E02021.03.201838 Min
Woher kommen die guten Ideen? Aus der Crowd!
Im Gespräch: Mirko Bendig (Phantominds)

Worum es geht
Mirko Bendig von Phantom Minds erklärt, wie Unternehmen über Crowdsourcing externe Ideen für Innovationen gewinnen.
Mirko Bendig von Phantom Minds spricht über die Nutzung von Crowdsourcing für Innovationsentwicklung. Das Unternehmen rekrutiert externe Innovatoren über eine Online-Plattform oder gezielt über Suchalgorithmen. Ziel ist es, Unternehmen bei der Ideenfindung und -testung zu unterstützen.
Phantom Minds hat Projekte mit der Hamburger Hochbahn, der Schweizer Bundesbahn und einer Bank durchgeführt. Eine Idee zur USB-Ladestation in Bussen wurde umgesetzt, obwohl sie nicht in der Top 50 der Crowd-Bewertung lag. Ein Prototyp für eine Platzampel zur Wagenfüllung wird getestet.
Das Unternehmen nutzt Suchalgorithmen, die über Twitter-API Daten analysieren, um Innovatoren zu identifizieren. Die Software wird extern gepflegt. Die größte Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in der organisatorischen Umsetzung von Ideen innerhalb etablierter Unternehmen.
Ursprüngliche Shownotes 21.03.2018
Die Digitalisierung sieht für viele etablierte Firmen erst einmal nach Bedrohung aus. Die anderen machen alle mit, alle sind innovativ – was können wir denn tun, dass uns nicht die Kunden weglaufen? An dieser Stelle werden in Konzernen oft Think Tanks gegründet. Alexander Peter und Mirko Bendig bieten mit Phantominds Crowdsourcing für Innovationen an – ein Think Tank on Demand.
Phantominds ist eine Plattform, auf der Firmen (offen für die Community oder versteckt) Fragestellungen an eine Crowd geben können und eine Menge innovativer Lösungsideen bekommen können. Ein „klassisches“ Geschäftsmodell der Digitalisierung, angewendet auf Ideen.
Im Interview berichtet Mirko wie das funktioniert und beschreibt auch, wie er die passende Crowd für die einzelnen Kunden zusammenstellt: Mit Hilfe eines Such-Algorithmus und sehr gezielter Werbung oder sogar persönlicher Ansprache. Auf diese Weise haben wir uns auch kennen gelernt.
Es gibt wieder interessante Gedanken zu einzelnen Phänomenen der Digitalisierung, aber auch einen tollen Überblick, weil Mirko mit seinem Geschäftsmodell mit vielen Unternehmen in Kontakt tritt, die gerade an ihrer digitalen Transformation arbeiten.
Vielen Dank fürs Zuhören!
Links aus dem Interview:
Transkript
5.929 Wörter
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Hallo und herzlich willkommen zur 20. Folge unseres Podcasts "Wege der Digitalisierung". Heute spreche ich mit Mirko Bendig von der Firma Phantom Minds. Phantom Minds macht Innovationen über Crowdsourcing. Das heißt, als Unternehmen kann ich mich an Phantom Minds wenden und die die Crowd entweder über deren Online-Plattform oder auch über nicht sichtbare Projekte nutzen, um meinen eigenen Innovationsprozess zu beschleunigen, zu verbessern, auf neue Ideen zu kommen. Ich kenne Mirko schon seit einigen Jahren. Ich habe selber mal mitgemacht als Teil der Crowd. Wir sind irgendwo auch relativ zeitgleich gestartet mit unseren Unternehmen. Von daher halten wir seit einer ganzen Weile den Austausch.
Heute erzählt Mirko uns, wie er seinen Kunden hilft, was er selber an Hindernissen im Rahmen der Digitalisierung so bewältigen musste im Laufe der Zeit. Ich denke, wir werden viele spannende Sachen lernen. Ich freue mich auf das Gespräch. Ja, vor mir sitzt Mirko Bendig von der Firma Phantomines. Phantom Minds macht Crowdsourcing für Innovation, nenne ich das jetzt mal, aber ich würde sagen, erzähl du uns mal, wie man das besser ausdrückt. Was macht Phantom Minds?
Phantom Minds, wie du schon sagst, macht eigentlich Innovationsentwicklung über einen Crowdsourcing-Ansatz. Wir würden es aktuell ein bisschen weiterfassen und sagen eigentlich, dass wir sozusagen eigentlich für jede Innovationsfragestellung eines Unternehmens externe Innovatoren suchen können, mit denen Unternehmen arbeiten können, ob man dann mit denen Ideen entwickelt, Ideen testet, da sind wir vom Ansatz her ein bisschen flexibler geworden in den letzten anderthalb Jahren. Der Kern ist eigentlich Crowdsourcing, das heißt, wir nutzen eine Art von Schwarmintelligenz, um Ideen zu heben, online zu heben, sozusagen für Unternehmen.
Letztendlich haben wir uns darüber auch mal kennengelernt, über die Plattform, also ihr betreibt eine eigene Online-Plattform dazu. Ich habe da auch mal teilgenommen an einigen Ausschreibungen. Ich habe sogar mal gewonnen. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt hier sagen darf, aber darüber bin ich mal für ein Testimonial zu euch gekommen. Stimmt, stimmt. So fing das alles an damals. Ja, wie lange gibt es euch? Uns gibt es
seit April 2014.
Okay, das ist schon eine Weile.
Genau, und wir sind sechs Leute. Genau, zwei Gründer. Also ich habe das zusammen mit Alexander Peter gegründet.
