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E00804.10.201747 Min

Wie verändert die Digitalisierung die Führung von Unternehmen?

Im Gespräch: Wolfgang von Geramb

Titelbild zu E008: Wie verändert die Digitalisierung die Führung von Unternehmen? – Wolfgang von Geramb

Worum es geht

Wolfgang von Geramb spricht über die Veränderung der Unternehmensführung durch Digitalisierung.

Wolfgang von Geramb ist Geschäftsführer von Securella, einer internationalen Firma mit Teams in Hamburg, Marokko und den USA. Er war zuvor Geschäftsführer einer Designagentur, die sich über 13 Jahre von einer klassischen Agentur zu einem strategischen Partner für internationale Kunden entwickelte.

Die Episode behandelt, wie Digitalisierung die Führung und Organisation von Unternehmen verändert hat. Von Geramb beschreibt, wie er mit Securella eine Firma gründete, die ohne digitale Kommunikations- und Kooperationsmittel nicht existieren könnte. Die Zusammenarbeit erfolgt über Tools wie Skype, Google Docs und Online-Checklisten.

Ein zentrales Thema ist der Wechsel von Zeitmanagement zu Rhythmusmanagement. Wöchentliche Meetings, strategische Planung und die klare Aufteilung von Aufgaben in Wochen, Monate und Quartale schaffen Stabilität. Trotzdem bleibt der persönliche Austausch im Büro wichtig, da digitale Kommunikation emotionale und soziale Aspekte verliert.

Die Firma entwickelt eine Plattform, die Menschen mit Sicherheitsdiensten verbindet. Das Geschäftsmodell erfordert eine tiefgehende Validierung der Bedürfnisse beider Seiten. Dazu nutzt das Team das Konzept des „Disciplined Entrepreneur“ und arbeitet mit einem systematischen Ansatz, um Annahmen zu testen.

Ursprüngliche Shownotes 04.10.2017

Was hat sich in den letzten 15 Jahren beim Gründen und bei der Führung von Firmen verändert? Wie kann man heute vorgehen, wenn man noch einmal ganz von vorn anfängt? Ist die Digitalisierung dabei Fluch oder Segen? Die Antworten gibt uns heute Wolfgang von Geramb, Mitgründer von Securella. 

Wolfgang von Geramb ist heute Mitgründer und Geschäftsführer von Securella, einer Firma die smarte Sicherheitslösungen für den europäischen und den afrikanischen Markt entwickelt. Securella ist eine Firma des digitalen Zeitalters, denn das Gründungsteam arbeitet über die Kontinente verteilt und einige der Mitgründer haben nie etwas anderes als das digitale Zeitalter kennengelernt (z.B. Finn Plotz aus Episode 10).

Vor Securella war Wolfgang über 10 Jahre Geschäftsführer einer Design- und Digitalagentur, die am Ende ein internationales Team und internationale Kunden beschäftigt hat. In seiner Agentur hat Wolfgang den Weg in die Digitalisierung als Gründer und Geschäftsführer erlebt und erfolgreich gestaltet.

Wolfgang teilt hier ein paar wirklich spannende Erkenntnisse, sowie wertvolle Tips, wie man heute ein Team über Zeitzonen und Kontinente hinweg führen kann.

Kernpunkte aus dem Interview

  • Wolfgang gibt einen Überblick über die Entwicklung seiner Agentur. Wie sich der Fokus des Unternehmens durch die Digitalisierung immer weiter verändert hat. Erst ging es hauptsächlich um Webseiten, dann um Social Media.
  • Weil er seine Vorurteile gegenüber dem Entwicklungsstand von Afrika überwinden will, nimmt Wolfgang an einer Coaching-Tour teil und findet das Geschäftsmodell von Securella zunächst durch die schlechte Sicherheitslage in Marokko.
  • Der Kontakt nach Marokko ist schwer aufrecht zu halten, weil immer wieder digitale Kanäle gesperrt werden. Aber irgendeine Möglichkeit gab es immer.
  • Digitalisierung bedeutet für Wolfgang: Alles, was einfach und planbar und wiederholbar umgesetzt werden kann, wird digitalisiert. Deshalb muss der Mensch sich neue Arbeit schaffen und Kreativität wird viel wichtiger.
  • Heute unterstützt der Computer uns, in der Zukunft unterstützen wir den Computer.
  • Trotz Digitalisierung ist das reale Treffen wichtig. Über die digitalen Kanäle geht beim Austausch viel verloren. Oft ist es das Menschliche. Deswegen beginnt er die wöchentlichen Meetings mit der Frage: „Was war das Beste letzte Woche?“
  • In vielen Projekten kann man auch heute noch nicht iterativ vorgehen. Kunden wollen oft Festpreise. Aber in der Unternehmensentwicklung hilft es, sich auf einen Meeting-Rhythmus zu einigen und auch für die Arbeit an der Firma Aufgaben festzulegen. Arbeit an der Firma und Arbeit in der Firma – beides ist wichtig.

Links aus dem Interview

Buchtipps

  • Die Plattform-Revolution im E-Commerce: Von Airbnb, Uber, PayPal und Co. lernen: Wie neue Plattform-Geschäftsmodelle die Wirtschaft verändern
    Sangeet Paul Choudary, Marshall W. Alstyne, Geoffrey Parker
  • Startup mit System: In 24 Schritten zum erfolgreichen Entrepreneur
    Bill Aulet

Podcasts

Transkript

6.605 Wörter

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Wege der Digitalisierung. Wir finden heraus, was Digitalisierung alles bedeuten kann. Heute in unserem achten Interview spreche ich mit Wolfgang von Geramp. Wolfgang ist ein Freund von mir, wir kennen dich schon eine ganze Weile, wir haben schon Firmen zusammen gegründet. Unter anderem geht es heute um eine Firma, an der wir auch beide beteiligt sind. Wolfgang hat aber eine sehr spannende Historie, war lange Geschäftsführer einer erfolgreichen Die Designagentur ist heute Geschäftsführer von der Firma, über die wir heute auch viel lernen werden und hat über diese Designagentur genau diese Phase der Digitalisierung mitgemacht, die in den letzten 15 Jahren irgendwo ganz spannend war. Und da wird er uns ganz viel erzählen, was das aus Geschäftsführersicht für ihn bedeutet hat, wie er seine Agentur anpassen musste, um dabei bleiben zu können.

