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E03828.11.201834 Min

Wie funktioniert Digitalisierung in der Old Economy?

Im Gespräch: Tobias Neumann (UEBEX)

Titelbild zu E038: Wie funktioniert Digitalisierung in der Old Economy? – Tobias Neumann (UEBEX)

Worum es geht

Tobias Neumann von Übex erklärt, wie Spezialleuchten digitalisiert werden und warum Vertrieb in der Old Economy anders funktioniert.

Tobias Neumann ist Geschäftsführer und Gründer der Übex GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert Spezialleuchten für Industrie und Gewerbe. Kunden sind große Unternehmen wie Tesa oder Volkswagen. Die Leuchten werden in Projekten wie Hafenanlagen oder Einkaufszentren eingesetzt.

Übex digitalisiert seine Produkte durch drahtlose Steuerung über selbstorganisierende Netzwerke. Diese Lösungen ermöglichen Energieeinsparungen durch Bewegungssensoren und Tageslichtnutzung. Ein Beispiel ist die Beleuchtung von Fahrtreppen in einem Einkaufszentrum, bei der Farbe und Helligkeit je nach Uhrzeit und Jahreszeit angepasst werden.

Das Unternehmen setzt auf externe Softwarelösungen statt interner Entwicklung. Sicherheit ist entscheidend, da Ausfälle in Produktionsstätten oder Straßenbeleuchtung Folgen haben können. Übex arbeitet mit Spezialfirmen zusammen, die sich auf Funksteuerung spezialisiert haben.

Die Digitalisierung des Vertriebs ist schwierig, da Kunden oft über Netzwerke und Vertrauen entscheiden. Übex nutzt keine Webshops, sondern setzt auf persönliche Beratung. Die Firma möchte Kunden durch verständliche Kommunikation erreichen, auch wenn diese aus der Old Economy kommen.

Ursprüngliche Shownotes 28.11.2018

Licht umgibt und beeinflusst uns zu jeder Zeit. Wie wichtig Licht eigentlich für uns ist, merkt man erst wenn es mal fehlt. Und darüber, wie wichtig Licht z.B. für Sicherheit in Arbeits- oder Produktionsprozessen ist, macht man sich eigentlich kaum Gedanken. Kann man denn die Digitalisierung für so ein grundlegendes Thema wie Licht anwenden? Und wenn ja, wie offen ist die Industrie dafür? Ein paar Antworten auf diese Fragen gibt uns heute Tobias Neumann von UEBEX. 

Tobias ist Gründer und Geschäftsführer der UEBEX GmbH. UEBEX entwickelt und vertreibt Leuchten für die Anwendungsfälle, in denen Produkte aus dem Massenmarkt nicht passen, z.B. Ausleuchtung von ganzen Containerterminals oder Fußballfeldern. Und in diesem Geschäft bietet die Digitalisierung einige sehr spannende Möglichkeiten. Einerseits können die Leuchten selber smarter werden und sich z.B. untereinander vernetzen, andererseits kann die Planung solcher komplexer Anwendungsfälle durch digitale Tools wesentlich vereinfacht werden.

Aber lässt sich das wirklich so einfach umsetzen? Tobias erklärt uns im Interview, dass vor allem die Kunden noch sehr in der analogen Weise denken und die denkbaren Vorteile noch sehr erklärungsbedürftig sind. Und auch im Vertrieb lassen sich „klassische“ digitale Kanäle wie z.B. ein Online Shop nur bedingt nutzen, da die Produkte ja gerade eben so individuell und erklärungsbedürftig sind. Und dennoch gibt es viele gute Ansatzpunkte die Digitalisierung zu nutzen um Produkte, Service und auch das Unternehmen effizienter und kundenzentrierter zu machen. Welche das sind, erfahrt ihr hier im Gespräch mit Tobias!

Viel Spaß beim Zuhören!

Links aus dem Interview:

Transkript

4.530 Wörter

Automatisch erstellt (Whisper), nicht korrigiert. Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Ein Klick auf eine Zeitmarke springt im Player dorthin.

Hallo und herzlich willkommen zur 38. Folge des Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute sitzen wir im Auto, weil wir kein Restaurant gefunden haben. Neben mir sitzt Tobias von Übex. Wir haben uns kennengelernt beim Entscheiderforum vor einer ganzen Weile. Wir waren seitdem gelegentlich abends schon irgendwo auf dem Austausch unterwegs. Und heute habe ich ihn völlig hinterrückt überfallen mit einem Interview bei uns. Tobias, herzlich willkommen. Vielen Dank, dass du so spontan bereit bist, ein Interview zu führen.