Ich denke, es ist ja ein Thema und eine Kombination, Crowdsourcing und Innovation in sich schon innovativ. Was hat dich in diese Position gebracht? Was hast du vorher gemacht? Wie ist die Idee entstanden, diesen Faktor zu gehen? Die Idee ist eigentlich,
also vorher habe ich als Berater gearbeitet bei einer Beratungsfirma hier in Hamburg. Die Idee ist eigentlich aus einem Projekt entstanden, wo wir uns eigentlich Crowdfunding angeguckt haben. also wie man Geld über einen Schwarm einsammelt. Und Alex und ich uns gefragt haben, kann man nicht auch Geschäftsmodelle bauen über eine Crowd? So hat das mal angefangen. Und dann haben wir das erst parallel zur Beratertätigkeit gemacht. Hat sich das geschärft auf Richtung Produktentwicklung, Innovationsentwicklung. Im Endeffekt haben wir auch schon mal Geschäftsmodelle über eine Crowd diskutieren oder entwickeln lassen. Von daher ist der Ansatz eigentlich flexibel. Uns hat eher ein bisschen der Ansatz verfasziniert, komplett online zu nutzen, dass Leute ja alle miteinander vernetzt sind und die dann sozusagen online auch zu rekrutieren für solche Innovationsprojekte, wo wir eigentlich auch unsere Stärke eigentlich drin sehen, also online Leute zu rekrutieren für spezifische Sachen.
Okay, du hattest gesagt, heute seid ihr ein bisschen weiter gefasst als das. Also das heißt, ihr habt diese Plattform und wenn jemand zu euch kommt mit einer Frage, kann man das nach wie vor über diese Plattform fahren?
Genau, kann man immer noch, kann Unternehmen zu uns kommen und wir machen sozusagen ein Crowdsourcing-Projekt auf unserer Phantom Minds-Plattform. Die gibt es ja, die ist ja sozusagen etabliert. Was wir teilweise parallel machen, sind halt Innovatoren online suchen für Unternehmen, die dann nicht über unsere Plattform laufen, sondern die gegebenenfalls für einen Ideentest auf einer anderen Software benutzt werden. Oder wir haben auch schon mal eine andere Form der Ideeneinreichung gewählt, aus rechtlichen Gründen. Genau, das ist nicht mehr so. Weil Phantom Minds Plattform ist ja relativ offen. Jeder, der registriert ist, sieht alles sozusagen. Das passt nicht zu jedem Unternehmen. Oder nicht jedes Unternehmen ist bereit, sich so weit zu öffnen, sagen wir mal so.
Ja, gut, diese Transparenz ist ja auch Teil der digitalen Transformation.
Genau, aber das ist so ein bisschen, da gab es schon Fälle, wo wir dann die Einreichungen direkt an das Unternehmen gemanagt haben. Und dann hat man das auf Phantom Minds auch nicht gemerkt, dass man das auf der Phantom Minds Plattform nicht gesehen oder nicht mitbekommen, dass wir sowas gemacht haben.
Ah, okay. Und die Ideeneinreichungen, also die Leute, also auf dieser Plattform kann ich mich einfach registrieren. Genau. Das heißt, die Leute, die da Ideen generiert haben, habt ihr dann einfach per E-Mail irgendwie angesprochen?
Es gibt eigentlich so ein bisschen, sagen wir mal, zwei Welten bei Phantom Minds. Einerseits gibt es diese Online-Plattform Phantom Minds als Community-Software. Und die andere Welt ist eigentlich, wir nennen es eigentlich Screening, dass wir einfach Innovatoren screenen oder versuchen zu identifizieren online und dann zu rekrutieren für Projekte. Und für die Identifizierung nutzen wir zum Teil selbstgeschriebene Suchalgorithmen, die dann über zum Beispiel die API von Twitter geht direkt. Das heißt, wir klassifizieren Nutzer nach, beschäftigen sich mit, sagen wir mal, mit dem Thema XY, zum Beispiel Elektromobilität haben wir mal gemacht. Wer beschäftigt sich da auf Twitter in Deutschland mit?
Und die locken wir dann an für ein Projekt. Also anlocken heißt dann in dem Sinne, wenn wir die gefunden haben, sprechen wir die mit Werbung an. Meistens. Oder in Direktansprache geht auch teilweise. Wenn es nicht 10.000 Leute sind, kann man die auch direkt ansprechen. Aber genau, wenn es eine große Masse ist, dann per Werbung.
Ja, spannend.
Das ist sozusagen der zweite Weg. Und das geht natürlich auch in Kombinationen. Wenn man jetzt ein Crowdsourcing auf Phantom Minds macht, können wir ja trotzdem rekrutieren dafür, wenn das interessant ist, wenn wir die Leute zum Beispiel nicht haben, die spannend wären für das Projekt. Das machen wir dann. Daher kommt eigentlich dieser Mechanismus, dass wir eigentlich mal das Problem hatten, ein Kunde wollte eine ganz spezielle Crowd, sage ich mal, haben und wir die nicht hatten. Und dann haben wir uns überlegt, wie kommen wir denn an die ran?
Ja, spannend. Ich meine, das sind genau die Methoden, wo die klassische Broadcast-Werbung heute irgendwo schlauer geworden ist. So gesehen nutzt ihr das einfach für einen anderen Zweck.
Wir haben auch schon viele Anfragen gekriegt, ob wir nicht Headhunting damit machen können. Mit diesem Suchalgorithmus haben wir auch schon mal in einem Fall gemacht. Befreundetes Unternehmen oder halt auch Marketing, also Sachen verkaufen. Also einfach besseres Targeting machen für Werbung. Geht natürlich auch, ist jetzt nicht unser Kerngeschäft. Es kann dann so weit gehen, dass wir eine ganz spezifische Zielgruppe online versuchen zu bekommen und die schicken wir zum Beispiel auf einen Fragebogen oder auf einen klickbaren Prototypen von einem Unternehmen als Testkandidaten sozusagen oder als potenzielle Käufer in Zukunft. Also sowas macht, das ist eher so der Standard, den wir aktuell viel machen mit diesen Algorithmen.
