E00212.07.201736 Min
Wie verändert die Digitalisierung unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft?
Im Gespräch: Susanne Draheim (CSTI)

Worum es geht
Susanne Draheim vom CSTI der HAW Hamburg erklärt, wie Digitalisierung Gesellschaft und Wirtschaft verändert.
Susanne Draheim leitet das Creative Space for Technical Innovations (CSTI) an der HAW Hamburg. Sie hat einen Hintergrund in Soziologie und war an der Technischen Hochschule Brandenburg tätig, bevor sie sich auf Mensch-Maschine-Interaktion und Smart Systems spezialisierte.
Das CSTI verbindet Technik, Design und Sozialwissenschaften. Es entwickelt Prototypen wie eine kontextsensitive Tasse oder einen Feedback-Handschuh für VR. Projekte entstehen meist in Zusammenarbeit mit Studierenden und werden später weiterentwickelt.
Digitalisierung wird als kultureller Wandel beschrieben, der Geschäftsmodelle, Alltag und Interaktion verändert. Beispiele sind die Krise der Lebensversicherung durch Flexibilisierung oder die Herausforderung von Unternehmen durch neue Technologien wie bei Kodak.
Das CSTI arbeitet nicht an direkten Lösungen, sondern sensibilisiert durch Workshops und Projekte. Es fördert reflektierte Entwicklung und kritische Auseinandersetzung mit Technologie, insbesondere mit Datenschutz und Autonomie.
Ursprüngliche Shownotes 12.07.2017
Unser zweiter Ausflug zum Verständnis der Digitalisierung führt mich zu Susanne Draheim, Leiterin des Creative Space der HAW Hamburg. Das CSTI ist eine Plattform für angewandte Forschung und Wissenstransfer im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion und Smart Systems, basierend auf interdisziplinären Ansätzen.
Links aus dem Interview
Webtipps
- Living Place Projekt
- 22 Thesen zur nächsten Gesellschaft
- Clayton Christensen: Disruptive Innovation
- Felix Stalder
- Danah Boyd
- Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft
Buchtipp
- Studien zur nächsten Gesellschaft
Dirk Baecker
Transkript
Nils: Ich bin heute zu Gast bei Susanne Draheim, Leiterin des Creative Space der HAW Hamburg.
Susanne: Ich bin Susanne Draheim und arbeite seit circa zwei Jahren an der HAW Hamburg und baue zusammen mit meinem Chef Kai von Luck das Creative Space for Technical Innovations auf, über das ich gleich noch mehr erzählen werde. Wie ich hier hergekommen bin, ist eine ziemlich lange Geschichte, die fast zehn Jahre zurückgeht. Ich habe als Soziologin in einem kleinen Fachbereich Informatik und Medien an der Technischen Hochschule in Brandenburg gearbeitet, um meine Promotion zu finanzieren, die mit Informatik und Technik nichts zu tun hatte, sondern eigentlich mit Hochschulreform und Hochschulentwicklung. Dort habe ich Studienreform-Projekte bearbeitet, den Bologna-Prozess begleitet und mir Projektstudien für Erstsemester in der Informatik ausgedacht.
Interessanterweise bin ich durch diese Arbeit, die etwas mit Informatik zu tun hatte, zur Informatik gekommen und habe festgestellt, dass es ein Bereich ist, der mich sehr interessiert. Auch wenn ich selber eigentlich nicht programmieren kann, habe ich trotzdem angefangen, mich für das Thema zu interessieren, und gemerkt, dass in der Welt etwas im Gange ist, was sehr viel mit Technik-Entwicklung zu tun hat.
Nach einem kleinen Umweg an die Uni Hamburg hat das dazu geführt, dass ich Lust hatte, hier an der HAW ein Abenteuer zu wagen und ein Laborprojekt mit anzustoßen. Unser Projekt läuft jetzt seit anderthalb Jahren und wird noch knapp zwei Jahre weiterlaufen. Und so lange haben wir Zeit, dieses Labor aufzubauen. Auf der einen Seite machen wir hauptsächlich Master-Ausbildungen, haben aber auch Ausläufer und Kooperation in die gesamte technische und informatische Fakultät hinein. Das heißt, wir arbeiten auch mit Mechatronikern, mit Maschinenbauern, auch ein bisschen mit Elektrotechnikern, denn das passt gut zu den Technologien und Themen, die wir hier haben.
Wir sind auch über die Technologien hinaus mit Menschen vernetzt, die gar nichts mit Technik zu tun haben, sondern eher Design und Konzepte schreiben oder sich theoretisch und kritisch mit Sozial- und Kulturwissenschaften beschäftigen. Neben der Ausbildung arbeiten wir auch mit Unternehmen und anderen Organisationen zusammen und sehen uns als eine Schnittstelle in der Metropolregion, um Projekte zu lancieren, welche die Digitalisierung begleiten und flankieren, etwas kritisch beäugen und vor allem praktisch einen Beitrag leisten. Wir reden auch darüber, aber vor allem machen wir. Wir bauen Prototypen. Wir probieren Sachen aus, die mit der Interaktion von Mensch und Computer in der neuen Form zu tun haben, sprich in der unsichtbaren Form oder einer Formfaktor-Form. Wir bauen auch Smart-Objects. Internet of Things spielt eine Rolle, doch hauptsächlich geht es um Interaktion.
Nils: Ich bin total gespannt. Ich denke, das ist auch für alle Zuhörer eine spannende Sache, wenn du von ein paar Projekten erzählst.
Was ist Digitalisierung?
Nils: Vorne weg noch eine Sache aus deiner Perspektive: Was ist Digitalisierung? Wo fängt sie an? Wo hört sie auf?
Susanne: Es ist momentan einer der ganz großen Begriffe, der versucht zu beschreiben, wie sich Gesellschaft weltweit verändert. Man muss tatsächlich sagen weltweit. Wir können das nicht alles durchdeklinieren, denn wir müssen sagen, dass wir in Westeuropa sind und einen entsprechenden Blick darauf haben. Aber ich glaube schon, dass es ein ganz riesiger Prozess ist, der mit dafür sorgt, dass technologisch und auch in der Art, wie wir zusammenarbeiten und leben, kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Vieles was wir seit 20, 30 Jahren für selbstverständlich gehalten haben, was bestimmte Sicherungen angeht, wird vielleicht so nicht mehr existieren. Und unter anderem ist das auch eine Folge von Digitalisierung.
Es heißt nicht, dass alles ganz toll wird durch Digitalisierung. Es wird vor allem anders. Es wird schneller, es werden neue Verbindungen gestiftet, die man vorher nicht absehen konnte, zwischen Technologien und der Objektwelt auf der einen Seite, aber auch für den Menschen, zwischen Menschen, zwischen Menschen und Computern, oder das, was wir bis vor Kurzem noch für Computer gehalten haben. Es entstehen völlig neue Produkte und auch ein völlig neues Denken über Produkte und darüber, wie gewirtschaftet wird. Daran hängen auch Geschäftsmodelle und Organisationsstrukturen in Unternehmen und nicht zuletzt verändert sich auch unser ganzer Alltag. Es ist tatsächlich ein großer Umbauprozess, der natürlich nicht sofort passiert. In gewisser Weise geht das alles sehr schnell und auch langsam, was es schwer macht, das Ganze zu beschreiben. Das klingt etwas mystisch. In der Gesamteinschätzung ist das meine Meinung.
Nils: Ich finde spannend, dass eines der ersten Worte „Kultur“ war, weil: Wenn man klassisch an Digitalisierung denkt, denken viele, es heißt, dass wir statt Faxe jetzt E-Mails senden. Doch tatsächlich ist es mehr ein kulturelles Thema und die Technik ist nur der Auslöser. Du hattest ein paar spannende Stichworte gesagt: Kulturwandel, Alltag, Objekte und Geschäftsmodelle, die sich verändern. Kannst du ein paar konkrete Beispiele aus deiner Erfahrung nennen, zum Beispiel ein Geschäftsmodell, dass sich durch Digitalisierung komplett umgekrempelt hat?
Susanne: Das ist schwer konkret zu sagen, weil wir noch in der Aufbauphase sind. Eines merken wir stark: Wir bekommen viel Besuch von unterschiedlichen Firmen aus ganz unterschiedlichen Branchen, die klein oder auch etwas größer sein können, und es stellt sich heraus, dass sie alle im Gespräch mit anderen Firmen und Zulieferern sind. Sie sind oft eingebunden in Konglomerate von anderen Firmen, in den Produktionsprozessen, in denen sie stecken. Dort sieht man, dass sich Geschäftsmodelle dahingehend verändern, dass man, wenn man erfolgreich ist, nicht mehr so weiter machen kann wie bisher. Denn auch als großes Unternehmen ist man umgeben von kleineren oder ganz jungen Unternehmen, die durch ihr Know-how im Bereich Technologie- oder Softwareentwicklung in der Lage sind, größere Firmen an die Wand zu stellen. Und die müssen dann etwas machen.
Es gibt das Beispiel Kodak, das mein Chef immer gerne verwendet. Die Erfinder der digitalen Fotografie, die lange Zeit sehr erfolgreich Marktführer waren, sind letztendlich durch die digitale Fotografie eingegangen, weil sie es nicht geschafft haben, etwas Anschlussfähiges für Consumer daraus zu machen.
