Herzensanliegen-Hobby bei mir auf dem Schirm. So hatte mich auch die Friederike quasi kennengelernt bei Erdbrunners for Future. Da könnte ich locker auch eine halbe Stunde einfach mitfüllen, wie wir die Energiewende richtig schaffen können. Weil das ist dann wirklich outside the box gedacht, ein Weg gehen, den die Bundesregierung so in dem Sinne der gerade noch gar nicht in Erwägung zieht. Das wäre so Ausblick für gerne ein weiteres Interview, wenn du das machen möchtest.

Ja, das ist spannend. Unbedingt gerne. Ja, perfekt. Dann haben wir doch den Wunschgas. Dann machen wir einfach noch ein zweites Interview. Wunderbar. Ja, ganz vielen Dank für deine Zeit. Ganz vielen Dank für dein Wissen.

So, da bin ich wieder. Schön, dass du noch da bist und bis hierher zuhören mochtest. Die Shownotes mit Links zu Empfehlungen aus dieser Episode findest du auf softwareforfuture.de Aber jetzt will ich es genau wissen. Ist das hier Quatsch oder Qualität? Hinterlasse uns gerne eine Bewertung bei iTunes oder einen Kommentar unter den Shownotes. Wir sind unheimlich gespannt, was du sagst und freuen uns, mit dir in Kontakt zu kommen. Und jetzt wünschen wir dir noch eine schöne weitere Woche. Wir sind der Software for Future Podcast und werden präsentiert und produziert von den Lionizers. Danke fürs Zuhören.

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