Okay, ja spannend. Das heißt, diese Algorithmen sind im Prinzip auch so ein bisschen euer, ich nenne es mal Geschäftsgeheimnis. Geschäftsgeheimnis, ja.
USP, Allerinstellungsmehrung, wenn wir sagen, das sozusagen. Also weil diese Community-Software, kann man sich ja angucken, ist jetzt sozusagen in dem Sinne ja nicht innovativ, höchstens das, was wir damit machen.
Ja gut, ihr habt halt die Leute, die man sich sonst auf dem steinigen Weg selbst suchen müsste.
Genau, und viele Unternehmen sind nicht in der Lage, extern Innovatoren, also die haben natürlich alle ein Netzwerk und können ihr Netzwerk bespielen, aber da kriegen wir aufzuhören, da kommt ja immer dasselbe, also man kann das mal machen mit denen, Workshop machen, Ideen-Workshop oder so als Alternative, aber da kommen ja immer dieselben Sachen, wenn man schon mal mit denen gearbeitet hat, das so ein bisschen die Idee darüber hinaus zu gucken, wer ist außerhalb des eigenen Netzwerks sozusagen.
Ja, spannend. Also ich habe jetzt oft und viel gehört auf Konferenzen und in Vorträgen, wo ich war, dass ja große Unternehmen sich heute eigene Startups gründen, ihre eigene Startup-Kultur machen. Das heißt, das wäre vielleicht eine ganz gute Alternative. Also wenn ich als Unternehmen Innovationen will, noch nicht bereit bin, ein eigenes Lab zu gründen in Berlin Valley, dann könnte man erst mal zu euch gehen und hätte trotzdem den Vorteil.
Genau, also ich kenne halt die, also das ist natürlich die Leute, die wir jetzt ziehen oder rekrutieren, haben natürlich einen anderen Zweck. Die gründen dann kein Startup für die Firma, sondern liefern eine Idee, testen eine Idee, kommentieren eine Idee oder geben einfach nur ihre Bedürfnisse preis. Das haben wir auch schon mal zum Teil gemacht. auf einem Themenfeld oder so, dass man erstmal Bedürfnisse sammelt von denen und dann auf der Basis dann Ideen entwickelt, ist halt schon eine Alternative zu so einem Lab. Was wir oft aber auch mitkriegen, dass die Labs jetzt auch, also nicht alle Unternehmen sind begeistert von dem, was aus ihren Labs rauskommt, aus ihren Innovation Labs.
Wäre jetzt nämlich meine nächste Frage gewesen, wie offen sind denn die Unternehmen für das, was da aus der Crowd kommt? Also mag ja sein, dass das Lab viele gute Ideen entwickelt, die einfach nur nicht zu der alten Denkweise passen und deswegen ist man nicht zufrieden. Stimmt, ja. Kann man natürlich so jetzt wahrscheinlich sagen.
Nee, nee, das ist schwierig. Das ist bei der Crowd aber auch schwierig, weil meistens sind die Ideen ja recht vielfältig. Es ist halt schon so, dass es gibt Unternehmen, die besser damit umgehen können, mit so externen Ideen, weil die einfach den klaren Fahrplan haben, wie sie die umsetzen können. Die haben es deutlich leichter. Ich glaube, egal, wo die Ideen jetzt extern herkommen, wahrscheinlich auch, wenn die aus Startups kommen, wenn die einen Plan verfolgen oder einen Prozess haben, also Prozess klingt jetzt so technisch, aber irgendwie eine Idee haben, wie sie die auch umgesetzt kriegen, die haben es deutlich leichter auch mit uns sozusagen. Als Unternehmen, die sozusagen, weil die Ideen sind ja noch kein fertiges Produkt, das ist erstmal eine Idee, der Weg dann zur Umsetzung ist ja eigentlich dann fast noch schwerer.
Das ist so ein bisschen, da sind die Unternehmen unterschiedlich aufgestellt. Also manche sind da relativ planvoll und die natürlich ein Lab haben, haben ja oft auch schon eine Struktur, die dafür extra mit denen lässt sich das natürlich auch leichter umsetzen. Aber es gibt auch Unternehmen, die ohne Lab sehr schlagkräftig sind dann in der Umsetzung. Das sieht man von außen, ist immer schwer zu erkennen von außen.
Würdest du sagen, also du hast gesagt, es gibt Unternehmen, die das einfacher annehmen oder nicht so einfach. Kannst du oder musst du erkennen, hängt das davon ab, wer es beauftragt? Also ob das einfach so eine Beruhigungspille ist, ja, wir machen jetzt auch was mit Innovationen. Gefühlt wollen ja alle Unternehmen jetzt Innovationen machen. Genau, aber manche, weil sie es wollen und manche, weil sie denken, wenn wir uns das auf die Fahne schreiben.
Ja, also ich glaube, Überzeugungstäter ist natürlich immer hilfreich. Und natürlich, glaube ich, wenn es jetzt nicht ein hoher Entscheidungsträger ist, ist es immer hilfreich, wenn es einer von oberster Ebene das irgendwie trägt. Das ist, glaube ich, immer hilfreich für die, was ja nachher die Umsetzung angeht. Da haben wir eigentlich schon, also für uns fällt es auch leichter, eigentlich, sage ich mal, umso höher wir einsteigen in der Hierarchie, umso leichter lässt sich das dann auch, also umso positiver wird das Projekt dann, also vom Output auch behandelt eigentlich. Das ist ja auch... Sonst hat man ja, wenn man viele Ideen produziert, besteht ja immer die Gefahr, dass sie in der Schublade landen, weil keiner weiß, was mache ich jetzt damit, welche mache ich überhaupt.
