Spezial08.04.202058 Min
SONDERAUSGABE: Wie begleiten Führungskräfte ihre Mitarbeitenden gut durch die Coronakrise?
Im Gespräch: Petra Carlsen (Change Manufaktur)

Worum es geht
Petra Carlsen von der Change Manufaktur erklärt, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter in der Coronakrise mit Transparenz, Vertrauen und klaren Zielen begleiten.
Petra Carlsen von der Change Manufaktur begleitet Veränderungsprozesse in Unternehmen. Sie hat IT-Ausbildung und arbeitet als Change Manager, Agile Coach und Workshop-Trainer.
Sie betont, dass die aktuelle Krise durch Corona eine neue Dimension der Unsicherheit bringt. Führungskräfte müssen täglich Entscheidungen treffen, ohne klare Aussichten. Die wichtigsten Maßnahmen sind: tägliche, ehrliche Kommunikation, klare Ziele und Vertrauen in die Mitarbeiter.
Besonders herausfordernd ist die Balance zwischen Struktur und Flexibilität im Homeoffice. Mitarbeiter mit Kindern oder veränderten Lebensbedingungen brauchen mehr Verständnis. Führungskräfte sollten Fragen stellen, Feedback einholen und gemeinsam Lösungen finden.
Carlsen warnt vor frühzeitiger Rückkehr zu alten Strukturen. Veränderungen müssen ausreichend Zeit haben, um evaluiert zu werden. Die Krise zeigt, wie fragil globale Lieferketten sind und welche Jobs systemrelevant sind – wie Pflege, Erntehilfe oder Regalbestückung.
Ursprüngliche Shownotes 08.04.2020
Das Coronavirus stellt unsere Welt gerade ordentlich auf den Kopf. Auch an den deutschen Unternehmen – vom Kleinbetrieb bis zum Konzern – gehen die Maßnahmen gegen das Virus nicht spurlos vorbei: Kurzarbeit, Homeoffice, Umsatzeinbrüche und eine ungewisse Zukunft. Das sind nur einige der Folgen. Doch die aktuellen Zustände könnten auch positive Effekte haben.
In unserer zweiten Corona-Sonderausgabe sprechen wir mit Petra Carlsen, Inhaberin der changemanufaktur. Sie berät Firmen, Führungskräfte, Teams und einzelne Mitarbeitende zu den Themen „Digital Leadership“ und „Change“. Im Interview mit Nils gibt sie Tipps, was Unternehmenslenker jetzt tun können, um mit den plötzlichen Veränderungen bestmöglich umzugehen. Zudem erklärt sie, wie man die Mitarbeitenden sinnvoll durch die Krise begleitet.
Eine Veränderung, der wir ausgeliefert sind
Unserer Gesellschaft, den Unternehmen und den einzelnen Menschen wird aktuell allerhand abverlangt. Über Nacht scheinen wir in einer komplett anderen Wirklichkeit zu leben. Firmenlenker und Führungskräfte stellt das vor ungeahnte Herausforderungen. Zwar sind Veränderungsprozesse in Unternehmen meistens mit Hürden und Unwägbarkeiten verbunden. Typischerweise werden diese Veränderungen aber von den Unternehmen selbst angestoßen: Der Veränderung geht eine konkrete Planung voraus, etwa was zeitliche Umsetzung oder finanzielle und personelle Ressourcen betrifft, und es gibt klar definierte Ziele.
Bei der Corona-Pandemie ist das anders: Hier erleben wir alle eine Art von Veränderung, die uns aufgezwungen wird und der wir in gewisser Weise ausgeliefert sind. Und: „Alles, was momentan passiert, ist für jeden von uns neu“, erklärt Carlsen. Wir haben keine Erfahrung damit, sondern lernen gerade gemeinsam – und zwar global. Für Arbeitgeber und Führungskräfte bedeutet das: Auch sie können aktuell wenig tun, außer informiert zu bleiben und dann für den eigenen Mikrokosmos „Unternehmen“ überlegen, welche Maßnahmen heute sinnvoll sind, damit es die Firma morgen noch gibt.
Klar, offen und ehrlich kommunizieren
Ein Arbeitgeber kann nicht prognostizieren, wie die Zukunft aussehen wird, meint Carlsen. Das müsse er aber auch gar nicht. Wichtig sei allein, dass er mit seinen Mitarbeitenden kommuniziere – und das am besten täglich. Schließlich ändere sich auch die Sachlage täglich. Deshalb sollte man möglichst jeden Morgen das Gespräch mit dem Team suchen.
Dabei darf man laut Carlsen ruhig über die eigenen Ängste und Sorgen sprechen. Gleichzeitig sollte man aber unbedingt auch Chancen und Perspektiven aufzeigen. Darüber hinaus sei es wichtig, klare Ansagen zu machen und konkrete Ziele vorzugeben. Denn es sei unabdingbar, Orientierung zu bieten in dieser chaotischen Zeit.
Und schließlich sollte man die Mitarbeitenden einbeziehen und sie ganz konkret fragen, was sie jetzt brauchen und wo sie sich Unterstützung wünschen. Zu einer guten Kommunikation gehöre dementsprechend auch, stets ein offenes Ohr zu haben und wirklich zuzuhören.
Entscheidungen treffen – und eventuell revidieren
Neben der klaren und offenen Kommunikation müssen Führungskräfte laut Carlsen jetzt auch bereit sein, schnell Entscheidungen zu treffen. Und sie müssen den Mut haben, diese Entscheidungen immer wieder zu hinterfragen, anzupassen, gegebenenfalls wieder zu revidieren oder aber „noch eine Schippe draufzulegen“, so die Expertin.
Als positives Beispiel hierfür nennt sie die Bundesregierung, die die Maßnahmen stets der neuen Faktenlage anpasst. Wichtig dabei sei, sich immer wieder klar zu machen, dass man als Arbeitgeber nicht prognostizieren muss, was du Zukunft bringt. Die Rolle des Arbeitgebers sei lediglich, vorausschauend zu denken und jeden Tag fähig zu sein, Entscheidungen zu treffen und diese verständlich zu vermitteln.
Die Krise als Chance
Für Unternehmen, die schon vor der Coronakrise eine offene Kultur gelebt haben, mögen die genannten Aspekte vergleichsweise leicht umzusetzen sein. Firmen mit einer weniger offenen Unternehmenskultur könnten sich hingegen durchaus schwertun mit den aktuellen Anforderungen. Gleiches gilt für Firmen, die dem Homeoffice und dem mobilen Arbeiten bislang eher skeptisch gegenübergestanden haben. Gerade für diese Unternehmen könnte die aktuelle Krise aber auch eine riesige Chance sein.
„Manchmal ist es auch gut, wenn sich Menschen plötzlich bewegen müssen“, ist Carlsen überzeugt. Und die derzeitigen Umstände würden uns gar keine andere Wahl lassen, als zu reagieren. Denn wer jetzt noch am Alten festhält, wird nicht weiterkommen.
Für Führungskräfte bedeutet das: Sie haben jetzt die Chance und Pflicht, gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden zu lernen und neue Wege einzuschlagen. Auf Führungsebene heißt das, dass man nun lernen müsse, loszulassen und den Untergebenen zu vertrauen. Auf Ebene der Mitarbeitenden wiederum bedeute es, dass sie jetzt ihre Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten aktivieren müssten – auch und gerade, wenn das bislang eher wenig von ihnen gefordert wurde.
Aufbau einer wahrhaftigen Vertrauenskultur
Und noch einen weiteren Vorteil kann die aktuelle Lage mit sich bringen: Die Corona-Pandemie ist die ultimative Chance, eine wahrhaftige, tiefgreifende Vertrauenskultur im Unternehmen aufzubauen. Dafür ist es laut Carlsen zum einen wichtig, Entscheidungen einzig und allein zum Wohle der Firma und der Mitarbeitenden zu treffen – und nicht um des eigenen Fortkommens Willen.
Zum anderen sei es zentral, wirklich feinfühlig mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen. Denn, so Carlsen, Corona ist die Bedrohung für den Menschen. Es ginge hier tatsächlich in einigen Fällen um Leben und Tod und neben der Angst um den Job würden sich viele auch um ihre Gesundheit und das Leben der engsten Familienangehörigen Sorgen machen. Daher müsse in einer Krise wie dieser letztlich immer der Mensch im Mittelpunkt stehen.
Oder wie es Carlsen lapidar ausdrückt: „Scheiß auf den Umsatz, wenn ich dafür aber meine Mitarbeiter mitnehme und Vertrauen aufbaue und ihnen das gute Gefühl gebe, dass wir gut durch die Krise kommen.“
Viel Spaß beim Zuhören!
