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E5521.08.201935 Min

Wie wird die Zusammenarbeit mit Freelancern zum Erfolg?

Im Gespräch: Daniel Barke (WorkGenius)

Titelbild zu E55: Wie wird die Zusammenarbeit mit Freelancern zum Erfolg? – Daniel Barke (WorkGenius)

Worum es geht

Daniel Barke von WorkGenius erklärt, wie Unternehmen mit Freelancern effizient zusammenarbeiten können.

Daniel Barke ist Gründer und Geschäftsführer von WorkGenius. Das Unternehmen entwickelt eine Plattform, um die Zusammenarbeit mit Freelancern für Unternehmen zu vereinfachen. Der Pool umfasst 400.000 Freelancer in Europa und Nordamerika.

WorkGenius unterscheidet sich von Plattformen wie Upwork, weil es den gesamten Prozess abbildet: von der Auswahl über Zahlung bis zur Compliance. Es standardisiert Preise und garantiert Zahlungen innerhalb von 24 Stunden.

Die Plattform dient Unternehmen von fünf bis 100.000 Mitarbeitern. Sie hilft bei der Transformation von Arbeitsstrukturen, insbesondere bei der Integration externer Ressourcen. Viele Unternehmen haben keine Prozesse für Freelancer, obwohl 40 % der Arbeitskraft in den USA bereits freiberuflich ist.

Freelancer profitieren von Sicherheit durch garantierte Zahlungen und Forecasting. Auch erfahrene Freelancer nutzen die Plattform, um Zeit für Akquise und Verhandlungen zu sparen. Die Technologie reduziert den Overhead für beide Seiten.

Ursprüngliche Shownotes 21.08.2019

Das digitale Zeitalter ist auch die Ära des Freelancing: Orts- und zeitunabhängig zu arbeiten ist heute einfacher denn je. Selbstbestimmung und Flexibilität gehören längst zu den zentralen Aspekten, wenn es um die Frage nach einer erfüllenden Tätigkeit geht. Gleichzeitig schätzen immer mehr Unternehmen die Vorteile, die eine flexible Workforce aus externen Mitarbeitern mit sich bringt.

Daniel Barke und Marlon Litz-Rosenzweig haben die Zeichen der Zeit früh erkannt und mit WorkGenius eine Freelancing-Plattform der besonderen Art entwickelt. Denn WorkGenius bringt Unternehmen und Freelancer nicht nur zusammen, sondern unterstützt auch bei dem gesamten Prozess der Zusammenarbeit. Zu den Kunden zählen dabei sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch international agierende Konzerne. Der Freelancer-Pool beträgt rund 400.000 Menschen aus Europa und Nordeuropa – Tendenz steigend.

Im Interview mit Nils erklärt WorkGenius-Gründer und -Geschäftsführer Daniel Barke, was seine Plattform anders macht als andere Freelancer-Plattformen, woran die Zusammenarbeit mit externen Mitarbeitern bei so vielen Unternehmen scheitert – und wie man es besser machen kann.

WorkGenuis: Mehr als eine Freelancing-Plattform

Wenn von Freelancing-Plattformen die Rede ist, kommen schnell Namen wie Fiverr oder Upwork auf. Bei diesen und ähnlichen Plattformen können Freelancer und Kreative ihre Dienste anbieten und sich auf Ausschreibungen und Projekte von Unternehmen bewerben. Auch bei WorkGenius geht es darum, Freelancer und Unternehmen zusammen zu bringen.

WorkGenius bietet aber noch mehr. Durch die Kombination von künstlicher und menschlicher Intelligenz hilft das Unternehmen anderen Firmen dabei, den gesamten Prozess der Zusammenarbeit mit externen Mitarbeitern zu vereinfachen und einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf zu ermöglichen. WorkGenius übernimmt bei Bedarf nicht nur eine Vorauswahl geeigneter Bewerber und das eigentliche – sehr stark technologisch getriebene – Matchmaking, sondern auch die Kommunikation und die bürokratische Abwicklung von der Bezahlung bis zur Compliance.

Gerade für große Unternehmen, die mit einer Vielzahl von Freelancern zusammenarbeiten, ist eine solche Unterstützung laut Barke zentral. Wer nur hin und wieder einen externen Mitarbeiter für kleinere Projekte benötige, der könne sicherlich gut mit einer klassischen Freelancer-Plattform arbeiten. Wer aber darüber nachdenkt, die externen Ressourcen stark auszuweiten und regelmäßig mit vielen verschiedenen Freelancern zusammenzuarbeiten, der könne das kaum über eine herkömmliche Freelancer-Plattform abwickeln.

„Wenn ich mir vorstelle, hundert Leute einzeln über entsprechende Plattformen zu beschäftigen, verliere ich mich so stark in dem Overhead, dass es am Ende keinen Sinn mehr macht, die flexiblen Ressourcen zu nutzen“, erklärt Barke. Und weiter: „Flexible Ressourcen müssen wirklich flexibel sein. Es bringt nichts, wenn ich einen Freelancer suche, der zwei Wochen für mich arbeitet, ich aber vier Wochen brauche, um ihn zu finden und zu briefen.“

Klare Prozesse für die Suche nach externen Arbeitskräften

Gerade bei der Suche nach guten externen Mitarbeitern spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle, ist Barke überzeugt. Digitalisierung ist für ihn letztlich „ein Aufbrechen von bestehenden Strukturen“. Bezogen auf die Zukunft des Arbeitens bedeute das beispielsweise, dass Unternehmen eben nicht mehr die komplette Workforce bei sich intern auf dem Bürostuhl sitzen haben müssen. Im Gegenteil: Eine Erweiterung der Ressourcen durch unabhängig arbeitende Freelancer sei für viele Unternehmen nachhaltiger und sinnvoller.

Digitalisierung im HR-Bereich heißt für Barke deshalb auch, dass insbesondere bei der Suche nach externen Mitarbeitern neue, digitale Prozesse geschaffen werden. Denn während es bei der Auswahl von internen Mitarbeitern bereits standardisierte, zum Teil sehr aufwändige Selektionsprozesse gibt, die darauf abzielen, die besten Bewerber ins Unternehmen zu holen, sind Barke zufolge kaum Prozesse vorhanden, die sich um Freelancer oder flexible Ressourcen kümmern.