Das ist ja auch eine Frage.
Das ist ja auch nicht so einfach zu entscheiden.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich mache bei euch so eine Kampagne als Unternehmen, also ihr begleitet das aktiv, also ich weiß das aus Erfahrung auf der Ideengeberseite, Also ihr stellt dann da Rückfragen? Ja. Also das heißt, das ist nicht so, dass da irgendjemand einen Dreizeiler als Idee reinschmeißt und der Kunde kriegt am Ende eine Excel-Tabelle mit 500 Einträgen. Wie weit ist das Unternehmen selber während so einer Kampagne?
Genau, diese Rückkopplung ist so ein bisschen ein Unterschied. Was wir eigentlich immer versuchen, ist eigentlich, dass wir die Ideen nach unserem Wunsch denken, so alle paar Tage rückkoppeln mit dem Unternehmen, während es läuft. und dass die in dem Sinne uns dann auch Fragen zurückgeben. Also die Idee, daran verstehen wir das nicht oder die finden wir besonders spannend, weil, dass wir das irgendwie rückspielen können in die Community. Das ist sozusagen der beste Fall und der kommt auch eigentlich bei 50% unserer Kunden vor, dass das klappt. Es gibt aber auch Unternehmen, die sagen, macht mal. Wir gucken am Ende drauf, was wir auch Unternehmen eigentlich anbieten. Das macht aber faktisch, das auf Phantom Minds noch keiner gemacht, dass sie selbst moderieren.
Also selbst mit der Crowd sozusagen in Dialog treten. Das gibt sogar die Software her, aber getraut hat sich das noch keiner. Ist aber auch, man muss ja auch sagen, das ist sehr zeitaufwendig. Das wäre ja sozusagen eine Zusatzaufgabe. das liegt jetzt auch vielleicht daran, aber es ist halt auch immer so, die Personen, die uns beauftragen Sonst ist es ja meistens nicht die Marketingabteilung, sondern eher die Innovationsabteilung, Unternehmensentwicklung, vielleicht auch Strategieabteilung, die ja sonst nicht so, die sind ja nicht vom Marketing so. Das heißt eigentlich, es ist ja dann eher, also Community Management ist ja oft so, Social Media liegt ja in einer anderen Abteilung. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass sie es nicht machen.
Aber es ist halt nicht, es ist dann die Hürde, die freuen sich ja eher, wenn wir das machen, sage ich mal. Und was, glaube ich, was wir ganz spannend haben, Es gibt Unternehmen, die gerne Ideengeber auch kennenlernen wollen und einladen oder einen direkten Dialog haben. Das sind die, die sich bereit sind, stärker zu öffnen oder welche, die das komplett blocken. Die sagen, wir wollen eigentlich keinen direkten Kontakt mit den Ideengebern. Man kann ja mit den Ideengebern aus unserer Sicht auch weiterarbeiten. Das wäre für uns jetzt machbar und nicht für jedes Unternehmen interessant. Das wäre ja noch eine größere Öffnung sozusagen.
Ja, das stimmt. Jetzt besteht so eine Kampagne im Prinzip ja aus zwei Schritten. Also das eine ist die Sammelphase, wo Ideen gesammelt werden und wo auch durch Nachfragen die Ideen verfeinert werden. Und am Ende bewertet die Crowd den Gewinner, sag ich mal. Genau, also zu Gewinner haben wir es immer so gemacht,
dass die Crowd die Gewinner durch eine Bewertungsphase auswählt. In der Vergangenheit, also es ist ein bisschen aufgeweicht, dass viele Auftraggeber sich gewünscht haben, dass wir sozusagen diese Crowd-Bewertung nur noch machen, um eine Einschätzung der Crowd zu haben, aber der Auftraggeber entscheidet selbst, wer gewinnt. Das hat sich so ein bisschen verändert, weil doch die Meinung der Auftraggeber und der Crowd teilweise auseinanderlaufen, was zum Beispiel Umsetzbarkeit, also realistische Umsetzbarkeit zum Beispiel auseinanderlaufen.
Genau, das kann ich mir gut vorstellen. Das wäre meine Frage gewesen, wenn die Crowd sagt, das ist die beste Idee, das wollen wir, ob die Unternehmen dem dann folgen. Aber klar, Umsetzbarkeit kann vielleicht so eine Crowd auch einfach beurteilen.
Man kann schon beobachten, dass die am besten bewertesten Ideen, die stehen natürlich schon im Fokus. Aber es kann auch sein, dass es Gründe für Unternehmen gibt, eine ganz andere Idee zu machen. Weil man auch beobachten kann, dass vor allem bei B2C, also Endkundenorientierten Produkten, dass die Crowd auch bei der Bewertung jedenfalls sehr Mainstream folgt. Also wenn jetzt alle über künstliche Intelligenz gerade, wenn das heiß diskutiert ist, werden die sehr weit vorne liegen. Das heißt nicht immer unbedingt, dass so die Best-, also Trendthemen pushen, werden gepusht, sage ich mal, von der Crowd. Das heißt, sie ist in dem Sinne so ein bisschen Herdenverhalten. Also das muss man bei der Bewertung, deswegen kann ich auch aus Auftraggeber sich ganz gut verstehen, dass sie manchmal sagen, okay, wir wollen es lieber vielleicht final selbst in der Hand haben.
Ja.
Obwohl es manchmal auch identisch, also die vorne liegen von der Couch, schon auch eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, unter den Ideen besten, also unter den prämierten Ideen zu landen. Aber es gab halt auch schon mal eine andere Denke.
Jetzt hast du eben in unserem Vorgespräch gesagt, die NDAs werden immer häufiger und immer schärfer. Kannst du trotzdem einfach mal ein, zwei Beispiele geben, über die du sprechen darfst? Also was für Unternehmen haben mit euch so eine Kampagne gemacht und was kam da raus? am besten natürlich eins, das dann auch umgesetzt wurde.
