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E6605.02.202030 Min

Wie funktioniert Digitalisierung im Bereich Umweltdienstleistung und Abfallentsorgung?

Im Gespräch: Jens Bahnsen (Buhck Gruppe)

Titelbild zu E66: Wie funktioniert Digitalisierung im Bereich Umweltdienstleistung und Abfallentsorgung? – Jens Bahnsen (Buhck Gruppe)

Worum es geht

Jens Bahnsen von der Buhck Gruppe erklärt, wie Digitalisierung in der Abfallentsorgung funktioniert.

Jens Bahnsen ist Projektleiter Digitalisierung bei der Buhck Gruppe, einem norddeutschen Familienunternehmen mit 31 Einzelunternehmen. Das Unternehmen betreibt Abfallentsorgung, Rohr- und Kanalreinigung sowie Beratungsdienstleistungen.

Bahnsen beschreibt drei Schwerpunkte der Digitalisierung: Optimierung interner Prozesse, Verbesserung des Kundenerlebnisses über digitale Services wie eine Bestell-App und ein Kundenportal, sowie die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle wie die Plattform Gewado für Abfalldokumentation.

Er betont, dass Digitalisierung nicht zur Arbeitsplatzvernichtung führt, sondern Freiräume schafft. Die Mitarbeiter sollen durch Automatisierung von Routineaufgaben mehr Zeit für persönliche Kundenkontakte erhalten.

Ein zentrales Thema ist das Zusammenarbeiten mit Wettbewerbern. Die Branche öffnet sich zunehmend, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben und sich globalen Konkurrenten zu stellen.

Ursprüngliche Shownotes 05.02.2020

Die Entsorgungswirtschaft wird immer digitaler. Im Zentrum stehen dabei vor allem eine höhere Effizienz und ein besserer Kundennutzen. Einer, der sich besonders gut mit der Digitalisierung dieser Branche auskennt, ist Jens Bahnsen. Er ist Projektleiter Digitalisierung bei der Buhck Gruppe. Die Buhck Gruppe ist ein norddeutsches Familienunternehmen, das auf Entsorgungsdienstleistungen spezialisiert ist. Sie besteht aus 31 Einzelunternehmen mit verschiedenen Schwerpunkten.

Im Gespräch mit Nils erklärt Bahnsen, welche Chancen die Digitalisierung für den Bereich der Umweltdienstleistungen bietet, wo die großen Herausforderungen der Branche liegen und warum es wichtig ist, das Konkurrenzdenken abzulegen und auf Zusammenarbeit und Austausch zu setzen – gerade auch mit Wettbewerbern.

Digitalisierung nach innen und außen

Für Bahnsen gibt es zwei Arten der Digitalisierung von Unternehmen: die Digitalisierung nach innen und die Digitalisierung nach außen. Bei der Digitalisierung nach außen geht es um die Frage, welche digitalen Dienstleistungen man seinen Kunden bieten möchte und welche Services man braucht, um künftig am Markt bestehen zu können. Es geht darum, das Kundenerlebnis zu optimieren und sowohl die Bestandskunden zufriedenzustellen als auch neue Kunden zu akquirieren.

Bei der Digitalisierung nach innen hingegen geht es vor allem um die Optimierung interner Prozesse. Es geht darum, Abläufe effizienter zu gestalten und den Mitarbeitern dadurch mehr Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, die sie dann anderweitig nutzen können. Als klassisches Beispiel nennt Bahnsen einfache Kundenanfragen oder Bestellungen. Früher wurden diese per Telefon oder Fax angenommen. Heute können sie weitgehend automatisch bearbeitet werden, sodass nur noch am Ende eine manuelle Prüfung stattfinden muss.

Neue Geschäftsmodelle als Königsdisziplin

Neben den beiden genannten Bereichen kommt bei der digitalen Transformation noch ein weiterer entscheidender Aspekt ins Spiel: die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle. Laut Bahnsen sei das die „Königsdisziplin“. Vorrangiges Ziel sei dabei, neue Plattformen und digitale Modelle zu entwickeln, um neue Zielgruppen anzusprechen und neue Geschäfte zu generieren. Das sei auch perspektivisch wichtig. Schließlich sei es gut möglich, dass herkömmliche Geschäftsmodelle in Zukunft nicht mehr funktionieren werden.

Eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung aller drei Aspekte der Digitalisierung ist laut Bahnsen, eine passende Strategie für jedes einzelne Unternehmen innerhalb der Unternehmensgruppe zu finden. Denn Buhck besteht nicht nur aus 31 Firmen. Das Unternehmen ist auch in drei ganz unterschiedlichen Bereichen der Umweltdienstleistung unterwegs. Neben Container-Diensten sind das die Rohr- und Kanalreinigung sowie Beratungsleistungen, die sich mit Arbeitsschutz, Brandschutz oder Genehmigungsverfahren befassen.

Während beispielsweise die Firmen, die auf die Unternehmensberatung spezialisiert sind, bereits einen recht hohen Digitalisierungsgrad aufweisen, haben die Firmen mit Fokus auf Rohr- und Kanalreinigung noch einen vergleichsweise hohen Nachholbedarf. Zudem hätten alle Unternehmen der Buhck Gruppe ganz eigene Anforderungen und Bedürfnisse. Aus diesem Grund kann man, so Bahnsen, die einzelnen Firmen mit Blick auf die Digitalisierung nicht über einen Kamm scheren. Man muss individuell prüfen, wo was gebraucht wird.

