
Worum es geht
Finn Plotz, Gründer von Vion Technologie, spricht über die Entwicklung eines globalen IoT-Produkts ohne digitale Vorgaben.
Finn Plotz ist Gründer und Geschäftsführer der Vion Technologie GmbH und der Seurella GmbH. Er wuchs in Glückstadt auf und entwickelte als Jugendlicher ein IoT-Produkt: eine smarte Fernbedienung für Smart-TV und andere Geräte. Die Entwicklung erfolgte über zwei Jahre, parallel zur Schule, mit einem global verteilten Team.
Die Produktentwicklung nutzte internationale Fachkräfte: Framework aus Oslo, Projektmanagement in London, Middleware aus Stuttgart, Firmware in Shenzhen, Applikation in Braunschweig, Cloud-Backend in Berlin. Die Zusammenarbeit funktionierte durch klare Vision, regelmäßige persönliche Kontakte und 24-Stunden-Abstimmung über Kontinente.
Plotz betont, dass Digitalisierung kein separater Bereich ist, sondern Alltag. Der Schlüssel zur Zusammenarbeit ist persönlicher Kontakt, nicht nur digitale Kommunikation. Er vermeidet, Softwareentwickler als Ausführende zu behandeln, sondern integriert sie als gleichberechtigte Teammitglieder.
Er sieht keine großen Probleme in der Digitalisierung, da er sie als natürlichen Zustand erlebt. Seine größte Herausforderung ist die Koordination von Partnern und die Erhaltung der Teamkultur. Er schätzt persönliche Beziehungen und menschliche Interaktion über technische Tools.
Ursprüngliche Shownotes 18.10.2017
Wie gründet und führt man eine Firma, wenn man nie etwas anderes als die digitalisierte Welt von heute kennengelernt hat? Wo geht man als Digital Native neue Wege, weil man die eingetretenen Pfade gar nicht kennt? Die Antworten gibt uns heute Finn Plotz, Gründer und Geschäftsführer von der VION Technologie GmbH und Securella.
Finn Plotz hat in seiner Schulzeit seine erste Firma gegründet, Geld von Investoren eingeworben und ein erfolgreiches Produkt auf die Straße gebracht. Die Hardware kommt aus Shenzhen, das Design aus New York und die Software aus Süddeutschland. Die VION Technologie GmbH ist eine internationale Firma. Ohne die digitalen Werkzeuge von heute wäre dieses Konstrukt gar nicht möglich.
Wie baut man so eine Organisation auf? Wie finde ich die passenden Zulieferer und Partner? Und wie halte ich so eine Firma am Laufen? Auf diese Fragen gibt es ein paar spannende und auch ein paar unerwartete Antworten von Finn. „Jedes Problem ist am Ende ein Kommunikationsproblem“ – der Satz könnte aus jeder beliebigen Zeit in der Vergangenheit kommen. Und mit unseren digitalen Möglichkeiten gibt es auch viele neue Möglichkeiten um Kommunikationsprobleme zu erzeugen.
„Am Ende ist es wichtig, dass sich Menschen gegenüber sitzen“, ist Finns Antwort darauf. Und so könnte man Finns Arbeits- und Lebensweise auch ganz gut zusammenfassen. Für jemanden, der mit Anfang 20 schon so viel geleistet hat, ist das eine wirklich spannende Aussage.
Vor Allem ist diese Aussage deshalb spannend, weil Finn damit ein Erfolgsrezept erkannt hat, dem auch Petra Carlsen aus Episode 4 und Christiane Brandes-Visbeck aus Episode 6 zustimmen würden, die beide mit langjähriger Erfahrung Führungskräfte auf dem Weg in die Digitalisierung coachen.
Kernpunkte aus dem Interview
- Auch in Zeiten der Digitalisierung sind die Menschen und eine gute Kommunikation zwischen ihnen der entscheidende Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.
- Eine international verteilte Firma kann man als zentraler Knotenpunkt leiten und alle Kommunikation über sich als Führungskraft laufen lassen. Aber Finn würde es nächstes Mal anders machen: Er würde die direkte Kommunikation der Beteiligten untereinander fördern.