Das, worüber wir auf jeden Fall reden dürfen, wir haben ein Projekt für die Hamburger Hochbahn gemacht. Im Endeffekt die Fragestellung war aus unserer Sicht eine relativ breite Fragestellung. Also welche Services, Geschäftsmodelle, neue Produkte wünschen sich Hamburger rund um das Fahrerlebnis. Ich fahre mit der U-Bahn, ich fahre mit dem Bus. Da haben wir 137 Ideen eingesammelt. Vornehmlich von Hamburgern, wir haben da zum Teil auch mit dem dazu rekrutiert. Leute, die sich mit über Mobilitätsthemen auf Twitter beschäftigt haben. Die haben ja dazu rekrutiert. Dadurch sind auch zum Teil nicht Hamburger da drin gewesen. Da gibt es jetzt zwei Ideen, die zum Beispiel umgesetzt wurden. Oder beziehungsweise eine Idee ist gerade in so einem Prototypen-Stadium.
Aber eine Idee, wo wir zum Beispiel als Phantom Minds eher gedacht haben, das ist jetzt nicht die Raketenwissenschaft, aber kam im folgenden, also die Hochbahn hat das nochmal getestet. Das sind so USB-Stecker, um mein Handy aufzuladen. In Bussen haben sie es, glaube ich, in der Linie 5 haben sie es erst pilotiert. Jetzt gibt es das ja auch in den U-Bahnen. Das ist eine Idee, die da vorgeschlagen wurde. Die war jetzt bei der Community, bei dieser Bewertungsphase nicht weit vorne. Ich weiß es ehrlich gesagt gerade gar nicht, aber es war nicht mal Top 50 von diesen 137. Die haben sie umgesetzt und weil die in so einer Kundenbefragung, ich glaube, die Befragung war eher auf jüngere Zielgruppen ausgerichtet, da extrem positiv abgeschnitten hat.
Und die Nutzung scheint auch zufriedenstellend zu sein. Das ist jetzt kein neues Produkt oder so, aber es ist auf jeden Fall irgendwie stiftet ja Nutzen. Und das andere, was jetzt pilotiert wurde, ist halt so eine Platzampel. Das heißt, ich kann sehen an der U-Bahn-Haltestelle, wo ist der Waggon voll und wo nicht, durch ein Lichtsignal. Und dann, die Hochbahnloben, haben das relativ schlau mit so einem Azubi-Projekt getestet. Also das war jetzt noch nicht mit Software oder irgendwie gesteuert oder irgendwelche Sensorik in den Waggons, in den Prototypen,
sondern einfach
Azubis auf dem Warnbleib haben sozusagen per Handzeichen oder wie sie es auch immer gemacht haben, diese Anzeige gesteuert, um zu gucken, ob die Leute sich überhaupt daran orientieren. Ob das jetzt kommt, ist natürlich eine Frage. Weil die Sensorik oder wie messe ich jetzt, wie viele Leute in den Waggons sind, ist ja eigentlich jetzt technisch die größere Herausforderung. Genau, die haben jetzt erstmal geguckt, stiftet das auch wirklich den Nutzen im Echtbetrieb jetzt, nicht in der Umfrage, was ich ganz spannend finde vom Vorgehen. Das ist zum Beispiel, wir haben schon mal für die AOK Krankenversicherung eine eigene Community mal gemacht, also nicht Phantom Minds, sondern sozusagen Phantom Minds geplont und das ganze AOK Ideensprechstunde genannt, die kann ich auch nennen.
Bei diesen Ideentests wird es dann so ein bisschen dünner, was ich nennen kann. Wir haben schon mal was für eine Bank gemacht. Also im Bankenbereich haben wir schon zwei Cases. Das ist ja auch, glaube ich, jetzt machen wir was im Luftfahrtbereich. Also wir sind da relativ, das ist glaube ich auch der Vorteil von Phantom Minds, ist ja eher eine methodische Herangehensweise. Wir sind halt nicht Branchen fix. Wir haben so ein bisschen Mobilitätsschwerpunkt, Wir haben die Hamburger Hochbahn gemacht, Berliner Verkehrsbetriebe haben auch gemacht, Deutsche Bahn, Schweizer Bahn machen wir gerade jetzt, Schweizer Bundesbahn, auch in einem Ideen-Test. Jetzt kein Crowdsourcing auf Phantom 1. Von daher haben wir so ein bisschen Mobilitätsschwerpunkt, aber eigentlich sind wir da flexibel vom Case her.
Also zum Beispiel bei Schweizer Bundesbahn testen wir gerade, geht um ein Streaming-Angebot im Zug, mit einer ganz spezifischen Zielgruppe Pendler. Machen wir einfach einen kleinen Testlauf, ob die Idee sich lohnen würde, umzusetzen.
Ja, spannend. Gut, die Schweizer sind ja auch ihrer Bahn sehr verbunden.
Die sind sehr beliebt. Und die sagen ja auch von sich, sie sind pünktlich. Ich weiß nicht, ob es stimmt. Kann ich auch nicht beurteilen, ich war da noch nicht. Genau, das ist so. Aber wir sind da relativ bunt. Wir haben jetzt auch einen Staubsaugerhersteller, mit dem wir das machen. Das ist ja irgendwie relativ flexibel vom Ansatz her.