Es gibt auch eine sehr einflussreiche Theorie von Clayton Christensen mit der digitalen Disruption, die total kritisiert und, wie ich eben erst gelesen habe, in der Masse von vielen als nicht haltbar angesehen wird. Trotzdem ist sie aber dahingehend richtig, dass sie dazu führt, dass viele große Unternehmen, die in der Vergangenheit viel geschafft haben, beunruhigt sind und sich momentan reflexhaft bewegen, weil sie wissen, sie müssen etwas machen. Denn es gibt so viele Beispiele, wo man sich nicht oder in die falsche Richtung bewegt hat und das zum Nachteil gereicht hat. Das Problem ist, dass nicht unbedingt etwas Gutes dabei herauskommen muss, wenn man nicht weiß, wo man sich hinbewegen soll. Diesen Problemkreis beobachten wir recht viel.
Zum Beispiel kommt eine Versicherung an, da sie ein Problem mit der Lebensversicherung haben, weil niemand sie mehr in der alten Weise haben möchte. Dann kann man ihnen sagen: „Das können wir verstehen. Das hat damit zu tun, dass sich die Lebensformen der Menschen sehr geändert haben. Eine Lebensversicherung passt zu stabilen Beschäftigungsstrukturen mit einer großen Planbarkeit im Lebenslauf. Wenn Leute plötzlich viel flexibler sein müssen, dann sehen sie nicht mehr ein, warum sie für ein solches Format viel Geld ausgeben müssen.“ Als Versicherung muss man sich fragen: Was mache ich mit dieser Flexibilisierung und was mache ich auf der anderen Seite damit, dass Leute durch neue Technologien in der Lage sind, ständig Anbieter-Vergleiche durchzuführen? Die Vertrauensbeziehung, die früher zwischen dem Vertreter, der durch die Lande streift, und dem Käufer gestiftet wurde, funktioniert heute nicht mehr.
Mir fallen gerade nur große Unternehmen ein, da die noch am ehesten die Möglichkeiten haben, etwas zu machen. Sie merken innerhalb ihres eigenen Organisationsprozesses, dass sie eigentlich ganz viel Potenzial verschenken. Sie haben zum Beispiel ganz viele Daten, Daten über Kunden, Daten über ihre Produkte und sie kriegen das nicht zusammen, weil die Daten in Silos gehalten werden. Sie wissen nicht, wie sie die Daten über die Kunden mit den Daten über die Prozesse und Verläufe zusammenbekommen und was sie damit machen könnten, wenn sie es täten. Das ist ein anderes Thema, was dazu führen könnte, dass daraus ein völlig neues Geschäftsmodell wird oder ein neuer Geschäftsbereich entsteht. Da kommen sie auch zu uns und fragen, was sie machen können, da wir diesen Bereich auch mit bewirtschaften.
Nils: Das finde ich sehr spannend. Das sind auch zwei super plakative Beispiele. Bei dem Fall der Versicherung handelt es sich um kulturellen Wandel. Die Gesellschaft wandelt sich. Im Prinzip wird das Geschäftsmodell, das über Jahrzehnte Bestand hatte, per se in Frage gestellt.
Susanne: Ja, ganz stark.
Nils: Das heißt, weil die Welt sich ein paar Jahrzehnte weitergedreht hat, müssen sie sich fragen, was es für sie bedeutet und ob sie noch eine Existenzberechtigung haben. Der andere Fall ist auf den ersten Blick ein reiner Fall der Digitalisierung von Prozessen und auf den zweiten Blick kann man dann sagen: „Jetzt, wo wir das geschafft haben, haben wir ein neues Asset geschaffen – und können wir daraus einen neuen Wert generieren?“
Susanne: Ja, genau.
Nils: Das sind die zwei Fälle, auf die ich im Gespräch immer wieder stoße. Das eine ist der Kulturwandel, der sich niederschlägt, und das andere ist eine reine Prozessumformung, indem Prozesse digital werden.
Susanne: Das ist nach innen gerichtet. Man merkt, dass man damit Dinge ganz anders anbieten könnte, wenn man ein bestimmtes Wissen hätte. Die Frage ist: Wie kann man das aus sich herausschöpfen. Das hat auch mit dem Big-Data-Hype zu tun. Was ist das überhaupt? Wenn man sich das genauer anschaut, merkt man, man hat ganz viele Daten, aber sind die gut genug? Dann stellen viele schnell fest, dass sie das nicht sind, und dann wird es richtig anstrengend. Das sind zwei Fälle, mit denen wir recht häufig zu tun haben.
Was macht das Creative Space?
Susanne: Jetzt habe ich noch gar nicht darüber geredet, was wir damit machen. Das sind erstmal Gespräche, die wir mit Unternehmen führen und eine unserer Aufgaben ist es, aus diesen Gesprächen Projekte zu machen. Wir versuchen den Unternehmen mit unserem kleinen Technologiepark, in Verbindung mit Methoden, die wir dazu anbieten, zu helfen, damit sie selber auf Ideen kommen, wie sie aus bestimmten Dilemmata einen ersten Schritt herausfinden. Wir sind ganz am Anfang unterwegs und versuchen, sie zu motivieren mit uns ein Projekt zu machen, was sie auf ihrem Weg ein Stück weiterbringt. Wir entwickeln mit ihnen keine neuen Produkte oder Dienstleistungen, aber wir versuchen Sensibilisierungsarbeit zu machen, und hoffen, dass sie selber ein Stück weiterkommen.
Nils: Das ist der Punkt, an dem wir ins Spiel kommen. [Anmerkung: Als Software-Entwickler von Lionizers]
Susanne: Genau, so ist das. (Beide lachen.)
Nils: So haben wir uns ja auch kennengelernt. Ich habe hier das Intro eurer Webseite völlig analog ausgedruckt. Wenn ich mir die Stichworte angucke: Plattform für angewandte Forschung, Bereich für Mensch-Maschine Interaktion, Smart Systems, Mechatronik, Design, Medien- und Kulturwissenschaften. Das sind die Punkte, die wir auch hatten. Erzähl doch ein paar Beispiele, was ihr hier konkret macht, damit sich die Hörer und Hörerinnen vorstellen können, wie man mit euch zusammenarbeiten kann!
Susanne: Soll ich etwas über konkrete Projekte erzählen, die wir gemacht haben? Die meisten Projekte, die wir momentan praktisch gemacht haben, sind noch studentische Projekte. Wir sind noch am Anfang und daher ist fast alles hier ein Master- oder Bachelor-Projekt oder im Rahmen von Master- und Bachelor-Projekten entstandene Prototypen, die jetzt im Rahmen der Zusammenarbeit mit Unternehmen oder anderen Organisationen weiterentwickelt werden können. Das ist erstmal das Fleisch, das wir angesammelt haben, um Leuten zu zeigen, was wir hier machen können, damit sie damit hinausgehen und es weiterentwickeln.
Die Brücke in die Forschung. Die ist meiner Meinung nach noch ein wichtiger Punkt. Die Ausbildung an der HAW ist das eine, aber der Versuch, darüber hinaus weiterzukommen und Drittmittel einzuwerben bei Forschungsinstitutionen wie dem Bundesministerium oder – wir hatten sogar versucht uns an einer Ausschreibung der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu beteiligen. Das ist der Versuch zu zeigen: Wir stehen auch noch auf einem anderen Bein und haben auch ein paar Doktoranden-Projekte.
Das eine Projekt beschäftigt sich mit unserer Infrastruktur. Das ist auch sehr unsichtbar, weil es in dem Bereich angesiedelt ist, wo wir unsere Studien der Interaktion von Mensch/Maschine machen würden. Das ist die Doktorarbeit von Tobias Eichler. Für die meisten Doktorarbeiten gilt, dass sie aus den Masterarbeiten heraus entwickelt werden. Er hat in seiner Masterarbeit die Infrastruktur, also unsere Middleware für dieses Labor, entwickelt. Er hat es am Beispiel vom Living Place, dem Smarthome, entwickelt und dann auf dieses Labor übertragen. Das Kernstück der Arbeit ist es, das wissenschaftlich weiterzuentwickeln und auszuwerten: Wie nutzen die Studierenden und alle anderen, die hier arbeiten, diese Infrastruktur?
Wir haben noch ein relativ neues Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung Forschung, das läuft überwiegend im Living Place, aber es wird auch im CSTI mit vorangetrieben. Das heißt „SMILE“ und es geht um Smart Environments und die Sensibilisierung von Schülerinnen für das Informatikstudium oder überhaupt für das Thema Informatik. Durch Kursangebote – ähnlich wie das, was wir hier machen, nur bezogen auf die Schülerinnen-Zielgruppe – sollen sie sensibilisiert werden, dann später Informatik studieren zu wollen. Eine etwas klassische oder unklassische MINT-Förderung. Sie ist insofern unklassisch, dass andere Themen hineingebracht werden, aber es ist trotzdem ganz klassisch, dass man weiterhin versucht über 15, 20 Prozent Frauenanteil in den Informatikstudiengängen zu bekommen. Wir hoffen, dass dabei wissenschaftlich etwas rüberkommt, was wir hier nutzen können. Wir versuchen unseren Beitrag zu leisten, dass die Wissensentwicklung weitergeht und wir nicht nur Technik machen, sondern darüber hinauskommen.
Unser Konzept ist es, Projekte, wie auch die Doktorarbeit von Tobias Eichler, so nachhaltig wie möglich zu entwickeln. Das heißt, wir bauen Prototypen modul- und komponentenhaft, die potenziell weiterentwickelt werden können, und man Aspekte weiterentwickeln kann, wenn es eine Kooperation mit Unternehmen gibt.