Die Ängste der Mitarbeiter

Eine weitere Herausforderung bei der Unternehmensdigitalisierung ist es, den Sorgen der Mitarbeiter auf angemessene Weise zu begegnen und ihnen ihre Ängste zu nehmen. Eine weitverbreitete Angst sei beispielsweise, dass man seinen Arbeitsplatz aufgrund der Digitalisierung verlieren könnte. Diese Sorge ist laut Bahnsen aber völlig unbegründet. „Tatsächlich sehen wir darin eine Chance, den Mitarbeitern einfach Freiräume für neue Dinge zu geben“, erklärt der Experte. Im Gegenteil sei es sogar notwendig, den Arbeitsaufwand zu verringern. Denn aufgrund des Fachkräftemangels sei die viel größere Gefahr, nicht genügend Leute zu haben, um das Auftragsvolumen bewältigen zu können.

Auch die Sorge, dass man kaum noch mit den Kunden Kontakt habe, ist Bahnsen zufolge unbegründet. Einige Abläufe sind inzwischen zwar automatisiert und laufen komplett digital ab. Aber genau dadurch hätten die Mitarbeiter nun mehr Zeit, sich wirklich um den Kunden zu kümmern und ihn persönlich zu betreuen.

Eine weitere große Sorge vieler Mitarbeiter betreffe das Thema Überwachung. Schließlich schafft die Digitalisierung sehr viel Transparenz. Doch auch hier beschwichtigt Bahnsen: „Wir wollen unsere Mitarbeiter nicht überwachen.“ Deshalb gebe es auch eigene Datenschützer im Haus, die streng darauf achten würden, dass alle EU-Richtlinien eingehalten werden.

Zusammenarbeit als Notwendigkeit

Auf die Frage hin, wie Ideen für die digitale Weiterentwicklung der Buhck-Unternehmensgruppe entstehen und wie diese dann umgesetzt werden, nennt Bahnsen ein Stichwort ganz besonders häufig: die Zusammenarbeit. Zum einen gibt es interne Teams und Arbeitskreise, die sich regelmäßig zusammensetzen und neue Ideen besprechen und prüfen. Zum anderen setzt das Unternehmen verstärkt auf die Kooperation mit den eigenen Kunden. Schließlich würden diese am besten wissen, was sie brauchen und womit ihnen wirklich geholfen ist. Bei der Entwicklung eines neuen Online-Kundenportals beispielsweise werden die Kunden aktiv mit einbezogen, damit sie am Ende den größtmöglichen Mehrwert bekommen können.

Darüber hinaus wird im Rahmen der Digitalisierung aber auch die branchenweite Zusammenarbeit immer wichtiger, ist Bahnsen überzeugt. Gerade mittelständische Versorgungsunternehmen sollten aufhören, sich abzuschotten und ihr „eigenes Ding“ zu machen. Es sei erforderlich sich zu öffnen und gemeinsam Innovationen voranzutreiben. Momentan gehe es der Branche zwar ausgesprochen gut. Doch künftig könnte nicht ausgeschlossen werden, dass insbesondere internationale Wettbewerber aus China und den USA mit einem riesigen Budget auf den Markt strömen. Um dem entgegenzuwirken, sei die engere Zusammenarbeit unabdingbar. Zum Glück würden das zunehmend mehr Marktteilnehmer erkennen und auch sehen, dass diese Art der Kooperation nicht nur notwendig ist, sondern auch sehr, sehr viel Spaß machen kann.

Viel Spaß beim Zuhören!

Links aus dem Interview:

  • Buhck Gruppe – Ihr Umweltdienstleister in Norddeutschland
    Containerdienst, Abfallentsorgung, Baustoffe aus dem Recycling und der Natur, Rohr- und Kanalservice, Beratung Umwelt, Betriebs- und Produktsicherheit.
  • Disrupt Yourself – Der Podcast mit Christoph Keese
    Wie unser digitaler Wandel gelingt – persönlich und im Unternehmen.
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg
    Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg ist Partner bei allen Fragen zum wirtschaftlichen Einsatz von Digitalisierungs- sowie Industrie 4.0-Technologien insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • Mittelstand Digital
    Information für kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital
  • GEWA|DO
    Lösung für eine einfache und rechtssichere Abfalldokumentation für Unternehmen mit Gewerbe-, Bau- und Abbruchabfällen

Transkript

4.802 Wörter

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Hallo und herzlich willkommen zur 66. Folge des Podcasts Wege der Digitalisierung. Ich sitze heute bei der Firma Bug in Wendorf, wo mir sitzt Herr Bahnsin. Wir haben uns kennengelernt vor einiger Zeit bei einer Veranstaltung der Handelskammer, wo es um Digitalisierung ging. Wir haben uns seitdem schon gelegentlich getroffen und ich erlebe hier, was hier für spannende, innovative Digitalisierungsprojekte vorangetrieben werden. Die Firma Bug leistet im weitesten Sinne Umweltservices, sage ich mal. Und was sie genau machen, erklären sie vielleicht besser selber. Vielen Dank für die Zeit, die Sie sich nehmen. Ich bin ganz gespannt, was wir heute alles lernen werden. Erzählen Sie gerne mal ein paar Worte zu sich, zum Unternehmen.

Was tun Sie so?

