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E02218.04.201839 Min

Welche Rolle spielen Netzwerke und Kontakte in Zukunft?

Im Gespräch: Christoph Birkel (hit Technopark)

Titelbild zu E022: Welche Rolle spielen Netzwerke und Kontakte in Zukunft? – Christoph Birkel (hit Technopark)

Worum es geht

Christoph Birkel vom hit Technopark erklärt, wie Netzwerke Unternehmen vor der Digitalisierung schützen.

Christoph Birkel ist Geschäftsführer des hit Technopark in Hamburg, einem privaten Technologiepark mit 30.000 Quadratmetern vermietbarer Fläche. Er leitet den Park gemeinsam mit seinem Vater, der den Technopark vor über 30 Jahren gegründet hat.

Der Technopark beherbergt 111 technologieorientierte Unternehmen, meist mit fünf Mitarbeitern. Die Mieter sind nicht mehr nur Gründer, sondern etablierte Firmen, die sich durch ein aktives Netzwerk gegenseitig unterstützen. Das Netzwerk dient als Frühwarnsystem für technologische Veränderungen.

Birkel betont, dass Digitalisierung nicht durch Technologie allein, sondern durch menschliche Beziehungen und Vertrauen funktioniert. Er sieht in der Digitalisierung keine Vernichtung von Arbeitsplätzen, sondern eine Verschiebung hin zu höher qualifizierten Tätigkeiten. Die Digitalisierung erfordert neue Arbeitsmodelle mit stärkerer Eigenverantwortung und Ideenentwicklung im Netzwerk.

Der Technopark nutzt die Nähe zur TU Hamburg als Quelle für Talente und Innovationen. Themen wie BIM in der Bauindustrie oder die Digitalisierung von Frachtern durch einen Mieter zeigen, wie das Netzwerk aktuelle Entwicklungen aufgreift und weitergibt.

Ursprüngliche Shownotes 18.04.2018

Woher wird die nächste technologische Änderung kommen? Ist das relevant für mich und mein Geschäftsmodell? Wie gehe ich damit um? In einem Technologiepark kann man diesen Herausforderungen ein wenig leichter begegnen, denn man hat ein sehr enges Netzwerk um Hilfe und Warnsignale zu bekommen. Wie das zum Beispiel funktionieren kann, erfahren wir in unserem Interview mit Christoph Birkel, Geschäftsführer des hit-Technoparks in Hamburg.

Die Geschwindigkeit der Technologiesprünge heute nimmt immer schneller zu. Das ist ein Problem für Unternehmen, gerade für kleinere Unternehmen. Im Fokus auf das Kerngeschäft fehlt oft einfach die Zeit um sich ständig über neue Technologien und Veränderungen auf dem Laufenden zu halten. Welcher Trend verfestigt sich? Was ist morgen schon wieder vergessen?

Technologieparks sind eine Möglichkeit für kleinere Unternehmen, dieser Herausforderung zu begegnen. Christoph Birkel hat im hit-Technopark in Harburg 111 technologie-orientierte Unternehmen versammelt und erzählt uns, welche Vorteile sich daraus für diese Unternehmen ergeben, speziell im Hinblick auf die Digitalisierung.

Ich finde es besonders spannend, dass die Nähe und der persönliche Kontakt offenbar eine sehr gute Lösung sind, um der Digitalisierung erfolgreich zu begegnen. Intuitiv ist das erstmal nicht. Neben diesen nicht-intuitiven Wegen, gibt es noch eine ganze Reihe weiterer guter Hinweise und Gedanken, z.B. wie sich Jobs durch die Digitalisierung wirklich verlagern.

Viel Spaß beim Zuhören!

Links aus dem Interview:

Transkript

7.019 Wörter

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Hallo und herzlich willkommen zur 22. Folge von unserem Podcast Wege der Digitalisierung. Heute spreche ich mit Christoph Birkel vom Hit Techno Park. Der Hit Techno Park ist der größte Technologiepark in Hamburg und einer der größeren in Deutschland auf jeden Fall. Er hat schon eine relativ lange Geschichte, sitzt im Hamburger Süden, das heißt nicht weit weg von uns Lionizers. Und heute erzählt Herr Birkel uns, was Digitalisierung für einen Technologiepark bedeutet und wie so ein Technologiepark den Unternehmen, den Mietern hier vor Ort auch hilft, um bei der Digitalisierung den Anstoß nicht zu verlieren. Ich bin sehr gespannt auf alles, was wir heute lernen werden. Vielen Dank, Herr Birkel, für Ihre Zeit. Auf geht's mit unserer Folge.

Legen Sie doch einfach mal los. Wer sind Sie? Wie sind Sie an die Stelle gekommen, wo Sie sind? Und was machen Sie so hier?

Ja, also ich bin Christoph Birkel, bin Geschäftsführer vom Technopark, gemeinsam mit meinem Vater. Das beantwortet die Frage schon, wie ich zu der Stelle gekommen bin. Mein Vater hat den Technologiepark mal gegründet. Der Technologiepark ist etwas über 30 Jahre alt. Ist entstanden auf einer Technologiebrache. Hier wurde früher mal das Tempo-3-Rad produziert. Und als die Fertigung nach Indien verkauft wurde, wurden hier ein Teil des Werks abgerissen. Die Verwaltungsgebäude standen aber noch. Und zur gleichen Zeit wurde die TU Hamburg gegründet. Und als da die ersten Gründer hinten rauspurzelten, also Absolventen, die sich selbstständig machen wollten im Technologiebereich, hat man eine Fläche gesucht, wo man die unterbringen konnte.

Und da kam man eben auf diese Industriebrache, weil sie räumlich sehr nah zur TU ist. Die TU war damals räumlich noch nicht so groß, gab auch noch nicht so viele Gebäude. Insofern suchte man da was. Und die Gründungsprofessoren der Uni haben dann gemeinsam mit der Stadt hier das angemietet als e.V. Und das wurde dann einfach eine GmbH. Dann kam ja dann auch in den 90er Jahren, war ein Gründerhype, ähnlich wie jetzt auch. Es gab sehr viele Fördermittel und so weiter. Und dementsprechend waren diese zwei Gebäude relativ schnell voll mit Gründern. Mein Vater hat sich damals an ein paar von diesen Unternehmen beteiligt und hat damit bekommen, dass die Gebäude voll sind und dass man einen privaten Investor gesucht hat, der auf dieser Restfläche des alten Tempowerks eben Gebäude baut und sie an den Technologiepark vermietet.