Vor allen Dingen wird er uns erzählen, wie es war, vor 15 Jahren eine Firma zu gründen und erfolgreich zu machen und aufzubauen und wie es heute ist. Unsere neue gemeinsame Firma Securella ist nun gerade ein paar Monate alt und wir haben ein Team, das über Kontinente hin verstreut ist. Wir haben Zulieferer, die über Kontinente weg verstreut sind und im Prinzip ist das eine Firma, die es ohne Digitalisierung nicht geben könnte. Trotzdem bin ich sehr gespannt, was heute aus seiner Sicht anders ist als vor 15 Jahren. Vielen Dank Wolfgang für deine Zeit und auf geht's mit unserem Interview. Herzlich Willkommen zur neuen Episode von Wege der Digitalisierung. Ich sitze hier mit Wolfgang von Geram.

Wir sind gemeinsam Gründer von Securella, haben auch in der Vergangenheit schon zusammen an Projekten gearbeitet. Und Wolfgang hat eine ganz spannende Geschichte als Unternehmer, als Entrepreneur und wird uns jetzt kurz erzählen, was er so getan hat, warum er heute hier ist, was er heute tut.

Alles klar, vielen Dank. Ja, kurz zu meiner Person, Wolfgang von Geram, gebürtiger Römer mit österreichischem Pass. Man lebt schon immer in Deutschland, vor allen Dingen hier in Hamburg. Ich habe seit 2013 als Unternehmer tätig, habe mir ein Unternehmen gegründet, eines davon verkauft und bin jetzt gerade in der Neugründung, oder ich glaube vor vier Monaten ein neues Unternehmen gegründet, das Securella, das ist dann mit mir jetzt. Meine Rolle heute ist als Geschäftsführer bei der Securella, kümmere ich mich um das ganze Thema Aufbau der Organisation, wie funktioniert das Team, wie ist das Zusammenspiel, wie können wir die Organisation lokal in Deutschland aufsetzen, um dann später nach Marokko und Südafrika weiter zu expandieren.

Und wie funktioniert das eigentlich, wenn das gesamte Team zum Teil in Hamburg sitzt, zum Teil in Marokko, in den USA und in Hamburg? Das ist der größte Schritt. Das ist der größte Schritt. Genau, was habe ich früher gemacht? Ich bin eigentlich gelernter Designer. Ich habe Grafikstudierter studiert, habe dann erst Plattenkammer gemacht, dann klassische Werbung. Dann bin ich ins Digitale gesprungen, war dort in den USA, habe den.com-Boo mitgenommen und war gesagt, digital ist mein Ding. Und dann habe ich mich 2003 selbstständig gemacht mit den Robbenleisern, digitales Designstudio. Und das hat sich stark verändert. 2003 wollten Leute alle Webseiten, Flash-Webseiten, war echt cool. Und keiner wusste so richtig was mit, warum brauchen wir die Webseite.

Das war alles noch nicht in das ganze Marketing-Thema, noch nicht richtig eingebunden. Also über die 13 Jahre, die Robinizer gemacht hat, hat sich das stark verändert. Robinizers waren vom Designstudio, waren wir am Ende strategischer Partner für internationale Unternehmen wie Beiersdorf, Faber-Castell, D-Dom und sich gefragt haben, wie können wir digital mit unseren Kunden reden, wie kann die Customer Service Experience dort verbessert werden, wie erlebt ein Kunde uns eigentlich, wenn er gar nicht mehr eigentlich in Filialen geht, sondern nur noch unsere Webseiten sieht oder mit unseren Calls hinterspricht und wie ist das gesamte Erlebnis ganzheitlich. Und das war eine spannende Zeit. Und man hat auch gemerkt, die Kunden haben sich radikal verändert.

Also von Überforderung war ständiges Lernen gesagt. Das heißt, am Anfang waren sie überfordert mit einer Website, dann war man ein toller Partner für eine Website. Dann konnten die das, dann war das einfach, dann war das Thema Online-Marketing. Google und sowas, das ist ganz schwierig. Aber dann haben sie das auch verstanden. Da kam Social Media. Es wurde immer komplexer und die Ansprüche an die Agenturen wurde auch immer höher. Man musste immer vor der Zeit sein totaler Spezialist. Und dadurch haben wir es immer geschafft, noch einen Mehrwert für den Kunden zu haben. Gleichzeitig war die Schneise, wo wir für den Kunden wichtig waren, immer nur ein kleiner Punkt. Wenn der Rest konnte, dann konnte man sagen, da können wir auch jemand anderes für ins Boot holen.

Ein spannendes, aber auch anstrengendes Geschäftsmodell, was darauf setzt, immer die besten Skills im Team zu haben und das im Wettbewerb ist herausfordernd.

Genau. Ja, gut, das kann ich mir vorstellen. Das heißt, im Prinzip ist ja auch der Anspruch an die Mitarbeiter gewesen, dass die auch immer auf dem Living Edge sind.

Genau, wir hatten auch ein internationales Team. Also die ganze Agentur habe ich nach vier, fünf Jahren auf Englisch geswitcht, weil ich nicht mehr genug Kreative in Hamburg bekommen habe oder wir als kleiner Laden gegen den Wettbewerb in Hamburg keine Chance hatten oder keinen Preis nicht mithalten konnten preislich. Und dann habe ich das geöffnet. Und das hat das ganze Studio und die Agentur stark verändert. Also am Ende haben Leute aus Brasilien, aus Spanien, aus Finnland, überall her. Ein, zwei Drittel kamen aus Deutschland. Das war aber sehr lustig, besonders wenn die Deutsch gelernt haben. Ich habe immer viele witzige Wörter. Ja, ich erinnere mich noch an die ersten Diskussion.

Genau. Ja, cool. Dann werden wir uns jetzt auf Securella konzentrieren, weil das im Prinzip eine Gründung von heute ist und vielleicht alleine der Gründungsprozess sich ja schon gewandelt hat im Vergleich zu vor Jahrzehnten. Aber wir können ja immer mal die Erfahrungen der letzten 15, 20 Jahre einfach einfließen lassen. Wenn du sagst, das ist was, was heute ganz anders ist, was du damals anders erlebt hast.

Also die Geschichte von Securella beginnt 2015. 2013 war ich in Afrika und habe gehört, da war ich auf der Reise dort und habe ich einfach gemerkt, dass die Vorstellung von Vatel von Afrika überhaupt nicht dem entsprach, wie das wirklich ist. Ich hatte Bilder von Armut, von Menschen, die Brunnen bauen und sowas im Kopf. Und als ich dort war, war das moderne Städte, Megapotenziale, mobil, viel schneller verbreitet als bei uns, stärkere Wertschöpfswachstum. Und dann habe ich gesagt, auf Aufgrund, bist du dein Klischee sozusagen, naja, sozusagen ein Opfer des Klischees oder der Pressebilder, dass es eigentlich sinnvoll wäre, wie kann Afrika dann zu unterstützen, sich in der Selbstständigkeit. Ich hatte von einem Projekt gehört, das hieß Ampian Venture Bus, der Startup Bus Afrika.