Ja, kann ich gerne machen. Klasse, ja vielen Dank, dass ich heute Gelegenheit habe, hier ein bisschen was zum Thema Digitalisierung auch im Hause Bug erzählen zu können. Ja, zu meiner Person, ich bin 42 Jahre alt, bin jetzt seit ein bisschen mehr als zehn Jahren in der Unternehmensgruppe tätig und auch schon in verschiedenen Funktionen unterwegs gewesen. Also angefangen vom Trainee über verschiedene Projekte, die ich leiten durfte, bis hin zur Geschäftsleitungsassistenz und Vertriebsleitung und jetzt tatsächlich eben auch in, ja man kann sagen, Funktion eben die digitale Unternehmensentwicklung hier vorantreiben zu dürfen. Das Unternehmen Bug beschäftigt sich im Schwerpunkt mit der Entsorgung von Abfällen und hier eben im Bereich Bauabfälle. Wir haben eine große Deponie in Wieshob, also in Schleswig-Holstein und haben sehr viele Containerdienste.

Also wir sind insgesamt 31 Einzelfirmen, die in dieser Unternehmensgruppe bestehen und dementsprechend auch verschiedene Schwerpunkte haben. Also ein Schwerpunkt ist eben die Abfallentsorgung mit Containerdiensten. Ein anderer Schwerpunkt ist Rohr- und Kanalreinigung und Sanierung. Da sind wir deutschlandweit unterwegs oder auch schon international teilweise. Und ein dritter Schwerpunkt sind eben Beratungsdienstleistungen, eben sowas wie Arbeitsschutz, Brandschutz, Genehmigungsverfahren, also alles, was damit so ein bisschen zu tun hat.

Ja, ich denke, die Container haben bestimmt viele von uns schon rumfahren sehen, die hier zuhören. Also als wir uns kennenlernten, war mir auch gleich so, als hätte ich die schon gesehen und jetzt seit wir gelegentlich sprechen, fallen sie mir auf. Wenn man rund um Hamburg zumindest unterwegs ist, hat man die grünen Container auf jeden Fall schon mal erblickt. Ja, dann würde ich sagen, da Sie ganz viele spannende Digitalisierungsprojekte haben und ja auch gesagt haben, dass Sie für die digitale Unternehmensstrategie jetzt verantwortlich sind. Was ist denn Digitalisierung im Hause Bug? Gerade mit dem Kontext 31 Einzelfirmen, also wie schafft man das überhaupt, so eine Strategie für 31 Firmen?

zu machen? Das ist eine sehr spannende Frage. Die kann ich auch, glaube ich, gar nicht in einem Satz beantworten. Also generell, ich bin jetzt seit über zwei Jahren in der Funktion, mich um die Digitalisierung zu kümmern und habe natürlich genau am Anfang meiner Tätigkeit mich genau damit auseinandergesetzt. Was bedeutet das eigentlich, Digitalisierung in der Buchgruppe? Und dementsprechend ging es erstmal so darum, was kann ich mit diesem Begriff anfangen, beziehungsweise was sind eigentlich die Themen, die wir digitalisieren wollen. Und unabhängig jetzt von den 31 Einzelfirmen oder auch diesen verschiedenen Bereichen, in denen wir unterwegs sind, haben wir eigentlich festgestellt, okay, es gibt eine Digitalisierung nach innen und eine Digitalisierung nach außen.

Nach außen, also ganz klassisch eben, was für digitale Services können wir unseren Kunden bieten, um eben auch als modernes Unternehmen, als effizientes Unternehmen, auch mit bestimmten Dienstleistungen, die auch die Kunden letzten Endes haben wollen, einfach auf dem Markt bestehen zu können, beziehungsweise unsere Bestandskunden und auch Neukunden natürlich noch zu akquirieren. Das ist eben die eine Geschichte, also das ganze Customer Journey, Kundenerlebnis, dass wir das eben digitaler gestalten. Und das andere Thema ist, ich glaube, das ist jetzt auch nichts ganz Neues, das ist eben nur unter dieses neue Wort Digitalisierung gefallen, ist eben die Optimierung von Prozessen, bestimmte Dinge einfach effizienter zu gestalten.

Früher war das eben Automatisierung, heute heißt es eben Digitalisierung. Das heißt, wir versuchen eben bestimmte Dinge schneller und einfacher zu gestalten, um eben unseren Mitarbeitern mehr Kapazitäten für andere Dinge zu geben. Also klassisches Beispiel sind einfach so Kundenanfragen oder irgendwelche Bestellungen, die wir vorher immer telefonisch oder per Fax und wie auch immer angenommen haben. Die laufen jetzt irgendwie einfach digital durch und am Ende wird nur noch einmal eine manuelle Prüfung gemacht. Von daher sind das so die zwei Themen, also wie können wir nach innen einfach das Ganze besser gestalten oder digitaler gestalten und unserem Kunden natürlich mehr Service bieten. Und der dritte Bereich, und das ist so ein bisschen die Kür, ist, wie können wir digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Da geht es eben darum, neue Plattformen, ganz neue digitale Modelle zu entwickeln, um eben auch neue Kundengruppen, neue Zielgruppen anzusprechen, um neue Geschäfte zu generieren, weil möglicherweise ja alte Geschäfte dann ja nicht mehr so funktionieren, wie es früher mal war, beziehungsweise auch perspektivisch vielleicht sich auch verändern.

Und dass wir da einfach gucken, dass wir da natürlich die Bereiche irgendwie abdecken oder eben neue dazu bekommen.

Ich finde die Aufteilung total plausibel. Das gefällt mir.