Freelancing als Arbeitsform der Zukunft

„Das ist häufig ein Thema, dass nicht zentral über HR läuft, sondern das die einzelnen Bereiche selbst angehen“, erläutert Barke. Nicht selten würden Aufgaben dann an Freunde oder Bekannte verteilt – ein Vorgehen, das mit Blick auf die Vergabe von internen Stellen unvorstellbar wäre. Und auch bei der Suche nach geeigneten Externen sei eine solche Praxis nicht zielführend, da zunehmend mehr Projekte über Freelancer laufen:

„Unternehmen müssen aufpassen“, ist Barke überzeugt. In den USA seien beispielsweise bereits heute 40 Prozent der Workforce freiberuflich aktiv. Auch in Europa werde das irgendwann der Fall sein. „Und wenn ich als Unternehmen meine Prozesse darauf nicht ausgerichtet habe, dann kriege ich natürlich irgendwann ein Riesenproblem.“

Mehrwert auch für Freelancer

Genauso wichtig wie die Unterstützung der Unternehmen ist Barke, dass die Freelancer, die sich auf WorkGenius anmelden, mit der Plattform zufrieden sind. „Unser Produkt muss für beide Seiten eine Daseinsberechtigung haben“, so Barke, „denn nur so können auch wir letztlich unseren Teil damit verdienen.“

Für Freelancer bietet die Plattform auf ganz unterschiedliche  Weise einen Mehrwert. Einer der wichtigsten Aspekte: Die Freelancer müssen sich nicht um die Kundenakquise kümmern und lange Angebote schreiben, auf die sie eventuell nie eine Rückmeldung erhalten. Außerdem gibt WorkGenius den Freelancern eine gewisse Planungssicherheit, was das monatliche Einkommen betrifft. Das schafft die Plattform einerseits, indem jedem Freelancer garantiert wird, dass der Verdienst innerhalb von 24 Stunden nach Auftragsabschluss auf seinem Konto ist. Andererseits informiert WorkGenius die Freelancer über Projekte, die den bisherigen Projekten ähneln, und rechnet das Auftragsvolumen aus, das die Freelancer mit den zusätzlichen Projekten in den nächsten Wochen verdienen könnten.

Feste Preise gegen das Preisdumping

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Freelancern zugutekommt und WorkGenius von vielen anderen Freelancer-Plattformen abhebt, ist die Preistransparenz beziehungsweise das Festsetzen der Preise.

Während auf anderen Marktplätzen oft ein starker Preiskampf herrscht und Dienstleistungen zu geradezu unethisch niedrigen Preisen angeboten werden, gibt es auf WorkGenius standardisierte Preise, die anhand verschiedener Daten berechnet werden. Zwar gibt es unterschiedliche Preisstufen. Diese bemessen sich aber ausschließlich an dem jeweiligen Qualitäts- und Erfahrungslevel der Freelancer. Darüber hinaus ist es den Freelancern nicht möglich, von den vorgegebenen Preisen abzuweichen.

Das Briefing entscheidet über den Erfolg

Der Hintergedanke: Auf WorkGenius soll ein Preiskampf ganz bewusst vermieden werden. Denn gerade in Deutschland würde das Thema externe Ressourcen häufig immer noch mit dem Outsourcing an billige Arbeitskräfte in Niedriglohnländern verknüpft werden. Diese gedankliche Verknüpfung wollen die Gründer der Plattform auflösen, indem sie den Unternehmen klar sagen: „Wir geben dir die besten Leute, aber die besten Leute haben auch ihren Preis.“

Und noch in einem weiteren wichtigen Punkt unterstützt WorkGenius die Freelancer und erleichtert ihnen ihre Arbeit. Nämlich wenn es um das Thema Kommunikation und Briefing geht. Im Büroalltag seien viele es oft nicht gewohnt, akkurat zu briefen, weil sie ihr Briefing jederzeit nachjustieren und wichtige Details später noch zurufen können, erläutert Barke. Wenn man aber jemanden remote briefe, werde es wesentlich wichtiger, gleich zu Beginn akkurat zu sein, weil das Konkretisieren im Nachgang schwieriger sei. Das Problem sei dabei dann aber nicht das eigentliche Arbeiten auf Remote-Basis, sondern die Kommunikation.

Deshalb unterstützt WorkGenius auch in Sachen Briefing und sorgt dafür, dass mit dem Einsatz von Briefing-Generatoren und Briefing-Checks eine Auftragsbeschreibung entsteht, die alle wesentlichen Informationen enthält, damit der Freelancer das Projekt erfolgreich ausführen kann, ohne dass unnötige Briefing- und Korrekturschleifen entstehen.

Übrigens: Die Gründer von WorkGenius sind so von ihrem Produkt überzeugt, dass sie ihre Plattform auch selbst immer wieder nutzen, um Freelancer für eigene Projekte zu finden – oder wie es Barke ausdrückt: „Wir essen unser eigenes Essen.“ Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen können sie so auf ihren eigenen riesigen Pool an Fachkräften zurückgreifen. Zum anderen werden sie als Tester des eigenen Produkts schneller auf Pain Points aufmerksam und können eventuelle Hürden und Probleme schneller beheben.

Viel Spaß beim Zuhören!

Links aus dem Interview:

Transkript

5.425 Wörter

Automatisch erstellt (Whisper), nicht korrigiert. Namen und Fachbegriffe können falsch geschrieben sein. Ein Klick auf eine Zeitmarke springt im Player dorthin.

Hallo und herzlich willkommen zur 55. Folge des Podcasts Wege der Digitalisierung. Ich sitze hier im Büro von WorkGenius. Vor mir sitzt Daniel Barke, Gründer und Geschäftsführer. Wir haben uns kennengelernt vor einigen Wochen auf der 12 Hours Us. Da saß er in einem sehr spannenden Panel und da habe ich ihn hinterher direkt verhaftet. Und jetzt sitzen wir hier. Ja, Daniel, erzähl doch einfach ein paar Worte über dich, über eure Firma. Was macht ihr? Was losgeht mit der Frage?