Und dementsprechend, das hat er dann gemacht, guter Ausgleich zum Venture Capital und hat das an den Technologiepark dann vermietet. Und irgendwann ist dieser Geschäftsführer, das dann mittlerweile ja GmbH, irgendwie verschwunden. Und so war der Mittelmann weg. Und dementsprechend hatten wir noch die Mieter, wir hatten die Gebäude, nur der Verwalter war irgendwie weg. Also haben wir die Verwaltung selber übernommen. So sind wir zum Technologiepark eigentlich gekommen. Seitdem verwalten wir ihn selber. Haben ihn ausgebaut. Wir waren nie gefördert, also immer privat. Ist einer der größten privaten Technologieparks in Deutschland mit 30.000 Quadratmetern vermietbarer Fläche, die wir hier eben verwalten und bespielen.

Wir sind derzeit 111 Mieter aus dem Technologiebereich. Alles kleine technologieorientierte Unternehmen. Durchschnittsmieter bei uns hat ungefähr fünf Mitarbeiter. Das geht von einem bis zu der Größe hat auch 100. Aber der Schnitt ist bei ungefähr fünf Mitarbeitern. Also wir besetzen hier so ein bisschen eine Nische. Das sind mittlerweile nicht mehr Gründer, sondern das sind so 95 von diesen oder 100 von diesen 111 sind kleine Technologie- und Tüte-Unternehmen. Das sind also keine Gründer mehr. Und fünf bis zehn ungefähr sind welche eigentliche Gründer. Wir werfen die auch nicht raus. Also wenn die hier mal gegründet haben, dann sind wir glücklich, wenn sie hierbleiben. Insofern haben wir, die längsten Mieter sind etwas über 25 Jahre hier.

Die haben auch hier mal gegründet und die sind natürlich gewachsen. Das ist eines der erfolgreichsten, ist Garz und Fricke. Die sind hier gekommen ein Jahr nach Gründung, also über 25 Jahre hier. Also als die gegründet haben und die haben jetzt über 100 Mitarbeiter und die wachsen uns jetzt gerade raus. Aber so lange hat es auch gebraucht. Trotzdem sehr erfolgreiches Unternehmen. Und dementsprechend sind wir jetzt eigentlich ein technologieorientierter Gewerbepark, der eben auch Gründer hat. So, die Gründer, die es gibt in dem Technologieumfeld hier aus der TU heraus, die sitzen mittlerweile entweder bei der TU, wie die Gründerhochschule auch geworden ist, also haben Räumlichkeiten, die sitzen auch im Startup-Doc bei der ehemaligen oder bei der TUTEC und kommen dann eigentlich eher im zweiten Schritt zu uns.

Weil hier ist es immer noch dieser Campus- und Nestgedanke eigentlich. Also wir haben ein sehr aktives Netzwerk zwischen unseren Mietern und da kann man eben diese Gründer sehr gut integrieren. Es ist aber nicht so, dass man sagt, ich brauche jetzt noch Stühle und ich habe kein Geld und weiß auch gar nicht, was ich machen soll. Also diese erste Seed-Phase, ich bin Gründer und habe eigentlich nur eine Idee, das ist für uns nicht richtig. Bei uns ist man eigentlich schon ein paar Jahre alt und läuft schon, kann auch schon mehr oder weniger Miete zahlen und braucht nur noch ein aktives Netzwerk. Und das ist eben auch eine der Sachen, die wir hier ganz hoch halten, ist dieses aktive Netzwerk zwischen den Unternehmen, dass wir versuchen, die Unternehmen zu vernetzen.

Wir haben keinen Branchenschwerpunkt, also wir haben 30 Branchen hier auf dem Hof. Und das ist eine sehr große Heterogenität, die es gilt, irgendwie unter einen Hut zu bringen. Das ist nicht ganz einfach, aber wir haben auch eine große Chance dadurch, indem wir eben alle Branchen abdecken können, mehr oder weniger, und sich dadurch sehr viele Themen entwickeln. Und Digitalisierung, darüber reden wir hier heute, ist natürlich ein Querschnittsthema, das alle Branchen betrifft, auch in allen Ebenen eines Unternehmens. Und damit haben wir natürlich hier so einen gewissen Vorteil, weil wir eben alle Branchen abbilden können und weil wir überall Ansprechpartner haben. Und ich glaube, das ist eine der großen Herausforderungen der Digitalisierung, dass wir heute mit der, wenn wir mal davon ausgehen, und so ist es ja auch, dass die Geschwindigkeit der Innovationssprünge zunimmt.

Also wir haben Technologiesprünge in immer kürzeren Abständen. Das ist für Unternehmen unheimlich schwierig, da hinterher zu kommen und vor allen Dingen für kleinere Unternehmen, weil sie einfach wachsam sein müssen. Zunächst mal wissen sie nicht, woher oder wo kommt der nächste Technologiesprung. Es kann von links kommen, es kann von rechts kommen. Also wachsam zu sein und aufzupassen, was passiert eigentlich in meiner Branche, ist für ein kleines Unternehmen, glaube ich, viel schwieriger als für ein großes. Ein großes Unternehmen kann Abteilungen abstellen, die genau das machen und gucken, wo entwickelt sich was. Das können kleine Unternehmen nicht. Wenn ich fünf Mann habe, dann müssen sie das abarbeiten, was ich denen gebe.

Die müssen ja von irgendwo leben und können nicht sagen, einer geht mal auf die Suche und guckt mal. Das können wir natürlich abbilden, indem wir einmal unsere bestehenden Unternehmen hier haben im Park und man sich einfach zusammensetzt und sagt, was passiert bei dir? Was passiert bei mir? Ach, guck mal. Wir passen also ein bisschen aufeinander auf und werden dadurch wachsam für Sachen, die entscheidend sind. Und wir können sie auch gleichzeitig in diesem Netzwerk bewerten. Ist das eine Entwicklung, die für mich gefährlich werden kann? Ist das was, was ich weiterverfolgen muss? Oder ist das eher mal so eine Blase, die entsteht und ist für mich gar nicht spannend und ist sowieso in zwei Jahren wieder weg?

Also da kann das Netzwerk ein bisschen auf sich aufpassen, gegenseitig extrem viel leisten. Wir haben aber auch die fünf bis zehn Gründer, die wir haben. Das sind natürlich so ein bisschen unsere Suchmaschinen. Denn von denen hören wir ja und wir sehen ja auch, in welchen Richtungen die sich entwickeln. Und das kriegt man sehr wohl mit, dadurch, dass wir sie ja auswählen. Also um zehn Gründer dann auch zu haben, muss man sich ja so und so viele auch angucken, weil wir nehmen ja auch nicht jeden. Da kriegt man natürlich schon Trends mit und sieht, die gehen jetzt mehr in Fintech-Richtung plötzlich. Dann geht es plötzlich mehr in wieder physische Sachen, wie jetzt haben wir gerade einen aufgenommen.