Das ist eine Organisation, die vier Busse durch Afrika schickt, lokale Leute einlädt, die dürfen sich bewerben, um mit Mentoren aus aller Welt in Startups zu gründen. Es gab 35 Plätze, davon gab es ungefähr 100 bis 200 Bewerbungen auf diese Plätze. Das heißt, wir waren sehr begehrt und dort habe ich mich damals auch beworben. Und im ersten Jahr habe ich nichts gehört, im zweiten Jahr wieder beworben, als Mentor wieder nichts gehört, im dritten Jahr wieder beworben, nichts gehört und habe gesagt, jetzt reicht mir das. Jetzt habe ich mal geguckt, wer gründet diesen scheiß Bus. Und dann habe ich den Fabian Gould rausgefunden, den Gründer, habe den zugespampt und bis er kapituliert hat, mir seine Nummer gegeben hat und einen Termin.

Dann haben wir halbwegs telefoniert und dann gesagt, ja Wolfgang, das passt, du bist auf dem nächsten Bus. Und das Gespräch war so Mitte 2015, Ende 2015 ging die Fahrt los. Ich wählte Nordafrika, Marokko war ich noch nie vorher, Südafrika war Landwirtschaft, das hat mich nicht so interessiert, West- und Ostafrika waren mir zu heiß. Also das ging nur durch die Krisengebiete oder teilweise und das war mein Zierrisiko. Ich habe gedacht, ich fange mal einfach an. Und also war ich einer von vier Mentoren, die diesen Bus mitgemacht haben als Mentor. Wir haben die Leute kennengelernt, die waren alle top ausgebildet, alle perfektes Englisch, super motivierte junge Startup-Gründer, gemischt Männer, Frauen, ähnliche Anzahl.

Ein Designer, ich würde ganz, ganz viele Ingenieure, ein paar, die BWL oder Marketing studiert hatten. Ganz wenige hatten schon Ideen. Die meisten haben gesagt, wir wollen was gründen. Wir haben die begleitet, quasi über eine Woche, über Design Thinking Prozesse, was sind eigentlich die Probleme hier im Land, daraus Lösungen zu entwickeln, die zu testen, immer Feedback mit den Leuten einzuholen und dann am Ende zu pitchen vor Investoren. Und das Ganze läuft in einem Bus, man fährt die ganze Zeit durchs Land, lernt Bürgermeister von kleinen Dörfern kennen, dann fährt man in Forschungseinrichtungen und setzt sich mit Green Tech Forschern auseinander, dann fährt man in Coworking Space nach Casablanca, dann tanzt man in Marrakesch.

Also es ist eine sehr bunte Reise, wird sehr, sehr viel gearbeitet, aber die Energie ist ganz toll. Und auf dieser Reise habe ich Samia kennengelernt. Und Samir war nicht mein Team, der hat die Teams aufgeteilt. Am Ende habe ich es mir geklaut. Am Ende war es mein Team, die zusammen gesagt hatte, ich war laufen in Marokko, in Rabat, in der Hauptstadt. Und während meines tiefigen Trainings wurde ich überfallen. Plötzlich stand der Mann hinter mir und begrabschte mich von hinten. Und sie war so unter einer Adrenalinschock, dass sie sich umgedreht an den Typen so getreten hat, an die richtige Stelle, was ihr die letzten wichtigen 5 Sekunden gegeben hat, dass sie weglaufen konnte, bevor was Schlimmeres passiert ist.

Sie lief um die Ecke und hoffte, da sei jemand, da war aber niemand. Und in der nächsten Ecke auch niemand. Und sie hat so geheult, aber sie ist war zum Glück gut trainiert und sie ist gerannt, gerannt, gerannt. Der Typ hat sie verfolgt, hat sie nicht bekommen und sie ist zu Hause heil angekommen. Und in diesem Schock erzählt sie alles ihren Eltern und ihre Eltern sagen, gut, dass nichts passiert ist, du darfst nie wieder laufen gehen. Und da wurde aus Panik, Angst, war Wut. Sie wurde eingeschränkt in ihr Freiheit. Sie ist Läuferin. Und heute darf sie laufen gehen am Strand von Marokko mit dem Handy in der Hand. Die Eltern holen sie die gesamte Zeit auf WhatsApp an. Und die ist total gefrustet.

Und mit diesem Erlebnis kam sie auf den Bus und wollte sagen, was können wir tun, damit ich meine Freiheit ausleben kann. Damit ich meine Potenziale ausnehmen kann, haben wir rausgefunden auf der Reise, ganz viele Leute in Marokko, ein Problem zur Uni zu gehen, weil Angst ist von den Familien, dass dem Medien was gleich passiert. Und damals hatten wir die Idee, wir könnten so eine Art One-Button-Alarm machen. Ein Armband, wo ich draufklicke und dann kommt die Hilfe. In Deutschland wäre es jetzt wahrscheinlich die Polizei. In Marokko gibt es auch Polizei und die ist auch sehr tatenkräftig. aber der ist so viel los, das heißt, die kommen nur bei Blut. Also wenn du anrufst und sagst, ich brauche Hilfe, ist nur die Frage, ist there blood?

Und if there is no blood, there is no help. Und an dieser Stelle haben wir gemerkt, das ist nicht die Antwort. Und das war der Auftakt aber trotzdem von Zyklerella, dass wir gesagt haben, das ist ein tolles Thema. Wir müssen eine Hilfe finden, wie wir mit einem Klick Hilfe rufen und wer kann das sein? Und damals kamen wir auf die Community, das sehr viel Hilfe untereinander, Taxifahrer, kleine Läden und die Bevölkerung, die sich gegenseitig unterstützt und im Notfall geschlossen sozusagen den Menschen zur Hilfe tritt. Ja, das war 2015 und wir haben die ganze Zeit, und da fängt das Thema Digitalisierung schon an, Samir war in Marokko und ich habe mich losgelassen und habe sie immer weiter gementort.