Ja, also erstmal herzlichen Dank, dass ich gefragt werde und vielen Dank für die Möglichkeit, dass wir uns hier austauschen.

Ja, dann erzähl mal, was treibst du so, wenn du nicht in fremden Autos Interviews gibst?

Richtig. Also mein Name ist Tobias Neumann. Ich bin Geschäftsführer und Gründer der Übex GmbH. Was macht die Übex GmbH? Wir stellen Leuchten hier für die Industrie und Gewerbe und haben da zum Teil sehr spezielle Ansätze, die wir verfolgen, zum Teil Spezialleuchten bauen. Da gehören einige sehr, sehr große Unternehmen der deutschen und internationalen Industrie dazu, die sehr individualisierte Lösungen von uns erhalten, bis hin zu sehr großflächigen Lösungen, wo man ganze Hafen und Terminal ausleuchtet.

Ja, kennengelernt haben wir uns ja bei so einem Entscheiderforum, wo es irgendwie auch um Themen aus, ich sage mal klassische Unternehmerthemen geht, Vertrieb, Mitarbeitergewinnung und so weiter. Jetzt interessiert uns hier natürlich besonders die Digitalisierungsrichtung. Wie weit ist Digitalisierung für euch ein Thema, eine Herausforderung, vielleicht auch Standard, einfach etwas, wo ihr euch abhebt von alteingesessenen, 10. Jahrhunderte alten Leuchtenbauern?

Also es ist natürlich ein Feld, wo wir noch von der Old Economy sprechen, als dass wir tatsächlich Produkte haben, die in einem Warenlager liegen, die wahnsinnig viel Geld kosten, wenn sie in diesem Lager liegen. Das heißt, auch für jeden verkauften Euro geht tatsächlich auch Ware über den Tisch. Das sind alles Dinge, die natürlich uns grundsätzlich dann unterscheiden von vielen neuen Geschäftsmodellen, die dann auch tatsächlich rein digitale Geschäftsmodelle sind. Trotz all dem versuchen wir natürlich als recht neue Marke, als recht neuer Hersteller im Markt irgendwo den Unterschied zu machen und uns auch dementsprechend zu behaupten und eine gewisse Präsenz im Markt zu schaffen. Nun ist es so mit dem Thema Digitalisierung, dass wir viele, viele Dinge vorhaben.

Wir haben jetzt schon in diesem Jahr erste große Schritte sind wir gegangen, als dass wir Lösungen entwickelt haben, dass wir Leuchten über große Distanzen drahtlos steuern können. Also das heißt eben über Netzwerke, Netzwerke, die sich die Leuchten selber aufbauen. Das Unternehmen selber, also wenn wir uns jetzt auf die Homepage, wenn wir uns das Thema anschauen, ist das noch ein Feld, was vielleicht rüberkommt wie ein Old Economy Modell. Wobei das natürlich auch in dem Geschäftsfeld, wo wir sind, ein Thema ist, dass wir auch gerne einen gewissen Grad eine konservative oder eine dementsprechend alteingebrachte, qualitätsorientierte Firma im Netz darstellen wollen. Das Thema Webshop ist für uns nicht unbedingt so interessant, als dass wir eine Kundenklientel haben, die es vermeintlich doch besser findet, persönlich beraten zu werden.

Noch, das muss ich auch dazu sagen, wenn wir dann über das Thema Digitalisierung weitersprechen. Und ja, in dem Zuge ist das jetzt ein grober Überblick, was wir machen. Wir haben viele, viele Schritte noch vor, was das Thema Digitalisierung angeht, was wir dann auch heute noch besprechen werden. aber aktuell sind wir, ich sag mal, ein Zwitter zwischen den beiden Welten.

Jetzt habe ich da zwei Themen, zwei Schwerpunkte rausgehört, sage ich mal. Das eine sind im Prinzip die Produkte, die digitalisiert werden und das andere sind Prozesse, du hast gesagt, Webshop ist eher nicht so das Thema, weil die Kunden das vielleicht nicht wollen und so weiter. Sprich, die Digitalisierung des Unternehmens selber mit Prozessen und allem, was da dranhängt. Ich fange mal an mit dem Produktthema selber. Ihr entwickelt auch eigene Leuchten, wenn ich das richtig verstanden habe.

Korrekt, ja. Ich weiß nicht, ob wir das in dem Bezug so sagen dürfen, aber ohne jetzt großartig Marken damit pushen zu wollen, aber ich sage mal, eine bekannte Marke wie zum Beispiel Tesa oder Volkswagen, für die haben wir Leuchten wirklich von scratch entwickelt.

Und kommen die dann im Prinzip mit neueren Anforderungen auf euch zu? Und kommen die vielleicht zu euch, weil ihr das Ganze auf eine modernere Weise umsetzen könnt, als das andere Hersteller können?