Wir haben eine Studienarbeit in der Mechatronik, die eine kontext-sensitive Tasse entwickelt hat, die jetzt auch weiterentwickelt wird. Es geht darum, zu gucken, wie kann man ein sogenanntes „selbstauskunftsfähiges“ Objekt in einem Arbeitsumfeld bauen kann, was in der Lage ist, mit seinem Benutzer zu interagieren. Es ist erstmal eine Tasse mit einem Unterboden, in dem eine Menge verschiedene Sensorik und Aktorik verbaut ist. Am Anfang haben wir über Wünsch-dir-was gesprochen. Was sollte eine tolle Tasse alles können? Wir haben uns an ein Projekt angelehnt, was am KIT in Karlsruhe vor fast 20 Jahren analog entwickelt worden ist. Mittlerweile gibt es fast zehn wissenschaftliche Tassen-Projekte. Das zeigt, dass es ein interessantes Thema ist. Man kann an diesem Beispiel ausprobieren: Was ist, wenn ich eine Tasse habe und die Tasse weiß und zeigt, was in ihr drin ist und wie heiß das ist? In Bezug auf den Besitzer, die wievielte Tasse Kaffee man getrunken hat oder gerade trinkt. Oder die sich auch im Raum selber auskennt, also weiß, ob sie auf dem Tisch steht, ob sie getragen wird oder ob andere Tassen in der Nähe sind.
Im Arbeitskontext hatten wir die Idee, es könnte lustig sein, wenn sich drei Tassen auf dem Tisch treffen und sie sehen können, dass es kein Zufall sein kann, wenn sie schon zu dritt sind, und erkennen es ist ein Meeting. Dann stellen sie die Telefone der Benutzer, mit denen sie auch vernetzt sind, auf Standby, denn wenn sie reden, müssen sie nicht gestört werden. Eine Tasse, die eventuell für den Besitzer Entscheidungen trifft.
Das Projekt ist erstmal eine Fingerübung und noch nicht mal eine halbe Bachelor-Arbeit, aber es geht erst einmal darum, diese Idee ganz groß zu machen, um dann ein kleines Stück zu bauen, das dann mit möglichst unterschiedlichen Leute zu diskutieren und dann gibt es eine Menge Kritik. Was ist mit Sicherheit und warum muss die Tasse mit Smartphones vernetzt sein? Ist das nicht ein Einfallstor für Angriffe oder ein Angriff auf die Autonomie des Benutzers? Möchte er das haben oder kann er das ausschalten? Ist es im Arbeitskontext eine Überwachungsmaßnahme? Man kann ganz viele kritische Fragen stellen, die auch alle mit aufgenommen werden.
Der Joschka, der diese Tasse in der ersten Ausbaustufe gemacht hat, hat sich das alles sehr gut angehört und eingebaut. Es ist eine schöne Arbeit geworden und jetzt gibt es einen weitere Mechatronik-Studierenden, der seine Bachelor-Arbeit darauf aufsetzt und die Tasse weiterentwickelt. Er wird an bestimmten losen Enden, an denen Sachen nicht oder nicht besonders gut realisiert werden konnten, ansetzen und wird es weiterentwickeln. Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten. Die Mechatroniker sind eher auf der Hardwareebene und versuchen, dass der Prototyp Stabilität bekommt. Sie beschäftigen sich intensiv mit 3D-Druck und Materialien. Zum Beispiel: Wie kann man ein Projekt bauen, damit es eine bestimmte Stabilität bekommt? Weil der zweite Prototyp nicht sofort wieder auseinander fallen muss, sondern der kann gerne eine Weile leben.
Unser Ansatz ist, dass man mit den ersten Ideen ganz viele Anschlussstellen schafft, die dann lange weiterentwickelt werden können. Das Tassenprojekt passt gut zu dem anderen Mechatroniker Projekt. Dort haben wir ein Feedback-Handschuh entwickelt für VR-Anwendung. Ein großes Thema, das wir hier bearbeiten, ist VR-Interaktion. Momentan haben wir drei oder vier verschiedene Bachelor- und Master-Projekte. Das war ein Bachelor-Projekt von Hendrik, der unser Praktikant geworden ist. Er hat versucht eine Konstruktion zu machen. Man hat einen Handschuh an und auf diesem Handschuh ist eine 3D-gedrucke Konstruktion mit einem Servomotor, der einem Feedback gibt, wenn man eine Brille aufhat und versucht in der VR-Situation, was anzufassen.
Wie er es realisiert hat, ist genau andersrum als in der Realität, weil wenn man etwas anfasst, bekommt man über die Fingerkuppen oder die Greifbewegung Feedback. Bei ihm bekommt man einen kleinen Zug. Es geht also in die andere Richtung. Das wurde bereits kritisiert, aber es funktioniert trotzdem gut. Das hat er gut umgesetzt und man kann es mittlerweile auch gut tragen. Am Ende hat er viel mit den verschiedenen Materialien im 3D-Druck experimentiert. Er hat es in Nylon gedruckt, einem Material, das auch flexibel ist. Mittlerweile drucken sie Holz und es wird immer wilder. Es ist wirklich lustig. Sie haben richtige Materialkunde gemacht. Wir haben jetzt mehrere 3D-Drucker, deswegen kann man einiges ausprobieren.
Das ist ein anderes Projekt, in dem meiner Meinung nach viel drinsteckt. Die Arbeit wurde jetzt verteidigt und das ist auch wirklich super gelaufen. Es gibt jetzt schon zwei Nachfolge-Projekt, wo jemand es andersherum realisieren wird. Er hat eine kontra-intuitive Konstruktion gebaut und jetzt soll eine intuitivere Handschuhkonstruktion gebaut werden oder eine, die sich mit anderen Materialien beschäftigt. Wir haben dieses größere Thema, Feedback im VR, und das wird von allen möglichen Seiten bespielt. Möglicherweise kommt danach eine Masterarbeit, wenn das jemand weitermachen will oder es kommt ein Projekt von außen. So werden die Projekte Stück für Stück weiter aufgesetzt.
Nils: Ja, spannend. Wenn ich das richtig weiß, kann man euch besuchen.
Susanne: Ja.
Nils: Ich denke, für alle, die zuhören und es spannend finden, ist es eine Reise wert in die HAW.
Susanne: Genau, wir sind offen für Führungen für alle möglichen Gruppen. Wir hatten hier schon alle möglichen Sorten von Schülerinnen und Schülern. Ab der 8. Klassenstufe macht es Sinn vorbeizukommen. Besser ist 10. und aufwärts, aber wir hatten schon eine 8. Klasse. Wir haben auch Führungen für Journalisten oder Rotarier gemacht. Alle, die interessiert und offen für das Thema sind, können wir bis zu 1,5 Stunden bespielen und können auch Workshops machen. Dafür sind wir da. Wir haben begrenzte Kapazitäten, da wir bislang nicht besonders groß sind, aber es gibt keine Einschränkung, dass wir für irgendwen per se nicht da wären.
Was ist das größte Problem, was ihr im Zuge der Digitalisierung für euch lösen werdet?
Nils: Dann kommen wir zu den Abschlussfragen. Was ist das größte Problem, was ihr im Zuge der Digitalisierung konkret für euch lösen werdet?
Susanne: Das Problem zu lösen, ist für mich ein Knackpunkt. Ich bin mir nicht sicher, wie weit wir zur Problemlösung beitragen. Momentan machen wir hauptsächlich Sensibilisierung. Auf der einen Seite bilden wir Leute aus, von denen wir hoffen, dass sie später in Unternehmen gehen und da auf eine produktive und reflektierte Weise mitgestalten. Das ist das größte Ziel. Auf der anderen Seite, wenn es um die Gesellschaft und Unternehmen geht, können wir zur Sensibilisierung für Digitalisierung und Algorithmisierung beitragen und hoffen, dass wir sie auf dem Weg ein Stück begleiten.
Zur Zeit ist das mit den Lösungen das Problem. Vorher hatten wir schon angesprochen, das nicht klar ist, was die genaue Marschrichtung ist. Und vielleicht ist das auch die größte Erkenntnis, dass es die vielleicht auch gar nicht gibt. Sondern es gibt diesen Prozess der Digitalisierung und Algorithmisierung. Je nachdem, wo man hinschaut sieht es sehr unterschiedlich aus. Man merkt nur, es geht in die Richtung. Man muss versuchen, die Nerven zu behalten, mitzumachen und dabei möglichst verantwortungsbewusst heranzugehen, aber die Lösung von Problemen ist so eine Sache. Ich glaube man kann in kleinen Schritten Problemlösung erreichen, aber das größte Problem scheint mir zu sein, dass das Ganze überschätzt wird und man glaubt, man könnte den großen Wurf machen. Doch das ist nicht der Fall. Man muss vorsichtig sein. Es ist eher ein Tasten: Wo geht es hin? Wenn man merkt, es geht in eine Richtung, wo man als Gesellschaft oder Unternehmen nicht hinsollte, dann vielleicht auch lieber nicht. Soweit bin ich noch Gesellschaftswissenschaftlerin, dass ich vorsichtig sagen würde, man muss auch nicht alles machen. Mein Chef ist gerne rustikaler und sagt: „Wir machen das, weil wir es können.“ Das gilt natürlich in diesem geschützten Raum, und das finde ich auch gut. Aber wenn man damit hinausgeht, muss man weiter sein und wissen, warum man das machen sollte, und sonst lieber nicht.
Ich mache mir manchmal auch Sorgen, wenn junge Unternehmen nassforsch daherkommen und einen Stein ins Wasser schmeißen, ohne darüber nachzudenken, was das bedeuten könnte. Da bin ich schon etwas älter und denke mir manchmal: Huhuhu, da mach ich mir Sorgen. Das heißt, wir sind eher die Politik der kleinen Schritte und versuchen die Leute abzuholen, wo sie sind, und ihnen zu erklären, wo sie sich aus unserer Sicht befinden. Das kann schon helfen, weil viele verunsichert sind und sich irgendwohin entwickeln wollen, aber man zuerst eine Standortbeschreibung machen muss.