Und jedes Wochenende über, am Anfang war es WhatsApp, dann wurde WhatsApp gesperrt vom König. Der König ist sehr liberal, aber der ist der Besitzer der Telefongesellschaft. Und die haben so viel Geld verloren über WhatsApp-Calls, also wurde der WhatsApp-Call geschnitten. Dann sind wir auf Facebook gegangen, dann war Facebook tot, dann hatten wir noch Google Hangout, Skype war eh schon tot. Und die Kommunikation wurde immer schwieriger. Also das war unsere einzige Verbindung, mit der wir eigentlich das alles aufrecht gehalten haben. Wir hatten E-Mails, aber für so einen richtigen Austausch ist Skype unerlässlich. Und direkt telefonieren ist mega teuer, das ist wirklich so 2 Euro die Minute. Also da sagt man auch, das ist ein Blocker in der Entwicklung.

Es gab dann irgendeinen Gipfel, ich weiß nicht, G8 oder sowas, der da in Marokko war. Und da wollte das Land sich zum Glück sehr offen zeigen, weil sich alle Diplomaten beschwert haben. Sag mal, hier kann man ja noch nicht mal WhatsApp machen. Und seitdem ist es geöffnet. Aber das ist erst seit einem Jahr. Vorher war es wirklich schwierig. Genau, und jetzt im letzten Jahr, das gab es hier passiert. Wir konnten also wieder telefonieren und sprechen. Und irgendwann gab es die Entscheidung, wollen wir das Thema eigentlich wirklich machen und nicht. Und am Ende ist eine Entscheidung eine Entscheidung. Man kann viel rumpalabern, aber naja, auf jeden Fall habe ich mich entschieden, dass es etwas Wichtiges ist.

Bei allen Ideen, die ich hatte für meine neue Firma, war das das Einzige, was ich bereuen würde, wenn ich es nicht tue. Und das hat mir bei der Entscheidung geholfen, mich 100% auf Sekurella einzulassen. und im nächsten Schritt ging es okay, Sam und ich waren die einzigen wie könnten wir das machen, Sam war bereit nach Deutschland zu ziehen, zu starten für den Start, aber Technik ist ein großer Punkt und dann habe ich meinen Freund Nils angerufen der gerade auch mit Lionizers sich selbstständig gemacht hat und das fasste sehr gut der war inhaltlich begeistert und ja, dann haben wir Finn gefunden unseren Partner, der sich sehr gut mit der Produktion von Hardware auskannte, dann mit deinem Partner Karl, der als CFO sehr aktiv war.

Und zack, innerhalb von drei Monaten hatten wir ein komplettes Team. Dann hatten wir Zugang zu Investoren, die auch zugesagt haben. Und so sitzen wir heute hier, zwei Monate nach der Gründung, und haben schon sehr, sehr viel geschafft.

Ja, das kann man sagen. Ich bin über meinen Schatten gesprungen, und nachdem ich die letzten 20 Jahre bis nach Dänemark geschafft habe, war ich in Hongkong, um die Produktion da mit in Dänemark zu leiten. das geht tatsächlich rasant von Stamm. Ja, dann würde ich sagen, haben wir den Rahmen aufgespannt. Wolfgang hat ganz viel Erfahrung über Robinizer, über Design und wie sich Digitalisierung in dem Bereich gewandelt hat. Wir sind jetzt heute dabei, eine im Prinzip von Tag 1 internationale Firma zu gründen, aufzubauen. Wir lassen in China fertigen. Wir haben Designer, die in New York sitzen. Wir haben ein Team, das irgendwo zumindest über Europa und Afrika verteilt ist. Vor dem Kontext, die Frage, die ich immer stelle als Eingang, was ist Digitalisierung für dich und was bedeutet Digitalisierung auch für Securella?

Gäbe es Securella ohne Digitalisierung überhaupt? Was ist Digitalisierung für mich?

Digitalisierung für mich ist alles, was einfach und planbar und wiederholbar umgesetzt werden kann, wird digitalisiert. Alles, was ich repetitiv machen kann, wo ich sagen kann, ich weiß, dass der Ablauf vorhersehbar ist. Also das ideale Projekt, das Projektmechanismus, das wird alles digitalisiert und nimmt dem Menschen sehr viel Arbeit ab. Aber es bleibt, das heißt für den Menschen, er muss sich neue Arbeit schaffen. Das heißt, Kreativität wird viel wichtiger, nicht im Sinne von Design, sondern im Sinne von Problemlösung. Also zwei Rechner, die nicht mehr die Lösung sehen. Da muss der Mensch rein. Und also meine Lieblingsgeschichte zur Digitalisierung war, als ich bei Google bei so einem Innovation Day war.

Und da war ein Startup, die haben ein Chatbot entwickelt. Und der Chatbot sollte für einen Telekommunikationsanbieter den ersten Prozess machen beim Customer Service. Und das hieß dann so, okay, hallo, ich bin Elisa, ich bin dein Chatbot. Und gib mir deine Vertragsnummer und wir lassen zusammen schauen, wie wir dein Problem richtig gut lösen. Und sollten wir ein Problem haben, werde ich dich an meinen jungen Fallback weiterleiten. Und das war der Tag, wo mir Digitalisierung, zumindest auch die Veränderung unserer Welt, klar wurde. Heute unterstützt der Computer uns, in der Zukunft unterstützen wir den Computer. Wir nehmen ihn in den Arm, wenn er überfordert ist. Das ist eine schöne Mittag. und ja, also so werden alle Schritte versucht vereinfacht zu werden und wir merken auch hier ich glaube, Sequoella wäre ohne Digitalisierung überhaupt nicht möglich auf allen möglichen Ebenen das eine, wir können als Team nicht so zusammenarbeiten das Team ist von der Alltagsstruktur sehr heterogen wir sind von 22 bis 47 das heißt die Millennials treffen auf die Generation X Und was wir alle gemeinsam haben, ist der Anspruch, etwas Wertvolles zu schaffen.

Also den Einsatz für etwas, was wir sagen, das ist mehr größer als wir selbst. Und das in Veränderung wirklich herbeiführen wollen. Und wir glauben, dass wenn wir die Menschen von ihrer Angst befreien, können sie das tun, was sie wollen. Und das ist ein guter Grund aufzustehen. Und ich glaube, das ist das, wo wir uns treffen. Und ansonsten haben wir alle sehr unterschiedliche Backgrounde und auch Ansprüche an Arbeit. Und ein Thema war, wo treffen wir uns? Und der gemeinsame Nenner war erstmal nicht der Ort, sondern wir treffen uns Montag 14 Uhr zu einem Skype-Call, wo wir unsere wöchentlichen Tasks in einem Online-Checkliste überprüfen. Was war letzte Woche? Jeder erzählt, was er geschafft hat.