Genau und vielleicht das noch kurz ergänzend. Und die Herausforderung jetzt ist natürlich, dass man diese drei Bereiche, sage ich mal, die kann man jetzt natürlich in der Unternehmensgruppe nicht über einen Kamm scheren. Also man kann jetzt nicht sagen, man unternimmt bestimmte Anstrengungen jetzt für alle, sondern man muss tatsächlich kleinteilig gucken. Also für die Containerdienste bestehen ganz andere Anforderungen und Bedürfnisse als jetzt für einen Rohr- und Kanalreinigungsservice. Und die sind teilweise auch noch auf unterschiedlichen digitalen Standards unterwegs. Also gerade die Beraterfirmen haben schon einen relativ hohen Standard, was Digitalisierung angeht. Der Containerdienst so mittel und der Rohrenkanalbereich, der hat noch sehr viel Nachholbedarf. Also von daher, da muss man auch wieder individuell gucken. Also das ist schon eine sehr spannende Geschichte und dementsprechend sind wir auch dabei, diese ganze Abteilung auch weiter auszubauen, weil wir merken, okay, ich alleine schaffe es nicht, eine Unternehmensgruppe mit 900 Mitarbeitern zu digitalisieren. Also schon ein etwas größeres Projekt.

Ja, das ist eine Ansage, das stimmt. Ich habe zu allen drei Bereichen ganz viele Fragen. Eine, ich fange mal mit der Optimierung der Prozesse nach innen an. Ich habe mir ein Stichwort mitgeschrieben, Sie haben gesagt, den Mitarbeitern mehr Kapazität für neue Tätigkeiten geben oder freiräumen. Wenn man in die Medien guckt, dann liest man in den großen Zeitungen immer diese Panikmache, Digitalisierung nimmt uns die Jobs weg und so weiter. Das klingt jetzt nicht so, als ob bei Ihnen Digitalisierung Arbeitsplätze wegrationalisiert, sondern als ob Sie im Prinzip nur Tätigkeiten verändern würden, oder?

Korrekt. Also das ist tatsächlich auch der Fall. Und das haben wir auch in unterschiedlichen Meetings, beziehungsweise wir hatten auch Wochenend-Workshops auch mit unseren Gesellschaftern eben auch sehr intensiv diskutiert, dass wir eher tatsächlich eine Chance darin sehen, den Mitarbeitern einfach Freiräume für neue Dinge zu geben. Beziehungsweise wir haben tatsächlich auch eher den Bedarf, noch neue Mitarbeiter einzustellen, weil wir feststellen, okay, wir kriegen aufgrund des Fachkräftemangels gar nicht mehr die Leute ran, die wir tatsächlich brauchen. Also müssen wir gucken, dass wir bestimmte Strukturen verändern, beziehungsweise eben auch Dinge effizienter zu gestalten, um den höheren Arbeitsaufwand oder Volumen dann letzten Endes auch bewältigen zu können.

Und von daher, also ist das auch ein Thema, was wir auch in allen möglichen Veranstaltungen unseren Mitarbeitern immer wieder sagen. Zum einen, wir wollen sie nicht überwachen, weil Digitalisierung ja auch immer sehr viel Transparenz schafft. Das ist auch eine Angst, die häufiger mal hochkommt. Wir haben ja eigene Datenschützer im Haus und so weiter, die also wirklich diese ganzen Digitalisierungsmaßnahmen also von hinten bis vorne prüfen. Und das andere Thema ist tatsächlich, also in der Buchgruppe muss wirklich keine Angst haben, irgendwie seinen Arbeitsplatz zu verlieren, weil wir eben eigentlich eher andersrum sehen, dass wir noch mehr Bedarf haben, um eben auch das erhöhte Volumen beziehungsweise die Mehraufwand, oder die Aufträge, die einfach zusätzlich noch reinkommen würden, wenn wir digitale Services anbieten, zu haben. Also von daher ist das für uns überhaupt kein Thema.

Ja, also spannend finde ich total schön und es ist so ein roter Faden, der sich irgendwie durch alle Interviews zieht. In den Medien liest man diese Panikmache und egal mit wem ich rede, also auch schon vor, selbst im Archäologischen Museum Hamburg, Interview vor zwei Jahren fast, kam genau das gleiche, die gleiche Ansage. ja, wir haben dadurch neue Plätze geschaffen, wir erreichen mehr Leute, wir haben mehr Tätigkeiten. Und es ist ein Werkzeug, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, weil wir sonst gar nicht mehr weiter operieren können. Ich frage mich, wie das in der Bild-Zeitung mal ankommt.

Wenn man sowas in der Bild-Zeitung erzählt, ist das nicht spannend. Also andersrum kann man natürlich viel mehr Leute da irgendwie ein bisschen aufwecken und Angst und Panik verbreiten. Also es ist einfach so, wir versuchen eben viele Prozesse zu standardisieren. Das ist immer so eine Grundvoraussetzung. Und wenn man Prozesse standardisiert hat, kann man sie auch automatisieren. Und das sind eben immer diese, sag ich mal, diese Dinge, auf die vielleicht auch viele gar keine Lust haben, weil das immer so eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Schaffungsmaßnahme, ich muss immer irgendwas abtippen aus irgendwelchen Tabellen oder da ruft jemand an und der erzählt mir, was ich in den Computer eintippen muss, also diese klassische Auftragsannahme.

Und das ist ja heutzutage alles einfach, das sind so Aufgaben, also ich persönlich hätte da einfach keine Lust drauf, mag durchaus noch Leute geben, aber ich bin froh, wenn ich so bestimmte Dinge automatisieren kann, um einfach dann Zeit zu haben, mich um mal wirklich wichtige Sachen zu kümmern. Und wir haben eine Leitmarke, sage ich mal, persönlich kompetent zuverlässig. Und viele bei uns haben eben auch Angst, durch die Digitalisierung nicht mehr persönlich zu sein oder nach außen hin nicht mehr persönlich zu sein. Und genau da sage ich, nee, eben andersrum, weil wir digitalisieren, schaffen wir uns Freiräume, um mit dem Kunden wieder persönlich zu sein. Ja, wie häufig ist es doch tatsächlich, ja, ich habe jetzt nicht so Zeit und wir können nicht telefonieren oder auch nicht, ich gebe dem auch nicht so den Raum, dass wir mal persönlich uns treffen und sprechen können.

dann digitalisiert doch einfach diese standardisierten Sachen und dann habe ich einfach mehr Zeit, um mich wieder mit dem Kunden zu kümmern. Also das sind auch Themen, die man so natürlich argumentieren kann und das kommt tatsächlich auch sehr gut bei den Mitarbeitern an.