Transkript
9.048 Wörter
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Hallo und herzlich willkommen zur zweiten Corona-Sonderepisode des Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute aus Gründen wieder per Skype. Ich spreche mit Petra Karlsen von der Change Manufaktur. Wir haben das vierte Interview, das ist schon eine ganze Weile her, geführt. Damals unter dem Stichwort Technik treibt Kultur. Und da wir gerade einen Instagram-Kanal gelauncht haben und da unsere ganzen ehemaligen Podcast-Gäste nochmal angeschrieben haben, ob wir ein paar tolle Bilder bekommen können, kam das Angebot, dass wir doch im Zuge der aktuellen Situation ein Follow-up-Gespräch machen könnten. Weil es steckt im Namen Change-Manufaktur, Petra begleitet Veränderungsprozesse. Wir haben über Digitalisierung gesprochen. Gerade ändert sich die Welt eigentlich für alle, die da draußen rumlaufen oder zu Hause rumsitzen.
da macht es ja einfach Sinn mal darüber zu sprechen, was sind Petras Erfahrungen und ihre Empfehlungen zu der aktuellen Situation wie wir damit alle irgendwie ein bisschen besser klarkommen. Ganz vielen Dank Petra, dass du dir die Zeit nimmst für ein zweites Interview Es haben natürlich alle unser Gespräch von vor zwei Jahren gehört, aber trotzdem stell dich doch nochmal in ein, zwei, drei Sätzen vor, was machst du so im Alltag Was macht die Change Manufaktur?
sondern ich begleite die Menschen, die beteiligt sind an so einem Prozess. Und das kann sein, die eben der Beschäftsführer, Vorstände, Führungskräfte, die halt sagen, wir sind die Owner des Challenges, wir haben die Idee gehabt, wir möchten jetzt das durchplanen, wir wissen nicht genau, mit welchen Ressourcen und was passiert da mit den Menschen und den Mitarbeitern oder aber auch ganze Teams, die ich begleite oder auch einzelne Mitarbeiter im Coaching, wenn es um Veränderungen geht. Und seien wir mal ganz ehrlich, ich komme aus der IT. Ich habe seit Mitte der 80er Jahre meine IT-Ausbildung gemacht und eigentlich begleitet im Berufsleben Change. Change ist begleitend permanent und ständig. Das haben wir auch damals schon festgestellt.
Nur das Neue oder das, was uns, was heißt neu, aber das, was natürlich gravierend inzwischen ist, ist das Tempo. Wie viele Veränderungen permanent neu angestoßen werden und wie schnell sie auch umgesetzt werden oder auch werden müssen in Teil. Also der Druck von außen nach innen, von innen nach außen, der ist immens. Und dafür macht es Sinn, dass sich Unternehmen sehr häufig von außen Unterstützung holen. Menschen, die vielleicht drauf gucken und einen klaren Blick haben, einen neutralen Blick auch haben, Dinge sehen, die ich vielleicht als Betriebsblinder oder als Interner einer Firma gar nicht mehr so sehe und mir einfach auch Tipps und Impulse hole. Und das ist meine Aufgabe. Sei es jetzt als Moderator, sei es als Change Manager.
Ich bin auch in Teilen jetzt gerade, was das ganze Thema Neuarbeitswelt angeht, auch als Agile-Coach unterwegs. Das heißt, da in dieser Rolle des agilen Coaches eben auch ganze Team begleiten, in die neue Arbeitswelt auch einzufügen. Oder aber auch als, ja, ganz, sag mal, Workshop-Trainer zum Thema Veränderung, wo ich auch als Mündung die bloße Theorie wiedergebe. Also die ganzen beiden Reihen. Ich hoffe, das war kurz genug.
Ja, doch. Also stimmt. Jetzt hast du gesagt, die Veränderung wird immer schneller. Wir haben damals unser Interview unter das Stichwort gestellt, Technik treibt Kultur. Jetzt stehen wir ja gerade vor einer Herausforderung, wie sie, glaube ich, die meisten Leute, die jetzt im Arbeitsleben stecken, noch nie erlebt haben. Also selbst die Finanzkrise und selbst die Dotcom-Krise und all die anderen Krisen, wie wir sie genannt haben, die waren auch wirtschaftlich gesehen irgendwie schlimm. Aber das, was wir jetzt erleben, dass mal eben über Nacht im Prinzip jeder einzelne Mensch ins Homeoffice geschickt wird, das ist ja eine Art von Veränderung, die uns aufgezwungen wird, die ist ungeheuerlich. was würdest du sagen, sind denn die größten Probleme daran?
Also ich meine, das Offensichtliche ist, ich habe von Firmen gehört, die mal eben 200 Laptops kaufen mussten, das sind so die handgreiflichen technischen Probleme, die kann sich jeder vorstellen. Aber damit ist es ja nicht getan. Also wenn ich jetzt mit einem Laptop nach Hause geschickt werde und VPN-Zugang kriege und mir dann gesagt wird, und jetzt machen wir weiter wie gehabt, das funktioniert ja nicht. Was für Change wird einem Unternehmen, sowohl den Führungskräften als auch den Leuten, die jetzt zu Hause arbeiten sollen, da gerade abverlangt?
Also du hast es eben so schön gesagt, gehen wir davon mal aus, die Technik steht. Das sind die kleinsten Probleme, dass jeder seinen Laptop da hat mit einem tollen Anschluss, Internetverbindung, die auch funktioniert und nicht zockelt. Das ist auch schon eine Herausforderung übrigens in diesem Land teilweise. Aber ansonsten, wenn wir davon ausgehen, dass das alles steht, finde ich, dass das, was hier jetzt gerade passiert, eine Dimension ist, die hat, glaube ich, von uns keiner erlebt. Also ein Virus, eine Epidemie oder sonst irgendwas, das hat sowieso keiner von uns in den letzten 50 Jahren erlebt oder 60 Jahren. Wann war die spanische Grippe? 1900 rum, das war natürlich, das ist überhaupt nicht zu vergleichen und da war auch keiner von uns.
Das heißt, alles das, was momentan passiert, ist für jeden von uns neu. Das sagt, das hört man auch in den Medien überall, alle sagen natürlich, wir haben keine Erfahrung damit, wir können jetzt vielleicht davon lernen von China, weil die zwei Monate vorher die Pandemie hatten und jetzt dabei sind, wo die Kurve sich so langsam wieder ein bisschen reduziert mit der Infektion. Aber ansonsten, sage ich mal, ist das Lernen gemeinsam und zwar global. Und keiner weiß, und das finde ich nochmal diese außerordentliche Dimension, der Virus, dieser sogenannte Coronavirus, ist etwas, was keiner von uns kennt, wo keiner weiß, was macht das noch mit uns, was macht das mit den Menschen, mit der Gesundheit und mit der Wirtschaft.
Keiner von uns weiß es, in welchem Tempo, in welcher Zeit und wie er holt es sich. Gibt es Schleifen, gibt es noch mehr Schützen wie Kokoschütze, wann ist ein Ende? Das ist alles total unbekannt. Und das heißt, Corona ist eine Bedrohung eigentlich von draußen in Anführungsstrichen. Und Corona ist nicht die Veränderung. Die Veränderungen kommen durch diese Bedrohung. Und da ist jetzt Homeoffice eine Veränderung. Aber das ist schon mal diese Dimension. Wenn Unternehmen da vor, wir wollen, dass wir heute zu hoch einrichten oder wir ziehen um oder wir erweitern uns und stellen neue Leute ein. oder wir haben, was weiß ich, für den neuen Software ein, das sind Veränderungsprojekte, dann sind das irgendwie so, ich sag mal, Ziele, Dimensionen, die kann man sehr gut definieren.
Und mit einer guten Planung wird nicht immer gemacht, aber oft eben, man kann gut planen in der Regel, kann nicht sagen, was habe ich für Geld, was habe ich für Ressourcen, welche Mitarbeiter habe ich, was brauche ich für Ressourcen, wann will ich anfangen, wann will ich zu Ende sein. Das Handwerkszeug, das kennen wir, irgendwie. Und jeder von uns hat solche Projekte auch schon im Moment, Das heißt nicht, dass es immer glatt läuft, weil auch immer Unbekannte dazwischen rät. Aber irgendwie wird uns wahrscheinlich zukünftig dann unsere Veränderungsprozesse außerhalb von Corona live scheinen, wenn diese Drohung nicht da ist. Und wir kennen das. Aber jetzt kennen wir es nicht. Und das ist das, und du sagtest eben deine Frage, bei den größten Problemen.
Das ist das Thema, Corona ist sicherlich kein Thema, aber das können wir nicht händeln. Da kannst du auch nichts machen als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. Du kannst nichts tun, außer immer nur die Fakten und die Daten sammeln, aber du weißt nicht, wie viel interessiert wird es gehen, wie wird die Wirtschaft noch sich entwickeln und so weiter. Du kannst nur in deinem Mikrokosmos-Unternehmen überlegen, welche Maßnahmen brauche ich oder meine ich heute durchführen zu müssen oder planen zu müssen, damit es uns morgen noch geht. Das ist eine riesen, riesen Herausforderung. Und das ist eine Lebensenaustörung für dich, strategisch als Unternehmer, wirklich jeden Tag neu zu überdenken, neue Fakten zu sammeln, dich in den Dialog zu geben mit Menschen, die vielleicht mehr wissen, was anderes wissen und so weiter, und dann eine Entscheidung zu treffen, wie gestalten wir das morgen.