Also das kommt jetzt im Endeffekt, also der Schritt von den beiden Marken, die ich jetzt eben gerade, den beiden Unternehmen, die ich gerade nannte, waren eigentlich wirklich herkömmliche Leuchten, wo sie extrem hohe Anforderungen entweder an das Lichtbild selber oder an die Strapazierfähigkeit oder die Ausdauer einer Leuchte stellen. Wir haben aber noch ein weiteres Thema, dass wir eben diese Funklösung, also Digitalisierung des Produkts, die ich vorhin ansprach, Das bringt uns jetzt mittlerweile so weit, dass wir Projekte von Italien, Israel, Polen, also europaweit jetzt mittlerweile Interesse generiert haben und das jetzt nach und nach eben auch weiter ausbauen wollen. Also das heißt, in dem Feld ist grundsätzlich Interesse bei den Kunden da. Es gibt allerdings auch nur einen relativ, sagen wir mal, begrenzten Kundenstamm, der a. das Thema versteht, der b. das Thema auch tatsächlich fordert.

aber wo man dann auch, wenn man es als Unternehmen versteht, darzustellen, auch sehr, sehr schnell Türen öffnen kann und auch größere Dinge umsetzen kann.

Ja, das kann ich mir vorstellen. Das ist ja bei unseren IoT-Themen auch so, dass ich merke, es ist einfach noch nicht bei allen Thema, obwohl es für viele ein Thema sein sollte, die es noch nicht verstehen. Und ja, entweder in fünf Jahren reden wir mit denen und dann haben sie es verstanden oder es gibt sie in fünf Jahren vielleicht auch nicht mehr. Genau. Das heißt, im Prinzip habt ihr da irgendwo einfach auf Produktlevel euch ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das ihr jetzt aber, weil es neu und innovativ ist, irgendwo ins Feld tragen müsst.

Genau. Und da sind jetzt genau die Themen, die entstehen. Wie schaffen wir das? Wir haben jetzt, ich sage mal, keine tausend Vertriebsmitarbeiter, die weltweit die Türen putzen oder Türklinken putzen. In dem Fall müssen wir jetzt neue Wege gehen und da müssen wir eben schauen, dass wir Wege finden, die zum einen klar Digitalisierung und das Ganze auch dementsprechend hoch skalieren lassen, aber dabei nicht vergessen, dass unsere Klientel häufig aus dem Bereich der Old Economy kommt und diese Wege, die wir in der Digitalisierung oder im digitalen Vertrieb, in der digitalen Präsenz, die man weltweit, europaweit und so weiter schafft, dass wir da auch tatsächlich die Mittel und Wege finden, diese Old Economy auch richtig anzusprechen.

Und das ist einer der großen, großen Herausforderungen, die wir für das kommende Jahr oder die ich für das kommende Jahr für unser Unternehmen ausgemacht habe.

Ja, ich glaube Vertrieb ist einfach immer das Thema, mit dem alles stehen und fällt.

Das sowieso grundsätzlich, aber gerade in dem Zusammenhang, wo man Kunden hat, also du hast einen großen Vorteil oder du sprichst aus einer Perspektive heraus, wo dein Kunde und du selber eben sehr, sehr affin für das Thema sind. Und wir wiederum aus einem Thema kommen, wo auch viele Kunden da sind, die das Thema Digitalisierung so in der Form nicht hören oder nicht sehen und auch dementsprechend nicht affin sind, wenn man über diese Kanäle Aktionen fährt oder seine Marketingkanäle auf der Ebene weiter ausbaut, ohne dass man dann das Feedback bekommt, was man sich wünscht.

Da würde mich jetzt, also jetzt sind wir ja von dem Digitalisierung des Produkts Thema so ein bisschen bei dem Digitalisierung der Prozesse Thema gelanden. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist es ja nicht so, dass ihr irgendwo ein Ladengeschäft habt, wo Tante Erna hingeht und sich eine Lampe kauft. Ihr macht ja eher Projektgeschäft, wo ihr ein großes 1000 Lampen, 10.000 Lampen, Hafengebiet und so ausstattet. Das heißt, das ist ja auch ein reiner B2B-Vertrieb.