Ich habe es nicht geschafft, dann gibt es das rote Flag. Failed. Ich habe es geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Hier gibt es geschafft. Und danach werden die Themen für die nächste Woche eingespielt. Es ist sehr taskorientiert. Und das ist eine Sache, die für mich eine starke Umstellung war. Wir waren vorher in meiner Agentur, waren bei der Zeit basiert. Wir haben 40 Stunden und auch manchmal mehr in der Agentur gesessen und haben geschafft, was wir geschafft haben. Heute ist es so, es werden Sachen für die Woche geplant und man macht es, wann man will. Und das Wichtige ist die Verlässlichkeit. Schaffe ich diesen Task diese Woche oder nicht? Weil ein Failed schwirft alle zurück, weil wir brauchen das.

Wir haben auch gesagt, das ist wichtig diese Woche. Und dadurch schaffen wir, heute geht es sich um Zeit, es geht um Rhythmus. Und Rhythmus hält die Firma zusammen. Und diese wöchentlichen Meetings sind unser Rhythmus. Dazu haben wir Monatsstrategie-Meetings und Quartalsstrategie-Meetings. Wo wir die großen Rocks, wie wir es nennen, immer planen, was ist der große Rock für das nächste Quartal. Was sind die Themen, die uns wichtig sind, die drehen wir auf Monatsthemen runter. Und dann sprinten wir die in Wochen ab. Und durch diesen Rhythmus, muss ich wirklich sagen, haben wir in dieser sehr kurzen Zeit von zwei Monaten so viel geschafft. Und da kämpft mein inneres Bild der Zeit gegen das neue Bild des Rhythmuses.

Und ich muss sagen, scheiß auf die Zeit. Rhythmus schafft so viel mehr und lässt Raum für viel mehr Dinge. Es geht eigentlich um die Steuerung des Rhythmuses und nicht der Zeit. Und das war für mich ein spannendes Umlernen. Und da ist Digitalisierung, wenn wir nicht das Tool hätten, wo wir unsere Listen haben, die alle sehen, diese Transparenz der Tasks der Woche, die wir morgen nicht besprechen, das ist total wichtig. Was ich auch merke im Rahmen der Digitalisierung ist, der Ort wird trotzdem wichtiger. Wir haben jetzt ein Coworking-Space gemietet, das ist ein Mindspace hier in Hamburg. Wir brauchten doch das Büro, wo wir uns einmal die Woche treffen. Es ist trotzdem irgendwie anstrengend, nicht alle schaffen es pünktlich, nicht alle sind den ganzen Tag da, aber wir haben diesen Dienstag, den wir zusammen im Büro sind, einfach nur, um zusammen Zeit zu verbringen.

Weil der Austausch über digitale Plattformen fehlt eigentlich viel anstrengender. Da gefällt, egal wie viel wir im Chat haben, egal wie viel wir im Google Drive haben, das ist alles, geht zu viel verloren. Es sind zu viele Informationen bei so einem komplexen Thema, was wir haben. plus das Zwischenmenschliche geht total verloren, weil wir nur noch effizient sind, wir reden nur noch über Tasks deswegen beginnen wir jeden Montagsmeeting mit was war das beste letzte Woche weil wir es sonst gar nicht mehr merken wir wissen gar nicht, ob es einem jemandem gut geht oder es jemandem schlecht geht es ist nur erledigt oder nicht erledigt und das ist im Rahmen der Digitalisierung ein wichtiger Faktor, wie schaffen wir uns Raum dass wir uns gegenseitig noch wahrnehmen, sehen merken, was gut ist.

Diese Themen, auch was für gut letzte Woche, sind meistens private Themen, die die Menschen erzählen und gar nicht irgendwelche, was ich letzte Woche erledigt habe. Das steht ja schon in der Checkliste.

Vor dem Insight frage ich mich gerade, wenn du dieses Erlebnis mit Securella heute zurücktransferieren könntest auf die Robin-Nazer-Zeit, Hätte euch das einen Vorteil gegeben, einen Marktvorteil, wenn ihr damals so gearbeitet hättet? Oder hätte das einfach nicht funktioniert? Ist das Agenturgeschäft so zeitgetrieben, dass man dieses Task basierte da gar nicht drauf?

Das ist eine spannende Frage, ob man als Dienstleister so arbeiten kann. Wir haben immer versucht, das Thema, wir waren begeistert von dem Thema Agilität. Das ließ sich aber Kunden überhaupt nicht umsetzen. Kunden wollten ein festes Ergebnis zu einem festen Preis und nicht, und dieses Thema agile Softwareentwicklung war im Marketing- oder Website-Bereich, das wollten die nicht. Deswegen war, und darin steckt ja auch dieses Taskgeträgene. Was schaffe ich diese Woche? Welche Tasks nehme ich, welche nehme ich mir nicht? Und der Kunde schießt ständig dazwischen. Deswegen, das ist der Nachteil. Ich würde es jetzt trennen. Ich glaube, es hätte uns total geholfen, aber nicht überall. Das Projektgeschäft funktioniert nicht taskgetrieben.

Das ist, klar haben wir uns Wochentags vorgenommen. Und dann gibt es ständig, der Kunde braucht noch schnell irgendwie sowas. Da muss man alle Ressourcen shiften und es verändert alles. Und das heißt, auf Projektebene hätte das nicht funktioniert. Aber es gibt ja die Arbeit in der Firma und die Arbeit an der Firma. Und die Arbeit an der Firma funktioniert nur so. Und wir hätten viel, viel mehr geschafft, hätten wir nicht nur, wir haben immer Visionen entwickelt. Dann macht man alle zwei Jahre, macht man eine neue Vision oder überprüft seine Vision. Dann ist man ganz motiviert und geht raus und es passiert nichts. Weil man wieder in den Alltag rutscht, in seine Projekte, was alles dringend und wichtig ist.

Aber das, was nicht dringend ist und wichtig ist, nämlich die Arbeit an der Firma, wird immer nebenbei gemacht. Und dafür ist dieses Task-basiert mega gut. Und so bauen wir Zecurella, aber so baue ich auch in eine andere Firma, wo ich auch beteilige, baue ich dasselbe ein. Wir bauen diesen Rhythmus ein, wo wir sagen, was sind die Jahresstrategieziele, strategische Quartalsziele und dann monatliche Ziele. Und dann kann man wochenlich das runterbrechen. Und dadurch hat die Firma eine gigantische Entwicklung. Also der Puls ist der Treiber für die Unternehmensentwicklung. Auf Projektebene habe ich das noch nicht gesehen, dass das funktioniert.