Also, ich muss als Unternehmer, glaube ich, heute unheimlich nah, unheimlich wach sein, auch im Austausch gegenüber anderen, weil das Thema ist so komplex. Das kann sogar nicht alles allein wissen. Und ich muss auch Entscheidungen treffen können. Ich muss aber auch den Mut haben, diese Entscheidung, so wie das unsere Bundesregierung auch gemacht hat, vielleicht erinnerst du dich mit dem vor drei Wochen, jeden Tag haben wir eine neue Sanktion und eine neue Aktion, wie wir das Leben zukünftig zu bestreiten haben. Von, ja, ich weiß nicht, wir haben Restaurants und Besatzien vorgeöffnet, bis auf einmal eine komplette Sperre und alles geschlossen und so weiter. Das war dann ein Prozess. Und so wird es gegen Unternehmer jetzt auch noch weitergehen, dass du dir überlegen musst, was mache ich denn?
Und dann klar war logisch, in dem Moment, wo es hieß Kontakt-Sperre oder Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung, diese Worte teilen ja, dass du gesagt hast, alle meine Leute, wer kann, arbeitet bitte von zu Hause. Musste auch schon sein, weil viele seiner Arbeitnehmer haben Kinder. Das heißt, es braucht eine Betreuung, weil die Schulen sind ja aufgeschlossen und so weiter und so weiter. Also war das eine der ersten Entscheidungen, die wir durch die Hohenarbeitsplätze ein. Aber Sie lernen, dass es in der Zeitpunkt nicht eine einzige Entscheidung sein wird, oder?
Nö, mit Sicherheit nicht. Aber wie du gesagt hast, diese Unsicherheit ist ein ganz relevanter Teil. Ich kann ja gerade nicht mal sagen, also natürlich habe ich eine Meinung, Aber ich bin weder Virologe noch Wirtschaftsweiser. Ich weiß nicht, ob ich jetzt für drei Wochen plan, für drei Monate oder für, wenn ich für drei Jahre planen muss, dann habe ich andere Sorgen. Aber dieser Zeitraum ist einfach unvorhersehbar aktuell. Man kann da gewisse Erwartungshaltungen an den einen oder anderen Fall hängen. Aber das muss ich ja meinen Leuten auch kommunizieren.
Ganz genau. Und da hast du bei euch schon was gesagt. Du musstest deinen Leuten kommunizieren. Und genau das ist das, was Führungskräfte oder Unternehmer oder wie du Inhaber deiner Firma und Führungskräfte, du bist alles in einem sehr nah mit drin bei den Leuten und so weiter. Ihr müsst ehrlich und offen und klar kommunizieren. Und zwar auch, ich sag mal, nicht nur einmal in der Woche, sondern am besten täglich. Weil die Lage ist ja so, wahrscheinlich machst du es inzwischen auch so. guckst hier morgen in deinen Ticker rein, was gibt es neue Nachrichten zu Corona? Angefangen über, was gibt es für Fördermittel? Auch was ändert sich da ständig? Oder gibt es die jetzt endlich? Und können wir uns da einloggen und Anträge stellen bis hin zu eben, wie viele Zahlen, ist die Kurve flacher geworden?
Was sagt denn, was dringt denn vielleicht schon durch an Gerüchten oder an Gesprächen von der Politik? Wie wollen die denn das Wirtschaftsleben nach dem 20. April bestellen? Alles das sind ja so Dinge. Also mir geht es ja so. Ich denke als Unternehmer genauso, ich muss mich genauso gucken, wie du auch, um meinen Alltag zu steuern. Und das würde ich auch jeden Morgen thematisieren. Weil, und auch die Mitarbeiter mit Einbeziehung, das setzt sich die Fonds eben, du hast mir zitiert, das sind 16 Leute, wenn ihr euch dann zum Daily trefft, das ist ja noch eine überschaubare Zeit, vielleicht weiß der eine, jedes oder dieses oder man beschwricht die Sachen. Finde ich ganz, ganz wichtig, weil wir glauben zwar immer, oh, dann reden wir und wir reden über unsere eigenen Ängste, macht das nicht den Mitarbeitern auch Angst?
Nein, du hast ja intelligente Leute bei dir und die sind mündig. Und ich finde, nimm sie mit ins Boot, spreche mit ihr, spreche auch deine Ängste an, spreche aber auch Chancen an und Perspektiven. Und sag dann auch, okay, jetzt haben wir die Sachlage vielleicht mal umrissen oder soweit wir das Sachlich alles übergreifen können. Was machen wir jetzt daraus? Für morgen arbeiten wir so. Oder die Entscheidung wird sein, jenes. Damit dann auch noch eine Finanzierung da ist. Den Mut musst du natürlich haben, wenn es übermorgen neue Zahlen gibt, entweder hoch, es ist ganz schnell beendet, das Virus oder die Auswirkung, dass man sagt, wir können es zurückbrudern und wir können auch alles anders machen.
Den Mut muss man natürlich jederzeit haben. Oder eben aber auch zu sagen, was die Bundesregierung auch machen wird, Wenn diese Pakete reichen ein bisschen nach April, dann müssen wir noch mal einen Schiff drauf nehmen. Also, dann muss es vielleicht noch mal einen Zeitraum mitbekommen. Vielleicht werden die Förderprogramme auch noch mal überdacht, weil man merkt, der Schirm ist zwar gut, aber er reicht nicht. Vielleicht kann es auch sein, dass über die Sommerferien alles normal läuft von Mai, Juni, Juli und im September merken wir, guck, die Zahlen gehen wieder hoch und dann gibt es nochmal eine Wiedererungsschaffung. Das wissen wir alles nicht, was da passiert. Aber das musst du auch nicht sagen, das musst du auch nicht prognostizieren. Du musst deinen Leuten nur sagen, meine Rolle als Unternehmer ist es jetzt oder heute Führungskraft, vorausschauend zu planen, zu denken, zu gucken und jeden Tag eigentlich fähig sein, Entscheidungen zu treffen.
Und diese Entscheidung gut zu kommunizieren, da geht es nicht darum, dass Mitarbeiter nicht wollen, nicht können oder sonst was, das ist überhaupt nicht, sondern es geht wirklich darum zu sagen, wir sind hier von außen momentan so gescheuert, beziehungsweise bedroht in Anführungsstrichen, dass wir das beobachten müssen. Und es kann sein, dass sich das, was ich heute gesagt habe, morgen nicht mehr gilt.
Also da kann ich jetzt aus ganz eigener Erfahrung sagen, das haben wir intuitiv von der ersten Minute an so gemacht. Aber im Prinzip kann ich sagen, weil unsere Kultur eh so war. Also wir sind innerhalb von vier Jahren irgendwie vom Sofa auf 16 Leute gewachsen.
Ja.
Und ich glaube, weil wir diese Kultur haben, weil wir hier einen sehr offenen, vertrauensvollen Umgang haben. Jetzt denke ich aber gerade an Firmen, in denen ich mal gearbeitet habe oder für die wir gearbeitet haben, wo ich einfach sehe, die haben nicht diese offene Kultur. Und möglicherweise ist das auch okay. Also ich sage ja auch ganz ehrlich, das, was wir hier haben, das kann ich vielleicht noch auf 20, 25 Leute skalieren. Und dann hat das eine Grenze erreicht, weil wir dann eine andere Art von Strukturen bräuchten. Wenn ich jetzt 300 oder 2000 Leute verwalten müsste, die spontan mal eben alle jetzt von zu Hause arbeiten, Da gibt es andere Kultur, da gibt es andere Prozesse und da möchte ich jetzt gar nicht bewerten.
Die ist nicht besser oder schlechter als unsere Kultur, sie ist nur ganz anders. Sie ist auf jeden Fall nicht so offen wie unsere. Wie kann ich als Führungskraft in so einem Unternehmen in der aktuellen Situation umgehen? Was müsste ich da tun, wenn dieser offene Umgang bisher nicht gang und gäbe war?
Du hörst mich atmen. Ja, die Frage ist nicht super eindeutig zu beantworten, weil ich sage mal, selbst auch du mit deiner offenen Kultur, wo ihr es gewohnt seid, ehrliche Worte und sehr viel Transparenz aufhalten zu lassen, werdet Fehler machen. Es ist einfach so. Wir sind im Umgang mit Menschen und die Ängste, die einzelnen Menschen, die aufzufangen, oder auch, dass wir uns da einführen können oder dass wir das auch bemerken, das wird schwierig. Ich glaube, dass hier, ich habe neulich ein schönes Sprichwort gehört von einem Psychologen, der einfach ganz klar sagte, das ist so heftig momentan, diese Veränderung, dass du im Grunde nur sagen kannst, okay, ich mache. Ich weiß, Homeoffice, ich mache jetzt.