Genau, vielleicht sollte ich das nochmal kurz erklären. Wir haben im Endeffekt zwei Standbeine, auf die wir bauen. Das heißt, wir haben zum einen ein Portfolio, was eben auch viele Wiederverkäufe anspricht. Und da spreche ich jetzt dann von dem klassischen Elektrohochshandel. Da spreche ich von Handelsvertretern, die unsere Produkte vertreiben. Da spreche ich von sogenannten Energieberatern, die viel Kontakt eben zur wirklichen Wirtschaft haben. Oft der Old Economy. Und dann unsere Leuchten in Produktionsstätten, in Lagerstätten, in Bürogebäuden und so weiter verkaufen. Und dann haben wir aber eben dieses zweite Feld und auch gerade dieses Feld ist eben das Feld, wo ich die großen Möglichkeiten in der Digitalisierung sehe, ist eben das Projektgeschäft, wo Firmen auf uns zukommen, wo wir eventuell an Firmen herantreten und dann dort unsere Leistung.

Und das ist dann das Thema, was wir vorab oder was wir gerade besprachen, das Thema der Digitalisierung der Produkte, wo wir das so nach vorne bringen können, dass wir dann auch merken, der Kunde versteht es. Denn der klassische Handel, wo es wirklich nur darum geht, ich sage mal, ein Kunde fragt an, er muss seine Lagerhalle beleuchten und dann wird ein vermeintliches Standardprodukt genommen, der versteht oder beziehungsweise hat nicht die Anforderungen an ein Produkt, was wir überhaupt darstellen können. Und das ist jetzt eben der Spagat, dass man nicht unbedingt in Schönheit stirbt, sondern dass man beides versucht, dementsprechend so wachsen zu lassen oder so nach vorne zu bringen, dass wir weiterhin eine gesunde Firma haben, die stetig im Wachstum ist.

Ja, das Projektgeschäft kann ich sehr gut nachvollziehen, wie sich das anfühlt. Aber gut, jetzt völlig aus eigenem Hintergrund heraus, ich mache ja auch den Vertrieb für uns, für das Projektgeschäft. Also ich sehe auch, wie schwierig das ist, das irgendwo zu digitalisieren, weil am Ende so ein Projekt, wo irgendwelche sechs- oder siebenstelligen Zahlen stehen, also bei uns hat noch keiner angerufen und gesagt, ich habe euch bei Google gefunden und ich habe den dicken Check, mach mal. Das kommt alles irgendwie über Netzwerk und ein Weg führt zum nächsten Es geht ja auch immer um Vertrauen. Also kann ich mir schon vorstellen, dass das schwierig ist, den naiven Weg der Digitalisierung dieses Kanals zu gehen. Andersrum reden heute alle über Suchmaschinenoptimierung, Content-Marketing und so weiter.

Richtig, richtig. Also für den Bereich, ich sage mal wirklich für den Bereich, wo es um Commodities geht, also vermeintlich eine Hallenleuchte mit den und den Leistungsdaten, die mehr oder minder austauschbar ist und egal, ob sie ein blaues Label, grünes Label oder ein schwarzes Label trägt, da sprechen wir dann auch tatsächlich von Möglichkeiten oder beziehungsweise von Firmen, die wahrscheinlich Unmengen an Google AdWords Kampagnen finanzieren oder sonstigen, damit sie ihr Commodity Good auch unter die Menschen bringen. Mit dementsprechend geringen Margen. Und wir müssen halt schauen, dass wir irgendwo andere Wege gehen, weil es a. nicht der Anspruch ist, glaube ich, unserer Firma, dass wir nur rein ein Handelshaus sind, sondern dass wir wirklich, was das Thema Licht angeht, in der Entwicklung, in der Umsetzung, in Themen der Steuerung, in Themen der Lichtverteilung, sprich Optiken, dass wir überall dort wirklich einen Unterschied ausmachen.

Das ist unser eigener Anspruch und aufgrund dessen eben auch das Thema Digitalisierung der Produkte.

Wenn ich jetzt dieses Thema Produkt digitalisieren noch einen Schritt weiter denke, wie weit steckt ihr in Themen wie zum Beispiel Smart City oder so drin? Also dass ihr vielleicht schon einen Schritt vorher irgendwo reinkommt in Gedanken. Keine Ahnung, ob das Sinn macht, dass ihr irgendwo in der Stadt mit Leuten redet, wo es um das größer angelegte Konzept geht, wo am Ende die Leuchten eine Komponente sind. Ist auf jeden Fall ein sehr, sehr guter Ansatz.

Ich kann dir auch sagen, dass wir zum Beispiel den Zuschlag bekommen haben, für die Stadt Zürich die ersten Straßenzüge umzurüsten, weil wir mit einem anderen Unternehmen gemeinsam Lösungen der Steuerung, auch wieder der drahtlosen Steuerung und der Auslesung der ganzen technischen Daten der Straßenleuchten geschaffen haben. Wir sind allerdings auf, wenn man das positiv ausdrücken möchte, wir sind derzeit wirklich auf sehr, sehr vielen Hochzeiten gleichzeitig unterwegs. Und genau diese tollen Erfolge, die wir haben, die haben wir es noch gar nicht geschafft, so in der Welt zu kommunizieren. Oder genau das, was du jetzt ansprichst, als dass wir bei Stadtplanern oder in verschiedensten Gemeinden uns vorstellen.