Sehr gerne. Erstmal vielen Dank für die Einladung oder beziehungsweise fürs Vorbeikommen. Ich freue mich sehr. Genau, vielleicht zwei, drei Sätze zu uns. Ich bin Daniel, wie gesagt, Gründer von WorkGenius, ein Unternehmen, was sich damit beschäftigt, die Arbeit mit großen Zahlen von Freelancern für größere Unternehmen deutlich zu vereinfachen. Warum machen wir das? Weil wir uns seit sieben Jahren damit beschäftigen oder der Ansicht sind, dass die Art und Weise, wie wir in Zukunft arbeiten werden, sich sehr stark verändern wird. Das heißt, es wird deutlich flexibler werden, es wird deutlich digitaler werden. Wir haben nicht mehr nur noch Festangestellte. Wir haben nicht mehr nur noch ein Skillset, was ich lerne, was ich dann 20, 30 Jahre ausführe, sondern Dinge werden wesentlich schneller und flexibler, was man auch an vielen Zahlen sieht.

Und wir aber sehen, dass viele Unternehmen dafür einfach noch nicht ready sind, wenn man so will. Und wir entwickeln letztendlich Technologie, um den gesamten Prozess bei der Arbeit oder mit der Arbeit mit Freelancern abbilden zu können. Das heißt, von der Selektion der richtigen Leute, wo wir sehr stark technologisch getrieben arbeiten, bis hin zum Matching auf die richtigen Projekte, bis hin zur Kommunikation, Abwicklung und dann eben auch bürokratischen Themen wie Payments, Compliance, so Themen wie steuerliche, rechtliche Themen, dass das eben alles vernünftig funktioniert und bilden das am Ende in einem Gesamtkonstrukt ab. Und das machen wir letztendlich für Unternehmen in Größen 5 Mitarbeiter bis 100.000, also bis Konzerngröße und bieten denen letztendlich unsere Technologie und unseren Freelancer-Pool an, der mittlerweile so knapp 400.000 Leute in Europa und Nordamerika beträgt.

Wow, das ist mächtig. Dann einfach aus ganz eigenem Interesse raus, wo sind da die Abgrenzungen? Also ich kenne zum Beispiel Upwork als Plattform. Würde ich jetzt erwarten, da finde ich individuell einzelne Leute. Ich habe vor einer Weile Mirja Bester von Xing interviewt. Die haben Hallo Freelancer gemacht. Aus dem Bauch aus würde ich jetzt sagen, du hast gesagt Technologie, gesamter Prozess. Ist das so, dass man bei den anderen eher sich nur die Ressource sucht und ansonsten alleingelassen ist? Oder wo wäre da die Abgrenzung?

Genau, also wenn man es so ein bisschen traditionell betrachtet, dann sind die genannten Plattformen eher eigentlich in Richtung Classified-Geschäft. Das heißt, ich publiziere ein Projekt, ein Projektvorhaben. Ich bekomme dann irgendwie 40, 50 Bewerbungen und muss dann selber eigentlich selektieren, welche Leute ich haben möchte. Und auch im Nachgang habe ich relativ viel Overhead. Also am Ende, was die Plattformen machen, ist, sie geben mir einen guten Match, aber lassen mich dann mit dem weiteren Prozess allein. Und ich glaube, wenn man irgendwie mal einen Freelancer sucht, der irgendwie mal ein Logo designt oder der irgendwie vielleicht mal eine Übersetzung macht, ist das total in Ordnung und auch sehr zielführend.

Wenn ich aber, und das ist eben das, was wir glauben, wenn ich das in meine Gesamtorganisation einbinden will und irgendwie zukünftig vielleicht darüber nachdenke, 50% intern und 50% externe Ressourcen zu haben, dann ist das einfach nicht nachhaltig. weil ich kann sehr, sehr schwierig, also wenn ich mir jetzt vorstelle, 100 Leute einzeln über entsprechende Plattformen zu beschäftigen, da verliere ich mich so stark in dem Overhead, dass es am Ende keinen Sinn mehr macht, letztendlich die flexiblen Ressourcen zu nutzen, weil ich es wieder sehr, sehr starr mache. Und da kommen wir letztendlich auch her, dass wir sagen, flexible Ressourcen müssen wirklich flexibel sein. Also es bringt nichts, wenn ich einen Freelancer suche, der mal zwei Wochen für mich arbeitet und ich brauche aber vier Wochen, den zu finden, zu selektieren und zu briefen, dann muss ich es irgendwie anders lösen, weil es steht in keinem Verhältnis, vier Wochen zu suchen versus zwei Wochen Arbeitsleistung.

Und das ist einfach das, was wir sehr stark dann durch Technologie lösen.

Ja, spannend. Jetzt ist ja genau dieses Thema New Work, flexibles Arbeiten, all das. Also da können wir jetzt noch zehn Buzzwords mehr ausdenken. Das sind ja alles Sachen, die man mit Digitalisierung irgendwie in Verbindung bringt. Beschreib doch mal in deinen Worten, was ist denn dieses große, schwammige Wort der Digitalisierung?

Ich glaube, es ist eine sehr spannende Frage. Es ist auch eine gute Frage, um dann einen Podcast letztendlich da rumzugestalten, weil ich glaube, in ein, zwei Sätzen ist es sehr schwierig, das ganze Thema so stark runterzubrechen, dass man irgendwie sagt, das ist Digitalisierung. Wenn ich es aus meiner Perspektive sehe, dann hat für mich Digitalisierung was auf der einen Seite mit Fortschritt und Veränderung zu tun. Das heißt, irgendwas, was ich aus der alten Welt in Anführungsstrichen einen Schritt weiter projiziere in viele moderne Technologien, ist für mich Digitalisierung. Und das hat dann auch gar nicht so viel zu tun, dass ich jetzt früher vielleicht was ausgedruckt habe und jetzt schicke ich irgendwie eine E-Mail.

sondern für mich ist letztendlich Dinge einfach neu durchdenken und die Technologien und Medien, die wir heute zur Verfügung haben, dafür einsetzen zu können. Und das fängt dann letztendlich natürlich irgendwie bei klassischen Sachen an, dass wir irgendwie früher alles ausgedrückt haben, heute ist dann irgendwie alles digital, aber geht letztendlich auch sehr stark mit in das Thema Arbeit oder Work letztendlich mit rein. Und wenn man das dann eben auf das Thema Arbeit bezieht, dann ist für mich Digitalisierung letztendlich auch ein Aufbrechen von bestehenden Strukturen, dass ich zum Beispiel denke, ich muss immer alle Ressourcen bei mir intern in meinem Unternehmen am Schreibtisch auf dem Bürostuhl sitzen haben und sich davon zu lösen und zu sagen, wie kann ich eigentlich eine moderne Workforce aufstellen und letztendlich dann damit mein Geschäft auch nachhaltig irgendwie gestalten.