Ja, schön. Das ist vielleicht eine gute Überleitung zu der Außenseite. Können Sie da mal ein Beispiel nennen? Also dieses Thema Customer Journey, Kundenschnittstelle. Was haben Sie da schon digitalisiert und wie zahlt das zum Beispiel ein auf genau dieses Thema persönlicher Kontakt?

Also wir haben derzeit zwei große Projekte bei den Containerdiensten in der Umsetzung. Das ist zum einen eine Bestell-App, mit der die Kunden ihre Containerbestellung machen können. Und das andere ist ein klassisches Kundenportal, weil wir das bisher noch nicht hatten. Das ist im Grunde eigentlich ein Must-Have. Also da sind wir so ein bisschen der Zeit hinterher, wo ich jetzt aber sage, okay, das sind einfach zwei Themen, die müssen jetzt auf jeden Fall gesetzt werden, weil die meisten Kunden haben nun mal ein Smartphone, können damit ihre Bestellung machen. Da geht es auch wirklich nur um die Standardbestellung und nicht irgendwelche beratungsintensiven Gespräche. Deswegen haben wir auch gesagt, die Bestellab ist klassischerweise für den Gewerbekunden.

Der Privatkunde, der vielleicht noch Beratung braucht, der wird eben weiterhin am Telefon natürlich beraten und kann seine Bestellung machen. Wir sagen aber auch ganz klar, auch die Kunden, die eben einfach das nicht per Smartphone oder mobil machen wollen, können trotzdem weiterhin anrufen. Wir wollen einfach nur zusätzliche Kanäle schaffen. Und dementsprechend haben wir eben gesagt, das sind erstmal zwei Themen, womit wir auch natürlich eine jüngere Zielgruppe erreichen. Die jüngeren Handwerker, die nächsten Generationen, die nachwachsen, die einfach mit dem Smartphone aufgewachsen sind, für die das normal ist, die auch gar nicht mehr telefonieren wollen. Und ich glaube, das wird auch die Zukunft sein für diese normalen Standardbestellungen, das letzten Endes mit anzubieten.

Das kommt aktuell sehr gut an. Wir haben da also schon sehr viele Kunden, die auch interessiert daran sind, das zu machen. Auch mit individuellen Benutzerrechten und so weiter, dass nicht alle das Gleiche sehen dürfen und so weiter. Also gerade für große Konzerne natürlich interessant. Und es gibt tatsächlich auch schon einige Kunden, die das so gut finden, dass sie gerne ihre eigenen Warenwirtschaftssysteme mit andocken möchten, um eben noch effizienter für sich selber zu sein. Das ist ein etwas schwieriges Thema, was Datenschutz und so weiter angeht, aber auch da kann man über Schnittstellen natürlich schon viele Dinge realisieren. Und wir haben auch schon einige Kunden, die auch intensiv mit uns zusammen das Kundenportal mit weiterentwickeln wollen.

Die also sagen, finden sie schon mal gut, aber wir hätten gerne noch A, B, C, D. Also die versuchen dann dementsprechend so ein bisschen das weiterzuentwickeln. Und da geht, glaube ich, auch der Trend hin, dieses As-a-Service-Modell, dass man da wirklich sagt, okay, wir bieten das so an. Und wenn die Kunden halt, das sind ja diejenigen, die auch wissen, was sie brauchen und was sie wollen. Wenn man die letzten Endes noch mit einbinden kann, die noch mit zur Entwicklung beitragen, ist, glaube ich, dass das ein Riesengewinn. Und das macht am Ende auch viel Spaß und ergibt ja auch den höchsten Nutzen für alle.

Ja, das ist eine super Überleitung zu dem anderen Stichwort, auf das ich gerne noch kommen wollte, und zwar Innovation. Innovation ist ja nun dem Begriff nach eine Weiterentwicklung. Wie genau kommen diese innovativen Gedanken bei Ihnen ins Rennen? Also dass jetzt zum Beispiel genau die Bestell-App und das Kundenportal gemacht werden und nicht irgendwas anderes. Also Ideen gibt es bestimmt zuhauf. Und vielleicht ist das auch gleich eine gute Überleitung dann hin zu den digitalen Geschäftsmodellen. Wie entstehen solche Ideen und wie kommt sowas in die Umsetzung? Welche Schritte gibt es da, bis das Ganze ein reales Endkundenprodukt wird?

Also es gibt verschiedene Teams, die sich immer mal wieder regelmäßig zusammensetzen. Auch dann jetzt mittlerweile eben auch für die unterschiedlichen Bereiche, dass man sagt, für die Containerdienste gibt es eben Teams oder Arbeitskreise klassisch genannt, die sich eben genau damit beschäftigen. Dann gibt es natürlich viel Einfluss auch, sage ich mal, von meiner Person. Ich bin ja auf vielen Veranstaltungen unterwegs, kriege auch viel Inspiration. Es gibt mittlerweile jetzt seit, ich würde mal sagen, ungefähr einem Jahr für die Entsorgerbranche sehr viele Formate, Veranstaltungen, Austauschmöglichkeiten, um eben sich neue Techniken, neue Lösungen, neue Ansätze anzuschauen und auch zu diskutieren.