Hilfreiche Quellen zum Thema Digitalisierung
Nils: Wenn du jemandem, der sich über Digitalisierung weiterbilden möchte, eine Quelle empfehlen sollst, was würdest du als ersten Anlaufpunkt nennen?
Susanne: Gar nicht so einfach. Ich finde die 22 Thesen von Dirk Becker zur nächsten Gesellschaft schön. Die basieren auf seinem Buch, Studien zur nächsten Gesellschaft, was schon zehn Jahre alt ist. Diese Thesen finden sich auch im Internet. Es ist ein Blog, den er immer weiter entwickelt – auch auf die Response von Leuten, die seine Sachen lesen. Das finde ich als gesellschaftstheoretischen Überbau sehr schön. Das geht für mich als Soziologin am ehesten in die Richtung, in die es sich momentan hinbewegt. Die beiden Sachen finde ich sehr hilfreich, wenn man anfängt sich einzulesen in die Materie. Gerade bei Felix Stalder geht es unter anderem um die Unterscheidung von Digitalisierung und Algorithmisierung, die sehr wichtig ist. Das wird oft in einen großen Topf geschmissen, wobei man letztendlich doch unterscheiden muss zwischen der Übertragung von analogen Prozessen ins Digitale, was die Voraussetzung für Algorithmisierung darstellt, zumeist aber selbst als Digitalisierung benannt wird.
Nils: Ich werde das verlinken. Letzte Frage: Wen würdest du gerne in einer späteren Episode dieses Podcasts hören?
Susanne: Es gibt tatsächlich jemanden, den ich großartig finde. Ich weiß nicht, wie realistisch das ist. Das ist Danah Boyd. Das ist eine amerikanische Sozialforscherin. Sie hat als Informatikerin angefangen und hat sich dann mit ihrer Dissertationen in Richtung Soziologie entwickelt. Auf der einen Seite arbeitet sie als Senior-Researcherin bei Microsoft und auf der anderen Seite hat sie ein Associate Professorship an der New York University und ist vor allem Gründerin von einem Think Tank. Der heißt „Data and Society“ und die machen ganz spannende Sachen. Es ist vergleichbar mit dem, was das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) in Berlin macht. Danah Boyd versucht, durch kritische Forschung und kritische Einwürfe diesen Digitalisierungsprozess zu begleiten. Sie beschäftigt sich auch sehr viel mit der Datafizierung der Gesellschaft und den neuen Ungleichheitsproduktionen, die daraus erwachsen, insbesondere für Minderheiten. Ich finde sehr gut, was sie macht. Ich glaube nicht, dass es gelingen wird, weil sie vor ein paar Monaten ihr drittes Kind bekommen hat. Ich beobachte sie jetzt seit zehn Jahren. Sie hat als Bloggerin angefangen und als Social Media hochging, war sie eine der ersten, die es auf eine tolle Weise beschrieben und auch ethnografisch intensiv beforscht hat. Sie ist für mich jemand, der eine Menge weiß und nahe dran ist, an dem was passiert.
Nils: Ok, sehr spannend. Zumindest werden wir spannende Quellen verlinken können, aber wer weiß, falls ich mal wieder in New York bin…
Nils: Das war unser heutiges Interview mit Susanne Draheim vom Creative Space der HAW Hamburg. Vielen Dank für das Gespräch, Susanne.
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Wege der Digitalisierung. Wir finden heraus, was Digitalisierung ist. Heute geht es zu unserem zweiten Interview. Ich bin zu Gast bei Susanne Draheim, Mitleiterin des Creative Space der HAW Hamburg. Der Creative Space ist eine Plattform, der Wissenschaft und Forschung zusammen mit der Industrie bringen soll, wo es um Bereiche Mensch-Maschine-Interaktion und Smart Systems geht. Das Ganze ist sehr spannend. Wir sind hier vor einer Weile eingeladen worden und haben uns das schon angeschaut. Es gibt hier unterschiedlichste Technologien, die man nutzen kann, um einfach zu testen. Das Ganze ist spannend für Firmen. Das Creative Space macht auch Forschungsprojekte, forscht selber auch sehr stark in dem Bereich, gerade, wie gesagt, Mensch-Maschine-Interaktion. Es gibt das Living Place Projekt, das an der HAW gelaufen ist und schon so ein bisschen Publicity bekommen hat.
Und ich bin sehr gespannt, was Susanne uns heute erzählen wird, was Digitalisierung aus ihrer Sicht ist, weil der Creative Space meiner Meinung nach ganz vorne dabei ist, die Technologien zu erproben. Ich freue mich aufs Interview, viel Spaß beim Zuhören.
Ich bin Susanne Drahheim und arbeite jetzt seit ungefähr zwei Jahren hier an der HAW Hamburg und baue hier das zusammen mit meinem Chef Kai von Luck das Creative Space for Technical Innovations auf. Darüber hätte ich wahrscheinlich gleich noch ein bisschen was zu sagen, genau wie ich hierher gekommen bin. Eigentlich eine ziemlich lange Geschichte, die eigentlich schon, ich glaube, fast zehn Jahre oder so zurückgeht, dass ich nämlich eigentlich als Soziologin in einem kleinen Fachbereich Informatik und Medien an der Technischen Hochschule in Brandenburg gearbeitet habe, um meine Promotion zu finanzieren, die eigentlich überhaupt nichts zu tun hatte mit Informatik und Technik, sondern eigentlich was mit Hochschulreform und Hochschulentwicklung.
Interessanterweise habe ich aber eigentlich durch diese Arbeit dort, also da habe ich Studienreformprojekte bearbeitet, den Bologna-Prozess begleitet, Projektstudium für Erstsemester in der Informatik mir ausgedacht, Also lauter so Sachen, die irgendwas mit Informatik zu tun hatten, aber eigentlich nicht mit Technik gemacht. Und da bin ich irgendwie zur Informatik gekommen und habe festgestellt, das ist ein Bereich, der mich sehr interessiert. Auch wenn ich selber eigentlich nicht programmieren kann. So habe ich aber trotzdem angefangen, mich für das Thema zu interessieren und auch gemerkt, dass da was in Gange ist eigentlich so in der Welt, was sehr viel mit Technikentwicklung zu tun hat. Und das hat dann nach einem kleinen Umweg an die Uni Hamburg letztendlich dazu geführt, dass ich Lust hatte, hier an der HAW so ein Abenteuer zu wagen und so ein Laborprojekt mit anzustoßen.
Und ja, unser Projekt läuft jetzt seit anderthalb Jahren und wird noch knapp zwei Jahre weiterlaufen. Und in dieser Zeit haben wir Zeit, dieses Labor hier aufzubauen. Also wir machen auf der einen Seite hauptsächlich Masterausbildung in den Informatiken, aber auch haben Ausläufer und Kooperationen in die gesamte technische und informatische Fakultät hinein. Das heißt, wir arbeiten auch mit Mechatronikern zusammen, mit Maschinenbauern, auch ein bisschen mit Elektrotechnikern. Das passt auch ganz gut zu unseren ganzen Technologien und Themen, die wir hier haben. Und wir sind vor allen Dingen aber auch über die Technologien oder Technik hinaus mit Menschen vernetzt, die gar nichts erstmal mit Technik zu tun haben, sondern eher Designen oder auch Konzepte schreiben.
oder sich theoretisch mit den Sachen beschäftigen oder kritisch, also mit den Sozial- und Kulturwissenschaften. Und was wir hier machen, ist neben der Ausbildung eben auch sozusagen mit Unternehmen zusammenzuarbeiten und mit anderen Organisationen. Und wir sehen uns so ein bisschen auch als so eine Schnittstelle halt in die Stadt hinein, in die Metropolregion, um quasi Projekte zu lancieren, die die Digitalisierung auch begleiten und flankieren, so ein bisschen kritisch beäugen, aber vor allen Dingen ganz praktisch eigentlich einen Beitrag leisten. Also wir reden natürlich auch darüber, aber vor allen Dingen machen wir. Wir bauen hier halt Prototypen, wir probieren Sachen aus und die haben alle irgendwie was zu tun mit der Interaktion von Mensch und Computer in der neuen Form.
Also das heißt zum Beispiel in einer unsichtbaren Form oder in einer völlig neuen Formfaktorform. Das hat dann wieder vielleicht ein bisschen was mit eurem Thema auch zu tun. Also wir bauen auch Smart Objects, Internet of Things spielt eine Rolle. Ja und vor allen Dingen aber Interaktion eigentlich.
Bin ich total gespannt. Ich denke, das ist auch für alle, die zuhören, eine spannende Sache, wenn du gleich einfach von ein paar dieser Projekte erzählst, was ihr so macht. Aber vielleicht vorweg aus deiner Perspektive, was ist Digitalisierung? Wo fängt sie an? Wo hört sie auf?
Ja, es ist halt momentan, glaube ich, so eines der ganz großen, oder einer der ganz, ganz großen Begriffe, der irgendwie versucht zu beschreiben, wie sich gerade tatsächlich Gesellschaft weltweit verändert. Also das ist, glaube ich, wirklich tatsächlich, muss man sagen, weltweit. Also das können wir jetzt nicht für alles durchdeklinieren, weil wir sind ja in Westeuropa und haben so bestimmte entsprechende Blick darauf. Aber ich glaube schon, dass es einfach ein ganz großer, riesiger Prozess ist, der am Ende mit dafür sorgt, dass eigentlich, wenn es so kommt, wie wir momentan denken, eigentlich technologisch und auch vielleicht von der Art, wie wir zusammenarbeiten werden und wie wir leben werden, eigentlich kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.