Ja, spannend. Ich würde einfach so ein bisschen auf das Thema Softwareentwicklung noch eingehen wollen, weil er nun eine digitale Plattform betreibt. Wenn ich das richtig weiß, habt ihr keine eigenen Softwareentwickler angestellt. Das heißt, ihr hattet am Anfang jemanden, der euch das Ding einmal initial gebaut hat. Das wird jetzt irgendeinen Pflegeaufwand bedeuten. es wird möglicherweise Weiterentwicklung geben. Wie ist das heute als Unternehmen 2014 zu gründen, eine Software entwickeln zu lassen, als damals ja noch Kerngeschäft sozusagen? Was habt ihr da gemacht? Was würdest du empfehlen, genauso wiederzumachen? Wo würdest du sagen, das würde ich jetzt mit dem Vorwissen irgendwie anders angehen?
Ja, also wir haben das, das hat sich ja so ein bisschen so entwickelt, dass wir es auch durch ein Förderprogramm die Möglichkeit hatten, die Software erstmal zu bauen und auch einen Entwickler dafür einzustellen. Der hat sich dann beruflich umorientiert, von daher sind wir dann sozusagen eher auf externe Hilfe umgestiegen, was eigentlich jetzt auch aktuell funktioniert. Erst haben wir es mit einem Freelancer, also sozusagen freiberuflichen Tätigen gemacht. Jetzt haben wir halt eine Softwarefirma, die die Software pflegt und auch sogar jetzt weiterentwickelt hat. Bei den Sucheralgorithmen ist es so ein bisschen eine Mischung, dass wir das vorentwickeln, sozusagen rein vom Datenmodell her und es dann sozusagen nutzerfreundlich vom Softwareentwickler beziehungsweise jetzt von dieser Firma dann einfach bauen lassen. Das ist so ein bisschen unterschiedlich zu der Community Software.
Genau. Das hat sich, also ich würde es, im Endeffekt, ich glaube, ideal ist es wahrscheinlich schon, wenn man diese Suchalgorithmen zum Beispiel, dass wir das komplett in-house hätten. Wir hatten aber bisher immer die Schwierigkeit, bei der Größe, die wir sind, einen Softwareentwickler zu finden, der alles erschlägt, sage ich mal, also der diese Community-Software kann, diese Suchalgorithmen, am besten auch Data Sciences in einer Person, das gab es irgendwie, jedenfalls nicht zu einem erschwinglichen Startup-Kurs, war das bisher nicht zu stemmen. Deswegen haben wir so eine komische Mischlösung. Idealer wäre natürlich eine, jemanden dafür zu haben oder mehrere Personen, die das intern machen.
Das geht ja deutlich schlanker wahrscheinlich.
Ja, sicherlich wird der Abstimmungsaufwand geringer sein, weil da jemand sich über einen langen Zeitraum einfach einarbeitet. Genau. Und wie habt ihr die externen Dienstleister gesucht? Also wie habt ihr den Freelancer gefunden beziehungsweise entschieden, der ist es?
Ja, eigentlich alles über das Netzwerk sozusagen. Also Kontakte. Wir haben jetzt auch einen Investor, über den ist jetzt sozusagen die Softwarefirma gekommen, mit der wir es jetzt aktuell machen. Der hat mit den Vorerfahrungen. Das war sozusagen die Entscheidungsgabe, dass er gute Erfahrungen mit denen gemacht hat. Eigentlich Netzwerk. Es gibt ja viele Softwareentwicklungsfirmen auch hier in Hamburg. Durch die Startup-Szene sind ja auch ein paar Bekannter, ein paar Unbekannter.
Also es passt aber auch zu, wir sind ja nun auch so ein Softwareentwicklerunternehmen. Wir kriegen auch im Prinzip 90 Prozent unserer Aufträge über das Netzwerk. Ich habe gerade heute Morgen ein Interview geführt mit einem anderen Softwareentwicklerunternehmen und der hat mir das genauso bestätigt.
Ja, es ist einfach, es stiftet ja auch Vertrauen, wenn man einen Tipp kriegt, das ist ja einfach so.
Ja. Das ist ja normal. Okay, das heißt, wenn irgendjemand zuhört, der ein Softwareunternehmen sucht, aber keins im Netzwerk hat. Genau, kann Bescheid sagen. Also Hamburg wissen wir ein paar, auf jeden Fall.
Genau, okay. Auszeit von Hamburg nicht, aber innerhalb Hamburgs.
Ja, gibt es irgendwo, Fehler klingt vielleicht zu hart, aber gibt es Dinge, die du anders machen würdest, wenn du jetzt mit deinem heutigen Wissen nochmal neu anfangen würdest in der Richtung? Also ich meine, dass man jemanden einstellt, der sich dann umorientiert, also passiert? Nee, das gehört ja dazu sozusagen.
Anders machen, jetzt im Softwareentwicklungsbereich. Ja, ich glaube, ich würde, aber ich meine, das ist ja mal so dieses, wir haben halt das Problem, weil wir einen Auftrag dann auch hatten, die Software sehr, sehr schnell in die Landschaft gestellt und was auch dazu geführt hat, dass unser damaliger Entwickler das auch sehr, sehr schnell bauen musste, wahrscheinlich auch schneller, als es ihm lieb war. Das würde ich halt versuchen zu vermeiden. Das lässt sich aber, wenn man einen Kunden hat, auch einen namenhaften Kunden hat, das war damals die TUI, die das gerne machen wollte, wenn wir noch nicht fertig waren mit der Software. Das würde ich, glaube ich, jetzt grundsätzlich anders machen, weil dann ist die Software jetzt, sage ich mal, vielleicht nachhaltiger gebaut.
Aber es ließ sich damals, Also einen großen Kunden will man ja auch nicht ziehen lassen, vor allem erster großer Kunde. Das ist so ein bisschen schwierig. Das hat aber dann halt Konsequenzen, das merkt man später. Das würde ich, glaube ich, anders machen. Ja, Entwickler zu finden, die fest angestellt sind, ist halt auch nicht so einfach in Hamburg. Die Konkurrenz ist groß. Muss man einfach sagen. Genau so bestätigen. Das wäre natürlich immer wünschenswert, dass man einen Entwickler hat, der immer bei ihm bleibt und dass das auch gut funktioniert. Aber es ist halt einfach, dass Die Konkurrenz ist halt extrem groß.