Das gab es vor drei, vier Jahren noch nicht. Also momentan schießt das schon wie Pilze aus dem Boden, weil alle da irgendwie auf diesen Zug aufspringen. Das bringt mich natürlich auch in vielen Bereichen weiter. Und man lernt eben auch die richtigen Leute kennen. So wie wir uns ja letztendlich auch kennengelernt haben. Die Handelskammer bietet ja auch diese Formate an. Und so bieten das eben auch mittlerweile auch viele Entsorger mittlerweile auch schon an. Die sagen, sie machen eben auch eigene Veranstaltungen und laden auch andere Entsorger ein. Also gerade im Mittelstand ist es mittlerweile so, dass die mittelständischen Entsorgungsunternehmen auch erkannt haben, nicht mehr dieses Abschotten und jeder macht so sein eigenes Ding, sondern sich auch gerade was Digitalisierung angeht, lieber öffnen und versuchen mal auch zusammenzuarbeiten, um eben auch Innovationen nach vorne zu bringen.

Dementsprechend kriegt man eben viele Impulse. Wir haben natürlich noch ein paar Kollegen, die auch eben auf solchen Veranstaltungen unterwegs sind. Ich kann ja nun nicht alle mit abdecken. Und dieses Wissen und diese Ansätze bringen sie eben dann in diese Teamrunden mit rein. Das Ganze wird dann eben auch bei mir zentral gebündelt. Ich stelle das immer in bestimmten Zyklen dann auch den Gesellschaftern vor und wir schauen eben, was sind denn tatsächlich so die spannenden Themen. Und vor einem Jahr haben wir eben festgestellt, okay, wir haben jetzt als, wir haben eben den Kunden im Fokus erstmal für Digitalisierungsthemen und das wird sich sicherlich im nächsten Jahr wieder ändern, weil wir eben jetzt schon die ersten Schritte gegangen sind und werden wahrscheinlich im nächsten Jahr den Fokus darauf legen, wie wollen wir eigentlich in Zukunft zusammenarbeiten.

arbeiten. Also das geht, also das erste, der erste Bereich war jetzt eben tatsächlich nach außen und der zweite Step geht jetzt dann nach innen und da gibt es ja auch schon unglaublich viele Möglichkeiten, das effizienter auch noch zu gestalten. So und so gucken wir eben, was gibt es für Themen, für Innovationen in unterschiedlichsten Bereichen und dann wird eben auch abgestimmt, das ist ja auch eine Frage der Ressourcen letzten Endes, wer soll es machen und wie lange soll es dauern und auch natürlich nur eine Budgetfrage am Ende des Tages.

Ja, klar. Ja, also finde ich plausibel. Also gerade dieses Öffnen der eigenen Branche gegenüber. Also ich kenne das aus dieser ganzen Software-Branche heraus, da ist das schon seit jeher gang und gäbe, sage ich mal, dass man einfach User-Groups hat, sich austauscht, Best-Practices teilt. Ich finde, das macht einfach Sinn und es macht mich gerade glücklich zu hören, dass es in anderen Branchen auch so ist. Ich denke, wahrscheinlich ist das einfach eine Frage, solange es allen gut geht, hat auch keiner irgendwo Not, um irgendwo harte Grenzen zu ziehen.

Ja genau, also das ist ein Thema und der Entsorgerbranche geht es momentan tatsächlich eigentlich ziemlich gut, auch aufgrund der niedrigen Zinsen. Also jeder baut irgendwie wie bekloppt, das kommt uns natürlich da auch entgegen. Rohr und Kanal läuft also auch brummt ohne Ende. Also wir haben eigentlich, sag ich mal, volle Auftragsbücher, wir können uns da nicht beklagen. Aber sicherlich wird es irgendwann auch mal wieder ein bisschen weniger werden und dann muss man natürlich gucken, dass man da auch eben schon gewappnet ist für diese Zeiten. Und ich merke gerade dieser Trend eher auch mal wieder mehr miteinander, also unter den Entsorgern zu arbeiten, der kommt eher von den jüngeren Leuten.

Es gibt ja so die Alteingesessenen, die sagen halt, wir schotten uns ab, wir machen unser Ding, bloß nicht zu viel Preis geben. Und auf diesen Veranstaltungen, wo ich unterwegs bin, sind dann doch eher die Jüngeren, die seit ein paar Jahren vielleicht erst in der Entsorgungsbranche sind und da auch ein bisschen offener sind und sagen, okay, wir müssen auch gucken, weil wenn jeder für sich das immer nur macht, kommen wir insgesamt nicht weiter. Wir müssen uns auch mal zusammenschließen, weil es tatsächlich auch passieren kann, ich hoffe, dass es nicht passiert, dass dann mal irgendwie ein Großer aus den USA oder aus China oder wo auch immer rüberschwappt mit einem unglaublich riesen Budget und hier den Markt mal irgendwie aufrollt.

Also es kann relativ schnell mal passieren. Es gibt da auch schon ein paar Ansätze, die wir beobachten, die aufgrund unserer Gesetzgebung zum Glück noch nicht greifen. Aber wenn wir die Gesetze nicht hätten, wäre es schon ganz anders. Von daher können wir da mal ganz, ganz froh sein an der Stelle. Aber genau, also es gibt aus den USA auf jeden Fall ein paar Unternehmen, die auch schon versucht haben, den deutschen Markt ein bisschen aufzurollen, dann eben daran gescheitert sind und jetzt gemerkt haben, okay, sie gehen tatsächlich eher in die Schwellenländer. Sie sind jetzt gerade mehr so in Indien und anderen Ländern unterwegs. Da gibt es eben diese Gesetze nicht und versuchen sich da eben gerade zu positionieren an der Stelle.