Und das ist für mich letztendlich Digitalisierung, da die gesamten Medien und Möglichkeiten, die wir haben, einzusetzen, um da zielführend arbeiten zu können.

Wie weit seid ihr in diesem Aufbrechen der Strukturen beteiligt? Du hast gesagt, ihr habt einen gigantischen Pool an Freelancern verfügbar. Ihr bietet diese Technologien. Jetzt wird wahrscheinlich ein Fünfmann-Unternehmen andere Anforderungen haben als jemand, der 100.000 Leute beschäftigt. In dieser Transformation, also angenommen so ein mittelgroßer Konzern kommt zu euch und sagt, wir wollen gerne hier einen Teil unserer Kapazitäten jetzt flexibler machen. Wie weit ist das einfach nur ein Verkaufen eurer Dienstleistung und wie weit seid ihr da Berater und transformiert diesen Konzern?

Das hängt sehr stark von dem Unternehmen ab. Wir machen vom bis, also wir haben potenzielle Kunden, die zu uns kommen und sagen, das ist unser Vorhaben, bitte setzt das irgendwie um und dann ist es letztendlich unser Produkt oder unsere Dienstleistung. Wir haben aber schon viele Kunden, die auch zu uns kommen und eigentlich mehr oder weniger sagen, wir finden es super, was ihr macht, wir wollen, unsere Zielsetzung ist, in zwei, drei Jahren entsprechend x Prozent unser Workforce flexibler gestaltet zu haben. Wir wissen aber nicht, wie wir da hinkommen. Und das sind dann so die Unternehmen, wo wir uns auch operativ, ja, beratend in Anführungsstrichen sehr stark involvieren und auch dann uns anschauen, wie können wir eigentlich Prozesse intern schaffen, die es möglich machen, flexible Ressourcen letztendlich zu nutzen.

Weil das ist ja auch, und das ist ein sehr, sehr spannendes Thema, wenn man sich darüber nachdenkt, was HR oder was interne HR-Abteilungen für Prozesse haben. Da hat sich ja in den letzten Jahren extrem viel getan. Also wenn man HR-Abteilung, auch die wie HR gesehen wird, wie eine HR-Position, auch was sie für ein Standing im Unternehmen haben, dann hat sich das ja in den letzten zehn Jahren extrem gewandelt von einer sehr administrativen Rolle zu einer extrem zentralen Rolle im Unternehmen. Sehr viel wird HR aber darauf fokussiert auf interne Mitarbeiter. Und es gibt extrem standardisierte Prozesse, die darauf abzielen, gute Leute ins Unternehmen zu holen. Erschaulicherweise gibt es relativ wenig Prozesse, die sich um Freelancer oder flexible Ressourcen kümmern.

Und was wir eben auch sehr stark sehen, dass das häufig ein Thema ist, was von den Abteilungen ausgesteuert wird. Also gar nicht über HR läuft, sondern letztendlich ein Thema ist, was dann die einzelnen Bereiche selber angehen. Und das wiederum dann dazu führt, dass überhaupt kein Prozess dafür da ist. Also du hast dann häufig so Phänomen, dass dann irgendwie gesagt wird, ja wir brauchen jetzt einen Freelancer, der uns irgendwie im Grafikbereich hilft. Und dann sagt einer, ja, ich kenne einen, der Freund von meinem Bruder, der ist Grafiker, der kann das für uns machen. Und dann wird der genommen, weil das ist so Convenience, das ist die nächste Möglichkeit. Und wenn man da mal wirklich rational drüber nachdenkt und das projiziert auf den Prozess, wie wir interne Leute einstellen, ist das ja total abstrus.

Also niemand wird jetzt sagen, wir stellen 100 Leute ein und wir sagen, ja, wir fragen mal den Freund von dem Bruder, der ist Grafiker, okay, du bist eingestellt. Das gibt es ja ganz, ganz selten und ja auch zu Recht, weil du willst ja die besten Leute holen. Das heißt, du hast einen Selektionsprozess, du hast Interviews etc. Und das sehen wir ganz stark, dass es durchaus den Prozess gibt für interne Mitarbeiter, für Recruiting interne Mitarbeiter, aber überhaupt keinen Prozess für den Einsatz flexibler Ressourcen, weil es letztendlich auch in der Vergangenheit nicht so wichtig war. Der Großteil war intern. Aber die Art und Weise wird sich einfach verändern und Unternehmen müssen, glaube ich, aufpassen, dass sie den Trend nicht verschlafen oder verpassen.

weil wenn irgendwann 40% der Workforce, was in den USA beispielsweise schon der Fall ist, freiberuflich aktiv ist und ich habe meine Prozesse darauf nicht ausgerichtet, dann kriege ich natürlich irgendwann ein Riesenproblem. Und ich glaube, das ist etwas, was Unternehmen auch gerade in Deutschland mehr verstehen müssen, dass es gut ist, wenn du deine HR-Prozesse digitalisierst. Ich glaube, aber du musst einen Schritt weiter gehen und sagen, wie digitalisiere ich meine Prozesse, dass sie eben auch für flexible Ressourcen eingesetzt werden können.

Und um die Ecke gedacht, wie viel eurer eigenen Workforce nutzt ihr da, nutzt ihr da eure eigenen Plattformen?

Wir essen unser eigenes Essen sozusagen, ja. Machen wir tatsächlich relativ viel in allen Bereichen, also unser Sales Team beispielsweise lässt Leads recherchieren, also potenzielle Unternehmen, die wir irgendwie ansprechen könnten. Unser Marketing-Team nutzt Grafikressourcen über unsere Plattformen, lassen Inhalte im Content-Marketing über unsere Plattformen von Redakteuren erstellen. Also wir nutzen schon sehr viel unsere eigene Plattformen, auch weil wir dadurch natürlich auch viel die Pain-Points nochmal selber erleben und so ein bisschen auch selber unser eigener Tester des Produkts werden. Und es ist dann schon auch spannend zu sehen, weil du natürlich dann auch irgendwie mitbekommst, wo sind die Hürden, warum macht man es jetzt vielleicht lieber intern als extern und da dann wirklich auch produktseitig gegensteuern zu können oder Features entwickeln, die das letztendlich vereinfachen.