Links aus dem Interview:
- Finn Plotz
- Vion Technologie GmbH
- Securella GmbH
Transkript
2.987 Wörter
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Wege der Digitalisierung. Wir finden heraus, was Digitalisierung ist. Heute spreche ich mit Finn Plotz. Finn ist Geschäftsführer und Gründer der Vion Technologie GMEH. Finn ist ein besonders spannender Interviewpartner. Erstens, weil er ein sehr netter Kerl ist. Zweitens, weil er extrem jung ist für das, was er alles schon geleistet hat in seinem Alter. Im Prinzip hat er diese ganze Firma aufgebaut, ohne je irgendwas anderes als die völlig digitale Welt kennengelernt zu haben. Von daher bin ich sehr gespannt, was er uns alles erzählen wird, wie er seine Firma aufgebaut hat, was Digitalisierung für ihn ist und was wir alle von ihm lernen können. Auf geht's mit dem Interview. Vielen Dank Fynn für deine Zeit.
So, vor mir sitzt Fynn Plotz, Gründer, Geschäftsführer, noch Geschäftsführer, noch Gründer der Bion Technologie GMEH. Finn ist auch Geschäftsführer der Securella GMEH, über die wir letztes Mal schon was gehört haben und wird uns heute erzählen, wie sein Werdegang aussieht, was Digitalisierung für ihn aussieht. Und das ist besonders spannend, weil Finn der jüngste Gast im Podcast bislang ist und im Prinzip die Zeit vor der Digitalisierung gar nicht so kennengelernt hat. Das heißt, er ist voll in die virtuelle Zeit reingeboren und hat eigentlich genauso losgelegt, wie man da, wo andere Firmen heute hinwollen, hat Finn angefangen. Ja, erzähl, erzähl mal ein paar Worte, wer bist du, was machst du, wo kommst du her?
Ja, moin Nils, erstmal vielen Dank für die Einladung, dass ich heute hier sein kann. Wie gesagt, mein Name ist Finn Plotz, ich komme aus dem beschaulichen Glückstadt an der Elbe, also wirklich aus dem ländlichen Bereich, aus einer typisch deutschen Familie, Vater, Mutter, zwei Kinder, Einfamilienhaus und bin da während meiner Schulzeit, nachdem ich gerade aus dem Auslandsjahr zurückkehrte, in die Rolle des 24-Stunden-Tech-Supports von meinen Eltern geschlüpft, die mit dem ganzen Thema Digitalisierung noch nicht so viel anfangen konnten. Und irgendwann kam die Situation, dass die mit ihrem neuen Fernseher nicht mehr klarkamen, irgendwie 500 Fernbedienungen hatten und dieses ganze Smart-TV und Internetzeug, das war irgendwie nicht so deren.
Und ich als Sohn habe dauernd dieses Gerät wieder neu eingestellt und dachte mir irgendwann mal, Mensch, das muss doch eigentlich einfacher gehen. Es müsste doch eigentlich ein Gerät geben, das mich hier ersetzen kann für diesen Job. Und ich weiß nicht, ob du das Gefühl kennst, wenn du ein Buch liest und kommst zum Ende einer Seite an und merkst, du hast eigentlich doch gar nichts gelesen. Genauso einen Moment war das und ich war in Gedanken, weil dieser Problematik hatte, dann die Idee, was für ein Produkt das lösen kann. Und im Endeffekt bin ich einfach nur reingelaufen, habe die Papierblätter aus dem Drucker gerissen und meine Idee niedergeskritzelt. Und angefangen zu googeln. Also wirklich einfach angefangen zu recherchieren.
Habe Freunde ausgequetscht, die mehr Ahnung von IT hatten als ich. Da habe ich wirklich ein halbes Jahr lang vor mich hin gebastelt. Da habe ich ein paar akute Brandgefahren geschaffen. Mit Raspberry Pis und Arduinos gearbeitet. Embedded Linux aufgespielt. Und dann einfach immer weiter vorgetastet. Und habe dann irgendwann halt, irgendwann kam der Punkt, wo es dann darum ging, das Ganze zu professionalisieren. Habe echt tolle Hilfe, tolle Beratung gefunden. auch durch das örtliche Innovationszentrum, da dann im weiteren Verlauf Investoren gefunden, die die ganze Firma finanziert haben, ist darauf eine GmbH geworden und im Endeffekt die gesamte Produktentwicklung ist dann im kompletten Lean-Startup-Prinzip durchgeführt worden, sprich wirklich mit Fachfirmen, mit Fachleuten, mit Freelancern, die alle super eng mit dieser gemeinsamen Vision gearbeitet haben und das Ganze im Endeffekt im Rahmen von zwei Jahren fertiggestellt und China an die Massenfertigung gegeben haben.