Okay. Ja, gut. Kann ich alles genauso bestätigen.
Also kann man ja auch generell. Gutes Personal ist halt immer ein Thema.
Generell. Ja. Wenn wir all das mal so zusammenfassen, wo ist denn eure nächste große Herausforderung in Richtung Digitalisierung? Wo seid ihr dran? Was wollt ihr als nächstes
angehen? Was wollen wir als nächstes angehen Richtung Digitalisierung? Wir haben ja diese Algorithmen bzw. diese Rekrutierungstools gebaut. Da ist rein vom Produkt gedacht her noch viel Automatisierungspotenzial, weil es teilweise noch manuelle Schritte gibt, die wir gerne ausmerzen wollen würden. Das ist sozusagen jetzt von unserem Produkt her gedacht. Digitalisierung an sich ist halt schon das Hauptthema bei unseren Kunden auch, warum wir mit denen teilweise auch Kontakt haben. Eigentlich ist ja Innovation und Digitalisierung wird ja oft zusammengeschmissen. Bei den meisten jedenfalls wird das ja in einem Zuge genannt. Es ist, glaube ich, auch gar nicht so einfach, da nachhaltige Sachen zu entwickeln für Firmen auch.
Das ist, glaube ich, die große Herausforderung, was viele Unternehmen halt haben, eine nachhaltige digitale Strategie zu haben und dann auch die entsprechenden Produkte oder sich weiterzuentwickeln. Und ich glaube, da ein schlauer Ansprechpartner zu sein, auch immer auf Höhe der Zeit zu sein, ist halt eine große Herausforderung für uns auch. Und halt, was oft, glaube ich, gefühlt vergessen wird, was wir halt oft merken in unseren Projekten, ist halt die Organisations... Also das eine ist ja sozusagen, ich mache alles digital so, Aber die Organisation mitzunehmen, das merken wir halt, wenn wir auch Ideen entwickeln oder dann Kunden begleiten, die über uns Ideen entwickelt haben und die nach innen tragen müssen.
Und wir dann gegebenenfalls, das begleiten wir manchmal auch, wenn das gewünscht ist. Und dann clasht das ja sozusagen mit der Organisation oder mit den Personen. Man trägt denen extern, ob die jetzt vom Startup kommen oder über eine Crowd, ist ja fast egal. Das ist, glaube ich, sozusagen da schlaue Mechanismen zu finden, um Menschen mitzunehmen. In den Organisationen ist, glaube ich, eine große Herausforderung. auf die wir auch oft treffen, weil unser Ansatz funktioniert auch nur, wenn aus den Ideen was wird, also wenn die Ideen auch sozusagen irgendwann zu Produkten führen und da müssen die halt immer auch durch die Organisation, das ist jetzt nicht durch unser Produkt abgedeckt, aber es ist halt einfach eine Herausforderung, die glaube ich auch immer größer
wird, gefühlt. Ja, das ist im Prinzip das, also ich habe ein paar Interviews geführt mit Leuten, die genau das machen. Also jetzt gerade kürzlich mit dem Gabriel Rath, der bei der Ostseesparkasse quasi Chef dieser digitalen Transformation ist. Und ja auch mit zwei, drei Coaches, die Christiane Brandes-Fissbeck habe ich mal interviewt. Die macht ja auch genau das, dass sie Unternehmen berät, wie sie diese digitale Transformation so gestalten, dass am Ende alle mitgenommen werden. Klar, letztendlich kommt ihr dann irgendwo auf einem neuen Weg mit zu einer Idee in so ein Unternehmen, aber die und das Mitnehmen der Leute ist genau das Problem, das eigentlich jeder hat.
Wir kriegen halt eher mit, wir coachen ja sozusagen nicht, wie ändert sich die Organisation, sondern merken halt in dem Projekt, wo es kinder schnarcht und so. Und dann ist halt die Frage, wie kriegt man das Projekt trotzdem, also wie kriegt man es trotzdem umgesetzt, wie kriegt man die Menschen mit? Und das ist nicht einfach. Also Coaching setzt ja noch ein bisschen anders an. Und das ist, glaube ich, da haben viele Unternehmen, ist das eine große Herausforderung, das überhaupt durchzukriegen, dann, dass sie die Projekte auch umgesetzt kriegen.
Ja. Ja, das ist wohl die Schwierigkeit unserer Zeit heute.
Ja, wahrscheinlich. Aber es ist auch eine Herausforderung, da schlaue Mechanismen zu finden oder auch Personen zu begeistern für solche neuen Ansätze. Das ist ja auch irgendwie unser Job. Wenn wir ein neues Produkt haben, muss man auch immer sehen, dass man unsere Kunden begeistert und dann auch in größeren Runden die Mitarbeiter mitnimmt für den Mechanismus.
Gibt es da Quellen, die du empfehlen würdest? Wie hältst du dich da auf dem Laufenden?