Also gar nicht hinterfragen, wieso jetzt doch und hin und her und lange um einjahren, sondern dann würde ich machen. Und da kann ich allen, also wenn man bei dieser Technik, beim Technikthema Digitalisierung auch so ist, kann ich allen auch nur empfehlen, die bisher nur gutes Arbeiten in ihrem Unternehmen als nicht sinnvoll empfunden haben oder auch die Kultur des Austausches ist eben auch nicht so wahr, dass man eben virtuell arbeiten konnte, virtuelle Meetings und so weiter. Das ist ja nicht nur ein Technik- und ein Organisationsthema, sondern es ist auch ein Kulturthema, wie du so schön auch angesprochen hast. Und ich glaube, und manchmal ist es vielleicht auch nicht schlecht, ich hoffe, da komme ich jetzt nicht in die Züberschule, aber manchmal ist es so sehr gut, wenn es dann doch eine Minute vor 12 oder so ein Stück nach 12, dass sich Menschen bewegen.
Und in diesem Fall lässt uns jetzt ja dieser Virus keine Wahl, um zu reagieren. Weil ich glaube, das ist jedem klar, der jetzt festhält an dem Alten, der wird nicht weiterkommen. Denn das ist jetzt nicht in einer Woche zu Ende. Und ich glaube, diese Dimension, diese Aussicht hat es zwischen jeder. Also vielleicht auch zu sagen, okay, ich springe jetzt einfach rein, wie der Vorsche, das heiße Wasser, beziehungsweise werde ich jetzt rein gesprungen, sozusagen, nicht nur in die Freiburgsland, sondern werde ich da in die Reine gesprungen. Und ich bin jetzt sofort raus mit dem Thema, ja, okay, ich verändere was. Und das ist in diesem Bereich natürlich so bei Office, ist ein gewisses Thema. Und da kann ich nur sagen, dass die Führungskraft, die gerne gemeinsam mit ihren Mitarbeitern lernen müssen.
Das wird auch Schmerzen geben. Da bin ich von überzeugt. Und nicht jeder wird sofort die Art der richtigen Kommunikation finden und loslassen können oder aber auch mit der anderen Seite selbstständig arbeiten können in der eigenen Verantwortung. Das kann ja auch nicht jeder. Mitarbeiter, die bisher einen nicht so hohen Grad an der Selbstständigkeit hatten in ihren Jobs, die haben diese Fähigkeiten sicherlich in sich, aber sie haben sie lange nicht trainiert. Und das ist ein gewisses Thema, dass wir eigentlich auch Zeit bräuchten, um sowas zu erlernen. Also einmal Vertrauen entgegenbringen, die richtige Art der Kommunikation, die richtige Ansprache usw. Alles das, was bei mobil oder virtuellen Arbeiten auch notwendig ist.
Auf der einen Seite klare Ansagen und Ziele, auf der anderen Seite aber auch Vertrauen geben, dass der Mitarbeiter das tut. Ob das nicht mit der Tag tut, oder nach drei, oder in zwei Stunden oder fünf Stunden, wir haben ein klare Ziel vereinbart und aushalten können, dass man auch geliefert wird. Das ist das eine. Das andere ist, dass man kann der Mitarbeiter sich irgendwie entsprechend organisieren, hat eine Ressourcen für eine Tour zu hand, wie ist das so mit der Selbstdisziplin, gehe ich doch gleich in den Homeoffice nochmal über Wäsche waschen, verstand mich jetzt hier an einen neuen Projektplan zu setzen und so weiter. Das sind alles so Dinge, das muss man auch nicht mehr lernen. Und da glaube ich, dass von allen Seiten, egal ob das Mitarbeiter oder Führungskräfte, diese Art der Feedbackkultur, die wir in agilen Teams haben, das kennst du auch, mit deinen Daily Swarms, wo man dann zusammensitzt und auch sagt, hey, da komme ich nicht weiter, kann mir einer helfen.
Dann kriegt man ein Feedback und man bekommt vielleicht auch einen Lösungsansatz. Dass diese Kultur sich ziemlich schnell entwickelt, ist ganz wichtig. Dass wir Menschen jetzt Fehler machen, egal ob die Führungskraft ungeschickt kommuniziert oder eben, dass ihr Schwerfeld vertraut, den Mitarbeitern entgegenzubringen oder auch der Mitarbeiter einfach nur nicht so richtig weiß, so wie soll ich mich organisieren. Dass man wirklich sagt, hey, das ist doch unser gemeinsames Projekt. Ich unterstütze dich, wir unterstützen uns gegenseitig in Teams. Und vielleicht tut man sich auch Unterstützung von außen ran, sprich so jemand wie mich oder wie andere Coaches, die inzwischen sehr stark da auch in den Bereichen arbeiten, und sagt, wie kann man denn so mobile-arbeiten organisieren und so weiter.
Vielleicht kann man auch über Online-Moderationen auch diese Team-Teams mal moderiert machen, dass man auch von extern oder sich mit Personen damit rein wird, die nicht Teil des Systems ist, die einfach mal ein paar Fragen stellt und man dann gemeinschaftlich im Boot sitzt und sich in dieser ganzen neuen Situation auch befasst. Also ich glaube, was das total schützte wäre, wäre, wenn der Zeitdruck da ist, man sagt, das müsste weiter, in einer Woche muss das jetzt laufen, sondern wenn man sich wirklich gemeinsam die Zeit nimmt, auch gemeinsam zu lernen und Geduld daran macht. So, das war jetzt eine ganze Menge auf deine Frage.
Ich finde, ich habe ganz viel mitgeschrieben. Ich finde das aber großartig. Also diese drei Punkte, häufige Kommunikation, klare Ansagen und Ziele und Vertrauen entgegenbringen. Also das ist total offensichtlich. Man braucht alle drei. Also wir zum Beispiel haben eine sehr gute Kommunikation schon immer gehabt und über Remote-Fähigkeit hinweg uns auch erhalten. Wir haben es jetzt forciert, dass wir noch mehr kommunizieren. Und wir haben einen sehr vertrauensvollen Umgang. und ich habe gerade so den Eindruck, dass ich vielleicht lernen muss, Ziele klarer zu kommunizieren. Das war vielleicht ein bisschen implizit hier, als wir alle im Büro saßen und da werde ich für mich mal nachsteuern, ob die Leute, mit denen ich zwar jeden Tag mehrfach im Austausch bin, ob die wirklich genau wissen, was ich von ihnen erwarte.
Und andersrum der Punkt zu sagen, sich die Zeit zu geben, das Ganze passiert nicht von jetzt auf gleich. Ich glaube, das ist ganz essentiell, dass man nicht nach zwei Wochen frustriert und sagt, ja, habe ich doch gesagt.
Absolut, das ist die große Kontrollen in meinen Augen. Weil ich habe in einem Veränderungsprozess, da können wir uns jetzt mal abheben, egal ob es in Technikumstelle oder auch in was anderes, Ich rede in der Regel von verschiedenen Phasen und emotionale Phasen, die wir als Menschen dadurch laufen. Das ist eine Ableitung von der sogenannten Trauerarbeit, Trauer-Psychologie. Es dauert halt immer einen gewissen Zeitraum und dieser Zeitraum, da wissen wir nicht lange dauert er bei wem, bis wir nicht nur rational verstanden haben, da ist eine Veränderung, sondern auch emotional. Und erst wenn es emotional ist, kennst du vielleicht den Ausdruck, dass Teil der Tränen, wenn wir das durchlaufen haben, also die ganze Nummer mit Kasum, Verwirrung, mit Frustration, mit Resignation, vielleicht auch, dieses Gefühl, ich weiß gar nicht, was kommt eigentlich danach?
Und das ist ja leider das, was ein Corona noch ist. Wir wissen nicht, was kommt danach. Und das ist dieses Schwierige daran auch. Trotzdem müssen wir auch durch diese Veränderungen durch und zwar auch nicht zu lange, weil sonst nehmen wir auch Schaden in unserer Wirtschaft oder auch als Menschen und so weiter. So, und du musst als Chef, als Berufskraft das Gefühl bekommen, und das ist jetzt diese Mikrowelt, du hast da zwar 24 von solchen Leuten, aber jeder ist emotional mit einer anderen Energie unterwegs. Der eine sagt, man kann das unheimlich gut und sagt, du hast was, ja, ich finde das auch alles schreckend, ich habe auch Angst, aber ich gehe nach vorne und crashe, ich habe total viele Ehe von, guck mal, ich bin so eine treibende Kraft und spring gleich drauf und du gibst nur einen Impuls, Nils, und dann springt der Peuge drauf, nachher ich weiß, wie es geht.