Krass, das ist beeindruckend.
Vielen Dank, es war echt eine krasse Achterbahnfahrt. Ja, und das alles noch zur Schulzeit oder nach der Schule? Ich habe praktisch das erste Jahr komplett parallel zum Abitur gemacht. Es kam immer in der Moment, wo ich zu meinem Direktor kam, mit dem ich ohnehin eine gespaltene Beziehung hatte, durch meine eher ausbaufähige schulische Leistung, aber ein sehr gutes persönliches Verhältnis. und kam in sein Büro und sagte, Mensch Herr Appel, wir müssen mal reden. Es gibt da jetzt diese neue Sache und ich kann nicht mehr so auf die Schule kommen. Aber da der Mann wirklich, wirklich gut war, hat er gesagt, Mensch Finn, dann machen wir mal folgendes. Du kannst ab sofort abhauen, so viel du willst, aber ich will im Zeugnis mindestens 2.0 stehen haben.
Und er wusste, dass das nicht realistisch war. Aber im Endeffekt, einfach aus Prinzip hat er von mir eine 1,94 bekommen.
Ja, cool. Das heißt im Prinzip, du hast ein Produkt entwickelt, das voll in die heutige Zeit passt. IoT-Produkt, eine smarte Fernbedienung mit Produktion in China. Entwicklung auch in China teilweise?
Also die Entwicklung ist ordentlich verteilt. Es ging mir immer darum, den jeweils besten Partner zu finden, egal wo die sind. Das Framework kommt aus Oslo, Projektmanagement ist in London, der DVB-Stack kommt aus Winchester, die Middleware kommt aus Stuttgart, der Media Player kommt aus Athen und auch jeweils die ganzen Teams, die daran gearbeitet haben. Firmware und Betriebssystemen sind in Shenzhen. Unsere gesamte Applikation, der größte Bereich, wurde in Braunschweig geschrieben. Das Cloud-Backend kommt aus Berlin und dann natürlich die physischen Bauteile jeweils auch aufgeteilt. und das halt als Team so zusammenzuführen, dass sich jeder kannte, jeder wirklich direkt ineinander ergriffen, das war meine größte Aufgabe in dem ganzen Konstrukt, um parallel die Investoren glücklich zu halten.
Ja, also ich weiß gar nicht, was man da groß zu sagen soll. Also die Kernfrage ist ja, um die sich alles dreht, was ist Digitalisierung für dich? Ich würde das jetzt vor dem Kontext mal fragen. Wäre dieses Konstrukt, wie du es geschaffen hast, ohne die heutige digitale Welt möglich?
Also ich glaube, es gibt da zwei Ebenen. Erstmal die rein operative, ob man das wieder durchführen kann. Und dann auch einfach die kulturelle, gesellschaftliche, ob es akzeptiert worden wäre. Wenn ich mir vorgestellt hätte, vor 30, 40 Jahren wäre ich da mit meinen 18 Jahren oder 17 Jahren am Anfang in irgendein Vorstandszimmer marschiert. Die hätten gesagt, ich soll mir erstmal einen Rasierer kaufen, zur Schule gehen und meine Hausaufgaben machen. Aber nicht mit mir Business zu machen. und das zweite ist halt der Zugang zu Informationen ich glaube die meisten Leute haben im Endeffekt mehr zusammengearbeitet weil ich vorbereitet war und weil sie merkten okay der Typ ist zwar jung aber er weiß zumindest in dem Bereich worüber er redet und das hätte ich halt eben nicht gewusst wenn ich es nicht hätte googeln können die Stadtbücherei Glückstadt hat nun mal ein beschränktes Repertoire
ja das kann ich für Stade genauso sagen ja okay das heißt im Prinzip Zugang zu Informationen war der Schlüssel.
Der Zugang zu Informationen ist alles entscheidend. Und damit auch die Vernetzung mit Menschen aus allen Bereichen der Erde.
Das passt zu dem, was ich in vergangenen Interviews gehört habe. Letztendlich am Ende geht es immer noch um Menschen. Wir bekommen neue Technologien, wir bekommen neue Arten zusammenzuarbeiten, aber am Ende sind wir immer noch Menschen, die zusammenarbeiten.