Deswegen pushen wir das auch intern sehr stark, dass wir eben sagen, nutz die Plattform für gewisse Sachen, weil wir müssen daraus auch lernen.

Ja, spannend. Das habe ich nämlich von Dropbox interviewt vor einer Weile und der sagte genau das Gleiche. Also ich durfte nicht auf seinen Bildschirm gucken, weil die Dropbox-Leute alle eine nicht-released-eure-Beta-Version haben. Damit haben sie 1000 Beta-Tester weltweit. Macht total Sinn, aber fand ich in eurem Fall besonders spannend, weil wäre ja eigentlich blöd, es nicht zu tun.

Ja, auf jeden Fall. A, weil wir natürlich einen riesen Ressourcenpool da haben und B, einfach aus dem Testing-Charakter auch.

Und jetzt haben wir über die Seite quasi eurer zahlenden Kunden gesprochen, die Arbeit über diese Plattform abwickeln. Wie sieht das aus mit den Freelancern, die auf der Plattform arbeiten? Habt ihr da einen Einblick, wie verändert sich deren Leben? Wie viele von denen waren schon immer Freelancer und sind jetzt froh, möglicherweise einen besseren Weg zu haben? Oder haben andere das angefangen aufgrund der Plattform?

Wir haben eigentlich alles. Das Spannende, was wir sehen, ist, dass viele Freelancer sind Freelancer, weil sie den Gedanken mögen, flexibel und frei zu sein. Sie müssen nicht jeden Tag um neun ins Büro gehen und kommen um 18 Uhr wieder nach Hause, sondern sie können letztendlich ihren eigenen Alltag so strukturieren, wie sie es wollen. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, dass viele Freelancer gleichzeitig die Unsicherheit nicht mögen, was natürlich irgendwie ein Gegensatz in sich ist, weil wenn ich Flexibilität habe, heißt das auf der anderen Seite, ich habe keine Garantie, dass ich irgendwie jeden Monat ein Gehalt bekomme. Und diese Gegensätze letztendlich, die versuchen wir so ein bisschen aufzubrechen, indem wir beispielsweise jedem Freelancer innerhalb von 24 Stunden sein Geld garantieren.

Das heißt, nach Auftragsabschluss dauert es einen Tag, dann hat er sein Geld, um einfach so den Zahlungszyklus zu verringern und auch zu sagen, du hast dann nicht mehr so das Thema des Forderungsausfalls beispielsweise. Aber auch so eine Art Forecasting zu machen, also zu sagen, okay, du hast jetzt auf den Projekten gearbeitet, wir haben so und so viele ähnliche Projekte von anderen Kunden, das könnte dir in den nächsten drei Wochen nochmal zusätzlich 2.000, 2.500 Euro bringen, wenn du auf den Projekten auch arbeitest, um so ein bisschen dieses Planungsgefühl den Freelancern letztendlich zu geben. Und ich glaube, das gibt dem einen oder anderen die Sicherheit, eher in eine Freiberuflichkeit auch vollständig zu wechseln.

Also was wir viel bei uns gesehen haben, ist, dass wir Leute hatten, die am Anfang vielleicht mal fünf Stunden die Woche gearbeitet haben, wo dann die Vermutung schon sehr nahe lag, dass sie irgendwie auch noch einen festen Vollzeitjob oder vielleicht einen Teilzeitjob oder so nebenher hatten, mit dem sie ihren Hauptverdienst irgendwie hatten. Und diese Stundenzahl immer weiter ausgebaut wurde. Weil ich glaube, sie letztendlich auch gemerkt haben, ich habe da wirklich eine Quelle, womit ich auch essentiell irgendwie Geld verdienen kann und mir so ein bisschen diese Unsicherheit genommen wird. Und ich glaube gerade, dass es für Leute, die neu in die Freiberuflichkeit gehen, schon auch ein Thema, was irgendwie sehr positiv ist, dass man da diese Unsicherheitskomponente rausnimmt.

Aber wir haben erstaunlicherweise auch extrem viele sehr erfahrene Freelancer, wo wir eingangs auch häufiger gedacht haben, oder uns gefragt haben und auch reflektiert haben. Ich habe auch selber dann viel mit diesen Leuten gesprochen, Interviews geführt, um mal rauszufinden, was sind eigentlich die Benefits für die. Aber wir haben viel gedacht, warum würden die sich jetzt bei uns registrieren? Die sind ausgelastet, die haben irgendwie ein volles Auftragsbuch, die haben Kontakte, die haben Netzwerke etc. Und auch das war ganz spannend, dass die dann eben auch gesagt haben, ich muss bei WorkGenius keine Auftragsakquise machen, ich muss mich nicht damit beschäftigen, dass ich mir ein Angebot rausschicke, dann zwei Wochen nichts höre, muss keine Preisverhandlungen machen, weil das letztendlich standardisiert ist und habe garantierte Zahlungen von 24 Stunden. Und da haben wir dann schon auch gesehen, dass selbst Leute, die 20, 25 Jahre Berufserfahrung haben und vom Netzwerk, vom Auftragswert her eigentlich uns nicht bräuchten, durch unser Produkt letztendlich einen Mehrwert haben.

Ich glaube, das ist auch das, wie wir letztendlich auch unser Produkt entwickeln, dass wir sagen, unser Produkt muss für beide Seiten so eine Rechtfertigung oder eine Daseinsberechtigung haben, dass wir letztendlich auch unseren Teil damit verdienen können. Weil sonst hast du natürlich irgendwann auch das Thema, wie bei jedem Marktplatz oder jemand, der zwei Parteien connectet, wenn du kein gutes Produkt hast, dann wird es irgendwann die Variante geben, dass die sagen, wollen wir es nicht ohne die Leute von WorkGenius machen oder die Plattformen wollen wirklich die Nies machen. Und ich glaube, das ist essentiell und ich glaube, da hat unsere Plattform, unsere Technologie auf beiden Seiten viel Mehrwert, dass das eben nicht passiert.