Die sind in Sachen Drohnen unterwegs. Das sind alles Themen, die wir natürlich dadurch, dass wir sie da finden, unseren Mietern zur Verfügung stellen können. Indem wir sagen, pass mal auf, wir haben ja neun Gründer, wir glauben, das ist was Wichtiges. Guckt euch das doch mal an, die pitchen mal vor euch. erzähl mal, was sie machen und dann müsst ihr euch nicht an denen beteiligen oder so, aber ihr kennt die einfach und könnt die Gründer eigentlich mal das Wissen so ein bisschen anzapfen und können gucken. Das ist für die Gründer auch spannend, weil die natürlich schon gestandene Unternehmen kennenlernen, die alle dann sehr gründeraffin sind und sagen, wir arbeiten mit denen zusammen. Wir haben ja, wir sind zwar toll in dem Gebiet, aber irgendwie fehlt uns noch, keine Ahnung, Marktzugang oder Kunden oder was auch immer und haben dadurch auch wieder Zugang zu unseren bestehenden Mietern eben.

Das ist so eine Benötzsituation. Ich sage, die Digitalisierung aufgrund der Geschwindigkeit und im Zusammenhang mit Globalisierung ist gefährlich für die Unternehmen. In dem Sinne, dass ich sage, es kommen schnelle Produktentwicklungen. Und zwar, sie kommen immer schneller und sie kommen aus aller Herren Welt. Dann muss ich als kleines Unternehmen aufpassen, dass ich nicht plötzlich überholt werde, links, und ich kriege das gar nicht mit. Das ist ja alles schon passiert. Da kann ich also diesen Vorteil aus dem Netzwerk heraus gebilden. Ich finde auch aus dem Netzwerk heraus eben Kooperationspartner, mit denen ich gemeinsam zusammen Anbietergemeinschaften, Einkaufsgemeinschaften bilden kann, was auch ganz spannend sein kann.

Und dementsprechend, glaube ich, ist man einfach besser aufgestellt, als wenn man alleine durch die Gegend läuft. Für große Unternehmen ist das was anderes, habe ich ja schon gesagt. Aber für kleine Unternehmen versuchen wir genau das durch Netzwerkveranstaltungen und wirklich ein lebendes Netzwerk zu gewährleisten.

Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das super funktioniert. Hilft Ihnen da denn die Digitalisierung bei, dass das besser funktioniert? Oder funktioniert das heute noch genauso, wie das in den 80ern funktioniert hat?

Ich weiß nicht, wie da Ihre Erfahrungen sind, aber meine Gefühle, jeder Trend hat ja auch irgendwie einen Gegentrend. Also auf einer Seite sind wir alle digital unterwegs und versuchen möglichst viel zu automatisieren und so weiter und so fort. Gewisse Sachen muss man aber trotzdem verörtlichen. Man muss sich, ich finde, mehr denn je treffen und sich unterhalten mit den Menschen. Ich will Sie das auch beobachten, aber es kommen immer mehr analoge Konferenzräume auf. So nenne ich die jetzt mal. Man sagt, man hat gar keinen Beamer mehr, sondern wir machen das so wie früher. Wir haben große Rechenschieber und nur noch Papier. Und es kommen plötzlich die Clipcharts wieder und alles Mögliche. Eine Zeit lang war es Whiteboards.

Nee, das ist jetzt nicht mehr in. Also wir haben auch diese Gegenbewegung, Rolle rückwärts, wie gesagt, wie früher. Man setzt sich wieder in den Stuhlkreis. Das heißt natürlich heute Fischbowl oder wie auch immer. Letztendlich war es aber alles und was für früher schon so gemacht, um was auf meiner Grundschule zu kennen. Und das ist ja eigentlich sehr sympathisch. Und das, glaube ich, nimmt auch der Digitalisierung so ein bisschen das, uh, was rollt da auf uns zu? Da rollt sehr viel auf uns zu. Ich glaube auch, es ist eine Revolution, in der wir uns da befinden. Aber sie ist dann doch wieder, glaube ich, handelbar, weil sie es zum Schluss zurückbrechen müssen auf Menschen, die das machen. Und Sie können es zum Schluss dieses Thema auch nur mit Menschen gewinnen.

Sie können es nicht über Technologien gewinnen. Und wenn ich gerade sage, wir haben ein Netzwerk, wo wir Informationen austauschen, dann geht das zum Schluss nicht über Plattformen. Wie viel wollen Sie in diese Datenbank reinschreiben, die auch noch jemand lesen muss, dass Sie sagen, hier ist eine Technologie, die sich dahin entwickelt. Das können Sie nur im bilateralen Gespräch machen oder in kleinen Gruppen. Und ich glaube, so ist, glaube ich, Digitalisierung irgendwann auch handelbar. Die sagen, wir machen das über das gesprochene Wort. Und vieles auch mit Shake-Hand-Agreement. Also wenn wir sagen, wir entwickeln zusammen was, wie wollen sie die rechtlichen Sachen alle hinkriegen, auch mit großen Konzernen zusammen.

Wenn sie da die Rechtsabteilungen loslassen, die große Konzerne haben, kleine nicht, dann kommen sie nie an den Start. Also müssen sie zum Schluss sagen, wir machen das, was wir hier zusammen entwickeln, verwenden wir auch zusammen, da verlassen wir uns drauf. Und das klappt komischerweise auch. Bis zu einem gewissen Reifegrad natürlich. Und also insofern, Digitalisierung, ja, wir versuchen auf der Gebäudetechnik uns zu digitalisieren. Das interessiert aber die Mieter eigentlich nicht. Das ist eher für uns intern, dass wir die Gebäude besser überwachen können, dass wir sicherlich auch eine gewisse Skalierung hinlegen können, also dass wir nicht mehr händisch jeden Heizkörper ablesen müssen, sondern wir das digital machen.

Das ist übrigens leicht gesagt und schwer getan. Also auch da Digitalisierung, naja, noch schwer in den Kinderschuhen teilweise, weil sich die Programme, dann sind sie ja aus dem IT-Bereich, aber die Programme verstehen sich alle nicht und dann brauchen sie da einen Translator hier und da und dann fried das mit dem Buchhaltungssystem nicht und dann die BRKW-Steuerung. Also das ist schon teilweise auch noch sehr händisch, wo ich immer überrascht bin im Jahre 2018, dass das nicht so um Knopfdruck geht, sage ich, da gibt es Systeme. Ich habe immer das Gefühl, man muss das Rad da neu erfinden, weil das vieles auch noch selbst gestrickt ist. Zum Glück haben wir eine sehr gute IT-Abteilung, aber das Netzwerk kriegen sie nur wirklich gelebt.