Ja, spannend. Ich müsste auch darüber nachdenken, ob ich es in einem Projekt schon mal erlebt hätte. Aber diesen Puls, also Jahresziele und Quartalsziele, ich mache das privat seit ganz vielen Jahren und deswegen komme ich privat auch an so vielen Fronten voran, dass manche Leute sich immer fragen, wie ich das so auf die Reihe kriege. Und ja, in vielen Entwicklungsprojekten habe ich es auch, am Ende kam es immer auf Stunden und Stundensatz hinaus. Und irgendwie geht der Fortschritt davon. Aber bis zur Woche runter sehe ich das jetzt auch bei Securella zum ersten Mal so konsequent durchgezogen. Und es ist beeindruckend. Ich werde es für Lionizers auch so umsetzen.

Ich bin gespannt, wo uns das hinführt. Ich weiß auch, der Polz ist jetzt der neue Schlüssel für aber es geht auch hier ums andere Tool.

Ja, ich werde das verlinken. Also das Tool, das wir hier nutzen, ich werde es verlinken. Das ist eine spannende Sache. Ja, dann Das wäre jetzt meine Frage, ich würde das mal kombinieren. Ich frage sonst gerne zum Thema IoT, was du von IoT, Internet of Things hältst und auch Software. Wir haben eben schon agile Softwareentwicklung angerissen. Ich würde das jetzt mal kombinieren. Bei Robinizer war Softwareentwicklung nicht euer Kerngeschäft, aber ihr habt es immer mit begleitet, ihr habt immer Partner gehabt, wie es machen. Das heißt, da wäre die Frage, siehst du, dass sich die Art, wie man mit Kunden zusammen Software entwickelt, wie hat die sich verändert über die Zeit? Und letztendlich muss man sagen, Internet of Things ist einfach der Stand, wo Softwareentwicklung heute angekommen ist an vielen Stellen.

Wie sieht das aus? Hast du da Erfahrungen, die du unbedingt teilen wolltest?

Naja, was wir als, im Endeffekt waren wir eine digitale Marketingagentur. Also du machst die Website für die Kunden, die über die Plattformen, die Kampagnen. Und das funktioniert wirklich immer noch klassisch im Wasserfall. und wir haben immer sehr verzahnt mit unseren IT-Dienstleistern zusammengearbeitet. Die waren von Anfang an mit am Tisch. Aber eine richtig agile Entwicklung war das nie. Und am Ende wollte der Kunde immer auch die Photoshop-Layouts die abnehmen mit allen Texten und dann wurden die einfach programmiert. Also klassisch Wasserfall. Und das hat sie auch, ehrlich gesagt, bis 2016 auch nicht geändert. Und die wurden dann einfach, es war IT war an dem Spiel Produktion und ob dann ein Grafiker oder ein Programmierer eine Website durchzieht am Ende das war, das wurde dann einfach umgesetzt und auch zu wenig hinterfragt, also das Thema UX wurde dann nach dem Ansatz naja, die Agentur ist ja Experte jetzt wird das einfach umgesetzt dann wurden zwar Bugs rausgezogen, aber nicht getestet, wird das jetzt viel besser im Detail, wenn wir den Button nochmal erinnern und das.

Da war oft kein Budget drin. vielleicht lag das aber auch daran, dass wir IT immer hinten dran hatten. Wahrscheinlich hätten wir sonst viel mehr das vorher gepusht. Deswegen haben wir den Prozess wahrscheinlich uns selbst einfach gemacht. Nicht nur wahrscheinlich, sondern das war es. IoT. Wichtiges Thema, mit Securella gehen wir genau an dieses Thema. Wie verknöpfen wir den Button, die Sicherheit über einen Knopf, über eine Plattform mit Sicherheitskräften. Das ist gar kein Schlüsselthema, was sich immer mehr durchdringt. War für uns aber in der Agentur, haben wir Projekte vorgestellt, hat der Kunde aber nicht. Das war auch zu früh für den Kunden. Und da merkst du, der deutsche Markt beobachtet, aber bevor er einen Amazon Dash Button, auch einen Biasdorf, integriert, da warten wir noch ein paar Jahre ab.

Ja, okay, gut, das passt auch zu meinem Bild der Lage. Gut, das heißt im Prinzip, bei Robinizer war Software eigentlich nur Produktion im Geschäftsmodell. jetzt heute für Securella ist Software ja eigentlich der Kern der ganzen Welt. Im Kern sind wir eine IT-Company, muss man sagen.

Das ist eigentlich unser wir entwickeln eine IT-Plattform, wo wir Menschen mit Sicherheit, die Sicherheitsbedürfnisse haben mit Menschen, die Sicherheit bieten können verbinden. Also der Kern ist die Plattform und getrieben von den Bedürfnissen von den beiden Seiten.

Wenn wir jetzt an Geschäftsmodellentwicklung denken und Securella ist eine IT-Kompany, wie du sagst, die Tatsache, dass Softwarekern der Firma ist, hat das für dich eine Auswirkung darauf, wie man eine Firma gründet?

Das wie die Firma vielleicht nicht, aber das Geschäftsmodell ist halt radikal anders. Wir arbeiten ja alle so gerne mit der Business Model Canvas und die hilft uns, Geschäftsmodelle auch sehr gut aufzudröseln. Aber gerade für Plattformen ist das zu eingeschränkt, weil es immer davon ausgeht, es gibt die eine Seite der Interesse und alle anderen liefern zu. Und in der Stelle, wir sind eine Plattform, das heißt, wir verbinden die einen Menschen, die potenzielle Kunden sind, die sagen, das sind Menschen, ich habe Angst, ich brauche so einen Button, um es sicher zu kommen, aber auf der anderen Seite Sicherheitsdienste sind auch unsere Kunden. Also die Verantwortung, wir stellen ja eigentlich nur einen Vertrag zwischen einem Suchenden und einem Bietenden, wie einen Marktplatz her.

Wir sind wie RBB oder das Uber für Security. Und das zwingt uns auch ganz anders zu denken. Und die Plattform muss wirklich beiden Seiten schmecken. Weil wenn die Sicherheitsleute kein Interesse haben, mit der Plattform zu arbeiten, haben wir nichts für die andere Seite. Wenn die Endkunden nicht zufrieden sind mit der Plattform, funktioniert es auch nicht. Also wir haben da einen hohen Anspruch an die Sensibilität und Empathie auf beiden Seiten und die brauchen nicht nur den Mehrwert, dass sie miteinander verbunden werden, sondern auch einen Mehrwert auf jeder Seite von sich. Was hat denn eine Sicherheitscompany außer neuen Kunden? Wie können wir auf der einen Seite die Sicherheitscompany oder Sicherheitsthemen weiterentwickeln?