Also das kann auf jeden Fall dabei rauskommen und dass vieles, was wir so, glaube ich, seit 20, 30 Jahren für relativ selbstverständlich gehalten haben, also auch was bestimmte Sicherungen angeht, vielleicht so nicht mehr existieren werden. Und das ist auch unter anderem eine Folge von Digitalisierung sein kann. Also es heißt nicht nur, dass alles ganz toll wird durch Digitalisierung, es wird vor allen Dingen anders. Es wird schneller, es werden plötzlich neue Verbindungen gestiftet, die man vorher so gar nicht absehen konnte, zwischen Technologien und der Objektwelt auf der einen Seite, aber auch den Menschen, zwischen Menschen, zwischen Menschen und Computern oder das, was wir bis vor kurzem noch für Computer gehalten haben.
Ja, es entstehen völlig neue Produkte, es entstehen völlig neues Denken über Produkte und völlig neues Denken darüber, wie überhaupt gewirtschaftet wird. Also es hängen auch Geschäftsmodelle da dran und Organisationsstrukturen in Unternehmen. Ja, und nicht zuletzt auch unser ganzer Alltag verändert sich. Also es ist tatsächlich so ein großer Umbauprozess und der passiert natürlich nicht sofort. Und das geht alles schon in gewisser Weise schnell und gleichzeitig auch ganz langsam. Und das macht es halt auch so schwer, das zu beschreiben. Genau, das klingt jetzt irgendwie etwas, wie soll ich sagen, mystisch schon fast. Aber ja, von der Gesamteinschätzung ist das eigentlich meine Meinung, dass das so aussieht.
Ja, finde ich spannend, dass du, dass im Prinzip eines der ersten Worte Kultur war. Weil wenn man so klassisch an Digitalisierung denkt, denken viele halt nach wie vor, dass es irgendwie heißt, dass wir keine Faxe mehr senden, sondern jetzt E-Mails. Aber es ist tatsächlich eher ein kulturelles Thema. Die Technik ist eigentlich nur der Auslöser. Und du hattest ein paar spannende Stichworte gesagt. Kulturwandel, Alltag, Objekte, die sich verändern, Geschäftsmodelle, die sich verändern. Kannst du da mal ein paar konkrete Beispiele aus deiner Erfahrung heraus nennen? Also zum Beispiel so ein Geschäftsmodell, das sich durch Digitalisierung komplett umgekrempelt hat?
Ja, das ist natürlich schwer, jetzt so ganz konkret zu sagen, weil wir hier momentan, glaube ich, noch so sehr in der Aufbaufase sind. Also was wir ganz stark merken ist, dass wir Besuch, wir kriegen recht viel Besuch von Firmen ganz unterschiedlicher Art, also aus ganz unterschiedlichen Branchen. Und die sind auch teilweise, sind die klein und manche sind auch ein bisschen größer. Und es stellt sich aber heraus, dass sie alle sozusagen, sie selber sind dann oft wieder im Gespräch mit anderen Firmen und Zulieferern und so weiter. Also sie sind ja oft eingebunden in große, wie soll man sagen, wiederum Konglomerate von anderen Firmen in den Produktionsprozessen, in denen sie stecken. Und da sieht man halt schon, dass sich eben Geschäftsmodelle dahingehend verändern, dass man merkt, man kann einfach auch, wenn man erfolgreich ist, oder gerade vielleicht auch, wenn man erfolgreich ist, nicht einfach so weitermachen wie bisher.
Weil man sozusagen umgeben ist, also auch als großes Unternehmen von kleineren oder vielleicht sogar ganz jungen Unternehmen, die sozusagen in der Lage sind, zum Teil durch ihr Know-how im Bereich Technologieentwicklung oder auch gerade Softwareentwicklung, insbesondere so, wenn es irgendwie so um ganz, ganz junge Technologien geht, sind sie dann in der Lage, vielleicht plötzlich da zu stehen und zu sehen, oh, sie werden eigentlich an die Wand gestellt. Das heißt, sie müssen was machen. Und da gibt es dann immer diese furchtbaren Beispiele, so wie, ich sage nur, Beispiel Kodak. Das ist ein Beispiel, was mein Chef immer gerne verwendet. Also die Erfinder der Digitalfotografie, die also sehr, sehr erfolgreich waren, lange Zeit, und irgendwie Marktführer und alles Mögliche, die dann plötzlich selber durch die Digitalfotografie eingegangen sind, weil sie eigentlich nicht wirklich es geschafft haben, daraus das zu machen, was dann sozusagen gesellschaftlich oder auch für alle Konsumer anschlussfähig war.
Ob das nun irgendwie anders gegangen wäre, das weiß man gar nicht, aber es gibt dazu ja auch so eine Theorie, also was heißt so eine Theorie, eine sehr einflussreiche Theorie von Clayton Christensen mit der digitalen Disruption. Die wird auch total kritisiert und ich habe gerade wieder gelesen, dass sie eigentlich mittlerweile auch von vielen für nicht haltbar in der Masse gehalten wird, Aber trotzdem ist sie ja insofern richtig, dass sie dazu führt, dass viele große Unternehmen, die sozusagen schon viel geschafft haben in der Vergangenheit, sehr beunruhigt sind und sich bewegen. Also momentan auch zum Teil sehr, wie soll man sagen, schon fast reflexhaft bewegen. Einfach nur, weil sie wissen, sie müssen was machen.
Weil es so viele Beispiele gibt dafür, wo man sich offenbar nicht bewegt hat oder in die falsche Richtung. Und dann hat das dann zum Nachteil gereicht. Das Problem ist halt nur, wenn man nicht genau weiß, wo man sich hinbewegen soll, dann muss nicht unbedingt was Gutes dabei rauskommen. Genau, und das ist so ein, also diesen Problemkreis, das beobachten wir recht viel. Also dass zum Beispiel eine Versicherung ankommt und sagt, ja, wir haben ein Problem mit der Lebensversicherung, weil das möchte irgendwie keiner mehr so richtig. Oder jedenfalls nicht mehr in der alten Weise. Und da kann man ihnen dann sagen, ja, das können wir verstehen. Das hat auch was damit zu tun, dass sich die Lebensformen der Menschen sehr geändert haben.
Eine Lebensversicherung passt halt zu stabilen Beschäftigungsstrukturen, wo man eine große Planbarkeit hat im Lebenslauf. Wenn Leute plötzlich viel flexibler sein müssen, dann sehen sie auch vielleicht nicht mehr ein, warum sie so viel Geld für so ein Format ausgeben sollen. Da muss man sich natürlich als Versicherung fragen, was mache ich denn damit, mit dieser Flexibilisierung? Und was mache ich auf der anderen Seite damit, dass Leute sowieso plötzlich durch neue Technologien in der Lage sind, ständig irgendwelche Anbietervergleiche durchzuführen und dass diese ganzen Vertrauensbeziehungen, die früher noch mit dem Vertreter und dem Köfferchen, der durch die Lande reiste und so weiter, gestiftet wurden, dass das heute so irgendwie nicht mehr funktioniert.
Also was macht man eigentlich damit? So, das ist so ein Beispiel, ein Beispiel, was wir kürzlich hatten. Ein anderes Beispiel ist, dass viele, das sind alles große Unternehmen, die mir jetzt da gerade einfallen, weil die natürlich auch vielleicht noch am ehesten die Möglichkeit haben, was zu machen. Ja, die haben sozusagen innerhalb ihrer eigenen Organisationsprozesse, merken sie, dass sie eigentlich ganz viel Potenzial verschenken. Also sie haben zum Beispiel ganz viele Daten. Sie haben Daten über Kunden, sie haben Daten über ihre Produkte und sie kriegen das zum Teil alles nicht zusammen, weil diese Daten in Silos gehalten werden oder so zum Beispiel. Also weil sie einfach nicht wissen, wie können wir jetzt die Daten über die Kunden, mit den Daten über die bestimmte Prozesse und auch sozusagen Verläufe, wie können wir die zusammenbekommen und was können wir denn eigentlich damit machen, wenn wir das denn tun würden.
Das ist so ein anderes Thema. Das wiederum könnte dazu führen, dass daraus ein völlig neues Geschäftsmodell auch wird oder zum Teil ein neues Geschäftsmodell sich andeutet oder irgendwie ein Geschäftsbereich entsteht oder sowas. Da kommen die dann auch zu uns und fragen uns, was könnte man denn da zum Beispiel machen. Das ist auch ein Bereich, den wir hier so ein bisschen mit bewirtschaften.
Ja, finde ich total spannend. Ich finde, das sind auch zwei super plakative Beispiele, weil der Fall der Versicherung, das ist ja im Prinzip so kultureller Wandel, die Gesellschaft wandelt sich, das heißt im Prinzip wird das Geschäftsmodell, das über Jahrzehnte Bestand hatte, einfach per se in Frage gestellt. Ja, ganz stark. das geschafft haben, haben wir aber auf einmal, wenn man so will, ein neues Asset geschaffen und können wir daraus einen neuen Wert generieren. Ja, sind das so die zwei Fälle, auf die ich auch immer wieder stoße, wenn ich mit Leuten rede. Das eine der Kulturwandel ist, der sich irgendwo niederschlägt und dass das andere eine reine Prozess Umformung ist. Dass Prozesse digital werden.