Also wirklich gelebt auf die Straße, wenn sie es über Personen spielen und nicht über Datenbanken oder Chatrooms oder so. Das kann man natürlich mal machen. Ich will auch gar nicht in Abrede stellen, dass das natürlich seine Daseinsberichtung hat und dass das auch funktioniert teilweise. Aber den ersten Kontakt, das wirkliche Vertrauensvolle auseinandersetzen mit Themen, und das geht ja teilweise sehr ins Detail, weil die Unternehmen ja sehr ihre Türen aufmachen und sagen, Ich habe davor Angst, was passiert denn mit meinen Produkten? Wohin muss ich die eigentlich weiterentwickeln? Das legen sie ja nicht in der Datenbank. Das erzählen sie nur, wenn sie ein gewisses Vertrauen dem Gegenüber haben, dass der damit nicht um die Ecke läuft und sagt, guck mal, was der hier für Tolles entwickelt oder der hat da ein Problem.

Also das müssen sie zum Schluss über eine Sache machen, so wie früher, aber auch sie müssen den Leuten vertrauen, müssen da persönliche Beziehungen aufbauen.

Ja, es macht Sinn. Es passt auch im Prinzip zu dem O-Ton, der eigentlich aus allen vergangenen Interviews so gekommen ist. Irgendwie macht die Digitalisierung, sie macht, dass wir neue Technologien kriegen. Aber am Ende ist das eine Transformation, wo wir die Menschen mitnehmen müssen, wo jeder irgendwo sich wiederfinden muss.

Ich finde ja auch, wo Sie das sagen, von der Digitalisierung, also bei der Digitalisierung steht der Mensch. Also mehr im Mittelpunkt als bei jeder anderen Technologie, glaube ich. Also wenn Sie mal das iPhone nehmen, also für mich jetzt mal so ein sinnhaftes Symbol für die Digitalisierung, dann ist doch das das erste Produkt, deswegen ist es ja auch so erfolgreich, was intuitiv bedienbar ist. Wo ich meinem Fünfjährigen sagen kann, hier bediene, der kriegt das Ding irgendwie zum Laufen. Und sage ich so, wenn da nicht der Mensch im Mittelpunkt des Produkts steht, dann weiß ich nicht, wo das sonst sein soll. Ich glaube, das ist doch bei ganz vielen Sachen so. Wenn Sie vor zehn Jahren eine Website designen wollten, dann muss es einen Fachmann haben.

Heute kann er sich da dusseln. Warum? Weil Sie den Menschen in den Mittelpunkt gestellt haben und gesagt haben, wie funktioniert der eigentlich? Und das muss bedienungsfreundlicher sein. Insofern glaube ich nie, dass die Digitalisierung den Menschen überflüssig macht, sondern sie erleichtert einfach vieles. Und damit können viel mehr Menschen viel komplexere Dinge plötzlich lösen. Das ist ja in der Industrie genauso wie im Design und so weiter. Dass sie natürlich ein anderes Know-how brauchen und dass sie Jobverschiebung haben, das steht außer Frage. Das ist so. Ich glaube, sie müssen heute trotzdem die Produkte leichter werden, müssen sie natürlich viel komplexere Dinge im Zusammenhalt verstehen und machen.

Sie brauchen also eine viel bessere Ausbildung. Wer keine gute Ausbildung hat, der hat es schwer in Zukunft. Das ist ganz klar so. Besonders in Deutschland, also hochindustrialisierte Länder brauchen eine noch viel bessere Ausbildung für ihre Bevölkerung, wenn sie ihren Lebensstandard halten wollen, als das früher war. Weil alles das, wo sie keine große Ausbildung haben, das wandert ins Ausland ab, was da einfach günstiger ist. Also Deutschland ist ein Hochindustrie-Standau und er wird auch bleiben. Und damit brauchen wir Bildung, Bildung, Bildung. Aber es gibt, durch Digitalisierung werden Arbeitsplätze nicht vernichtet. Also Beispiel, es kommt wieder aus der Gebäudeleittechnik. Wie haben wir das bisher gemacht?

Wir haben Heizkörper gehabt, die ganz normal ausgelesen wurden, weil die ausgelesen sind Hausmeister. Der ist natürlich toll und der ist auch schlau und so weiter, aber das ist natürlich kein hoch ausgebildeter Mann. Der läuft also rum und liest das ab und schreibt das auf und gibt das unserer Buchhaltung und die trägt das dann in das Computerprogramm ein. Was haben wir jetzt? Jetzt haben wir das alles digitalisiert. Also unsere Buchhalterin kann das per Knopfdruck über den Computer selber auslesen. Ich brauche also den Hausmeister dafür nicht mehr. Was ich aber brauche ist, ich brauche einen hochausgebundenen Ingenieur, der dieses Programm überwacht, dass die auch wirklich die richtigen Werte auslesen.

Und dass das auch wirklich funktioniert und dass es in der Buchhaltung, was wir händisch eingetragen haben, auch jetzt da landet automatisiert, wo es eigentlich hingehört. Dass also die Nebenkostabrechnung richtig ist. Also ich brauche den Hausmeister da nicht mehr, beschäftigen wir jetzt anders, aber den brauchen wir eigentlich nicht mehr und haben ihn jetzt ersetzt durch einen IT-Fachmann. Also das ist ein typisches Beispiel, finde ich, für eine Verschiebung. Also wir haben keinen Arbeitsplatz vernichtet letztendlich, wir haben ihn nur verschoben. Und abgesehen davon, dass man da doch auch keine Kosten spart, weil der IT-Kaufmann oder der Mensch ist natürlich viel teurer als der Hausmeister.

Aber das ist ein Beispiel dafür, dass wir durch Digitalisierung einfach nur Dinge verschieben und nicht wirklich einsparen.

Würden Sie das so für Ihre Mieter auch unterschreiben? Also Sie haben wahrscheinlich über die Jahrzehnte hier dann viele Firmen kommen und gehen gesehen.

Ja, also das weiß ich nicht. Es ist natürlich schwierig generell zu sagen. Das ist ja nur ein plakatives Beispiel, sicherlich ein bisschen überspitzt. Aber ich glaube, das ist schon so, dass die Firmen, die machen erstmal hier einen guten Job, das ist wichtig daran, dass sie immer mehr Platz brauchen und Mitarbeiter einstellen. Und die stellen natürlich immer hochspezialisierte Leute ein. Und die finden sie nicht mehr. Das ist ein ganz anderes Thema, das auch durch die Digitalisierung, glaube ich, immer verstärkt wird. Wenn das stimmt, was ich sage, dass wir diese Jobverschiebung haben von niedrigschwelligeren Jobs in hoch ausgebildete Jobs, dann muss man diese Leute ja auch finden. Dann finden sie die nicht mehr.