Also im Endeffekt, ich habe bei Vian mehr Geld für Flugtickets als für Anwälte ausgegeben. Ich glaube im Endeffekt, das Entscheidende ist, dass sich Menschen auch gegenüber sitzen, zusammenarbeiten und danach die reine Informationsübermittlung, das Operative, das kann komplett digital erfolgen, aber wirklich sich auf eine Vision, auf eine Mission und auch auf eine gemeinsame partnerschaftliche Basis zu setzen, das muss im persönlichen Anschluss erfolgen. Und die besten Deals finden manchmal abends um 11 beim Gin Tonic statt. Das ist einfach so. Ja, auch das kann ich bestätigen. Die Digitalisierung dessen muss hoffentlich ich nicht mehr miterleben.
Der digitale Vollrausch. Ich stelle sonst manchmal die Frage, wie hat sich die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern durch Digitalisierung verändert? An dieser Stelle ist vielleicht spannender zu fragen, wie war eure Zusammenarbeit? Ich meine, du hast über mehrere Kontinente hinweg Leute aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammengebracht. Wie habt ihr euch organisiert? Wie funktioniert das?
Ja, wir haben uns tatsächlich eine 24-Stunden-Firma. Das heißt, rund um die Uhr kommen die E-Mails. Das Ganze beginnt morgens aus Asien, geht weiter in Amerika und tagsüber natürlich hier aus Deutschland. Und es gibt halt verschiedene Software-Tools im operativen Bereich, die auch einfach diese Arbeit erleichtern und ermöglichen. Aber im Endeffekt ist, glaube ich, der Ort gar nicht so entscheidend, wenn wirklich Missionen und Visionen klar sind. Und klare, was wir gemacht haben, wir haben wirklich sehr Purpose-Driven gearbeitet. Das heißt, die Deadlines und die Meilenstände, die ich den Teams gesetzt habe, die ich mit denen gesetzt habe, waren immer mit einem Warum versehen. Das heißt, warum muss das und das bis dahin fertig sein?
Weil wir einen Computerbildtestberein bekommen oder ein Testgeld schicken müssen. Oder weil eine neue Investorenrunde ansteht. Deswegen war jeder immer auf das große Ganze fixiert und wusste genau, welchen Impact die eigene Arbeit daran hat. Und das hat die Leute halt wahnsinnig motiviert und vorangetrieben, eben diese Ziele zu erreichen. und dann in der Datei nun über drei Knotenpunkte geschickt wird, oder in der Deutsch, ist auch egal.
Das stimmt. Letztendlich ist das der Grund, weswegen ich in der Vergangenheit in ein paar Firmen nicht glücklich war, weil dieser Purpose fehlte.
Aber gleichzeitig, wie gesagt, auch was ich da eben, oder den Punkt, den ich eben rüberbringen wollte, es gibt da eine wunderschöne Werbung von British Airways. Und da ist einfach nur die Frage, have you ever shaken phones on a deal? und das trifft es, denke ich, sehr genau die Kombination aus menschlichem Kontakt und digitaler Arbeitsweise beides kann alleine nicht funktionieren
ja, das stimmt würdest du sagen, fällt dir eine Situation ein wo du einen deiner Partner oder deiner Zulieferer irgendwo ein Stück aufgerüttelt hast also hast du mit irgendjemandem zusammengearbeitet für den das neu war Also sind die dadurch irgendwie digitaler, moderner geworden in ihrer Arbeit?
Tatsächlich habe ich sehr stark mit so mittelgroßen, kleinen, vor allem Inhaber geführten Firmen gearbeitet. Das heißt, die waren alle auf Zack und hatten alle Bock drauf. Ich habe auch versucht, mit größeren Konzernen zu arbeiten, aber habe mit allen die Zusammenarbeit abgebrochen im Laufe der Evaluierung. Obwohl die bessere Preise oder coolere Produkte hatten auf dem Papier, hat das nicht funktioniert, weil die einfach diese Geschwindigkeit nicht hinbekommen hätten. Von daher, ich glaube, es ist gerade, wenn man echt so winzig ist wie wir als Startup, da jetzt wirklich eine große Partnerfirma selbst zu transformieren, aber die richtigen Leute zu finden, das denke ich wichtig ist. Wie eine Beziehung.
Man kommt ja nicht mit jemandem zusammen, um ihn oder sie zu ändern, sondern weil man zusammen passt.