Das ganze Thema haben wir noch gar nicht so weit bringen können oder auch umsetzen können. Ja, weil wir, toi, toi, toi, hier ist zwar kein Holz, aber dreimal draufgeklopft, doch sehr, sehr viel Nachfrage im Moment generieren im Markt.

Ja, cool. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das, also ich meine, diese Referenzen, die kann man ja super nutzen. Da gebe ich dir Vorkommnerecht.

Das ist auch ein Thema für 2019. Wir haben jetzt auch gerade als Firma vor einer Woche eine Drohne gekauft. Also das sind alle so Themen, wo wir uns dann doch unterscheiden wollen und das Ganze auch sehr schön veranschaulicht auch in die Welt tragen möchten.

Ja, cool. Wie weit ist Softwareentwicklung bei euch intern Thema? Also beschäftigt ihr eigene Softwareentwickler?

Nein, also bei uns ist wirklich noch in der Unternehmensgröße, wo wir aktuell sind, in dem Status, wo wir aktuell sind, ist es wirklich so, dass wir Tag und Nacht nur über das Thema Licht nachdenken und wir, was die ganzen Steuerungsthemen angeht, tatsächlich immer auf externe Lösungen zugreifen, die dann aber individualisiert auf unser Produkt zuschneiden. Also das heißt, wir haben nicht angefangen, bei Null irgendwo eine App-Lösung zu entwickeln, sondern greifen eben dort auf bestehende beziehungsweise für uns als sehr gut befundene Systeme zurück, weil wir auch, und das ist dann auch ein Thema, ein recht sensibles Thema, weil auch natürlich die Sicherheit beim Kunden zu 100 Prozent gewährleistet sein muss.

Und wenn wir dem sagen, pass auf, wir sind ein tolles Unternehmen und haben jetzt gerade was entwickelt und glauben, dass das für dich mit Sicherheit passen könnte und er, ich sage mal, darunter eine Produktionsstätte ist und wenn die, ich sage mal, Produktionsstraße für zwei Stunden kein Licht hat und nicht produzieren kann, dann potenziell auch schnell die Ausfälle in die 10.000, 100.000 oder Millionen gehen. Da sind, ich sage mal, wirklich die absoluten Top-Lösungen dann auch, was die Funkverbindung oder sonstiges angeht, sind da gefragt und auch dementsprechend irgendwo die Sicherheiten, die wir unseren Kunden geben müssen. als dass wir sagen können, okay, da gibt es eine Firma, die Tag und Nacht nur sich um das Thema Funksteuerung mit kümmert, mit denen arbeiten wir zusammen, mit denen haben wir gemeinsame Lösungen entwickelt, dann auch der Kunde eine Kaufentscheidung zu unseren Gunsten eher fällt.

Ja, fände ich total spannend. Also vor dem Hintergrund macht das total Sinn, dass das Licht ein total sicherheitsrelevantes Gut ist. Ich habe am Anfang meiner Karriere mal Steuergeräte mitentwickelt, also für eine Firma gearbeitet. Wir haben Steuergeräte unter anderem für Airbus gebaut. Und da habe ich Steuergeräte für die Lichtansteuerung in Kabinen gebaut. Und das war von der Einstufung her aber nur so ein mittlerer Level. Wo ich, deswegen, ich persönlich habe Licht immer mit so einem mittelmäßigen Sicherheitslevel verbunden, aber einfach in so einer Flugzeugkabine, vielleicht hat da mal jemand irgendwo ein bisschen Angst, wenn es dunkel wird, aber erstmal passiert ja nichts Schlimmes. Und die hohen Anforderungen, also ich habe für einen Hersteller von Gasmesstechnik mal gearbeitet, da ging es halt wirklich um Leben und Tod. Wenn da das Messgerät irgendwo ausfällt und da irgendein Gaseinbruch nicht detektiert wird, dann können da Leute umfallen.