Weil die Ausbildung nicht hinterherkommt, für eine alternde Gesellschaft, wissen wir alle, dann ist das schwierig. Also insofern, Ja, das ist bei unseren Unternehmen auch so. Das mag Ausnahmen geben. Klar, es gibt immer Gegenbeispiele. Aber ich glaube generell ist es schon so, dass die Leute, wenn sie wachsen und wenn sie Leute suchen und brauchen, dann brauchen sie sie immer im hoch ausgebildeten Sektor und nicht im niedrigschwelligen.

Ja, das macht Sinn. Haben Sie denn die Nähe zu der TU noch? Also ist das für Ihre Mieter hier auch ein Vorteil? Also gibt es da einen direkten Kanal von anderen Wänden?

Da gibt es einen direkten Kanal, mit denen sind wir ja immer schon freundschaftlich verbunden und kennen die auch. Jetzt nicht jeden Niederstuhl, aber das Präsidium und so weiter und machen natürlich Veranstaltungen hier und da. Das ist für uns natürlich eine Ressource für unsere Mieter, um dort Mitarbeiter zu akquirieren. Und das versuchen wir irgendwie gangbar zu machen. Das ist der Hauptpunkt, abgesehen davon, dass natürlich die TU hier vor allem im Jüden von Hamburg der Themengeber ist. Also wir haben natürlich Airbus, ganz klar, aber die TU mit ihren fünf oder sieben Schwerpunkten und die jetzt auch verdoppelt wird in der Anzahl der Studenten, also 30 neue Lehrstühle. Das ist natürlich hier das Schwungrad, das den ganzen Hamburger Süden und letztlich auch Hamburg zum Teil mit natürlich am Leben hält und größer machen wird.

Und deswegen bauen ja hier auch so viele und deswegen sollen ja hier auch mehrere Technologie-Parks entstehen. Und wir erweitern uns ja auch genau vor diesem Hintergrund. Und ohne die TU können sie das alles, wäre das bei weitem nicht so weit, wie wir jetzt sind. Das ist der große thematische Treiber. Und zum Glück ist die TU ja mit dem letzten Präsidenten Antraikian aus ihrem Nornröschenschlaf aufgewacht, ohne dass es despektierlich klingen lassen zu wollen, den Vorgängern gegenüber. Aber sie hat natürlich einen großen Schritt nach vorne gemacht, in dem sie sich geöffnet hat, in dem sie Gründerhochschule geworden ist. indem sie einfach sich noch internationaler aufgestellt hat. Und die großen Themen kommen daher.

Und wir haben auch viele Firmenansiedlungen natürlich deswegen. Jetzt kommt Fraunhofer. Also der Schwunggrad wird immer größer. Und das bringt natürlich hier für den Hamburger Süden extrem viel. Also wir haben im Hamburger Süden eine typische Entwicklung vom Industriestandort mit Phoenix damals Gummiherstellung und so weiter. Stinkt, alle kommen da schwarz und besottelt abends raus. Zu einem Hochtechnologiestandort. Und in der Transformation befinden wir uns noch, das ist noch nicht abgeschlossen, aber der Technopark ist natürlich genau eine dieser Entwicklungen. Die Gründungsidee ist über 40 Jahre alt, wurde er zehn Jahre später wirklich gegründet und physisch angelegt, aber es hat eben auch 30 Jahre gedauert, bis wir so hier jetzt stehen, als in Harburg, wie wir da jetzt stehen.

und da können Sie Binnenhafen gleich mit dazunehmen, der ist natürlich auch nur möglich gewesen durch die Uni. Uni ist natürlich viel schwieriger gewesen, weil Sie damit eigentlich den Ideengeber für die ganze Region hier haben.

Ja, spannend. Das habe ich so nie gesehen. Aber ich habe meinen ersten Job vor 15, 16 Jahren im Binnenhafen gehabt und ich habe mit vielen Unternehmen, die hier bei Ihnen im Park sitzen, schon Kontakt gehabt. Ich habe auch jetzt in den letzten Jahren tatsächlich verstärkt Startups kennengelernt, die alle im Startup-Doc von der TU sitzen.

Ja, also die Pipeline, und das dauert halt alles ein bisschen länger, als ich mir das immer so wünsche, aber die Pipeline, der Gründer wird ja aufgebaut. Wir vergeben ja schon seit 12, 14 Jahren Gründerpreis. Da haben wir eben mal damals mit angefangen, weil wir gedacht haben, wir brauchen so ein kleines Leuchtturmprojekt und wollen Gründer auszeichnen. Das lief auch immer ganz gut. Man merkt aber jetzt, weil wir das ja schon so lange machen, wie dadurch, dass die Schule, die TU Gründerhochschule geworden ist, dass wir jetzt das Startup-Doc haben, wie die Qualität der Gründer anzieht, also wie die besser wird. Die sind kurz und da alle viel besser ausgebildet raus im Sinne der, wie gründe ich eigentlich und sind nicht mehr so, ich habe eine tolle Idee, aber sonst so Präsentation halten oder je. Das ist heute alles, das sind alles Profis.

Also das hat sich extrem verbessert und damit sind natürlich auch die Erfolgschancen für diese Gründer viel größer geworden. Und das ist natürlich toll und das befruchtet sich dann selber, weil die bleiben natürlich zum großen Teil alle hier, weil die in der Nähe zur Uni sind und dann machen die hier einen Geschäftssitz im Startup-Doc und dann putzeln die vielleicht zu uns oder in den Binnenhafen und dann bleiben die einfach hier, weil die natürlich ihr Netzwerk haben. Und das ist natürlich super als Standort, weil das ist ein riesen Standortvorteil. Und natürlich wandern auch welche ab. Ist auch schön, aber wir kommen auch mal wieder. Insofern, so eine TU, eine Uni, ist überhaupt nicht, also ohne das ist auch eine Ansiedlung oder ein Technologiestandort, Innovationsstandort überhaupt nicht denkbar.

Ist ja auch nicht so so. Gucken Sie sich das Silicon Valley an, alles um Unis herum. Das ist nicht einfach nur, weil sich der Apple mal irgendwo die Wiese gesetzt hat, sondern die sind natürlich immer uninar, haben vor allem gesiedelt.

Ja, dann hoffen wir mal, dass das mit der Bildung hier alles Harburg weiter verstärkt.

Der hat sich ja committed, das glaube ich jetzt.