Und das ist dann sozusagen nach innen gerichtet, dass man halt irgendwie Man kann eigentlich damit plötzlich, wie soll man sagen, Dinge nochmal ganz anders anbieten, wenn man so ein bestimmtes Wissen hätte. Nur die Frage ist dann halt sehr stark, wie kann man das überhaupt aus sich heraus schöpfen. Das hat natürlich auch wieder mit diesem Big-Data-Hype zu tun, dass dann irgendwie überall durch die Welt geistert, oh mit Big-Data, also erstmal, was ist das überhaupt? Und wenn man sich das dann genauer anschaut, dann merkt man erstmal, oh wir haben ganz viele Daten, aber sind die denn überhaupt gut genug? Und dann stellen viele ganz schnell fest, nee, eigentlich nicht. Und dann wird es richtig anstrengend, weil dann müssen sie nämlich tatsächlich anfangen.
Also das sind, glaube ich, so zwei Fälle, mit denen wir recht häufig zu tun haben, wo es natürlich jetzt noch gar nicht, jetzt habe ich noch gar nicht darüber geredet, was wir jetzt eigentlich damit machen. Weil das sind jetzt erstmal so Gespräche, die wir hier mit Unternehmen führen. Und das ist ja auch eine unserer Aufgaben, dann eigentlich aus diesen Gesprächen dann irgendwann Projekte zu machen. dass wir da nämlich sozusagen versuchen, den Unternehmen irgendwie zu helfen, dass sie selber über das, was wir hier ihnen anbieten können, also unseren kleinen Technologiepark sozusagen in Verbindung mit Methoden, die wir dazu anbieten, selber auf Ideen zu kommen, wie sie aus bestimmten Dilemmata irgendwie einen ersten Schritt rausfinden.
Also wir sind ja da sozusagen ganz am Anfang immer unterwegs und versuchen, die einfach sozusagen zu motivieren, ein Projekt zu machen hier mit uns, was sie dann so ein Stück weiter bringt auf ihrem Weg in diese Richtung. Was wir ja nicht machen, ist dann mit ihnen gleich neue Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Das können wir hier eigentlich überhaupt nicht leisten. Aber wir versuchen halt Sensibilisierungsarbeit zu machen. Und dann hoffen wir, dass sie dann selber ein Stück weiter kommen.
Das ist der Punkt, an den wir dann ins Spiel kommen.
Genau, so ist das. So haben wir uns ja auch kennengelernt. Ja, ganz genau.
Ich habe hier mal eure Intro von der Webseite völlig analog ausgedruckt.
Ja, kein Problem.
Wenn ich da so die Stichworte mir angucke, Plattform für angewandte Forschung, Bereich Mensch-Maschine-Interaktion, Smart Systems, Mechatronik, Design, Medien- und Kulturwissenschaften, das sind genau die ganzen Punkte, die wir im Prinzip auch hatten. Und dann erzähl doch einfach mal so ein paar Beispiele, was ihr hier konkret macht, was sich die Hörerinnen und Hörer vorstellen können. Wie könnte man mit euch zusammenarbeiten?
Also jetzt sollte ich ein bisschen was über konkrete Projekte, die wir gemacht haben, erzählen. Weil die meisten Sachen, die wir momentan praktisch gemacht haben, sind halt eigentlich noch studentische Projekte. Wir haben, gerade weil wir ja noch so am Anfang sind, sind wir eigentlich so vorgegangen, dass das, was man hier so sieht an Prototypen, das sind eigentlich fast alles Master- und Bachelor-Projekte. also oder im Rahmen von Master- und Bachelorprojekten entstandene Prototypen, die jetzt natürlich weiterentwickelt werden können im Rahmen der Zusammenarbeit mit Unternehmen oder irgendwelchen anderen Organisationen. Aber das ist erstmal sozusagen so ein bisschen das Fleisch, was wir jetzt angesammelt haben, um auch Leuten zu zeigen, das können wir ungefähr machen.
Also das ist das, was hier geht und damit könnt ihr dann wieder rausgehen und das weiterentwickeln. Genau. Ja, und vielleicht noch sozusagen zur Brücke in die Forschung. Das ist vielleicht, denke ich, auch noch ein wichtiger Punkt. Die Ausbildung hier an der HAW ist das eine, aber der Versuch sozusagen darüber hinaus auch noch weiterzukommen und mit wirklich Drittmittel einzuwerben, also bei Forschungsinstitutionen, also wie Bundesministerium oder jetzt haben wir sogar was versucht bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, uns zu beteiligen an der Ausschreibung und so weiter. Also das ist der Versuch eben dann auch noch zu zeigen, wir stehen da sozusagen auch noch auf dem anderen Bein und haben jetzt hier eben auch noch ein paar Doktorandenprojekte, die versuchen Sachen weiterzutreiben.
Also das eine Projekt, was wir hier haben, das beschäftigt sich eigentlich hauptsächlich mit unserer Infrastruktur hier. Das ist ja auch sehr unsichtbar, weil es sich eigentlich mehr so in diesem Bereich da, wo wir in unserem Interaktionsbereich, wo wir unsere Studien im Mensch-Maschine-Interaktionsbereich machen würden, angesiedelt ist. Also das kannst du dir, wenn du magst, nachher nochmal angucken. Das ist die Doktorarbeit von Tobias Eichler. Der hat schon, und das gilt eigentlich für die meisten Doktorarbeiten hier, also dass die aus den Masterarbeiten dann so rausentwickelt werden. Also er hat in seiner Masterarbeit eigentlich die Infrastruktur hier entwickelt. also unsere Mittelwehr für dieses Labor.
Am Beispiel eigentlich schon vom Living Place, also dem Smart Home. Also dafür hat er das genuin gemacht und er hat es dann übertragen auf dieses Labor. Und er versucht sie jetzt, und das ist dann sozusagen eigentlich das Kernstück der Doktorarbeit, weiterzuentwickeln. Also versucht eben auch auszuwerten, wie nutzen eigentlich unsere Menschen hier, also einerseits unsere Studierenden, aber auch alle anderen, die hier arbeiten, diese Infrastruktur und versucht das dann wissenschaftlich weiterzuentwickeln. Und das ist sozusagen der Kern seiner Fragestellung in seiner Doktorarbeit. Und das ist so ein Projekt, was wir hier machen. Wir haben noch ein anderes BMBF-Projekt. Das läuft eigentlich schwerpunktmäßig drüben im Living Place, aber wird auch ein bisschen hier mit vorangetrieben.
Das heißt SMILE. Da geht es um SWAT Environments und die Sensibilisierung von Schülerinnen für den Informatik, also für das Informatikstudium oder überhaupt für das Thema der Informatik durch eigentlich sowas wie Kursangebote, in denen sie halt, also es ist auch so ein bisschen so ähnlich wie das, was wir hier eigentlich machen, nur bezogen auf die Schülerinnen-Zielgruppe und die sollen aber eben dafür sensibilisiert werden, dann später auch Informatik studieren zu wollen. Das ist halt mal wieder so eine, wie soll ich sagen, etwas klassische oder vielleicht auch unklassische MINT-Förderung. Also sie ist insofern unklassisch, dass sie mal ein bisschen andere Themen jetzt da reinbringt, Aber es ist natürlich trotzdem ganz klassisch, dass man eben weiterhin versucht, über die, weiß ich nicht, 15 bis 20 Prozent Frauenanteil in den Informatikstudiengängen zu kommen.
Genau, und da hoffen wir aber auch, dass da so ein bisschen wissenschaftlich auch was noch bei rüberkommt, was wir dann hier nutzen können. Und das soll das Ganze ja auch noch so ein bisschen abrunden und wo wir einfach versuchen, einen Beitrag zu leisten, dass das Ganze, also dass auch die Wissensentwicklung so ein bisschen weitergeht. Dass wir eben nicht nur Technik machen hier, sondern auch ein bisschen drüber hinaus kommen. Genau. Also vom Konzept her ist es so, dass wir ja eigentlich so versuchen, das ist auch ein Teil dieses Doktorarbeitsprojektes von Tobias Eichler, dass wir versuchen eben die Projekte so nachhaltig wie möglich zu entwickeln. Also das heißt, dass wir immer so Modul- und Komponentenhaft-Prototypen bauen, die dann auch eigentlich potenziell immer weiterentwickelt werden sollten oder auch vielleicht dann, wenn es Kooperationen mit Unternehmen gibt, dass man dann auch Aspekte davon weiterentwickeln kann.
Und da haben wir jetzt, ja, ich nehme jetzt einfach mal das eine Projekt aus der Mechatronik. Das ist eine Studienarbeit gewesen, die eine kontextsensitive Tasse entwickelt hat. Ja, ganz gerade das Poster hängt da noch. Die jetzt auch weiterentwickelt wird. Also da geht es darum, einfach zu gucken, wie kann man so ein sogenanntes selbstauskunftsfähiges Objekt in einem Arbeitskontext bauen, was dann auch tatsächlich in der Lage ist, mit seinem Benutzer zu interagieren. Das ist erstmal so eine Tasse, die dann einfach so einen Unterboden bekommen hat, in dem eine ganze Menge verschiedene Sensorik und Aktorik verbaut ist. Und wir haben am Anfang natürlich darüber gesprochen, erstmal wünsch dir was, was sollte so eine tolle Tasse alles können.
Und haben uns da auch angelehnt an ein Projekt, was mal am KIT in Karlsruhe schon vor fast 20 Jahren mal noch ganz analog entwickelt worden ist. Und mittlerweile gibt es, glaube ich, so fast zehn solche wissenschaftlichen Tassenprojekte. Aber es zeigt ja eben auch, dass das ein interessantes Thema ist, es an diesem Beispiel mal auszuprobieren. was ist eigentlich, wenn ich eine Tasse habe und die Tasse weiß und zeigt es auch, was in ihr drin ist und wie heiß das ist und vielleicht auch noch in Bezug auf den Besitzer, also den Benutzer, die wievielte Tasse, zum Beispiel Kaffee, das jetzt ist, die man gerade getrunken hat oder wo man gerade dabei ist, sie zu trinken und die vielleicht sich auch im Raum selber auskennt, also weiß, ob sie zum Beispiel auf dem Tisch steht oder ob sie getragen wird oder ob andere Tassen in der Nähe sind.