Und der Nächste für den Nächsten kriegt eine Weltansmerung zusammen. Und die Leute sind emotional, ich nenne das auch den neurotischen Pöller, gar nicht fähig, das zu begreifen, was hier draußen eigentlich passiert, weil die Angst, also diese Emotion, Angst ist da. Und die lehnt sich. Und dafür brauchst du Zeit, dafür brauchst du ein offenes Ohr als Chef, du musst den Leuten zuhören, du musst ihnen das Gefühl gehen, du verstehst sie und du lässt ihnen auch die Zeit, dass sie sich erstmal damit abfinden können. Und das ist kein Prozess, den du jetzt anschiebst und sagst, mach, mach, mach, mach, komm, finde dich endlich mit ab. Man kann das zu sich, wenn man das verstanden hat als Mensch, du bist da drin in einem neurotischen Keller und bist emotional, darum kannst du irgendwann sagen, ich habe keinen Bock mehr, ich gucke jetzt nach vorne.
Also sowas kannst du schon sagen, eine Haltung. Aber dann bist du schon ziemlich in Teil der Kräden angelangt und denkst jetzt auch so, das können manche, zu einem gewissen Teil kommt geht das nicht. Und das, glaube ich, ist diese Schlimme, was dieser Coronavirus auch macht, diese Ungewissheit. Umso wichtiger, also diese Ungewissheit, die einfach da ist von außen, umso wichtiger ist es, dass du da stehst als Chef oder auch Mittelständler, größere Firmen mit ihrer Führungsspiele, mit den Leuten, die die Menschen führen. Und je größer so eine Hierarchie ist, also je höher, je stärker strukturiert, desto weniger Informationen haben ja die, die in den unteren Bereichen sind. Die müssen Informationen bekommen, die müssen jederzeit das Gefühl haben, sie werden gut informiert, sie sind im Prozess mit dabei, sie werden vielleicht auch gefragt und es ist immer eine offene Tür da, eine Führungskraft, die ihnen zuhört.
Nicht alleine lassen, das ist das Große. Und insofern kannst du dich mit deiner 16-Mann-Firma, bist du halt ein bisschen eine kleine Firma, ein Team, aber auch in großen Unternehmen läuft es im Grunde genauso. Diese Organisationseinheit, die du abbildest, die wird halt in größeren Unternehmen eben halt öfter abgebildet. Und noch wichtiger halt, dass da die Kommunikation funktioniert. Und dass jeder sich überlegt, die Entscheidung, die ich treffe, Also mache ich, also gerade in den Mittelständen oder größeres Unternehmen, wenn da Führungskapiere eine Entscheidung treffen, mache ich die jetzt für mich, für mein Vortkommen oder mache ich die wirklich, weil ich weiß, dass es gut ist um meine Mitarbeiter auch in meinem Unternehmen.
Und erstens hat es in den Nachmittag auch Corona überhaupt nichts mehr zu suchen. Sondern da geht es nicht um mein eigenes Vortkommen und um Macht und so weiter, da geht es eigentlich nur darum, dass jedes Unternehmen versuchen muss, hier durchzukommen. Weil ich glaube, wir sind am Anfang, egal wie sich der Virus anbietet. Ich glaube, wir sind am Anfang. Diese Auswirkungen, die jetzt durch den Shutdown wieder kommen, die kennen wir gar nicht.
Nee, das stimmt. Also ich bin ja unverbesserlicher Optimist. Also ich glaube, momentan werden da Horrorszenarien an die Wand gemalt. Also so schlimm, wie es jetzt dargestellt wird, wird es am Ende nicht kommen. Also gerade nicht bei uns in Deutschland. Ich glaube, in anderen Ecken der Welt schon. Aber ich glaube, wir werden da wirtschaftlich deutlich weniger leiden, als jetzt die schlimmsten Szenarien darstellen. Aber ich glaube tatsächlich auch, die Veränderung, die es mit sich bringen wird, die wird massiv sein.
Ja, das stimmt mir zu, ja. Was antwortet du? Jetzt stelle ich dir eine Frage. An welche Veränderungen, außer jetzt, dass einige Unternehmen sich vielleicht nicht mehr gehen wird, Hast du noch was im Auge, was dich noch verändern wird?
Also wenn ich zum Beispiel ganz banal das Beispiel Klopapier nehme.
Ja.
Also alle Leute schreiben darüber, die Lager sind voll, wir haben nur ein Problem mit unserer Logistik, dass halt bestimmte Dinge nur alle drei Wochen nachgeliefert werden aus den Zentrallagern in die Märkte, weil da irgendwelche Optimierungsalgorithmen das so bestimmt haben. Dann glaube ich das erstmal, weil ich glaube tatsächlich nicht, dass unser Kropapierbedarf sich so massiv erhöht hat durch die Krise. Trotzdem, und auch das ist ja jetzt so eine Angstreaktion, die Leute machen Hamsterkäufe aus einer rationalen oder irrationalen Angst heraus. Das hat erstmal Auswirkungen auf die Lagerbestände in unseren Supermärkten. Aber wir lernen daran, was das für unsere Logistikprozesse bedeutet. Also wie fragil Dinge eigentlich sind, die wir vorher überhaupt nicht als fragil wahrgenommen haben.
Jetzt sind wir beide Hamburger und wir haben hier den Hafen vor Augen. Ich habe bei einer Sitzung von dem Handelskammer-Ausschuss des Hamburger Südens, die haben schon im Januar gesagt, dass sie da schon gesehen haben, es kommen weniger Schiffe an Und das wird uns in Hamburg noch richtig massiv treffen, was die ganze Hafenlogistik angeht. Und wenn man das jetzt einen Schritt weiter denkt, also es sind ja schon vor acht bis zehn Wochen viele Schiffe nicht losgefahren. Und die sind eine Weile auf See. Und jetzt merken wir hier sechs bis acht Wochen verzögert die Auswirkung von dem Shutdown in China. Also wie viel unsere ganzen Wertschöpfung basiert auf Produktionsprozessen am anderen Ende der Welt, das werden sicherlich einige Firmen überdenken.
So die ganzen großen Autobauer haben gesagt, wir sehen eigentlich kein großes Risiko für uns, aber wir fahren trotzdem die Produktion runter, weil die Zulieferer alle nicht mehr arbeiten können. Also dieses Thema Ausbeuten und Ausbluten von Zulieferern, ich glaube, da wird jetzt vielen bewusst werden, dass das einfach ein kriminelles und ekliges Ausmaß angenommen hat. Dann haben wir das Thema Erntehelfer. Einige hunderttausend Leute, die sonst aus den angrenzenden Ostländern kommen, können gerade nicht einreisen, weswegen die Spargel- und Erdbeerbauern sagen, möglicherweise gibt es keine Ernte dieses Jahr. Da frage ich mich, wir haben gleichzeitig Millionen Arbeitslose, also was ist denn los, dass das offensichtlich Jobs sind, für die jedes Jahr die gleichen Leute zu Hunderttausenden immer wieder einreisen, weil das Jobs sind, die hier keiner machen will.
Das hat man auch in den 50ern, 60ern mit den Gastarbeitern schon gelesen. Da wollte ja auch keiner von uns Müllmann sein. Das haben wir auch die Türken machen lassen. Und nächster Schritt Pflege. Also ich weiß nicht, was habe ich heute gelesen? 300.000 Pflegekräfte aus Polen und Rumänien, die gerade nicht einreisen dürfen. So, und das sind ja alles die Jobs, die wurden bisher nicht gewertschätzt. Das sind die letzten in der Nahrungskette gewesen. Wir merken jetzt aber, was sind denn eigentlich die systemrelevanten Jobs? Die Leute, die bei Penny die Regale einräumen. Also wir sehen, was mal passiert, wenn die mal eine Woche nicht einräumen. Und jetzt räumen sie nicht ein, weil halt der LKW aus dem Zentrallager nicht kommt.
Aber trotzdem, ich glaube, wir werden eine ganz neue Wertschätzung gewinnen und hoffentlich behalten für Dinge, die wir vorher irgendwie für selbstverständlich genommen haben.
Ja, also das meinte ich mit Veränderungen. Das glaube ich auch, da sind ganz viele passieren. Dafür ist es allerdings wichtig, dass, das ist jetzt ganz das Böse, aber, dass diese Veränderungen, die wir jetzt gerade machen, diese Krise, die wir alle gehen, dass wir die Erfolge auch sammeln. Also sprich, wenn jetzt Homeoffice nächste Woche wieder Ausdruck aufgelöst werden würde, dann wäre es zu kurz. Verstehst du, was ich meine? Das heißt, wir könnten gar nicht evaluieren, hey, haben wir jetzt in zwei Wochen Homearbeit oder Homeoffice, haben wir erfolgreich, was hat sich verändert bei uns, sondern man würde ganz schnell in alten Strukturen wieder drin sein. Das heißt, die Veränderungen, die ich jetzt angehe, und bleiben wir bei unserem Thema Homeoffice und Digitalisierung, also dieser Prozess und der Zeitraum, der muss auch so lange dauern, dass Mitarbeiter, Beführungskräfte auch sagen können, nach, was weiß ich, vier Wochen, sechs Wochen, hey, wie war es denn? Du kennst es aus der Softwareentwicklung, da setzt ihr auch regelmäßig zusammen und macht Reviews oder auch Retrospektiven und so, so, wie war es, was ist gelaufen, sind wir noch auf Spur, wie kann es besser laufen und so weiter.