Letztendlich wir als Lionizers haben ja genau das gleiche Problem, Fachkräftemangel. Jetzt würde ich noch mal so ein bisschen auf das Thema Digitalisierung zurückkommen. Haben Sie Themen, die durch die Digitalisierung hier entstanden sind, die Sie in der Vergangenheit nicht hatten? Also Sie hatten jetzt gesagt, es gibt jetzt einen IT-Mann, der die Heizung ablesen muss. Aber so ein bisschen größer weiter gedacht oder ist da eigentlich an Ihrem Geschäft nicht viel anders als vor 20 Jahren?

Naja, also ja, also ich glaube, da sind wir in dem Immobilienbereich, wenn wir mal von der Seite mal gucken, da sind wir schon so ein bisschen noch die langsamsten bei Immobilien sind Immobilien, die können Sie schwer irgendwie digitalisieren. Wir haben das übrigens mal vor zehn Jahren probiert, dass die Leute über so einen QR-Code uns Feedback geben können, wenn uns schneller macht ja keiner, die Leute rufen doch noch an. Also da auch wieder das, zu Schluss wollen Sie dann doch jemanden haben, den sie anmeckern können und nicht nur eine böse E-Mail schreiben. Das ist ja auch sympathisch und so soll es ja auch sein. Deswegen sind wir ja auch da. Und insofern ist das da schwierig. Das sagte ich ja eingangs schon zu Anfang.

Was wir eben sehen, ist, dass wir immer einen stärkeren Bedarf haben an diesem aktiven Netzwerk. Das war damals auch schon so. Das ist dann eine Zeit lang auch weniger geworden, weil es einfach auch so lief. Aber jetzt durch die höhere Innovationsgeschwindigkeit und generell es einfach schneller wird und komplexer, haben die Leute mehr Bedarf und haben begriffen, dass sie eigentlich das Spiel nur im Netzwerk gewinnen können. Denn man hat zwar, also ich glaube, keiner kann mehr in Zukunft sagen, ich bin Spezialist für und ich bin der Einzige, der alles weiß. Das wird nicht funktionieren. So können Sie vielleicht, natürlich gibt es Ausnahmen, so können Sie auch gewisse Nischen vielleicht überleben.

Aber ich glaube, langfristig geht das nicht mehr. Ich glaube, langfristig können sie nur noch im Netzwerk funktionieren und dass sie im Netzwerk Ideen entwickeln und diese Ideen auch weiterentwickeln. Die müssen also viel mehr, bisher haben wir ja immer so gearbeitet, dass der Mensch eigentlich im Mittelpunkt stand. Also sie haben hierarchisch organisiert. Der Chef gibt eine Idee oben rein und die Lemmige arbeiten das sozusagen ab, also umso dass es despektierlich klingen soll. Und damit haben wir ja eigentlich immer wieder diesen Prozess wiederholt, indem wir von oben nach unten immer das Produkt durchgespült haben und wurden ja an den Sachen, die wir eh schon gut konnten, die haben wir in iterativen Prozessen immer weiter verbessert. Also Automobilbau ist so ein Punkt. Spaltmaß wurde immer kleiner und so weiter. Das ist alles ganz toll für Prozesse, die wir schon kennen.

Wenn Sie jetzt aber sagen, wir müssen mal ganz anders denken, dann funktionieren so Systeme nicht mehr, weil die sehr strukturiert angelegt sind. Und Volkswagen ist, glaube ich, ein gutes Beispiel, wenn man das von außen richtig beurteilt. Dann ist das ein System, das von oben nach unten durchdefiniert ist und das funktioniert sehr gut. Wir brauchen einen neuen Golf und dann geht das von oben nach unten durch und dann kommt zum Schluss auch ein super Golf unten raus. Und der wird dann auch immer wieder mit Ihrer Modellvariante besser. Wenn sie aber sagen, wir müssen mal E-Mobilität machen, dann sagen die, ja, sorry, das passt jetzt irgendwie nicht richtig. Oder wir denken mal in Carsharing-Modellen. Und ich glaube, die großen Konzerne haben das auch erkannt, dass sie das in ihren Strukturen nicht richtig umsetzen können.

Was machen sie als Lösung? Sie bauen sich einen Accelerator oder wie immer sie das nennen wollen, wo sie eine Art Subkultur schaffen außerhalb des Konzerns, machen das mit anderen Unternehmen, mit Gründern, wie auch immer, die sich da irgendwie reinholen, entwickeln da drin im Netzwerk, plötzlich in einem lebenden, aktiven Netzwerk, die Produkte zu einer gewissen Produktreife und holen sie sich dann, wenn sie fertig sind, rein, um sie dann wieder in ihren Strukturen umzubauen, weil sie einfach diese großen Konzerne nicht so schnell umbauen können. Was heißt das jetzt? Ich glaube, alle haben erkannt, sie können in Zukunft nur noch der Geschwindigkeit Herr werden und auch alle sehen, was passiert um sie herum, wenn sie das im Netzwerk machen. Also wir haben insgesamt, muss man sich glaube ich mit der Gedanken haben, ich kriege nicht mehr den ganzen Kuchen, ich kriege noch einen Teil vom Kuchen, das ist präzedural weniger, aber absolut ist es vielleicht mehr, weil der Kuchen viel größer wird und ich kriege überhaupt noch ein Stück vom Kuchen, sonst werde ich nämlich nichts überholt.

Und das gilt, glaube ich, ganz besonders für kleine Unternehmen. Große Unternehmen, Volkswagen, die gehen natürlich nicht so schnell unter, das ist klar, aber es sind ja schon große Unternehmen untergegangen. Nehmen Sie mal Nokia, die komplett den Zug verpennt haben und dann kommen sie einfach noch nicht mehr rein. Oder nehmen Sie mal Gertz, die mal viel größer waren und mittlerweile viel kleiner. Warum? Weil die den Onlinehandel völlig unterschätzt haben. Und sie können zum Schluss nicht mehr sagen, jetzt machen wir auch Onlinehandel. Die Leute nehmen sie gar nicht mehr wahr. Sie finden ja digital gar nicht statt. Also für die neue Generation, für unsere Kinder, die gucken doch nicht, gibt es hier einen stationären Handel irgendwo, sondern die gucken natürlich online. Und was finden die Zalando? Und die finden nur Zalando und die gucken auch nicht weiter. Also man muss aufpassen, dass man da nicht so plötzlich einen digitalen Tod stirbt, weil man einfach gar nicht stattgefunden hat und irgendwann auch nicht mehr reinkommt.