Das ist ein guter Vergleich. Thema Software ist Kern eures Produkts letztendlich. Du hast mit Softwareentwicklern zusammengearbeitet, hast aber keinen Softwareentwickler bei dir direkt fest angestellt.
Richtig.
Was ist das Wichtigste, was du erlebt hast, um eine gute Software, die eine gute User Experience bietet, auf die Straße zu bringen, wenn du es eigentlich nur steuern kannst, wenn du nicht selbst der Entwickler bist, der es in der Hand hat? Also mit der Software hatte ich echt viele Probleme.
Das ist auch wirklich einige Stiefel gegangen. Ich habe verschiedene Sachen probiert, auch externe Projektmanager reinzuholen. Das ist alles nicht das Wahre gewesen. Im Endeffekt, das Einzige, was ich wirklich immer wieder direkt so machen würde, das glaube ich, was ich eben sagte, die Softwareentwickler mit einzubinden, auf kompletter Augenhöhe nicht irgendwie als Abarbeitungsmaschinen zu betrachten, sondern wirklich zu sagen, Mensch, wir machen das aus diesem Grund, das soll damit erreicht werden, das sind die kommerziellen Implikationen, ihr seid echt hier die frontspitzierte Teil des Teams, wir machen das gemeinsam und das nicht immer etwas, was abgeladen wird und wo Koffein in Code transformiert werden soll.
Ja, also fühle ich mich als Softwareentwickler sehr abgeholt, aber okay, letztendlich muss man ja sagen, in dem Moment, wo Software Kern der ganzen Veranstaltung ist, kann es anders eigentlich auch nicht gehen. Absolut. Eine Frage, die ich sonst manchmal stelle, ist das Geschäft komplizierter geworden durch Software? Ist ein bisschen schwer zu beantworten, weil es würde das Geschäft nicht geben ohne Software. Richtig. Gibt es Fehler, die du beim nächsten Mal so vermeiden würdest, konkret bezogen auf Softwareentwicklung?
Oh Gott, ja. Okay, nicht los. Also ich habe wahnsinnig viele Fehler gemacht und ich bin auf meine Fehler stolz auf die Sachen, die ich richtig gemacht habe. weil im Endeffekt Fehler zu machen, richtig auf die Fresse zu kriegen, aber wieder aufzustehen, weiterzumachen, das ist das Entscheidende, was man tun kann. Ich meine, wenn wir jetzt nach konkreten Lektionen suchen, die Frage, wo man anfängt oder was wirklich der Kern ist, sind auch viele kleine Dinge. Ich würde von vornherein, gerade bei mehreren Partnerfirmen und Zulieferern, alle an einen Tisch holen und nicht nur als zentraler Knotenpunkt das Ganze managen, weil dann eben nicht dieser Fall auftreten kann, dass sich jeder untereinander blamelt.
Sondern wirklich da weniger als Knotenpunkt und mehr als wie föderale Regierungen arbeiten. Okay, das ist im Prinzip ein Projektmanagement-Menschenthema. Richtig. Ich glaube daran, dass jedes Problem ein Kommunikationsproblem ist. egal welches. Verpackte Software, zu wenig Code, alles Kommunikationsprobleme.
Was war es dran? Okay. Ich würde sagen, ich komme mal zu den Abschlussfragen. Das sind so die drei, die ich immer in der Form stelle am Ende. Das eine ist, können wir jetzt auf Securella beziehen, vielleicht auf wir, sollst du entscheiden, was ist das größte Problem im Rahmen der Digitalisierung, das du als nächstes angehen wirst?
Also grundsätzlich betrachte ich das erstmal nicht als Problem, sondern als Herausforderung. Okay, das ist auch das bessere Wort. Ich denke, dass wir hier einen absolut positiven, wenn auch wirklich umwerfenden und dadurch auch herausfordernden Prozess haben, der in der Geschichte eigentlich mit der Industrialisierung oder der Urbanisierung zu vergleichen ist. und im Endeffekt, da wir und auch Sekurella wirklich Kinder der Digitalisierung sind und nie in etwas anderem gearbeitet haben, auch ich habe in meinem Leben nie etwas anderes erlebt, ist es schwierig, davon konkreten Herausforderungen der Digitalisierung zu sprechen, weil es einfach der normale Fluss ist, in dem wir uns bewegen. Die Herausforderungen, vor denen ich stehe, sind halt dann tatsächlich eher aus dem wirklichen Geschäft heraus und nicht auf die makroökonomischen Rahmenbedingungen bezogen.