Richtig, richtig. Also wir können das Thema auch noch viel weiter spinnen mit dem Thema Licht. Also A, es ist ein sicherheitsrelevantes Thema, nicht nur in Produktionsstätten. Ich meine, der Geldausfall, der durch ein, zwei Stunden oder noch längeren Produktionsausfall ist, ist die eine Sache. Es ist aber auch dann dementsprechende Sicherheitsthemen, wovon du sprichst. Also wenn wir jetzt in Bereichen sind, wirklich von infrastruktureller Bedeutung, sprich Stadt Zürich fallen dann Leuchten aus und jemand fährt, weil er ein Kind nicht gesehen hat, dann mit seinem Auto irgendwo hin. Das sind Themen, aber das Thema Licht ist auch manipulativ, als dass man Stimmung beeinflussen kann. Wir können Farbakzentuierung setzen, sodass Produkte mit Sicherheit in dem Shop oder in dem Supermarkt besser aussehen, als wenn man die Tüte dann zu Hause aufmacht.

Also das Thema Licht, jeder benötigt es, bloß keiner denkt dran. Man drückt auf den Schalter und Licht ist da. Aber es hat so, so viele Facetten, was man, gut, ich als derjenige, der Tag und Nacht nur über Licht nachdenkt oder sich mit Licht beschäftigt. Aber es sind wirklich sehr, sehr viele Facetten, die das Thema mit sich bringen. Und das ist extrem spannend. Und das wird mich auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte wahrscheinlich dann dementsprechend fesseln.

Ist auch einfach ein spannendes Thema, muss ich sagen. Ich baue auch sehr gerne Dinge, die mit Licht zu tun haben. Wir haben da auch gerade so ein Prototypenprojekt, über das ich leider nicht viel reden darf. Gut. Ich würde gerne nochmal auf die Kunden zurückkommen. Du hast immer mal gesagt Old Economy und so. Wie weit denken da Kunden von euch voraus, Digitalisierung und Licht zusammenzubringen? Also trägst du das an die heran und sagst, guck mal hier, wenn ihr das und das macht, habt ihr Vorteile oder kommen die und fordern?

Ja, also es ist tatsächlich ein Mix. Es gibt sehr progressiv vorausdenkende Kunden. Also wir haben im aktuellen Fall, ich sag mal, wo wir in einem Einkaufszentrum in Süddeutschland zum Beispiel komplette Teile beleuchten, beziehungsweise die ganzen Fahrtreppen unter Beleuchtung. Und ich diesem Kunden, wobei er natürlich auch die Nuancen mitbrachte, aber wo wir uns jetzt darüber unterhalten, welche Farbe zu welcher Jahreszeit oder zu welcher Uhrzeit passen würde, damit sich ein potenzieller Besucher dieses Einkaufszentrum so wohl fühlt, dass er auch die Schatulle in den jeweiligen Shops öffnet. Das heißt, also da geht das Thema schon recht weit. Wenn wir das Thema Steuerung, was du ansprachst, kommt es immer mehr. Also natürlich sprechen wir es bei jedem unserer Kundenkontakte auch gerne an, dass ein zusätzliches Einsparpotenzial dadurch entsteht, wenn man das Tageslicht noch mit einfängt und dementsprechend die Leuchten nicht jederzeit zu 100 Prozent fährt, sondern mit dem Tageslicht dann zu einem gewissen Prozentsatz weniger.

Es gibt häufig mittlerweile das Thema der Bewegungssensorik. Also das heißt, wir haben, ich sage mal gerade in Lagern, in Hochregallagern, dass wir da Mittel und Wege finden, dass wenn Gabelstapler in ein Lager hineinfahren, dass sich das dann dementsprechend vor ihm hochdimmt und hinter ihm wieder runterdimmt, das Licht. Das heißt, wir generieren zusätzliche hohe Einsparpotenziale für den Kunden, die sich dann auch sehr, sehr schnell wieder für den Kunden rechnen. Also die zusätzlichen Ausgaben durch das Thema Sensorik, durch das Thema intelligente Steuerung, durch das Thema intelligente Leuchten, generiert wieder zusätzliche Einsparpotenziale und das ist dann irgendwo wieder für die meisten Entscheider ein Business Case.

Wie am Ende ja alles. Ja, aber doch macht total Sinn. Ich meine, jetzt ist mir noch kein Energiesparberater über den Weg gelaufen, der über Licht geredet hat. Also in der Regel versuchen die mir andere Gasverträge anzudrehen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das...