Und das ist eben nicht mehr aufzuholen irgendwann, weil die Entwicklung geht natürlich weiter. Also Know-how aufzuholen ist dann in so einem gewissen Bereich auch schwierig. Wir haben hier ja viele Ingenieurbüros auch teilweise, also ein paar. Und da ist das Thema BIM ein Thema. Das ist ein, was Sie auch schon mal gehört haben, das ist ein automatisiertes Gebäudeleitplanprogramm. Und wo sie gleich Mengen, Flächen, Voluminar, Preise und so alles auskriegen, automatisch. Und das muss man halt üben, dieses Programm. Da habe ich mit einem großen Ingenieurbüro, die haben hier über 110 Leute sitzen. Die haben gesagt, zum Glück haben wir vor zwei Jahren oder vor drei Jahren angefangen, uns mit dem System zu beschäftigen.

Das hat uns zwei Jahre Lehrgeld gekostet. Das ist erstmal teuer, dieses Programm. Wir mussten da zwei Leute zu abstellen. Die hatten überhaupt keine Anwendung für dieses Programm, aber wir dachten, das kommt, 3D-Planos-Programm. Heute ist es schon so, also nur noch drei Jahre, dass die 50 Prozent ihrer Aufträge nur bekommen, weil sie BIM beherrschen. Und diese anderen Ingenieurbüros, die das nicht haben, die können an der Ausschreibung gar nicht teilnehmen und die können auch nicht mehr hinterher, also schwierig nur noch, weil die Programme entwickeln sich natürlich fort. Also die müssen jetzt immer diese drei Jahre Know-how aufbauen und müssen sich dann noch weiterentwickeln. Das ist eben nicht so wie früher.

Wir haben plötzlich ein CAD-Planungsprogramm und da wissen wir eh, das läuft 20 Jahre. Dann warten wir mal drei Jahre ab und dann springen wir irgendwann auf und dann klappt das schon. Das ist halt heute neben mir so. Weil sie haben in wahrscheinlich vier Jahren schon nicht mehr BIM, sondern was anderes. Und dann kommen sie, also der Zug fährt einfach ab. Und ich glaube, das passiert, da muss man aufpassen, dass das den Leuten nicht passiert, dass man hinterherkommt. Und das schafft man, glaube ich, nur, wenn man ein bisschen aufeinander aufpasst und im Netzwerk arbeitet und die Idee in den Mittelpunkt stellt und nicht sagt, also ich kriege jetzt den ganzen Kuchen und ich sage auch, wo der Hase längst läuft.

Das funktioniert so nicht. Und wenn Sie die großen Unternehmen ankommen, die erfolgreich sind heutzutage, dann sind das ja genau die Unternehmen, die im Netzwerk viel mehr arbeiten. Die haben natürlich auch Hierarchien, die sind hier hierarchielos, also das darf man jetzt nicht verwechseln, aber die arbeiten einfach anders. Nehmen Sie mal Apple oder Microsoft oder Amazon oder so. Die arbeiten natürlich in hologratischen Strukturen und nicht in hierarchischen Strukturen, sprich in viel flachere Archie-Ebenen, wo die Idee in dem Mittelpunkt steht und nicht die Leute. Und dann arbeiten da irgendwie, dann suchen sich die Gruppen automatisch zusammen. Wir arbeiten zusammen, wir haben da Lust zu und dann entwickeln wir das Produkt und mal gucken, was machen wir immer besser und dann irgendwann ist es entwickelt und fertig.

Also Digitalisierung bewirkt eigentlich, dass wir ganz anders denken und arbeiten müssen, wie wir Produkte entwickeln, wie wir unsere Unternehmen führen. Und das ist, glaube ich, eigentlich die große Revolution, die dahinter steht. Und das, glaube ich, geht auch so nicht mehr weg. Eigentlich ist das toll, aber man muss natürlich in so Netzwerken auch arbeiten können und auch wollen. Warum? Weil wenn man sagt, man legt die Idee in die Mitte vom Tisch und jetzt arbeitet da mal alle dran, dann ist das natürlich ein sehr selbstständiges Arbeiten. Das hört sich jetzt erstmal theoretisch toll an. Aber Sie müssen natürlich auch erstmal Selbstmotivation haben. Sie müssen auch die Ideen haben. Sprich, Sie brauchen eine gute Ausbildung, sonst sitze ich schnell weg vom Tisch, weil der macht ja nichts, der kann ja auch gehen.

Und Sie müssen, und Sie haben natürlich auch die Verantwortung für diese Idee dann irgendwann. Und das gemeinsam. Und das ist natürlich ein ganz anderes Arbeiten. Wenn der Chef immer sagt, was ich machen soll jeden Morgen, dann ist das einfach. Dann kann ich das abarbeiten und dann gehe ich und dann bin ich auch jeder Verantwortung entledigt. Also das ist halt komplett anderes Arbeiten, als es früher war. Und ich glaube, das ist noch nicht überall so. Aber ich glaube, in die Richtung würde es sich entwickeln. Und das heißt, Sie müssen viel selbstmotivierter arbeiten. Sie müssen viel selbstkritischer auch arbeiten. Sie müssen sich selber aber auch gleichzeitig zurücknehmen, weil Sie immer an der Idee arbeiten und nicht sagen, ich kriege hier, das ist meine Idee.

Das gibt es ja nicht. Das ist die Idee. Das gibt es ja schon. Die Idee steht im Netz und die wird entwickelt. Und das ist dann sehr erfolgreich.

Ja, genau das macht es natürlich für die etablierten Unternehmen, wo Leute schon lange genauso nach der alten Weise gearbeitet haben, umso schwerer.

Komplett. Deswegen haben ja die großen Unternehmen so Schwierigkeiten, weil die Leute drehen sich ja nicht plötzlich um. Die sind das alle so gewohnt, die sind so groß geworden, die sitzen da jetzt auf ihren Posten und sagen, wo der Hase längs läuft, und wenn die sagen, Digitalisierung kann ich mit nichts mit anfangen, dann haben sie ein Thema. Das ist schwierig. Deswegen bildern sie das dann ja aus. Und das ist einfach ein Umbruch. und dieser Umbruch dauert wahrscheinlich eine Generation, bis das durch ist. Wo ich nicht sagen will, das hängt gar nicht vom Alter zusammen. Also das hängt einfach mit der, wie offen bin ich im Kopf und wie wach bin ich und habe ich da Lust zu, was Neues zu lernen.

Ich glaube, so Arbeit bringt ja wahnsinnig viel Spaß, wenn man das will, aber man muss es nicht, also man muss es können und man muss es wollen.