Und dem müssen wir eben entgegenwirken, indem wir eben mehr zusammenarbeiten. Und das haben viele schon erkannt. Und das macht auch sehr, sehr viel Spaß, muss ich sagen.

Ja, das glaube ich. Also jetzt ist das Silicon Valley auch so ein sehr gehypter Ort, aber die leben das ja vor. Also da bauen nicht zwölf Firmen nebeneinander das gleiche Produkt in Halbgar, sondern kooperiert man halt und baut ein richtig gutes Produkt und rollt dann den Rest der Welt auf. Macht ja auch einfach Sinn. Digitale Geschäftsmodelle hatten Sie als dritten Bereich genannt. Also es gibt die zwei aktuellen Projekte, die nach außen gehen, dass man interne Prozesse irgendwo automatisiert, digitalisiert, finde ich auch plausibel. Wie gehen Sie an diese digitalen Geschäftsmodelle ran? Die sind ja vom Innovationsgrad her eine völlig andere Liga als inkrementelle Innovationen bei dem, was man eh schon gut macht.

Genau, also wir gucken eben einfach, ein Beispiel ist jetzt ein bisschen sehr entsorgerlastig, sage ich mal, aber ein Beispiel war eben, 2017 kam eine Novelle der Gewerbeabfallverordnung, die dann auch vorschreibt unter anderem, dass alle Abfallerzeuger eine Abfalldokumentation erstellen müssen, in welcher Form auch immer. Und wir haben da eben auch gesehen, okay, jeder muss es in irgendeiner Art und Weise machen. Und man hat mit Papierbelegen angefangen und noch irgendwie eine Excel-Liste und so weiter und so fort. Und haben dann irgendwann gesagt, okay, da können wir doch mal ausprobieren, ein neues Geschäftsmodell zu generieren. Und zwar nicht nur für unsere eigenen Kunden, sondern deutschlandweit eben das anzubieten.

Und haben dann eine Plattform geschaffen, die wir Gewado genannt haben, für Gewerbeabfalldokumentation. also Abkürzung dafür, und wollten einfach unseren Kunden oder generell allen Abfallerzeugern deutschlandweit ein Portal zur Verfügung stellen, mit dem sie ihre Abfalldokumentation erstellen können und da eben auch quasi so durchgelenkt werden durch diesen ganzen Prozess, weil das doch ein bisschen aufwendiger ist oder auch für die Leute, die sich damit nicht jeden Tag auseinandersetzen, so einen geführten Prozess bis hin zur Abfalldokumentation, was müssen sie alles machen. Und das war eigentlich ein ganz dankbares Thema, auch so ein Übungsfeld für uns und wir haben jetzt nach zwei Jahren Entwicklungszeit also ein ziemlich gutes Tool am Markt, was auch gut ankommt, also ich kriege sehr viel positives Feedback und das sind eben genauso Themen, die wir aufgreifen müssen.

Also was kommt für neue Gesetzgebung, was kommen für Anforderungen, die wir irgendwie als digitalen Service anbieten können, womit wir auch letzten Endes monetär was verdienen, weil sowas wie eine Bestell-Lab und Kundenportal ist einfach ein kostenfreier Service, den wir natürlich zusätzlich mit anbieten, weil es ja eben auch eine Arbeitsentlastung für uns am Ende ist, aber eben so ein Service, okay, Abfalldokumentation oder und so weiter. Und so gucken wir jetzt gerade aktuell eben auch in unseren einzelnen Firmen, was sind da eigentlich so Themen? Wo können wir vielleicht noch neue Geschäftsmodelle entwickeln? Das kann man natürlich beim Container, den kann man jetzt nicht wegdigitalisieren und mehr als ein Kundenportal wird es wahrscheinlich auch nicht geben.

Aber man kann jetzt ja mal überlegen, okay, vielleicht gibt es ja irgendwelche Plattformen, wo man unterschiedliche Services bündeln kann, wo der Kunde vielleicht zentral deutschlandweit seine gesamten Abfallcontainer administrieren kann und nicht nur in einer Firma und so weiter. Und dementsprechend sind das eben so Überlegungen auch für den Rohr- und Kanalbereich. Kann man da irgendwas zusammenbündeln? Also immer mit dem Fokus darauf, dass wir dann eben das Leben für den Kunden am Ende einfacher machen. Also was sind seine Bedürfnisse? Und wenn man sich sowas wie Amazon mal anguckt, man kriegt bei Amazon alles 24 Stunden rund um die Uhr. Man kriegt, wenn man das nicht mehr haben will, sofort zurückgeschickt, kriegt das Geld wieder ohne Wenn und Aber.

Aber also den bestmöglichen Kundennutzen hinzubekommen, das ist natürlich dann, wie gesagt, die Kür. Aber das sind eben so Themenfelder, wo wir versuchen, okay, irgendwie müssen wir da kreativ irgendwas auf die Beine stellen. Und wir haben tatsächlich jetzt auch schon zwei neue Geschäftsmodelle, die sind noch nicht am Markt. Deswegen kann ich da jetzt noch nicht so viel drüber erzählen. Aber die entwickeln wir gerade und das ist auch ein sehr, sehr spannendes Thema, weil da auch, wie gesagt, für den Kunden das einfacher wird. Er hat quasi nur noch ein Portal, worüber er alles machen kann. Und wir administrieren im Hintergrund den Rest für ihn. Und natürlich am Ende über 1000 Schnittstellen automatisiert, dass wir dann auch nicht mehr so viel Aufwand haben.