Wie funktioniert denn da die Preisverhandlung? Also ich kenne zum Beispiel Upwork, also wir nutzen selber das gelegentlich für kleinere Sachen, dass wir da Leute finden. Und wenn ich dann sehe, dass da Leute sich für 2,50 Euro die Stunde aus Hintertupfingen anbieten, Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein funktionierender Marktplatz ist. Teilweise bieten die sich für Preise an, wo ich sage, das wäre unethisch, das anzunehmen. Und andersrum, ich habe ja selbst als Freelancer lange gearbeitet. Da war es aber so, dass eigentlich meine Kunden drauf verstanden haben, dass ich dann auch bei denen im Office saß. Die konnten, unterstelle ich mal, keinen Festen finden in der Zeit. Dann haben sie mich halt für ein halbes Jahr als Freelancer da reingesetzt.

Aber na gut, da gibt es irgendwo, sag ich mal, marktübliche Preise. Weil online kannte ich bisher ja diesen Preiskampf.

Genau, den nehmen wir komplett raus. Also wir standardisieren Preise, die auch von uns berechnet werden, anhand von Vergangenheitsdatenpunkten, also dass wir uns angucken, für welche Werte haben letztendlich wir Jobs erfolgreich gematcht. Zum anderen aber auch, was ist so der durchschnittliche Preis, den die meisten Leute dafür verlangen würden von Freelancer-Seite, standardisieren dann Preise für verschiedene Qualitäts- oder Erfahrungslevel. Das heißt, wenn wir sagen, du willst einen Freelancer haben, der irgendwie schon 20 Jahre Berufsverfahren hat, irgendwie Premium-Experte in Anführungsstrichen, dann hast du Preis X. Wenn du jemanden haben willst, der vielleicht eher ein Student ist, hast du Preis Y oder es gibt so drei verschiedene Komponenten, die aber komplett standardisiert sind.

Und da kann letztendlich auch nicht von abgewichen werden, von Freelancer-Seite, weil wir diesen Preiskampf eben nicht wollen. Weil wir schon auch sagen, und ich glaube, das ist auch ganz wichtig vom Mindset her, ist, dass häufig, gerade in Deutschland, schwappt immer noch so ein bisschen, wenn es darum geht, externe Ressourcen zu nutzen, schwappt immer noch so ein bisschen dieses Outsourcing nach Indien oder Bangladesch etc. mit. Und das ist eben ganz wichtig. Ich glaube, das hat nichts mit externen Ressourcen zu tun. Und so positionieren wir uns auch nicht, sondern wir sagen, wir geben dir die besten Leute, aber die besten Leute haben halt auch ihren Preis. Und ich glaube, das ist letztendlich das Entscheidende, dass die Wahrnehmung sich da auch so ein bisschen verändert und dann eben gesagt wird, ja, wir wollen ein gewisses Qualitätslevel dann auch haben und da sind wir auch bereit zu bezahlen.

Und das funktioniert eigentlich auch sehr gut, weil diesen Preis, also wir sagen immer, there is no arbitrage on talent. Also gute Leute sollten gut bezahlt werden und durch die Globalisierung und Digitalisierung müsste der Markt eigentlich nachhaltig auch wesentlich transparenter werden und es müsste eigentlich egal sein, wo du sitzt, weil dein Talent zählt und dein Skillset zählt. Und ob du dann in Brasilien im Dorf sitzt oder in Deutschland in der Großstadt, sollte vom Skillset keinen Unterschied machen. Klar hat man immer ein bisschen Justierung, weil es dann günstiger ist in Brasilien, aber nichtsdestotrotz sollte die Person dann irgendwie nicht zwei Euro die Stunde kriegen, wenn er dasselbe Talent, dasselbe Skistet hat wie jemand, der in Deutschland arbeitet.

Andere Hälfte der Frage finde ich jetzt spontan auch spannend. Wie läuft das mit der Anwesenheit? Ich denke eher primär Erwartungshaltung der Kunden. Also einfach aus meiner Erfahrung raus, als ich noch Freelancer war. Ich habe alle Projekte über Netzwerk bekommen, aber es ging halt auch immer darum, dass die jemanden gesucht haben, der ein existierendes Team aufstockt. Ist das bei euch Teil des Deals? Ich meine, damit würdet ihr ja mit der Tür und Tor öffnen, der Möglichkeit, ja komm, lass dich doch hier anstellen.

Ja, also es gibt schon einige Projekte, wo das passiert, also wo letztendlich Leute dann auch vor Ort sind, Aber unser Kerngeschäft ist ganz klar remote und nicht vor Ort. Das ist so ein bisschen das Thema, was ich eben gesagt habe. Häufig ist eine gewisse, ich will jetzt nicht sagen Angst, aber eine gewisse Beharrlichkeit darauf, dass die Leute vor Ort sein sollen, aus den Gründen, dass sie irgendwie sagt, ja, wir haben es schon mal probiert, remote hat nicht funktioniert oder dann war die Kommunikation nicht gut oder da gibt es ja viele Gründe, warum das dann nicht funktioniert hat, aber wir versuchen die Kunden meistens dann dazu überzeugen, dass sie sagen, lassen Sie uns mal ein Projekt ausprobieren und wir zeigen letztendlich mal, was unsere Technologie, unsere Struktur, unsere Teams etc. für einen Mehrwert haben, auch wenn sie nicht unbedingt vor Ort sind und überzeugen damit eigentlich in der Regel dann die Kunden, dass es eben doch möglich ist, Weil häufig funktioniert das Arbeiten außerhalb des Büros nicht aufgrund verschiedener Faktoren, wie beispielsweise, dass das Briefing nicht gut ist.

Weil wenn du jemanden briefst, der im Büro sitzt und dir fällt irgendwie nach zwei Minuten ein, ach, mach das mal doch irgendwie anders, dann rufe ich das über den Schreibtisch rüber. Das heißt, wir sind gewohnt im Büroalltag nicht akkurat zu briefen, weil du es jederzeit justieren kannst. Wenn ich jemanden remote briefe, wird es wesentlich wichtiger, akkurat zu sein im Initialbriefing, weil ich eben nicht mehr so leicht und so schnell dann direkt mal über den Schreibtisch werfe und sagen kann, mach mal doch linksrum anstatt rechtsrum. Natürlich gibt es dann irgendwie auch Möglichkeiten über Kommunikationstools, das dann auch zu kommunizieren, aber es ist nicht so leicht von der Handhabe her, wie wenn wir uns gegenüber sitzen und ich sage dir jetzt, ja mach mal lieber rot anstatt blau so den Button.