Ich meine damit auch nicht unbedingt jetzt den klassischen Versicherungsoptimierer oder solche Dinge, sondern das sind oft TÜV-zertifizierte ISO, die die ganzen ISO-Richtlinien durchziehen, also ISO 5001 in dem Fall, wo Unternehmen ab einer bestimmten Größe jedes Jahr gewisse Einsparungen im Thema Energieverbrauch nachweisen müssen. Und da sind wir genau an dem Punkt, dass das Thema Licht, egal wie klein, wie groß eine Firma ist, stets, und das ist auch unabhängig davon, ob es ein produzierendes Gewerbe ist oder anderweitig, stets einen großen Faktor darstellt im Einsparpotenzial für den Energieverbrauch. Also insofern ist das für jegliche Form von Unternehmen, für jegliche Form deiner Zuhörer, sei es auch irgendwo im kleinen Büro, ist es tatsächlich ein Thema, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ja, und ich finde es spannend, dass, also die Beispiele, die du gesagt hattest, machen so Sinn. Das ist halt nicht einfach nur, ich ersetze jetzt irgendwie eine alte Glühbirne durch eine neue Energiesparlampe, sondern ich kann da einfach durch schlaue Sachen, ja auch Energie einsparen, aber einen Zusatz nutzen. Richtig, richtig, ja. Wo ich bei diesem Standard-Einsparberater, der mir einen anderen Gasvertrag andrehen will, ja letztendlich nur die Cent pro Kilowattstunde.

Richtig, also es geht ja tatsächlich noch viel, viel weiter. Also es ist ja nicht nur das Einsparpotenzial selber, es ist die Erhöhung der Arbeitssicherheit durch eine bessere, homogenere Ausleuchtung in den Plätzen. Es geht weiter, als dass Mitarbeiter motivierter sind, dadurch, dass sie jetzt tatsächlich sehen, was auf ihrem Platz in dem Lager oder sonst wo passiert. Also insofern sprechen wir da über Faktoren, die noch viel, viel weiter über das klassische Thema, was man einfach über eine Amortisationsrechnung schaffen kann, noch zusätzlich generieren. Und das ist, wie du es sagst, also das ist mittlerweile weit ab von dem, wenn wir jetzt sagen, wir drehen eine Röhre raus oder wir drehen eine Birne raus und ersetzen die durch eine Retrofit-Lösung. Also da sind wir auch nicht der richtige Ansprechpartner für.

Spannendes Thema. Also ich muss gestehen, ich habe nie so weit drüber nachgedacht, was für ein Einfluss Licht auf alles hat und was man damit so machen kann. Ja, also wir hatten uns vorgenommen, nicht wieder auf die Stunde hin zu steuern und wir steuern auf die halbe Stunde hin. Von daher würde ich jetzt zu den Abschlussfragen kommen. Ja, gerne. Es sei denn, du hast noch irgendwas, was ich vielleicht noch nicht gefragt habe, was aber spannend ist zum Thema Digitalisierung.

Nein, also wir haben viele Punkte abgedeckt. Natürlich, um die einzelnen Schritte der Digitalisierung für uns als Unternehmen darzustellen, brauchen wir wahrscheinlich tatsächlich die Stunde oder mehr. Aber so konnten wir zumindest an der Oberfläche kratzen, die verschiedenen Teilbereiche und die verschiedenen Herausforderungen, die für uns das Unternehmen jetzt in den mittelfristig oder kurzfristig, mittelfristig oder langfristig entstehen, zumindest mal kurz darstellen.

Okay, dann erste der drei Schlussfragen. Was ist das größte Thema im Kontext der Digitalisierung, was du für dich, für euch angehen willst in der kommenden Zeit?

Ich möchte das Unternehmen digital für unsere Kunden, und da spreche ich von jeglichen Formen von Kunden, so verständlich machen, als dass unsere Kunden es auch tatsächlich verstehen. So blöd wie dieser Satz klingt, aber meine große Motivation ist es tatsächlich, dass wir als Unternehmen uns auch dadurch noch weiter von vielen Marktteilnehmern differenzieren, als dass wir auf verständliche Art und Weise unsere Lösungen bzw. unsere Leistungen, die weit ab von dem Standard eben gehen, verständlich machen und es auch schaffen, digital unsere Kundenklientel anzusprechen. Das klingt erstrebenswert. Ja gut, ob man es dann schafft, ist was anderes, aber wir geben uns Mühe.

Ja, ich werde auf jeden Fall die Homepage verlinken. dann kann man sich da alle drei Monate

mal ein Bild machen. Ja gut, der aktuelle Stand ist tatsächlich so, dass er verbesserungswürdig ist, aber auch da arbeiten wir jetzt die nächsten Wochen und Monate noch daran.

Okay. Nächste Frage. Gibt es eine Quelle, mit der du dich aktuell hältst, so Fokus Digitalisierung, die du gerne empfehlen möchtest?