Welchen Vorteil haben sie auf der einen Community in der Sicherheitscommunity zu sein? Und welchen Vorteil haben die auf der anderen Seite die Sicherheitssuchende in der Sicherheitscommunity zu sein? Die haben in sich schon eigene Themen. Und da gibt es einen sehr guten Ansatz, der heißt Plattform-Design-Toolkit, PDT. und damit habe ich viele auseinandergesetzt, habe die Masterclass gemacht und sitze dann sehr eng mit den Leuten auseinander, die das gemacht haben, die Gesam gesagt haben, dass die Business auch wieder eine Canvas, nur die spezialisiert auf Plattformen

und

auf Beziehungsmanagement, weil darum geht es und warum bin ich Teil dieser Plattform, warum lohnt es sich, es geht nicht nur um Geld, Im Zweifel kriege ich Likes. Im Zweifel kriege ich Anerkennung. Oder ich lerne etwas. Mehrwert hat ganz viele Dimensionen. Und das ist das Spannende, wo wir schon eine Grundlage geschaffen haben, aber da jetzt noch viel, viel tiefer einsteigen werden, damit wir dieses Thema richtig beherrschen. Und das hat einen riesen Impact auf die IT-Entwicklung.

Stimmt. Ja, haben wir schon gemerkt. Ja, cool, das muss ich mir angucken. Also ich höre gerade ein Buch zu dem Thema, Plattformdesign, aber dieses Toolkit, also ich habe auch gemerkt, die Business Model Canvas hat da ihre Grenzen. Gucke ich mir an. Spannend. Ja, ich würde jetzt zu den Abschlussfragen kommen, falls du nicht noch irgendwas hast, was du ganz dringend reinmuss.

Das packe ich in den Abschluss.

Sehr gut. Perfekt. Ja, dann, es sind immer drei Fragen, die ich am Ende stelle. Die erste Frage ist, was ist das größte Problem, dass du das Securella im Rahmen der Digitalisierung als nächstes angehen würdest? Jetzt kann man sagen, dass eine junge Firma, die eigentlich an allen Stellen noch alles angeht, aber was ist das, was für dich persönlich als Geschäftsführer am wichtigsten ist in der kommenden Zeit?

Die wichtigste Frage bei der Digitalisierung von Securella ist, ist der echte Bedarf der Technologie für die Menschen. Wir sind auf der Technologieseite sicherer, aber der Bedarf, den die Sicherheitsmenschen zum einen haben und die Sicherheitssuchenden, was die wirklich echte Erwartung ist, den wir als Service oder als Plattform anbieten, ist noch nicht 100% validiert. Wir haben viele Annahmen, wir wissen, dass es ein wichtiges Thema ist. Und das ist das. Digitalisierung muss sich um den Menschen bauen und nicht der Mensch und die Digitalisierung. Und das ist in Wirklichkeit das wichtigste Kernthema, was wir jetzt angehen. Und hier sprechen wir ja auch von verschiedenen Märkten. Deutschland ist ein Land, was sich unsicher fühlt.

Südafrika ist ein Land, was unsicher ist. Und Marokko liegt irgendwo dazwischen. Und wir müssen gucken, wer braucht was und dann bauen wir die Tools darum. Und das wird der entscheidende Faktor sein, ob wir erfolgreich sind oder nicht. Und mit Menschen sprechen ist da der zentrale Faktor.

Da würde mich noch jetzt als Nachfrage interessieren, also dieses Thema schmeckt es den Leuten am Ende, War ja letztendlich auch bei Robinizer genau eher Kernt. Hat sich das gewandelt? Also wenn du diese Validierung jetzt für Securella machst, machst du da durch die Digitalisierung irgendwas anders? Oder ist das eigentlich genau Business as usual wie schon vor 20 Jahren?

Naja, der große Unterschied ist, wir haben bei Robinizer Firmen oder Produkte vermarktet, wo der Kunde die Entscheidung getroffen hat, ich glaube da dran. Also haben wir das nur bekannter gemacht in relevanten Ziergruppen. Heute entwickeln wir ein Produkt bei Securella, wo wir gar nicht wissen, wer das wirklich am Ende benutzt. Ist es das junge Mädchen? Ist es die Studentin? Ist es die Mutter? Wer ist es? Sind es überhaupt Frauen oder sind es am Ende Männer? In welchen Situationen? Und das heißt, das verändert das Spiel Ganze. Ich kann es nicht mit Marketing rausboosten, sondern ich muss wirklich verstehen. Und wir folgen da einem Prozess, das heißt Startup mit System. Im Englischen heißt es The Disziplinierter Entrepreneur.

Auf jeden Fall, das ist ein Prozess, ein Buch vom MIT, die gesagt haben, wir haben ganz viel untersucht, es gibt zwei Arten von Startups. es gibt bekannte Geschäftsmodelle und innovationsgetriebene Geschäftsmodelle. Das Bekannte ist, auch ein Restaurant oder einen Eisladen zu eröffnen, ist eine Herausforderung. Der scheitert auch genug. Aber wenn ich ein innovationsgetriebenes Geschäftsmodell habe, dann hilft mir nicht mein Ich-weiß-alles-besser, mein Bauchgefühl hilft mir nur einen gewissen Schritt. Ich muss es validieren. Und dieses Buch ist wirklich ein exzellenter Guide, um diese ständige Validierung mit einzubauen. Hilft dir dabei, Fragen zu stellen und in 24 nachvollziehbare Schritte das runterzubrechen.

Und es wurde mir von vielen anderen Unternehmern auch empfohlen. Es kam aus verschiedenen Seiten auf mich zu. Ich habe mir tausend Frameworks und Bücher und so angeguckt. Aber das gibt einfach eine gute Grundsubstanz. Und wie der Titel schon sagt, die Disziplin ist in Wirklichkeit die Herausforderung, das durchzuziehen. Aber wenn man es Stück für Stück durcharbeitet, hat man alle Fragen beantwortet. Und das hilft uns sehr in der sehr, sehr komplexen Fragestellung.

Ja, gut, ich werde auch das Buch verlinken. Ich habe es zum Geburtstag bekommen, ich finde es auch sehr gut. Ja, werde ich verlinken. Dann, zweite Abschlussfrage, die hilfreichste Quelle zum Thema Digitalisierung. Wie hältst du dich auf dem Laufenden?