Wenn Sie jetzt Ihr Netzwerk nehmen, also Sie haben schon gesagt, also in dem Netzwerk hier in dem Technopark, Gibt es einen regen Austausch? Und Sie hatten schon gesagt, es gibt die Gründer, die im Prinzip als Impulsgeber immer mal neu reinkommen. Haben Sie da noch andere Wege, um irgendwie Impulse, Ideen von außen reinzukriegen? Zum Beispiel dieses BIM, also wie kam das hier zu? Ja, das kam jetzt über Mieter.

Da habe ich mich unterhalten, wie geht es euch denn? Und wo geht denn die Reise hin? Was bewegt euch? Oh ja, und dann kam doch BIM zu sprechen. Das ist hier am Tisch, typischen Gesprächen, komm, wir treffen uns mal. Naja, wir haben natürlich unsere Netzwerke außerhalb. Die versuche ich natürlich anzuflanschen. Das ist dann der Wirtschaftsverein. Das ist natürlich die Uni. Das ist die Süderelb AG. Sodass wir über diese Netzwerke natürlich Zugang haben zu vielen anderen Unternehmen. Und ich bin eigentlich immer nur auf Unternehmerseite unterwegs. Weil ich glaube, die sind da wichtig. Natürlich braucht man auch die Verwaltung und öffentliche Hand und so weiter. Aber ich glaube, dem Thema sind wir auf der Unternehmerseite. Und über diese Netzwerke versuchen wir natürlich auch Themen, auf die aufmerksam zu werden und sie in den Park hineinzuspielen.

Ja, das macht Sinn. Wirtschaftsverein habe ich jetzt gerade kennengelernt. Also wir sind jetzt auch Mitglied seit kurzem. Die sind ja auch schon einen Tag länger hier unterwegs in Harburg. Ja, wirklich. Ja, also ich glaube, wir können da bestimmt noch ganz lange und ganz viel drüber reden, aber ich weiß, dass Sie nicht mehr so viel Zeit haben, deswegen bringe ich jetzt mal uns zu den Abschlussfragen. Wenn Sie an Ihr Unternehmen hier denken, was ist da so der größte Punkt in Richtung Digitalisierung, der Sie beschäftigt?

Naja, das sind ja, also was mich am meisten beschäftigt, ist die Ressource, die wir haben, von der wir leben. Das sind unsere Mieter, das sind unsere 110 Unternehmen. Und die müssen wir natürlich irgendwie so weit unterstützen, dass sie nicht von ihrem Thema mal links überrascht werden. Das wird uns natürlich nie ganzheitlich gelingen, das ist klar. Aber wir können ja nur eine Art Plattform, das sind wir ja letztendlich eine Plattform zur Verfügung stellen, dass wir sie befähigen, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen und einfach Sachen mitzubekommen. Ob dann die Trends für die Unternehmen wichtig sind oder nicht, müssen sie selber entscheiden. Aber wir müssen ja nur mal darauf hinweisen. Also diese rote Lampenfunktion, die Uni gelernt, rote Lampenfunktion, pass mal auf, da kann was sein.

Das sehe ich so als unsere Aufgabe. Und das ist eigentlich das, wo wir am meisten Arbeit hineinstecken. Weil wenn es unseren Mietern gut geht, dann geht es uns auch gut.

Ja, das passt eigentlich gleich zu der nächsten Frage. Wie halten Sie sich da aktuell, wenn Sie die rote Lampenfunktion sind? Wie wissen Sie, wann Sie die anmachen müssen?

Das ist einfach, also ich höre mich aktuell, einfach viel gucken, reden, zuhören. zuhören, also nicht so viel reden, sondern eher zuhören und sich mit Mietern treffen, also das ist viel, ja, das kostet einfach viel Zeit, anders glaube ich kann man es nicht machen, natürlich kann man auch lesen und so weiter, aber zum Schluss ja die Themen, die hier im Park spielen und da gibt es kein Online-Portal, sondern das muss ich über die Leute hier spielen und so versuche ich mich da aktuell zu halten und dann ist es einfach gewisse Art von Erfahrung zu sagen, rote Lampenfunktion. Das können Sie nicht lernen an der Uni. Was machen wir? Dafür sind die Themen viel zu schnell lewig. Und dann müssen Sie eben im Netzwerk einen Partner finden, die dann sagen, rote Lampe ist an, ja, stimmt oder nee, ist Quatsch.

Das ist dann das. Ich muss ja gar nichts wissen selber. Ich muss ja nur wissen, ich muss ja denjenigen kennen, der was weiß. Das ist gut, wenn man ein lebendes Netzwerk hat. Das ist natürlich auch noch nicht perfekt. Das ist ja auch klar.

Das Netzwerk ist ja nie zu Ende. Nee, klar, das stimmt. Okay, dann würde mich interessieren, ob Sie da jemanden kennen, der vielleicht zum Thema Digitalisierung noch was Spannendes beitragen könnte, genau aus diesem Netzwerk, den ich vielleicht mal in der kommenden Folge dazu befragen könnte.

Da habe ich hier einen Mieter von uns, Firma ITE, Herr Frank Eggert, das ist der Geschäftsführer. Die digitalisieren, sind auch Gründer übrigens, die digitalisieren analog durch die Gegend fahrende Schiffe. Also Frachter, Tanker und so weiter. Also eigentlich eine sehr behebige Industrie, die Schifffahrt. Die Räder sind ja alle so ein bisschen oldschool. und der hat es geschafft, dass er da reingekommen ist und digitalisiert die jetzt. Also die fahren ja teilweise echt noch analog durch die Gegend. So, Funkgerät und los geht's. Und überspitzt gesagt, und der digitalisiert diese alten Frachter. Und das finde ich extrem spannend, weil natürlich dadurch fahren die besser, weniger Treibstoffverbrauch, also weniger Umweltverschmutzung und so weiter.

Aber auch die Beladung, Trim, alles Mögliche. Also das ist ein ganz toller, das ist auch in unserem Alter. Und ist gegründet, da habe ich schon 10 Mann. Und das ist super. War ganz toll. Also insofern, der ist, glaube ich, spannend. Hier sitzt ihr genau schräg gegenüber.

Ah, cool. Ja, dann werde ich mal gucken, ob ich den mal vor das Mikro kriege. Bestimmt. Okay, super. Ja, ganz vielen Dank für Ihre Zeit. Ja, danke. Und viel Erfolg. Dankeschön. Danke. Das war die 22. Folge unseres Podcasts Wege der Digitalisierung. Vielen Dank, Herr Birkel, für die Zeit und für Ihr Wissen, das Sie mit uns geteilt haben. Alles, was wir so benannt haben im Laufe des Gesprächs, was man verlinken kann, werden wir in den Shownotes zur Folge verlinken. Das Ganze ist zu finden unter wegederdigitalisierung.de. Dies ist die 22. Folge.

Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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