Ihr unterhaltet euch ganz offen über die Ziele, verändert die Eventbrücke auch ein bisschen und evaluiert dann auch die Ergebnisse. Und das muss erfolgen. Und das ist meine größte Angst eigentlich, weil es wieder nicht zu viele Themen sind. Es geht ja wie einmal, du hast ja natürlich einen riesigen Pass gemacht, über globalisierte Wirtschaftsstrukturen, über Logistikketten und so weiter bis hin zum Thema eigene Haltung. Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um, bin ich solidarisch oder bin ich nur für mich? Das ganze Landkreis deckt das ja eigentlich alles ab. Im Grunde muss ich jetzt als Unternehmer, wie aber auch als Familie, wie aber auch als Mitarbeiter, Unterführungskraft, egal wo ich bin oder auch in irgendwelchen NGOs tätig oder im Ehrenamt oder Ähnliches hinter mich, überlegen, wie sinnhaft war das eigentlich bisher?
Jetzt kam Corona und was möchte ich zukünftig wirklich anders machen? Und wobei möchte ich sagen, was hat sich gut bewährt, was ist die Zukunft für eine bessere Zukunft vor allen Dingen? Denn darüber reden wir ja einfach. Wir beide reden jetzt ja auch gerade schon seit 40 Minuten über Wirtschaft und so weiter. Klar haben wir über Führung und über Vertrauen gesprochen, aber eigentlich geht es ja auch darum, diese ganzen Sanktionen und der Schattdarm ist da, weil wir Menschen leben lassen wollen. Das ist das Ziel des Ganzen. Wir möchten die Menschen und uns alle schützen mit so gering wie möglich, mit der geringen Anzahl wie möglich an Infektionszahlen, die kommen werden, weil wir eben keine Infobox und keine Medikamente haben, aber eben, dass wir uns langsamer anstecken, damit die, denen es damit nicht gut geht und durch Corona eben sehr, sehr schwerstkrank werden, dass sie gut durch in unserem Pflegesystem auch aufgenommen werden und auch gepflegt und gesund gepflegt werden können.
Das ist ja das Ziel des Ganzen. Corona hat keine Kraftwerke angefallen, sondern es ist die Bedrohung des Menschen oder für den Menschen. Und das ist das auch wieder, was so viel Angst macht. Was auch übrigens bei den Mitarbeitern, wenn wir über Ängste sprechen, auch mit reinstehlt. Jeder Mitarbeiter hat einen Elternteil wahrscheinlich noch, oder Eltern. Jeder überlegt sich, oh je, wie geht es meinen alten Leuten, wie geht es meiner Oma, wie geht es meiner Mutter und so weiter. Was kann ich für die tun? Das ist also Angst auf ganz, ganz vielen Schichten. Nicht nur für einen selber, sondern auch noch für sein Umfeld und seine Liebsten. Und das macht es so extrem komplex und auch gefährlich, dass die Leute dort, wie du so schön sagtest, mit Optimismus irgendwie rangehen und auch noch rausgehen können.
Ich glaube auch gerne an Chancen, aber ich glaube, hier müssen wir ganz, ganz feinfühlig mit den Menschen zusammenarbeiten und uns auch anhören, wo sind ihre Ängste und was wollen sie und was kann ich ihnen zumuten. Und dann ehrlich gesagt, jetzt auch meine letzte Ausdrucksweise, scheiß was auf den Umsatz. Wenn ich dafür aber meinen Mitarbeitern mitnehme und Vertrauen aufbaue und ein gutes Gefühl denen gebe, dass wir gut durch die Krise kommen, dann ist es das wertvolle. Das ist für mich ein, deswegen das ursprünglich, was wir eingangs auch schon gesagt haben, mit dieser Dimension, was Corona da eigentlich bewirkt. Das ist im Grunde die Bedrohung von außen. Und die vielen, vielen Veränderungen, die wir jetzt hier haben werden, auch in Sachen Digitalisierung, Wertschöpfungsketten, Logistikketten und so weiter, die kommen vor allen Dingen hinterher auch noch.
Du musst ja jetzt nicht sofort alles verändern. Das heißt, wir haben die nächsten fünf, sechs Jahre, werden wir Veränderungsprozesse gestalten, um den nächsten Corona nicht nochmal zu haben. Dann kommt was anderes, okay, aber dann wissen wir vielleicht, wie wir Krise mitwischen. Und zwar richtig Krise. Und trotzdem werden wir genug Fehler machen und es wird auch Verlierer geben auf dieser Nummer raus. Also Verlierer, wie ich auch denke, wir reden hier nicht auf so einem Level, ob ich jetzt, was weiß ich, von meinen Millionen von Gewinnen ein paar Einbußen habe, sondern ich rede über den Einzelhändler um die Decke. Ich rede um unseren vergleichenden Italiener hier um die Ecke, der irgendwie mit seinen Tageseinnahmen seine Familie ernähren kann und seine Miete bezahlen kann.
Und einmal im Jahr macht er zwei Wochen zu und fährt dann auch zu seiner Familie nach Hause. Das ist dem sein Leben. Wenn der jetzt zwei Monate zu hat, dann hat der einfach ein Problem, weil der ist nicht liquide, der ist von Tag 1 an nicht liquide. Und der liegt auch in Familie und Schicksale. Das empfinde ich eigentlich als schlimm, was passiert mit unserem Gesellschaftsbild. Vielleicht wie viele Leben verschwinden. Die Großen, die immer jetzt auch nicht gut finden, was die jetzt machen, mit ihren Mietstreifen, was sie dort angekündigt haben, dass sie die Miete nicht mehr bezahlen wollen. Die großen Einzelhändler, oder auch Produktions- und so weiter, weiß nicht, ob ich das nennen darf. Aber finde ich fast unmöglich, dass die darüber reden und sagen, ich zahle keine Miete mehr.
Ja. Weil die kommen immer raus aus der Krise, sie kriegen auch die Kredite. Aber die Kleine nicht.
Genau, und das ist der Punkt, wo ich denke, das ist ganz spannend. Du hast recht, wir reden über Corona und das ist ein Virus, der Menschenleben kostet. Und wir beiden reden eigentlich die meiste Zeit über Wirtschaft, aber ich denke, der Punkt ist ja tatsächlich, also auch Wirtschaft betrifft ja am Ende uns Menschen. Also natürlich, der Virus bedroht die Risikogruppen. Meine Oma ist 85 und dement, also ich bin sehr dankbar, dass die gerade von meinen Eltern zu Hause unter Quarantäne gehalten wird, die ist so sehr Risikogruppe, schlimmer geht es gar nicht. Auch meine Eltern sind Mitte 60, die würden da auch nicht völlig unbeeindruckt durchgehen. Und genau, so hat jeder von uns irgendwie Menschen, die ihm lieb sind, die in Gefahr sind.
Gleichzeitig hängen aber auch an diesen, ich habe die Zahlen nicht ganz präsent, aber es sind ja Millionen Einzelselbstständige, Kleinstunternehmen, die ganzen Restaurants, die ganzen Kulturbetriebe. Also was da an Existenzen dranhängt, gerade im Kulturbetrieb, sind ja auch viele irgendwo nicht in dem staatlichen Sicherungssystem drin. Da haben Leute jahrelang an etwas gearbeitet und durch zwei Monate Corona sind sie dann auf der Hartz-IV-Liste. Ich denke, das ist eine Sache, die wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen, da einen guten Umgang zu finden, an welcher Stelle ist Wirtschaft und Wirtschaftsschützen denn gerechtfertigt und an welcher Stelle muss Wirtschaft hinter jeder anderen Frage hinten anstehen.
Und ich denke, die Frage wird von Woche zu Woche dringender. Je länger das dauert, desto mehr andere Geschichten von existenzbedrohenden Pleiten werden wir haben. Es ist tatsächlich eine Frage, da wissen wir noch gar nicht, was kommt.
Absolut. Für mich geht es ja auch nicht um ein Entweder-oder, Wirtschaft oder die Menschen, sondern es gehört zusammen, es muss noch beides betrachtet werden. Aber am Ende des Tages, am allergängigen Plätze des Tages, wenn du dich entscheiden müsstest, ist es der Mensch. Und darum geht es. Und wir haben ja Pakete aufgesetzt, also jetzt sind wir gerade am globalen Thema wieder, also unsere Bundesregierung, eben an der Fraktion, ob das reichen wird und wie das umgesetzt wird, ist eine ganz andere Geschichte, aber ich denke, wir verstanden wurde da ganz viel. Was mir übrigens auch Hoffnung macht, weil egal in welchen Krisen es gibt, wie wir bisher waren, Bankenkrise, Sandstagsverkriegen usw. In meinem Berufsleben habe ich jedenfalls nicht erlebt, dass Kleinstunternehmer und Selbstständige und Freiberufler so umfassend mit eingezogen worden sind in die Jesus-Pakete.