Und das sind eben die Themen, die wir suchen. Ist aber auch dann, wie gesagt, die Königsdisziplin.

Ja, aber ich finde dieses Stichwort Kunde im Mittelpunkt und Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, das ist im Prinzip das Einzige, was funktionieren kann.

Das ist das A und O, klar. Also das haben wir auch schon an anderer Stelle erlebt, dass man irgendwas versucht hat zu entwickeln und stellte dann fest, naja, wir gehen davon aus, der Kunde braucht das und haben das dementsprechend so auch umgesetzt und am Ende stellten wir fest, nee, das ist dann doch nicht das, was der Kunde braucht. Also vielleicht sollten wir vorher mit dem Kunden erstmal sprechen. Und deswegen ist das, wie gesagt, jetzt gerade bei so einem Kundenportal, was ich am Eingang schon sagte, auch toll, wenn die Kunden dann mitentwickeln und entwickeln das ja für andere Kunden auch weiter. Und deswegen sprechen wir auch sehr viel mit Kunden. Wir haben auch schon überlegt, eben tatsächlich auch mal so Veranstaltungen oder Workshops mit den Kunden zusammen zu machen, um da eben zu gucken, okay, was braucht der eigentlich? Da muss man natürlich aber auch die richtigen Kunden finden, die da Lust drauf haben. Und am Ende des Tages soll das ja ein Mehrwert für den Kunden sein. Und wenn sich sowas rumspricht, dann ist das natürlich der größte Gewinn, den man hat.

Ja, spannend. Also beeindruckend und macht einfach Sinn. Cool. Wir sind zeitlich so ein bisschen am Ende der versprochenen Interviewzeit. Deswegen würde ich jetzt so zu den Schlussfragen kommen, die ich immer stelle. Die erste haben Sie wahrscheinlich schon so ein bisschen beantwortet. Was ist so die größte Challenge, an der Sie gerade stehen unter dem Stichwort Digitalisierung?

Also jetzt für mich persönlich ist tatsächlich die größte Herausforderung, alle Mitarbeiter mitzunehmen. Da ist immer dieses Stichwort Change Management, eines der Themen, die mich am meisten bewegen oder auch wo ich die größte Herausforderung sehe, weil wir natürlich ganz unterschiedliche Mitarbeiter haben, erstmal von der Altersstruktur her natürlich und auch vom digitalen Kenntnisstand und eben da auch sehr viele Ängste sind, kommen die Leute noch mit, werden die bald noch gebraucht. oder verstehen die das überhaupt und wollen die das und brauchen wir das? Also das ist so eines der großen Themen und Herausforderungen, die wir nach innen haben. Nach außen gar nicht so, weil der Kunde ja selber entscheiden kann, ob er diese Services nutzt, aber nach innen müssen die Leute es natürlich auch beherrschen und natürlich auch erklären können.

Und das ist für mich einer der größten Themen, die ich momentan so habe.

Ja, kann ich mir gut vorstellen und das ist spannend. Also auch das kommt in vielen Interviews so raus. Es geht aus von der Technik, aber die spannendsten Probleme sind dann doch wieder Menschenthemen.

Achso, ja.

Gibt es eine oder mehrere Quellen, die Sie selbst nutzen und weiterempfehlen wollen für irgendwen, der sich zum Thema Digitalisierung weitergeben will?

Ja, es ist halt sehr entsorgerlastig. Es gibt verschiedene Veranstaltungen oder auch Messen, wo ich halt viel unterwegs bin. Es gibt auch verschiedene Podcasts, die ich mir hin und wieder mal anhöre. Christoph Käse heißt der, glaube ich, der hat auch einen eigenen Podcast. Den finde ich auch ganz spannend. Ist halt alles ein bisschen genereller gehalten. Und ansonsten habe ich sehr viele Newsletter abonniert. Ich weiß gar nicht mehr, von wem alles. Aber auch sehr Entsorger. Es gibt ja sehr viele Verbände auch, die auch mal wieder immer zur Digitalisierung Themen einstellen. Und was vielleicht auch den einen oder anderen noch interessiert, Ich glaube, Mittelstand digital oder so ähnlich heißt dieses Format, was irgendwie auch von der Bundesregierung mit angeboten wird oder digitaler Mittelstandsforum oder so ähnlich.

Also das ist auch immer ganz gut. Da kriegt man auch immer Veranstaltungstipps. Das ist, glaube ich, auch für jedes Bundesland. Die haben ein eigenes Zentrum, sodass man da jetzt nicht irgendwie nach Süddeutschland reisen muss, wenn man im Norden wohnt und woanders. Und da habe ich auch schon die ein oder andere Veranstaltung mitgenommen.

Ja, cool. Werde ich alles verlinken in den Shownotes. Ja, dann bin ich durch mit meinen Fragen für heute. Ganz vielen Dank für die Zeit, ganz vielen Dank für die Einblicke. Also ich finde, das ist ganz begeisternd plausibel alles.

Sehr schön.

Ja, von daher würde ich sagen, nochmal vielen Dank. Alles klar. Das war das 66. Interview-Podcast Wege der Digitalisierung mit Herrn Wahnsinn von der BUB-Gruppe. Alles, was wir genannt haben, was man verlinken kann, werden wir verlinken auf wegederdigitalisierung.de. Wie immer, teilt das Ganze gerne auf allen sozialen Netzwerken. Schreibt uns E-Mails, schreibt uns Kommentare, rezensiert uns, bewertet uns bei iTunes. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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