Wie halte ich mich auf dem Laufenden? Ich versuche eigentlich ja immer möglichst viel zu gucken. Was bei mir halt aktuell, aber es liegt glaube ich ein bisschen dran an der Zielgruppe, die wir bespielen, ist halt LinkedIn. Das ist für mich die Hauptinformationsquelle aktuell. Früher war es immer Twitter, dass ich viel auf Twitter geguckt habe. Aber LinkedIn, ich habe halt wahnsinnig viele Innovationsmanager. von Beruf- oder Innovationscoaches, die sehr aktiv Inhalte teilen auf LinkedIn. Das überrascht mich auch immer mehr. Das ist halt eine Hauptquelle. Ansonsten kennt man diese klassischen Medien, TechCrunch und all sowas gucke ich auch. Aber es ist halt auch immer eine Herausforderung, im Tagesgeschäft links und rechts zu gucken.
oft unter Geheimhaltung oder auch nicht. Es ist halt auch einfach spannend, was für Produkte wir im Kopf haben, die man auch teilweise nicht auf dem Schirm hat oder denen auch nicht zutraut oder von außen auch gar nicht sieht. Das ist, glaube ich, auch eine super spannende Quelle einfach im Vertrieb. Durch Vertrieb kann man auch wahnsinnig viel, kriegen wir wahnsinnig viele Infos.
Das darf man auch nicht unterschätzen. Gut, das heißt, man muss einfach dich regelmäßig mal betrunken machen und da so ein bisschen
Man kann ja auch ein paar Sachen erzählen, das würde jetzt wahrscheinlich zu weit führen.
Ich kann das schon verstehen, dass ihr natürlich da auch irgendwo gut an der Quelle der Inspiration sitzt.
Oder wo dann wirklich der Schuh drückt oder wo jetzt Produkte bedroht sind von neuen Entwicklungen. Das ist ja auch immer interessant, wie kurzfristig sowas auftreten kann oder auch nicht. Und wie Unternehmen darauf reagieren, ganz unterschiedlich halt.
Ja, das stimmt. Okay, dann stelle ich jetzt meine Abschlussfrage, die ich immer an diesem Punkt stelle. Hast du jemanden, den du gerne in einer späteren Folge hier im Podcast hören würdest?
Ich glaube, spontan würden mir gleich mehrere Leute einfallen.
Das ist auch okay. Also ich will die Namen nennen, oder? Also wenn du Namen hast, es wurden auch schon einfach Unternehmen gegründet.
Genau, weil wir die auch gut kennen, Welches Unternehmen finde ich super spannend? Das Audio Guide Me. Die kenne ich auch. Genau, Paul oder Christoph. Die werden bestimmt witzig und auch spannend. Was natürlich, was ich halt immer, aber das ist jetzt eher wahrscheinlich aus Phantom-Mind-Sicht interessant, ist immer die etablierten oder Familienunternehmen, wie die mit Digitalisierung umgehen. Das finde ich jetzt von der Pest ist für uns halt, weil es unsere Kunden sind. Superspannend. Hamburger Hochbahn wäre vielleicht auch mal, also wenn wir jetzt in Hamburg gucken, wird es super spannend. Ich weiß nicht, ob man den Vorstand, das ist wahrscheinlich schwierig zu kriegen, aber der Herr Falk ist halt sehr ambitioniert.
Und den finde ich auch interessant.
Ja, das klingt gut.
Stimmt, irgendwie so.
Und bei den Familienunternehmen, hast du da irgendetwas Spezielles im Sinn, oder? Gibt mir ein paar in Hamburg.
Ja, das gefällt. Ich meinte jetzt eher sowas wie, weiß ich nicht, aber es ist gar kein Familienunternehmen. Ich habe erst gedacht, so wie Edding in Arnsburg, aber Edding ist ja gar nicht Familienunternehmen. Da würde ich aber auch jemanden kennen, den kann ich dir da nochmal zuspielen. Ich meinte eher so, Hidden Champions ist glaube ich auch das falsche Begriff, aber eher so kleine, kleinere Unternehmen, die es irgendwie schon lange gibt, die eigentlich vielleicht ein analoges Produkt, komplett analoges Produkt eigentlich ursprünglich hatten und jetzt gucken müssen, wie kriege ich denn, was mache ich denn jetzt, bleibt das so? zum Beispiel, Edding ist ja zum Beispiel ein gutes Beispiel, die haben ja eigentlich komplett analoges Produkt.
Und wie kommt, was mache ich jetzt mit der Digitalisierung, jedenfalls wenn man es jetzt aufs Produkt bezieht, ist das ja nicht ganz trivial vielleicht.
Ja, Edding ist ein guter Punkt. Also ich werde mal gucken, wer mir da noch so einfällt. Also eine Geschichte in der Richtung haben wir tatsächlich schon. Ich habe den CTO von Wer liefert was? Den Felix Menden interviewt. Ich glaube, das war die dritte Folge, weil ich das richtig im Sinn habe, also schon momentär. Und also die sind vom Unternehmen her auch eine super spannende Geschichte, weil die über 80 Jahre alt sind und haben mal angefangen als Druckerei für den Messekatalog der Industriemesse Leipzig. Waren dann immer so ein Buch, hatten wirklich eigene Drucker ausgebildet, eigene Druckmaschinen im Keller stehen. Und heute ist es eine reine Online-Plattform. Und die haben mehrfach so Wellen der Digitalisierung durchgemacht und waren oft auch Vorreiter.
Also man verbindet die jetzt nicht irgendwo groß mit Innovation, aber die haben es halt mehrfach geschafft, sich diesem sicheren Untergang zu entziehen. Okay. Aber da gibt es sicherlich noch ein paar mehr. Ich werde da mal...
Ich meine jetzt auch kein Familienunternehmen, aber so Haufe Umantis, war ja, glaube ich, auch mal Verlag, jetzt auch komplett online. Solche Geschichten sind halt spannend.
Ja. Ja, guter Punkt. Ich werde da mal gucken.
Sehr gut.
Okay, dann bin ich soweit durch mit meinen Fragen. Ganz vielen Dank für deine Zeit. Gerne, gerne. Und dein Sissen. Also ich finde, es war wieder ein sehr spannendes Gespräch. Ja, ich werde alle Quellen, die wir so genannt haben, verlinken. Kann man finden auf wegederdigitalisierung.de. Das hier ist das 20. Interview. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Ja, vielen Dank.