Und ich glaube, das alleine, das ist für mich schon, wo ich da habe, lasst uns das immer hochhalten, da hat jemand verstanden, das ist worum es hier auch wirklich geht. Also das finde ich schon ein Riesenerfolg und das in relativ kurzer Zeit, Ich bin mir doch sehr froh, dass wir auch in unserem Staat sind, der sich das auch leisten kann. Die sind demokratiefähig, die konnten gut abstimmen. Alle Parteien haben sich auf einmal zusammengesetzt, haben ein gutes Konzeptbildungen. Es ging relativ fix. Ich hoffe, dass auch Hamburg jetzt auf der Seite den Link hat, um diese ganzen Anstädte runterzuladen. Dann haben sich die Anträge online, die Förderanträge, dass man die online auszüllen kann. Das soll ja heute alles möglich sein, auch heute.
Also da muss ich sagen, in kürzester Zeit, das hätte mir diese Frage vor vier Wochen gestellt, hätte ich das andere zweifelt. Und da sind wir schon auf dem richtigen Weg. Ob es alles reicht, ob es notwendig ist oder was wir tun, also ob es ausreichend ist, das wissen wir nicht, weil wir wissen, wie sich das entwickelt. Und ich möchte noch mal einen Blick zurückwerfen zum Thema Kultur. Also Kultur, wie es in unserem Unternehmen aussieht, ich glaube jeder, jede Führungskraft. Und auch jeder Mitarbeiter kann heute viel mehr jetzt an einer wirklich wahren Vertrauenskultur arbeiten und sagen, hey, hier habe ich jetzt die Möglichkeit, einen Hebel mal hinzulegen oder auch Stellschrauben zu stellen hin zu mehr Vertrauen, mehr Kompetenzerweiterung, mehr Ressourcen, die ich teile, mehr Transparenz, die ich schläge und so weiter.
Weil jetzt weiß jeder, wir müssen das tun. Ich muss eigentlich nicht mehr damit diskutieren, sondern ich biete eine Hand und wahrscheinlich werden viele Hände durch diese Hand annehmen. Egal ob das ein Mitarbeiter ist, der von sich aus sagt, ich versuche hier mal durch transparente Kommunikation in Richtung meiner Führungskraft zu wirken. Oder auch, weil die Führungskraft sagt, ich nehme mir das Boot und ich gestalte mit mehr Vertrauen noch meine Art der Zusammenarbeit. Ich denke, das hat jeder inzwischen verstanden und wird auf keinerlei bezweifeln. Ob es mal geschickt gemacht ist, weil auch Kommunikation muss ich lernen. Muss ich doch was ausprobieren, kann ich den anderen Feedback geben und so weiter.
Aber ich glaube, dass viele jetzt wissen ins Geheim auch, es ist im Bauch rummelt, ich muss was tun, ich muss mich verändern und so weiter. Und insofern, was ich eigentlich schon sagte, dass das Thema Geduld ganz wichtig ist, dass sich du uns hattest und die Mitarbeiter zusammentun, also du auch deine Mitarbeiter fragst, was braucht ihr denn eigentlich, wie hättet ihr gerne die ganze Sprache und so weiter, wie möchtet ihr, dass ich jetzt mit euch umgehe, ihr in eurem Horror, richtig bei mir und so weiter und umgedreht und auch die Mitarbeiter sagen, halt stopp, liebe Wissenskraft, das geht so nicht. Der Mut muss auch da sein, sich gegenseitig wegzugehen und zu einer Ehreführung. Und du als Führungskraft oder als Unternehmensanführer, das hast du eben auch schon gesagt, es ist super wichtig, die Ziele immer wieder klar zu formulieren.
Zu zielen gehört nicht nur, was wollen wir hier erreichen oder wie wollen wir das ändern oder ähnliches, sondern auch Spielregeln, weil im Homeoffice gelten kann man die Stühle. Das ist mit eingelassen. Und dafür muss auch klar sein. Ich möchte nur ein Beispiel noch mal nennen: Wenn eine Teilzeitmitarbeiter, die bisher vor Mittag da waren, am Nachmittag oder her, waren dann zu Hause und waren in der richtige Job. Wenn ihr jetzt Teilzeit mit Mobile-Aufgaben macht, dann ist es auch für mich eine der die Schwierige, dass die Arbeitszeiten gängen, außer ihr Arbeit, vor allem etwas anderes. Das kann dann nicht sein, dass ich als Chef, und solche Beispielen sind mir da jetzt schon angetan worden, Nachmittags nochmal Update-Chicken. Kannst du nochmal, kannst du nochmal, kannst du nochmal.
Oder auch als Team. Das kann nicht sein. Nur weil die Person nicht mehr sichtbar ist und wir alle nicht mehr sichtbar sind, haben sich die zeitlichen Dimensionen aber nicht veranlagt. Und sowas muss vielleicht nochmal angesprochen werden. Da ist es wichtig, dass die Führungskraft sich auch als Moderator sieht und sagt: Okay, ich moderiere jetzt hier mal. Wie wollen wir denn kommunizieren? Was gelten hier noch als Schülregeln aus dem Office und was brauchen wir für neue Regeln, für neue Schülregeln für die zukünftige oder diese Mobile-Zusammenarbeit? Das ist auch ein Ziel, das ist immer wichtig.
Das finde ich einen ganz spannenden Punkt, weil im Prinzip ja durch die aktuelle Lage, dass Schulen und Kitas geschlossen sind, alle Leute mit Kindern und bei unseren Mitarbeitern sind das die meisten. im Prinzip jetzt vor der Herausforderung stehen, ich muss irgendwie meine Stunden, schrägstrich meine Aufgaben erfüllen. Gleichzeitig habe ich aber Kinder zu Hause, die sonst anderweitig betreut wurden. Das heißt, selbst wenn ich vielleicht vorher von 8 bis 12 gearbeitet habe, dann geht das jetzt gar nicht. Unter diesen erschwerten Bedingungen einen transparenten Umgang zu finden, bei dem die Kommunikation noch sauber läuft. Ich denke, das stellt alle vor nochmal besondere Herausforderungen.
Ja, und dann kannst du wahrscheinlich davon ausgehen, dass von deinen 15, also du und deinen 15 Mitarbeitern, oder 16, dass jeder andere Bedürfnisse hat. Und jeder, das kann sogar noch pro Wochentag wechseln, wenn es nur Arbeitszeit und so weiter angeht. So, und das heißt, die Erziehungskraft muss diese 16 Bälle permanent in der Luft halten und permanent neu justieren. Und das ist dein Job. Insofern ist es eine Führung, also virtuell natürlich auch sehr viel anspruchsvoller, aber frag deine Leute, die es gerne hätten. Und ich möchte das auch gar nicht überdramatisieren. Ich glaube, dass die Mitarbeiter sehr wohl wissen, was ist jetzt angesagt in dieser Situation. Was muss ich tun, damit ich mein Unternehmen nicht gegen die Wand fahre? Und dieses Vertrauen muss man ihnen auch ein Stück weit hinbegeben Das ist so viel mit, ich meine, das ist vielleicht nicht der vergleichenste Sinn, mein Sohn ist ja nun auch nicht in der Schule und der ist jetzt 6.2.
Das heißt, der Götterklasse macht nächstes Jahr die Tour, nicht dieses Jahr. Finde ich auch extrem, weil wir natürlich jetzt den Job lernen und jetzt unsere Projekten sind, die ihre Rangelote einmal ab der einen Seite draus machen. Und ja, ich meine, wir wissen alle zwei Jahre Oberstufe, das ist schon heftig. Ich kann ihnen nur vertrauen, dass er das managt. Ich bin raus, der ist 17 oder wird der 10. Ich weiß nicht, was die Lehrer an Ausgaben, an Arbeitssachen, an Referaten, an Aufgabenstellen usw. Das weiß ich alles nicht. Ich kann nur fragen, ich kann Unterstützung annehmen und ansonsten vertrauen. Und ich glaube, das ist das A und O, ihnen das Gefühl geben und das ist der Mitarbeiter, dass sie das Gleiche geben, das Gefühl, sie werden es packen, sie können es.
Ich kann meinen Kindern eine Deadlines geben, das macht der Lehrer hoffentlich. Und vertrauen, dass das funktioniert. Du kannst nur mit Deadlines arbeiten, du kannst mit klaren Teilzählen arbeiten. Und darüber müsst ihr euch abstimmen. Und ansonsten, was sie in ihrer Duckelkammer zu Hause machen, die für die schon als Duckelkammer gilt, das weißt du nicht. Wie sie es macht. Weißt du nicht, aber gehen wir davon aus, sie werden es gut machen, und sie werden alles tun, weil eigentlich für jeder seine Arbeit dazu behalten.
Ja, ja, aber ich fährst davon aus.