Und das ist zum Beispiel was, wo wir auch sehr viel Technologie einsetzen, so eine Art Briefing-Generatoren, wo wir das Briefing checken und gucken, ist unserer Meinung nach das Briefing vollständig oder fehlen essentielle Informationen, die der Freelancer auf jeden Fall braucht, um das Projekt ausführen zu können. Und das ist, glaube ich, auch was, wo noch sehr, sehr viel Optimierungsbedarf einfach oder Optimierungsmöglichkeiten gibt. Und das ist nur so ein Beispiel, wenn man da so ein paar Sachen justiert und behebt, hat dieses Projekt schon eine wesentlich höhere Erfolgschancen. Und da muss man, glaube ich, so ein bisschen ansetzen und das einfach ein bisschen effizienter gestalten.

Ja, spannend. Ich denke, genau das ist das Schwierige. Es erfordert halt Skills auf beiden Seiten. Also wenn ich jetzt eigentlich immer nur hier ein ganzes Team lokal geführt habe und da ist auf einmal jemand remote. Ich muss anders kommunizieren, aber das habe ich ja vielleicht nie gelernt.

Ja, es gibt ja diesen schönen Spruch, shitty Input, shitty Output. Und da ist schon viel dran. Und wie du es gesagt hast, ich habe das nie gelernt. Ich glaube, das ist ein entscheidender Punkt, weil das ist schon ein Skillset. Also jemanden oder ein Team zu führen, was letztendlich nicht täglich mit mir in einem Büro sitzt, ist schon ein anderer Handhaber, als wenn es eben greifbar ist. Und ich glaube, das ist jetzt kein Hexenwerk, aber ich glaube, man muss sich damit befassen und eben überlegen, wie strukturiere ich das? Und das ist, glaube ich, auch dann so Teil dieser Komponente, der Beratungskomponente, die wir unseren Kunden auch mit anbieten, dass wir sagen, wir gucken euch mal oder uns mal euren Prozess an und schauen mal, wie müssen wir vielleicht an der einen oder anderen Stelle was justieren, damit ihr erfolgreicher seid bei der Arbeit mit externen Leuten.

Ja, cool. Also super spannendes Thema auf jeden Fall. Was ist denn eure größte Challenge, an der ihr gerade kämpft, die man so irgendwie in dieses Feld Digitalisierung vielleicht schmeißen kann?

Ich glaube, die größte Herausforderung ist tatsächlich die Diskrepanz zwischen dem, was von Unternehmen nach außen gelebt wird und dann im Detail umgesetzt wird. Zum einen und zum anderen, was der Wille ist und was wirklich die Umsetzung ist. Vielleicht als Beispiel, wir hören sehr, sehr oft, dass wir eben sagen, ja, wir wollen das nutzen, wir wollen mehr externe Ressourcen bei uns einbinden, wir wollen flexibler werden, wir wollen das Thema anders denken. Und dann fangen wir irgendwie an mit der Implementierung und dann sieht man eben, dass ganz, ganz viele Strukturen überhaupt nicht darauf ausgelegt sind. Oder dass beispielsweise irgendwie das, was nach außen hin vielleicht irgendwie gesagt wird, dass das vielleicht nach innen gar nicht gelebt wird.

Und ich glaube, da gibt es halt gerade bei so Wörter wie Digitalisierung, New Work etc. sind ja so Buzzwords geworden. Und ich glaube, dadurch wird das häufig sehr, sehr viel nach außen getragen und gesagt, ja, wir arbeiten an der Digitalisierung oder wir strukturieren jetzt unsere Workforce neu, machen irgendwie ein bisschen New Work und es wird nach innen gar nicht so richtig verstanden, was heißt das eigentlich und was sind eigentlich in die Tiefe die Schritte, die ich dafür gehen muss. Und ich glaube, das ist die größte Herausforderung, die ich da aktuell sehe, dass es da eine große Diskrepanz gibt. Und dadurch viele Sachen dann wiederum auch nicht funktionieren, weil man die Ursache nicht so richtig identifizieren kann.

Und gerade dieses Thema New Work ist auch was, wo ich häufig ein bisschen drüber schmunzeln muss, weil wir beschäftigen uns ja jetzt schon seit sieben Jahren mit dem Konzept. Also da, wo New Work noch nicht so ein Buzzword war, haben wir angefangen, damit uns zu beschäftigen. Und da haben uns immer alle gefragt, was macht ihr da eigentlich? Ja, heute versteht das dann schon der Großteil. Aber wenn ich dann manchmal auch Artikel lese, wo es dann irgendwie darum geht, ja, wir haben jetzt irgendwie unsere Stühle rot anstatt blau oder Sitzsäcke und das ist jetzt New Work. Da frage ich mich dann halt immer, wird verstanden, was das Konzept eigentlich, oder was da eigentlich hinterstehen sollte und wie man eigentlich das Ganze irgendwie leben sollte.

Und ich glaube, es wird dann viel angefangen und nicht im Detail zu Ende gebracht. Und das hat dann auch viel, ja nicht nur New Work, das ist generell, wo Veränderungen sind, auch in der Digitalisierung schon einen großen Impact immer noch. Und ich glaube, da ist es für viele Firmen eine große Herausforderung.

Wie weit könnt ihr das beeinflussen? Also ich sehe gerade eine Parallele zu unserem Schwerpunkt. Also wir machen ja IoT-Anwendungen, Internet-der-Dinge-Anwendungen und als wir da angefangen haben vor drei, vier Jahren, habe ich eher ratlose Gesichter gesehen, wenn ich das gesagt habe. Und heute bilde ich mir ein, dass viel mehr Leute schon eine Idee haben, was denn das ist und viel mehr Leute im ersten Moment sich damit schon identifizieren können und sagen können, ja stimmt, das könnte auch für uns ein Thema sein. Jetzt hast du auch gesagt, vor sieben Jahren war New Work noch nicht als Buzzword verbreitet. Spielt euch das in die Hände oder könnt oder müsst ihr das sogar noch aktiv weiter treiben?