Da hatten wir dann auch so die Idee im Arbeitskontext, es könnte ja lustig sein, wenn sich drei Tassen treffen auf dem Tisch und dann sehen, oh, wenn wir jetzt schon zu dritt sind, dann könnte das ja kein Zufall sein. Oder ist das bestimmt kein Zufall? Dann ist hier wahrscheinlich gerade ein Meeting. Dann könnten wir ja mal die Telefone der Benutzer, mit denen sind wir irgendwie auch vernetzt, die könnten wir dann ja mal auf Standby schalten oder so. Weil wenn die jetzt hier reden, dann müssen die ja nicht gestört werden oder so. Also das heißt, die Tasse, die dann eventuell auch noch irgendwann so Entscheidungen trifft für den Benutzer. Das ist so ein Projekt, was erstmal so eine Fingerübung eigentlich ist, also jetzt noch nicht, weil es eine Studienarbeit ist, das ist noch nicht mal eine halbe Bachelorarbeit oder so, das ist jetzt erstmal noch nicht so aufregend.
Aber die Idee, es geht erstmal darum, diese Idee ganz, ganz groß zu machen, dann erstmal so ein kleines Stück zu bauen, das dann wieder mit anderen und auch ganz vielen unterschiedlichen Leuten möglichst zu diskutieren und dann auch zu gucken, naja, da gibt es auch eine Menge Kritik, weil was ist zum Beispiel mit Sicherheit und warum muss diese Tasse dann da noch mit den Smartphones jetzt vernetzt sein? Ist das nicht eigentlich auch ein Einfallstor für irgendwelche Angriffe oder irgendwelche, ich weiß nicht, also ja, vielleicht auch, ist es ein Angriff auf die Autonomie des Benutzers? Möchte der das überhaupt so haben? Kann er das vielleicht irgendwo ausschalten? Also ist das überhaupt vielleicht im Arbeitskontext nicht auch eine, wie soll man sagen, eine Überwachungsmaßnahme oder sowas?
Also genau, man kann da ganz viele kritische Fragen stellen und die werden dann auch alle mit aufgenommen. Also der Joschka, der diese Tasse jetzt in der ersten Ausbaustufe gemacht hat, der hat das alles sehr, sehr, sich sehr gut fand ich angehört und alles eingebaut in seine Arbeit. Es ist eine schöne Arbeit geworden. Und jetzt gibt es einen weiteren Mechatronik-Studierenden, der macht jetzt eine Bachelorarbeit, der setzt darauf auf und entwickelt die Tasse weiter. Also der wird dann jetzt an verschiedenen losen Enden, also wo bestimmte Sachen nicht realisiert werden konnten oder nicht gut realisiert werden konnten, wird er jetzt ansetzen und wird es halt weiterentwickeln. Und da gibt es dann immer verschiedene Möglichkeiten.
Also die Mechatroniker, die sind natürlich dann eher auf dieser Hardware-Ebene. Also die versuchen dann natürlich manchmal dann auch einfach sozusagen, dass es irgendwie so Stabilität bekommt, so ein Prototyp. Die beschäftigen sich dann intensiv jetzt auch momentan mit 3D-Druck, ganz viel Material im 3D-Druck. Also wie kann man dann auch so ein Objekt so bauen, dass es dann auch eine gewisse Stabilität bekommt. Weil der zweite Prototyp, der muss dann ja nicht sofort auch wieder auseinanderfallen, sondern der kann dann ja auch gerne mal eine Weile leben. sodass man da irgendwie ganz, ganz viele Anschlussstellen eigentlich immer so schafft mit diesen ersten Ideen, die dann relativ lange weiterentwickelt werden können.
Das ist immer so ein bisschen der Ansatz bei uns. Genau, das ist jetzt so das Tassenprojekt. Ja, damit, genau, das passt vielleicht ganz gut zu dem anderen Mechatronikerprojekt. Da haben wir nämlich einen Feedback-Handschuh entwickelt für VR-Anwendungen. Ein großes Thema, was wir hier bearbeiten, ist ja auch letztendlich VR-Interaktion. Das ist in diesem großen Feld letztendlich dort drüben, wo wir jetzt momentan so, ich glaube jetzt auch drei oder vier verschiedene VR-Projekte haben. Bachelor und Master. Und das hier war ein Bachelor-Mechatronik-Projekt von Henrik, der gerade hier durchgelaufen ist und jetzt unser Praktikant geworden ist. Der hat nämlich sozusagen versucht, so eine Konstruktion zu machen.
Also man hat einen Handschuh an und auf diesem Handschuh ist letztendlich eine 3D-gedruckte Konstruktion mit so einem kleinen Servomotor, der einem sozusagen Feedback gibt, wenn man eine Brille auf hat und versucht, in der VR-Situation was anzufassen. Es ist in gewisser Weise so, wie er es jetzt momentan realisiert hat, eigentlich so ein bisschen genau andersrum wie in der Realität, weil wenn man etwas anfasst, dann kriegt man ja irgendwie sozusagen über die Fingerkuppen oder irgendwie über so eine Greifbewegung Feedback. Bei ihm ist es jetzt so, dass das eher so wirkt, dass man dann so einen kleinen Zug bekommt. Also eigentlich eher in die andere Richtung geht. Es wurde auch schon mal kritisiert, aber es funktioniert trotzdem gut.
Also es hat er jetzt ganz gut umgesetzt. Man kann das auch ganz gut tragen mittlerweile. Er hat dann am Ende auch sehr viel mit den verschiedenen Materialien im 3D-Druck experimentiert. Er hat das dann in Nylon gedruckt, also in einem Material, was sich auch leicht bewegen lässt, also ein bisschen flexibel ist. Und mittlerweile drucken die Holz da drüben und es wird immer Bilder. Also ja, es ist wirklich lustig mittlerweile, was die da alle so richtige Materialkunde haben sie jetzt gemacht. Wir haben jetzt mehrere 3D-Drucker mittlerweile, deswegen kann man da einiges ausprobieren. Ja, genau, das ist so ein anderes Projekt, wo ich sagen würde, da steckt viel drin. Die Arbeit wurde jetzt auch gerade verteidigt und ist auch wirklich super gelaufen.
Und es gibt jetzt aber auch schon wieder zwei Nachfolgeprojekte, also wo jetzt quasi jemand das nochmal genau andersrum realisieren wird, nämlich genau in dieser Weise. Also jetzt hat er ja sozusagen so eine Konstruktion gebaut, die eben sozusagen ja kontraintuitiv ist und jetzt soll nochmal so eine intuitivere Handschuhkonstruktion gebaut werden. Oder auch nochmal eine vielleicht, die sich mit ganz anderen Materialien dann wiederum beschäftigt. Genau, und das heißt, da haben wir einfach dieses Thema, das ist ein größeres Thema Das wird dann, also Feedback in VR, und das wird dann jetzt quasi von allen möglichen Seiten irgendwie bespielt. Möglicherweise kommt danach dann vielleicht eine Masterarbeit, je nachdem, ob wir jemanden finden, der das dann weitermachen möchte.
Oder vielleicht kommt ein Projekt von außen, das könnte man auf jeden Fall auch machen. Ja, und so werden die Projekte dann Schritt für Schritt weiter aufgesetzt.
Ja, spannend. Wenn ich das richtig weiß, kann man euch ja auch besuchen. Ja. Also ich denke, für alle, die zuhören und das spannend finden, das ist vielleicht mal eine Reise wert an die HAW.
Ja, genau. Wir sind offen für Führungen von eigentlich wirklich allen möglichen Gruppen. Also wir hatten hier schon alle möglichen Sorten von Schülerinnen und Schülern. Also ab der achten Klassenstufe macht es eigentlich Sinn, glaube ich, hier vorbeizukommen. Also besser ist natürlich so zehnte und aufwärts, aber wir hatten jetzt auch schon achte Klasse. Ja, wir haben auch schon Führungen gemacht für Journalisten natürlich oder für Rotaria. Also es gibt da eigentlich fast nichts. Also alle, die irgendwie interessiert sind und offen sind für das Thema, denen können wir eigentlich hier irgendwie so bis zu ein, anderthalb Stunden können wir die hier bespielen. Und je nachdem, also wir können auch Workshops machen.
Da sind wir natürlich auch offen. Also dafür sind wir eben auch da. Wir haben halt nur begrenzte Kapazitäten, weil wir nicht besonders groß sind bislang. Aber es gibt jetzt eigentlich nicht wirklich irgendeine Einschränkung oder so, dass wir für irgendwen jetzt eigentlich per se nicht da wären.
Dann würde ich sagen, kommen wir zu den Abschlussfragen. Was ist das größte Problem, das ihr im Zuge der Digitalisierung jetzt konkret für euch lösen werdet?
Naja, also das mit dem Lösen. Also ich finde, das Problemlösen, das ist, finde ich, so ein Knackpunkt. Weil ich bin mir nicht so sicher, wie weit wir eigentlich zu Problemlösungen beitragen. Also was wir momentan eigentlich, glaube ich, hauptsächlich machen, ist so eine gewisse Sensibilisierung. Also auf der einen Seite, klar, bilden wir hier halt Leute aus, von denen wir hoffen, dass sie dann später in Unternehmen gehen und da irgendwie das mitgestalten. Auf eine produktive und hoffentlich auch reflektierte Weise. Das ist so das eine und große und wahrscheinlich das größte Ziel. Auf der anderen Seite, wenn es um Gesellschaft geht, also wenn es jetzt um Unternehmen geht, da können wir natürlich sozusagen zur Sensibilisierung für Digitalisierung und Algorithmisierung beitragen und hoffen, dass wir die dann ein Stück begleiten auf dem Weg da rein für sich.