Und ich würde vielleicht zum Ende noch ein Wort sagen, was ich glaube, was noch so passieren kann, wenn wir, oder wird, wenn wir, wenn das jetzt noch ein paar Wochen weitergeht. Wir haben ja jetzt schon gehört, bis 20. April, woher wird sich da nichts verändern. Die Woche nach Ostern wird man gucken, und dann aber frühestens eben 20. April. Unsere Schule geht auch bis 20. April wieder so, sie verziehen. Ich denke, dass wir diese emotionale Teilung erreicht haben. Wir haben vorhin über die Hamsterkäufe gesprochen, dieses Reagieren. Ich habe heute in den Medien abgelegen, dass am Wochenende viele Leute wieder mehr Kontakte hatten. Man hat wieder mehr Leute zusammengesehen, man hat auch eine Corona-Pathie und so weiter geschwenkt.
Und dass da die Anzeigen oder auch der Bußgelder hochgegangen ist. Das hat mir heute den Medien entnommen. Ich glaube, momentan ist noch diese Stemm da, was auch in den Veränderungsprozessen ganz oft so ist. Ach nee, komm, wir tun uns zu schlimm. Komm her, wir machen mal so weiter wie bisher. Und auch der Wunsch danach, eigentlich wieder alles zurückzudrehen. Und ich glaube, diese Resignation und das emotionale Tief, das kommt erst nicht so übernicht durch. Bei den meisten. Also dass dann auch der Fluss da ist, Shit, das war doch nicht so, es dauert doch länger, oje, jetzt muss ich mal gucken, wie es denn dann in Zukunft wird, die wird bestimmt anders. Das der Prozess ist, der wird in den nächsten zwei Wochen erst reinkommen.
Und da ist es als Führungskraft umso wichtiger, eine offene Tür zu haben oder eben klare Kommunikationssäge, weil du bist ja nicht im Büro deiner Mitarbeiter, dass du mit dem sprichst, dass du Hilfe anbietest, dass du Stuttgart anbietest, dass du auch eine Saison anbietest und auch immer wieder Ideen auch: Was haltet ihr davon, wenn wir das so machen? Ich würde das jetzt so machen. Und die mit deinen Gedanken mit reinbeziehst, damit sie merken: Ey, da ist jemand, der kümmert sich und der sorgt sich aus. Das gibt ihnen Sicherheit. Und irgendwann werden sie hier gestärkt alle nach vorne gucken können und sagen: Okay, jetzt haben wir wieder eine neue Information mit Corona, jetzt bauen wir an der Zukunft, wie auch immer die auszüglichen.
Aber ich glaube, das Teil der Tränen ist noch nicht erreicht. Man spricht von diesen emotionalen Fragen, dann spricht man einfach davon, dieses einmal nochmal am Anfang gehen, oh je, alle sind geschoppt, dann geht man nochmal in diese Aktion rein, es wird nochmal sehr aktiv, es bleibt alles so, wie es ist, nee, lass uns mal, Veränderung ist, wollen wir nicht und muss auch nicht sein. Und diese ganze Depression, die kommt erst zeitverzögert. Und manche sind da schnell ruhig, wie einfach so, wie du vielleicht das sagst, ich bin Optimist, oder aber auch in der Rolle des Unternehmens, Unternehmens, Unternehmens, wie du so was verlehmst, und schon nach vorne, und du machst einen Plan, und du reagierst, usw.
Aber gerade die Menschen, die das Gefühl haben, sie können an der Situation nicht viel selber verändern, Die bleiben unter Umständen in diesem neurotischen Keller in dieser depressiven Phase sehr, sehr lange stecken. Und für die musst du da sein. Weil Menschen mit Angst und mit Furcht können nicht die Zahlen, die Fakten lesen und gut lesen und übersetzen. Da musst du ihnen einfach mit der breiten Schulter und auch vielleicht in die Hand reichen und sagen, komm, ich führe dich da durch, wir schaffen das gemeinsam. Das ist ganz, ganz wichtig, dass du diese Gegebenen würdest.
Das finde ich ein ganz hervorragendes Schlusswort. Also als du angesetzt hast mit dem letzten Teil, wollte ich dich genau fragen, was wäre denn dein ganz aktueller Jetzt-und-hier-Rat? Und ich werde ihn mir zu Herzen nehmen und ich kann mir vorstellen, dass das eigentlich die meisten, wenn nicht alle anderen Menschen da draußen in irgendeiner Art von Führungsrolle genauso betreffen wird.
Ja, mir geht es ja genauso. Ich denke auch, wir haben alle den Wörtern, natürlich sind wir auch alle ein Stück weit geschockt und du als Mensch, du als Familie und so weiter. Und ich kann nur sagen, okay, dann trotzdem mit Stärke reingehen, Optimismus nicht verlieren und sagen, wir schaffen das. Wir kriegen das hin. Es wird bestimmt nicht einfach, das muss man den Mitarbeitern auch nicht suggerieren, dass es easy wird. Man wird jetzt sagen, hey, wir schaffen das gemeinsam, wir sind eine tolle Truppe, ich habe eine tolle Familie und alle, die da so mitzubehören. Und lass uns diese Krise gemeinsam bestätigen, es wird nicht am Ende erscheinen. Dafür sind wir gut. Dafür sind wir auch, das ist ja auch so, wir sind ein tolles Land und wir haben eine Gesellschaft, die das ist fähig.
Ich bin mich davon überzeugt.
Ja.
Mit dem, das ist ja der andere Seite. Ja. Ja, das ist ja.
Okay, ja, ich würde sagen, also wir haben jetzt schon wesentlich länger geredet, als so ein Interview eigentlich geht und wir könnten bestimmt noch eine Stunde weiter reden. Aber ich glaube, die relevanten, wichtigen Punkte für jetzt als akute Sofortmaßnahme haben wir tatsächlich genannt. Also Vertrauen schaffen, Sicherheit geben, ein offenes Ohr bieten und aber sowohl an der Kommunikation und am Vertrauen arbeiten, aber auch klare Ansagen und Ziele machen. Wenn wir das alle jetzt versuchen umzusetzen, dann werden wir da schon zumindest als Unternehmen und als Mitarbeiter irgendwie heil durchkommen. und was die Zukunft uns bringen wird, werden wir schon sehen.
Ich habe hier auf meiner Füße geschafft, ich kann mir das mal auch fotografieren, da habe ich drei Worte stehen, hatte ich vor vier Wochen, weil ich bin auch gerade in der Umfängierung. Ich habe vier Wochen meine 4M-Karbe gründet und wollte jetzt richtig loslegen. Und da habe ich mir drei Worte, in einem Seminar, das entwickelt für mich. Das eine ist laut, das ist mut und das dritte Wort ist ziel. Und wenn du laut mit Kommunikation und mit sichtbarer Kommunikation und Hörberatsmutz-Sicht-Kommunikation übersetzt. Mut, dass du jeden Tag sagst: "Okay, ich treffe Entscheidungen, ich bin auch mutig, an gewissen Themen nicht mal voranzuirren und auch Dinge mal zu tun, und die raus aus meiner Komfortzone." Das damit gemeint ist, dass das Ziel, was du eben so schön sagtest, auch klar kommunizieren, Ziele klar passen, vielleicht auch immer wieder neu
Das finde ich sehr schön.
Ich schicke dir das gerne mal so als Kleine drüber.
Ja, ganz vielen Dank.
Okay.
Okay, gut. Ja, dann würde ich sagen, war das eine sehr aufschlussreiche zweite Sonderepisode. Ganz vielen Dank für deine Zeit. Ich hoffe, dass wir uns in nicht zu ferner Zukunft mal wieder persönlich über den Weg laufen werden.
Wenn wir wieder raus dürfen, garantiert. Genau.
Ja, wunderbar.
Ich wünsche dir, lieber Nils, dir und deinen Lieben, auch deiner Familie und natürlich deinen Mitarbeitern, deine Kunden, alle, die da mit dem du so zu tun hast, dass sie gesund bleiben. Alle, die diesen Podcast jetzt überhaupt hören, diese Botschaft möchte ich einfach nochmal weitergeben. Bleiben Sie gesund, sorgen Sie für sich und sorgen Sie für Ihre Lieben und natürlich auch für Ihren Chef und für Ihre Mitarbeiter. Und denken Sie einfach dran, wir reden hier über Menschenleben. und das finde ich, ist immer wieder wichtig, das zu justieren. Natürlich ist mir Wirtschaft wichtig, keine Frage, aber am Ende des Tages geht es um jeden Einzelnen von uns, der es wert ist, auf dieser Welt zu leben und diese Welt können wir jetzt vielleicht ein Stück weit schöner machen gemeinsam.
Das ist ein besseres Schlusswort, hätte ich nicht sagen können.
Okay.
Ganz vielen Dank.
Ich danke auch.
So, das war die zweite Sonderepisode des Podcasts Wege der Digitalisierung. Heute zum zweiten Mal mit Petra Karlsen, die wir schon 2017 als eine der allerersten Episoden interviewt hatten. Ich hoffe, dass wir ein bisschen akute Krisenhilfe leisten konnten, dass ein paar interessante, umsetzbare Gedanken dabei waren. Wie immer, ganz vielen Dank fürs Zuhören. Teilt das Ganze gerne weiter an alle Leute, die es interessieren könnte.
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