Menschen. Mittagessen. Also ich treffe mich ständig, also meine wichtigste Quelle, um mich mit Digitalisierung fit zu halten, ist, andere Menschen zu treffen. Ich treffe mich mit Menschen, die im Startup-Bereich sind, Investoren. ich treffe mich mit anderen Unternehmern, ich treffe mich aber auch mit Philosophen, alle möglichen. Ich habe einfach große Lust daran, mich mit anderen Menschen auszutauschen über verschiedene Themen und am liebsten treffe ich mich mit Experten, mit Menschen, die sich sehr gut in einem Thema auskennen und diskutiere einfach meine Thesen und erfahre dort immer sehr verdichtet, was gerade der Puls ist und verdichte sie für mich wieder neu und bringe sie wieder zurück.

Ich lese auch ab und zu das Thema Bücher, wie dieses Entrepreneurship-Buch oder ich habe das Google-Sprint-Buch gelesen und keine Ahnung, es gibt so viele Bücher. Die lese ich aber oft, ehrlich gesagt, nur an, bis ich die Kernidee verstanden habe und dann habe ich eigentlich keinen Bock mehr. Dann nehme ich dieses Halbwissen und teste es wieder an den Menschen, die ich treffe und mal gucken, wie die mit ihrer Erfahrung damit umgegangen sind. Und das ist meine Art, so komme ich sehr viel voran. Podcasts habe ich für mich ehrlich gesagt im letzten Jahr entdeckt. Während der Autofahrt oder Bahnfahrt höre ich dich sehr, sehr viel. Da gibt es gerade eine, die ich sehr gut finde, Our Way to New Work von Christoph Magnussen und Michael Traubmann, die sich auch ganz stark mit dem Thema Digitalisierung im New Work, also im Arbeitskontext beschäftigt.

Der ist ganz spannend. Und ansonsten hat die Entrepreneur-Organisation, EO, sehr gute Podcasts von Unternehmern. Und dann gibt es so viele Start-Up. Ich glaube, wie heißt das Start-Up-Gründer? Dann stolpert man in so Serien rein und klebt dann fest und hört ein paar Podcasts. Und das Podcast, habe ich gemerkt, ist auch viel besser als YouTube an der Stelle, weil man, das YouTube wirkt informationsdichter, aber es geht eigentlich zu schnell. Also man hat zu viel Information und zu wenig Zeit. Und in einer halben Stunde, Stunde kann man in einem Podcast wirklich sehr tief in ein Thema einstauchen. Und es erzeugt für mich gerade das wertvollste Format.

Gut, dass wir deswegen heute hier sitzen. Ja, sehe ich genau das. Ich habe das Ganze ja noch einen Schritt weiter gedreht. Ich habe das auch vor Jahren angefangen, im Auto zu hören. Cool. Dann letzte Frage. Wen würdest du in einer zukünftigen Folge gerne hier im Wege der Digitalisierungspodcast hören? Mittlerweile ist die ordentliche Grenze bis Hongkong ausgeweitet worden. Ich überlege gerade.

Es gibt eine Firma, die heißt Soulworks. Und da gehe ich heute Abend zum Vortrag. Und die beschäftigen sich auch sehr stark mit der Digitalisierung und auch Digitalisierung von Unternehmen. Aber immer aus dem Blickwinkel Mensch. Also es ist auch ganz stark dieser New Work Ansatz. Und da kann ich in Kontakt geben als Soulworks. Die sind auch hier in Hamburg, die sind sehr spannend. Fällt mir jemand ein zweites ein. Ich finde Eparo interessant. Imparo macht ja iUsability Testing. Damit haben sie begonnen. Heute entwickeln sie komplette Software und Themen für den Kunden, aber sind sehr, sehr userzentrisch, haben einen spannenden Ansatz. Die Organisationen haben gerade komplett gedreht auf Holokratie.

Und was ein Selbstorganisationsansatz ist im Unternehmen, jeder selbstbestimmt agieren darf, der basiert darauf, dass man sagt, jeder darf alles und nur Einzelne bekommen Einschränkung. Es geht nicht mehr darum, was du machen darfst, sondern es geht darum, was du nicht machen darfst. Du darfst keine Leute einstellen. Du darfst nichts über 1000 Euro bestellen. Alles andere darfst du. Es ist nicht eingeschränkt. Und da für diesen Organisationsansatz ist Digitalisierung sehr wichtig, weil jeder Rollen bekommt und die müssen digital geschrieben werden. Da gibt es auch Online-Tools, Glassrock, von dem Unternehmen, die das unterstützt. Und dafür finde ich Eparo einen spannenden Partner. Und weil die natürlich sehr stark auch mit Softwareentwicklung verbunden sind.

Spannend. Da kann ich dir auch den Geschäftsführer, ich hätte von beiden den Geschäftsführer Kontakt geben. Die sind sehr interessant.

Cool. Ja, sehr gerne. Finde ich spannend. Okay. Dann, hey. Ja, vielen Dank fürs Gespräch. Ich habe wieder ganz viel gelernt. Und ich bin gespannt, wo es uns mit Zecorella hinverschlagen wird.

Genau, vielen Dank, Dietz. Ich finde es auch sehr spannend. Und ich werde weiter deinem Podcast folgen. Sehr gut. Danke dir. Dankeschön. Ciao.

Das war unser 8. Interview mit Wolfgang von Geramp, Geschäftsführer von Zecorella. Vielen Dank, Wolfgang, für deine Zeit. Vielen Dank für dein Wissen. Ich werde alle Links, alle Personen, alle Quellen, auf die wir so verwiesen haben im Laufe des Gesprächs, in den Shownotes verlinken. Das Ganze findet ihr wie immer unter wegederdigitalisierung.de. Das hier ist das achte Interview mit der Firma Securella. Immer noch der Wunsch, der Hinweis, wir sind auf iTunes ganz neu. Wir freuen uns über Feedback auf allen Kanälen, auf denen wir erreichbar sind. Ganz besonders würde uns aktuell ein ehrliches, hoffentlich positives Feedback auf iTunes helfen, weil wir da immer noch die Chance haben, in diese Hot-and-New-Sparte reinzukommen.

Und das passiert, wenn wir ganz viel Action auf dem Profil haben. Also, wenn ihr uns mit dem Podcast ein bisschen weiterhelfen wollt, bewertet uns bei iTunes oder hinterlasst uns auf jeden Fall auf irgendeinem Kanal Feedback, was wir besser machen sollen oder was wir schon gut machen. Vielen Dank und bis ganz bald. Musik Musik Musik