Ich würde mal sagen, es läuft in beide Richtungen. Also auf der einen Seite muss man ganz klar sagen, es spielt uns natürlich schon extrem in die Karten oder in die Hände, dass das Thema einfach wesentlich allgemeiner diskutiert wird und Themen wie Wörter, Buzzwords wie New Work deutlich populärer geworden sind. Das auf jeden Fall, weil wir haben heute viele Kunden, gerade so Konzerne, die haben wir vor drei, vier Jahren auch versucht als Kunden zu gewinnen. Da war die Tür sowas von zu, da hätten wir mehrere Bohrmaschinen irgendwie nutzen müssen, um da durchzukommen. Und heute haben wir sehr, sehr gute Gespräche und sehr, sehr gute Vorhaben mit denen. Also da hat sich schon viel auch in der Adaption und in der Denkweise dieser Unternehmen geändert, was es uns leichter macht.

Auf der anderen Seite muss man auch sagen, und deswegen sage ich es so ein bisschen in beide Richtungen, auf der anderen Seite muss man schon auch sagen, manchmal habe ich dann das Gefühl, dass es eben sehr vereinfacht wird, dass dann über das Thema New Work oder generell über das Thema Arbeit gesprochen wird und das, was ich eben meinte, dann wird das so ein bisschen an der Oberfläche gekratzt und dann wird irgendwie gesagt, ach so, ja, wir haben jetzt drei Freelancer bei uns, deswegen ist jetzt New Work und wir dann eben schon nochmal ins Detail gehen müssen und sagen müssen, ja, das ist vielleicht der erste Schritt, der ist auch gut, aber da kommen jetzt noch fünf andere so und du solltest jetzt dich damit befassen und nicht erst, wenn wieder überall in der Presse steht, 30 Prozent aller Leute wollen Freelancer sein, weil dann wiederum dauert es bei vielen Unternehmen x Jahre, bis sie die Strukturen und Proteste angepasst haben.

Und das heißt, ich sehe das immer so als zweiseitiges Schwert oder zweiseitige Medaille, weil es hat sowohl Vor- und Nachteile, aber man muss schon ehrlicherweise sagen, es hat mehr Vorteile.

Gibt es Quellen, die du speziell empfehlen möchtest oder kannst? Sowohl in Richtung Digitalisierung im Großen und Ganzen als auch, ich meine, ihr seid speziell in dem Arbeitsthema eher drin.

Ja, also ich persönlich bin ein großer Fan von TED-Vorträgen. Also ich nutze immer die Plattform sehr gerne, um da irgendwie mir neue Informationen, Mehrwert zu holen. Das hat natürlich irgendwo was mit Digitalisierung zu tun, weil es komplett digital ist und ich kostenlos mir sehr viel Wissen aneignen kann, auch in Feldern, die vielleicht gar nicht so viel mit meinem Tagesgeschäft zu tun haben. Das finde ich immer sehr spannend, auch mal zwischendurch irgendwie was zu hören oder zu lesen, was irgendwie komplett von dem eigenen Tagesgeschäft weggeht, um einfach auch den Horizont so ein bisschen zu erweitern. Ich glaube, das ist sehr spannend und ich glaube generell, das jetzt nicht so die eine Quelle, aber generell eben sehr offen zu sein und immer wieder Neues zu machen. Also viele haben ja auch, kann ich auch total nachvollziehen, aber viele haben ja so irgendwie sagen, ja, ich habe so meine ein, zwei Quellen und da gucke ich immer. Ich sehe das eher ein bisschen anders und sage, ich versuche eigentlich immer wieder neue Sachen auch irgendwie dazu zu holen. Also Podcasting ist ein super geniales Format, weil man kann es überall hören, ob ich in der Bahn, im Bus oder wo auch immer bin, irgendwie nach Hause laufe, ich kann mir immer neue Informationen, neues Wissen dazuholen. Das heißt, Podcast generell ist, glaube ich, ein super Format und da höre ich dann auch einfach Formate, die komplett breit gestreut sind.

Okay, geht mir genauso. Okay, dann würde ich zur letzten Frage für jetzt und hier kommen. Gibt es jemanden, den du gerne in einem späteren Interview mal von mir interviewt hättest?

Da gibt es bestimmt viele, ich weiß jetzt nicht, wie gut dein Netzwerk und Radios ist.

Ich bin bereit, herauszufinden, auch mal zu nehmen.

Nein, also ich glaube, es gibt natürlich irgendwie die Leute, die generell sehr prägend sind, die wahrscheinlich auch viele Leute gerne mal irgendwie einen Podcast hören würden. Ich glaube nach wie vor, oder ich finde nach wie vor, ist Jeff Bezos so einer der Persönlichkeiten, der das Thema Digitalisierung, Veränderung, jeden Tag neu denken. Ich glaube, es gibt wenig Personen, die wahrscheinlich so prägend für das Thema sind wie er. Ich weiß jetzt nicht, ob du an ihn rankommst. Es wird wahrscheinlich eher schwieriger. Aber du hast ja gesagt, ich darf mir jemanden wünschen.

Ich habe auch schon die Maske auf der Liste stehen.

Ja, genau. Also ich glaube, man muss ja auch nach höheren Zielen streben. Und ich habe neulich gelesen, Elon Musk hat beim Hamburger Bürgermeister angerufen, weil die Zulassungsbehörde zu langsam arbeitet. Also vielleicht kann der nicht Kontakt machen. Nein, aber ich glaube, gerade was das Thema Digitalisierung, Dinge durchdenken, neu denken, immer wieder den Ansatz zu haben. Wir machen Sachen neu. Ich glaube, es gibt wenig bessere Leute als Jeff Bezos dafür.

Okay, ich nehme die Herausforderung an. Sehr gut. Ja, cool. Dann würde ich sagen, bin ich durch mit meinen Fragen für hier. Ganz vielen Dank für deine Zeit.

Ich danke dir.

Ja, das war das 55. Interview mit Daniel von WorkGenius. Alles, was wir so genannt haben, an Quellen und so weiter, findet ihr wie immer auf wegederdigitalisierung.de. Das ist das 55. Interview. Wie immer, kommentiert gerne dann teilt das Ganze in allen Netzwerken, die ihr so könnt, kennt und nutzt. Schreibt mir Kommentare, schreibt uns gute Bewertungen bei iTunes und so weiter.

Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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