Da wissen wir ja auch, also das mit den Lösungen ist eben so ein bisschen das Problem zur Zeit. Das hatten wir ja vorhin schon ein bisschen angesprochen, dass es einfach nicht so richtig klar ist, was ist jetzt die genaue Marschrichtung. Und vielleicht ist das auch einfach so die größte Erkenntnis, dass es die vielleicht auch gar nicht gibt, sondern es gibt irgendwie sozusagen diesen Prozess der Digitalisierung und Algorithmisierung. der sieht irgendwie, je nachdem wo man hinguckt, sehr unterschiedlich aus. Man merkt nur, es geht in die Richtung. Man muss irgendwie versuchen, die Nerven zu behalten und da irgendwie mitzumachen und dabei möglichst, wie soll man sagen, verantwortungsbewusst irgendwie ranzugehen.
Aber das mit dem Lösen von Problemen, das ist so eine Sache. Also ich glaube, man kann immer so kleine Schritte machen und da kann man auch Problemlösungen erreichen. Aber so dieses Große, weil das ist ja das größte Problem. Das scheint mir irgendwie zu sein, dass das Ganze auch oft einfach unheimlich überschätzt wird. so dass man da jetzt plötzlich so den großen Wurf machen kann. Ich glaube, das ist irgendwie überhaupt nicht der Fall, sondern man muss da echt so gerade ganz vorsichtig sein und immer so eher so ein Tasten, wo geht es jetzt wieder hin? Und wenn man merkt, oh, da geht es aber vielleicht auch in eine Richtung, wo man nicht so gerne hin sollte, so als Gesellschaft oder so, oder vielleicht auch als Unternehmen, dann vielleicht auch lieber nicht.
Also da bin ich schon, so weit bin ich dann doch noch Gesellschaftswissenschaftlerin, dass ich dann auch vorsichtig sagen würde, man muss auch nicht alles machen. Und mein Chef ist immer gerne so ein bisschen rustikaler und sagt, wir machen das, weil wir es können. Das gilt natürlich in diesem geschützten Raum hier. Da finde ich das auch gut. Aber wenn man rausgeht damit, dann muss man, glaube ich, schon ein bisschen weiter sein und wissen, warum man das machen sollte. Sonst lieber nicht. Und da mache ich mir auch eben manchmal ein bisschen Sorgen, wenn dann so junge Unternehmen so nass vorsteher kommen und dann irgendwie einfach da, ich weiß nicht, einfach mal so einen Stein ins Wasser schmeißen, ohne dass sie überhaupt nur darüber nachgedacht hätten, was das vielleicht bedeuten könnte.
Da bin ich vielleicht schon ein bisschen älter und denke mir dann manchmal, da mache ich mir Sorgen. Und das heißt, ich glaube, wir sind da eher sozusagen diejenigen, die dann so Politik der kleinen Schritte und eben versuchen, die Leute erstmal da abzuholen, wo sie sind und ihnen dann so ein bisschen zu sagen, ihnen zu erklären, wo sie sich vielleicht aus unserer Sicht befinden. Das kann ja auch schon helfen, weil viele sind auch oft wirklich verunsichert und wissen eigentlich gar nicht so richtig, wollen sich irgendwie irgendwo hin entwickeln, aber man muss, glaube ich, erstmal so Standortbeschreibungen machen. Das ist, glaube ich, auch gerade ganz wichtig.
Wenn du eine Quelle empfehlen sollst, jemand, der sich weiterbilden will über Digitalisierung, was würdest du da als ersten Anlaufpunkt nehmen?
Ja, das habe ich ja gar nicht so einfach. Ich habe vorhin schon gesagt, ich finde diese 20 Thesen oder sind es jetzt 22 Thesen zur nächsten Gesellschaft von Dirk Becker ganz schön. Die basieren halt auf seinem Buch, was jetzt mittlerweile schon fast zehn Jahre oder zehn Jahre alt ist, Studien zur nächsten Gesellschaft. Und diese Thesen, die finden sich auch wirklich im Internet. Also wenn man das eingibt, Thesen, Digitalisierung oder nächste Gesellschaft der Pläcker, dann findet man die auf seiner, das ist so ein Blog, glaube ich, was er immer weiterentwickelt, auch auf den Response von Leuten, die seine Sachen lesen. Und das finde ich eigentlich so als gesellschaftstheoretischen Überbau, finde ich das eigentlich sehr schön. Also das geht für mich so als Soziologin am ehesten in die Richtung, wo das momentan sich so hinbewegt, finde ich.
Ja, genau. Also die beiden Sachen finde ich eigentlich persönlich sehr hilfreich, wenn man erstmal so anfängt, sich da einzulesen in die Materie. Gerade bei dem Saadler oder Stadler, da geht es eben auch nochmal um die Unterscheidung, Digitalisierung, Algorithmisierung. Die finde ich eigentlich ziemlich wichtig so bei dem Ganzen, weil das wird oft so in einen großen Topf geschmissen. Ja, wobei ich finde, man muss es eigentlich doch unterscheiden, letztendlich.
Okay, ich werde das auf jeden Fall beides verlinken. Letzte Frage, wen würdest du gerne in einer späteren Episode in diesem Podcast hören?
Ja, also es gibt tatsächlich jemanden, den ich persönlich sehr toll finde. Ich weiß nicht, wie realistisch das ist. Das ist Dana Boyd. Das ist eine amerikanische, ja auch eigentlich muss man jetzt doch sagen, mittlerweile ist sie doch auch Sozialforscherin geworden. Also sie war eigentlich mal Informatikerin und hat sich dann aber quasi durch Dissertationen in Richtung Soziologie entwickelt. Auf der einen Seite arbeitet die als Senior Researcher bei Microsoft und auf der anderen Seite ist sie aber auch noch, ich glaube irgendwie hat sie noch so eine Associate Professorship an der New York University und ist aber auch noch vor allen Dingen Gründerin von so einem Think Tank, der heißt glaube ich Data and Society in New York.
Und die machen eigentlich ganz spannende Sachen. Also ich finde, das ist so ein bisschen so vergleichbar letztendlich mit diesem Humboldt-Institut, was es da an der Humboldt-Uni in Berlin gibt, zum Internet und Gesellschaft. Und sowas macht sie eben auch und versucht halt auch eigentlich diesen Digitalisierungsprozess zu begleiten durch kritische Forschung, kritische Einwürfe und die beschäftigt sich jetzt auch sehr viel mit der Data-Fizierung letztendlich von Gesellschaft und den ganzen neuen Ungleichheitsproduktionen, die daraus erwachsen, insbesondere auch für Minderheiten und so weiter. Das finde ich sehr gut, was sie da so macht. Ich glaube nicht, dass es gelingen wird, weil sie hat, glaube ich, gerade ihr drittes Kind bekommen vor ein paar Monaten.
Also die ist, glaube ich, gerade so ein bisschen weg. Aber die beobachte ich eigentlich jetzt schon seit, ich weiß gar nicht, zehn Jahren. Also die hat mal angefangen wirklich so als Bloggerin und als es als Social Media so hoch ging, war sie eine der Ersten, die das wirklich auf eine sehr tolle Weise so in den Griff gekriegt hat, das so zu beschreiben und zu beforschen, auch so ethnografisch gearbeitet hat, ganz toll. Ja, also die ist für mich irgendwie so echt jemand, wo ich sagen würde, die weiß wirklich eine Menge über das, was da gerade passiert. Ist da auch sehr nah dran gewesen immer. Okay, na sehr spannend.
Also zumindest wird man da bestimmt ein paar schöne Quellen verlinken können. Aber wer weiß, falls ich mal wieder in New York bin.
Ja, man kann ja auch sowas immer alles über andere Medien realisieren. Aber ich glaube, die ist zurzeit einfach landunter.
Das war das zweite Interview für unseren Podcast Wege der Digitalisierung mit Susanne Draheim vom Creative Space der HAW Hamburg. Vielen Dank Susanne für deine Zeit und für deine spannenden und vielfältigen Einblicke in das Thema. Dieses Thema Menschen war mir irgendwie bewusst, dass das so ein Riesenthema ist im Rahmen der Digitalisierung. Ich finde es besonders spannend, dass wir da heute so drauf gekommen sind, wo ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass das Creative Space sich so sehr um Technologien drehen würde. Aber dass man im Prinzip, je weiter man auf eine Technologie guckt, immer mehr auch irgendwo Menschen beeinflusst, eigentlich ist es offensichtlich. Ich habe es trotzdem sehr erinnert gefunden.
Ich werde alle Links, alle Quellen, alle Personen, die wir genannt haben, in den Shownotes verlinken. Das Ganze findet ihr unter wegederdigitalisierung.de. Das hier ist das zweite Interview. Wir sind jetzt auch ganz neu auf iTunes. Wenn ihr uns helfen wollt, hinterlasst uns gerne auf iTunes eine gerne positive, aber eine ehrliche Bewertung. Ich hoffe, dass sie positiv ausfällt. Da wir da relativ neu sind, haben wir noch die Chance, in diese Hot & New-Sparte zu kommen, wenn in den ersten acht Wochen auf dem Profil ganz viel Action passiert. Aber gerne auch Feedback per E-Mail, per Twitter oder als Kommentar über den Blog. Ich freue mich, dass ihr zugehört habt. Ich freue mich über das Gespräch.
Ich habe viel gelernt und bis ganz bald. Musik Musik