Also ich meine, klar, im A und dem könnte man vielleicht sagen, wir müssen jetzt gucken, dass wir unsere Sozialversicherungssysteme digitalisieren, weil das nicht mehr manuell geht oder dass wir das mit Dataf nicht entkriegen oder keine Ahnung, wir müssen jetzt mal ein digitales Cloud-Projekt schon einführen, also solche Sachen. Aber im Start-up hat man das halt. Da fängt man direkt damit an, da muss man nichts überführen. und wenn es noch nie etwas anderes gab, was überführt werden muss, wird auch nichts umgeworfen.
Ja, okay. Für viele, mit denen ich gesprochen habe, wäre das Luxus. Ja, cool. Der Luxus, nichts zu haben. Der Luxus des kleinen Mannes. Was ist deine hilfreichste Quelle zum Thema Digitalisierung? Wie hältst du dich auf dem Laufenden? Wo bildest du dich weiter?
Digitalisierung ist nicht, dass irgendwas separat passiert, worüber man sich informieren muss. Digitalisierung ist überall. Egal, wo wir hinblicken, hier vor mir steht ein Drucker, der ist digital. In unseren Taschen, in das Mord, die digital sind. Jeder Aspekt meines Lebens wird digitalisiert oder ist digitalisiert. Von daher ist es gar nichts Bestimmtes, es mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Interesse daran zu haben, sich mit Menschen auszutauschen und nach vorne zu blicken. Natürlich geht man halt auch auf Konferenzen, auf Events, tauscht sich aus, guckt sich den neuesten geilen Scheiß an. Aber das ist einfach, wie das Leben jetzt ist. Digitalisierung ist nicht, was ich mir im Kalender von 10 bis 18 Uhr eintrage und dann mal eben mache.
Ja, das ist eine gute Herangehensweise. Das sollten sich vielleicht ein paar Leute noch so verinnerlichen. Cool, guter Blickwinkel. Letzte Frage, wenn du dir jemanden wünschen darfst, den ich noch vor das Mikrofon zerren werde, wer wäre das?
Einer der beeindruckendsten und wichtigsten Menschen, die ich habe kennenlernen dürfen, das ist Marc Miller. Marc selbst hat eine M&A-Agentur gegründet, beschäftigt sich selbst sehr stark mit dem Thema der Digitalisierung des M&A-Bereiches, der extrem persönlichkeitsgedriven ist. Und gleichzeitig sieht er jeden Tag so unfassbar viele verschiedene Firmen, Gründer, Modelle und Prinzipien, dass er einen wunderbaren Gesamtblick auf das Thema haben werden wird.
Das ist spannend. Okay, dann werde ich mal gucken, ob ich da einen Termin finde. Sehr cool. Ja, vielen Dank für das Gespräch. Ich habe viel gelernt. Ich danke dir. Okay.
Das war unser neuntes Interview mit Finn Plotz von der Vion Technologie GmbH. Finn, vielen Dank für deine Zeit und vielen Dank für dein Wissen. Alle Quellen, auf die wir verwiesen haben und alle Personen und alle Links, dokumentiere ich in den Shownotes. Das Ganze findet ihr unter www.wegederdigitalisierung.de. Das hier ist das neunte Interview mit Finn Plotz von der Vion Technologie GmbH. Ich habe wieder viel gelernt, obwohl ich mit Finn nun schon eine Weile zusammenarbeite. lernt immer in so einem Interview ganz viel Neues, habe ich gelernt. Ich finde es total spannend, dass Finn als Kind der digitalen Welt so sehr Kommunikation und vor allen Dingen persönliche Kommunikation hochhält. Das, finde ich, sagt viel aus darüber, was mit unserer digitalen Transformation alles möglich ist und wo wir Menschen am Ende doch einfach Menschen bleiben. Ja, auf geht's mit dem nächsten Interview in zwei Wochen. Vorher noch mal wieder der Hinweis, wir sind neu auf iTunes. Ich würde mich super über ein positives Rating bei iTunes freuen. Wir können immer noch in diese Hotendnew-Kategorie reinkommen, wenn viel auf unserem Profil passiert.
Es wäre super hilfreich für uns. Generell, jedes Feedback wäre super hilfreich für uns, wenn ihr uns sagt, wen wir gerne interviewen sollen, ob wir andere Fragen stellen sollen und so weiter. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Musik