Also ich versuche, Was das Thema Digitalisierung angeht, natürlich mir, also sagen wir es mal so, ich versuche über einen Tellerrand zu schauen und bin fasziniert von Unternehmen, die komplett auf digitaler Basis komplette Geschäftsmodelle umsetzen und was da so alles möglich ist. und versuche einfach aus dem Markt heraus mir Ideen zu ziehen, was man eventuell in unserem Bereich übertragen könnte oder inwieweit man Ideen weiterentwickeln könnte. Ich habe den Gründerszenen Newsletter abonniert, aber ansonsten bin ich jetzt kein Leser von Foren, die das Thema Digitalisierung oder Sonstiges thematisieren. Ich versuche wirklich mit gesundem Menschenverstand und mit offenen Augen, mir viele Modelle anzuschauen.

Und da geht es los, wie man heutzutage sein Taxi bestellt oder wie man sein Essen bestellt oder, oder, oder. Inwieweit man gewisse Modelle auch eine Ebene weiterbringen kann. Und das eben mit dem Hintergrund, den ich ja heute schon thematisiert habe, dass unsere Klientel nicht unbedingt so 18 oder 19 Jahre alt ist und sehr affin ist, wie das Ganze funktioniert.

Ja, kann ich mir gut vorstellen. Okay, letzte Frage. Hast du jemanden im Sinn, den du gerne in einer kommenden Episode hier im Podcast hören würdest?

Ja, denn es wird ja viel aktuell darüber diskutiert, wie die deutsche Autoindustrie, die ja vermeintlich über Jahrzehnte weltweit marktbeherrschend war, den Zug so langsam verpasst. Zwar erzählen, ich sag mal, an Volkswagen und wie sie heißen, wie toll und wie fortschrittlich sie in dem Bereich Digitalisierung unterwegs sind. Ich komme gerade aus Asien, sehe in Städten, wie dort elektrische Busse durch die Gegend fahren, sehe, dass jedes Taxi in gewissen Teilen Chinas elektrisch fährt. Und würde mich und zwar alles nicht mit europäischen Marken, sondern dann mit dort ansässigen Produkten oder mit dort ansässigen Firmen, die die ganze Infrastruktur da ausgestattet haben. Und insofern würde mich mal sehr interessieren, ich weiß nicht, auf welche Ebene du kommst, ich traue dir sehr viel zu, aber dass du mit jemandem, einer der großen deutschen Automobiler, da vielleicht einen Vertreter findest, die dich ein wenig über die Digitalisierungsstrategie, dass sie dich da einweihen, dir eventuell darüber ein wenig erzählen und du die auch mit ein, zwei kritischen Fragen vielleicht mal hinterfragen kannst.

Ob sie tatsächlich sich zutrauen, ob sie voll auf der Höhe sind, ob sie auf dem Zug mitfahren, wo manche Marktteilnehmer schon drauf fahren und ordentlich nach vorne gehen.

Das ist eine spannende Herausforderung. Ich nehme mir die Herausforderung an.

Wobei ich glaube schon, dass so viel wie über das Thema Digitalisierung gerade im Automotive-Bereich gesprochen wird, dass du mit Sicherheit da auch Vertreter von gewissen Marken findest, die bereit sind, mit dir den Podcast zu machen. Und dabei wünsche ich dir viel Erfolg.

Dankeschön. Also ich habe ja gelernt bei Auto Wichert, als wir da bei der letzten Veranstaltung waren, dass Audi zumindest insoweit von Tesla gelernt hat, dass man jetzt Geld bezahlen muss, um den e-tron vorbestellen zu dürfen.

Schon mal ein erster Schritt. Genau. Die Frage, wie zielführend das ist, aber ja.

Genau, ja. Ja, ich bin gespannt. Also mir fallen da tatsächlich ein paar Leute ein, die ich kenne, die mir dann Kontakt verschaffen können. Wir werden sehen, bei welchem der deutschen großen Autobauer ich lande am Ende. Und wann. Okay. Ja, ganz vielen Dank, dass du dich so spontan bereit erklärt hast, dich hier in meinem Auto interviewen zu lassen.

Ja, also ich danke dir, dass ich die Möglichkeit habe, über das Thema zu sprechen und hoffe, dass auch für die Zuhörer ein interessantes Thema war, wo ich aus einem komplett anderen Teil komme. Bestimmt.

Okay. Ja, das war das 38. Interview Wege der Digitalisierung mit Tobias von Übex. Ganz vielen Dank nochmal. Alles, was wir genannt haben an Quellen, an Leuten und so weiter, werde ich wie immer in den Shownotes verlinken auf wegederdigitalisierung.de. Das hier ist das 38. Interview. Ich freue mich wie immer, wenn ihr kommentiert, wenn ihr es teilt, wenn ihr es weiterempfehlt. Schreibt mir auch gerne E-Mails, kommt auch mittlerweile erfreulich häufig vor. Ja, und ich freue mich aufs nächste Interview und bis zum nächsten Mal. Musik

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